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Nr. 50 Drittes Blatt

Aus dem Turngau Hessen (D.T.)

DLR(H -Pri funqen

o Die Uebungsfolge der Gau - V 0 r - nd) m i in m e r ft u n b e , die am Sonntag im Städ­tchen Volksbad zu Gießen zur Duichsührung tarn, j Miiroe von dem Leiter, Gausachwart,tjranz Sauer »Gießen), zu einer Prüsungsgelegenheit in schwinv inerischen Leistungen aueg.stattet Nachdem zwei Turner und eine Turnerin den entsprechenden Nach- ükis für bas Turn- unb Sportabzeichen erbracht ttatten, bewarben sich 15 Xellnebmer um den Grund- schein und 5 Teilnehmer um den Prüfungsschein i?r Deutschen Lebens Rettungs Gesellschaft (DLRG.). 1 dis Inhaber des Lehrscheins dieser Gesellschaft leb r*:te der Gauwarl die Durchführung und Wertung Der Prüfungsarbeiten, die für die Dauer und Schwierigkeit der eigenen Schwimmleiftung der Be­werber und für das sachgemäße Verhalten bei dem Rettungsdienst oorgeschrieben sind. Dabei wurde er nterstügt durch die Turner f)ans Geismar und Christian Weeg vom Tv 1846 Gießen, Hugo Baumann vom Mio. Gießen, Ferdinand Goetz mm To Wetzlar und Bademeister W e st b r o ck Lom Städtischen Volksbad Gießen, di« sämtlich 3n= lieber des Prüsungsscheines sind. Bei der Reichhab j. i iiifeit des praktischen und theoretischen Prüfungs- 1 (taffes mußte der Abschluß auf einen späteren Ter- I Hin vertagt werden.

Handball im T. V. Hcuche heim.

Das am vorigen Sonntag in Heuchelheim aus- I getragene Gefellschaftsspie.' gegen Tv. Treis (Lumda) i. endete mit 3:1 Toren für Heuchel- | heim. Die Gäste stellten eine sehr flinke, eifrige * Mannschaft. die aber dem Heuchelheimer Tor | nie besonders gefährlich wurde, während sich i anderseits Heuchelheims Sturm, trotz dauernder LIeberlegenheit, infolge der zahlreichen gegneri- 1 i«f>en Verteidigung nicht recht durchzusetzen ver­flöchte. Der Schiedsrichter leitete gut.

Handball im Lahn-Oünsberg-Gau

Londons I - Garbeateich 1 3:3 (2:1).

QIm vorigen Sonntag trafen sich in Garben- !<ich der Gaumeister (Londorf I) und der Ta- foellenerfte (Garbenteich I) zu dem fälligen Der» dandsrückspiel. Londorf trat mit einem Ersatz- : mann an, Garbenteich war vollzählig. Wie er- i i'artct, sah man ein scharfes, flottes Spiel, bei | dem Londorf bald nach Anwurs infolge seines : oesseren Fangvermögens etwas überlegen war. Bald konnte es den Führungstreffer erzielen, I dem es bald noch ein zweites Tor hinzufügte, i ahne daß Garbenteich, obwohl öfters Gelegen- F beit dazu geboten war. einen Ausgleich herbei- I 'iihren konnte, auch lieh Garbenteich das sonst zewohnte Zusammenspiel sehr vermissen. Kurz i ovr Halbzeit gelang es Garbenteich, das erste Tor zu erzielen, und bei einem Stande von 2.1 für Londorf wurde gewechselt. Aach dem Wechsel war das Spiel ebenfalls sehr flott. Garbenteich fand sich letzt, und man sah oft « lebt schönes Zusammenspiel. Garbenteich, daseht abwärts spielte, bedrängte oft das Londorfer Tor. aber der Tormann, der übrigens der beste £ Mann auf dem Platze war, wehrte die An° jirifse erfolgreich ab, und nur noch zweimal lonnte Garbenteich Treffer erzielen, so daß jetzt U Garbenteich mit 3:2 führte. Kurz vor Schluß B gelang es Londorf, den Ausgleich herbeizufüh» I ren und das Ergebnis auf den Stand zu bringen, her dem Spielverlauf entspricht. Der Schieds- M rechter, Verbandsspielwart Heil (Allendorf a.

Die blonde Sklavin.

Roman von Hermann Deiü

18 Fortsetzung Nachdruck verboten

Er war ein anderer als zuvor, als er am flbend in das kleine Haus zurückkehrte, das ver» teäumt dalag. Für Sekundendauer rauschte die Erinnerung an die wundersamen Tage, die er liier mit Eva verlebt hatte, übet ihn hin. und ein Herz zog sich wehe zusammen.

Aber schnell hatte er diese Anwandlung ab» ij-ftan. Es war sinnlos, noch weiter Gedanken an liefe Sache zu vergeuden! Er hatte bisher wahr- :i.H schon genug Zeit und Nerven daran ver- chwendet!

Sein Gemüt verhärtete sich. Er brachte es artig, die Erinnerung an Eva Witte, an die Leit ihres gemeinsamen Glückes, zu verbannen.

* * *

f Er brauchte- seine ganze Kraft nun auch für a nDere Dinge. Unaufhörlich wuchsen, als er wie- > r nach Berlin zurückgekehrt war. die finanziel­len Schwierigkeiten. Er hatte gewähnt, den ersten Sloh pariert zu haben, aber es war dem Makler riicolad nicht gelungen, die Kündigung des be= liesfenden Kapitals rückgängig zu machen.

3m Gegenteil! Die Europabank, mit der Schul­tz off sofort in Unterhandlungen trat, zeigte sich leltfam reserviert, Dr. Krick, der junge, blasierte Tirektor, sprach sogar von weiterer Einschränkung des der Firma Schulhofs gerräh.ten Kredits.

Fel'.k Schulhofs begehrte auj. Es sei unerhört, iEin zuerst die Gelder zuzusagen, um nun die ItUfage wieder rückgängig zu machen. Man könne hn doch nicht sein ganzes Werk, das bereits Mit gediehen sei, einfach zerschlagen!

Aber Dr. Krieck blieb bei seinem Standpunkt, sprach von plötzlich eingetretenen Schwierig­sten auf Dem Kapitalmarkt, von unvorher- a^sehenen ausländischen Verpflichtungen der Tank, die sie zu größten Einschränkungen in der I Kreditgewährung zwängen, kukz und gut: Herr Schulhofs müsse eben sehen, daß er sich das er- forderliche Kapital rechtzeitig von anderer Seite ^schasse, was ihm sicher nicht schwerfallen axirbe. Die Europabank bedauere natürlich sehr, ater...

Schulhofs hätte Dr. Krieck am liebsten in das .iterlegen lächelnde, monokelbewehrte Gesicht ge­lingen. Was redete dieser Mensch daherI Hatte <c denn eine Ahnung davon, was für ihn. Felix öchulhofs, auf dem Spiele stand?...

Daß seine Neubauten, das gewaltige Projekt jl .)cd seinesglei jen bis dahin in Berlin nicht hotte, in Gefahr toarl Werrn er nicht rechtzeitig

Sreitag, 28. $ebruar 1950

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Turnen, Sport und Spiel.

d. Lda.), leitete objektiv und, besonders in der I Spielen für Garbenteich gegen 15 Punkte bei zweiten Halbzeit, sehr großzügig. 10 Spielen für Londorf ist bei 12 Spielen im

2lun dürfte Garbenteich Die Gaumei- ganzen Garbenteich nicht mehr einzuholen. Gar­st e r f ch a s t nicht mehr zu entreißen sein, denn benieid) Darf also bei den Verbandsmeisterfchasts- bei einem Tabellenstand von 21 Punkten bei 11 > spielen, die in einigen Wochen in Gießen aus-

Fußball-Länderspiel DeuWand-Mlien.

Vorschau auf das Treffen am nächsten Sonntag.

Mitglieder der deutschen Mannschaft: Links oben L. Hofmann (Stürmer), links unten Albrecht (Stürmer) und Weber-Kassel (Verteidiger), Mitte Hagen (Spielführer und Verteidiger), rechts oben Pöttinger (Stürmer) und Leinberger (Läufer), rechts unten Stuhlfauth (Tor)

Der kommende Sonntag bringt eine sportliche Veranstaltung von ganz besonderer Bedeutung: das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Italien in Frank­furt a. M. Es ist dies die vierte Begegnung zwischen den beiden National-Mannschaften. Der erste Kamps 1923 in Mailand brachte uns eine 3:l°Niederlage. nachdem unsere Mannschaft bis zur Pause mit 1:0 in Führung gelegen hatte. Das Rückspiel in Duisburg brachte eine noch größere Enttäuschung. Völlig unverdient blie­ben die Italiener erneut, und zwar mit 1:0 Sieger. Erst 1929 brachte uns in Turin einen Dielbejubelten 2:1-Sieg gegen die Azzurris. Es stehen also einem deutschen Sieg zwei Niederlagen gegenüber.

Was wird nun Frankfurt bringen? _ Seien wir uns Darüber klar, daß wir unsere Hoff­nung nicht allzu hoch spannen Dürfen. Denn infolge Verletzungen und sonstiger Aus­fälle stellten wir eine Mannschaft auf, die das

tatsächliche fußballerische Können Deutschlands nicht ganz richtig wiedergibt. Heberhaupt geht man wahrscheinlich in der Annahme nicht fehl, daß unsere Nationalelf am kommenden Sonn­tag auf einzelnen Plätzen doch anders beseht ist, als bis jetzt bekanntgegeben wurde. Wie dem auch sei: es steht fest, daß dieses Länderspiel unter Den augenblicklichen llmftänöen eines Der schwersten ist. die der DFB. seither zu bestreiten hatte. Denn Italien ist ein Gegner, der bis auf das Letztefit" ist. der sich in ver­schiedenen Trainingsspielen glänzend einspielle und der über seine besten Spieler verfügen kann. Wir werden in diesem Länderspiel das Fehlen des durch einen Autounfall verunglück­ten Hoffmann, Dresden, sicherlich mehr uls einmal bedauern, lieber den Ausgang des Tref­fens ist wenig zu sagen. Man hofft auf einen knappen Sieg, ist auch schon mit einem Un­entschieden zufrieden und befürchtet im Stil­len eine Niederlage

getragen werden, den Turngau Lahn-Dünsbe^g vertreten.

Tv. Launsbach 1 Tv. Waldgirmes 1 3:0 (2:0). 3:0 (2:0).

Am Sonntag standen sich diese Mannschaften zum Gesellschaftsspiel in Launsbach gegenüber. Launsbach hat in bezug aus Fangsicherheit und Zuspiel in den vorhergehenden Spielen viel ge­lernt, so daß Waldgirmes nicht recht aufzu­kommen vermochte.

Tv. Dorlar 1 Tv. Staufenberg I 3:5 (2:2).

Zwei durchaus gleichwertige Gegner rangen in diesem Spiel um die Punkte, die Staufenberg durch besseres Ausnutzen der Torchancen glücklich mit nach Hause nehmen konnte. Das Spiel war flott und wurde sehr fair durchgeführt.

Handball der Sp.-Dg. 1900.

Am kommenden Sonntag trägt 1 900 's erste Handballelf das Rückspiel gegen die hie­sige Oberrealschule aus. Im Vortreffen blieben Die 1900er sicherer Sieger, allerdings mußten die Schüler damals zwei ihrer besten Stürmer ersehen. Inzwischen hat jedoch Die Oberrealschulmannschaft viel an Kampfkraft ge­wonnen und dürfte fehr wohl in der Lage sein, den Spieß umzudrehen. Diese Annahme ist um so mehr berechtigt, als es den 1903ern bislang noch nicht wieder gelungen ist, sich ein homogenes Mannschaftsgebilde zu schaffen. Auch werden nächsten Sonntag wieder einige Ersatzleute ein­gestellt werden müssen.

Die Schülermannschaft empfängt aller Voraussicht nach die gleiche Elf des T.-V. A1 - lendorf (A. D. T.). Da Die Stärleverhältni se nicht bekannt sind, ist Der Spielausgang kaum vorauszusagen.

V. f. B.

Am kommenden Sonntag ruht der Spielbetrieb fast ganz. Lediglich die A. H. und die e r ft e Jugendmannschaft tragen auf eigenem Platz Gesellschaftsspiele aus. Die A.-H.-E l f emp­fängt zum Rückspiel die Fußballmannschaft des Gießener RuderklubsHassi a", die das Vorspiel vor kurzem hoch mit 9:1 gewann. Allerdings muß dabei berücksichtigt werden, daß V. f. D. nicht vollzählig war. Die Plahels wird Gelegenheit nehmen, zu beweisen, daß das 1:9- Resultat dem tatsächlichen Stärkeverhältnis beider Mannschaften nicht entspricht. Voraussetzung für ein besseres Abschneiden ist jedoch, daß sie kom­plett und in stärkster Aufstellung antritt.

Die ersteIugendelf hat sich die gleiche des F. C. Grohen-Duseck nach hier ver­pflichtet. Sie wird mit Ersah antreten und daher sich anstrengen müssen, wenn sie gegen die Gäste ein gutes Resultat erzielen will.

Vom vergangenen Sonntag ist noch über Die Spiele Der 3ugenD= und Schülerabteilung zu berichten. Die erste 3 u g e n D m a n n f d) af t hatte auf hiesigem Platz Die erste Jugend De8 Sportvereins Heuchelheim im fälligen Pflichtspiel zum Gegner. Rach forschem Kampf gewannen die technisch besseren V. f. Der über Die eifrigen Gäste knapp mit 1:0. Das an­gesagte Pflichtspiel Der zweiten Jugend gegen Die gleiche von Niedergirmes kam infolge eines Versehens des Plahvereins (Nieder­girmes) nicht zum Austrag. Der Dritten IugenD war in Der Vorschau wenig Aussicht auf einen Sieg zugesprochen toorDen. WiDer Er­warten gewann sie ihr Treffen gegen die erste

das erforderliche Geld auftrieb, mußte er das Bauen einstellen, und alles Kapital, das bis jetzt hineingesteckt wurde, war verloren!

Gottlob war es aber noch nicht so weit!

Bis zum Aeußersten würde er für sein Werk kämpfen!

Cs tarnen Tage voll Arbeit, Hastens und fieberhafter Aufregungen. Von einer Stelle lief Felix Schulhofs zur anderen, um sich Ersah für das von Der Europabank gekündigte Geld zu be­schaffen. Seine Bemühungen schienen auch bei einigen Stellen anfangs Aussicht auf Erfolg zu haben, aber plötzlich zeigte man sich zurückhal­tend, mit nichtssagenden Begründungen lehnte man Die Kapitalbewilligung ab.

Auch die Europabank hatte ihre Drohung, noch weitere Abstriche am Kredit zu machen, wahr gemacht.

Als Schulhofs diese Nachricht empfing, erfaßte ihn tiefe Niedergeschlagenheit. Wortlos reichte er seinem Prokuristen Den Brief.

DenDler las ihn, und sein Gesicht wurde tod­ernst.

Es ist, als ob sich alles gegen uns verschworen hätte!" sagte er bedrückt.

Felix Schulhofs sah gebrochen vor sich hin.

Manchmal meine ich selbst, es sei irgendwo eine unheimliche Macht, die an unserem Unter­gänge arbeite...

Er raffte sich plötzlich auf und hieb mit der Faust auf den Tisch.

Ich laffc mich aber nicht unterfriegen! Wir müssen es schaffen. DenDler I Das sind wir uns .. und meinem Vater schuldig!"

Der Prokurist streckte ihm Die Hand entgegen Was an mir liegt, soll geschehen. Herr Schul­hofs!" Er überlegte.Soll ich Herrn Nicolas nochmals herbitten? Vielleicht weiß er noch einen Weg!"

Zwei Stunden später war der Makler zur Stelle.

Das ist unerhört!" sagte er in gemachter Em­pörung. als Schulhofs ihm den Bries der Europa­bank zu lesen gabWeiß Der Teufel, was plötz­lich in Die Leute gefahren ist!"

Felix Schulhofs schritt nachdenklich im Bureau hin und her. Nun blieb er vor Nicolas stehen.

Ich komme von dem Verdacht nicht los, daß irgend jemand, der mir schaden will, hinter der Sache steckt I"

Der Makler zuckte unmerklich zusammen, sagte aber nichts Darauf.

Schulhofs, Der leine^ Antwort erwartet zu haben schien, fuhr langsam, grüblerisch fort:

Cs ist Doch mehr als seltsam, daß mit einem Male alles, was ich versuche, fehlschlägt! Die KünDigungen der Europabank... dazu die vielen anderen Absagen . wohin ich mich auch wende, man zeigt mir die kalte Schulter..."

Er sah den Makler fragend an.

Ob es sich vielleicht um ein Konkurrenz-Ma­növer handelt?... Daß eine Sache wie unser Bauprojekt die Neider auf Den Plan ruft, ist natürlich.. Aber trotz allem: Ich kann mir nicht denken, daß jemand eine so umfassende Macht besitzt, um mir nun überall, wo es auch sei, das Wasser abzugraben ...

Der Makler Nicolas sah vor sich nieder. (

Er kannte die Macht, die an Schulhofss Unter­gang arbeitete! Er wußte, wer es auf seinen Ruin abgesehen hatte I

Aber er durfte nicht sprechen! Er war zum Schweigen verpflichtet, und er würde sich hüten, gegen dieses Gebot zu handeln: dann wäre er ebenfalls ein verlorener Mann.

So leid ihm Felix Schulhofs tat, so gern er ihm geholfen hätte, er war machtlos...

Ich meine, wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben. Ich habe gestern mit einem Inter­essenten gesprochen: er ist nicht abgeneigt, sich an Ihrer Sache zu beteiligen. Heute mittag soll ich endgültigen Bescheid holen."

Felix Schulhofs zuckte resigniert mit den Schul­tern. Er hatte in den letzten Wochen zuviel Ver­sprechungen erhalten, die dann doch nicht in Er­füllung gegangen waren.

XIX.

Früher als sonst war Der Sommer dahinge­gangen. Schon Die ersten Septembertage brachten kühles, regnerisches Wetter.

Felix Schulhofs fror, als er das Baugelände betrat, über das ein schneidender Wind hinweg- jagte.

Der weite Platz lag wie tot Da. Kein Lärm Der Arbeit war mehr zu vernehmen: Die Ma­schinen standen stille. Weit und breit war kein Mensch zu sehen.

Gespenstisch standen die Mauern der ange­fangenen Häuser in dem fahlen Licht des Mor­gens wie ein düsterer, unheimlicher Wald er­schienen Die Gerüste, Die sich überall emporreckten.

Als habe eine gewaltige HanD mit einem Male alles Leben, alle Arbeit von diesem Platze ver­scheucht, so lag er Da.

Ziellos ging Schulhofs umher. In verzweifelter Ohnmacht zog sich sein Herz zusammen, als er sein Werk betrachtete, das vernichtet war.

Warum kam er eigentlich immer wieder hier­her ? .. Muhte er denn stets aufs neue seine Niederlage sehen... sich im Schmerz verzehren beim Anblick dieser Bruchstücke von Bauten, die ihn höhnisch anzugrinfen schienen, als wollten sie sagen: Weiter hast du uns nicht gebracht? Ist das deine ganze Kunst?...

Warum blieb er nicht daheim?

Welche unheimliche Macht trieb ihn immer wie­der heraus In diese Einöde... in der die größte

Hofsnung seines Lebens, seiner Arbeit, be­graben lag?...

Schulhof) fühlte sich plötzlich sehr müde Er setzte sich aus einen Steinblock und sah mit leeren Augen vor sich hin.

Er schien um Jahre gealtert zu sein. Sein Gesicht war mager und bleich geworden.

Die letzten, sorgenschweren Monate zogen wie­der an ihm vorüber Verzweifelt hatte er gegen den Zusammenbruch gekämpft, aber seine über­menschlichen Anstrengungen waren vergeblich ge­wesen. Mehr und mehr war sein Werk abge­bröckelt, mit jedem neuen Tag waren neue Fehl­schläge gekommen Alle Hillsguellen waren ver­siegt: nirgends hatte es eine Rettung gegeben.

Er hatte den Umfang der Dauarbeiten ein­geschränkt, Arbeiter entlassen, aber diese Maß­nahmen hatten Den Niedergang nicht aufhalten können.

Vald verließen die letzten Arbeiter das Ge­lände. Das Werk, mit so viel Hoffnungen be­gonnen, stand stille.

Wie eine Flutwelle brachen die finanziellen Forderungen über Schulhofs herein. Er hatte Das Menschenmögliche versucht, um seinen Verpflich­tungen nachzukommen, aber der drohende Kon­kurs erschien unvermeidlich...

Felix Schulhofs schlug Die Hände vor dis Augen.

Konkurs!... Der Name Schulhofs. Der Name ihrer alten, angesehenen Firma besudelt!.. . Schon schrieben die Zeitungen davon, es war Irin Ge­heimnis mehr..., vor aller Augen vollzog sich der Zusammenbruch...

Felix Schulhofs sprang auf. Der Hals war ihm wie zugeschnürt. Fluchtartig verlieh er den Bau­platz.

Ratlos sah er. als er wieder bei seinem Wagen stand, umher. Wohin sollte er jetzt fahren? Ueberallhin verfolgte ihn ja seine Not.

Im Bureau saß Dendier sorgenvoll und wußte keinen Ausweg mehr aus dem Labyrinth der Forderungen und Drohungen, an denen es die Gläubiger nicht fehlen liehen.

Und daheim, in dem stillen Haus in Cha» lottenburg, lag sein Vater und wartete, bis er, Felix, kam und ihm von dem Fortgang des grohen Bauwerkes erzählte.

Der Vater!...

Beim Gedanken an ihn litt Felix Schulhofs grenzenlos. Er hatte es bisher nicht gewagt, dem Kranken von dem Zusammenbruch etwas mitzu- teilen. So lange als es irgend möglich war. sollte diese schreckliche Kunde von dem Vater serngehal- ten werden! Auch der Arzt, der von Den Ver­hältnissen unterrichtet war, riet dringend, den Kranken nicht zu beunruhigen, da sonst der Tod eintreten könne.

(Fortsetzung folgt.)