Aus der Provinzialhauptffadt
Gießen, den 28. Januar 1930.
Gang durch die Landschaft.
Ein schmaler, festgetvetener Pfad säumt den zerfurchten, holperigen Weg, der zwischen Winter- öden Gärten waldwärts fuhrt. Jedes der großen rechteckigen Pflanzstücke ist umzäunt, bald mit Lattengittern, bald mit blanken, straffgespannten Drahtgeflechten, denen einzementierte Sisenpfähle Kalt und Widerstand geben. Manche Holzzäune hängen schief, als wollten sie im nächsten Augenblick umfallen, andere zeigen klaffende Lücken fehlender Latten oder Stümpfe. Man kann auch winterlichen Gärten die Pflege ansehen. Dazu brauchen die Blicke gar nicht weit zu schweifen. Gitter und Eingang sind wie das Aeuhere eines Hauses charakteristisch für das Leben dahinter. Beben einem Daumstück, dessen fußhoher Dlätter- schutt auf den Beeten jeglichem Ungeziefer wul- kommenen Unterschlupf gewährt, liegt em anderes völlig laubsrei, und di- in Reihen gerich- tcten Erdbeerpslanzen leuchten im Dre.farben- Akkord ihrer grünem gelben und zlegelrotrn Blätter so frühlingsgläubig, daß einem das Herz hosfnungshell und warm wird.
Aber im Walde wohnt noch die schwarze Schwermut. Durch die nackten Hecken und Wipfel raschelt der Wind wie durch gehäuftes Reisig, das längst dem Leben abstarb. Und doch wird eines Tages die grüne Flut des Iunglaubs aus ihnen ausbrechen und überraschend in die Wege branden. Und die schwarzen Amseln, die da und dort stumm und reglos einen Ast umklammert halten, werden in die höchsten Gipfel flattern und von dort ihren Iubelalarm in die dämmernden Tage schmettern. Daß so viele stolze Stämme fallen muhten, um den zu längerem Leben bestimmten Rachbarn Platz zu machen, werden nur die wenigen Wanderer gewahr, die den zu Meterstücken zersägten und in Würfeln aufgeschichteten Gebeinen der Waldriesen an den Wegrändern begegnen. Der würzige Duft ihres frischen Holzes geht rasch unter in dem moderigen, fauligen Ruch des wesenden Laubes. Plötzlich rauscht es wie unter einem Stockschlag aus. Ein aufgeschrcckter Hase flüchtet mit gestreckten Läufen. Richt länger als ein Windstoß ist fein Davonrasen vernehmbar. Dann kehrt die Stille zurück, die den Winterschlaf so vieler Tiere behütet. Wenn ich unter Laub und vermorschten Wurzeln wühlte, könnte ich Blindschleichen aus ihrer Erstarrung aufstöbern. Schon mit einer Handvoll weggenommener brauner Blätter raube ich manchem warmen Rest die Decke, und Spinnen und langbeinige Weberknechte torkeln verschlafen nach einem andern Dersteck. Ein Schneckenhaus, das mein Fuß ungewollt aus einem Moospolster stößt, ist von seiner vorsichtigen Bewohnerin mit einem kalkartigen Deckel gegen die Kälte verschlossen. Ich lege das winzige Schlafhaus, damit es kein schreitender Schuh zertrümmert, in seinen Moospark zurück. Anter den schwarzen Wassern eines Teiches schlafen im Schlamm Gras- und Laubfrösche. Rur die Kröten lieben die nassen Schlummerstätten nicht, sondern wühlen sich den Winter über in die Erde ein.
3n einer Lichtung wird es auf einmal laut. Es sind Frauen und Mädchen, die kleine Körbe mit frischem Feldsalat tragen. Das erste in der rauhen Freiheit der Landschaft gewachsene Grün, das mich grüßt.
Aber bis die Kätzchen des Haselstrauchs, die sich am Waldsaum wie kleine winzig- Finger an den Zweigspihen recken, aus ihrer Starrheit zu langen, herabhängenden Raupen erwachen und goldgelben Blütenstaub verwehen, heißt es, noch eine Weile warten. Peter Dauer.
poftauiolinie
Wißmar - Launsbach - Gießen.
Am Samstag fand in Wißmar eine bedeutsame Sitzung statt, in der die Frage der Einrichtung einer Autolinie der Orte Wißmar und Launsbach mit Gießen zur Entscheidung stand. Diese Frage hatte schon seit längerer Zeit das öffentliche Interesse bewegt. Insbesondere war erörtert worden, ob die Linie von einem Privatunternehmen, oder von der Post betrieben werden solle. Auch der „Gießener Anzeiger" hatte die Angelegenheit aufgegriffen und der Der- kraftung durch die Post das Wort geredet. 3m „Wetzlarer Anzeiger" hatte man sich damit beschäftigt unter den Aeberschriften „Was geht im Osten des Kreises vor?" und „Immer größere Entfremdung von der Kreisstadt."
Die Gemeindevertretungen von Wißmar und Launsbach als die berufenen örtlichen Körperschaften tagten nun am Samstagnachmittag in Wißmar zusammen mit Bürgermeister Drockmeicr (Krofdorf) und Postlnspcktor Jung (Gießen). Der Vorschlag der Reichspost, der dahin geht, daß sie den Personenverkehr übernehmen will unter der Dor- aussehung, daß in Wißmar der befestigte Platz für eine Halle zur Verfügung gestellt wird, lag vor. Folgender Beschluß kam einstimmig zustande:
„Die Gemeindevertretungen Wißmar-Launsbach [ beschließen, der Reichspost die zum Dau einer Wagenhalle erforderliche befestigte Fläche mit Einfahrt auf so lange Zeit zur Verfügung zu stellen, als die Reichspost die K r a f t p o st - Linie Wißmar — Launsbach —Gießen betreibt, vorausgesetzt, daß der Fahrpreis zwischen Wißmar und Gießen 5 0 Pfennig nicht übersteigt. An den Kosten des Platzes und seiner Herrichtung hat sich die Gemeinde Launsbach mit vier Zehntel zu beteiligen, sechs Zehntel trägt die Gemeinde Wißmar. Dis zur Fertigstellung der von der Post beabsichtigten Errichtung einer Halle wird die Gemeinde Wißmar versuchen, einen provisorischen Anterstcll- raum zu schaffen, damit die alsbaldige Inbetriebnahme erfolgen kann."
Dürgermeister Brock meier nahm Veranlassung, seiner Freude darüber Ausdruck zu geben unZ> die Hoffnung auszusprechen, daß der Beschluß dazu führen möge, daß den beiden Gemeinde eine zuverlässige und den Bedürfnissen entsprechende Verbindung geschaffen werde.
Gießen im Flugverkehr 1930.
Wie wir von maßgebender Seite erfahren, wird die bisherige Flugverkehrslinie Frankfurt — Gießen — Kassel — Hannover in dieser Zusammenstellung im Jahre 1930 nicht mehr beflogen. Die Stadt Kassel wird als Flughafen ausfallen, da Kassel bekanntlich Schwierigkeiten wegen der Bereitstellung eines Flugplatzes macht. Es wird vielmehr die folgende internationale, sog. nordische Fluglinie Frankfurt — Gießen — Hannover — Hamburg — Lübeck — Travemünde — Kopenhagen — Gotenburg Oslo beflogen. Auf dieser Linie bleibt der Gießener Flughafen nach wie vor planmäßiger Haltepunkt aller Verkehrsflugzeuge.
Evangelische Volksgemeinschaft (Christlicher Volksdienst).
Wie man uns mitteilt, wurde afh Samstag die Gießener Ortsgruppe des „Christ- lich-sozialen Volks dien st es", der bisher unter dem Ramen „Evangelisch- Volksgemeinschaft' geht, endgültig b.'gründet. Die Grün- dungsverfammlung fand im oberen Saale der Herberge zur Heimat statt unter dem Vorsitz des Vertreters der Volksgemeinschaft im Provinzialtag. Professor Koch. Der Landesvor- sitzende. Lehrer G r e b aus Mainz, entwickelte in seinem Vortrage die Ziele und Grundsätze der jungen politischen Gruppe, der zu ihrer eigenen Aeberraschung bei den letzten Kommunalwahlen in Preußen und einem Teil des übrigen Reiches ohne nennenswerte Vorbereitung weit über 400 000 Stimmen zugcfallen waren. — Die schweren Volksnöte der Zeit, so ungefähr führte der Redner aus, gründen letzten Endes in einem verhängnisvollen sittlichen Riedergang unseres Volkslebens. Wir erleben in einer Zeit traurigster politischer, wirtschaftlicher und sozialer Rot wachsende Äeppiakeit in den oberen, wie unteren Volksschichten sehen selbst berufene Leiter des Volkes ein schlechtes Vorbild geben. Die Zerrissenheit des Volkes wächst. Wenn der Weg nicht in den Abgrund führen soll, braucht unser Volk eine ganz neue und ganz ernste Besinnung auf tzie sittliche und sozial- Kraft des Christen- tumss Die drei Grundkräfte des Evangeliums: „Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Bruderliebe" müssen anders als bisher auch in unser politisches Leben Einbringen. Diesem Ziel möchte der „Christliche Volksdienst", der bei seiner Vereinigung mit her Gruppe der Christlichsozialen den Ramen „C h r i st l i ch-s ozialerVolksdienst" angenommen hat, sich zur Verfügung stellen. Die junge Gruppe lehnt es ab, sich selbst Partei zu nennen, sie möchte in das von den alten Parteien geprägte politische Leben neue Grundsätze und neue Methoden tragen. Sie will nicht andere Gruppen und Parteien bekämpfen, sondern lediglich positive Aufbauarbeit tun in vor- urteilslosir, sachlicher Zusammenarbeit mit allen dazu Willigen. So hofft sie dazu mitzuwirken, daß in die politische Verhandlung ein vornehmerer Ton einzieht. Sie will weder eine bürgerliche. noch eine proletarische Partei sein, son- dern, gleich unäbhängig von rechts und links, dem Volksganzen und der Versöhnung. einem gerechten Ausgleich dienen. Die Frage der Staatsform (Republik oder Monarchie) ist verhältnismäßig gleichgültig gegenüber der großen Frage nach dem Inhalt des Staats- und Volkslebens. Der Volksdienst lehnt Versprechungen an einzelne Volksteile ab. sein Programm ist das christliche Gewissen und das VerantwortungZbewußtsein gegenüber dem Volksganzcn. Der Redner stellt eine Pressenotiz richtig, die zu der irrigen Meinung führen mußte, es fei der Christlichsoziale Volksdienst eine neue Rechtspartei; der Dolks- dienst ist weder Rechts- noch Linkspartei. Auch ist es nicht richtig, daß sein Reichsvorfitzender der Abgeordnete Mumm ge- I worden sei. Mumm gehört dem Vorstand nicht
an, neu in ihn eingetreten sind die früheren chrtstlich-sozialen Arbeitervertreter und ReichS- tagsabgcordneten Hartwig und Hülse r. Die Reichsleitung liegt auch nach dem Eintritt der Christlich-Sozialen in den Händen der Stutt- gartcr Begründer des Dolksdienstes. — An der lebhaften und einmütigen Aussprache beteiligten sich die Herren Bechtold, Durmester, Horst. Koch, Lemp, Menken, Rorth und Schmitz. Den Vorsitz der Ortsgruppe übernahm auf einstimmigen Wunsch der Versammlung das Mitglied des Kreistages. Steuersekretär Lemp.
Daten für Mittwoch, 29. Januar.
Sonnenaufgang 7.42 Ahr. Sonnenuntergang 16.44 Ahr. — Mond aufgang 8.14 Ahr, Monduntergang 16.04 Ahr.
1763: der Dichter Ioh. Gottfried Seume in Poserna geboren; — 1814: der Philosoph Johann Gottl. Fichte in Berlin gestorben; — 1860: der Dichter Ernst Moritz Arndt in Bonn gestorben.
Gießener WochenmarLtprcise.
ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 180 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Spinat 25 bis 35, Wirsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.), Weißkraut 10 bis 15 (pro Zentner 7 bis 8 Mk.), Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.), gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Anterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70 bis 80, Endivien 80 bis 100, Meerrettich 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15 (Pro Zentner 10 bis 12 Mk.), Dirnen 10 bis 15 (Pro Zentner 8 bis 10 Mk.), Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 80, Eier 14 6iS 15, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 30 bis 35, Oöer- kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück.
Bornotizen.
— Tageskalender f ü r Dienstag. Stadttheater: „Die andere Seite". 19.30 bis 23 Ahr. — Gießener Konzert-Verein: Generalversammlung, 18 Ahr, im Musik-Institut der Uni- versität. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Still wie die Rächt und tief wie das Meer soll meine Liebe sein" und „Die Geburtstagsüberraschung". — Astoria-Lichtspiele: „Zirkus Tromboli" und „Rivalen in Afrika".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Die andere Seite" von Sheriff (Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch) beginnt um 19.30 Ahr. Ende 23.15 Ahr. — Morgen zum ersten Male „Du wirst mich heiraten!" Lustspiel von Verneuil. Spielleitung Hans T a n n e r t. Dühnenbilder Karl Löffler. Es wirken mit die Damen: Jahn, Doering, Jüngling, Mewes und die Herren Hais, Haeser, Linkmann, Tanncrt, Wesener, Zingel. — Am Donnerstag, 30. Januar, findet ein einmaliges Gastspiel von Paul Wegener statt. Es wird interessant sein, nach dem Dassermann-Gastspiel diese zweite Prominenz der deutschen Bühne zu sehen. Er spielt eine seiner besten Rollen, den Dr. Kerschenzew in Andrejews „Der Gedanke". — Freitag, 31. Januar, erste Wiederholung von Verneuils Lustspiel „Du wirst mich heiraten!".— Sonntag, 2. Februar, zum letzten Male, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen „Katharina Knie".
— Dühnenmaskenball „Gagit a". Man schreibt uns: Das diesjährige Fest der Gießener Bühnenkünstler findet am Samstag, 1. Februar, statt. Cs wird als Kostümfest in sämtlichen Räumen des Klubs veranstaltet. Alle Mitglieder des Solopersonals werden bestrebt sein, den Gästen einen vergnügten und. launigen Abend zu bieten. Der bunte Karnevalswirbel wird unterstützt durch Kabarett, Tombola, Tanz. An den Verkaufsständen und bei der Saalbedienung sind Schauspielerirmen und Schauspieler des Ensembles beschäftigt. Der Festausschuß legt Wert darauf, nochmals mitzuteilen, daß die Preise der Speisen und Getränke sehr mäßig sind und keinerlei unmäßige Aufschläge aufweisen. Es stehen mehrere Kapellen zur Verfügung, darunter die Jazzkapelle Husemeher. Alle Kostüme sind zugelasfen, kein Kostümzwang.
— Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Das nächste Konzert bringt am Sonntag, 2. Februar, 17 Ahr, den schon angekündigten Schumann -'Chopin - Abcnü des Pianisten Wilhelm Backhaus, der gerade in den letzten Wochen in europäischen Musikzentren, Berlin, Wien, Lissabon, London, Paris u. a., viele Triumphe gefeiert hat. Hinsichtlich des Programms sei hingewiesen auf die 0-Moll- Sonate und die sinfonischen Etüden von Robert Schumann, die wir seit Carl Friedberg nicht wieder hörten, sowie die 4. Sonate von Chopin mit dem Trauermarsch As-Our, Ballade und Berceuse. Das geschmackvoll gewählte Programm wird sicherlich für viele Musikfreunde von Interesse sein. — Als zweites Orchesterkonzert folgt
am Donnerstag, 13. Februar, dasjenige der M e i- ninger Landestheaterkapelle unter der Leitung von Dr. Temesvary.
— Einen Märchen-Nachmittag werden die Gießener Kinder am Freitag in einer Veranstaltung im Katholischen Dercinshaus besuchen können. Die Märchenerzählungen werden mit Lichtbildern ausgestattet fein. Näheres ist aus der heutigen An- zeige ersichtlich.
** Preußisch-Süddeutsche Klassen- ko t t e r i e. Die Erneuerung der Lose zu der am 8. Februar beginnenden Hauptklasse hat planmäßig spätestens bis zum 1. Februar bei Verlust des Anrechts zu geschehen. Die Beachtung dieser Frist wird dringend empfohlen, da über die nicht rechtzeitig erneuerten Lose anderweitig verfügt werden muß.
"DieGießener FreiwilligeFeuer- wehr feierte am Samstagabend in der Turnhalle ihr 74. Stiftungsfest. Der musikalische Teil wurde von Mitgliedern der Kapelle Weller- Ei n b r o d in bester Weise bestritten. Kommandant Fritz Wenzel begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Vertreter der befreundeten Wehren, sowie die SanitätSkolonnc. Stadtbaudirektor Braubach übermittelte die Grüße und Wunsche der Stadtverwaltung, insbesondere des zuständigen Dezernenten. Die Gießener Freiwillige Feuerwehr habe in den 74 Jahren ihres De- steheys manchen Wandel durchgemacht, doch in einem sei sie sich treu geblieben, in der Erfüllung ihrer Aufgaben, hier habe sie immer ihre Pflicht getan. Anter Hinweis auf die Tatsache, daß dem Kommandanten der Wehr F. Wenzel gelegentlich seines 60. Geburtstages eine Auszeichnung des Hessischen Staates für 40jährige Dienstzeit verliehen worden sei, überreichte er im Auftrage des hessischen Ministeriums Auszeichnungen für 25jährige Dienstzeit an die Kameraden Schreiber und Lö- ber, außerdem im Auftrage der Stadt Diplome für 15jährige Dienstzeit an die Kameraden Funk, Wiedemeyer und Dollmann. Brandmeister Betz übermittelte den Kameraden I. H e i ß l e r, H. F l a ch und E. Malkome- s i u s als Geschenk der Wehr je eine Ahr für 25jährige Dienstzeit, außerdem im Auftrage deS Reichsverbandes der Steiger Heinrich Wagner für 15jährige Dienstzeit eine silberne Schnalle. Kamerad 3. Heikler dankte im Ramen der Dekorierten für die Auszeichnungen. Schmidt (Lang-Göns) übermittelte die Gruße der Feuerwehr Lang-GönS, Henkel (Daubring':n) überbrachte Grüße und Wünsche der Daubringer Feuerwehr. Das übrige Programm enthielt vor allem exakt ausgeführte turnerische Darbietungen von Damen und Herren des Turnvereins 1846. Außerdem wurde von Mitgliedern der Feuerwehr eine viel Heiterkeit erregende Posse zur Aufführung gebracht. Den Schluß der Veranstaltung bildete ein Ball.
* Der Verein für Sterbeunter st ü t - z u n g hielt am Sonntag im ..Postkeller" seine Jahresversammlung. Au; dem Jahresbericht war zu ersehen, daß im Jahre 1929 41 Mitglieder starben, darunter zwölf, die seit Gründung der Kasse (1888) dem Verein angehören; die im Vergleich zu anderen 3ahren hohe Sterblichkeitsziffer hat ihre Arsache in dem strengen Winter mit seinen Folgeerscheinungen, besonders der Grippe. Troy der hohen Ster blichkeitszifser konnte die Kasse ihre statutarischen Derpslichtungen gegen die Hinterbliebenen nachkommen und bei einem Bestände von 1863 Mitglieder mit einem Kassen- bestand von 10 176 Mk. in das neue Jahr eintreten. Mit einem Beitrag von 25 Pf. pro Mitglied und Sterbefall oder 16 Pf. wöchentlich konnte sich jedes Mitglied eine Anterstühung von 370 Mark sichern. Für die eingetretenen 41 Sterbesälle konnten 15170 Mk. den Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Vorstand und Auf- sichtsrat wurden durch Zuruf wiedergewählt. Rach Erledigung der Tagesordnung hielt Mitglied Elle einen kurzen Vortrag über die Entwicklung der Feuerbestattung im Reiche und ihre Auswirkung auf Hygiene, Aesthetik und kommunale Wirtschaftlichkeit.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
Eisenrolh. Die Pension eines Invaliden gilt als Einkommen und ist mithin kirchensteuerpflichtig.
fi. 3-> Wißmar. Nach §8, Ziffer 5 des Einkommensteuergesetzes bleiben Vorzugsrenten auf Grund des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juni 1925 bei der Ermittelung des Einkommens außer Ansatz.
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2. Fifchereibezirk Nr. II „Die Schwalm" (Koppelfifcherei) und der einmündendc Mühlgraven bei der Reitzenmühle in der Gemarkung Heidelbach, Münch- leusel, Schrecksbach und Hattendorf, zirka 7,5 km. 765D
Die Bestandszeit beginnt mit dem 1. Ja. nuar 1930.
Nähere Auskunft erteilt das unterfertigte Forstamt.
Die Pachtliebhaber, deren Befähigung zur Pachtuna nicht notorisch festliegt, wollen sich rechtzeitig vor der Verpachtung ausweifen.
Alsfeld, den 27. Januar 1930.
Hessisches Forstamt Eudorf.
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