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Nr. 121 viertes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Samstag, 24. Mai 1950

Wirtschaft.

Erhöhung des Roggenzolls.

Durch eine gestern imReichsanzeiger" und im Reichszollblatt" veröffentlichte Verordnung wer­den mit Wirkung vom 20. Mai 1930 der Zoll- f a tz für Roggen auf 15 Mark und der Zoll­satz für Ger st e zur Viehfütterung unter Zollsicherung auf 12 Mark je Doppelzentner erhöht, um den in letzter Zeit beobachteten zunehmenden Einfluh stärkerer Einfuhr auf die inländische Preis­bildung hemmen zu können. Den nordwestdcut- schen Schweinemästern ist zur Abwendung der aus der Zollerhöhuny für Futtergerste sich für sie er- gebenden Nachteile die Möglichkeit gegeben, an Stelle ausländischer Gerste verbilligten gekennzeich- neteir Roggen zu verwenden, der in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht.

Wochenbericht

vom Sranffurter Effektenmarkt.

In der neuen Woche war die Stimmung an. der Frankfurter Börse durchweg sreundlich, das Geschäft nahm aber selten größeres Ausmaß an, da der immer noch sehr geringe Auftragsein­gang zur Zurückhaltung mahnte. Don der zumeist schwächeren Reuyorker Börse konnte keine Anre­gung ausgehen. Das Geschäft wickelte sich in der Hauptsache in der Kulisse ab. Bereinzelt waren jedoch einige Momente vorhanden, die vorüber­gehend zu einer Spezialbewegung Anlaß boten. Das Ausland zeigte verschiedentlich für deutsche Spitzenwerte Interesse, und die Spekulation schritt - veranlaßt dadurch zu Meinungskäufen. In Spezialaktien war das Geschäft fast in der ganzen Woche recht lebhaft. Günstig be­wertet wurden zufriedenstellende Wirtschasts- berichte und Dividendeerhöhungen einiger Mon- tangesellschaften. Der Montanmarkt war auch daraufhin mehr beachtet, doch ließ gegen Ende der Woche das Geschäft daselbst wieder nach. Schiff- fahrtswcrte hatten auf die anhaltenden Frei- gabehosfnungen mehr Interesse auf sich gelenkt: die höheren Kurse wurden aber nicht gehalten, denn die Kulisse schritt auch hier zu Gewinnmit­nahmen. Im Laufe der Woche wurde der leichte Geldmarkt, der durch eine abermalige Dis­kontsenkung der Reichsbank auf 41 , Proz. eine weitere Verflüssigung erfahren dürste, als günstig bewertet. Die Geschäftsbelebung im allgemeinen blieb aber noch aus, da sich das Publikum nur zögernd dem Aktienmarkt zuwendet. Metatt- gesellfchaft traten ziemlich stark in den Vorder­grund und zogen erheblich im Kurse an. Als jedoch von Derwaltungsseite mitgeteilt wurde, daß die Freigabegelder nicht an die Aktionäre verteilt werden sollen, ergab sich ein starker Kurscinbruch, der aber auf neue Deckungskäufe in diesem Papier wieder wettgemacht werden konnte. Zellstoff Waldhof wurden wieder etwas mehr beachtet, nachdem die Geschäftsaussichten, obwohl eine Dividcndenrcduktion vorgenommen wurde, für die kommende Zeit recht günstig sein sollen, und zogen zirka 4 Proz. an. Am Markte der Lokalpapiere kam plötzlich eine Son- derbcwcgung zum Ausbruch. Cs drehte sich um Scheideanstalt und Holzverkohlung, die auf die Derschrnclzungsverbandlungen beider Gesell­schaften lebhaft gehandelt wurden und im Laufe der Woche bis zu 10 Proz. anzogcn. Vorüber­gehend verstimmte die schwache Veranlagung der Schutzgebietsanleihen, die, nachdem bekannt wurde, daß dieses Papier vorübergehend nicht offiziell notiert werden soll, stark angeboten waren und erheblich unter dem Höchststand der letzten Zeit lagen. Von Montanaktien lagen Rhcinstahl schwächer. Der Wassereinbruch auf der Zeche Auguste Viktoria verstimmte, doch konnte der anfängliche Kursverlust fast ausge­glichen werden. Zum Wochenschluh machte sich lebhaftes Interesse für Siemens und Schuckert bemerkbar. Letztere erzielten einen Gesamt­gewinn von 10,5 Proz. Die Hoffnung auf eine Londoner Diskontcrmäßigung regte etwas an, doch war man enttäuscht, als der Satz unver­ändert blieb. Die Tendenz war aber freundlich, obwohl der Ordereingang nach wie vor klein blieb. Das schon die ganze Woche hindurch an­haltende Interesse für Spezial­aktien dauerte an, und hiervon ausgehend wurde die Tendenz fester. Banken fanden, mit Ausnahme von Aeichsbankantei'en. nur wenig Be­achtung. Chadeaktien gewannen 8 Mark. Rhei­

nische Braunkohlen zogen 8 Proz. an. Me­tallgesellschaft plus 7 Proz. Kaliwerte konnten zeitweise reges Interesse auf sich lenken. Aschers­leben und Westeregeln je plus 10 Proz. und Salzdetfurth plus 21 Proz. I.-G.-Farben nur geringfügig fester. Kunstseidewerte vernach­lässigt. Hirsch-Kupser aus die Interessennahme mit einer belgischen Firma weiter gefragt und 4 Proz. fester. Renten still und nachgcbend. Tagesgeld mit 3 Proz. leicht. Arn Devisenmarkt war Spanien etwas schwächer. Die Befestigung der Tendenz hielt bis zum Schluß der Woche an.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Am Frankfurter Schlachtviehmarkt machte die Besserung der Geschäftslage allgemein weiter kleine Fortschritte. Ramentlich für Schweine machte sich wieder vermehrtes In­teresse bemerkbar. Trotzdem der Auftrieb wieder sehr groß war, konnte der Markt geräumt wer­den. Während für den Frankfurter Bedarf nur weniger gekauft wurde, war das Geschäft für den Export sehr lebhaft. Die Ausfuhr betrug etwa 60 Proz., wobei in der Hauptsache wieder größere Käufe durch die Stühungsstelle des Reiches über Reparationskonto nach Frankreich ausgeführt wurden. Die Preisbesserung gegen die Vorwoche betrug etwa 5 Mark. Auf dem R i n der­ma r k t war der Auftrieb stärker als in der Vorwoche. Gute Qualität war reichlich vorhanden. Rach ruhigem Handel wurde nahezu ausverkauft. Etwa 48 Proz. des Gesamtauftriebs ging wieder nach auswärts. Kälber und Schafe wurden nach mittelmäßigem Geschäft ausverkauft. Für Schafe wurde keine Rotiz hergestellt, trotzdem der Auftrieb erheblich höher als in der Vor­woche war. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1533 Rindern: darunter befanden sich 435 Ochsen, 105 Bullen, 485 Kühen und 391 Färsen, ferner aus 1526 Kälbern, 398 Schafen und 6561 Schwei­nen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergan­genen Woche waren 34 Rinder, 296 Schafe und 544 Schweine mehr am Markt, während 66 Käl­ber weniger zum Verkauf stcknden.

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 58 bis 60. a2) 53 bis 57, bl) 47 bis 52. Dullen a) 54 bis 57, b) 49 bis 53. Kühe a) 47 bis 51, b) 43 bis 46, c) 38 bis 42, d) 32 bis 37. Färsen a) 58 bis 61, b) 54 bis 57, c) 48 bis 53. Kälber b) 81 bis 85, c) 74 bis 80, d) 68 bis 73. Schafe nicht notiert. Schweine b) 63 bis 66, d) 67 bis 71, d) 67 bis 71, e) 63 bis 66. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Kühe 1 Mk. und Schweine bis zu 5 Mk. anziehen, während Kälber, Ochsen, Bullen und Färsen unverändert blieben.

* Fusion Scheideanstalt Holz­verkohlung. Die Vorstände der Deutschen Gold- und Eilberscheideanstalt vorm. Röhler, Frankfurt a. M., und der Holzverkohlungs-In­dustrie AG., Konstanz, haben mit Zustimmung ihrer Aufsichtsräte beschlossen, den auf den 8. Juli nach Frankfurt a. M. einzuberufenden Generalversammlungen beider Gesellschaften einen Fusionsvorschlag zu unterbreiten, nach dem das gesamte Vermögen der Hiog unter Ausschluß der Liquidation auf die Scheideanstalt übergeht. Die Scheideanstalt verpflichtet sich, den Stamm­aktionären der Hiag für je 3000 Mk. Rennbetrag Hiag-Stammaktien je 2000 Mk. Rennbetrag Scheideanstalt-Stammaktien mit Dividendebe­zugsrecht ab 1. April 1930 (d. h also mit hal­ber Gewinnberechtigung für das Geschäftsjahr 1929 30 der Scheideanstalt) zu gewähren. Die Scheideanstalt wird zu diesem Zweck ihr derzeiti­ges Aktienkapital von 29,6 Mill. Mk. in dem er­forderlichen Ausmaße erhöhen.

*Dyckerhvff & Widmann AG., Wies­baden-Biebrich. Don dem 1929 erziel­ten Detriebsgewinn von 2,20 (1,94) Mill. Mk. wurden 1,23 (1,25) Mill. Mk. für Abschreibungen aufgewandt, so daß einschl. 110 000 Mk. Dortrag ein Reingewinn von 1,09 (0,90) Mill. Mk. ver­bleibt, woraus eine erhöhte Dividende von 10 (8) Prozent auf 8 Mill. Mk. Aktienkapital ver­teilt werden soll. Rach ilebcrtoeifung von 150 000 (100 000) Mk. an den Wohlfahrtsfonds verblei­ben 110 000 Mk. »um Dortrag. In das neue Geschäftsjahr sei bte Gesellschaft mit einem er­

heblichen Auftragsbestand eingetreten. Dor allem seien verschiedene langfristige Auslandsaufträge vorhanden. (GD. 3. Juni.)

Arbeiterentlassungen beiHeinrich Lanz 21.-6., Mannheim. Die Firma teilt mit, daß im Zusammenhang mit der andauernd schwie­rigen Lage der Landwirtschaft auch der Absatz der Erzeugnisse des Unternehmens einen erheblichen Rückgang aufweist. Um ein Anwachsen der Lager- bcstände zu vermeiden, hat die Firma Vorsorge getroffen, um evtl, im Laufe des Monats Juni etwa 200 Arbeiter entlassen zu können. Das Auslandge- schäft, insbesondere in Rohölfchlcppern, ist dagegen befriedigend.

Kündigung der Gesamtbelegschaft bei der Mansfeld 21.-0. Nachdem ein Versuch, mit dem Gesamtbetriebsrat einen Lohnvertrag auf der Basis ihres Notprogramms zuftandezubringen, gescheitert ist, hat die Verwaltung der Mansfeld 21.-6. gestern auf sämtlichen Werken einen Anschlag veröffentlicht, in dem der gesamten Belegschaft zum 31. Mai das Arbeitsoerhältnis gekündigt wird. Wer mit einem löprozentigen Lohnabbau einverstanden sei, könne weiterarbeiten.

Frankfurter Börse.

F r a n k s u r t a. M., 24. Mai. Tendenz: schwächer. In Anbetracht des bevorstehenden Ultimos schritt die Kulisse zu Realisationen, im Zusammenhang mit den Auslassungen Geheimrats Duisberg, die ungünstig aufgenommen wurden. Auch mahnte die ernste finanzielle Lage des Reichs zur Zurück- Haltung. Die feste gestrige Neuyorker Börse blieb ohne Wirkung. Die Tendenz war zum Wochenschluß schwächer. Das herauskommende Material fand bei der weiter anhaltenden Orderlosigkeit nur schwer Aufnahme. Gegenüber der gestrigen Abendbörse er­gaben sich teilweise ganz erhebliche Ab­schwächungen. Das Geschäft bewegte sich in sehr bescheidenem Rahmen. Zur Verschlechterung der Stimmung trug noch die schwache Veranlagung der Zellstoff-Waldhof- und Deutsche-Erdöl-Aktien bei. Die ersteren eröffneten 2,75 o. Sy abgeschwächt. Holzver­kohlung fanden heute keine Beachtung. Am Elektro- markt verloren 21(6(3. 1,5 v. H., Felten 1 d. Sy, Licht & Kraft 2,75 v. Sy Lokale Werte lagen dagegen be­hauptet. Schiffahrtswerte verloren bis 1,5 v. Sy AG. für Verkehrswesen blieben gehalten. Montanwerte fast umsatzlos. Banken lagen gut gehalten, mit Aus­nahme von Danatbant, die 1 v. Sy einbüßten. Am Rentenmarkt waren Schutzgebietanleihe etwas ge­fragter und leicht erholt. Alt- und Neubesitz dagegen nachgebend. Oesterreichische Schatzrente waren ge­fragt und fester. Im Verlaufe war das Geschäft weiter sehr still, die Kurse bröckelten zumeist weiter etwas ab. Vereinzelte Werte waren stärker abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 v. Sy wieder leichter. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,191250, gegen Pfund 20,3675, London gegen Kabel 4,8596, gegen Paris W3,94, gegen Mailand 92,73, gegen Schweiz 25,1250, gegen Holland 12,0850.

Berliner Börse.

Berlin, 24. Mai. Nach einem sehr zurückhalten­den Vormittagsoerkehr und einer noch recht un­sicheren Vorbörse bekamen zum offiziellen Beginn die ungünstigen Momente die Oberhand. Das De­fizit im Reichshaushaltsplan, die Kampfansage der Industrie, die in den Auslassungen Geheimrats Duisberg zum Ausdruck kommt, die verschlechterte Arbeitslosenlage und die schwache Haltung der Pe­troleumwerte (Rütgerswerke und Deutsche Erdöl an der gestrigen Frankfurter Abendbörse) fielen heute stärker ins Gewicht. Diese Momente fanden stärkere Beachtung und hatten allgemein ein Abbröckeln des-Kursnioeaus zur Folge. Mit Ausnahme des festen Neuyorker Schluffes lagen aber auch An­regungen kaum vor. Das Publikum realisierte etwas zum Wochenschluß und zum Ultimo; Prämienware konnte man aber nur am Anleihemarkt feststellen. Die Favoriten der letzten Tage waren zum Teil gut gehalten. Harburg Phönix konnten sich sogar um weitere 1,75 v. Sy befestigen. Stärkere Rückgänge, d. h. über 1,5 v. Sy hinaus, hatten Reichsbank, Mansfelder, Kaliaktien, Licht & Kraft, Geffürel, Sie­mens, Zellstoff Waldhof und Deutsche Erdöl aufzu- rocifen. Auch Schiffahrtswerte waren bemerkenswert schwächer. Deutsche Anleihen nachgebend. Von Aus­ländern fiel die 5,5-v. H.-Oesterreichische-Staatsrente von 1914 mit einem 1,5-v. H.-Gewinn auf. Pfand­briefe waren wesentlich ruhiger. Allerdings ist der frühere Samstagbeginn hieran wohl nicht ganz schuldlos. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Tagesgcld 2,25 bis 4,50 v. Sy, Monatsgeld 5 bis 6 v. Sy, Warenwechsel zirka 4,13 o. Sy Auch im Ver­

laufe war das Geschäft sehr ruhig, und die Kurse bröckelten meist weiter etwas ab. Stärker angeboten waren Deutsche Linoleum (im Verlaufe 4 o. Sy schwächer), wobei man eine Großbank als Abgeber beobachten wollte. Auch Schubert 8- Salzer gaben erstmalig nach Öen stärkeren Steigerungen der letzten Tage 2 v. Sy nach Anderseits lagen Leonhard Tietz fest und etwa 3 v. Sy über Anfang. Daimler konnten ihren Anfangsoerluft von 0,75 o. Sy im Verlaufe wieder einholen. Vogel Telegraph gingen etwa 2 v.H. über Anfang. Julius Berger, die schon zu Beginn 1 o. H. höher lagen, gewannen im Verlaufe 5 v. Sy

Hauptversammlung des Hessischen Lehrerinnen Verbandes.

(Eigener Bericht desGießener Anzeiger»".)

---Bad-Rauheim, 18. Mai.

Aus allen Teilen Hessens weilten gestern und heute in größerer Zahl die im hessischen Lehre­rinnenverband organisierten Lehrerinnen zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung in unserer Stadt.

Die Vorsitzende des Verbandes. Frl. P f n o r. Darmstadt, konnte in einer öffentlichen Dersamm- lung, die Samstagabend im Teichdaus stattfand, in größerer Zahl auch Gäste als Vertreter der Behörden und befreundeter Verbände begrüßen, darunter Schulrat Feuerbach, Friedberg: Bei­geordneten Kling als Dertreter der Stadt Bad- Rauheim, Studienrat Freitag, Gießen, als Dertreter des Hessischen PhilologenvcrbandeS: Dr. C l a ft, Darmstadt, Dom Hessischen Beamten­bund. In einem herzlichen Rachrus, den die Ver- sammlung stehend anhörte, gedachte die Dor- sitzende des Ablebens der Frauenführerin Helene Lange, der Gründerin des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvercins.

In einem ticsangelegten Dortrag sprach dann Frau Prof. Dr. K u n tz e von der Pädagogischen Akademie in Frankfurt a. M. überErzie - hungsno t. Mit statistischem Material der Wohlfahrts- und Berufsberatungsämter erbrachte die geistreiche Rednerin den Rachweis, daft es neben der groften wirtschaftlichen Rot in der Tat auch eine beängstigende Erziehungsnot gibt, bedingt durch äuftere und innere Gründe. Die ersteren seien teils wirtschaftlicher, teils schul- und kulturpolitischer Art. Dertiefte Erziehung durch längere Schulung der Schüler und Schüle­rinnen der Dolks- und Berufsschulen, Ausgestal­tung der Freizeiten, Dermeidung der Klassen- srequenzen, Vermehrung von Schulraum und Schulmaterial, beweglicherer Oberbau der höheren Schule und Vermehrung des weiblichen EinslusseS auf die Erziehung der Mädchen nennt die Redne­rin in eingehender Begründung als geeignete Maftnahmen zur Linderung der herrschenden E r- ziehungsnot, die von innen heraus auch stark bedingt sei durch die Umformung deS Fa­milienlebens. Infolge des immer stärker in Er­scheinung tretenden Einkindersystems sei an Stelle der naturverwachsenen Familiengemeinschaft die Kulturgemeinschast als Erziehungsfaktor getreten, und Ausgabe der Schule sei es, dem Bedürfnis nach Ersahgemeinschaften, die das alleinstehende Kind in Anlehnung an Kameraden zu befriedigen suchen, Rechnung zu tragen. Die Unsicherheit und die gewisse Zaghaftigkeit, die durch die Kulturkrise der Gegenwart in die Pädagogik gekommen seien, müßten unbedingt überwunden werden. Der Vor­trag war ein Erlebnis, das jedem Hörer etwas zum Rachdenken mit nach Hause gab. Starker Beifall dankte der Rednerin. In der Aussprache führte Lehrer P o r t h, Dad-Rauheim, au«, wie es die großen Klassenstärken dem Lehrer fast unmöglich machen, erzieherisch wirken zu können. Auch der Vorsitzende des Hessischen Beamten­bundes, Dr. C 1 a h, wandte sich entschieden gegen den Schulabbau.

Turnen, Sport und Spiel.

Keglerbund Lahn-Buseckertal.

Heute, Samstag, und morgen, Sonntag, findet das B u n d e s f e st des Äeglerbunbes Lahn-Busecker- tat, verbunden mit dem 30. Stiftungsfest des Kegel­klubsAlle Neun" Wiefeck, in Wiefeck statt. Der heutige Abend wird ausgefüllt mit Konzert, Ge- sangsvorträgen der einheimischen Vereine und Vor- suhrungen der beiden Turnvereine. Am Sonntag findet das Vereinskegeln der 13 Bundesoereine sowie das Einzelkegeln statt. Siehe Anzeige in der Don­nerstagnummer.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4,5 d. Sy, Lombardzinsfuß 5,5 d. Sy

Frankfurt a. TI.

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43,5

120,25

165

160,5

24 5

97.25

52 6

252 5

235

425

189 4

69,75 65,13

101,5

324

271,5

106.25

127,75

180

142,5

104.4

167,5

37,5 246

159,25 326

123

73 Dla>

24 Dlai

Amtliche Jioherung (Veld

Amtliche Kotierung Seiet

«mfri-Rott. Buen.-Atre- Bril.-Antw- Ldristianra. Kooendagea Etockbolm . Helnng'or». Italien. . . London. . . Wenn ort . . Paris.... Schwei# .. Spanien . Japan . . . Hto de Ian- Sten in T-» Ceft abgeft Prag - . Belgrad . . Dudavrkt. . Bulgarien . Lissabon Tanrig. . .

1 flonft ntin. Alben. . . Canada . , Urn um. .

1 Latro . . .

168 30 1 598 58 41

112 01 112 02

112 26 10.537 21.935 20 346

4.1865 16,41 80.99 50.97

2 068 9 496

59,04

12 415 7 392 73 14 3.035 18,81 81.37 1.785

5 43 4,181 3,836

20.865

168 64 1.602 58,53

112 23 112 24 112.48 10.557

21 975

20 386 4,1945

16.45 81.15

51 07 2,072 0 498

59 16 12 435

7.406 73.28 3 041 18 85 81.53 1.789

5 44 4,189 3.844

20,905

168.36 1,598

58,415 112 01

112,04

112,32 10,538

21.94 20,344 4,1865 16,415 80,955 51-17 2,068 0,495

59 04

12 419 7,392 73,15 3 035 18,80 81.35 1,784

5,43 4,181 3,796

20,865

168.70 1,602

58,535 112,23 112.26 112 54

10,558 21,98

20,384 4,1945 16,455 81,115

51,27 2.072 0,497

59,16

12,439

7.406 73,29 3,041 18,84

81,51 1,788

5,44 4,189 3,804

20,905