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Die Minderheitenbeschwerde in Gens

Ein englisch-französischer Anleihestreit.

Zrankreich will seine Kriegsanleihen nicht in Goldfranten zurückzahlen.

Rom. 2. San. (SH.) Mussolini hielt in englischer Shrache eine Rundfunkrede an das amerikanische Volk, in der er sich gegen die Auffassung wandte, dah der Faschismus eine Gefahr für den Frieden der Welt darstelle. We­der er noch die Regierung, noch das italienische Volk wünsche einen Krieg. Sch habe, so erklärte Mussolini, als Soldat im Kriege gefochten und weist, was ein Krieg bedeutet. Die schreckliche Erinnerung an diese Sahre, als eine ganze Generation so vieler Länder in den Krieg zog kann nicht vergessen werden. Sch selbst wurde ernstlich verwundet. Sn den Sahren, die seit­dem verstrichen sind, habe ich das Panorama der politischen, wirtschaftlichen und moralischen Fol­gen des Krieges vor Augen^ und zwar nicht nur der Folgen in Stalien. Wie kann jemand an­nehmen, dah ich mit dieser doppelten Erfahrung anders als mit Schrecken an einen Krieg denken könnte! Selbst wenn der Krieg nur zwi­schen zwei Ländern ausbrechen sollte, so würde er heute unvermeidlich z u einem allge- meinenKriegewerden. Die Kultur würde gefährdet sein. Die Fortschritte der Technik wur­den den zukünftigen Krieg noch schrecklicher ge­stalten als den letzten. Die Todesgefahr wurde nicht nur auf die Kämpfenden beschränkt sein, son­dern die gesamte Bevölkerung wäre der Gefahr ausgesetzt. Stalien benötigt den Frie­den. Der Faschisnms wünscht die Sicherheit des italienischen Volkes in Zusammenarbeit mit allen anderen Völkern der Welt.

Ferner berührte Mussolini die Arbeits­los e n f r a g e und bekannte sich als Gegner der Arbeitslosenunterstützung. Er ziehe die Hilfe vor, die in öffentlichen Arbeiten liege, die gleichzeitig der Landeskultur dienten. Die Ar­beitslosenunterstützung gewöhne die Arbeiter an die Faulheit. Ungeachtet der Arbeitslosigkeit herrsche in Stalien Frieden und Ruhe in allen

Klassen. Alle gegenteiligen Meldungen seien falsch. Acht Millionen Männer und Frauen stän­den hinter dem Faschismus. Kein anderes Re­gime in Europa stehe auf fo festen und gesunden Grundlagen.

Revision und Rüstungs­gleichheit.

Ein Mussolini-Interview.

London, 1.3an. (WTB.) Dem korresponden. len derDaily 2HailM erklärte Mussolini: Die Lage der internationalen Angelegenheiten in Europa ist sehr gespannt. Die Ursache liegt in der großen Ungleichheit der Rüstungen. Die vorhan­dene militärische Vorherrschaft einer Gruppe von Staaten macht die nominelle Gleichbe­rechtigung innerhalb des Völkerbundes zu einem Trug. Ich weih, dah die französische Ra­tion nicht angriffslustig ist. Aber die militä­rische Hegemonie, die sie in Europa geschaf­fen hat, hält den gesamten Kontinent in Gärung. Reben der Verminderung der Rüstungen ist die Revision der Friedensverträge not- wendig, um Europa ein Gefühl der Sicherheit wie­derzugeben. Es gibt territoriale Absurdi­täten. mit denen aufgeräumt werden muh. Es gibt moralische Unbilden, wie die Verstüm- melung Ungarns, die wieder gukgemacht werden müssen. Italien zielt nicht auf die Bildung eines revisionistischen Blockes hin; aber die Anstrengun­gen. die unternommen werden, um die gegenwär­tigen Verhältnisse in Europa zu kristallisieren, kann nur eine Gemeinschaft derjenigen schaffen, die von ihnen beeinträchtigt werden.

DieInformationsreise" GNadkowskis.

Kattowih, 31.Dez. (ERB.) Die Kattowiher Zeitung veröffentlicht heute noch einige not­wendige Randbemerkungen zu der Reise des Innenministers Sladkowski nach Ober­schlesien. Das Vlatt schreibt: Sn Svhrau hat der Minister einem angeblich von Deutschen niedergeschlagenen Polizeibeamten ein Weihnachtsgeschenk von 500 Zloty zu- kommen lassen. Dem Herrn Minister ist es offenbar unbekannt geblieben, dah am gleichen Ort der deutsche Zeitungsverleger Hu- nold gleichfalls an schweren Ver­letzungen, die ihm Lurch politische Raufbolde zugefügt wurden, darnieder liegt. Er hätte sonst natürlich nicht versäumt, auch Herrn Hu- nold das gleiche Geschenk zu überreichen. Die Berichterstattung der polnischen Presse über Golassowitz ist aus verständlichen Gründen teils lückenhaft, teils unvollständig. So fehlt z. D. die Angabe, daß der Minister die in der Haft mißhandelten Golassowiher vernommen und fest- gestellt hat, daß die Quälereien tatsächlich stattgefunden haben. Der beste Beweis da­für ist, dah gegen die schuldigen Polizeibeamten ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde. Wenn ferner diePolska Zachodnia" be­richtet, daß Zeugen bestätigt haben, an dem kritischen Abend seien in Golassowitz keine Auf­ständischen gewesen, so ist das insofern irreführend, als die befragten Zeugen lediglich aussagen konn­ten, dah sie selbst keine Aufständischen gesehen hätten, was übrigens nichts besagen will, da zur Zeit der Einschlagung der Fenster­scheiben stockfinstere Rächt herrschte. Die bedeutenderen" Bürger von Golassowitz, die dem Minister erklärten, daß die tendenziöse Tätigkeit des Pastors Harlfinger für alle Verschär­fungen in der Gemeinde verantwortlich ist, sind, das muß man wissen, organisierte Auf­ständische, die seit Wochen an der Organisie­

rung der Hetze gegen Pastor Harlftnger be­teiligt sind.

Llm -en Vorsitz in Genf. Henderson zum Tausch grundsätzlich bereit.

L o n d o n, 2. Jan. (TU.) Zu der Frage des Vor­sitzes auf der kommenden Tagung des Völker­bundsrates erfährt der Londoner Berichterstatter der Telegraphen-Ünion aus zuverlässiger Quelle, daß der englische Außenminister Henderson grundsätzlich bereit sei, den Vorsitz zu übernehmen, falls es Außen- minister Dr. C u r t i u s im Hinblick auf die Erörte­rungen über die deutschen Minderheiten in Polen für angebracht halten sollte, von dem ihm zustehenden Recht zur Uebernahme des Vorsitzes im 'Januar keinen Gebrauch zu machen und dafür einen Tausch mit dem Vorsitzenden der n ä ch st e n Tagung einzu» gehen. In dieser Angelegenheit hat bereits ein M e i - nungsaustausch zwischen den deutschen und englischen zuständigen Stellen auf dem üblichen Wege stattgefunden. Eine endgültige Entscheidung dürfte er" zu erwarten sein, wenn in Genf die Frage des Vorsitzes offiziell zur Sprache gebracht wird.

Frankreich sekundiert.

Besprechung zwischen Hoesch und Briand.

Paris, 31.Dez. (TU.) Der deutsche Botschafter von Hoesch, der in den Weihnachtstagen Ge­legenheit hatte, mit dem Reichsauhenminister C u r - t i u s zusammenzutreffen und der gestern von sei­nem kurzen Urlaub nach Paris zurückgekehrt ist, hatte heute eine längere Unterhaltung mit dem französischen Außenminister Briand über schwe­bende politische Fragen.

Wie von unterrichteter Seite mityeteilt wird, hat der deutsche Botschafter vor allem die Beschwer­den Aur Sprache gebracht, die die Reichsregierung dem Völkerbund in der Frage der oberschle- si schen Minderheiten unterbreitet hat. Die Behandlung dieser Beschwerden in Genf stößt selbst­verständlich auf lebhaftesten Widerstand von polnischer Seite. Es ist anzunehmen, daß Polen auch ht diesem Fall die Unter«-

Die Kündigung im Ruhrbergbau.

Essen, 31. Dez. (TU.) Vom Zechenverband wird mitgcteüt: Sn den Zechen des Ruhr geb letes wird am 2. Sanuar 1931 die Kündigung der Belegschaften durch folgenden An­schlag bekanntgegeben werden:Die Schlichtungs­verhandlungen über die Reugestaltung der Lohnordnung, die durch die Verschlechte­rung der Marktlage und die bereits erfolgte Kohlenpreissenkung notwendig geworden ist, ha­ben zu keinem Ergebnis geführt. Wir sind daher gezwungen, zum Zwecke einer an­gemessenen Senkung der Löhne ter getarnten unter die Arbeitsordnung fallenden Belegschaften hiermit zum 15. Sanuar 1931 zu kündigen.

Sn den Geschäftsstellen des Dergbaurndustrie- arbeiterverbandes, Bezirk Duhrgebiet, fanden 14 Funktionärkonferenzen statt, die sich mit der lohnpolitischen Lage im Ruhrbergbau befaßten. Sn allen Konferenzen wurde der Auf­ruf der Dergarbeiterverbände gutgeheißen, in Lenen die Belegschaften aufgefordert werden, keineneuenArbeitsverträgezu schlie­ßen, die die vom Zechenverband gewünschte Lohn­herabsetzung vorsehen. Einer eventuellen Aus­sperrung am 15. Sanuar, so wurde weiter ausgeführt, würden die Bergarbeiter mit Ruhe und Entschlossenheit entgegensehen. Ebenso ent­schlossen würden sie sich gegen die politi­schen Streikparolen der KPD. und der revolutionären Gewerkschaftsopposition wenden.

Schiedsspruch im sächsischen Stein­kohlenbergbau.

Leipzig. 31. Dez. (WTB.) Die unter dem Vorsitz des Schlichters für Sachsen, Ministerial­rat Dr. Hauschild, in Leipzig ftattgehabten Verhandlungen der Schlichterkammer im sächsi­schen Steinkohlenbergbau haben zu folgendem Schiedsspruch geführt: Die Lohnordnung wird über den 31. Dezember 1930 hinaus mit ter Maßgabe verlängert, daß die Grundlohne um 6 Prozent herabgesetzt werden. Sn demselben Ausmaß verringert sich auch der Durchschnittslohn des Vollhäuers. Die Lohnrege­lung tritt mit dem 1. Sanuar 1931 in Kraft und gilt bis auf weiteres. Sie kann mit einmonatiger Kündigungsfrist erstmalig zum 31. März 1931 ^kündigt werden.

Lohnherabsehung in der Remscheider Metallindustrie.

Paris, 31. Dez. (Priv.-Tel.) Obwohl der Weltkrieg schon vor zwölf Sahren sein Ente gefunden hat, sind sich die Engländer und Fran­zosen über die Tilgung der in Lon don aufgelegten und gezeichneten fran­zösischen Kriegsanleihen noch immer nicht einig geworden. Die Franzosen wollen unter keinen Umständen ihre Schulten in Gold- franken zurückzahlen. Sie möchten noch ein Geschäft machen und chren Gläubiger mit ent­werteten Papierfranken abspeisen. Das hat natürlich in England einen starken Unmut hervor­gerufen und die britische Regierung wiederholt veranlaßt, in Paris vorstellig zu werden. Die Franzosen fühlen sich stark genug, eine Erfül­lung der eingegangemen Verpflichtungen immer wieder hinauszuschieben, obwohl sie sich in den letzten Wochen einen Goldschatz zugelegt haben, der seinesgleichen in ter ganzen Ttelt nicht findet. Merkwürdigerweise wagen es die Engländer aber nicht, ihren Forderungen den entsprechenden Rachdruck zu verleihen, woraus Wohl am besten hervor geht, daß sich selbst das brifische Weltreich nicht mehr den Franzosen ge­wachsen fühlt. t ... ,

Böie erst jetzt bekannt wird, hat ter englische Schahkanzler am 24.Dezember eine neue Rote an die französische Regierung gesandt, in der er noch einmal darauf hinweist, daß die engli­schen Zeichner der französischen An­leihen darauf beständen, in Gold- frankenausbezahlt zu werden. Der Schah­kanzler unterstreicht hierbei, dah die französische Regierung den englischen Zeichnern gegenüber die Verpflichtung übernommen habe, sie in Goldftanken auszuzahlen. Sn verschiedenen gleich­artigen Prozessen, die vor ftanzösischen und aus­ländischen Gerichten, sowie vor dem Snternatio- nalen Schiedsgericht im Haag stattgefunten hät-

Oer Faschismus und der Friede

Eine Rundfunkrede Mussolinis an die Amerikaner.

Frankreichs Bündnissystem im Wanken.

Belgien ein unsicherer Kantonist.

Neuyork, 31. Dez. (CNB.) .Herold Tribüne" befaßt sich in einem Leitartikel mit dem Interview, das der belgische Sozialistenführer V a n d e r o e l d e einem Berichterstatter des PariserPopulaire" ge­währt hat, und betont, Vanderveldes Vorschlag zur Aufhebung des belgisch-französischen Militärbündnisses sei das erste Anzeichen einer Schwäche in dem System der Sicher­heit durch Bündnisse, auf dem Frankreich die Organisation des Nachkriegseuropas aufzubauen versuche. Diese Schwäche trete an einem der emp- findlich sten Punkte des Systems zutage. Wenn die Franzosen heute Belgien nicht sicher sein könnten, so müßten sie wohl i b r e _ gesamte Nordgrenze von Metz bis Dünkirchen b e f e ft i g e n. Möglicherweise erscheine Belgien der Gedanke anziehend, seine militärische und diploma­tische Unabhängigkeit wiederzugewinnen, die ihm unter Umständen eine entscheidende Rolle bei dem dreiseitigen Manövrieren zwischen Frankreich, Deutschland und England sichern könnte. Indessen erweise es sich sehr selten als leicht möglich, ein auf­gelöstes internationales System durch ein anderes zu ersetzen. Auch wenn man gegen die Militär- Hegemonie Frankreichs einwende, daß sie den Widerstand der anderen herausfordere und schließlich zu einer Katastrophe führen könne, so sei doch andererseits ber IBölterbunb nicht soweit fortgeschritten, baß er bie militärische Hegemonie Frankreichs ersetzen könne. Sollte biefe Hegemonie zusammenbrechen, so würbe fast «aiit Sicherheit ein System des Gleichge­wichts die Folge fein, und man wisse nur zu gut, wir sich dieses europäiswe Gleichgewicht im Jahre 1914 ausgeroirtt habe.

Aeujahrsempsang in Darmstadt.

D a r m st a d t, 1. Jan. Bei dem Neujahrsempfang bcr hessischen Staatsregierung erklärte Staatsprä­sident Dr. Adelung u.a.: Das verflossene Jahr 1930 hat Deutschland schwere wirtsck-astliche und politische Erschütterungen gebracht. Die wirtschaft­liche Not drückt besonders schwer auf uns. Zwar hat das Jahr 1930 die so lange ersehnte Be­freiung der besetzten Gebiete herbei- geführt: die Sorge um die Behebung der Schäden der zwölfjährigen Besetzung steht vor allem bei uns in Hessen noch riesengroß vor uns. Dazu kommt, daß die Erleichterung, die bei den Reparations­lasten der Youngplan bedeutet, sich infolge der Krise nicht so auswirken konnte, wie das bei normaler Wirtschaftslage hätte erwartet werden dürfen. Es steigt die Gefahr, daß als Folge untrag­barer Lasten dem deutschen Volke seine soziale und sittliche Grundlage gefährdet, zum andern aber auch die Quellen für die endliche Gesundung ber Weltwirtschaft verstopft werden kön­nen. Das Verständnis für den deutschen Standpunkt wächst, daß der jetzt geltende Plan nicht das letzte Wort in den friedlichen Vereinbarungen zur Abwicklung des Weltkrieges und zu dauernder Befriedung der Nationen sein kann und darf. An ber Schwelle des neuen Jahres dürfen wir trotzdem und alledem nicht bie Zuversicht aufgeben, bah es gelingen wird, Deutschland aus der Not der Gegen­wart herauszuführen. Wir alle müssen in zäher Energie und mit unbeirrbarem Willen leben Fata­lismus abwehren und zusammenstehen in Besonnen­heit zu gemeinschaftlicher Slrbcit in Reich, Staat und Gemeinden.

Hotelbrand am Reujahrsmorgen.

Sn Goldberg in Mecklenburg wurde das HotelDeutsches Haus" Lurch ein Grohfeuer vollständig vernichtet. Sn den oberen Stockwerken des Hotels entstand plötzlich Feuer, während unten in der Diele noch getanzt wurde. Die ersten Feuerrufe wurden als einSilvester- scherz aufgcfaht. Viele Gäste konnten rfcre Mäntel und Bekleidungsstücke nicht mehr in Sicherheit bringen, da ter Brand sich mit rasender Schnelligkeit ausdehnte. Die beiden nebeneinander liegenden Hotelgebäute brannten vollständig nie­der. Ein Teil des Inventars konnte jedoch ge­rettet werden. Die Entstehungsursache Les Feuers ist noch ungeklärt.

Ausgeglitten und den Halswirbel gebrochen.

Don einem tragischen Geschick wurde die Familie des Selterwasserhändlers Fritz Arend von Kassel noch zu Jahresende betroffen. Der 64jährige Hritz Arend war abends spät noch einmal ausgegangen und in der Nacht nicht nach Haufe ge­kommen. Morgens wurde der alte Mann nun in dem Hausaufgang zu seiner Wohnung von sei­nem Schwiegersohn tot ausgefunden. Der Verunglückte ist wahrscheinlich bei seiner Rückkehr in der Dunkelheit ausgeglitten und hat bei dem Sturz den Halswirbel gebrochen.

Don einem Schäfer erstochen.

Aus tem Gut Schloß Grubenhagen bei Malchin in Mecklenburg wurde am Vormittag des Reu­jahrstages Rittergutsbesitzer Freiherr von M a l h a n von tem angetrunkenen Schäsermelster Lurch Messerstiche getötet. Rach Mitteilung des Oberstaatsanwalts in Güstrow tarn es zwischen tem Gutsbesitzer und dem Schäsermelster vor tem Schasstall zu einer Auseinanderset­zung, bei der ter Schäfer dem Gutsbesitzer einen tödlichen Stich in die Halsschlagader bei­brachte. Als ter Gutsbesitzer zusammenbrach, ver­setzte ihnl ter Schäfer noch drei Messerstiche m den Rücken. Der Gutsbesitzer erlag nach wenigen Minuten seinen Verletzungen. Der Täter wurde ins Iustizgesängnis nach Güstrow übergeführt.

Zusammenstoß zwischen Autobus und Straßenbahn.

Sn Pa is ly (Schottland) wurden bei einem Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Autobus 35 Personen verletzt, davon mehrere schwer.

Schweres Autounglück in Amerika.

Sn einer Vorstadt von Chikago wurde ein Automobil, in welchem zwei befreundete Familien von einem Ausflug zurückkehrten, an einer Bahn­kreuzung von einem Zug e, überrannt. Von den Insassen des Automobils wurden neun aufderStellegetötet. Rur em drei Mv- nare altes Kind kam wie durch em Wunder mit dem Leben davon: es ist das einzige überlebende Mitglied der beiden Familien. Durch diesen fol­genschweren iUnglücksfall ist die Zahl der Per­sonen, die während der Feiertage in Chikago auf gewaltsame Weise ihr Leben verloren, auf 15 ge­stiegen.

wieder ein Raubüberfall auf eine Slalionskasse.

Auf die Eisenbahnstationskasse Horrem bei Köln wurde von zwei unbekannten Burschen em schwerer Raubüberfall verübt. Während der eine vor dem Schalterraum Schmiere stand, schlug der andere, der sein Gesicht durch schwarze Farbe un» kenntlich gemacht hatte, mit einer Schienenlasche das Schalterfen st er ein und stieg in den Kassen­raum, wo er die Tageskasse mit etwa 400 bis 500 Mark Inhalt an sich riß. Der Stäuber gab auf den hinzukommenden Schalter- beamten, der sich in einem hinter dem Schalter- Iraum gelegenen Nebenzimmer aufgehalten hatte, einen Schuh ab, der jedoch fehlging, und fluchtete bann zusammen mit feinem Komplicen. Obgleich

ten, hätten die Zeichner von Anleihen stets ihr Recht durchgesetzt, in Gold ausgezahlt zu werden. Sollte die englische Forderung angenom­men werden, so würde dies eine jährliche Aus­gabe von 100 Millionen Papier franken für Frank­reich bedeuten, ©egenüber dem französischen Standpunkt bezüglich ter Frankenentwer­tung betont die englische Regierung, daß es sich hierbei um eine rein i nne r f r an z ö s r s ch e Angelege nh e i t hantele, die das Ausland nichts angehe.

Sn ter Pariser Presse wird dieser neue Schritt der englischen Regierung lebhaft besprochen. Das Saurnal bedauert vor allem, daß England durch seine Haltung die französisch-englische Verständigung im Augenblick ter bevor­stehenden Abrüstungskonferenz in Zwei­fel stelle. Dies sei um so bedauerlicher, als der Schritt Macdonalds niemals zu einem Er­gebnis führen könne. Mit ter Zeichnung ter französischen Anleihen hätten die Engländer gleichzeittg alle Risiken übernommen, vor denen in der heutigen Zeit der Krisen kein Land sicher sei. Es sei unverständlich wie England von Frankreich ein Vorrecht zu seinen Gunsten und zum Schaden der Franzosen verlangen könne. Der englische Standpunkt sei nur dann haltbar, wenn die Anleihen in England aufgelegt ryvrden wären und auch nur bann, wenn zu gleicher Zeit eine Goldgarantie von Frank­reich übernommen Worten wäre. Der Fall liegt so klar, daß man sich fragen muh, weshalb die englische Regierung sich darauf versteift, einen unangenehmen Streit in die Länge z u ziehen und Hoffnungen zu unterhalten, die doch nicht befriedigt werden können. Es Iist doch gegenwärtig nicht der Augenblick, die Beziehungen der beiden Länder zu stören.

Stützung der französischen Regierung inden wird, wenn es die deutsche Forderung ab- lehnt und die Zuverlässigkeit des deutschen Mate­rials bestreitet. Schon jetzt handelt es sich daher darum, einen Weg zu finden, der es ermöglicht, einen Mißerfolg des deutschen Vorstoßes zu ver­hindern.

Oie indische Konferenz am runden Tisch

London, 2. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der Minderheitenausschuß der Konferenz am runden Tisch hat bis kurz vor Mitternacht gearbei­tet. Es wurde beschlossen, die Verhandlungen zwi­schen dem Hindu und den Mohammedanern wieder aufzunehmen. Der Führer der liberalen Hindu hatte vorher in einem Aufruf die Mohammedaner ersucht, dem Grundsatz der gemeinsamen Wahlkör- per zuzustimmen. Die Hauptsache sei jedoch, daß Indien Selbstregierung erhalte. Macdonald erklärte, die indischen Delegierten müßten s i ch untereinander einigen, auf jeden Fall könne er versichern, daß die Minderheiten a n - gemessenen Schutz erhalten würden; däs sei der Wille des britischen Parlaments.

R e m s ch e i d, 31. Dez. (WTB.) Die Gewerkschaf­ten der Eisen- und Metallindustrie von Remscheid und Umgebung hatten am 16. d. M. einen Schieds­spruch, der eine 7prozentige Lohnsen­kung vorsah, a b g e ( e b n t, worauf der Arbeit­geberverband die Verbindlichkeitserklä­rung beantragte. Es fanden jetzt erneute Verhand- lungen vor dem staatlichen Schlichter statt, die zu einer freien Vereinbarung geführt haben, wonach vom 1. Januar 1931 ab die Löhne um 6 Prozent gesenkt werden.

Aus aller Welt.

Sprengstoffallental in Gotha.

In der Silvesternacht kurz vor 24 Uhr verübten bisher unbekannte Täter in der Huhnersdorf-Str. 2, in der sich die Geschäftsstelle der NSDAP., Ortsgruppe Gotha, befindet, ein Sprengstoffattentat. Die Täter haben nach der polizeilichen Darstellung eine in einem 63 Zentimeter langen Stshlighr un­tergebrachte Sprengladung unter der Haus­tür hindurchgeschoben und durch eine Zündschnur zur Explosion gebracht. Die Sprengladung war mit einem Papierpfropfen abgedichtet, der, wie die Polizei feststellte, aus Teilen der Illustrierten kom­munistischen Arbeiterzeitung bestand. Durch die Ex­plosion ist nur geringer Sachschaden entstanden. Es wurde nur die Zwischentür aus dem Rahmen ge­rissen und eine Anzahl Fensterscheiben zertrümmert. Eine Frau, die zur kritischen Zeit gerade die Treppe herunterkam, wurde durch Glassplitter leicht verletzt, da sie sich möglicherweise noch nicht im Hausflur be­fand. Die Handlung trägt, wie erklärt wird, offen­bar politischen Charakter. Der Tat dringend ver­dächtig sind drei Burschen, nach denen Nachforschun­gen angestellt werden.

Explosion von Feuerwerkskörpern.

Sn ter Silvesternacht ereignete sich in einem Dortmunder Geschäft eine Explosion eines Lagers mit Feuerwerkskör­pern. Der Inhaber des Geschäfts wollte ferner Frau und sieben Gästen einen größeren Feuer-' Werkskörper vorführen und zündete ihn an. Durch die umherfliegenden Funken explodierte das ganze Lager mit Feuerwerkskörpern und das Geschäft geriet in Brand. Die sieben Gaste wur­den schwer, die Frau des Geschäftsinhabers lercht verletzt. Bei einem Verletzten besteht Lebens­gefahr.