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ben, sondern im Gefühl der Selbstverantwortung übernehmen, dabei nicht nur an das eigene Wohl und die eigene Bequemlichkeit denken, sondern das Gesamtwohl im Auge haben.
Auf diese Art werden wir zwar keine großen Helden, und die Geschichtsbücher werden dereinst von unfern Taten nichts erzählen. 3n uns selbst aber wachst das Bewußtsein: wir haben getan, was in unfern Kräften stand. Das gibt uns Ruhe und innere Selbsts cherhcit. Gr.h_> erhebende Augenblicke erleben wir dann ganz anders, als die ewigen Rörgler. die nur an sich denken. Kamen vielen damals nicht Tränen in die Augen, als die Glocken in Köln zum erstenmal läuteten: Frei! frei 1 ? Wir waren nicht dabei, aber der Rundfunk übertrug uns diesen wirklich ..erhebenden Augenblick'. So kann uns auch ein Theaterstück. ein edles Konzert erheben, ja umwühlen. Boraussetzung dafür ist aber, daß wir im Bewußtsein treuer Arbeitserfüllung auch unferm Tagewerk gewissenhaft nachgegangen find: denn das gibt erst die Grundlage zu einer Feiertagsstimmung und das richtige Gefühl für eine Andacht.
Unfer alter Meister Goethe hat wie immer recht, wenn er sagt:
Tages Arbeit! Abends Gäste!
S.urr Wochen! Frohe gefiel
R.
Taten für Lonntaq, 23. Februar
1786: der Altertumsforscher Wilhelm Grimm in Hanau geboren (gestorben 1859); — 1829: der Schriftsteller Friedrich Spiclhagen in Magdeburg geboren (gestorben 1911).
Daicn für Montag 24 Februar
1685: d«"- Komponist Georg Friedrich Händel in Halle geboren (gestorben 1759); — 1834: der Forschungsreisende Gustav Rachtigall in Eichst edt geboren (gestorben 1885); — 1855: der Mathematiker und Astronom Karl Friedr. Gauß in Göttingen gestorben (geboren 1777); — 1863: der Maler Franz von Stuck in Tettenweis geboren (gestorben 1928).
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 20; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 150 bis 180; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 50, Meerrettich 50 bis 70; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4l/8 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dirnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Rüsse 50 bis 83; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 13 bis 14; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 30 bis 40; Endivien 40 bis 60; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark.
Bornotizen.
— Lageskalender für Samstag. D. H. B.: Öffentlicher Lichtbi d:rvor rag, 23 Uhr im Kaufm. Dereinshaus. — DDA.: Dortrag über „Die Lage in Oesterreich" (Dortragender: Pfarrer Harth, Wien). 16 Uhr, im Hotel Köhler. — Gießener Ruder-Club „Hassia": Mitgliederversammlung, 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Balalaika-Rächt" (auf der Bühne Don-Kosaken-Gruppe). — Astoria-Lichtspiele: „Der große Diamanten-Diebstaht"; „Schatten der Rächt".
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Die andere Seite", 14 bis 17.30 und 18.30 bis 22 Uhr. — Lukasgemeinde: Kir- chenmufikalische Abendfeier, 20 Uhr. in der Io- hanneskirche. — Gesellschaft Liebigmuseum: Öffentliche Dorträge, norm. 11.15 Uhr, im Physiologischen Institut. — Obst- und Gartenbau- Derein: Hauptversammlung, 15.15 Uhr, Hotel Hopfeld. - Alice-Schule: Deminarausstellung, (Eröffnung) 12 bis 1 Uhr und 15 bis 17 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Dorm. 11.15 Uhr Großes Konzert der Donkosakengruppe; abends: „Dalalai.a-Rächte". — Astoria-Lichtspiele: „Der große Diamantendiebstahl" und „Schatten der Rächt".
— Aus dem Dtadttheaterbureau wird uns geschrieben: Dienstag, 25. Februar, zum letztenmal, „Musik" von Wedekind. — Mittwoch, 26. Februar, „Wie es euch gefällt" von Shake
speare, zum letztenmal. — Die Operette „Drei alte Schachteln" von Walter Kollo zum letztenmal am Freitag, 28. Februar. — Die Premiere am Fastnachtsonntag ist „Weekend im Paradies", Spielleitung Heinrich Hub. Dieses Stück hatte überall einen Lacherfolg.
•
•• Rentenauszahlung. Born Postamt Gießen wird uns mitgeieilt: Die Auszahlung der MilitärversorgungZgebührnisse, sowie der Unfall- und Invalidenrenten findet fortan im Saale der Gastwirtschaft „Zum Lamm", Westanlage Rr. 7, Eingang vom Garten aus. statt. Mit der Zahlung der Mil ä v rsorgung gebührn sse ,ür Mä.z wird bereits am 27. Februar begonnen.
** Städtische Brennholzver steige- r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Stadtwald) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Kifernscheiter 8,80 Mk., Kifernknüppel 7,20 Mk., Cichenknüppel 7 Mk., Kifernstöcke 5,60 Mark je Raummeter; Eichenreisig 2. Klasse 16 Mk je 100 Wellen.
** Oberhessischer Kun st verein. Man bittet uns, noch einmal auf die gegenwärtige Ausstellung des Oderhessischen Kunstoereins hinzuweisen und zu einem recht regen Besuch wiederholt aufzufordern. Die Ausstellung eignet sich auch besonders für den Besuch von Schulen; in diesen Fällen können erheblich ermäßigte Eintrittspreise gewährt werden. Es dürfte allgemein interessieren, daß die gleiche Ausstellung in Lauterbach lebhaften Anklang gefunden hat, und daß dort für 500 Mark Blätter verkauft wurden.
•• Fremdenvorstellung i m Stadttheater. Man schreibt uns: Am Sonntag. 23. Februar, wird Sherriffs Kriegsdrama „Die andere Seite" als Fremdenvorstellung gegeben. Der erschütternde Eindruck dieses Kricgs- stückes war Pohl eines der größten Theatererlebnisse dieser Spielzeit. Sherrrff hat mit seinem Drama die ganze Welt erobert. Reben dem furchtbaren Ernst ist auch echter, bluthafter Humor in dem Stück. Spielleitung des Stückes hat Intendant Dr. Prasch, die technischen Dinge und der szenische Aufbau sind von Karl L ö f f - l e r. Beginn der Vorstellung 18.30. Ermäßigte Preise.
* Sie Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet.
'• Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11 Uhr, durch das Mufikchor des 1. ‘Satt. 15. Ins.-Rgts. bei günstiger Witterung in der Südanlage statt. Leitung: Obcrmuf.kmrister Löber. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch II, Rr. 175, E. Buchholz. 2. Ouvertüre „Carneva! Romain" (Der römische Karneval), H. Berlioh. 3. „Zwei Elsässische Bauerntänze", C. Mcrkling. 4. Große Fantasie aus der Oper ..Die Medeci", R. Leoncavallo. 5. Marsch aus der Oper „Garmen“, G. Dizet.
Ausstellung des Handarbeit s» Seminars der Aliceschule. Man schreibt uns: Dom 23. Februar bis 1. März findet in den Räumen der städtischen Kunstsammlung die diesjährige Aufteilung von Arbeiten der Schülerinnen des Handarbeits-Sem'.nars der Aliceschule statt. Gegenstände der Wäsche und Kleidung in Hand- und Maschinenarbeit, sowie Decken, Kissen, Vorhänge und andere Einrichtungsgegenstände in den verschiedensten Techniken werden gezeigt. Zeichnungen und Dastel- arbciten unterbrechen die Reihen der Textil- gegenstände. Die Rcichha'.t gleit der Ausstellung, die geeignet ist. allerlei Anregung zu bieten, empfiehlt einen Dfuch der Ausstellung. Man beachte die heutige Anzeige.
* Volkstümliche Fahrten an den Rhein veranstaltet das Reisebureau Loeb auch in diesem Jahre wieder. Die Fahrten sind für Ende Mai, Ende Juni und Mitte August vorgesehen. Räheres siehe heutige Anzeige.
• • Oesfentliche Handelslehranstalt Gießen. Man schreibt uns: Immer mehr bricht sich die Aeberzeugung Dahn, daß durch die Entwicklung des modernen Geschäftslebens eine theoretische Vorbildung vor dem Eintritt in den kaufmännischen Deruf zur Rotwendigkeit geworden ist. Dieser Ueberzeugung verdankt auch die am 1. April 1924 ins Leben gerufene Öffentliche Handelslehranstalt, deren Träger die Industrie- und Handelskammer ist, ihre Entstehung. Die Zahl der Schüler ist von 22 in 1924 auf 130 Schüler in 1929 gestiegen, die zwei Abteilungen angehören. Die Höhere Handelsklasse nimmt
nur Schüler mit Obersekundarelfe auf, bereitet sie in einem Jahre auf ihren praktischen Beruf vor und gibt denjenigen jungen Leuten, welche das Klassenziel mit der Gesamtnote „gut“ erreicht haben, die Berechtigung, ohne Ablegung der vorgeschriebenen „Prüfung für praktische Kaufleute" an einer Universität Handelswissenschaften zu studieren. In der Höheren Handelsklasse befinden sich 25 Schüler. Die zweijährige Handelsschule nimmt 14jährige Schüler auf, einerlei, welcher Schule sie bisher angehört haben. 3n zwei vollen Schuljahren werden die Schüler für ihren praktischen Beruf vorg.bildet. 3n den beiden Abteilungen werden folgende Handelsbetriebsfächer gelehrt: Handelslehre mit Korrespondenz, kaufmännische Rechtslehre (Bürgerliches Gesetzbuch. Handelsgesetzbuch. Wechselordnung nach Auswahl). Buchführung (einfache und doppelte Duchführungsmethode. italienische, deutsche und amerikanische Methode und Durchschreibebuchführung ati Vorübung für moderne Bureau- Organisation), kaufmännisches Rechnen. Stenographie und Maschinenschreiben. Der sprachlichen Ausbildung mit besonderer Berücksichtigung kaufmännischer Verhältnisse dienen folgende Fächer: Deutsch, Englisch (in der Höheren Handelsschu.e auch Französisch) mit entsprechender Korrespondenz. Zur allgemein-w'rlschaftlichen Fächergruppe gehören VcllLw rlschaftslehre. Wirtschaftsgeographie. Warenkunde einschließlich Technologie. Der staatsbürgerlichen Erziehung dient die Dür- gerkunde. 3nteressenten seien auf die heutige Anzeige aufmerksam gemacht.
•* Die Frauengruppe des GDA., Ortsgruppe Gießen, hielt am Donnerstag — wie man uns mitteilt - unter Leitung der Gaufrauenführersn Fräulein Reumann, Frankfurt a. M. im „Psälzer Hof" hier einen in- tercf anten Lichtbildervortrag über „Anmut im Alltag" ab. der sehr gut besucht war. Der Vortrag " erläuterte insbesondere in anschaulicher Weise tägliche Körpergymnastik zur Erhaltung der Gesundheit und Elastizität. 3n der anschließenden Aussprache stellte Frl Reumann daS Verhältnis der Frauen im Berufsleben heraus und fand mit ihrer Auffassung, daß auch hierin noch die Gleichbewertung der Frauen erkämpft werden müf.e, weitgehende Zustimmung.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 23. gebr., 19 bis 22.30 Uhr: Tannhäuser. Montag, 24. Febr., 20 bis nach 22 iHjt: Orpheus und Eurydike. Dienstag, 25. gebr., 19 30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Mittwoch, 26. gebr., 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: Die Afrikanerin Donnerstag, 27. gebr., 19 30 bis 22.15 Ahr: Amelia. Freitag, 28. Febr., Geschlossen Samstag, 1. März, 19 bis 22.30 Ahr: Carmen Sonntag, 2. März, 15.30 bis nach 18 Ahr: Madame Butterfly; 19.30 bis gegen 22.33 Ahr: Zum ersten Male: Indigo. Montag, 3. März. 20 bis 22,30 Ahr: Fra Diavolo.
Schauspielhaus. Sonntag, 23. Febr., 15 bis gegen 17.15 Ahr: Katharina Knie; 19 bis gegen 21.15 Ahr: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk; 22.30 bis gegen 1 Ahr: Kabarett der Frankfurter Rachtkomiker. Montag, 24. Febr., 20 bis gegen 22.15 Ahr: Marius ahoi! Dienstag, 25. Febr., 20 bis gegen 23 Ahr: Zum ersten Male: Seltsames Zwischenspiel. Mittwoch, 26. Febr., 20 bis gegen 23 Ahr: Seltsames Zwischenspiel. Donnerstag, 27. Febr., 20 bis nach 22.15 Ahr: Julius Caesar. Freitag, 28. Febr., 20 bis nach 22.15 Ahr: Marius ahoi! Samstag, 1. März, 20 bis gegen 22 Ahr: Zum ersten Male, Araufführung: Die neue Sachlichkeit. Sonntag, 2. März, 15.30 bis 18 Ahr: Wilhelm Teil; 20 bis gegen 22 Ahr: Die neue Sachlichkeit. Montag, 3. März, 20 bis gegen 22 Ahr: Die neue Sachlichkeit.
Ludwige Brunnen Großskarben
A A A Bewahrt bei Gicht Dia« bet es. Grieß-, Stein . Nleren- und Blasenleiden. bei Grippe und Katarrhen nebst deren Folgen, bei Sodbrennen und
y F r Magensäure.
Niederlage* Jean Weirtl, Gießen, Sonnen» »traße 6, Telephon Nr- 3888. i()23OV
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Kte sich ein inem Qluto. itoei Per«
Autvlasl« trabe in dir H Dichtung «nein Henn dem Sozius- car. Plötzlich ^trahenbohn« den An« te Persien 'r Stelle tot vttfchlM igersstünl« otabiteila i taufeixb Hvs hnab. yviM »et« Tote ge« reiten werden ucht die übri- befreien. E» ie lebend zu
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Aus der provmzialhauptstadi.
Gießen, den 22. Februar 1930.
„Erhebende Augenblicke!"
Wie oft lesen oder hören toir bet Erzählungen: „Es waren oft erhebende Augenblicke," oder „es herrschte eine Feiertagsstimmung." Wir sollten uns freuen, daß eS uns von Zeit zu Zeit oer- gonnt ist, solche Erlebnisse zu haben. Wird aber nicht ein bißchen Anfug mit diesen Ausdrücken getrieben? Sind es oft nicht nur einzelne, die wirklich ergriffen werden? Wohl kann eine groß angelegte Rede bei einer Massenversammlung einschlagen und alle hinreißen. Kommt dann aber die zersetzende Kritik und zerpflückt die einzelnen Sätze, so ist es meistens mit der Andacht vorbei. Häufen sich aber die Gelegenheiten dieser „erhebenden Augenblicke", will man unter allen Ilmständen eine Stimmung erzwingen, dann kann es leicht in das Gegenteil Umschlagen. Die Erlebnisse, die nur deshalb wirken, weil sie selten an uns herantreten, dürfen uns nicht zum Alltag, zur Gewohnheit werden. Ganz von selbst fat.cn uns hier die Siegesfeiern aus dem Anfang des Krieges ein. 3m Aeberschwang der Gefühle wurde damals wohl etwas zu viel getan. —
Wenn w.r uns in die Geschichte vertiefen oder ein Schauspiel lesen, wie werden wir da erhoben von den Heldentaten, wie wird ein stolzes Gefühl in uns erweckt, daß wir auch Deutsche sind! Dann aber kommen die Augenblicke, in denen wir uns unnütz vorkommen. Wir wollten doch auch gern so Großes leisten! Denken wir an unsere 3ugendjahre zurück! Wie da die Well uoch vor uns lag, wie wir das Leben meistern wollten! Alle Examen hatten wir bestanden und muhten plötzlich erkennen, daß noch viel zu tun war. Da ist die erwachsene Tochter, die die Schule verlassen hat. Sie weiß Bescheid in der Literatur, in der Kunstgeschichte und soll nun einfache Hausarbeit leisten und ihrer Mutter helfen? Ist da die oft tiefe Niedergeschlagenheit nicht zu verstehen?
Auch uns kam die Erkenntnis — sie wird auch einst unfern Kindern aufdämmern —: wir können nicht alle Heldentaten vollbringen. Diel wichtiger ist es. daß wir im Gefühl der Mitverantwortung und in vollem Bewußtsein empfinden, daß wir Glieder eines Volkes sind. In die'em Volk au wirken und mitzuarbeiten, dazu sind wir alle berufen, jeder in seinem Kreise, jeder in feinem Berufe. Wenn wir alle so dächten, dann wäre vieles in bester Ordnung: denn das gibt gesammelte Kraft, gesundes Volk und zu- lunftsfreudige Menschen. Aber wer nur seinem Berufe nachgeht, weil er muß. ist ein armer Tropf. Der Mensch muh Wer seinem Berufe, aber doch mitten in ihm stehen, er muh mit ihm verwachsen. Wir dürfen nicht alles hinter uns lassen nach den Dureaustunden. nach der Werkstatt und sagen: Jetzt erst bin ich Mensch! Rein! Jede Arbeit birgt eine gewisse Poesie in sich. Es kommt nur darauf an, wie man sich zu ihr stellt. Mihmut und Bequemlichkeit gegenüber unferm Berufe vernichten jegliche Lebens- srepde. Wir sollen unsere Arbeit aber auch nicht nur mechanisch tun, sondern klar sehen, was toir eigentlich wollen. Es kann nicht jeder dasselbe tun. Es muh verschiedene Stände und Berufe geben. Sie find aber aufeinander angewiesen. Das müssen wir klar erkennen und anerkennen. Es kommen Zeiten, in denen es — manchmal nur scheinbar — den andern be'ser geht als urs. Dann hüte man sich vor dem Reid! Er verkümmert unser Lebensglück, und es sind traurige Menschen, die nur von der Schadenfreude leben. Das sind aber immer die. die nur auf ihre Rechte pochen. Daß sie auch Pflichten haben, daran denken sie nicht. —
Wir müssen oft die Erfahrung machen, dah mit dem Staats- pber Gemeindeeigentum fahrlässig umgegangen wird. „Es gehört ja nicht mir!“ ist die Entschuldigung. Leider sind solche Menschen noch nicht zu dem Bewußtsein durchgedrungen, dah sie doch auch Glieder des Staates und der Gemeinde sind. Der Staat ist doch nicht unser Feind. Für viele scheint aber das Wort Gemeinsinn ein Fremdwort zu sein Sie gebrauchen es wohl gelegentlich einmal, wenn sie sich benachteiligt fühlen. Wir müßten in der Schule, Im Arbeitssaal, auf dem Bureau viel mehr für dieses Wort — aber auch für d e Tat — werben. Wir sollen eine Arbeit, „die man nicht zu tun braucht," nicht immer auf andere schie
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