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Die gefiederte Schlange.
Vornan von Edgar Wallace.
35. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
«Ich bemerkte ja auch nur. daß der Gang dunkel war, während das Arbeitszimmer hell erleuchtet war. Ms Sie mir sagten, daß ich das Licht andrehen sollte, waren nur die beiden Hinteren Armleuchter nicht eingeschaltet, und das machte bei der allgemeinen Beleuchtung des Raumes wenig aus."
«Sicher war genügend Licht in dem Zimmer vorhanden, daß der Mörder Crewe deutlich sehen konnte, als er den Raum'betrat." sagte Clarke geduldig. „Die Dunkelheit im Gang bedeutete doch nichts — oder sind Sie anderer Meinung?".
Peter antwortete nicht.
Dann nahmen sie genaue Messungen vor und notierten alles auf. Peter fragte, ob sie den Schlüssel zu dem kleinen Schuppen hätten.
«Wir haben ihn geöffnet und uns genau dort umgesehen," erklärte Sweeney. „Cs ist nichts drin — nur ein paar Gartengeräte und eine alte Tür."
„Die möchte ich doch gern sehen — die alte Tür!"
Der Schuppen wurde aufgeschlossen, und er ging gebückt hinein, denn der Eingang war sehr niedrig. Die Tür lehnte an der Hinteren Wand. Die grellen Farben der Bemalung leuchteten ihm entgegen, und er wäre erschrocken, wenn er nicht darauf vorbereitet gewesen wäre, etwas Aehn- liches zu sehen. In der Mitte erblickte er ein entsetzliches Gesicht, von dem eine Menge unregelmäßiger Ornamente ausstrahlten, zwischen denen Vögel und Blumen eingestreut waren. Er glaubte, daß das Bild altägyptischen Malereien nicht unähnlich sej. die er in Luksor gesehen hatte. Die Farbe war noch ganz naß. Er nahm sein Taschenmesser heraus und sondierte die Tür mit der Klinge. Fünf Minuten war er allein in dem Schuppen, dann kam Sweeney zu ihm.
„Was, zum Teufel, machen Sie denn hier?" fragte der untersetzte Polizeibemnte.
„Richt- Besondere-," erwiderte Petev und steckte sein Taschenmesser wieder ein. „Mich interessiert nur dieses primitive Gemälde."
„Primitive Gemälde?" brummte der andere. „Interessiert Sie denn nicht diese Mordgeschichte — haben Sie sich plötzlich auf das Kunststudium geworfen?"
Peter gab keine Antwort. Er taut heraus, legte den Schliehhaken wieder vor die Tür und befestigte das Vorhängeschloß. Dann gab er Sweeney den Schlüssel zurück.
Dis ein Uhr morgens arbeitete er in seinem Bureau, und eineinhalb Stunden lang klapperte seine Schreibmaschine ununterbrochen. In dieser Rächt schrieb er eine Geschichte, auf die der beste Zeitungsreporter hätte stolz sein können.
„Es ist nur schade," sagte er zu dem Racht- redakteur, der eben die letzte Seite seines Aufsatzes verschlang, „daß ich nicht an mehreren Plätzen zugleich sein kann. Das ist das drittemal während meiner guten Karriere, daß ich mir dringend wünsche, als Zwilling geboren zu sein!"
Der Zähler des Autos, das er seit dem frühen Abend gemietet hatte, zeigte bereits eine beträchtliche Summe, als er zu der augenblicklichen Wohnung von Harry, dem Barmann, fuhr. Sie lag in einer kleinen Straße in Poplar, und es dauerte lange Zeit, bevor sich auf sein heftiges Klopfen eine dicke, ältere Frau meldete.
„Ich möchte Mr.Merstham sprechen", sagte Peter, nachdem er sich vorher genügend entschuldigt hatte.
„Der ist fort", war die Antwort. „Ungefähr um neun kam ein Bote zu ihm. Er packte seine Sachen und ging weg."
„Hat er seine Rechnung bezahlt?" fragte Peter schnell.
Die Vermieterin war über diese Frage nicht erstaunt. Sie schien, sie auch nicht gls ungebührlich von seiner Seite aus zu empfinden.
„3a, er hat bezahlt, sogar noch etwas darüber", sagte sie mit Genugtuung.
„Wieviel gab er Ihnen?" Peter wartete gespannt.
„Das ist meine Sache", erwiderte die Frau kurz. Aber dann änderte sie ihren Ton. „Ich glaube, daß er auf ehrliche Weise zu dem Geld ge
kommen ist. Er gab mit eine Fünfzigpsundnoke. Sie sind doch nicht etwa von der Polizei?"
„Rein. Sie können sich beruhigen, ich bin kein Polizeibeamter, aber ich wäre Ihnen sehr dankbar. wenn Sie mir die Rümmer des Scheines sagen würden."
Sie ging nach innen und schloß die Tür vor seiner Rase zu. Das sollte keine Beleidigung sein, aber arme Leute haben eine eingewurzelte Abneigung dagegen, ihre Tür nachts offenstehen zu lassen. Ms sie zurückkam, reichte sie ihn den abgerissenen Rand eines Zeitungsblattes, auf den sie die Rümmer gekritzelt hatte.
„Ich danke Ihnen sehr", sagte Peter.
„Er hat es doch nicht etwa gestohlen? Er war nämlich schon drei Wochen die Miete schuldig gewesen."
Peter beruhigte sie, so gut er konnte.
„Hat er nichts dagelassen, einen Brief oder ein Papier?"
„Rur den Umschlag, in dem der Brief kam", sagte die Frau, nachdem sie sich besonnen hatte. „Wollen Sie den sehen?"
Wieder wurde die Tür geschlossen, und nachdem sie ihn lange Zeit hatte warten lassen, reichte sie ihm ein zusammengedrücktes Kuvert heraus.
„Wenn er das Geld nicht aus ehrliche Weise bekommen hat —“ begann sie wieder.
„Darüber brauchen Sie sich wirklich keine Sorgen zu machen."
Er sagte dem Chausfeur, daß er bei dem ersten Safe in der Commercial Road anhalten sollte. Als sie hielten, bat er ihn, für sie beide Erfrischungen zu bestellen. Währenddessen untersuchte er den Briefumschlag genau. Die Adresse war mit der Maschine geschrieben und lautete: H. Merstham, 99 Hitchfold Street, Poplar. Der Umschlag trug eine Cilbotenmarke. Aber am meisten interessierte Peter, daß das Kuvert nach seinem Umfang einen reichlichen Inhalt gehabt haben mutzte. Er hätte sich auch gewundert, wenn es nicht so gewesen wäre.
Gucumah! Gucumatz und der Schlüssel! Das toareu die beiden noch ungeklärten Punkte in dieser Geschichte. Und da sie sehr wichtig waren, um die Zusammenhänge zu finden, mußten sie erst noch aufgehellt werden, bevor die Lösung
vollständig war uttb veröffentlicht werden Wftnik ohne dah man nachheb etwas widerrufen mutzt^
Es war sieben Uhr morgens und bereits Helle» Tag. Peter benützte die Seit, die ihm noch übrig blieb, um die, Geschichte dieses Verbrechens irr großen Zügen zu Papier zu bringen. Er hoffte, dah sie am nächsten Morgen erscheinen konnte. In früher Morgenstunde klopfte er dann an diq Tür von Mr. Beates Haus. Ein Detektiv, de» ihn kannte, lieh ihn ein.
„Mr. Clarke und Mr. Sweeney ftnb nach Hause gegangen. Sie sagten mir. Sie dürften nichts anrühren, wenn Sie kämen."
„Ist Mr. Deale schon auf?"
„Ja, er sitzt in seinem Arbeitszimmer und trinkt Kaffee." Peter klopfte an seine Tür und wurde sofort hereingebeten.
Offenbar hatte Crewes Ermordung die philo- sophische Ruhe des Gelehrten gestört. Er sah aus, als ob er kein Auge zugekaw'-hätte, und erklärte dies Peter auch gleich mit den ersten Dorten.
„Ich freue mich, dah Sie kommen, Mr. Dewin. Ich hätte gern Ihre Ansicht über dieses Verbrechen und über den Täter gehört. Ich dachte schon daran, dah die Kugel Crewe vielleicht überhaupt nicht zugedacht war."
„Sondern Ihnen?" fragte Peter, und schüttelte lächelnd den Kopf. „Rein, ich glaube, über diese Theorie brauchen wir uns nicht zu unterhalten. — Sie bedauern wahrscheinlich, Mittelamerika verlassen zu haben, Mr. Deale?"
Gregory Deale rührte langsam seinen Kaffee um und erhob dann seinen Blick.
„Diese Frage habe ich mir heute nacht auch vorgelegt, aber ich habe sie negativ beantwortet! Ein behütetes Leben zu führen, das nicht von solchen Tragödien erschüttert wird, wie wiy sie in der letzten Rächt erlebt haben, ist nicht die richtige Art, das Dasein zu verbringen. Es sind schmerzliche Erfahrungen, aber auch lebensnotwendige Prozesse. Außerdem haben sie auch noch einen anderen Wert, den ich aber nicht diskutieren will, weil Sie sich darüber ärgern könnten!" *
(Fortsetzung folgt.)
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Bekanntmachung.
In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 24. April 1930 bei der Firma Bauhütte für die kreise Gietzen-Wehlar, soziale Baugesellschafl mit beschränkter Haftung In Gießen folgendes eingetragen: Die Firma ist geändert in: „Bauhütte Gießen-Wetzlar, Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gießen". Das Stammkapital ist durch Beschluß der Gesellschafterver- samlung vom 4. November 1927 um 18 000 RM. erhöht und beträgt jetzt 25 000 RM. Der bisherige Geschäftsführer Karl Brö- mer ist ausgeschieden. Adam Schieferstein in Krofdorf ist nunmehr alleiniger Geschäftsführer. Der Gesellschaftsvertrag ist unter dem 4. November neu gefaßt worden, hiernach vertritt, wenn nur ein Geschäftsführer bestellt ist, dieser die Gesellschaft allein. 3336V
Gießen, den 26. April 1930. hessisches Amtsgericht.
Dienstag, den 29. April 1930, nachmittags 2 Ahr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung:
I. 16 Büfetts, sieben Vitrinen, 16 Bücherschränke, 16 Schreibtische, fünf Tische, dr?i Diwane, einen Küchenschrank, ein Cyaiselonguebett, fünf Sessel, vier vollständige Schlafzimmer, vier Stühle, ein vollständiges Fremdenzimmer, acht Kredenzen, eine Friseurtoilette, eine Küchenanrichte, einen Klappschrank, eine Waschkommode, zwei Bettstellen, drei Ausziehtische, vier Sofas, eine Bügelmaschine, eine Partie Herrenmodenartikel, vier Ladenschränke, zwei Ladenregale, vier Klaviere, eine Schärfmaschine, zwei Kleiderschränke, drei Ladentheken, zwei Schreibladenkassen, zwei Schreibmaschinen, einen Kassenschrank, einen Gasherd, zwei Nähmaschinen, ein Vertiko, zwei Rauchtische, drei Registrierkassen, einen Eisschrank, zwei Chaiselongues, eine Bohrmaschine, sechs Handtücher, zwei Betttücher, sechs Kopfkissenbezüge, zwei Standuhren, ein Fahrrad einen Märk- linbaukasten mit elektrischem Motor, ein kleines Schränkchen, drei Teppiche, eine Kommode, eine Gehrungsschneidemaschine, einen Amboß, eine Schnellbohrmaschine. 3324V
II. Voraussichtlich bestimmt an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Dersteigerungslokal): einen NAG-ßie= ferwagen.
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Der Unterricht beginnt am Dienstag, den 29. April 1930, / \W \ vorm.8 tthr. Anmeldungen für / Sexta bis Obersekunda einschl.
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Der Voranschlag der Gemeinde Lauter für Rj. 1930 liegt vorn 29. April 1930 ab acht Tage lang auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Zeit können Einwendungen schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. 3331V
Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, wozu auch die Ausmärker beizutragen haben.
Lauter, den 26. April 1930.
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Ganzes Revier: Klasse 2a = 0,30 fm, Klasse 2b = 5,22 fm, Klasse 3a = 0,35 fm.
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