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Nr. 69 Dritter Blatt
Oie farbigen Raffen und die Welipolitik.
Äon Dr. Paul Rohrbach.
Die Weltpresse ist voll von dem Thema: „Indien und England", und sie weih warum. Es ist nicht nötig, daß aus dem indischen Natio- nallongreh in Lahore, der eben seine Kriegserklärung an England erlassen hat. schon gleich die große anglo-indische Krisis kommt, von der »iele reden. Dazu ist die Zerspaltung Indiens noch zu groß. Das Entscheidende aber ist geschehen. Der Franzose Romain Rolland hat schon vor Jahren über den Inder Gandhi, der nach einer Periode der Zurückgezogenheit jetzt wieder an die Spitze der radikalen Bewegung in Indien getreten ist, ein Buch versaht. Darin sagt er, es seien schon viele Beschwerdebücher Asiens gegen Europa geschrieben worden, aber das furchtbarste, das unwiderlegbarstem „das Buch, das die europäische Zivilisation selber in das Herz der unterdrückten Rassen ge- schrieben hat, der Rassen, die ausgeraubt und beschmutzt wurden im Ramen lügenhafter Prinzipien" — war der Krieg 1 So grob war die Unbesonnenheit Europas, dah es die Völker Asiens und Afrikas einlud, zu kommen, um es in seiner Nacktheit zu betrachten. Sie haben es betrachtet — und verurteiltl
Vor einigen Wochen las man, dah die selber schwankende, von allen möglichen Aufständen bedrohte chinesische Regierung den europäischen Mächten mitgeteilt hat, mit dem 1. Januar 1930 seien alle Gerichtsprivilegien der Ausländer in China aufgehoben. Die Mächte haben protestiert, und der chinesische Außenminister hat geantwortet, er sei zu Besprechungen bereit, aber bei der Aufhebung der Privilegien müsse es bleiben. Sieht man auf die materiellen Machtverhältnisse allein, so erscheint die „Aufhebung" wie eine Lächerlichkeit. Dor neunzig Jahren, als China das englische Opium nicht haben wollte, schickte England Kriegsschiffe, und das Opium muhte genommen werden. Heute kann niemand, auch England nicht, etwas von der Art wagen. Hinter der Regierung in Nanking steht in der Fremdenfrage das ganze chinesische Volk, bis auf den letzten Kuli, und auf fremde Kanonen würde es mit dem Boykott fremder Waren antworten. Das wäre eine so gefährliche Sache, dah niemand, England am wenigsten, wagen würde, sich dem auszusehen. England hat den chinesischen Warenboykott schon einmal, vor vier Jahren, erlebt, und es hat nachgeben müssen.
Romain Rolland hat Recht, wenn er sagt, dah durch den Weltkrieg die innere Einstellung des Asiaten zum Europäer dahin verändert worden ist, dah der Asiate das Gefühl der „moralischen" Überlegenheit der Weihen — das Wort moralisch in dem Sinne genommen, wie es in den angelsächsischen und romanischen Sprachen gebraucht wird — v e r l o re n hat Gandhi selbst war früher ein Freund Englands. Da sand 1920 in Amritsar im Pandschab. nicht weit von . Lahore, wo jetzt der Nationallongreh versammelt ist. jenes Blutbad statt, in dem der englische General Dyer eine waffenlos demonstrierende Menge ohne Warnung mit Maschinengewehren beschiehen lieh. Bis dahin war die indische Bewegung im ganzen eine „konstitutionelle Opposition", getocfcn Rach dem Blutbad schickte Gandhi dem Vizekönig die Orden und Titel zurück, die er von England erhalten hatte und schrieb I
„Der letzte Krieg hat deutlicher als sonst die satanische Natur der Zivilisation erwiesen, von der sich Europa heute beherrschen läßt Jedes Sittengeleh ist von den Siegern im
Die gesiedelte Schlange.
Roman von Edgar Wallace
6 Fortsetzung '.Hadiörud verboten
Leicester antwortete ihr nicht, aber das Streichholz, mit der er ihre Zigarette entzündete, zitterte leise.
„Billy, du wirst schwach, du machst dir Sorgen um nichts Wenn du heute abend Weggehen solltest, ich würde bestimmt bleiben, nur um zu sehen was weiter geschieht Ich bin wirklich neugierig."
„Tu bist verrückt," sagte er gereizt und verfiel wieder in ein langes Schweigen oie beobachteten die Zeiger der Uhr, die langsam vorrückten .. Paula hatte ihr Zigarette zu Ende ge- raucht und eine neue genommen Eine Viertelstunde ging vorüber — zwanzig Minuten - dreißig Minuten — danti hörten sie in der ruhigen Straße einen Wagen und das leise Geräusch der Bremsen, als er anhielt Leicester schob die Gardine zur Seite und schaute in den Rebel hinaus Er sah undeutlich die beiden Hauptlampen des Autos
„Das ist Joe," sagte er. „Ich will ihn herein- lassen."
Er ging in die dunkle Halle hinaus und öffnete vorsichtig das Haustor. Als er die Klinke her- unterdrückte, schlug die Tür von selbst auf. als ob sich jemand dagegen stemmte. Er verlor den Drücker aus der Hand Eine dunkle Gestalt fiel mit einem dumpfen Geräusch aus den Teppich
Als sich Crewe umschaute, sah er in seiner Verwirrung, daß der Wagen dovonfuhr und verschwand Dann hörte er plötzlich Paulas Stimme hinter sich.
„Was ist los?" fragte sie mit furchterfüllter Stimme.
„Drehe schnell das Licht an!" rief Leicester Crewe. Die Halle wurde plötzlich hell. Joe Farmer lag der Länge nach auf dem Boden Seine Füße waren noch außerhalb der Türe Die linke Hand krampfte sich um eine Karte. Leicester Crewe kniete bei ihm nieder, legte ihn auf den Rücken und schaute in die weitaufgerissenen, starren Augen eines Toten.
Was für eine geheime Nachricht Joe Farmer auch in solcher Eile bringen wollte — sie war ■ mit ihm verschwunden. Von der dunklen Straße aus mußte ihn die Hand eines Unbekannten erschossen haben.
Wan hatte Joe Farmer von hinter niedergeknallt. Leicester schaute ihn noch immer entsetzt an und konnte sich vor Schrecken nicht rühren Erst nach einer Weile nahm er mechanisch die Karte aus seiner Hand... wieder die gefiederte Schlange l
Samstag, 22. März 1930
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Joes Uhr und ein anderer Gegenstand waren bei dem Sturz aus seiner Tasche auf den Boden gefallen. Leicester Crewe schaute reglos auf die viereckige, flache Börse, die er nur allzugut kannte. Was für ein Narr war doch Joel' Er trug dieses Andenken noch immer mit sich herum I Crewe beugte sich über den Toten, nahm die fleine Ledertasche auf und reichte sie nach hinten
„Cs ist doch merkwürdig man konnte keinen Schuß hören," murmelte er. „Nimm dies, Paula, wirf es ins Feuer oder vernichte es sonstwie, bevor die Polizei kommt." >
Die Börse wurde ihm aus der Hand genommen Er schaute sich nicht um, wer bei ihm war. Er blickte erst auf. als er eine weiche, erschreckte Stimme hörte:
„Soll ich der Polizei telephonieren?... Ist er verletzt, Mr Crewe?"
Daphne Olroyd stand dicht hinter ihm.
„Ach, Sie sind es," sagte er verwirrt.
Dann sah er Paula auf einem Stuhl sitzen Sie konnte sich nicht rühren. Ihr Gesicht war weiß und eingesunken
„Ach ja, bitte telephonieren Sie ..
Von der Treppe, die zu den Räumen der Dienstboten führte, ertönten schnelle Fußtritte. Der Diener trat in die Halle, als Daphne in ihr Zimmer eilte Sie war im Straßenkleid und hatte gerade Weggehen wollen, als sie wider ihren Wollen Zeugin dieser Tragödie wurde
Sie berichtete der Polizeistation in abgerissenen Worten, daß sich etwas zugetragen hätte, das sie nur unvollkommen verstand. Sie hatte das ungewisse Gefühl, dah der Polizeisergeant unbedingt den Eindruck haben müsse, daß sie verrückt sei. Dann erinnerte sie sich plötzlich an den jungen Journalisten, und nach einem kurzen Zögern suchte sie im Telephonbuch die Nummer feiner Zeitung Sie hörte, wie die Verbindung mit feinem Zimmer hergestellt wurde und gleich darauf riet Peters Stimme:
„Hallo, was wünschen Sie? Wer ist dort?"
Ihr Bericht war nicht viel klarer als ihr Anruf an die Polizei.
eine schreckliche Sache hat sich zugetragen ich glaube, der Mann ist tot... er hatte eine Karle in der Hand... können Sie sich an die gefiederte Schlange erinnern?“
„Von wo aus sprechen Sie?" unterbrach er sie schnell.
„Don Mr. Crewes Haus aus. Der Mann heißt Farmer — ich bin dessen ganz sicher, aber ich habe sein Gesicht noch nicht gesehen — es ist schrecklich!"
„Ist er tot? Hatte er wirklich eine Karte in der Hand? Und darauf war die gefiederte Schlange? Ich komme sofort!"
Plötzlich erschrak sie.
„Bitte, erzählen Sie Mr. Crewe nicht, dah ich Ihnen etwas davon gesagt habe."
.Verlassen Sie sich nur auf mich", sagte er
heiter. Sie hatte vorher nicht gewußt, daß seine Stimme so lustig klingen konnte.
Sie hörte, daß ihr Name gerufen wurde und eilte schnell die Treppe hinunter.
„Paula ist ohnmächtig geworden — sehen Sie, bitte, nach ihr!"
Crewes Stimme war heiser, und er war sehr nervös. Es schien Daphne, als ob er dem Zusammenbruch nahe sei.
Um den daliegenden Mann hatte sich eine kleine Gruppe gesammelt. Offensichtlich hatte einer der Diener einige Kenntnisse in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen. Er untersuchte die Wunde, und sie hörte, wie er fagte: „Mitten durchs Herz!"
Sie zitterte, als sie in die Bibliothek eilte und die Tür hinter sich schloß.
Paula lag bleich und vollständig kraftlos auf dem Sofa. Daphne sah sie hilflos an. Sie hatte sich noch niemals mit ohnmächtigen Frauen beschäftigt und erinnerte sich nur, dah man ihren Kopf in den Schob legen müßte. Das tat sie auch ... behutsam... Mochte es nun diese Behandlung fein, oder erholte sich Paula bereits wieder - jedenfalls öffnete sie ihre Augen und schaute verwundert auf Daphne.
„Joe ist ermordet worden", sagte sie dann, bedeckte ihr Gesicht mit den Händen und verfiel in einen Weinkrampf..
Als Daphne aus ihrer ersten Bestürzung erwachte, ging sie in die Halle, um Dr. Crewe zu rufen. Sein Gesicht zuckte nervös, seine glanzlosen Augen wanderten von der weinenden Paula zu Daphne. Er war unfähig, irgendeinen bestimmten Gedanken zu fassen oder etwas zu unternehmen.
„Es ist besser, dah Sie gehen", sagte er schließlich zu Daphne. „Und zwar ist es das beste, wenn Sie durch die Dienertür in die hintere Gasse gehSn. Die Polizei wird in einigen Minuten hier fein.“
„Kann ich Ihnen nicht noch irgendwie behilflich fein?“
Aus irgendeinem Grund schien ihn diese Frage zu beunruhigen.
„Behilflich fein?“ sagte er rauh. „Was könnten Sie helfen ^.. ich möchte nicht, daß Sie hier sind, und dann Horen .Sie, Miß Olroyd, wenn die Polizei Sie fragen sollte, ob Farmer ein häufiger Besucher hier im Hause war, dann müssen Sie sagen, daß er es nicht war. Verstehen Sie mich? Selbstverständlich habe ich Geschäfte mit ihm abgeschlossen, weil das mein Beruf ist, aber er war nicht mein Freund - ist habe ihn erst letztes Jahr tennengelernt.“
Dann schien er sich plötzlich an ihre frühere Unterhaltung zu erinnern.
„Ach, Sie wollen mich ja verlassen — dann ist es besser, daß Sie gleich ganz gehen. Ich werde Ihnen einen Scheck für Ihr Gehalt schicken.:."
Er drängte sie beinahe hastig aus dem Raum, und sie stand in der nebligen Straße, bevor sie eine Erklärung für seine außerordentliche Aengstlichkeit finden konnte.
Eine kleine Menschenmenge hatte sich am Fuß der Treppe angesammelt. Der Himmel mochte wissen, woher die Leute so schnell zusammenge- kommcn waren. Als Daphne durch die Durchfahrt schritt, kam ein Polizeiauto heran. Es hielt vor dem Haus und ein halbes Dutzend Beamte sprang heraus. Gleich darauf folgte ein Krankenwagen, und dahinter fuhr ein Mietauto, aus dem Peter Dewin eilig ausstieg. Sie rief ihn an, und er drehte sich um.
„Hallo! Ich hoffte. Sie hatten den Platz schon verlassen. Was ist denn geschehen?“
Sie erzählte ifjm, was sie wußte. Sie war oben in .ihrem kleinen Arbeitszimmer gewesen und hatte sich eben fertiggemacht, um nach Hause zu gehen. In dem Augenblicke, als sie das Licht ausdrehte, sah sie ein Auto heranfahren und vor dem Tore halten. Ihr lleines Bureau lag direkt über der Eingangshalle und neben dem eigentlichen Bureau von Mr. Crewe. Gleich daraus war sie die Treppe heruntergegangen. Die Halle lag im Dunkeln, und sie tastete sich vorsichtig vorwärts. Mr. Leicester Crewe war genau in kleinen Dingen und beinahe ein Geizhals, wenn es sich um den Verbrauch elektrischen Lichtes handelte.
Sie trat eben in die Halle, als er die Türe öffnete. Dann hörte sie einen Mann zu Boden fallen. Mr. Crewes Stimme verlangte nach Licht — sie sah die reglos ausgestreckte Gestalt auf dem Boden.
„Ach so!" sagte sie plötzlich.
„Was haben Sie?" fragte er.
„Er gab mir diese Börse und sagte, daß ich sie ins Feurr werfen oder sonstwie vernichten sollte Vermutlich hielt er mich für Mrs. Stai- nes Würden Sie so liebenswürdig fein, sie ihm zurückzugeben?"
Er nahm die flache Tasche aus ihrer Hand und steckte sie ein. Sein Wagen wartete noch.
„Fahren Sie nach Hause, und nehmen Sie meinen Wagen", sagte Peter zu ihr.
Er fragte nach ihrer Wohnung. Sie hatte ein kleines Heim in der Nähe von Baker Street, in einer Gegend, in der Strahensänger und Dreh- orgelfpieler ihre kargen Verdienste einfammelten. Peter drückte dem Chauffeur einige Silbermünzen in die Hand und nannte ihm ihre Adresse. Er trat an die Tür des Wagens.
„Haben Sie etwas dagegen, wenn ich Sie diesen Abend noch besuche? Oder wohnt die unvermeidliche Tante bei Ihnen?"
„Dicht einmal die", antwortete sie. „Ich wohne ganz allein, und Sie können mich nur besuchen auf Kosten meines guten Rufes."
(Fortsetzung folgt)
Zum 25. Todestag Lutes Vernes.
—
geborenen ausgekommen, als das englische in Indien.
Nur einen Fehler darf man nicht machen, wenn man sich diese Dinge Deraegentoärtigt. Man darf nicht das eigentliche Afrika, daS Afrika der schwarzen Rasse, mit Asien verwechseln. Der Neger ist ein anderer Mensch als der Chinese, der Inder, der Malaie, der Aegyp- ter, der Nordafrikaner. Der Neger wird niemals fähig sein, anders als unter der Leitung des weihen Mannes in Frieden zu leben, zu arbeiten, Werte zu schaffen. Wohl ist die Unruhe auch ins schwarze Afrika eingezogen, auch als eine Folge der Kriegsverwendung Schwarzer. Hier aber wird nie von etwas anderem die Rede sein können, als von der Bewahrung der Autorität der Weißen.
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Taten für Sonntag. 23. März.
(Sonnenaufgang: 5.58 Uhr, Sonnenuntergang: 18.17 Uhr. — Mondaufgang, 3.44 Uhr, Monduntergang : 10.31 Uhr.
1842: der französische Schriftsteller Henry Deyle (Stendhal) in Paris gestorben.
Taten für Montag, 24 März.
1844: der dänische Bildhauer Albert Thor- waldsen in Kopenhangen geftorben. — 1882: der amerikanische Dichter Henry Wadsworth Long- felloto in Cambridge gestorben. — 1905: der französische Schriftsteller Jules Verne in Amiens gestorben.
Namen der Gerechtigkeit gebrochen worden. Keine Lüge war zu schlecht, um angewendet zu werden. ... Europa ist heute nur dem Namen nach christlich. In Wirklichkeit betet es den Mammon an.“
Dies ist die Stimmung, aus der heraus solche Beschlüsse zustande kommen, wie die der Versammlung von Lahore. Es fehlen auf ihr die indischen Mohammedaner, es fehlen die Vertreter der immer noch vorhandenen gemäßigten Richtung unter den Hindus, und es fehlen bie von England abhängigen indischen Fürsten. Ein anderes, sehr wichtiges Element, auf das England bisher fest bauen konnte, die Sikhs in Nordwestindien, hat aber auf einem besonderen Kongreß seine Zustimmung erklärt. Das Gefühl der Deputierten in Lahore und der um sie versammelten Massen gegenüber den Engländern ist dieser Art. Jene, die unsere Herren sein wollen, sind schlechter als wir, und wir halten, auch ohne Waffen, ein Mittel in der Hand, vor dem sie Furcht haben müssen Streik und Boykott! Es wäre undenkbar gewesen, daß vor dem Kriege ein indischer Nationalkongreh aus diese Weise sich hätte versammeln und auf diese Weise beschließen dürfen Indien für die Inder, fort mit der Fremdherrschaft!
Nicht die Einzelheiten, nicht was an politischen Deklamationen und Beschlüssen jetzt von beiden Seiten geschieht, sind das Entscheidende, sondern entscheidend ist, daß die „farbigen“ Völker Asiens eine von Grund auf umgewandelte
seelische Einstellung gegenüber dem Europäer gewonnen haben, und daß sie sich ihrer Abwehrkräfte bewußt geworden sind. Beides ist nicht mehr rückgängig zu machen, beides treibt jetzt die Entwicklung ununterbrochen weiter. Was in Lahore geredet und beschlossen wird, das liest am nächsten Tage der Chinese in Kanton und Nanking, das liest der Malaie in Batckvia und Surabaja, das lieft der Aegypter in Kairo und Alexandrien — und sie alle haben das Gefühl der Solidarität und der gemeinsamen Kräfte. Jetzt eben haben die Wahlen zum ägyptischen Parlament eine Siebenachtel- Mehrheit für die englandfeindlichen Nationalisten ergeben. Der ägyptische König Fuad, der im Einvernehmen mit England „regieren“ möchte, hat vor anderthalb Jahren das Parlament nach Hause geschickt, um selber ägyptische Politik zu machen. Auf drei Jahre — so ließ er damals verkünden. Erst die Hälfte der Zeit ist abgelaufen. und Fuad konnte nicht länger wagen, die Wiederberufung des Parlaments zu verweigern.
Auf Java hat die holländische Verwaltung noch im letzten Augenblick Wind davon bekommen, daß am Neujahrstag Unruhen unter den Eingeborenen ausbrechen sollten. Die javanischen Nationalisten nennen sich Kommunisten und sie stehen in naher Verbindung mit Moskau. Man hat sechshundert verhaftet. Das nächstemal wird man sechstausend verhaften müssen — und dabei ist das holländische Regiment in Java und Sumatra bisher immer noch besser mit den Ein
Am 24. März sind es 25 Jahre seit dem Tode Jules Dernes, dessen utopistische Romane einst die halbe Welt in Atem hielten Seine Phantasie, gepaart mit technischem Wissen, ahnte bereits vor 50 und mehr Jahren Erfindungen voraus, die erst unser Jahrzehnt verwirklichte. Immerhin, wenn er uns heute besuchte, selbst sein prophetischer Geist würde wohl über das Tempo der technischen Entwicklung staunen. — Jules Berne 1930: „Na, ein bißchen weit habt ihr es ja wohl gebracht!


