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btn Führern der NaNentschen Syndikate begleitet, die die Auswahl unter den nach Rom zu sendenden großmütig getroffen hatten und jetzt natürlich auch großmütig die Zechen zahlten. So wunderschön ruhig ging das alles zu! Dabei offenbart sich gerade hier krasse faszistische Politik. Man weiß, w i e solche Delegationen zustande kommen. Jeder dritte der Bauern, die da zerstreut über die Berghänge in einzelnen Gehöften wirtschaften, besitzt einen Weinausschank. Es genügt, mit derEntziehung der Lizenz zu drohen, um jeden Widerspruch zu unterdrücken, also auch in unserem Falle den gegen die Teilnahme an der Delegation nach Rom. Auf andere der Bauern wirtt entsprechend die Drohung mit dem Ausschluß aus dem Syndikat, mit der Sperrung von Düngemitteln und Kre- d i t e. So geht auch der deutsche Bauer Südtirols nach Rom. In Gesprächen mit älteren Leuten kommt allerdings leise und ängstlich der Unwille zum Ausdruck. Die Jüngeren setzen sich dank der Neugierde ihrer Jahre leichter über solchen Zwang hinweg. Beim Bauern greift der Faszist außerdem gerne zu, weil er dabei auf seine Agrarpolitik pochen kann, die dem Bauer gibt, was des Bauern ist. Dem südtiroler Landmann sein Deutschtum nehmen, kann man jedoch auf diese Art nicht. Dieser Bauer hat ein sehr gutes Unterscheidungsoermögen. Er weiß genau, wo die Wirtschaft aufhört, und wo die poli­tische Propaganda beginnt.

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An dem erwähnten Samstag vor der Hochzeit war in den berühmtesten Gaststätten, so z. B. im Batzen­häusel jetzt Easa di Bazzi! großer B e - trieb. Festesfreude wäre allerdings ein zu wohl­wollender Ausdruck für den Lärm, der von gewissen Faszistenkreisen veranstaltet wurde. Erwähnt sei hier gleich, dast der fanatische Faszist leicht dazu neigt, in dem Kronprinzen einen heimlichen Gegner Musso­linis zu sehen, der den Thronfolger übrigens auf Schritt und Tritt überwachen läßt. Der Faszismus ist aber klug genug gewesen, die Hochzeit als natio­nales Fest mit faszistischem Vorzeichen zu feiern. In Südtirol konnte man dies besonders gut beobachten.

Das Unterscheidungsoermögen des südtiroler Deutschen kommt auch in anderer Hinsicht zum Aus­druck. Es gibt zwei Repräsentationen in diesem Lande: den Faszismus und das Königtum. Sie sind durchaus nicht identisch. Das Königtum wird durch die Armee repräsentiert, die in Bozen eine stärkere Garnison besitzt, als seinerzeit die Doppel­monarchie. Es gibt da die schönsten Kriegsspiele, die größten Manöver, alles im Zeichen des Angriffs gegen denFeind im Norden". Aber der Südtiroler muß anerkennen, daß das Militär sich zurück- hält Provokationen vermeidet und selten Anlaß zu Zusammenstößen gibt. Auch das ist natürlich Poli­tik. Aber diese Tatsache muß festgestellt werden. Sie muß es schon deshalb, weil im Gegensatz zur Armee die f a s z i st i s ch e Miliz in einer Weise auftritt, die selbst auf den friedlichsten Menschen als Her­ausforderung wirken muß. Diese Miliz ist die eigentliche Herrin des Landes, und am meisten macht sie sich in den Städten breit, wo sie auch schwer empfunden wird. Diese faszistische Miliz war es denn auch, die an jenem Samstag vor der Hochzeit des Kronprinzenpaares in einem sinnlosen Demonstra­tionsakt die Gedächtnistafeln für An­dre asHofer und andere große Deutsche von der ältesten Herberge Bozens herunterri ß. -

Dazu steht diese Milizi nicht allein. In ihrem Gefolge breitet sich eine hochbezahlte Klientel als ungeheurer Schwarm von Schiebern und Nutz­nießern des Systems ebenfalls über die Städte aus. Auf das Land geht man nicht so gern hinaus. Dort läuft man vorerst die Zwangssyndikate mit ihren un- zpieifelhaften Vorteilen für die Bauernschaft ar­beiten, als Battaglie del Grano. Man wirbt um den Bauern, wo es geht. So wurden bei der großen Siegesfeier", die zwischen Weihnachten und Neu­jahr unter dem Vorsitz des Präfekten im Bozener Stadttheater veranstaltet wurde, nicht weniger als 350 Preise und Ehrendiplome an Landwirte verteilt. Dabei wird auf den Ernteertrag des Landes hinge­wiesen, der in 4 Jahren von 9 Doppelzentner auf 13 je Hektar gesteigert worden war. Man feierte den Bauern als den Angehörigen des wichtigsten Stan­des im Vaterlande und umrahmte das Ganze mit Königsmarsch und Giovinezza.

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Aber der südtiroler Bauer besitzt eben ein feines Unterscheidungsvermögen. Er weiß, wo die Wirt-

Komrad.

Don Hans Friedrich Blunck.

Morgens, als ich Feuer anzünden wollte, merkte ich, daß kein Streichholz mehr in der Kate war, nicht auf " bent Herd, nicht in meiner Tasche, nicht im Schrank, wo ich noch ein halbes Paket vermutet hatte. Das war böse, es hatte in der Nacht geschneit und war kalt im Haus, bitter kalt, daß das Cis auf den Eimern stand. Ich hatte auch gerade heute ein gutes Stück Arbeit vor, die geht gut voran in der Einsamkeit, aber cs muß Feuer im Herd sein, schlimm wenn man mit verklammten Fingern den Pinsel führen will.

Mein Hund sah, daß ich vergeblich suchte Komrad hieß er, war ein guter Kerl und mein einziger Helfer. Wahrhaftig, es ist nicht richtig, daß ein Mensch ganz ohne Amwesen mit sich auskommen kann, aber da sind Hunde, diese Schäferhunde zumal, die menschlicher als die besten Freunde sind. Komrad war so einer, er war gesellig und unterhielt mich genug, so ein Hund hat viele Einfälle, und ist gewiß lustiger als ein verdrossenes Weibsgesicht. Aber diesen Morgen war auch er hungrig und schnupperte mit mir vergeblich am Herd herum. Keine Streich­hölzer, mein Junge, was sollen wir tun? Wir müssen wohl zum Förster über s Moor! Kom­rad bellt zur Tür, ich glaube, es gibt kein Wort das er nicht versteht. Gähnend stoße ich den Aicgcl aus Schnee, alles Schnee! Er blendet die Augen, so weit reicht er, kaum können die schwarzen Crlruten und der ferne Waldrand einige Streifen Dunkels hineinflicken. And Schnee liegt noch in der Lust, trotz des roten Streifs Frühe, die das flache Gewölk durchschcint Schnee, viel Schnee! Wir könnten einschneien, auf zwei, drei Tage, auf länger. Los, Komrad, Feuer holen!

Aach dem ersten Stapfen möchte man fast hcim- kchrcn, so nah und sumpfig liegt es unter der weißen Decke. Der Frost hat erst in der Frühe eingesetzt, wir müssen achtgcben, Komrad, ist alles Sumpf, was wegab liegt. Aber schließlich kennen wir den Pfad. And ich weiß, du willst deinen Freund beim Förster besuchen und beschnup­pern. Ruhig, laß die verrückten Sprünge im Schnee, du wirst früh genug müde werden. Wozu ich das Gewehr mit hab? Ja, vielleicht kommt mir eine Krähe vor die Mündung, da

schast auf hört, unö'too diePolitik beginnt. Und über die ökonomischen Errungenschaften des Faszis- mus breitet sich für ihn, jeweils verstärkt durch die Uebergriffe der Miliz, der dunkle Schatten des Salurners.

Oberheffen.

Großes Fischsterben in der Weiterau.

= Friedberg, 24. Ian. Die teerhaltigen Abwässer des Schwelwerks in Trais- Horloff haben in der H o r l o f f bereits strecken­weise zum fast völligen Erlöschen des Tier- und Pflanzenlebens geführt. Seit einigen Tagen machen sich die schädlichen Abwäss?T anscheinend auch in der Aidda unterhalb der Horloffmün­dung bemerkbar. Es tritt dort ein großes Fisch st erben auf. Am Mühlenwehr beiOka r- ben konnte der Fischerei berechtigte gestern über vier und heute rund fünf Zentner Fische in einer Act Betäubung szu st and dem Fluß entnehmen, in erster Linie Schleien, Hechte, Karpfen und Barben. Die Tiere, die st a r k e n Teergeruch aufweisen, gelten als ungenieß­bar. Man hat sie in frisches, gesundes Wasser gesetzt, und hofft, so wenigstens noch einen Teil der Tiere zu retten. Die Fischereibesiher haben sich an das Kreisamt wegen Ergreifung von Schutzmaßnahmen gewandt.

Landkreis Gießen.

H Lollar, 24. Ian. In diesen Tagen hielt der Turn- und Gesangverein seine Jahreshauptversammlung ab. Der 1. Borsitzende Philipp Harbusch gedachte zu­nächst in warmen Worten des im abgelaufenen Jahre verstorbenen Ehrenmitgliedes und ältesten aktiven Sangesbruders Friedrich Pfaff, dessen Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Aach dem von dem 1. Schriftführer erstatteten Jahres­bericht zählt der Verein zur Zeit acht Ehrenmit­glieder, 38 aktive und 54 passive Mitglieder. Der Verein beteiligte sich am Dundesfest des Hessi­schen Sängerbundes in Darmstadt, sowie an fünf sonstigen öffentlichen Veranstaltungen. 53 ®e» sangstunden und zwei Ständchen sind zu vermer­ken. Der Kassenbericht zeigte ein günstiges Bild. Den Einnahmen des verflossenen Jahres von 1177 Mark stehen Ausgaben von 1085 Mark gegenüber. Das Darvermögen ist auf 415 Mark angewachsen. Der Vorstand zeigt für das neue Jahr, mit geringen Veränderungen, die alte Be­setzung. Der Verein beschloß für den 1. März die Abhaltung eines Bunten Abends, im übrigen beschäftigte sich die Versammlung mit einer Reihe interner Vereinsangelegenheiten.

- H Lollar, 22. Ian. Gestern abend fand die erste Sitzung des neugewählten Gemeinde­rates statt, zu der neben dem Bürgermeister und dem Beigeordneten sämtliche 12 Gemeinde­ratsmitglieder erschienen waren. Bürgermeister Schmidt eröffnete die Versammlung mit Wor­ten herzlicher Begrüßung. Durch Handschlag wur­den darauf die fünf neu in den Gemeinderat ein­tretenden Herren Heinrich Rain II., Heinrich Henkelmann III., Heinrich FuchsV., Karl Klinkel IV. und Ernst -Wolf verpflichtet und die übrigen Herren (Ludwig HofmannV., Martin Seubert, Georg Wi ssemann, Ernst Klinkel, Wilhelm Zecher, Wilhelm Dau- ß i n g und Fritz Rohrbach) auf ihre früher erfolgte Verpflichtung hingewiesen. Sodann wur­den die Kommissionen gebildet. Anter Hinweis auf § 165 der Landgemeindeordnung wurde von der sozialdemokratischen Fraktion auch. dieA eu- wahl des Kontrolleurs beantragt und gemäß deren Vorschlag Georg W i s s e m a n n mit Stimmenmehrheit gewählt. Zum Protokoll­führer wurde Fritz Rohrbach bestimmt. Als Beisitzer für das Mieteinigungsamt wurden un­ter Annahme der Vorschläge des Hausbesitzer- bzw. Mietervereins Karl Wagenbach, Robert Ewald, Karl Munzert und Walter Ruhl vorgeschlagen.

M a i n l a r, 24. Jan. Am morgigen 25. Ja­nuar vollendet die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, die Wwe. Christine Rolls­hausen, ihr 8 3. Lebensjahr. Die Jubi­larin, die an den Ereignissen des Lebens noch regen Anteil nimmt, erfreut sich körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Wie schon berichtet, hatte unsere Gemeindevertretung durch die O b e r -

hast du zu tun und ich kann die Grauröcke, die Aestplünderer, die den ganzen Moorrand umhorsten, nun einmal nicht ausstehen.

Lang ist bet Weg, kaum, baß bie Ferne wächst; nur allmählich sinkt mein verschneites Dach zu­rück. Auch bet Hunb wird stiller, ich brauche nicht zu pfeifen noch zu drohen. Er läuft wo's angeht vor mir her, weih, wir müssen das Busch­werk entlang, das ich im Herbst einmal zu stecken begann: Hätf ich's nur nachgefüllt, das meiste hat der Wind weitergetragen ober der Moor­hase benagt ober Komrab hat's selbst ausgerissen. Er übte ein besonderes Zupacken, mit einem Ruck hatte er bie~ Ruten aus dem Boden und kam in großen Sätzen an, um Stockziehen zu spielen. Siehst du jetzt, wozu ich die eingesetzt habe, ver­wünschter Kerl? Find einer den Weg durch die Sümpfe unter dem vertrackten Schnee entlang!

Aun was soll man einander heute Vorwürfe machen! Hätte nur der Frost früher gehärtet; unterm Fuß schwingt der moorige Boden und der Schnee läßt große schmutzige Stopfen zurück. Mitunter liegt schwarz ein gähnendes Wasserloch seitab, halb überweht vom Trieb unterm West­wind. Ja. es wehte genug zur Aacht, ich wachte einmal auf und stopfte Werg in die Fensterrillen.

Die Einsamkeit ist so weiß und schwer, erst Mer draußen spürt man sie recht. In meiner Kammer habe ich immer genug zwischen Büchern und Farben zu tun, habe zu räumen, Kloben zu spalten oder Teller und Pinsel abzuwaschen. Hier mitten in der Weiße spürt man's erst recht wie einsam der Winter ist. And wie weit noch wenigstens eine Stunde bis zum Forsthaus>'Aun, man wird mich nicht ohne Kaffee gehen lassen, wir sind gute Aachbarn und die Försterssrau freut sich und kann über Hunde und Jagd und Wintergarten mitreden laß bas verrückte Springen, Komrab, ja zum Teufel, hier ists tief burchweicht, was? Anb bie Büsche sinb auch erst wieder hinterm Bach zu sehen siehst bu nun daß ich recht hatte, ben Weg abzustecken? Hier irgendwo war auch der Bogen bas ist mne böse Schneewehe, was? Gut, bah ich zum Helsen ba bin. Ich glaube, wenn's nach bir 9^9°, 7" En, bleib, wir müssen durch, haben doch feine Streichhölzer mehr!

Siehst bu ben Dach? Ec ist schwarz wie ein d-aben -im Schnee. Anb ber Steg ist weg bas ift eme ärgerliche Sache, aber nach drei Wochen -Kegen soll s wohl kommen. 3a, springen, Komrab, nun heitzt'S springen!

flächen-Teerung der Ortsdurchfahrt ben auf bie Gemeinde entfallenden Kosten- a n t e i I als zu hoch abgelehnt, dies wurde da­mit begründet, daß die Arbeit nicht richtig durch­geführt worden sei, so daß sich die obere Straßen« decke stellenweise wieder gehoben habe. In dieser Angelegenheit fand nunmehr eine Besichtigung der Straße durch einen Vertreter des Provinzial- Bauamtes statt, zu der auch die Gemeindevertre­tung eingeladen war. Aach den Ausführungen des Sachverständigen sei damit zu rechnen, daß sich der gegenwärtige Zustand ber Straße noch bessere, zumal bei ber Teerung auf ben Ouabrat- meter bie doppelte Menge Bindematerial ver­wendet worden sei, als in verschiedenen von ihm angeführten anderen Gemeinden. Auf Grund dieser Ausführungen wurde die Zahlung des Beitragsanteils vom Gemeinderat nunmehr ge­nehmigt.

f Treis a. Lda., 23. Ian. Gestern hielt ber hiesige K r i e g e r v e r e i nGermania" seine Hauptversammlung bei Kamerad Will ab. Aach einer kurzen Begrüßung der zahl­reichen Versammlung durch den Vorsitzenden, Förster Ding, verlas der Rechner Fritz den Kassenbericht, der einen Aeberschuh von 102 Mk. feststellen fonnie. Die Mitgliederzahl hat im vergangenen Jahr infolge von vier Todesfällen um vier abgenommen, aber auch wieder drei Zu­gänge gehabt. Der verstorbenen Mitglieder Dap- per, Will VIII., Decker und Fritz wurde in der üblichen Weise ehrend gedacht. Für Anter- stützung bedürftiger Kameraden wurden 40 Mk. aufgetoenbet. Zum Besuch bes am 2. Februar ba­sier ftattfinbenben Militärkonzertes ber Gie­ßener Regimentskapelle würbe cingelaben. In Kürze soll gelegentlich eines von Kamerab Hahn Beltershain abzuhaltenben LichtbilbervortrageS über seine Beteiligung an ber Zeppelinfahrt nach Ostafrika während bes Krieges, ein Familien- abenb stattfinben. Der in Aussicht genommene Ausflug nach Wilhelmshöhe wirb mit Rücksicht auf die Rot ber Zeit zurückgestellt. Aach dem noch bie Einrichtung bes Schießplatzes bespro­chen worben war, wurden bie Wahlen vor­genommen. Zum 1. Vorsitzenben würbe einstim­mig Förster Bing wieber-, zum 2. Vorsitzenben Wilhelm Euler gewählt, nachbem ber seitherige 2. Vorsitzende Heinrich AickelII. seine Wieder­wahl mit Rücksicht auf seine Gesundheit abge­lehnt hatte. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden für weitere drei Jahre neu bestätigt und Heinr. Scharf neu hinzugewählt.

6 Allendorf a. d. L d a., 23. Jan. Dieser Tage fand bie biesjährige zweite Gemeinde- r a t s s i tz u n g unter dem Vorsitz des Bürger­meisters statt, aus ben u. a. zu berichten ist: AnterMitteilungen" gab ber Bürgermeister bekannt, daß die Hessische Brandversicherungs- kammer in Darmstadt zur Anschaffung ber QU o - tor-Feuerspritze einen vorläufigen Zuschuß von 1200 Mark und bie Baseler Mobiliarseuer- versicherungsgesellschaft einen solchen von 100 Mk. bewilligt habe. Eine weitere Beihilfe durch die Hess. Brandversicherungskammer stehe noch zu er­warten. Das Brechen ber Steine zum weite­ren Ausbau des Triftweges soll im Distrikt Eisenschede erfolgen. Am ausgesteuerten Arbeitslosen und sonstigen äußerst Bedürftigen Gelegenheit zum Arbeiten zu geben, sollen nur diese gegen die von der Forstk^hörde festgesetzte bzw. vorgeschlagene Vergütung von 1,30 Qltarf Pro Kubikmeter zu dieser Arbeit zugelassen wer­den. Durch die Anschaffung ber Motorfeuerspritze war die Besetzung der Stelle des Spritzen­meisters mit einem fachmännisch ausgebildeten Manne vorzunchmen. Angestellt als solcher wurde Wilhelm Bergen, zu dessen Stell­vertreter sein Bruder Cyristian Bergen gegen eine jährliche Vergütung von 150 Mark. Die am 1. Februar wieder fällig werdende Ge­meindejagd soll diesmal probeweise auf zwölf Jahre verpachtet werden.

z Rödgen, 23. Jan. Hier ist die erste Holzversteigerung im Gerneindewald ab» gehalten worden. Für gutes Scheitholz wurden 34 bis 36 Mk. je Doppelmeter, für Knüppel 22 bis 24 Mk., für gute Wellen 12 Mk. und für geringere 7 bis 10 Mk. gelöst. Am vorigen Mittwoch sand noch einmal ein Hasentrei­ben statt. 33 Hasen wurden zur Strecke gebracht.

4- Stangenrod, 22.Jan. Am Sonntag feierte ber hiesige Gesangverein sein diesjähriges

Ich versuche ben rechten Doben zu finben, ber Hunb jaubt leise, läßt bie Ohren hängen, ihm ift nicht behaglich. Denk an ben Freunb beim Förster, mein Lieber! Ich weise mit ber Hand bie Richtung, stampfe mir ben Absprung zurecht. Der Hunb winselt schlimmer, er sieht, was ich vorhabe. Bist boch nicht bange? Bald im Hof, kannst bir bie Füße abtreten und bie Aase warm schnuppern!

Der Hunb schnappt schier nach mir, er hat Angst. Feigling, benfe ich, aber bann, fast stol­pere ich über ihn, springt er zuerst tut sonst kein Hunb, in weichen Schnee zu setzen. Zum Teusel, was soll ber Spaß?

Aun, um es kurz zu erzählen ich sagte, er sprang zuerst. Anb es war wie ein Türzuschlagen, wie ein schwarzes Aufflackern drüben, dann war nichts mehr zu sehen. Ich wollte erst noch lachen, denke, ber nimmt ein böses Rad. Aber mein Hunb kam nicht, kommt nicht wieber hoch, da ist nur eine schwarze Pfütze, wo ich hinspringen wollte. Ich warte einen Atem lang, rufe, be­ginne zu schreien, sehe mich rasend nach einem .Staken um nichts rührt sich, keine Blase kommt hoch. Da befällt mich ein Zittern.Kom­rab!" Keine Leiter, kein Ast ist nah, nichts als Schwärze im Schnee. Ich stehe ba, noch halb vorgebeugt, wollte boch springen!

Komrab," brüll ich. Aichts regt sich, ber Bach steht schwarz, bas Moor ist tot unb weih weit­hin. Schnee überall unb ber Tob barunter.

Mir wiegt sich plötzlich ber Doben, auf dem ich stehe, scheint nachzugeben. Ich stapfe mit zit­ternden Knien einige Schritte rückwärts. Mein Hund! Aber ich rufe nicht mehr, die Stimme kommt nicht heraus, es ist ja auch ohne Sinn. Das Wasserloch, auf das ich starre, scheint enger zu werden. Noch ein Warten, dann graut mir zu stark; zehn, fünfzig Schritt muß ich zurück. Da sehe ich abseits einen Stecken, halb abgebrochen in einer Wehe, sehe plötzlich vorn den beschnei­ten Steg über den Dach, den ich verfehlte.

Komrad!"

Rückständiges Amerika!

Die Amerikaner weisen in den Olympischen Spielen ausgezeichnete Plätze in den Wirterspoct- kampfen auf. Aber im Lande selbst haben sie nicht eine einzige Bob- oder Skeletonbahn. Die erste Dahn dieser Art wird gerade jetzt für bie 3. Olympischen Winterspiele 1932 erbaut Weit­

Wintervergnügen. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Präsidenten bes Vereins, Otto H o f m a n n I., für 25jährige aktive Mitgliedschaft eine Ehren­urkunde überreicht und er zum Ehr enmit- glieb des Vereins ernannt. Dem lang« jährigen Vorstandsmitglied Heinrich Görnert. welcher 40 Jahre aktiver Sänger ist, wurde durch Lehrer G ö r g im Namen des Vereins ein Ruhe- sessel mit Kissen und im Namen des Hessischen Sängerbundes die silberne Nadel überreicht Mögen die beiden Iubilare noch lange zum Segen des Vereins wirken!

Garbenteich, 22. Ian. Am vergangenen Sonntag wurde hier in einer gut besuchten Ver­sammlung ein Ortsausschuß zwecks Bildung ber nationalen Reichsvereinigung ge- grünbet

ch © r ü n i n g e n, 23. Jan. Anläßlich des 2 5. Dienstjubiläums desGemeinderech- ners Arnold wurde dieser Tage in einer feierlichen Sitzung des Gemeinderats dem Jubi­lar durch Bürgermeister Euler eine von dem gesamten Ortsvorstand gestiftete Ehrenurkunde überreicht, bie folgende Inschrift hat:Dem um unser Rechnungswesen so hoch verdienten Herrn W. Arnold widmen wir anläßlich seines 25jäh- rigen Jubiläums als Gemeinderechner dieses Er- innerungsblatt in dankbarer Anerkennung seiner in dem arbeitsreichen und verantwortungsvollen Amte uns treu gereifte teil Dienste." Es folgen die Anterschristen des Bürgermeisters Euler, des Beigeordneten Engel und sämtlicher Gemeinde­ratsmitglieder. In seiner Ansprache hob Bürger­meister Euler hervor, daß Herr Arnold in treuer Pflichterfüllung das Rechneramt verwaltet hat, und er gab der Hoffnung Ausdruck, daß bet Jubilar noch viele Jahre in körperlicher und geistiger Frische zum Wohle der Gemeinde wirken möge. Herr Arnold dankte in einer Ansprache für die Ehrung und gelobte, das Amt weiterhin zum Wohle der Gemeinde zu verwalten. Dieser Tage hielt der GesangvereinEin­tracht" seine diesjährige Generalver­sammlung ab. Nach kurzer Begrüßung er­stattete der erste Vorsitzende Adam Butz den Jahresbericht und hob dabei besonders bie gün­stige Entwicklung des Vereins lobend hervor. Die Rechnungsablage hatte ein befriedigendes Ergebnis. Dem Rechner wurde Entlastung er­teilt. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der seitherigen Mitglieder. Der Vorstand seht sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Adam B u tz, 2. Vorsitzender Wilhelm MarstelIer, Rechner Karl Lei dich, Schriftführer Wilhelm Krämer, Beisitzer Karl Dem, Heinrich Stumpf und Gottfried Schwind. Der QJerein beabsichtigt, am 16. Februar sein Stiftungsfest abzuhalten, bei dem einige Theaterstücke zur Aufführung gelangen. Im Lause des Sommers unternimmt ber Verein einen Ausflug nach Kas­sel-Wilhelmshöhe.

]) Lich, 24.Jan. Gestern fand bie zweite Brennholz-Versteigerung im Sicher Stabtwalbe, Distrikt Eisenkaute, statt, zu ber sich eine große Anzahl Kaufliebhaber eingefunben hatte. Zum Verkauf ftanben 800 Raummeter Buchenscheiter, 130 Raummeter Buchenknüppel, 5000 Stück Buchenwellen unb 300 Raummeter Buchenstöcke. Je nach Sage unb Abfuhrmöglich­keit bes Holzes würben geboten für Buchenscheiter 54 bis 65 Mk., Buchenknüppel 36 bis 45 Mk., Duchenstöcke 24 bis 25 Mk. (je 4 Raummeter) unb für Duchenwellen 22 bis 24 Mk. (je 100 Stück).

s. Bellersheim, 24. Jan. Zur Zeit sind unsere beiben Schul st ellen verwaist. Leh­rer Sprengel, ber viele Jahre lang hier ge­wirkt hat, ist in ben Ruhestanb getreten unb hat kürzlich seinen Wohnsitz nach Wiesbaden verlegt. Kurz nach ihm hat auch der Inhaber der zweiten Schulstelle, Lehrer Fey, unsere Ge­meinde verlassen und eine Stelle in ber Nähe von Mainz übernommen. Zur Zeit werden die beiden erledigten Stellen durch die Schulverwal­ter Jung und Orth versehen. Wegen der miß­lichen Dienstwohnungsverhältnisse soll jedoch nur eine der beiden Stellen wieder definitiv besetzt werden.

s. A t p h e, 23. Ian. Am Samstag feierte die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, sowie des ganzen Kirchspiels Trais-Horloff, die Wwe. Karoline Raab, geb. Momberger, ihren 9 2. Geburtstag in geistiger unb körperlicher verbreitet ist Skilauf. Aber bie Zuschauer sind bedeutend in der Aeberzahl unb erst in jüngster Zeit reift man zum Wintersport. Augenblicklich ist die Lage äußerlich derjenigen in Deutschland vor Zwanzig Jahren sehr ähnlich: wer im Winter ins Gebirge ober gar zum Wintersport reift, wird als ein etwas eigentümlicher Kauz be­trachtet, dem es ganz recht ist, wenn ihm die Nase abfriert. Das kann ihm auch sehr seicht geschehen, denn in ben meisten Wirtensport- Plätzen werden nur bie Anlagen ber großen Klubs im Winter offengehalten, während die Hotels fast durchweg schließen, weil bie Winter­saison sich für sie nicht lohnt. Die sportlichen Erfolge werben auf einzelnen Gebieten von ben Besten aus einer vorläufig noch recht kleinen Gruppe von Vorkämpfern errungen, in der ein» gewanderte Nordländer eine große Rolle spielen; auf manchen Gebieten ist aber auch, wie wir in einem illustrierten Aufsatz des Februarheftes von Velhagen & Klasings Monats­heften lesen, ein starker nationaler Sport vor­handen. Es stehen z.B. die amerikanischen Eis­hockey-Mannschaften denjenigen Kanadas nicht viel nach und deren Spielstärke hat allmählich Weltruf erlangt.

Lochschulnachrichten.

nrr?ic.tL®Ln.nnun9 bes a. o. Professors Dr. Mrecht Götze von der Universität Hei de l- b e r g zum ordentlichen Professor der semitischen Philologie an der UniöerfXit Marburg als Nachfolger von Prof. B. Landsberger ist erfolgt. ~ D^r durch die Emeritierung von Prof. K. Ludloff an der ilniberfitat Frankfurt er­ledigte Lehrstuhl der orthopädischen Chirurgie ift Professor Dr. Georg Hohmann in Mün­chen angeboten worden. Zur Wicderbe- letjung des durch die Entpflichtung des Pros. W. E. Diermann an der älniberfität Greifs­wald erledigten Lehrstuhls der Qlationatofo- nomie ift ein Ruf an den Ordinarius Dr. Hans Ritsch! in Basel ergangen. Der durch den Weggang des Prof. Friedrich Ranke an der Universität Königsberg erLb'gte Lehr­stuhl der deutschen Sprache unb Literatur ist dem Privatbozenten Dr. Gottfrieb Weber an der älniversität Berlin angeboten worden.