reizvolle Partien und stille Waldtäler aufzuweisen hatte. Rach geraumer Zeit, nachdem sich der Himmel wieder aufgehellt hatte, wurde die Falkenbergruhe erreicht, deren prächtige Fernsicht in absehbarer Zeit zugewachsen sein dürfte. Durch den Tiergarten, an dessen Ausgang man sich an dem Blick auf das herrliche Schloß weidete, und durch das Städtchen Braunfels ging es zur Brauerei Wahl, wo man sich der wohlverdienten Buhe hingab. Der Weg zur Station wurde über die Ottilienhöhe genommen.
** Schöner Erfolg des Vereins für Polizei - und Schuhhunde. Man berichtet uns: Der hiesige Polizei- und Schutzhund-Verein 1914 beteiligte sich am vergangenen Sonntag an der von dem Deutschen Dobermannpinscher-Verein veranstalteten Leistungssiegerprüfung für 1930 in Recklinghausen mit der im hiesigen Verein ausgebildeten Dobermann-Hündin „Carmen vom Mönchwörthof", Besitzer und Führer Kriminalhauptwachtmeister R i e n h a r d t, Gießen. Die stets mit der Rote „vorzüglich" beurteilten Leistungen der Hündin, auf Grund deren sie von dem Hessischen Ministerium als Polizeidienst- Hündin anerkannt worden ist, waren bei der Siegerprüfung in Recklinghausen von besonderm Erfolg, da die Hündin aus dem Wettbewerb als „deutsche Leistungssiegerin" hervorging: sie ist somit die erfolgreichste Polizeihündin ihrer Rasse in Deutschland. Der Führer und Besitzer Herr R i e n h a r d t erhielt den Siegerpreis des deutschen Kartells für das Hundewesen, sowie den Siegerpreis des Prüfungsverbandes der Zuchtvereine im Kartell. Bemerkenswert ist, daß die Hündin die Siegerinnen von 1929 und 1926, die ebenfalls im Wettbewerb standen, in ihren Leistungen überholte.
Oberheffen.
Gängeriag
des Gaues Vogelsberg-Süd.
„?“ Ridda, 22. Sept. 3m Saale des „Gam- brinus" fand gestern der Sängertgg des Gaues Vogek-sberg-Süd statt. Der Platzverein „Sängerkranz" Ridda (Dirigent Lehrer Dietrich-Rodheim) begrüßte die Erschienenen mit dem „Deutschen Sängergruh" und dem fein empfundenen Chor „O leuchte, Tag". Anschließend sprach der erste Vorsitzende dieses Vereins, Bechtold, herzliche Worte des Willkommens.
Der stellvertretende erste Vorsitzende, Lehrer Sinner (Dleichenbach) begrüßte besonders die neuen Gauvercine Blofeld, Borsdorf, Dauern- heim, Geiß-Ridda, „Eintracht" Ober-Widders- Heim, Ranstadt und Wallernhausen. Sodann gab er einen Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Rechnungsablage, von dem Gaurechner, Dermessungsobersekretär Schultheiß (Büdingen) erstattet, ergab eine Einnahme von 1544 Mk., eine Ausgabe von 1356 Mk., so daß ein Kassenbestand von 188 Mk. verbleibt. Nachdem die Rechnungsprüfer A u l (Büdingen) und Bechtold (Ridda) die mit anerkennenswerter Sorgfalt und Hebersichtlichkeit geführte Rechnung für richtig befunden, wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Gleichfalls nahm man davon Kenntnis, daß auf Drängen des Deutschen Sängerbundes rückständige Beiträge gerichtlich eingetrieben werden. Bei den Ergänzungswahlen des Vorstandes wurde Lehrer Sinner zum ersten Vorsitzenden, Lehrer Lenh (Geiß-Ridda) zum Schriftführer gewählt.
Einen breiten Raum der Erörterungen nahm das Gauwcrtungssingen im Jahre 19 31 ein. Man einigte sich auf den 10. Mai. Zur Hebernahme hatten sich Büdingen und Ridda bereit erklärt und entsprechende Anträge eingereicht. Die Abstimmung ergab eine Mehrheit von einer Stimme für Büdingen. 3m Hinblick auf die allgemeine wirtschaftliche Rotlage sollen dabei alle Ausgaben auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden. An dem Wertungssingen sollen sich alle Gauvereine beteiligen. Vereine, die fernbleiben, haben dies acht Wochen vor dem Termin des Liedertages unter Darlegung der Gründe dem Vorstand anzuzeigen. Die von Z e s ch k y (Schotten) gegebene Anregung, bei einem Umzug auf jegliche Musik zu verzichten und dafür abwechselnd Marschlieder zu singen, wurde lebhaft diskutiert. Da sich aber Büdingen bereit erklärte, die Marschmusik unentgeltlich zu stellen, erübrigte sich eine Abstimmung. Für die Zukunft soll die Frage, Musik oder Gesang, von Fall zu Fall entschieden werden. Der Antrag Metzer (Ortenberg), den Hessischen Sängerbund zu veranlassen, bei Austritt von Vereinen den Grund des Ausscheidens in der „Hessischen Sängerwarte" zu veröffentlichen, wurde dem Vorsitzenden als Material überwiesen. Der Pflichtchor für das Wertungssingen in Büdingen soll möglichst frühzeitig bekanntgegeben werden. Gauchormeister Diehl (Ober-Schmitten) erklärte dazu, daß der Musikausschuß des Hessischen Sängerbundes noch . keine Chorwahl getroffen, sie aber bald zu erwarten sei. Die Angabe d^s Pflichtchors werde dann umgehend erfolgen.
Rach 3^/2stündiger Tagung schloß der Vorsitzende den' Gausängertag, der den Willen und Wunsch verkörperte, dem deutschen Lied mit ganzer Hingabe zu dienen.
Landkreis Gießen.
* Klein-Linden, 22. Sept. Am gestrigen Sonntag veranstaltete der Turnverein Klein-Linden sein diesjähriges A b t u r - n e n. Rach einer von Pfarrer Bremmer gehaltenen Morgenandacht trat die seit Bestehen des Vereins noch nicht erreichte Zahl von 117 Turnern, Turnerinnen, Schülern und Schülerinnen zum Wettkampf an. Aus der Siegerliste seien von jeder Gruppe die drei ersten Sieger genannt. Zöglings-Ober st use (Zwölfkampf): Ehrensleger mit 203 Punkten Rudolf 3ung II.; 1. mit 199 P. Kurt Drescher; 2. mit 188 P. Rudolf 3ung l. Außer Konkurrenz erreichte in dieser Gruppe Heinrich Marten 212 P. Zöglings- Unterstufe) (Zehnkampf): Ehrensieger mit 172 P. Ernst 3ung; 1. mit 161 P. Wilhelm Müller; 2. mit 147 P. Fritz Müller; 3. mit 133 P. Hans Weller. Turnerinnen-Ober- stufe (Zehnkampf): 1. mit 196 P. Tilli Hahn; 2. mit 177 P. Emmi Malinowsky; 3. mit 165 P. Elfriede Weller. Turnerinnen-Mittel- stufe (Siebenkampf): 1. mit 120 P. Hedwig Marten; 2. mit 118 P. Marie Weigel; 3. mit 108 P. Frieda Eh ring. Turnerinnen-Lln- t e r st u f e (Achtkampf): 1. mit 136 P. Hilde Weigel; 2. mit 134 P. Lina Klos, 3. mit 131 P. Ottilie Freh. Schüler-Oberstufe (Zehnkampf): 1. mit 185 P. Walter Weber; 2. mit 168 P. Hans Volk; 3. mit 165 P. Willi Steinmüller. Schüler-Mittelstufe (Sechskampf): Ehrensieger mit 118 P. Welter Lang; 1. mit 217 P. Eberhard Kopp: 2. mit je 99 P. Hermann
Komimmalpolttische Tagung in Schotten.
Hessischer Landgemeindeiag, Kreisverband Schotten.
3m Rathaussaal zu Schotten fand am Freitag unter Leitung des Vorsitzenden Bürgermeister M e n g e l, Schotten, eine Tagung des Verbandes statt. Vom Kreisamt Schotten waren erschienen Kreisdirektor Dr. 3 a n n, Regierungsrat Schwan, Verwaltungsinspektor Müller und Weber. Rach der Begrüßung und verschiedenen geschäftlichen Mitteilungen wurde zunächst die Frage der Unterstützung der a ußgefeuerten Erwerbslosen besprochen.' Die Ausgesteuerten stellen für die Gemeinden eine große Belastung dar; Mittel sind hierfür im Gemeindevoranschlag nicht vorgesehen. Die neuen vom Reich den Gemeinden zugewiesenen Getränke-, Bier- und Bürgersteuern sollen zur Deckung dieser neuen sozialen Lasten Verwendung finden. Die Versammlung war sich flar darüber, daß die Ausgesteuerten möglichst zu Arbeitsleistungen herangezogen werden sollen, damit für die ausgeworfenen Gelder auch etwas im Interesse der Gemeinde geleistet wird. Besondere Richtlinien für die Beschäftigung dieser Ausgesteuerten wurden vorgetragen und gebilligt. — Beim Hessischen Landgemeindetag soll beantragt werden, dieser möge die nötigen Schritte tun, daß auch bei den jetzt bald beginnenden Holzhauerarbeiten in den Staatswaldungen möglichst Ausgesteuerte Verwendung finden, damit die Gemeinden entlastet werden. — Ebenso soll der Landgemeinde tag dafür sich einsehen, daß den Gemeinden für die Erhebung und Ablieferung der Eichgebühren die auch sonst gezahlte übliche Provision von 4 Prozent in die Gemeindekasse fließen. — Die Frage der A r b e i ts- los e n v e r s i ch e r u n g s p f l r ch t der Bürgermeister wird behandelt und Kenntnis von dem Rundschreiben des Landgemeindetags gegeben. — Die neuen Steuern (Bier-, Getränke-, Bürgersteuern) werden in einer in Kürze stattsindenden weiteren Versammlung erörtert werden, bis dahin sind wohl auch die ^hessischen Aussührungsbestimmungen zu den Steuern herausgekommen. — Veterinärrat Dr. Metz vom Schottener Krcisveterinäramt sprach über verschiedene veterinärpolizeiliche Bestimmungen aus der Praxis, Kälbererkrankungen, Fleischbeschau, Freibankfleischbehandlung u. dgl.
Auch über diese Fragen, Währschaft beim Dieh- handel usw. wird nochmals in einer weiteren Versammlung gesprochen werden. — Amtmann Strauch, Darmstadt, erläuterte Zweck und Ziele des neuen Hessischen Hnfallversiche- rungsverbandes für Slädte und Gemeinden. Dieser neue Verband übernimmt zukünftig die Versicherung der Gemeinden gegen Unfall auf dem Gebiet der Bauarbeiten, Fuhrwerkshaltung. Krankenhäuser, Wohlfahrtspflege, Gesundheitsdienst, Hebammen, Krankenschwestern u. dgl. Für all diese Betriebe geht die Hnfallversiche- rung ohne weiteres von den verschiedenen seitherigen Derussgenossenschaften aus den neuen Verband über. Der Schriftverkehr, die ganze Behandlung der Unfälle ist damit vereinfacht, die Prämiensätze sind gegen seither wesentlich verbilligt. Der Mindestsatz beträgt für die Gemeinden 3 Mark pro Jahr. Eine rege Aussprache schloß sich an den interessanten Vortrag an, viele Einzelfälle wurden behandelt. — Auch über die Frage der Schülerunfallversicherung wurde gesprochen, und den Gemeinden die Versicherung nahegelegt. Die Lehrerschaft müsse sich auch für diese allgemeine Schü- lerverficherung einfehen, und wenn die eine oder andere Gemeinde finanziell nicht in der Lage ist, die Kosten für eine allgemeine Versicherung aufzubringen, so sind die Eltern, wenn sie in der nötigen Weise aufgeklärt werden, gern bereit, die geringen Kosten, 60 Pfennig pro Jahr, für ihr Kind beizusteuern. Zwei in Schollen kürzlich vorgekommene schwere Unfälle, bei dem einem Kind ein Bein amputiert werden muhte, zeigen, wie sehr wichtig diese Schülerversicherung ist. — Eine weitere Aussprache erfolgte noch über das Bürgschaftsverfahren bei den Versteigerungen der Gemeinden, Ausstellung von Bürg- scheinen u. a. m. Den Gemeinden wird die Erhebung der Vergnügungssteuern nochmals zur Pflicht gemacht. Viele Anfragen aus der Versammlung aus allen Gebieten der Gemeindeverwaltung wurden besprochen. Rach Dankes« Worten des Kreisdirektors Dr. 3ann schloß der Vorsitzende die sehr anregend verlaufene Sitzung. Am 4. Rovember findet eine neue Tagung statt.
Stein und Wilhelm Wagner.Schüler-Unterstufe (Fünfkampf): 1. mit 102 P. Richard Klinke!; 2. mit 100 P. Ferdi Weller; 3. mit 96 P. Walter Weih. Schülerinnen-Ober stufe (Fünfkampf): 1. mit 99 P. Greta Grebe; 2. mit 86 P. Marta Rinn: 3. mit je 82 P. Lisel Schimmel und Margot 3urtg. Schülerinnen-Un- terftufe (Fünfkampf«: 1. mit 99 P. Lotti Kopp; 2. mit 94 P. Gerta Volk; 3. mit je 93 P. Ria Rau, Anni Weiß und Marie Rinn. Den Wanderpreis im Gerätekampf errang mit 149 P. Kurt Drescher, außer Konkurrenz erzielte Heinrich Marten 151 P. Sieger im Vierkampf der Mädchen wurden: 1. mit 73 P. Elfriede Weller; 2. mit 71 P. Tilli Hahn; 3. mit 69 P. Emmi Malinowsky. Der Sonntagabend wurde in froher Stimmung bei den Klängen der ausgezeichneten Kapelle Topp (Gießen) im Turnerheim verbracht.
LJ Grohen-Linden. 23. Sept. Am Sonntag feierte die Kleinkinderschule in der Turnhalle ihr diesjähriges Sommer fest. Unter dem Geläute der Kirchenglocken zog die mit Blumen und Kränzen geschmückte fröhliche Kinderschar von der Kleinkinderschule nach der Turnhalle. Nach einem gemeinsam gesungenen Choral trugen die Kinder unter der Leitung von Schwester Sophie Sprüche und Lieder vor. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Schultheiß, erwähnte in seiner Ansprache die (Erneuerung des gesamten Mobiliars der Kleinkinderschule im vergangenen Jahre und dankte für alle hierzu er holtenen Gaben, besonders der Gemeindevertretung für die geleistete Hilfe. Auch der aufopfernden Tätigkeit der Schwester gedachte er mit Dankbarkeit. Die folgenden Spiele, Reigen, Gesang und Stabübungen der Kleinen erfreuten jung und alt. Mit der üblichen Brezel wurden die Kinder nach ihren Darbietungen belohnt. Eine Kollekte für die Kleinkinderschule ergab den Betrag von rund 42 Mark.
•c* Leihgestern, 23. Sept. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde dem Dachdecker- meister Köhler aus GroßemLinden als dem Wenigstnehmenden auf sein Angebot von rund 4500 Mark die Reparatur des hiesigen Kirchturms übertragen. Die Reparaturarbeiten sind bereits in Angriff genommen. Mit der Bauleitung wurde das Hessische Hochbauomt in Gießen betraut. — Unser seit sechs Jahren hier amtierender Seelsorger Pfarrer Jäger mußte sich aus Gesundheitsrücksichten von seinem Amt zurück- ziehen und hat, soviel bekannt ist, seine Pensionierung beantragt. Die kirchlichen Dienstgeschäfte werden zur Zeit durch Pfarrer S t a u b a ch, Watzenborn-Steinberg, versehen.
§ Daubringen, 23. Sept. Der hiesige Kriegerverein hielt am Sonntag fein diesjähriges Preisschießen ab, das auch von auswärtigen Schützen gut besucht war. Geschossen wurde auf 100 Meter Entfernung. Rachstehend die Ramen der 10 ersten Preisträger: 1. mit 36 Ringen Konr. Völzing, Daubringen; 2. Hrch. Vogel, Mainzlar; 3. Wilh. Erb III., Daubringen, mit 34 Ringen; 4. Ludwig Mohr II., Daubringen, mit 34 Ringen; 5. 3oh. Reis, Daubringen, mit 33 Ringen; 6. Heinr. Mohr II., Daubringen, mit 33 Ringen; 7. Heinrich Sauer, Mainzlar, mit 33 Ringen: 8. Karl Keller, Daubringen, mit 33 Ringen: 9. H. Schönau, Gießen, mit 33 Ringen; 10. Ludwig Wagner, Mainzlar, mit 33 Ringen. — Hier fand die Versteigerung des Geme.indeobstes statt. Die Rachfrage war stark, infolgedessen waren die Preise durchschnittlich sehr hoch. Je nach der Gröhe, Sorte und Ertrag der Aepsel- und Birnbäume wurde bis zu 15 Mark pro Zentner am Daum bezahlt. Zwetschen waren teurer.
T L i ch, 23. Sept. Die fürstliche Familie verläßt Anfang kommenden Monats unsere Stadt, um ihren Wohnsitz nach Wiesbaden zu verlegen. In Geschäftskreisen unserer Stadt wird der Wegzug der fürstlichen Familie sehr bedauert, aber auch in den Kreisen der Angestellten und der Arbeitnehmerschaft erleidet man durch die Verlegung des Wohnsitzes empfindliche Verluste, bot doch der fürstliche Hof für viele Leute Arbeit und Verdienstmöglichkeit. Der größte Teil des Schloßpersonals findet vorerst noch weiter Beschäftigung; nach Wiesbaden, wo Fürst Reinhard eine Villa käuflich erworben hat, gehen nur einige Bediente mit. Heber die Verwendung und Benutzung der Lichex Schloß
räume ist noch nichts zu erfahren. Doch hofft man bestimmt, daß der Erbprinz später wieder das hiesige Schloß geziehen wird.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 22. Sept. 3m „Deutschen Haus" fand eine stark besuchte Versammlung der Butzbacher Bürgerschaft statt, die ^u dem neuen Ortsbauplan und der Feldbereinigung Stellung nahm. Rach eingehender Erläuterung des Stadtbauplans und der neuen Straßen und Wege, die bei der Feldbereinigung vorgesehen sind, faßte die Versammlung folgende Entschließung: „Der Stadtrat wird ersucht, die von der Reichsbahndirektion Frankfurt vorgesehene Unterführung der S t a a t s b a h n, die in der Verlängerung der Badborngasse geplant ist, a b z u I e h n e n, da sie keine Verbesserung des heutigen Zustandes bedeutet, und die Interessen der Bewohner der Wetzlarer und der Dahnhofsstrahe auf das schwerste schädigt. Auch die geplante ilm- gehungsstraße von der Weiseler nach der Gießener, Straße mit Unterführung unter der Staatsbahn ist abzulehnen, da sie die Geschäfte in der Stadt stark benachteiligen würde und die spätere Entwickelung des Autoverkehrs noch nicht beurteilt werden kann. Die Versammlung schlägt dem Stadtrat vor, den Ortsbauplan ohne Rücksicht auf die Unterführungspläne der Dahn nach den Bedürfnissen der Allgemeinheit der Stadt aufzustellen, evtl, auf den Ortsbauplan von 1924 zurückzugreifen. Die von der Reichsbahndirektion gewünschte Ausscheidung von größeren Geländestreifen aus dem Ortsbaupcan zugunsten der Dahn ist auf alle Fälle abzulehnen. Sollte die Reichsbahn keine Vorschläge machen, die den bestehenden Verhältnissen Rechnung tragen und eine Verbesserung bedeuten, so ist die Versammlung der Ansicht, die jetzigen Ueberführungen zu belassen."
Kreis Büdingen.
nd. Ridda, 22. Sept. Gestern fand für unser Kirchspiel die Feier des kirchlichenIu- gendsonntags statt, womit die Feier des Kreisverbandsfestes evangelischer M ä d ch e n v e r e i n e des Kreises Büdingen verbunden war. Der hiesige Mädchen- Verein und seine Leiterin, Frau Pfarrer Laut, hatten die nötigen Vorbereitungen getroffen, um den auswärtigen Vereinen mit über 350 Mitgliedern einen würdigen Festtag zu bieten. Vormittags hielt Pfarrer Laut einen Jugend- gottesdienst, an dem auch die bereits eingetroffenen Gäste teilnahmen; im Hauptgottes- dienst predigte er über den Text: „Jugend, betrübe nicht den heiligen Geist!" Rachmittags beteiligten sich alle Gastvereine und zahlreiche Einwohner des Kirchspiels an dem Festgottesdienst, in dem Pfarrer Crull von Ulfa die Festpredigt hielt und zwei Vereine durch Gesang und Sprechchor mitwirlten. Von der Kirche aus zogen dann die Mädchenvereine und viele Festteilnehmer unter Vorantritt des Po- saunenchors Wallernhausen in die Turnhalle, deren große Räume voll besetzt wurden. Hier wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Dann wechselten Ansprachen, Liedervorträge, Spiele, Weisen des Posaunenchors und Deklamationen mehrerer Mädchen ab. Zum Schlüsse dankte Pfarrer Rau von Wallern- hausen im Ramen der auswärtigen Gäste dem Rrddaer Mädchenverein und den Gastgebern für die freundliche Aufnahme und Bewirtung, und Pfarrer Laut allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen hatten.
Kreis Schotten.
§ Ober-Seibertenrod, 23. Sept. Am Sonntag wurde das neuerbaute Sp.rihen - Haus unserer Gemeinde seiner Bestimmung übergeben. Aus diesem Anlaß wurde ein Kreisfeuerwehrtag hier abgehalten, bet dem sämtliche Wehren des Kreises Schotten vertreten waren. Als Vertreter des Kreisamtes war Regierungsrat Schwan erschienen. Es wurde eine Feuerwehrübung in großem Rahmen abgehalten und auch noch bei leidlichem Wetter durchgefiihrt. Der weitere festliche Teil des Tages wurde durch starken Regen empfindlich gestört. Das neue Spritzenhaus bietet mit seinem Hellen Bewurf und feinem hochragenden, grün
gestrichenen Turm einen freundlichen Anblick dar. Cs ist in unmittelbarer Rähe der Kirche errichtet.
Kreis Alsfeld.
6-t Alsfeld, 22. Sept. Am vergangenen Samstagabend trat nach längerer Pause das Alsfelder Iugendorchester unter Leitung von Ober-Regllehrer Dotter wieder mit einem Konzert im großen Saale des „Deutschen Hauses" in die Öffentlichkeit. Das gut zusammengestellte Programm war diesmal der Unterhaltungsmusik gewidmet. Frl. M. Stoll von Rieder-Ohmen sang mit gut durchgebildeter Stimme ansprechend mehrere Lieder von Schubert, Schumann, Mendelsohn. Regierungsbauführer Hoffmann (Alsfeld) brachte als Flötensolo das liebliche Andantino aus dem Konzert für Flöte und Harfe von Mozart unter der feinfühligen Klavierbegleitung von cand. jur. Völ- fing schön zum Vortrag. Die dankbaren Zuhörer erzwangen durch lebhaften und wohlverdienten Beifall mehrere Zugaben. Durch Anschaffung eines Harmoniums hat die Klangwirkung der musikalischen Darbietungen eine wesentliche Verstärkung erfahren. Der gute Besuch des Abends legte Zeugnis ab von der Beliebtheit des Alsfelder Iugendorchesters, Die neu- gebildete städtische Thea terkommis- s i o n trat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g zum ersten Male in Anwesenheit des Intendanten Dr. P r a s ch (Gießen) zu einer Sitzung zusammen. Rach einigen erläuternden Ausführungen des Intendanten Dr. P r a s ch über den gegenwärtigen Stand der Theaterliteratur wurden die für den Winterspielplan in Alsfeld in Betracht kommenden Stücke festgesetzt. Die Spielzeit wird am Sonntag, 12. Oktober, mit dem Lustspiel „Liebes Leid und Lust" von Shakespeare unter Mitwirkung des Alsfelder Iugendorchesters unter der Leitung von Kapellmeister C u j e (Wetzlar) eröffnet.
Preußen.
Maingau.
WER. Frankfurt a. M., 23. Sept. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich heute mit dem Antrag des Magistrats auf Erhöhung der Gern e i n d e g e t r ä n ke - und -Bier st euer. Die verschiedenen Parteien wandten sich in schärfstem Tone gegen die Einführung der neuen Steuern: dagegen machten der Oberbürgermeister und der Kämmerer darauf aufmerksam, daß es angesichts des 10-Millivnen-Defizits der Stadt Frankfurt a. M. falsch wäre, eine ihr durch die Rotverordnung des Reiches in die Hand gegebene Steuerquelle unbenutzt zu lassen. Trotz der Mahnung des Oberbürgermeisters, die Vorlage sofort zu genehmigen, da jede Verzögerung um einen Monat die Stadt etwa 200OCC Mk. kostet, wurde die Vorlage dem Ausschuß überwies en. Auch die Vorlage über die Schulgelderhöhung wanderte in den Ausschuß.
Zeitschriften.
— Das Heft 9 des „H e s s e n l a n d", Monatsschrift für Landes- und Volkskunde, Kunst und Literatur Hessens, herausgegeben von Dr. C. Hiheroth, (R. G. Elwert Verlag, Marburg) ist der Jahreshauptversammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde in Schlüchtern gewidmet. Cs bringt eine ausführliche illustrierte Darlegung von Georg Maldseld über die territoriale Zusammensetzung und die alten Herrschastsverhältnisse des Kreises Schlüchtern. W. Praesent hat die Aeußerungen der Gebrüder Grimm über Steinau, wo sie ihre Jugendzeit verlebt und das sie als ihre Vaterstadt angesehen haben, zusammengestellt. Weitem Interesse wird schließlich der Beitrag von Dr. W. Hopf über die gesellschaftlichen Zustände in Hessen um Ende des 17. Jahrhunderts begegnen.
— Das Septembcrheft der „Zeitwende" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München) beginnt mit dem Aufsatz „Meine unfreiwillige Sibirienfahrt", von Oskar Bruhns. Als deutscher Pfarrer von zaristischer Willkür nach Sibirien verbannt, hat Bruhns dort jahrelang! unter den politischen Verbannten gelebt und schildert nun anschaulich die Atmosphäre, aus der mit Raturnotwendigkeit die bolschewistische Revolution hervorwachsen mußte. Auch diese Revolution selbst hat er in Sibirien nriteriebt. Seine Erinnerungen geben plastische Momentbilder, aber auch tiefen Einblick in Ursprung und Wesen der bolschewistischen Bewegung. — Leo Frobenius beschließt seine „Indischen Reisebriefe", die uns in unterhaltendem Plauderton tiefe Eindrücke gewähren in die seltsame Glaubenswelt des nichtarischen Hrmenschen Südindiens. — In der Hmschau befindet sich der wertvolle Beitrag Dr. Kurt von Räumers „Sozialpolitik im alten Deutschland". Heute, wo die deutsche Sozialversicherung eine schwere Krisis durchmacht, ist es äußerst lehrreich, ihre Anfänge zu betrachten und auf die Einwände zu hören, die schon zur Zeit ihrer Begründung Bismarcks Hauptmitarbeiter und zugleich Gegenspieler, Theodor Lohmann, gegen die von Bismarck gewählte Form der Sozialversicherung erhoben hat. — Zwei Landschaften von Zügels Schüler, Eugen Wolff, find diesem Heft beigegeben.
— Der Kunstwart (Verlag Georg D. W. Callweh, München). Im Septemberheft stellt u. a. E. Heilbrunn den englischen Erzähler Aldous Huxleh vor und läßt mit der Rovelle „Grüne Tunnel" eintz Probe seiner scharfen Charakterisierungskunst folgen. Heber die „Reuschöpfung der Welt durch Knut Hamsun" schreibt Michael Hochgesang: Wilhelm Michel knüpft an den wirt« schastlichen und sozialen Hntergang seines Heimatdorfes wehmütige, aber zugleich ermutigende Betrachtungen zur heutigen allenthalben stattfindenden „Hnterwühlung" und Erstehung „neuer Gestalt". Paul Alverdes seht sich mit der neueren Tanzkunst auseinander und Georg Anschütz, ein hervorragender Dertre er der Farbe-Ton- Forschung, berichtet über die „Synthese der Sinne in der Kunst". Sieben Wiedergaben von Meisterwerken älterer chinesischer und japanischer Kunst vom 12. bis zum 16. Jahrhundert begleiten einen Aufsatz von Hans Penzel.
— „Stickereien undSpihen" bringt uns Radelarbeiten und Webearbeiten in vielen Anwendungen. Eine von Dorfkindern gestickte, reizvolle seidene Wandbespannung im „Zimmer der Dame": Tülldeckchen mit einfacher und reicher Bestickung, handgewebte Wandbehänge und Kissenplatten, sehr elegante Daunendecken und Steppdecken in künstlerischer Musterung. Klare Abbildungen. Deutliche Details. Textbeiträge von sachlich informierender Art. (Verlagsanstalt Alexander Koch G. m. b. H. Darmstadt.)
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