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sozialistische Diktatur und keinen Internationalis­mus. Daß sie gesterrn T a r d i e u bei Betreten des Sitzungssaales beglückwünschte, geschah, weil er der Gegenspieler des Ministeriums war, das gestern ver­urteilt worden ist.Echo de Paris" tritt für Tardieu als Nachfolger Chautemps ein. Die gestrige Abstim­mung sei ein Bertrauensootum für Tardieu.Oeuvre" wirft die Frage einer Par­lamentsauflösung auf. Das Blatt erklärt, wenn die Auflösung in Frankreich Brauch wäre, würde das die Sache wesentlich Vereinsachen. Aber das ist nicht der Fall. Es muß eine vernünftige Lö­sung ohne Auflösung gesucht werden. Im soziali­stischenPopulaire" schreibt der Generalsekretär Faure: Wieder einmal ist der Beweis erbracht, daß die Mehrheit rechtsgerichtet ist. Wenden wir uns also an die Bauern und Arbeiter und bereiten wir im übrigen die Wahlen von 1932 vor. Das ist der Kampf, um den es sich in Wahrheit handelt.

Kabinellskrisis und Flotten­konferenz.

L o n d o n, 26. Febr. (WTB. Funkspruch.) Als der Sturz des Kabinetts Chautemps gestern abend hier bekannt wurde, äußerte ein Mitglied der französi­schen Delegation: Es besteht keinerlei Anzeichen da­für, daß wir nach Paris zurückberufen werden. Unsere Sachverständigen sind nach wie vor in Lon­don. Natürlich können wir keine Fortschritte machen, soweit wichtige Fragen in Betracht kommen, bevor die neue Regierung gebildet ist und wir unsere Führer in London haben.

DerDaily Telegraph" sagt: Macdonald wird heute eine Sitzung der Delegierten einberufen, um darüber zu entscheiden, ob die Bildung eines neuen französischen Kabinetts abgewartet werden soll, oder ob die Konferenz sich bis zu einem be­stimmten Datum vertagen soll.

Gestern scheinen wichtige Verhandlungen zwischen dem amerikanischen Senator Reed und dem japa­nischen Botschafter M a t s u d e i r a geführt worden zu sein. In amtlichen Kreisen wird die Ansicht ver­treten, daß bei der unbestimmten Zeitdauer der fran­zösischen politischen Krise die Gelegenheit benutzt wer­den sollte, um die Erörterungen über Fragen fort­zusetzen, die von besonderem Interesse für Großbritannien, Amerika und Japan sind.

Sin gefährlicher Gegenspieler. Wird Quesnah Präsident der Internatio­nalen 3oMunpöbflitt ?

Berlin, 26. Febr. (Priv.-Tel.) In Rom sind die Präsidenten der Notenbanken ;u- sammengttreten, um sich über die Person des Di­rektors der Internationalen Zah­lungsbank einig zu werden. Wir haben keine Hoffnung mehr, daß es gelingen wird, einen Neu­tralen oder einen Amerikaner in den Sattel zu he­ben. Es besteht vielmehr alle Aussicht dafür, daß der Franzose O u e s n a y das Rennen machen wird. Wird er gewählt, dann werden wir uns auf böse Zeiten gefaßt machen dürfen. Ouesnay hat schon in Baden-Baden gezeigt, daß es für ihn nur die Wah­rung der Interessen Frankreichs gibt. Steht er erst an der Spitze der Bank, dann wird er auch dafür sorgen, daß das Milliardenkapital dieser Bank e nt- wederzugunsten Frankreichs angelegt oder als Kampfwaffe gegen die deut­sche Wirtschaft benutzt wird. Die Reichs­regierung war sich von vornherein darüber klar, daß' Ouesnay als Bankdirektor ein gefährlicher Ge­genspieler sein wird, sie hat auch alle Hebel in Be­wegung gesetzt, um eine Mehrheit für eine andere Persönlichkeit zu finden. Verschiedene bekannte ame­rikanische Bankiers haben aber ab gelehnt, nach Basel zu gehen, auch über Neutrale konnte in den unverbindlichen Vorbesprechungen ein Einvernehmen nicht erzielt werden, so daß Frankreich schließlich alle Trümpfe zugunsten Ouesnays ausspielen konnte. Man wird dem nun entgegenhalten kennen, daß der Franzose an die Satzungen der Bank ge­bunden ist und Deutschland das Recht hat, seine Absetzung zu verlangen, wenn er seine Befugnisse überschreiten sollte. Aber Ouesnay wird schon ge­schickt genug operieren, um keine Angriffsflächen darzubieten, besonders bann, wenn einmal Revi« s i o n s p l ä n e zur Debatte stehen sollten, von de­nen Frankreich natürlich niemals etwas wird wissen wollen.

Oie deutsch-österreichischen Wirtfchastsvereinbarunqen.

Berlin, 26. Febr. (Priv.-Tel.) Allmählich wer­den Einzelheiten über die zwischen dem österreichi­schen Bundeskanzler Dr. Schober und Reichs­kanzler Müller getroffenen wirtschaftspolitischen Vereinbarungen bekannt. Es handelt sich dabei, wie mir aus gut unterrichteter Quelle erfahren, um die Festlegung des prinzipiellen Ver­tragswertes, während die einzelnen Positionen noch nicht verabredet worden sind, da diese ,m>hr technischen Fragen der Berechnung der Zollsätze den Sachreferenten überlassen bleiben mußten. Aus die­sem Grunde werden die beiderseitigen Delegationen am 1 7. M ä r z i n W i en wiederum zusam- mentreten. Ein früherer Termin war unmöglich anzuberaumeN, da der Führer der österreichischen Delegation, Sektionschef Schüller, zur Zeit noch an der Genfer Zollwaffenstillstandskonscrenz teil- nimmt. Der österreichische Bundeskanz'er hat in der Hauptsache eine Erhöhung des Schnitt­holz. und des Viehkontingents burchge» sctzt, insofern, als sich Deutschland zur Aufnahme von etwa 60 bis 70 v. H. der österreichischen For­derungen bereit erklärt hat. Dieses deutsche Zuge­ständnis war aber jetzt möglich, da endlich die Kon­tingente der d e u t s ch . p o l n i s ch e n Wirt- i ch a f t s v e r e i n b a r u n g e n f e st st e h e n , und Deutschland vor allem hierbei mit seinen Ansichten durchgedrungen ist. Außerdem mußte auch im ge- wsisen Umfange auf die Notlage der österreichischen Wirtschaft Rücksicht genommen werden, da sie nur dadurch in die Lage versetzt wird, die deutsche Wareneinfuhr aufzunehmen. Diese hat durch die Zubilligung der Meistbegünstigungsklause! eine nicht zu unterschätzende Stützung erfahren. Die Un­terzeichnung des Handelsvertrages wird noch vor dem Osterfeste erwartet.

Revolution in Haiti.

Aeuhork. 25. Febr. (XU.) 3m Rorden der Dominikanischen Republik sind im Zu­sammenhang mit den bevorstehenden Wahlen ernste Unruhen ausgebrochen. Der Präsi­dent Der Republik. Vasquez, hat den Ober­befehl über die der Regierung treu gebliebenen Truppen übernommen. Den Revolutionären soll

Die Mieiendebatie im Reichstag.

Berlin, 25. Febr. (DDZ.) 3m Reichstag wird die erste Beratung der Borlagen und An­träge zum Mict.rjchutzg.srtz fortgefetzt.

Reichsminister v. Guerard: Die Zwangswirtschaft muß auch nach meiner An­sicht beseitigt werden. sobald dir BorauLsehun- gen für die Wiedereinführung der freien Wirt­schaft gegeben sind. Jetzt liegen diese Voraus­setzungen aber noch nicht vor. Es handelt sich um eine Rotmahnahme für eine Rotzeit. Eine Aufhebung des Kündigungsschutzes würde füh­ren zu einer erheblichen Verteuerung der Mieten, zu einer allgemeinen Sentunz der Lebenshaltung der breiten Masten und damit zu wirtschaft­lichen und politischen Erschütterungen, die unser Volk jetzt nicht ertragen könnte. Was zur Locke­rung ohne Gefahr für die Allgemeinheit ge­schehen kann, das ist den Ländern über­lassen. Die Aussackung, daß es nur der Be­seitigung der Zwangswirtschaft bedürfe, um den Baumarkt zu beleben und ausreichende Woh­nungen zu schaffen, kann ich nicht teilen. Ich hoffe, daß es dem Ausschuß gelingen wird, aus den vorliegenden Anträgen brauchbare Vor- schräge herauszuarbeiten.

Abg. Tremmel (Ztr) spricht die Hoffnung aus, daß die jetzt von der Regierung geforderte Verlängerung der bestehenden Mieterschutzgesetze die letzte sein möge. Die Regierung sollte unter Anhörung der Organisationen der Mieter und Hausbesitzer ein Uebergangsgesetz ausarbeiten. Das Zentrum will keine Sozialisie­rung des Wohnungswesens, aber wir können auch den Mieterschutz nicht ohne weiteres auf­geben ohne gefährliche Folgen für das Volkö- wohl. Rach dem Antrag der Wirtschaftspartei würde eine Steigerung der Mieten um rund 30 v. H. zu erwählen sein. Weite Kreise des Mit­telstandes protestieren in Zuschriften an den Reichstag gegen eine Aufhebung der Wehnungs- zwangswirtschaft. Der von Wirtschaftspartei und Kommunisten beantragten Aufhebung der Haus­zinssteuer können Wir nicht zustimmen. Ohne die Erträge aus dieser Steuer würden weniger Woh­nungen gebaut werden können.

Abg. Büll (Dem.» weist auf die vielen Ein­gaben und Denkschriften hin, die dem Reichs­tage zur Mieter^chuhfrage zugegangen seien. 3n der Vorkriegszeit hat der Hausbesitzer 60 bis 65 Prozent der Miete-Einnahmen für Verzinsung des Kapitals und für Grundsteuern aufwenden müssen. Die Hypotheken find in der Inflation verschwunden, und der Zentralverband der Haus- und Grundbesitzer bestürmte die Regierung, sie möge die Hypotheken ja nicht mit mehr als

15 Prozent auswerten. (Hört! Hört! Wider­spruch des Abg. Dr. Iörifsen.) Die Hauszins­steuer belastet die Hausbesitzer bei weitem nicht so stark wie die Hypothekenzinsen, an deren Stelle sie getreten ist. Die Zinsen muhten unver­ändert bezahlt werden, auch wenn die Wohnun­gen nicht vermietet waren. 'Rach dem Antrag ber Wirtschaftspartei würden sich tatsächlich die Mieteinnahmen der Hausbesitzer auf 170 bis 180 Prozent erhöhen. Der Hausbesitzer bekommt danach die volle Friedensmiete ohne Abzug der Hypothekenzinsen, und er erhält dazu vom Mieter die Hauszinssteuer und alle übrigen Lasten er- seht. Mit der Lockerung des Mieterschutzes ist Preußen nach unserem Geschmack zu weit ge­gangen. Wir stimmen für Ausschuhüberweisung der Vorlagen.

Abg. Behrens (Chr.-Rat.) warnt vor einer übereilten Aushebung der Mieterschuhgesetze. Schon die Aufhebung des Schuhes der gewerb­lichen Räume habe zu großen Schäden und Rachteilen geführt. 3m Ausschuß werden wir uns auch besonders mit der Frage der land­wirtschaftlichen Werk wo nungen be­schäftigen müßen, von denen in Ostpreußen nach der letzten Statistik 4655 leer stehen. Diese Landarbeiterwohnungen genügen vielfach nicht den bescheidensten Ansprüchen. Das Wohnungö- elend der deutschen landwirtschaftlichen Saison­arbeiter und ihrer Kinder schreit zum Himmel. Diese Leute könnte man mit 8- bis 10 030 Mk. auf dem Lande gut und dauernd a n f i e ö e I n. Rur auf diese Weise kann der Zug nach der Großstadt eingeschränkt wer en.

Abg. Wagner (Ratsoz.) erklärt, die Mieter- schuhgesehgebung dürfe nicht ohne weiteres auf­gehoben werden. Dieselben Hausbesitzer, die so gern von nationalen Belangen reden, weisen oft die Wohnungsuchenden ab. wenn dieseKin- d e r haben. Dabei seien doch Kinder das heiligste Gut der Ration. Die Rationalsozialisten würden der Verlängerung der Mieterschutzgesetze zustim­men. Die Hauszinssteuer müsse allein zur Wohnungsba u f inanzierung ver­wandt werden. Die eine Hälfte müsse pri­vaten Bauunternehmern, die andere den Ländern und Gemeinden zum Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden unter der Bedin­gung, daß sie die Grundstücke dafür hergeben. Diese Wohnungen dürfen nur Leute erhalten, deren Monatseinkommen nicht mehr als 200 Mk. beträgt.

Damit schließt die Aussprache. Die Vorlagen rrnd Anträge werden dem WohnungsauLschuh überwiesen.

es bereits gelungen sein, die Festung San­tiago zu erobern, in der der Präsident Vas­quez und der Vizepräsident Alfonseca Schuh gesucht hatten. Von da haben sich die Revolutio­näre nach Süden gewandt und marschieren auf die Hauptstadt Santo Domingo zu. Die Meldungen des amerikanischen Gesandten in Santo Domingo an das Washingtoner Staats­departement bestätigen den Ernst der Laze. Die Familien des Präsidenten und des Vizeprä­sidenten, sowie mehrerer leitender Beamter der Republik haben in der amerikanischen Gesandtschaft Zuflucht gesucht. Es verlautet, die amerikanische Regierung werbe, falls die Unruhen zunehmen sollten, Kriegs­schiffe entsenden.

Oer Fehlbetrag bei der Arbeitslosenversicherung.

Berlin, 25. Febr. (ERB.) Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat in diesen Tagen seine Vorarbeiten für den Haus­haltsplan 1930 31 der Reichsversi- cherungsanstal t abgeschlossen. Der Entwurf des Vorstandes weist lautVoss. Ztg." einen Fehlbetrag von 335 Millionen auf, für den nach den gesetzlichen Bestimmungen das Reich eintreten müßte. Die Höhe des Fehlbetrages wird sich auf etwa 230 Mil­lionen vermindern, wenn die Befristung der im Vorjahr erfolgten Beitragserhö­hung aufgehoben und bis zum Ende des Haus­haltsjahres verlängert wird. Der Entwurf des Vorstandes soll in den nächsten Wochen dem Verwaltungsrat der Reichsanstalt zugehen, doch ist zu erwarten, daß bis dahin die Vorlage auf Grund der Verhandlungen über die Deckung des Fehlbetrages der Reichsversicherungsanstalt nicht unbeträchtlich verändert sein wird.

Wird einedenzinsteuer geplant?

Berlin, 26. Febr. (ERB.) Rach demBerl. Tageblatt" soll die Erhebung einer Benzin­steuer geplant sein. Gerüchtweise werde von einem Betrage von 6 Pf. pro Liter ge­sprochen. Eine solche Steuer wäre, wie das Blatt erklärt, ohne gleichzeitigen Umbau der Kraftfahrzeugsteuer wirtschaftlich nicht tragbar und finanziell nicht einträglich. Man habe schon seit längerer Zeit Pläne erwogen, nach denen die Kraftfahrzeugsteuer ganz oder teilweise in eine Benzinsteuer umge­wandelt werden soll, wie sie in den Vereinig­ten Staaten als einzige Belastung des Kraft­fahrzeugwesens in Geltung ist. Für Deutschland dürfe man sich die Reform wohl so vorstellen, daß die festen Steuersätze, die auf den einzelnen Wagen zu zahlen sind, erheblich herabgesetzt werden, während gleichzeitig eine neue Benzin» fleuer eingeführt wird.

Kleine politische Nachrichten.

Wie das Bundesamt des Stahlhelms mitteilt, empfing ber Herr Reichspräsident die Bundesführer des Stahlhelms, bie ihm über die in letzter Zeit sich häufenden lleberfälle der Linken auf Stahlhelm- kameraden Vortrag hielten. *

Die Wirtschaftspartei hat im Reichstag «men Antrag eingebracht, auf bie Landesregierungen emzuwirken, daß sie bie Auffichtsbehörben der Stäbte und Gemeinden anweisen, keine Erhöhung ber Realsteuern (Gewerbe- und Grundsteuer) zu genehmigen. Gegebenenfalls müß­ten Fehlbeträge in den Haushalten burch Dros­selung ber Ausgaben ausgeglichen werden.

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Der Christlich-Nationale Abg. v. Keudell hat ben preußischen Staatssekretär Abegg aufgesucht,

nm ihn anläßlich ber geplanten Kundgebung einer großen Anzahl von Jugenbverbänben gegen An­nahme des Poungplans zur Aufhebung des für Preußen bestehenden Demonstrationsver- b o t e s zu veranlassen. Abegg hat dieser Anregung nicht entsprochen.

Der Evangelische Oberkirchenrat, die oberste Behörde ber evangelischen Kirchen ber Alt- preußischen Union, hat angeorbnet, daß am e r ft e n Passionstag, bem 9. März, in sämtlichen Kir­chen der Not ber bedrängten Christen in Rußland im Gottesdienst in besonderer Fürbitte gedacht werden soll.

*

Der österreichische Nationalrat hat das Haager Uebereintommen samt bem bamit im Zu­sammenhang stehenben Abkommen mit Belgien und Polen nach kurzer Debatte einstimmig geneh­migt. Ebenso wurde ber Freundschafts-, Ver­gleichs- und Schiedsgerichtsvertrag mit Italien einstimmig angenommen.

Aus aller Wett.

Absturz vom Dreithorn.

Der bekannte schweizerische Bergführer Her­mann Perren, dec nicht weniger als 14Ömal das Matterhorn bestiegen hat, unternahm mit einer Dame aus Luzern eine Besteigung des Dreithorns. Beim Abstieg loste sich eine Schnee­decke und beide stürzten in den Ab­grund. Andere Kolonnen, die den Sturz be­merkt hatten, versuchten sie zu retten, jedoch waren ihre Seile zu kurz. Eine von Zermatt aus unternommene Rettungsexpediton konnte die beiden Leichen bergen. Perren, der 68 Jahre alt war, war bereits vor einigen Jahren eben­falls am Dreithorn abgestürzt. Damals mußte er 1^2 Tage in einer Gletscherspalte neben der Leiche seines Begleiters ausharren, bis er ge­rettet wurde.

Sechs Personen

in einer Londoner Strohhutfabrik verbrannt.

In einer der größten Strohhutfabriken der Wett in London brach Grohfeuer aus. Die Flam­men erreichten schnell eine Hohe von 20 bis 25 Meter, und von etwa 200 Arbeitern und Arbeiterinnen konnte sich nur ein Teil in Sicher­heit bringen. Sechs Personen sind dabei in ben Stammen umgekommen, unter ihnen eine 75jährige Frau, drei jüngere Arbeiterinnen, ein Maschinist und ein Angestellter. Die Fabrik wurde fast restlos zerstört. Etwa 20 Ar- beiter und Arbeiterinnen erlitten schwere Brand­wunden. Die Ursache des Feuers steht noch nicht einwandfrei fest, doch nimmt man an, daß Wachs in den Kesseln überkochte, in Flammen auf­ging und die Flammen dann einen Fahrstuhl ergriffen.

Ein deutscher Gewerkschaftsführer gestorben.

Am 18. Februar ist der erste Vorsitzende der Ge- wertschast Deutscher Eisenbahner Wilhelm G u t- s che gestorben. Die Be.setzung fand am 22. Februar auf dem Friedhof ber Luthergemeinde Berlin-Lank­witz statt. Der Verstorbene war ein Schüler Stöckers und Bobelschwinghs. Aus bem kleinen Elberfelder Eifenbahnerverbanb ist unter feiner Führung die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner geworben.

Ostersahrt nach Siebenbürgen.

Immer mehr rückt Siebenbürgen mit seiner wunderbaren Karpathe -Hochg b rgkwe.t, seinen romantischen Burgen, seinem urwüchsigen bunten Volksleben, vor allem aber mit seinen deutschen Bewohnern in den Mittelpunkt des Reiseinter- esses. Die Siebenbürger Sachsen wohnen in ihren alten Städten und Dörfern, die eine wundersame mittelalterliche Archit.ktur bewahrt haben: ihre Kirchenburgen haben keine Pa­rallelen in der gesamten deutschen Baukunst, sie sind, auch heute noch gut erhalten, der spre­chendste Ausdruck dieses um Kirche und Deutsch­tum festgeschlossenen Völkchens geworden. All­

jährlich folgen dem Ruse desDeutschen Kulturamtes in Hermann st ad t, der kulturellen Zentrale des Landes, schon zahlreiche Volksgenossen aus dem Reiche und aus Oester­reich, um das unvergeßliche Erlebnis dieser klassischesten deutschen Si.dlung in sich aufzunch- men und sich an der Ursprünglichkeit und Schön­heit dieses einzigartigen Landes zu erfreuen. Im Jahre 1930 findet eine Ostersahrt nach Siebenbürgen statt, das um diese Zeit schon im schönsten Frühlingsschmuck prangt und den Gästen die seltene Gelegenheit bietet, die herr­lichen Festtrachten der Siebenbürger Beuern am Ostersonntag und Montag zu bewundern.

Der Stubent Wessel feinen Verletzungen erlegen.

Der nationallozialisti'che Student Horst Wessel, der am 14. Januar in seiner Berliner Woh­nung von mehreren Kommunisten überfallen und durch einen Rcvotverschuß in den Hals schwer verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Der Haupttäter bei dem Uebersall, Lee Lisch.er Albrecht Hohler, genanntXi", war nach der Tat in die Tschechoslowakei geflüchtet, tour.e aber nach seiner Rückkehr nach Berlin ver­haftet.

Der Versicherungsbetrüger Tetzner an Deutschland ausgeliefert.

Der seit seiner Fest.my.ne in Kolmar in Hast befindliche Heinrich Tetzner wurde an Di.n - tag von der französischen Behörde der deut­schen Gendarmerie auSgclicfcrt. Tetzner wird zur Aburteilung nach Rezensbu g überführt werden. Er hatte be'a.-.nttich in sein m Auto einen Handwe rksburschen ver­brannt und wollte damit seinen eigenen Tod Vortäuschen, um in den Besitz einer hohen Ver­sicherungssumme zu gelangen.

Großfeuer in 23ab Pyrmont.

Seit Mittwoch 3 Uhr nachts brennt in Bad Pyr­mont das EtablissementT i 0 0 l i" in ber Schul- straße. Das Vorbergebäube würbe innerhalb einer Stunbe größtenteils vernichtet, währenb ber große Saal unb bie angrenzenben Gebäude burch bas energische Eingreifen ber Freiwilligen Feuerwehr unter Wasser gehalten werben konnte. Menschen­leben sinb nicht zu beklagen. Einiges Mobiliar würbe gerettet. Der Funkenflug ist äußerst stark unb erstreckt sich auf Hunberte von Meter.

Drei Fischerinnen auf Teneriffa ertrunken.

Bei Santa Cruz auf Teneriffa wurden drei junge Mädchen, die am Strande fischten, von einer gewaltigen Woge ersaßt und f 0 r t - geschwemmt. Sie sind sämtlich ertrunken.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Umgestaltung ber Wetterlage vollzieht sich be­reits unb greift weiter über Deutschland vor. Der Vorschub warmer Luft an ber Vorberseite bes west­lichen Tiefs hat West- unb zum Teil Mitteldeutsch­land erreicht, dabei Bewölkung und nächtlichen Tem­peraturanstieg verursacht. Aachen hatte heute mor­gen plus 6 Grad, und in unserem Bezirk lagen die Temperaturen ungefähr 2 Grab über Null. Da­gegen hat im übrigen Teil des Reiches derHochdruck- einfluß standgehalten unb unverminbert zur Fort- bauer bes Nachtfrostes unb meist heiteren Wetters geführt. Die neue Störung hat bereits über Frank­reich unb England Niederschtage gebracht. Wahr­scheinlich wird bas Regengebiet auch unseren Be­zirk streifen, so daß neben Bewölkung einzelne Nie­derschläge zu erwarten sind. Vorläus.g steigen bie Temperaturen noch an.

Wettervoraussage für Donners­tag. Meist wolkig, auch bedeckt, Temperaturen ansteigend, nachts über Rull, später vereinzelt Riederschläge.

Witterungsaussichten für Frei­tag. Bewölkt, vorübergehend wieder aufhei- temd, Temperaturen schwankend, jedoch nachts meist über Rull.

Lufttemperaturen am 25. Februar: mittags 5,3 Grab Celsius, abends 3,6 Grad: am 26. Februar: morgens 1,5 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum 4,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Februar: abends 1,6 Grad; am 26. Februar: morgens 0,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 6% Stunden.

Amtliche Dinterfportnachrlchten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, minus 3 Grad, 18 Zentimeter Schnee, im Walde Pulverschnee, sonst verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut bis sehr gut. Her - chenhainer Höhe: Klar, minus 3 Grad, 10 Zentimeter Schnee, teilweise durchbrochen, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel nur stellen­weise.

Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, minus 2 Grad, 105 cm Pulverschnee, Sportmöglichleit für Ski unb Rodel sehr gut

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, minus 4 Grad 4 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.