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LZas geht in Island vor?

Stampf zwischen Stadt und Land. - LLm die Aufhebung der Union mit Dänemark.

Don unserem N. H.-Berichterstatter.

Kopenhagen, Ende April 1931.

Die alte Sagainsel Island hat seit fast zwei Wochen die Aufmerksamkeit der Welt auf sich ge­lenkt durch den Ausbruch von politischen Gegen­sätzen innerhalb des Attings, die au einer auch die isländische Bevölkerung überraschenden Auf­lösung des Parlaments geführt haben. Kurz vor dem Auflösungsdekret, das verfassungs- gemätz der König des Landes zu unterschreiben hats hatte, wie bereits gemeldet, dieSelb­st ä n d i g k e i t s p a r t e i" , die seit Jahren in der Opposition steht, der Regierung die Einbrin­gung eines M i h t r a u e n s v o t u m s an­gekündigt. Liese Partei besitzt 17 Plätze im Parlament. Gleichzeitig hatte die Sozialde­mokratische Partei, die 5 Mandate be­sitzt, den Ministerpräsidenten wissen lassen, daß sie die bislang geübte Neutralität der Regierung gegenüber aufgeben und sich dem Mißtrauens- antrage a n s ch l i e ß e n werde. Die gesamte Opposition umfaßt daher 22 Stimmen von den 42 Mandaten des Allings, d. h. also, daß die Re­gierungspartei, die Agrarpartei, mit ihren 20 Mandaten i n die Minderheit gekom­men und die Regierung dadurch zu Fall gebracht worden ^oäre, Hütte es der Ministerpräsident Trhggor Thorhallsson zur Abstimmung kommen lassen. Hm das Dorgehen des Ministerpräsiden­ten zu verstehen, ist es nötig, auch die Ziele der beiden Parteien, die sich hier zu einer Koali­tion gegen die Regierung zusammengefunden hat­ten. wie auch die Derfassung Islands selber, die nach Meinung dieser beiden Oppo­sitionsparteien durch das Dorgehen des Minister­präsidenten verletzt worden sei, einer Betrachtung zu unterziehen.

Die S e l bst ä ndigkei tspartei ist eine ausgesprocheneS t a d t - P a r t e i" , d. h. sie besitzt ihre Anhängerschaft vor allem in Reykja­vik und in ben wenigen Städten des Inselkönig­reiches. Ihre Anhänger rekrutieren sich so 'gut wie ausschließlich aus den gewerbetreibenden Tei­len der Bevölkerung, aus den Kaufleuten und In­dustriellen. Sie stellen also vor allem die Arbeit­geber dar. Sie nennen sich außerdem dieKon­servativen", haben seit mehr denn 20 Iahren auf ihrem Parteiprogramm als ersten Puntt d i e Aufhebung der Union mit Dänemark stehen. Diese Union ist im wesentlichen die Per­sonal- Union in der Person König Chri­stians, der bekanntlich gleichzeitig dänischer wie isländischer König ist. Daneben besteht zwischen beiden Ländern eine Personal-Union in der Lei­tung der außenpolitischen Vertretung beider Länder, d. h. das dänisch« Außenministe­rium vertritt die isländischen Interessen außer­halb Islands sowohl durch die dänischen Gesandt­schaften wie auch durch die dänischen Konsulate. Dieses Bundesgesetz i st kündbar. Der früheste Termin der Kündbarkeit bzw. eine Aufhebung würde Anfang der vierziger Iahre dieses Iahr- hunderts eintreten. Daß es dann verlängert wird, erscheint vielen gründlichen Kennern Islands nicht sehr wahrscheinlich. Der dänische Ministerpräsi­dent Stauning hat in Anbetrachk der während der letzten Iahre häufig bemerkbar werdenden Stim­mung in Island, die eine noch frühere, völ­lige Loslösung Islands vön Dänemark erstrebt, sich bekanntlich des öfteren dahin geäußert, daß Dänemark sich etwaigen absoluten Mehrheits- Wünschen Islands in dieser Richtung kaum ent­gegensetzen würde.

Materielle Vorteile erwachsen Dänemark aus dem Dundesvcrhältnis mit Island keineswegs, im Gegenteil! die diplomatische Dertretung Islands und viele andere Dinge, so z. B. der Fischerei­schuh des isländischen Hoheitsgebietes auch durch dänische, staatliche Fischereikreuzer verursacht Dänemark Ausgaben. Die isländische Studen­tenschaft genießt an der Kopenhagener Universi­tät beträchtliche materielle Vorteile. Die Apa­nage. die König Christian als König von Island bezieht, ist recht bescheiden.

Die Sozialdemokratische Partei, de­ren aus 5 Stimmen bestehender Mandatsbesitz im Alting schon beweist, dah sie an sich nur eine ge­ringe Anhängerschaft unter der Bevölkerung be­sitzt. rekrutiert sich vor allem aus den indu­striellen Betrieben Reykjaviks und der wenigen anderen Städte des Landes, sie ist recht radikal eingestellt, von kommunistischen Strö­mungen hat sie sich während der letzten Iahre nicht freihalten können. Auch sie hat die völlige Lostrennung Islands von Dänemark zu einem Programmpunkt gemacht, überdies ihrer Forde­rung noch eine radikalere Rote gegeben, indem sie die sofortige Annullierung des Union-Gesetzes ohtze Einhaltung der in diesem Gesetz verankerten Ablauf- bzw. Kündi­gungsfrist fordert und außerdem die sofortige Ausrufung der Republik verlangt, wäh­rend dieSelbständigkeitspartei" nur von einer baldigst möglichen Kündigung dieses Vertrages spricht. In der Hauptsache besteht also die So­zialdemokratische Partei aus Arbeitnehmern. Ihre Radikalisierung ist nicht zum mindesten eine Folge der sich auch in Island empfindlich bemerk­bar machenden Arbeitslosigkeit. Wie man also sieht, wäre eine Koalition dieser beiden Par­teien ein unnatürliches Gebilde, das. wäre wirk­lich aus ihm eine Regierung hervorgegangen, nicht lebensfähig sein könnte.

Die Agrarpartei, also die Partei des Lan­des, hat ihre Anhängerschaft über ganz Island, das recht dünn bevölkert ist, verteilt, so daß sie sich durch Versammlungen natürlich -nicht so stimmgewaltig bemerkbar machen kann wie die in den Städten ..zusammengeballten" Anhänger der beiden anderen Parteien. Die Bauernpartei ist durchaus für ein selbständiges Island, aber sie ist in ihrer Mehrheit kaum republi­kanisch eingestellt, sie sieht in dem Unionskönig auch kein Hindernis für diese Selbständigkeit. Hierbei muß dann noch erwähnt werden, daß die Person des Königs Christian sich im isländischen Volke großer Sympathie erfreut, die bei den Tau- sendjayrfesten und bei den früheren mehrmaligen Besuchen des Königs klar zum Ausdruck gekom­men ist. Auch der aus den Reihen der Bauern­

schaft hervorgegangene Ministerpräsident Thor­hallsson hat sich für ein völlig selbstärü>iges Island des öfteren ausgesprochen, hat auch eine Anmeldung Islands im Völkerbund mehrmals in Erwägung gezogen. Da er aber ein Realpoli­tiker ist, hat er wie auch seine Anhängerschaft auf jeden Fall den Ablauf des bestehenden Dündnisgesetzes erst einmal a b w a r t e n wollen, einmal aus Gründen der Loyalität der Person des Königs gegenüber, dann aber auch aus der Einsicht heraus, daß ein Eingehen auf die völligen Lostrennungswünsche der Opposi­tionsparteien, d. h. ein selbständiges Auftreten Islands durch eigene Gesandten und Konsulate, dem Lande augenblicklich ganz bestimmt un­tragbare Ausgaben verursachen würde.

Rcnüruch hätte der Ministerprätident mit seinem Kabinett, in dem neben ihm dir Minister Ionas Ionsson und Arnason ,aßen, nach Abstimmung über den Mihtrauensantrag der Selbständigteitspartei zurücktreten müssen. Die parlamentarischen Arbeiten des Altings, das so­wieso im Iuli dieses Iahres sein natürliches Ende ge,unten hätte, standen vor ihrem Abschluß, die Haushaltungsgesetze mußten noch zu Ende behandelt werden. Er mußte fürchten, daß von einer aus den beiten gerate in den Fragen der Finanzgebarung des Landes völlig entgegen­gesetzten Oppositionsparteien gebildeten Regie­rung diese Haushaltungsgesetze nicht im Inter­esse des Landes zu Ende geführt werten könnten. Sein Kabinett hätte sich Jo einer sozialistischen Forderung um Staatsgarantie für eine 7 - Millionen -Kronen - Anleihe für öffentliche Arbeiten in Reykjavik unter Hinblick auf die finanziell bedrohliche Lage des Landes widersetzt. Selbstverständlich hätten die Sozialdemokraten, wäre die Selbständigkeitspartei zur Macht gekommen, in erster Linie die Auf­nahme dieser Anleihe durchgepreht. Daß sie außerdem noch eine neue Wahlkreisein­teil u n y durchzusehen gedachten, die ihnen be­sonders in Reykjavik mehrere Mandate einge» bracht haben würde, sei vollständigkeitshalter auch noch erwähnt, llnö gerate dieser Forde­rung hatte sich vor allen Dingen der Iustiz- minister Ionsson hefttg widersetzt, wobei er das übrige Kabinett und die gesamte Bauernpartei hinter sich wußte.

In dieser Lage schlug der Ministerpräsident Thorhallsson telegraphisch dem König die Auf­lösung des Pa r I am en t8 vor. Ein Vor­schlag, den der König als streng konstituttoneller Herrscher annehmen mußte, da hinter ihm das gesamte Kabinett stand. Er stützte sich dabei auf den § 20 ter Verfassung, der festlegt, daß ter König das Alting auflösen kann. Ein anderer Paragraph der Verfassung erwähnt zwar, dah der Haushalt vor Aullösung des Parlaments verabschiedet sein müsse. Aber dieser Paragraph hebe, wie dänische Staatsrechtslehrer feststellen, den vorher genannten Paragraphen nicht auf; Präzetenz älle seien in parlamentarisch regierten Ländern und namentlich des öfteren in Däne­mark selber, hier z. B. durch die Vorgängerin der jetzigen dänischen Regierung zu verzeichnen.

All dieses hat jedoch nicht verhindert, daß die beiten isländischen Oppositionsparteien das Vor­gehen der Regierung als einen Verfassungs­bruch bezeichnen und in vielen Versammlungen in den Städten die Annullierung der Auslösung des Alttngs verlangen und die Person des Königs für den Verfassungsbruch verantwortlich machen. Der sozialdemokrattsche dänische Ministerpräsi­dent Stauning hat fid^ sehr nachdrücklich vor die Person des Unionskönigs gestellt und gleich­zeitig erklärt, daß einmal die amtierende islän­dische Regierung allein und voll verantwortlich, dann aber auch ihr Vorgehen völlig berechttgt sei. Dieses Auftreten Staunings ist um so be­merkenswerter, als er damit sehr deutlich seinen sozialdemokratischen Genossen in Island die Le­viten gelesen hat. Daß es während ter letzten Tage zu kleinen Exzessen in Reykjavik gekommen ist, wobei auch das dänische Gesandtschaftsgebäute mit Steinwürfen attackiert worden ist, beweist durchaus nicht, daß der überwiegende Teil der isländischen Bevölkerung sich gegen die jetzige Regierung auflehnt, Wohl aber, dah der Ge­gensatz zwischen Stadt und Land sich sehr vertteft hat und vor allem die Sttahe in Reykjavik mobil gemacht Worten ist. Cs ist nur anerkennenswert, dah ter Ministerpräsident, der seine beiden anderen Minister von ihren Aemtern entbunden hat (sie waren von der Oppositton besonders gehaßt), und der mit dem neuernann­ten Minister für Handel, einem bekannten Organi­sator, die Regierungsgeschäfte bis zur Reuwahl allein erledigt, vor ter aufgeputschten Stadt­bevölkerung nicht kapitulieren will. Cs darf aber nicht übersehen werten, daß die im Iuni dieses Iahres stattfindenden Reuwahlen gerate unter dem Drucke der mißlichen Wirtschaftslage ein Anwachsen der Oppositionspar­teien bringen können. Ob dann ater eine ar­beitsfähige Regierung gebildet werten kann, ist ungewiß. Wohl aber dürften sich die Stimmen, die sich für eine Aufhebung ter Union vor Ablauf des Termins Anfang ter vierziger Iahre einsehen, vermehren, so daß alles in allem, auch nach Ansicht der Kopenhagener Presse, der Aus­fall dieser Reuwahlen vielleicht schicksalsvolle Be­deutung für das Verhältnis Islands zu Däne­mark bekommen dürfte.

Erhöhung der Krankenkaffenbeiträge in Frankfurt.

WSR. Frankfurt a. M.. 30. April Der Ausschuß der Allgemeinen Ortskran­kenkasse hat eine Erhöhung der Bei­tragssätze von 6 auf 6,75 Prozent be­schlossen. Die Erhöhung tritt am 1. Mai Kraft. Zwischen Arbeitgeber- und Arteitnehmervertre- tern wurde eine Einigung dahin erzielt, dah die neuen Sähe nur sechs Monate in Gültig­keit bleiben sollen. Dann soll geprüft werden, vb nicht eine Senkung der Sähe möglich ist.

Die BurgG e r o l d s e ck" oberhalb Kufsteins an der bayrisch-österreichischen Grenze, wo zum Gedächtnis der Kriegsgefallenen am 2. Mai eine riesige Orgel eingeweiht wird, deren Klang weit nach Bayern und Oesterreich hinein zu hören fein wird und die Bewohner an die Gefallenen gemahnen soll.

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Aus der provmzialhauptstadt.

Gießen, den l.Mai 1931.

Wozu das alles?

Mehr, als in irgendeinem Zeitalter, werten die Menschen von den Gefühlen und Gedanken bewegt, die sich in ter Frage zusammenballen: Wozu das alles?"Wozu bin ich hier? Wozu muh ich mehr, als je, arbeiten und sorgen?"

Der Schlaf ist nicht mehr tief und von Kummer und Sorgen unbeschwert. Die guten Freunde scheinen ausgestorben zu fein, oder sie haben mit sich selbst so viel zu schaffen, dah sie keine Zeit mehr haben für uns und unsere Gedanken.

Wir sehen das laute Treiben ringsum, die Hnraft, das Iagen nach Geld, um es für Schein- werte ausgeben zu fonnAi, wir fühlen die Rot, den Hader, den Widersinn unserer Tage. Wozu das alles?

Vergessen sind Träume und Pläne unserer Iu- gend: Iene rauschenden, unwirklichen, bunter. Ziele, nach denen wir strebten; das zauberisch schöne Geben, das wir zu führen gedachten, ter Weg, den wir zur Höhe schreiten wollten.

Auch wir Frauen haben die Kunst verloren, den Sinn des Lebens zu erfassen, Und dennoch könnte uns das Leben heute noch schön sein, wie ein Gedicht.

Es kommt nicht darauf an, dah dieses Gedicht lang ist, nur mühte es reizvoll und beseelend sein.

Wir sehen aber zu viel Riedriges, Graues, Filziges, Unbrauchbares; wir lernen zu viele Menschen kennen, die sich von ter Rot des Tages beugen lassen und die keinem Ziel, keinem- Ideal mehr leben.

Menschen, die keine Sehnsucht mehr kennen nach Farbe, Träumen und Liebe, die nicht mehr ver­stehen, das Häßliche zu übersehen, und die vor allem eines verloren haben: Die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Rur vereinzelt fällt unser Blick auf Menschen, die ter lärmenden Umwelt keine Zugeständnisse machen, die ihre Persönlichkeit nicht gegen Flitter und billige Erfolge eintauschen, und die vor allem andere Götter haben, als das Geld!

Ich frage nicht danach, wieviel Geld du hast, noch wie gut, wertvoll oder bedeutend du bist: Wenn dein Geben nicht irgendwie und irgendwo Schönheit und Harmonie hatte, hast du wahrlich nicht gelebt!

Wenn in dem Buche deines Lebens nirgends ein Gedicht, eine kleine Rovelle, ein schönes Bild zu finden .ist, lohnt es sich nicht, die letzten Seiten zu lesen, und du hast Gottes Absicht und den Zweck ter Ratur verkannt!

Selbst das Leben in .ter heutigen Form kann «ns noch reich machen. Cs gibt noch Vieles, das mehr als Geld oder rauschendes Glück be­deutet: Rach Zufriedenheit streben... Dom Leben zu lernen ... Uns selbst besser kennen zu lernen.. Viel gute Bücher zu lesen... Zu wagen, begrei­fen, alten Zielen aozusagen und neue zu verfolgen, unbekümmert um Ansichten, Enttäuschungen, Schmerzen oder Verluste.

Die Worte, die Thales von Milet vor über 2500 Iahren sprach, haben heute noch Geltung: Wer ist glücklich: Wer Gesundheit, Zufriedenheit und Bildung in sich vereinigt."

Und jeder, selbst in bescheidensten Grenzen, kann dieses Ziel strebend erreichen. Und selbst schon auf dem Wege zu diesem Ziel verlernt er schon die Frage ter heutigen Zeit:Wozu das alles?" M. A.

Daten für Samstag, 2 Mai.

1519: Leonardo da Vinci in Schloß Clour bei Arnboise gestorben; 1772: der Dichter Novalis in Oberwiederstadt geboren; 1864: der Komponist Giacomo Meyerbeer in Paris gestorben.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadt­theater:Die Jungfrau von Orleans", 19.30 bis 22.30 Uhr. Kaufmännischer Verein von 1873: Hauptversammlung, 20.30 Uhr, Vereinshaus. VHC. Gießen: Monatsversammlung bei Hopfeld. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Prozeß der Kitty Kellermann (Hokuspus"). Astoria-Lichtspiele: Das Geheimnis seiner Frau".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, unter der Spiel­leitung von Intendant Dr. P r a s ch : Wiederholung der romantischen TragödieDie Jungfrau von Or­leans" von Schiller mit Beatrice Döring in der Titelrolle.

Di« Rational sozialistisch« Deut- sch« Arbeiter-Partei, Ortsgruppe Gie­ßen, veranstaltet am Sonntag, 3. Mai, 20.15 Uhr, im Saal« des Cafe Leib eine Versammlung, in der ter Gaupropagandaleiter Wilhelm Tr «fz sprechen wird. (Siehe heutig« Anzeige.)

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" Fremdenvorstellung im Gieße­ner Stadttheater. Aus dem Stadttheater­bureau wird uns geschrieben: Viele Wünsche, An­fragen und Bitten, zumal aus Kreisen auswär­tiger Theaterbesucher, veranlassen die Intendanz, am Sonntag, 3. Mai, die SchlageroperetteMeins Schwester und ich" nochmals als Fremtenvor- stellung zur Aufführung zu bringen. Dieses amü­sante Werk von Derr und Vemeuil, zu dem Ralph Benatzky die Musik geschrieben hat und das auch bei uns, wie an allen anderen Bühnen, ter grobe Erfolg des diesjährigen Winterspiel­plans wurde, geht unter ter Spielleitung von Intendant Dr. Prasch in Szene. Musikalische Leitung: Kapellmeister Fritz Cuj6; Einstudierung ter Tänze: Ewald Bäulke. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß diese Aufführung bei gewöhnlichen Schauspielpreisen die letzte Wieder- holung dieser Iazzoperette ist. Beginn 18.30 Uhr, Ente 21.30 Uhr.

** Flugverkehr GießenFrankfurt. In der gestrigen Anzeige der Luftverkehr AG. Ober- hessen-Lahngau über den Beginn des Sommerlust- verkehrs 1931 am heutigen 1. Mai ist infolge eines Sehfehlers die AbflugzeitvvmGießener Flughafen in Richtung Frankfurt leider falsch angegeben. Die Flugzeuge starten nicht um 14.15 Uhr, wie zu lesen war, sondern um 14.45 Uhr in Richtung Frankfurt a. M.

" V ruber Krastpost Gieße nH och e l- heim. Der Dettieb auf ter Kraftpostlinie Gie­ßenHochelheim ergab in ter Zeit vom 1. 3a- nuar bis Ende März einen Fehlbetrag in Höhe von 117,65 Mk. Da die Einnahmen tes ganzen Detriebsjahres (von April bis März) der Be­rechnung zugrunde gelegt werden und in den früheres Vierteljahren Ueberschüsse erzielt wur­den, ist ter Fehlbettag gedeckt, so dah von den Garantiegemeinten ein Zuschuß nicht zu leisten ist.

" Bezahlt das Kirchnotgeld! Bet Oer bedrängten Lage, in der sich die Hessische Evangelische Landeskirche befindet, mutz von jedem Gemeindeglied ein besonderes Kirch Notgeld er­hoben werden. Diejenigen, die ohnedies Kirchen­steuer entrichten, bezahlen dieses Kirchnotgeld mit ihrer Kirchensteuer, von den übrigen wird cs besonders erhoben. In unserem Anzeigenteil veröffentlicht heute der Gesamtkirchenvorstand die Bitte, datz die seither säumigen Steuerpflichtige« das angeforderte Kirchnotgeld demnächst ent­richten mögen. Rach den angesetzten Terminen erfolgt die Einziehung direkt bei ten Steuer­pflichtigen durch einen besonderen Boten.

Finanzamtspersonalie. Der Vor­steher des Finanzamts Butzbach, Regierungsrab Geis, wurde in gleicher Eigenschaft an bad Finanzamt Oppenheim verseht.

** Arbeitsjubiläen. Der Werkmeister Wilh. Luch von hier konnte am 27. April, und der Former Karl Krombach aus Krofdorf am 16. April das Jubiläum ihrer 25jährigen Tätigkeit im Betriebe der Firma H. S ch a f f st a e d t G. m. b. H. begehen. Die Jubilare erfreuen sich bei der Werkleitung und bei ihren Mitarbeitern bester Wertschätzung.

Das Maienblasen vom Turm der Iohanneskirche aus beginnt heute. Es wird in ter Zeit von 19 bis 20 Uhr stattfinden. DaS nächste Maienblasen wird am morgigen Sams­tag in ter gleichen Zeit ausgeführt, dann findet «s an jedem Mittwoch und Samstag im Monat Mai von 19 bis 20 Uhr statt.

** Don den Giehener Schulen. Mit Beginn tes neuen Schuljahres sind in der Volks­schule 507 Kinder (gegen 525 in 1930), und zwar 250 (240) Mädchen und 257 (285) Knaben, aus­genommen Worten. Davon entfallen auf dis Goetheschule an ter Westanlage 154 (199), 67 (104) Mädchen, und 87 (95) Knaben, auf die, Schillerschule 183 (136) Mädchen, auf die Pesta- lozzischule an der Rordanlage 170 (190) Knaben. Dem Religionsbekenntnis nach verteilen sich die Kinder wie folgt: 447 Evangelische, 52 Katho­liken, 3 Israeliten und fünf andere Weltanschau­ungen._ Mit dem neuen Schuljahr gingen 223 (229) Schüler an unsere höheren Schulen über. Davon entfallen 39 (20) auf das Gymnasium. 57 (69) auf das Realgymnasium, 31 (46) auf dis Oberrealschule und 96 (87) auf die Studienanstalt.

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