postamisnevbau ttt Lauterbach.
L Lauterbach. 25. Febr. Der Stadtoor - sta n d beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung zunächst mit der Frage der Erbauung eines neuen Postgebäudes. Bürgermeister Walz gab einleitend von den diesbezüglichen Verhandlungen mit der Oberpostdirektion Darmstadt Kenntnis. vie Verhandlungen haben nach den Ausführungen des Bürgermeisters zu folgender Vereinbarung geführt:
1. Die Erbauung des Postgebäudes erfolgt durch die Stadt Lauterbach. Die Baukosten, ausschließlich der Kosten des Bauplatzes, werden vom Tage des Einzuges von der Post verzinst und getilgt. Die Tilgungsquote wird so anaesetzt, daß die Tilgung in etwa 18 Jahren erfolgt ist.
2. Die Baugelder werden während der Bauzeit bis zur Vollendung und Bezug des Gebäudes von der Reichspost gestellt, und es wird eine Verzinsung für dieses Geld nicht gefordert.
3. Nach Bezug des Gebäudes ist das Baukapital von der Stadt zu stellen. Die Reichspost verpflichtet sich, den hierfür in Frage kommenden Geldgeber zu benennen und die Abrechnungen, wie Mieten, Zinsen und Tilgung mit der betreffenden Bank direkt zu tätigen. Steuern und Unterhaltung des Gebäudes trägt vom Tage des Einzuges die Post.
4. Der Bauplatz in Größe von etwa 1500 Quadratmeter in der Bahnhofstraße wird von der Stadt Lauterbach gestellt. Dafür ist die Stadt berechtigt, die Gebühren für das Selbstanschlußamt in Höhe von 60 Mark pro Telephonanschluß zu erheben.
5. Weiter stellt die Stadt das vor dem Neubau liegende Vorgartengelände in etwaiger Größe von 120 Quadratmeter, sowie das erforderliche Straßengelände noch abgegebener Lageplanskizze in Größe von etwa 300 Quadratmeter zur Verfügung. Außerdem stellt die Stadt die Bausteine, soweit Bruchsteine für Fundamente und Einfriedigung in Frage kommen, etwa 650 Kubikmeter zum Preise von 2,50 Mk. pro Kubikmeter ab Bilsteinbruch in Lauterbach.
Die Dau-- unZ) Finanzkommission empfahl dem Gemeindcrat die Annahme dieser Vereinbarung. Der Stadtvorstand beschloß demgemäß; weiter beschloß er, daß bei der Ueberetgraing des Gebäudes an die Post sämtliche hierdurch evtl, entstehende Kosten von der Post zu tragen sind. Ferner wurde noch beschlossen, der Post aufzugeben, für den Fall, daß die Teilnehmer sich weigern, die Gebühren für das Selbstanschlußamt zu bezahlen, diese Gelder auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen einzuziehen und. an die Stadt abzuliefern. Der Bürgermeister tourte von der Versammlung ermächtigt, auf der Grundlage der getroffenen Bereinbarun« gen mit der Post weiter zu verhandeln.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß sich die Postverwaltung für den Bauplatz in der Bahnhofstraße entschieden hat. Die Kosten der Baureifmachung des Platzes betragen schätzungsweise 8000 bis 10 003 Mark, welche die Post- Verwaltung übernimmt, während die Stadt den Bauplatz mit 1530 Quadratmeter, sowie das Vor- gartLNgelände mit etwa 120 Quadratmeter und das Straßengelände mit etwa 300 Quadratmeter zur Verfügung stellt. Der eigentliche Bauplatz kostet rund 11 000 Mark. Dieser Betrag wird durch die eingehenden Gebühren für das Selbstanschlußamt gedeckt, so daß von der Stadt nach den Ausführungen des Bürgermeisters etwa 2500 bis rund 3300 Mark für die Errichtung des neuen Postgebäudes aufzubringen sind.
Landkreis Gießen.
• Watzenborn-Steinberg, 27. Febr. Gestern ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Der 58 Jahre alle Landwirt Georg Häuser stürzte bei Arbeiten in der Scheune ab und blieb mit schweren Kopfverletzungen und einem Bruch des Schlüsselbeins an der Unglückstelle liegen. Alsbald herbeigerufene ärztliche Hilfe widmete sich dem Verunglückten und veranlaßte die Ueberfüh- rung des bedauernswerten Mannes durch die Fret-
Nie blonde Sklavin.
ZRomon von Hermann Weick.
17 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Eva wollte auffahren, Honnecker widersprechen. Dann aber wandte sie sich wortlos ab. Felix stand ihr viel zu hoch, als daß sie diesem Menschen gegenüber noch weitere Worte zu seiner Verteidigung verschwendete!
„Ich habe mich in Berlin nach deinem Freund erkundigt," fuhr Honnecker nach kurzer Pause fort „Ich wollte doch wissen, mit wem du diesen geheimnisvollen Ausflug an die Ostsee machtest; Ich habe da allerhand interessante Dinge erfahren!"
Er faßte Eva am Arme und zwang ihre Blicke in die seinen.
„Weißt du, daß Schulhofs verlobt ist?"
Eva fuhr zurück.
„Das ist nicht wahr!"
„Es ist wahr! Ich bin genauestens informiert! Seine Braut ist die bekannte Tennismeisterin Lu Horwitz!"
Mit herabhängenden Armen stand Eva Witte da. Als habe ein Abgrund sich vor ihr aufgetan, war ihr zumute. Mit leeren Augen sah sie vor sich hin. Langsam schüttelte sie den Kops.
„Das kann nicht sein ...“, sagte sie heiser.
Mitleidslos blickte Honnecker aus die Gebrochene. Das hatte gesessen! Jetzt galt es. Eva vollends zu zermürben: dann würde sie willenlos mit ihm noch Berlin zurückkehren; davon war er überzeugt.
„Fräulein Horwitz scheint von den Seiten- sprängen ihres ehrenwerten Verlobten Wind bekommen zu haben," sagte er lächelnd, als erzähle er einen Dchepz. ..Wahrscheinlich stammte der Bries, den er erhielt und der ihn zur sofortigen Reise nach Berlin veranlaßte, von ihr. Er wird es wohl kaum auf einen Bruch mit seiner Braut ankommen lassen, zumal ihr Vater mehrfacher Millionär ist!"
Wie aus weiter Ferne hörte Eva Witte die Worte Honneckers. Sie begriff deren Sinn nicht.
Was sagte Honnecker: der Brief, den Felix bekommen hatte, sei von seiner Braut gewesen? ... Felix hatte aber doch behauptet, daß der Brief von feinem Prokuristen stamme ... und daß er von geschäftlichen Dingen handle ...
Ein Zittern befiel Eva.
Es war chr eingefallen, daß Felix, als er von dem Dries gesprochen hatte, einen verstörten Eindruck gemacht hatte. Sie hatte Räheres von dem Inhalt des Brieses wissen wollen ..., aber er war mit beschwichtigenden Worten darüber hinweggegangen er wolle ihnen beiden den.
willige Sanilatskolonne vom Roten Kreuz in Gießen nach der dortigen Chirurgischen Klinik.
V Watzenborn-Steinberg, 24. Febr. Bei sehr gutem Besuch veranstaltete gestern abend der hiesige Evang.Kirchengesangverein seinen dieswinterlichen Familienabend. Die Chöre des Vereins, die mit gewohnter Exaktheit vorgetragen wurden, machten auf die Zuhörer tiefen Eindruck. 3n dem von Sänger Karl Jung ge- fvrochenen Dorspruch kamen in dichterischem Schwung vortrefflich Ziel und Sinn des Abends zu beredtem Ausdruck, so daß der Ortspfarrer in feiner Eröffnungsansprache das Gehörte nur zu unterstreichen brauchte, um dann auf das innere Recht zu solcher Veranstaltung unter den augenblicklichen schweren Zeitverhältnissen einzugehcm. Stürmischen Beifall lösten drei flott gespielte Einakter aus, darunter eine Lokaldichtung unseres um den Verein sehr verdienten Mitgliedes Lehrer Philipp, zur Zeit in Offenbach, „Lius läiwer Kirchechor". Die örtlichen Verhältnisse int Verein erfuhren eine treffende Beleuchtung und manche Wahrheit ivurte da in feiner Weise den Mit- glledern nahegebracht, deren Beherzigung nur von Segen sein könnte. Der Verfasser, der sich mit seiner Schwägerin Frl. Hilde Gorr in die prachtvoll gespielten Rollen teilte, bot im Laufe des Abends noch manche Probe feinen Humors. So verflogen rasch die Stunden, und der Pfarrer konnte in seinem Schlußwort allen Mitwirkenden für einen wohlgelungenen Abend danken, damit die Hoffnung verbindend, daß dem äußeren Verlauf die innere Wirkung entsprechen möchte.
6 Großen-Linden, 25. Febr. Am Montag war durch den Ortsausschuß der Volks - nationalen Reichsvereinigung (V. R.) ku einer öffentlichen Versammlung im Schaum- schen Saale eingeladen worden. Diese erste Veranstaltung der V. R. begegnete lebhaftem Interesse und hatte sich eines besonders starken Besuches zu erfreuen. Studienrat Dr. Gebhardt aus Gießen verstand es, in Inständiger Darlegung die Zuhörer in hohem Maße über die Ziele und den Zweck der neuen Volksbewegung zu unterrichten. Die anschließende Aussprache war sehr rege und verlief in harmonischer Weise. Die Versammlung hinterließ einen starken Eindruck, das in der Beitrittserklärung einer erheblichen Anzahl der Anwesenden zum deutlichen Beweise wurde. In aller Kürze gedenkt der Ortsausschuß wieder eine Versammlung einzu- berufen, um weiten Kreisen unseres Städtchens Gelegenheit zu geben, sich aber die Volksnationale Reichsvereinigung ein möglichst klares Bild zu machen.
ch Alten-Buseck, 26.Febr. In den Freiherrn von Rordeck zu Raöenauchen Waldungen sand gestern eine Drennholzversteigerung statt, die stark besucht war- Die Preise waren niedriger als bei den letzten Versteigerungen. Es kosteten: 2 Raummeter Fichtenscheiter 18 bis 21 _ Mk., Eichenknüppel 12 bis 14 Wk., Kiefern- knüppel 11 bis 13 Mk., Fichtenknüppel 11 bis 12 Mk.: Schichthaufen (Fichten) pry Stück 7 bis 12 Wk-: Eichenreiser je 5 Raummeter 5 bis 8 Mk., Fichtenreiser. unaufgearbeitet, je Los 2 bis 4 Mk-: Derbstangen (Fichten) 1. Klasse pro Stück 2 bis 2,20 Mk., 2. Klasse 1 bis 1,50 Mk.
v. Londorf, 25. Febr. Da bas seitherige Vorstandsmitglied der israelitischen Religionsgemeinde Londorf und Filialen, Julius Jonas (Londorf), seine im Januar erfolgte Wiederwahl nicht annahm, wurde bei der am vorigen Freitag oorgenommenen nochmaligen Wahl Kaufmann Markus Kares (Londorf) als Vorstands- Mitglied gewählt. — Am Sonntagnachmittag fand im Saale von Ludwig Lich eine Versammlung des Gewerbevereins Londorf und Allen- darf a. d. L d a. statt, um über den Sitz der Gewerbe schule, die in Londorf ist und auch von Allendorf beansprucht wurde, sowie über die Verschmelzung beider Ge w e r be v e re i n e
schönen Morgen nickt verderben, hatte er gesagt, und darauf von anderem gesprochen ...
Warum hatte Felix nicht offen mit chr geredet?
Hatte es sich mit dem Brief wirklich verhalten, wie er sagte? ... oder ... hatte Honnecker recht: daß der Brief von seiner Braut stammte? ... und war deshalb Felix so verlegen gewesen? ...
Eva Witte griff sich zum Kopfe.
Wohin verirrte sie sich! Wie konnte sie solche Gedanken hegen, wie an Felix zweifeln!
Alles war ja Lüge, was Honnecker gesagt hatte! Daß Felix verwbt sei, daß der Brief von seiner Braut stammte, daß er zu ihr nach Berlin gefahren sei .... alles war Lüge und von Honnecker nur vorgebracht, um sie an Felix irre zu machen.
Aber dieses durchsichtige Spiel sollte dem Falschen nicht gelingen.
Sie trat auf Honnecker zu und sah chn furchtlos an.
„Du mußt dir für deine Lügen jemand anderen suchen!" sagte sie zornbebend. „Wenn Felix verlobt wäre, hätte er mir dies nicht verschwiegen!"
„Meinst du?" erwiderte Honnecker gelassen. Er zog eine illustrierte Zeitschrift aus der Tasche, schlug sie auf und zeigte Eva ein Bild. „Vielleicht betrachtest du einmal diese Photographie!"
Widerstrebend sah Eva Witte auf die Zeitschrift. Sie las etwas von internationalen Tenniskämpfen in Rizzo.
Plötzlich riß sie das Blatt an sich.
Auf einem der Bilder hatte sie Felix Schulhofs entdeckt. An seiner Seite stand, mit hochmütigem Lächeln, eine ungewöhnlich schöne Dame im weißen Tenniskleid, das Rakett in der rechten Hand.
Evas Blicke verkrampften sich in das Blld.
Die Gesichter darauf schienen gespenstisch zu grinsen, sie spöttisch anzulachen.
Das Bild verschwamm vor Evas entsetzten Augen. Rur die Unterschrift lohte ihr wie mit Feuermalen entgegen: „Lu Horwitz, die deutsche Tennismeisterin, mit ihrem Verlobten, dem Berliner Architekten Felix Schulhofs."
Ein furchtbares Stöhnen kam über Evas Lippen. Die Zeitschrift entfiel chren Händen.
..Run?" ... sagte Honnecker triumphierend.
Mit leblosen Augen sah Eva vor sich hin. In ihr war alles tot; ausgelöscht jede hoffende Regung, jede Kraft zum Widerstand.
„Fährst du mit mit nach Berlin zurück?" fragte Honnecker.
Eva nickte zustimmend.
Jetzt war ja alles egal .... ob sie hier blieb ... ober mit ihrem Peiniger wieder in das Gefängnis zurückkehrte ...
XVIII.
Erwartungsfreude beflügelte Felix Schulhoffs Schritte. Er hatte Eva von seiner 'Rückkehr nicht benachrichtigt, da er sie überraschen wollte.
eine Aussprache herbeizuführen. Syndikus Röhr (Gießen) hielt einen Vortrag, in dem er besonders das Für und Wider hinsichtlich der Gewerbeschule in klarer, objektiver Weise darlegte. Nach ausgedehnter Debatte wurde von der sehr gut besuchten Versammlung der Beschluß gefaßt, die Schulfrage in Anbetracht der noch unklaren Maßnahmen der Regierung in allen Schulfragen zurückzustellen. Hinsichtlich der Verschmelzung beider Gewerbevereine war man allgemein dafür, jedoch soll in einer späteren Versammlung erst endgültig darüber Beschluß gefaßt werden, damit jeder Verein die Sache in einer eigenen Versammlung nochmals besprechen kann.
-n- Ober-Bessingen, 23. Febr. Heute hielt der Gesangverein „Reue Eintracht" seinen Familienabend im Saale von Gastwirt Kell ab. Rach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Heinrich Heinz und dem Gesang des Ehores „Mein Mütterlein" gab der Dirigent bekannt, daß die Veranstaltung ein „Oberhessischer Heimatabend" fein solle, wozu der bekannte Heimatdichter Georg Heß von Leihgestern gewonnen wurde. Vom „Mütterlein", der Muttersprache, den oberhessischen Sitten und Gebräuchen, ging der Redner dann kurz auf die oberhessische Heimat ein. Hierauf kam Herr Georg Heß zu Wort. Aus unerschöpflichem Born sprudelten ernste und heitere Dichtungen, launische Vorträge voll wunderbarem Humor und drastischer Wirkung. Man kam nicht aus dem Lachen heraus. Heß kennt das oberhessische Land- und Stadtleben. Ein gutmütiger, nicht verletzender Spott trifft den Städter wie den Bauer, zeigt die Licht- und Schattenseiten. Man wurde immer mehr in den Bann des vielseitigen Darstellers oberhessischen Volkslebens gezogen. Bald spielte er die Ziehharmonika zu alten deutschen Volkstänzen, darauf folgte ein Gedicht, plötzlich schmetterten Trompetentöne und kurz darauf faß er am Harmonium und spielte ein altes Volkslied. Auch der Gesangverein war nicht untätig. Hei- matchöre in gutem Vortrag füllten die Pausen aus. Es war nach Mitternacht, als der Dichter sein Abschiedslied vortrug. Der Gesangverein „Reue Eintracht" blickt auf einen Familienabend zurück, der einzigartig in seiner Dereinsgeschichte dasteh t.
# Hungen, 26. Febr. Vor einigen Tagen verdarb Bergwerksdirektor i. R. Wilhelm S ch i f f m a n n. Der Verblichene war eine weit über die Grenzen unserer engeren Heimat bekannte Persönlichkeit. Neben seiner früheren Berufsarbeit als Leiter der Gewerkschaft „Friedrich" in Trais- Horloff fand er noch Zeit und Muhe zu Forschungen auf dem Gebiete der Archäologie. Daneben war er ein besonderer Kenner der einheimischen Pflanzenwelt. Die zahlreichen Ausgrabungen in der Umgebung sind auf seine Anregungen zurückzuführen: sie haben in gemeinschafllicher Arbeit mit dem Denkmalspfleger für die Provinz Oberhessen, Prof. Helmke (Gießen), wertvollen Aufschluß erbracht über die vorgeschichtliche Zeit unserer Gegend und das Oberhessische Museum um manches wertvolle Stück bereichert.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
—Ö— Lützellinden, 24. Febr. Bei einer dieser Tage hier stattgehabten Grund st ücksoer- p a ch t u n g wurden die zum Ausgebot kommenden Feld- und Wiesenflächen mit verhältnismäßig hohen Preisen bewertet. Für Ackerland in guter Qualität betrug das Höchstgebot je nach Lage bis zu 2,50 Mark Jahrespacht pro 100 Quadratmeter, während Wiesen mit mittelguten Bodenverhältnissen etwa 2 Mark je Ar kosteten. Die Pachtdauer erstreckt sich auf den hierorts üblichen Umfang von 9 Jahren.
<> Niederkleen, 24. Febr. Hier hat sich eine neue Kosse gegründet, die den Namen „Vorschuß- und Kreditkasse" trägt. Der Kaste sind bis jetzt über 20 Mitglieder beigetreten.
Run stand er vor dem schmucken Fischerhaus. Mit ein paar Sätzen sprang er die Treppe hinauf, er riß die Türe zum Wohnzimmer auf ...
Das Zimmer war leer.
War Eva ausgegangen?
Er hatte auf dem Herweg mit seinen Dllcken den ganzen Strand abgesucht, sie aber nirgends entdeckt.
Vielleicht war sie in die Dünen gewandert ...
Er öffnete die Türe und rief:
„Frau Dlunck!"
Schleppende Tritte kamen den Gang her. Eine alte, weißhaarige Frau, die Besitzerin des Hauses, trat ins Zimmer.
„Ist Fräulein Witte auSgegangen T fragte Schulhofs.
Das runzelige Gesicht der alten Frau zeigte Erstaunen.
„Fräulein Witte ist gestern abgereist.-
Bestürzt sah Schulhofs die Alte an.
„Abgereist? ..."
„Gestern, gegen Abend. Ich dachte, Sie wüßten davon."
Ratlos sah Schulhofs im Zimmer umher. Eva war abgereift! ... Was hatte das zu bedeuten? ...
„Hat Fräulein Witte feine Rochricht für mich binterlafien?" fragte er dann rasch.
Die Frau schüttelte den Kopf.
„Fräulein Witte sagte nur, daß sie sofort Heimreisen müsse."
Ein Gedanke tauchte in Schulhofs auf.
Zweifellos war Eva nach Berlin zurückgefahren. Sie hatte wahrscheinlich das Alleinsein nicht länger ertragen, vielleicht auch befürchtet, daß er, Felix, länger als er dachte, in Berlin zurück- gehalten würde; da wollte sie in seiner Rähe fein.
Ja, so verhielt es sich gewiß! älnd währeird er nun wieder an die Ostsee zurückfuhr, suchte sie ihn in Berlin ...
„Ich habe mir Sorgen wegen Fräulein Witte gemacht," fuhr die alte Frau nach kurzer Pause fort. „Sie war ganz blaß und verstört: ich habe sie auch gefragt, ob ihr etwas fehle, sie hat mir aber keine Antwort darauf gegeben, als habe sie meine Worte nicht gehört."
Sorge bemächtigte sich Schulhoffs.
War Eva krank geworden? ... War sie darum abgereist? ...
Die Frau trat zum Fenster.
„Don hier aus sah ich sie durch den Vorgarten gehen. Sie konnte chren Koffer kaum tragen. Bei der Türe wäre sie beinahe gefallen: aber der Herr, der sie im Auto abhvlte, fing sie noch rechtzeitig auf ...“
Schulhofs stieß einen wilden Schrei aus. Er sprang auf die alte Frau zu und saßte sie am Arme,
Zum Vorsitzenden wurde der Landwirt Wilhelm G l a u m. zum Kontrolleur der Landwirt und Zimmermann Louis Ulm und zum Kassierer der Landwirt Heinrich Ohly gewählt. Die Kass« ist gerichtlich eingetragen.
Dornholzhausen, 23. Febr. Nachdem der Landrat die Wiederwahl des Gemeindevorstehers Watz sowie des Gemeindevorsteher- Stellvertreters Lotz bestätigt hat, wurden diese in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats durch Bürgermeister Dr. Reumann. Groß-Rechten- bach, in ihr Amt eingeführt.
Maingau.
F r a n k s u r t a. M., 26. Febr. (WSN.) Heute mit. tag ereignete sich in der Lindenstraße ein tödlicher Unglücksfall. Der 21 Jahre alle Stus- laufer Franz Hennermann beschäftigte sich a u f der Straße mit dem Kicken eines Fuß balle, als er von einer Autodroschke erfaßt und überfahren wurde. Er trug dabei so schwere innere Verletzungen davon, daß er bald nach der Einlieferung in das Krankenhaus verstarb.
Die Lieberfatte auf Autos beiDarmstadt aufgeklärt.
WSR. Darmstadt. 26. Febr. Die in der Rächt zum 22. Februar in der Rähe von Büttelborn verübten Heberfälle auf Automobilisten sind heute von der Darmstädter Kriminalpolizei und der Gendarmerie in Griesheim aufgeklärt worden. Als Täter kommen vier junge Männer aus Griesheim bei Darmstadt in Frage, die bereits eia Geständnis abgelegt haben. Rach den bisherigen Ermittelungen glaubt die Polizei, daß es sich mehr um ein R ohe i t s d e l i k t handelt, als um einen räuberischen Lieberfall in der Absicht, die Insassen der Kraftwagen zu berauben. Inzwischen hat sich auch ein Automobilist aus Wiesbaden gemeldet, der einen Schuß in den Arm erhalten hat.
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Kleine Strafkammer Gießen.
® Gießen, 21. Febr. Im Juni vorigen Jahres war es in einem Dorfc im Kreise Gießen zu Reibereien zwischen Burschen aus diesem und dem benachbarten Dorfe gekommen, die schließlich in Tätlichkeiten aus arteten- Hierbei echiät der Zeuge W. einen derartigen Schlag mit einem Stück Holz auf den Kopf, daß er der Chirurgischen Klinik in Gießen zugesührt werden muhte. Hier wurde festgestellt, daß der Schädelknochen vorletzt war und das Gehirn freilag. Als Täter wurde alsdann der Angeklagte S- aus E. ermittelt und von dem Amtsgericht Laubach zu einer Gefängnisstrafe von einem Wv - n a t verurteilt- Er wollte von der Strafkammer freigesprochen sein, da er in Rotwehr gehandelt habe. Davon kann nach dem Ergebnis der umfangreichen und sehr eingehenden Beweisaufnahme keine Rede sein, doch sah die Strafkammer die Sache mllder an und ließ es bei einer Geldstrafe von 100 Mark bewenden.
In der Plockstraße war es im Sommer vorigen Jahres zu einer Schlägerei gekommen, bei der ein Student erheblich verletzt wordeit war. Das Amtsgericht hatte drei an der Tat beteiligte Personen zu mehrmonatigen Eefängnis- strafen verurteilt. Zwei hatten sich bei dem Urteil beruhigt, während der Angeklagte St- Berufung verfolgte. In ilebereinftimmung mit dem Antrag der Staatsanwaltschaft wurde feine Strafe um einen Monat ermäßigt.
Erfolg hatte auch die Berufung eines hiesigen Wirtes, der auf dem Schützenfest in Differenzen mit einem Schupobeamten geraten und wegen Beleidigung von dem Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Die Strafkammer sprach ihn insoweit frei und bestätigte nur die von dem Amtsgericht ausgesprochene Strafe wegen Uebertrehmg der Verkehrs- Vorschriften.
«Ein Herr war hier?... Ein Herr?..."
„Er kam mit einem großen Automobil vors Haus gefahren, gerade als Fräulein Witte hinunterging. Ich glaube aber, daß er schon vorher hier bei ihr war; mir war, als hätte ich kurz zuvor eine Männerstimme unten gehört."
In Schulhofs war ein Aufruhr der Gedanken. Er wollte den furchtbaren Verdacht, der sich ihm ausdrängte, nicht glauben; aber mehr und mehr wurde er ihm zur Gewißheit.
„Wie sah der Mann aus?" fragte er, seiner Erregung kaum mehr mächtig.
Die Beschreibung, die die Alte gab, paßte auf jenen Herrn, in dessen Gesellschaft er Eva vor kurzem in der Berliner Städtischen Oper gesehen hatte.
Wahnsinniger Schmerz preßte Schulhofs die Brust zusammen.
Eva war wieder in der Gewalt dieses Menschen! Hilflos war sie seiner Macht preisgegeben!
Warum war er nicht dagewesen, um sie vor ihrem Todfeind zu schützen?...
Wie gehetzt lief Schulhofs in dem Zimmer hin und her. Er fühlte seine Ohnmacht wie eine blutende Wunde.
So hatte dieser Mann doch ihre Spur, die sic so geflissentlich verborgen hatten, entdeckt! In diesem einsamen, abgelegenen Dors hatte er sic aufgefunden.
Wie war das möglich?...
Schulhofs hielt in seinem ruhelosen Gang durch das Zimmer plötzlich ein. Starr sah er vor sich hin.
Llnbegreislich war ihm, daß Eva sich ihrem Feind gegenüber nicht bis zum Aeußersten gewehrt hatte... sondern ihm wie eine Hörige gefolgt war!
Stand sie so stark unter seinem Einfluß?... Hatte er so große Macht über sie?...
Tiefe Riedergeschlagenheit bemächtigte sich Schulhoffs. Wie gebrochen sank er auf einen Stuhl. Er wußte sich keinen Rat.
Ein neuer Gedanke jagte ihn auf.
^Vielleicht lag in Evas Zimmer ein Brief für ipn, vielleicht hatte sie ihn irgendwo verborgen, damit der andere chn nicht entdecken sollte.
Er eilte in Evas Zimmer, durchsuchte die Kommode, den Schrank, auch in seinem eigenen Zimmer sah er überall nach; vergebens!
Schulhoff wurde es mit einem Male zu eng im Zimmer.
Wie von Furien gehetzt, hastete er draußen ziellos umher. Er warf sich in den Sand und stöhnte seine unermeßliche Rot hinaus. Zerbrochen lag das Glück, an das er geglaubt hatte.
Ohne Abschied war Eva von chm gegangen... ohne ein Wort der Erklärung ... Sie war ihres Weges gegangen... mochte er sehen, wie er sich mit seinen Schmerzen, feiner Enttävlchung ab* sand... „ (Fortsetzung folgt)
' 'Mm 1-J UH haben der aadenbrS will'gst l niad)un0. schlagen ' (fließen,
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