Nachdruck verboten.
6. Fortsetzung.
Verlobte
Hausen
Gießen
26. Iuli 1930
04709
Offen und ehrlich
Ziegenberg, Lang-Göns,
Watzenborn - Steinberg, Bürbach,
Hörnsheim, den 28. Juli 1930.
Die Beerdigung findet Dienstag, 29. Juli, nachm. 3Yi Uhr statt
04714
L
SCHUHHAUS
Im 66. Lebensjahre.
Camilla Horn, Paul Wegener, Fr.Lederer
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Von der Reise zurück
MööL Zimmer
Anfangszeiten: 4, 6. 8.30 Uhr Gewöhnliche Eintrittspreise
Familie Heinrich Junker Familie Georg Junker Familie Otto Junker Familie Wilhelm Lang Familie Georg Häuser
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Moltkettraße 2, Gartenb. IL 104717
Familie Otto Müller Familie Wilhelm Dörr Familie Anton Dörr Karl Laux
Anna und Albert Pitz
Wieseck, Watzenborn-Steinberg, den 27. Juli 1930.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 30. Juli, nachmittags 3 Uhr, statt.
In tiefer Trauer:
Frau Marie Seibert, geb. Hörr
Familie Karl Seibert
Familie Heinrich Seibert Familie Wilhelm Seibert Lina Seibert
wird Jedes Jahr unser Saison- Ausverkauf durchgeführt und niemals wird auch nur ein Käufer enttäuscht. Deshalb erleben unsere weit herabgesetzten Preise Jedesmal einen gewaltigen Ansturm.
Reginald schüttelte den Kopf. „Laß das lieber sein. Ich will morgen oder übermorgen weiter."
„Älni> wohin?"
„Das weiß ich nicht."
„Und was wÜlst du machen?"
„Ich glaube, ich muh einmal regelrecht auf die Walze gehen", sagte Reginald verloren.
„Was ist das?" fragte Barbara.
„Run, auf die Wanderschaft. Das kostet nichts, und man sieht die Welt."
„Ich möchte dir gern helfen", sagte Barbara mit weicher Stimme. „Nimm etwas von mir oder von meinem Manne."
Er schüttelte lächelnd den Kopf.
, Du gibst es wieder zurück, wenn es dir gut geht."
„Das würde heißen: Riemals. Rein, Barbara, nein — das tue ich nicht."
„Wirst du dir Geld zu verschaffen suchen, in der 2lrt, wie du es wolltest, so daß du Unrechtes tust?"
„Rein, gewiß nicht", sagte Reginald ernsthaft „Versprichst du es mir?"
„Jo, kleine Bärbel, das muß ich dann wohl." Er drückte ihre Hand. „Ich hätte es auch ohnedies nicht wieder getan."
„Das kann man nicht wissen", sagte Barbara weise.
„Aber ich weih es — seit dieser Rächt."
Eie legten Much, der leise stöhnte, bequemer zurecht und erneuerten die Umschläge.
Den Rest der Rächt verbrachten sie schweigend, in leichter Müdigkeit. Als der Morgen graute und Reginald zu Barbara hinübersah, war sie eingeschlafen. Der Kopf mit dem kurzen blonden Haar war zur Seite gesunken. Ruhig und tief ging ihr Atem. Sie sah wie ein müdes Kind aus.
„Was wird aus ihr werden?" fragte sich Regi
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Ludwig Müller
Beachten Sie unsere 8 Schaufenster!
WO/ auf alle nicht herabge- /O setzten Preise (außerHerz)
Samstagabend %!! Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante
Margarete Schneidmüller
geb. Rabenau
im 80. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Jakob Döll Wwe. Familie Heinrich Arend.
Alten-Buseck, Gießen, den 28. Juli 1930.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Juli, nachmittags 2'/e Uhr, statt.
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Ml. Simmet mit el. L. a. orm. 04712 Marktplatz 7.
nald. „Sie hat ein ungestümes Temperament, das richtig geleitet werden mühte." Aber warum sollte er darüber grübeln? Barbaras Weg war durch ihre Ehe bestimmt und festgelegt. Er hatte wahrhaftig mehr über sich selbst zu sinnen.
„Hin Gottes willen!" schrie unten im Garten eine weibliche Stimme auf. „Da liegt ein Toterl" Kreischend stürzte das Mädchen ins Haus.
Reginald schreckte auf und eilte hinunter. „Was gibt's?" fragte er heftig.
In der Diele lehnte Martha, das Haus- mädchen, wachsbleich und mit angstvoll auf- gerissenen Augen.
„Da — da draußen", vermochte das erschrockene Mädchen nur zu stammeln.
Reginald ging in den Garten und kam zu der Stelle, wo Roy in der Rächt den Angreifer zur Strecke gebracht hatte.
Da lag ein Mann, seiner Kleidung nach zu urteilen, ein Arbeiter, mit blutüberströmtem Hals. Die Augen waren weit geöffnet, und sein Gv- sichtsausdruck war noch im Tode von verbissener Wut.
Reginald Contius stand erschüttert vor dem Hnglückseligen. Er konnte sich den Hergang gut zusammenreimen. Roy hatte seinen Herrn für- wahr tapfer und gründlich verteidigt.
„Rein — es hat keinen Zweck", murmelte er vor sich hin. Er wollte zurück ins Haus gehen.
Da kam jemand auf ihn zugeeilt. Es war Barbara.
„Komm — laß uns hineingehen, das ist nichts für dich." Mit diesen Worten wollte er sie sanft hineindrängen.
Doch sie machte sich frei.
„Ich bin kein kleines Kind", begehrte sie auf. „Ich will sehen, wo er liegt." Sie ging an ihm vorbei zu dem Toten.
Reginald folgte ihr.
Sie stand minutenlang starr neben ihm und sah auf die Leiche zu ihren Füßen. Plötzlich griff sie sich nach dem Herzen und wankte.
Reginald sprang rasch hinzu und hielt sie.
„Es ist nichts für dich, Barbara, weshalb kehrtest du nicht um?"
Run legte sie den Kopf an ihn und fing anbitterlich zu weinen. ___________
__________________________________5306 D
" Bekanutmarbtttig.
Der Voranschlag der Gemeinde Allendorf an der Lahn für das Rj. 1930 liegt vom 30. 3uli 1930 ab eine Woche auf der Bürgermeisterei offen. Innerhalb dieser Zeit können Einwendungen hiergegen vorgebracht werden. 5307D
Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker beizu- tragen haben.
Allendorf a.d. Lahn, den 26. Juli 1930.
Hessische Bürgermeisterei.
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Von Hans Heinz Ewers, mit
Am 27. Juli, 1 Uhr nachts, entschlief sanft nach langem, schwerem, in Geduld ertragenem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel
Herr Karl Junker
im blühenden Alter von 25 Jahren.
In tiefer Trauer:
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Gestern nachmittag 1% Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Eduard Seibert
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Barbara stand' und rührte sich nkchL
Reginald besorgte das Gewünschte. MS eg wiederkam, drehte sich Barbara um und sagts kurz: „Ich bin müde, möchte etwaS ruhend Sie ging, noch ehe er etwas sagen konnte, anss dem Zimmer.
Reginald stand verblüfft. Da war mal wiedstz ganz die alte Barbara zum Vorschein getont men, die sagte, wie sie empfand und ebenso Han4 delte. Aber so war sie ihm entschieden lieber.
Much hatte die kleine Szene gar nicht Wahr- genommen. Er war viel zu sehr mit sich bca schäftigt.
„Wo ist Barbara?" fragte er und betrachtet« Reginald sinnend. „Verzeihen Sie, ich weih gar nicht, wer Sie sind. Mein Kopf ist noch ein wenig angegriffen. Sie kommen mir allerdings bekannt vor."
„Reginald Contius", lächelte Reginald. „Sir hatten die Güte, mich bei sich zu beherbergen, als ich Barbara gestern nach Hause begleitete und..."
„Ja, so — so, fo! Ich bin schon wieder ganz im Bilde. Verzeihen Sie, Herr Contius. Ich glaube, ich habe Ihnen viel zu danken. Mir ist: so, als hätte ich Sie nachts an meinem Bette gesehen."
„Lieber Gott, da ist doch nichts zu danken", schnitt Reginald ab, „das ist dach' selbstver- stündlich."
„Wo ist Barbara?" erkundigte sich Much.
„Sie war sehr müde, hat die ganze Rächt bei Ihnen gewacht und wollte sich jetzt etwas er« holen."
„Ratürlich", sagte Bernhard Much etwas zerstreut und fing an, darüber nachzudenken, ob sie wohl auch ohne Contius' Anwesenheit die Rächt über bei ihm geblieben wäre. Barbar« - liebte es eigentlich nicht, an Krankenbetten zu sitzen. Und sie konnte sehr rücksichtslos sein.
„Wenn ich Ihnen irgendwie lästig bin, so geben Sie mir einen Wink', bat Reginald.
„Rein, nein. Ditte, bleiben Sie noch bei mir", bat Much mit einer Dringlichkeit, über die Reginald erstaunte.
Barbara wanderte in ihrem Zimmer ruhelos auf und ab. Sie war durchaus nicht müde.
(Fortsetzung folgt.)
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„Cs ist ja so schrecklich, der arme Mensch tut mir so furchtbar leid. O, warum gibt's fo furcht-» bare Sachen?"
„Er wollte Much töten und das diesem zugedachte Schicksal hat ihn nun selbst erreicht", sagte Reginald sachlich.
Barbara schüttelte sich vor Grauen. „Gehen wir ins Haus", sagte sie, als sie ihre Fassung schon wieder zurückgewonnen.
„Wir müssen nach deinem Mann sehen und das Rötige bei der Behörde veranlassen", meinte Reginald. Er führte Barbara ins Haus zurück, gab die entsprechenden Anweisungen und ging dann zu Much hinauf, an dessen Bett er Barbara schon vorfand.
„Daß du jetzt da bist, ich bin ja so froh darüber, Reginald", so empfing sie ihn.
„Es ist seltsam, draußen auf der Straße in deinem Wagen bist du so selbständig und hast freie Entschlüsse, aber hier zu Hause, wohin du doch eigentlich gehörst, bist du so gebunden, so unsicher. Es ist gar nicht so, als seiest du derselbe Mensch", antwortete er.
Sie errötete leicht und sagte zögernd: „Das ist schon so, aber ich kann nichts dagegen machen."
Bernhard Much rührte sich, und beide wandten sich dem Bette zu. Der Kranke schien wieder zu sich gekommen zu sein.
„Barbara, wo bin ich? — Ja, so", sagte er mit schwacher Stimme, „richtig — der Schuh — der Garten."
Sie beugte sich zu ihm herunter. „Hast du noch arge Schmerzen?"
„O ja. Aber sag" — er sprach schon etwas lebhafter — „habt ihr Anzeige gemacht? Dieser Schuft, so hinterrücks auf mich zu schießen!"
„Bernhard", fiel ihm Barbara beinahe heftig ins Wort, „er hat seine Strafe. Du darfst nicht so wütend werden. Er liegt im Garten, tot — Roh hat chn totgebissen."
„Das ist ein braver Hund. Geschieht dem Kerl ganz recht", brummte Much gehässig und griff dann stöhnend an seine Schulter. „O, diese Schmerzen!"
„Bernhard", rief Barbara entsetzt, „tut dir der arme Kerl nicht leid?"
„Was, auch noch leid tun? Rein, geschieht ihm recht. Gebt mir etwas zu trinken!"
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