Aus der Provinzialbauptfiadt.
(Stehen, den 30. August 1930.
Auf den ersten Blick!
Unser alter Lehrer sagte stet«, wenn irgendeiner nicht mit dem Einmaleins zurechtkam oder «in bekannte- Wort zum zwanztgftenmal falsch schrieb. ..E-s ist gut. dah die Natur die Anlagen verschieden verteilt hat. 2» muh auch Dumme geben Und der Trost für die Dummen ist der, dah sie meinen, es gäbe immer noch Dümmere!" Merkwürdig war aber, dah gerade diese Dummen nachher beim Spiel oder bei anderen Gelegenheiten unserer Anführer, unsere ..Hauptleute' waren! Wenn e- galt, einen Daum zu erklettern oder eine Wassermühle zu bauen, dann hals uns die Aechtsrcheibung nichts, auch nicht bas grvhe Einmaleins Da muhte man den rechten Griff, den ..richtigen Schnick", wie wir Duden sagten, haben.
Wie ost bade ich einige meiner Kameraden um diesen ..Schnick" beneidet! Ebenso wie ich es heute noch manchmal al- ungerecht empfind«, dah es Menschen gibt, die so musikalisch sind, dah sie «ine Melodie, die sie einmal hören, sosort in Roten auszeichnen können. W»r andern Sterblichen müssen sie schon viele Male hören, bi- ft« sich endlich unserm Ohre einprägt.
3m Kleinkrieg gegen die unseligen Hausgeister wünsche ich mir aber oft die Gabe ..aus den arsten Blick'. Wir kennen sie all«, die Kleinigkeiten, die uns da- Leben schwer machen wollen, di« unsere Nerven aufregen und unS nicht zur Ruhe kommen lassen. Da will die eine Türe nicht richtig schlichen, eine ander« schleift, di« dritte endlich klemmt sich irgendwo, der Wasserhahn tropft, der elektrische Schalter ist lahm, der Wecker bleibt plötzlich obne Ursache stehen, da- Dügeleisen wird nicht yeih, die Wanduhr müssen wir ganz schief hängen, damit sie überhaupt geht usw. usw. Da muh man schon starke Qlcrotn haben oder gar keinen Ordnungssinn, wenn man diese täglichen Quälereien erdulden soll. Dar ost ist nur ein kleiner Handgriff nötig und alle- ist wieder in Ordnung. Aber dieser Handgriff sehlt eben den meisten Menschen. 3a, Sn ihrem Spezielsach. bet ihren Düchern. b«i ihrer Arbeit, da sind sie Meister. Aber wenn die -Stau kommt und bittet um eine Kleinigkeit, um da- Anziehen einer Schraube oder dergleichen, dann versagen schon viele, schauen gar nicht fange hin, rufen nach dem Handwerker oder fassen alle- so lange schleifen, bi- es gana hin ist.
3ch hatte einst «inen Freund, der brachte in seines Vaters Hause, ehe man überhaupt an elektrische« Licht in den Wohnungen dachte, eine Klingel im Zimmer an, die ein Zeichen gab, wenn das Hostor ging. Wurde aber dann die Haustür geöffnet, fo schaltete sich ein kleines Flutlicht ein, da- beim Schlichen der Zimmertür wieder erlosch. 3ch weih noch, dah ich damals al- zehnjähriger 3ung< diese- Wunder bestaunte, als wenn e- au- einer anderen Welt käme. ES klappte alle- tadello-. Aber nicht lange danach hatte mein Freund die Sache wieder umgeändert Da- ist ja gerade typisch für -alle Dastler, dah sie nie ruhen, bah sie immer verbessern und ergänzen wollen. Mitten im Gespräch verstummen sie plötzlich, nehmen einen Bleistift und werfen eine Skizze auf einen Zettel: denn ein neuer Gedanke ist ihnen gekommen. Solch« Leute haben die Gabe „auf den ersten Blick".
Du aber denkst, da- kann ich auch. „Probieren geht über studieren!" Du nimmst deinen Wecker, der feit einigen Tagen steht und durch kein Aütteln zum Ticken zu bewegen ist, auseinander und willst den Fehler suchen. Durch Putzen und Oden glaubst du alle- in Ordnung gebracht zu haben. Aber beim Zufammensetzen hast du immer zwei Rädchen übrig! Siehst du, der rechte „Schnick" fehlt dir.
3m kleinsten Dorfe, ja. in jeder Verwandtschaft, gibt e- solche „Allerweltskerle", geschickte Bastler, die eben alle- machen können. Sie werden geholt, sie werden gehätschelt und verwöhnt. eingeladen und bewirtet. Solche „Allerweltskerle" sind keineswegs gelernt« Fachleute. Da- sind Gaben, sagt der Bauersmann. Man hat sie, oder man hat sie nicht!
Schau nur, wie solch ein Künstler eine Sache betrachtet! Du weiht nicht recht, wie du ein Brett zuschneiden sollst, drehst und wendest lange. Unb schließlich wird die Sache doch falsch. Gerade im Zuschneiden, da- wird dir jeder Hand- wetksmann bestätigen können, liegt die Hauptkunst.
Wie oft geht eS bei ungeschickten Händen so, dah man glaubt, in dem Gegenstand stecke ein döset Geist. Da- ist die Tücke deS Objekt-, sagen wir frei nach Vischer Aut so ein Allerweltskerl lacht und sagt: Da« ist doch ganz einfach. Du muht nur die andere Seite nach oben drehen!" 3a. da- sind die Leute. die sich ihre elektrische Klingelanlage selber machen, ihre Rundfunkgeräte bauen, den Kindern alle Spielzeuge in Ordnung halten, überall verbessern und ergänzen Dah auch von diesen Bastlern eine große Anzahl von Erfindungen stammen, wissen wir. Denn in den meisten Fällen wollen sich die Allerweltskerle do« Leben leicht machen und suchen nach Gelegenheiten. um ihre Arbeit zu vereinfachen, und schon ist eine Erfindung da!
Hoffentlich hast auch du. lieber Leser, unter deinen Bekannten solch einen geschickten Freund, der dir über ärgerliche Kleinigkeiten hinweghilft. Oder bist du gar selber in der Lage, dir zu helfen? Dann stelle dein Licht nicht unter den Scheffel, sondern springe deinem Nächsten bei. Gelegenheiten gibt e- genug. D.
(Yictzcncr ^ochcnmarktpreise.
SS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Duner 160 bis ISO. Matte 30 bi« 35. Käse
Oer Landstraßenbau in Oberheffen
3m Gegensatz zu den betben letzten Zähren, in denen bi« Verwaltung unserer Provinz Ober- Hessen em umfangreich«- vtrahenbaupro- gramm durchführen konnte, mußte bas Dank'togramm für dieses 3ahr wegen der großen Finanznot weitgehend eingeschränkt werden. Wurden in den beiden letzten Fahren sowohl auf den DStraßen, wie auch auf den 8-Straften ansehnliche Strecken neu gebaut, so mußte man sich in diesem 3ohre im großen unb ganzen auf Ausbefserunasarbeiten und Nachbehandlungen beschränken.
Don den V-Straßen, zu deren Herstel- luna und Unterhaltung in erster Linie die Mittel Der Kraftfahrzeugsteuer zur Verfügung stehen, wurden auf den Straßen Lauterbach-Angers- bach—Fulda, Rissfelb—Hörgenau. Rebgeshain— Ulrichstein und Ermenrod—Schellnhausen gewisse Strecken der Oberflächen neu- und nach- behandelt. Dafür war ein Betrag von 31 700 Mark erforderlich Aus der Strecke Grebenhain— HartmannShain—Gedern machte sich auf «ine Entfernung von 2.3 Kilometer eine Nachbehandlung der Straße erforderlich, wofür an Kosten 11 500 Mk entstanden Die Ausbesferung von etwa 80 Kilometer Heißteer- unb Kaltasphalt- Oberflächenbeläge erforderten eine Ausgabe von rund 80 300 Mk. Ferner wurde auf der Straße Großen-Linden—Lang-Göns eine Asphalt-Fein» betonbede <Tobekai auf 2.9 Kilometer Länge unb in 6 Meter Breite geschaffen unb dafür ein Betrag von 120 0Ö0 Mk. verausgabt. Für bi« Herstellung einer mittelschweren Asphalt-Teer- makadambecke auf ber Straße Alsfeld—Altenburg von etwa 1.4 Kilometer Länge waren von der Provinz 32 000 Mk. aufzubringen, den übrigen Teil der Kosten trug die Stadt Alsfeld. Auf der Straße Schotten—Nainrob waren eine Walzdecke unb Oberflächenbehandlung auf 1,3 Kilometer Länge erforderlich unb dafür 33 000 Mark notwendig. Mithin wurden für di« Arbeiten an D-Straßen in diesem Fahre insgesamt 308 500 Mk. auSgegeben, ein Betrag, der weit hinter der Aufwendung des Vorjahres zuruck- olelbt.
Auf den B • 6 t r a ß e n machte sich auf 11,1 Kilometer eine Nachbehandlung der Straßendecke er-
forderlich Hiervon entfielen 2,2 Kilometer auf die Strecke Nieder Eschbach—Ober-Erfenbach, 1,1 Kilometer auf die Strecke Groß-Garben—Gehspiye, 3 Kilometer auf die Strecke Gehspitze—Rendel, 2,4 Kilometer auf die Strecke Nieder-Erfenbach— Masfenheim und 2,4 Kilometer auf die Strecke Ober- Eschbach-Ober-Erlenbach Neubehandlung wurde auf 17,9 Kilometer notwendig, von denen 8 Kilometer auf die Strecke Ilbenstadt—Altenstadt, 3,9 Kilometer auf die Strecke Grüningen—Gomboch, 2 Kilometer auf die Strecke Butzbach—Griedel und 4 Kilometer auf die Strecke Mainzlar—Trais an der Lumda (ohne Ortsdurchfahrt) entftelen. Für die aefamten Bauarbeiten auf insaesomt 29 Kilometer Longe waren 145 000 Mark aufzuwenden. Die Aus- befferung von vorhandenen Kaltafohalt-Oberflächen- belögen auf etwa 32 Kilometer Lange verursachte 30 000 Mark Kosten, so daß für B-Straßen insgesamt ein Betrag von 175 000 Mark in diesem Jahre verausgabt wurde.
Diese 6traßenbauarbeiten sind zum weitaus größten Teile fertiggestellt, nur im Kreise Alsfeld und zum Teile Im Streife Lauterbach sind einige Arbeiten noch im Gange dzw. stehen sie unmittelbar vor der Inangriffnahme
Zu den vorstehend verzeichneten voranschlags- mäßigen Straftenbauarbeiten kommt nun bas gestern berichtete Notstandsarbeitsprogramm hinzu, für da- — wie berichtet — insgesamt 500 00Ö Mark beveitgestellt sind. Bei diesen Notstandsarbeiten soll die Landstraße Lißberg— Ortenberg -SetterS her gerichtet und zugleich auf sechs Meter verbreitert werben. Auf der Landstraße Lollar-LandeSgrenze soll in der sogen. Diefenbach auf einer Strecke von 670 Meter in sechs Meter Breite eine Kleinpflasterung statt- finden. Schließlich sind Walzarbeiten mit Oberflächenbehandlung auf folgenden Straßen vorgesehen: Flbenstadt—Kaichen—Heldenbergen etwa 3000 Meter: Grund-Schwalhelm—Salzhausen etwa 5150 Meter: Büdingen- LandeSgrenze etwa 3900 Meter: Alsfeld—Lauterbach etwa 3000 Meter: Ortsdurchfahrt Wiefeck etwa 1500 Meter: Gießen -Daubringen etwa 4400 Meter: Duhbach Hochweisel etwa 3400 Meter.
(10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 biS 12. Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bi« 15, gelbe Rüben 10 biS 12, rote Rüben 10 bl« 12. Spinat 20 bi« 30. Römischkohl 8 bi« 10, Bohnen, grüne 15 bi« 20. gelbe 20 bi« 25. Unter-Kohlrabi 6 bl« 8. Erbsen 20 bi« 25, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10 bi« 12, Meerrettich 50 bi« 60. Kürbi« 8 bi« 10. Pilze 30 bi« 35. Kartoffeln 5 (der Zentner 4,50 Mark). Falläpfel 5 bi« 6, Aepfel 20 bi« 40. Dirnen 20 biS 30. Dörrobst 30 bi« 35. Brombeeren 40 bi« 45. Preißdbeeren 35 biS 40. Pfirsiche 40 bis 70. ZWetschen 15 bi« 25. Mirabellen 25 bi« 30. Reineclauden 15 bis 20. Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bi« 130, Suppenhühner 100 bl« 120, Nüsse 60 biS 70 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bi« 80, Sier 12 bi« 43. Blumenkohl 30 bi« 70, Salat 10 bi« 15, Salatgurken 10 bis 20. Einmach gurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 20, Ober- Kohlrabi 6 bi« 8. Lauch 5 bi« 10. Rettich 10 biS 15. Sellerie 10 bis 20 Pf. daS Stück: Radieschen Bd. 10 bi« 15 Pf.
Vornotizen.
Tageskalender für SamStag. Sladitheater: .Liebe« Leid und Lust" (Schüler- Dotftellung), 16 bis 17.30 Uhr, aus der Walb- bühne. — V. D. A.. Kärntnerabend. 20.15 llßt, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. — Lichtspielhau«. Bahnhofstraße: .Die Arche Noah"
— Lageskalender für Sonntag. Stadttheater: .Liebes Leid und Lust". 15.30 Ußr, auf der Waldbühne. — 10. Herbst-Regatta des Lahn-RegattaverbandeS, 14 ilßr. — Bienenxüch- terverein Gießen und Umgebung: Versammlung. 15 Uhr, bei Kraft. Frankfurter Straße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Die Arche Noah".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 16 Uhr bei billigen Preisen Schülervorstellung von Siebes Leid und Lust" in der Inszenierung von Intendant Dr. P r a s ch auf der Waldbühne Musikalische Begleitung Kapellmeister Fritz Cujö: Kostüme Dbergarbcrobier Kurt Huber: Dekorationen Karl Löffler. — Morgen 15.30 Uhr auf der Waldbühne letzte Wiederholung von „Liebes Leid und Luft" als vorletzte Vorstellung im Sommerabonnement. Für beide Vorstellungen gilt wieder, daß bei schlechtem Wetter im Stadttheater gespielt wird Als Zeichen, daß auf der Waldbühne gespielt wird, wird eine Flagge am Theatergebäude in der Südanlage ausgezogen
— Verein für deutsche Schäferhunde Nächsten Montag nachmittag Lichlbilderoortrag im Horsaal des Landwirtschaftlichen Instituts, Senckenbergstraße. Nähere» in der heutigen Anzeige.
Oie Gießener Gaswoche.
Der gestrige Abend der Gießener Gaswoche im (£af6 Leib war in besonderem Maße den Architekten, Bausachleuten unb Bauinteresten- ten gewidmet Der Vorsitzende der Gießener Gas- ixreinigung. Dr. Goe res, wies zu Beginn des Abends auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Baufachmännern und den Gastechnikern hin. Abschließend sprach Diplomingenieur Winterberg von der Organisation „Gasverbrauch" in Berlin über die Fragen, mit denen sich die Architekten unb Handwerker bei ber Schaffung von Gaseinrichtungen in ben Bauten zu beschäftigen haben. Er brachte babei zahlreiche anregenbe Ge- banken unb eine Reihe wertvoller Vorschläge zur Erörterung, bie burch bie Vorführung einer größeren Anzahl Lichtbiiber über die Gasgeräte in ben
Bauten veranschaulicht würben. Sobann würben Filme über die zweckmäßige Aufstellung von Gas- Heizöfen, Familiengasherben unb bie übrige Gaseinrichtung in ben Häusern gezeigt, Inebefonbere auch kleine, billige Wormwasserapparate mit Gasbeheizung, eine Gaszentralheizungsanlage, Wasch- kessel mit einem Münzrückgabe Gasmesser für nicht- gebrauchte Gasmünzen ufw. oorgeführt. Der Vortrag fanb verdientermaßen bie aufmerksame Beachtung ber Zuhörer.
Die Gasgeräte-Ausstellung, bie Im Saale bes Cafs Leid hergettchtet ist, erfreut sich ftänbig regster Beachtung bes Publikums, ebenso wirb ben Vortragsabenden bie gebüßrenbe Aufmerksamkeit zuteil. Auf die Veranstaltungen ber nächsten Tage sei in bleiern Zusammenhänge noch einmal besonbers hingewiesen.
Taten für Sonntag 31. August
Sonnenaufgang 5.09 Uhr, Sonnenuntergang 18.51 Uhr. — Mondaufgang 14.50 Uhr, Mond- unteraang 21.51 Uhr.
1821: der Naturforscher Hermann von Helmholtz in Potsdam geboren: — 1864: der Sozialist Ferdinand Lassalle in Gens gestorben.
Taten für Montag, 1 September
Sonnenaufgang 5.11 Uhr, Sonnenuntergang 18.48 Uhr. — Mondaufgang 14.40 Uhr, Mond- unteraang 22.33 Ubr.
1842: der Noropolsahrer F. von Payer In Schönau geboren: — 1854: der Komponist Engelbert Humperdinck in Siegburg geboren.
** Schulpersonalie. Ernannt wurde der Lehrer Karl Günther zu Muschenheim (Kreis Gießen) zum Lehrer an ber Volksschule zu Rimbach (Kreis Lauterbach) mit Wirkung vorn 1. September an.
"DieMufeenund der Heiden türm find am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr zu gewöhnlichen Preisen geöffnet.
' D i e Schmückung der Kriegergräber im AuSlande will die Ortsgruppe Gießen deS DolkSbundes Deutsche KriegSgräberfür- sorge auch in diesem Fahre wieder tatftäftig unterstützen, indem sie Geldmittel hierzu an die Zentrale de« DolkSbunde« übermitteln will. Fn unserem heutigen Anzeigenteil kündigt bie Ortsgruppe eine HauSsammlung zu diesem Zwecke an, die wir der allgemeinen opferfreudigen Unterstützung empfehlen möchten. Trotz der Not der Zeit wird man gerade für den Schmuck der Gräber unserer gefallenen Brüder immer noch Geldmittel verfügbar machen können, um den für das Vaterland gestorbenen Helden auf diese Weise einen kleinen Teil de« Danke- abzustatten, den wir alle ihnen schuldig sind
•• 5 t ci b 11 b c a t e r • 21 b o n n e m e n t. Eine Einladung zur Bestellung von Abonnements auf bie Vorstellungen im Stadttheater ist in unserem heutigen Anzeigenteil enthalten Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß in den Anmeldungen der gewünschte ober gehabte Abonnements t a g anzu- geben ist Nähere» in ber Bekanntmachung.
•• D i e Steuererflärunaen für bie jjerbftoeranlaßung 1 930 betrifft eine Bekanntmachung der Finanzämter In unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen.
" Eine Kundgebung der Ort-kranke n k a s s e n an ihre Mitglieder wird im An- Acigcntcil unsere« heutigen Dlatte« veröffentlicht. ES handell sich dabei um Erläuterungen über die
Aenderungen in der Krankenversicherung auf Grund der Notverordnung der Reichs reg ierung. Die Krankenkasfenmitalieder leien auf diese Bekanntmachungen besonder« hingewiesen.
*• Ehlna In Gießen. Eine originelle in der gelchäftlichen Werbung bringt feit Jetern die Firma Schmücker in der Markt strafte zur Durchführung Sie bat ihre .Weiße Woche" vom 30. August bi« 6 September unter da« Motto .Ehina in Gießen gestellt und zur Veranschaulichung dieser Fdee in ihren Geschäftsräumen und an der Fassade de« Hauses originelle Bilder geschaffen Heber der Schaufenster!ront sind Fahnen mit zackiger Schriftart in chinefifchem Stil angebracht, auf denen die Weifte Woche angekündigt wird. Fn der Schaufensterauslage wie auch im Gefchüftslokal felbft find aus Gips her- gestellte Ehinamänner aufgestellt, dazu entsprechende Beleuchtungskörper angebracht und schließlich ist das gesamte Verkauf-personal mit chinesischen Gewändern bekleidet, so daß man allo auf die verschiedenste Weise an chinesische Vvlksbil- der erinnert wird. Für unsere Stadt ist diese WerbeaN neuartig und deshalb bemerkenswert.
Wählerliste einsehen!
wer nicht In ber Wählerliste steht, Hot kein Wahlrecht! Deshalb überzeuge sich jeder, ob fein Harne In der Liste enthalten ist. Vie Wählerliste liegt nur noch am morgigen Sonnlag von 9 bis 13 Uhr Im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 13, zur Einsichtnahme offen.
•• Diehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet in Gießen Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt flott, am Mittwoch folgt Schweinemarkt.
" Eine Schwei nczwlschenzählung wirb am 1. September in ben Gemarkungen (fließen unb Schiffenberg vorgenommen. Nähere» ist au» ber heutigen Anzeige ersichtlich
•• Eine Zuchtoiehverstetgerung de» Landwirt sch astkammerausschusfes für Oberheffen findet am 8. September in Nidda statt. Es sind dazu 14 Bullen der hessischen Fleck- viehrasse, 11 Landschweineber und 4 Edelschweineber gemeldet. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.
RotvIeh • Ausstellung und Der- fteigerung Der Verband Mitteldeutscher Rot- Viehzüchter veranstaltet leine 27. Ausstellung unb Zuchtviehversteigerung für mitteldeutsche» rote» Höhenvieh am 4. September vormittag» im Schlacht- Hos zu Wetzlar. Nähere» ist au» der heutigen Anzeige ersichtlich.
•• Line Automobil-Sonderschau der BMW-Üöagcn veranstaltet gegenwärtig die Autofirma Otto Faber in den Ladenräumen de» früheren Hotel» Einhorn, am Lindenplatz. 3m gestrigen Anzeigenteil wurde zum Besuche Der Ausstellung eingeladen.
•• Einen Durchschreibebuchführung«- kursu « veranstaltet der Gewerkschaft-bund der Angestellten (ODA.) im September und Oktober. Durch die Umrahmung mit verschiedenen Filmen über neuzeitliche Dureauprari« soll der KursuS f.ugleich einen Einblick in da« moderne, rational!-* ierte GeschäftSgebahren großer Betriebe ermöglichen. Man beachte die heutige Anzeige.
•• Der Kurzschriftoerein von 1861 mit Domenabteilung EV. eröffnet am Montag, 8. September, In der Goetheschule (Westanlage) wieder einen Anfängerlehrgang in der deutschen Einheitskurzschrift. Der Verein gewährleistet — wie man un» schreibt — durch methodischen Aufbau feiner Fortbildung»- und Diktatkurfe eine gründliche Ausbildung in der Kurzschrift unter Leitung von staatlich geprüften Kurzschriftlehrern und Berus»- lehrern. Man beachte die heutige Anzeige.
•• Wer muß stenographieren können? Man ist geneigt, diese Frage mit einem Hinweis auf den kaufmännischen Beruf, den Zeitungsmann ufw. zu beantworten. Unsere schnellebige Zeit macht aber in Wirklichkeit die Kurzschrift für jedermann zur Notwendigkeit. Wer den Wunsch hat, die heute überall eingeführte und bei den Schulen und Behörden allein zugelassene Einheitskurzschrift zu erlernen, fei auf da» heutige Inferat der I. Reich»- kurzschriftgesellschaft „(Babelsberger" und Damenabteilung e. V. (fließen hingewiefen.
Versuchter Gelddiebstahl.
WSN. Frankfurt a. M., 29. Aug. Heute gegen 11.30 Uhr versuchte eine Person bem Arbeiter Fritz Heß von der Woch-tuchfabrlk Griesheim, ber von der Deutschen Dank unb DiSconto-Vesellfchast, Frankfurt a. M., Roßmarkt 18, 10 575 M k Lohngelder in Empfang genommen hatte, während des Nachzählen« Veld zu entwenden. Eine andere Perlon, die neben Heß faß, hatte vorher versucht, seine Aufmerksamkeit dadurch abzulenken, daß sie Heß auf mehrere Zehnmarkscheine, die auf der Erde lagen, aufmerksam machte. Diese Scheine gehörten nicht zu dem von Heß empfangenen Velde und sind höchstwahrscheinlich Eigentum des Täter«. Heß hatte jedoch sein Geld im Auge unb bemerkte, daß die andere Perlon danach griff. Al« Heß um Hilfe rief, entfernte fich dies« eiligst. Da Heß Invalide ist unb nur die linke Hand zur Verfügung hat, konnte er sein Veld nicht schnell genug verpacken. ES gelang somit dem Täter, au entkommen. Die andere Person, die auf da« auf der Erd« liegende Veld aufmerkfam gemacht hatte, entfernte fich ebenfalls unter Zurücklassung Ihres Huie« und ftdjt zweifellos mit der anderen Person in Verbindung. Beide Personen haben einen ausländischen Typ.
Halte mit ODOL gesund
Zahne, Mandeln, Hals und Mund
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