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Oberheffen.

etaöfrof in Alsfeld.

Alsfeld, 19. Febr Stadtvorstands- sitzung. In der gestrigen Sitzung beschäst.gte man sich zunächst mit der Umwandlung der Als- feldervber.Realschule in ein Reform- Realgymnasium. Der Vorsitzende gab einen Ueberblick über die derzeitigen Schulsysteme, der höheren Schulen in Hessen und erläuterte die unbe­streitbaren Vorzüge des Reform-Realgymnasiums gegenüber dem Lehrplan der Ober-Realschule, die infolge der Ueberfpannung des mathematisch-natur- wissenschaftlichen Unterrichts heute fast eine Fach­schule geworden sei und nicht die richtige Vorbildung zum Studium der geisteswissenschaftlichen Fächer auf der Universität biete. Da voraussichtlich für Ostern 1931 eine Umänderung der Lehrpläne für die Ober-Realfchulen durch das Kultusmin.sterium zu erwarten ist, wurde mit Rücksicht hierauf beschlos­sen, den Antrag vorerst zurückzustellen.

Erlaß einer Schulsatzun g f ü r die Ge­werbeschule: Rach dem neuen Gesetz über die gewerblichen Unterrichtsanstalten ist jetzt die poli­tische Gemeinde Trägerin der Gewerbeschule gewor­den, und es ist nunmehr eine Satzung zu erlassen, welche die Befugnisse des neu zu bildenden Kura­toriums näher regelt. Der hierüber vorgelegten ministeriellen Mustersatzung wurde in der vorge- schlagenen Fassung zugestimmt.

Bewilligung eines weiteren Kre­dits für Rotstandsarbeiten: Wie der Dor­fitzende hierzu bemerkte, ist der hierfür bis jetzt be- willigte Kredit von 5000 Mark bald verbraucht, cs lind aber noch etwa 15 ausgesteuerte und sonstige Wohlfahrtsunterstützungsempfänger vorhanden, die der öffentlichen Fürsorge anheim fallen, falls keine Arbeitsgelegenheit für sie geschaffen wird. Um dies zu vermeiden, wurde em weiterer Kredit von 2000 Mark bewilligt zum Ausbau der verlängerten Land- g af Hermann-Straße. Eine sozialdemokratische Be­schwerde wegen Nichtzahlung des Tariflohnes und Kürzung der Arbeitszeit wurde der Baukommission zur endgültigen Erledigung überwiesen.

Der DoranschlagzumPrämienmarkt 19 30, der sich in Einnahme und Ausgabe mit 11 105 MI. bewegt, wurde nach Erläuterung durch den Beigeordneten Weih genehmigt. Die Anzahl der auszugebenden Lose wird auf 10 000 Stück festgesetzt. Ob die seither mit dem Markt verbundene reitersportliche Veranstaltung in die- fern Jahre abgehalten werden wird, steht noch nicht fest. w c

Ausbau einer Wohnung im Rebenge- bäude des neuen Postgebäudes: Die bis jetzt nicht ausgebaute Wohnung soll auf An­regung der Reichspostverwaltung hergerichtet werden auf der Grundlage, daß die Post das erforderliche Baudarlehen der Stadt gewährt, wogegen die Stadt der Postverwaltung die Woh­nung überläßt und diese aus der Miete die Ver­zinsung und Tilgung des Baudarlehens über­nimmt. Der darüber vorgelegte Vertrag wurde genehmigt.

Zuschlag zum Wafsergeld: Hierzu wurde beschlossen: Der seit dem Rechnungsjahr 1926 erhobene 50prozentige Zuschlag zu dem Wassergeld nach Einschätzung und nach Wasser­messer soll in derselben Höhe auch für das Rj. 1930 zur Erhebung kommen. Die sozialdemokra­tische Fraktion enthielt sich hierbei der Ab­stimmung.

Unter M i Heilungen gab der Vorsitzende bekannt, daß in der Klagesache des Rechts­anwalts Dorns eiff gegen die Stadt Als­feld als Konkursverwalter in der Konkurssache L i st m a n n der Provinzialausschuh Gießen das Urteil des Kreisausschusses Alsfeld aufgehoben und den angefochtenen Gemeinderatsbeschluh we­gen Richtherabsetzung der Wertzu­wachssteuer bestätigt habe.

Landkreis Gießen.

x Wieseck, 19. Febr. Zwei alte Herren aus unserer Gemeinde können in diesen Tagen in seltener körperlicher Frische und geistiger Reg­samkeit wieder ein bedeutsames Lebensjahr voll­enden: Dauinspektor i.R. Jakob Altvater wird am Samstag, 22. Februar, 81 Jahre alt; am 24. d. M. wird Rentner Wilhelm Lotz I. 93 Jahre alt; er ist der älteste Bewohner un­seres Dorfes.

* Bersrod, 18. Febr. Der Kleinkaliber- Schützenverein hielt dieser Tage bei Mit­glied Jakob Pörtner seine Generalver­sammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Herr Roll, begrüßte die vollzählig erschienenen Mitglieder und gab einen kurzen Ueberblick über die Ent­wicklung des Vereins. Aus dem Tätigkeit5bericht war zu entnehmen, daß der Verein, der erst zwei Jahre besteht, während dieser Zeit gute Fortschritte gemacht hat. Er hat sich einen neuen Schiehstand gebaut, auch hat er zwei neue Ge­wehre erworben Die Mitgiied.rzahl hat sich im vergangenen Jahre um sieben erhöht. Der Rech­ner erfta'.tcte die Rechnungsablage, die ein gün­stiges Bild zeigte, und D:r Schri,'t?ühr:r verlas das Protokoll. Dcschlos'en wurde u. a., den Der- einsbeitrag aus 1 Mk. vierteljährlich Herabzu­sehen. Im März soll ein Ehrenscheibenschiehen abgchalten werden, wozu einige schöne Scheiben ausersehen sind. Ein gemütliches Beisammensein beschloh die Generalversammlung. Ein für unsere Gegend seltenes Tier entdeckten hiesige Einwohner beim Abbruch einer 3agD»

unentwickelt. Der Geldmarkt war weiter er­leichtert. Tagesgeld 4 bis 6,5 v. H; Monats- g^ld 7 bis 8,5 v. H. Rach den ersten Kursen wurde es allgemein etwas freundlicher und bis 1 v. H. fester Stärkere Beachtung fanden Momente wie die voraussichtlich wieder 12 v. H. betragende Dividende bei Eisenbahnverkehrsmittel, und die Pläne Mrldenhaucrs zur Entlastung der Wirt- schäft Auch die Zusammenarbeit Danatbank- Behrenberg, Göhler L Co. wurde günstig beur­teilt.

Frankfurter Schlachtviehurarkt.

Frankfurt a. M., 20. Febr. Auftrieb: Dinder 143 Stück; Kälber 932; Schafe 270; Schweine 759. ES notierten: Kälber: Beste Mast» und Saugkälber 7378, mittlere Mast- unö Saugkälber 6872, geringe Kälber 6267. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel 48-53, mutiere Mastlämmer, ältere Wasthäm- mcl und gut genährte Schafe 4047. Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 240300 Psd. Lebendgewicht 7375, vollslelschige Schweine von zirka 200240 Psd. Lebendgew. 7476, Vollfl. Schweine von zirka 160200 Psd. Lebendgewicht 7476, fleischige Schweine von zirka 120160 Pfund Lebendgewicht 7174. Marktverlauf: Käl­ber und Schafe rege, ausverkauft. Schweinr schleppend, großer Ueberstand.

Roggenbrot - Aussprache im hessischen Wirischastsministerium.

WSR. Darmstadt, 19. Febr. Im hessischen Wirtschaslsministerium fand zu Degi.'.n der Wo he eine Besprechung mit den Vertretern der an der Roggenfrage interessierten Berufe und Organi- ationen statt über die Bedeutung der Rog­genfrage. Auch die gesetzgeberischen Maß« nahmen des Reichs, die eine Behebung der Rog- genteife durch Deimahlungszwang, Magazinie­rung, Drotgesetz und ähnliches beabsichtigen, wur­den besprochen. Hauptsächlich wurde von der Ihessischen Aerzteschaft daraus hingewiesen, dah entsprechend den Gesetzen der Ratur und unserem Klima es nötig sei, dah

Deizen überall da, wo er nicht besondere Auf- gaben zu erfüllen habe, eingefpart werden könne zugunsten des Roggens.

Auch in der Bevölkerung selbst habe sich schon eine Reaktion auf den übermäßigen Weizenbrot- genuh bemerkbar gemacht. Die Erkenntnis der Ernährungswissenschaft und der Monberd aus der Jugend und dem nach ges. ndere n Zustand ich sehnenden Dolksteil ertönenbe Ruf nach grö­ßerer Ratürlichkeit der Lebensführung haben dazu

geführt, dah weite Schichten des Volkes sich wieder stärker dem Roggen» oder Schwarzbrot zuwenden. Von den Vertreterinnen der Haus­frauenvereine, aber auch von den Bäckern wurde das bestätigt.

Namentlich in Gießen seien in dieser Frage schon deutliche Erfolge erzielt worden. Dort habe sich in letzter Zeit die Roggenbrot.Nach­frage in den kleineren Bäckereien um 20 v. f)., in den größeren um 40 bis 50 o. h. gehoben.

Auch in anderen Städten habe man gute Erfolge erzielt, wo man ein einwandfreies, nicht zu stark ausgemahlenes Roggenbrot erhalte. Von den hessischen Bäckern wurde zugesagt, den Wünschen der Bevölkerung nach einem guten und billigen Drotma terial Rechnung zu tragen. Für den Dolksstaat Hessen gab Minister Korell die Versicherung ab, daß er es an gutem Willen, wie bisher, nicht fehlen lasse, dielen Willen vielmehr auch in seinem W rkung-lb.reich d^rch T.'.ten bewe.sen und erhärten werde.

Oie Kartoffelsammlung der Gießener Studentenhi fe 1929.

Don dem Presseamt der Giehener Stu­tz e n t e n h i l f e wird uns geschrieben:

Die Giehener Studentenhilfe hat auch im Jahre 1929 für die Weiterführung ihrer Arbeit das größte Verständnis der hessischen Landwirtschaft gejunben und konnte, wie bisher alljährlich, mit bestem Erfolg Ihre landwirtschaft- < liebe Werbung durchführen. Ungeachtet der chwierigen Wirtschaftslage, in der sich die hessische Landwirtschaft befindet, hat ie es sich nicht nehmen lassen, ihren Anteil an den Sorgen der heutigen studentischen Genera­tion auch durch die Tat zu. beweisen. Rur durch diese Opferfreudigkeit der hessischen Landwirt­schaft wird es der Giehener Studentmhi.fe mög­lich, in ihren Studentenheimen den Preis für das Mittag- und Abendeffen niedrig zu halten. In den beiden StudentenheimenBurggrabrn" »und Schone Aussicht" essen täglich zirka 403 Stu­denten. Die Mahlzeiten sind so preisw rt ge­halten, dah auch der minderbemittelte Student wenigstens einmal am Tage ein warmes Essen einnehmen kann. Das reichliche Essen, In dem Suppe, Fleisch, Kartoffeln und Gemüse gegeben wird, kostet in der Dauerkarte 0,63 Mk.

Im Jahre 1929 führte die Giehener Studenten­hilfe ihre landwirtschaftliche Wer­bung in den Kreisen Büdingen und Fried­berg durch. Die Sammlung ergab in 38 Gemein­den des Kreises Büdingen 375 Zentner und in 51 Gemeinden des Kreises Friedberg 393 Zentner, so dah die Giehener Studentenhilfe insgesamt 765 Zentner Kartoffeln ihren beiden Studentenheimen zur Verfügung stellen konnte.

Im Kreise Büdingen wandte sich die Giehener Studentenhilfe an das Kreisamt mit der Bitte, ihre lanbwirtschaft.iche Werbung in geeigneter Weise zu unterstützen. Das Kreisamt lieh es sich nicht nehmen, das Vorhaben der Giehener Studentenhilfe auf das tatkräftigste zu fördern, indem es die einzelnen Gemeinden in einem Rundschreiben des Herrn Kreisdirektors auf forderte, bei der Kartof.clwerbung der Die- hener Studentenhilfe mitzuhelfen.

3m Kreise Friedberg fand die Gie­hener Studrntenh lse für ihre landw.r.schalt iche Werbung die Unterstützung des Hess. Landbun­des, der seine Vertrauensleute in den einzelnen Gemeinden veranlaßte, die Karto.felsammlung der Giehener Studentenhilfe tatkräftig zu fördern.

Giehener Studenten stellten sich zur Durch­führung dieser Arbeit, deren Erfolg der All­

gemeinheit der Giehener Studentenhilfe zugute kommt, ohne Zögern zur Verfügung, und so konnte die Gießener Studentenhilfe mit einem Lastwagen die Kartoffelsammlung in den Kreisen Friedberg und Büdingen beginnen. Die Fahrt durch die einzelnen Ortschaften, das Cinsammeln der Kartoffelspenden von Hof zu Hof hat den Studenten viele Eindrücke vermittelt, die in einem Bericht wie folgt wiedergegeben werden:

»Schon am ersten Sage unseres Sammelns merkten wir, dah die Kartoffelernte in diesem Jahre gut gewesen sein muhte und deshalb er­folgreich zu werden versprach. Der Bürgermeister lieh durch seinen Ortsdiener ausschellen, dah Studenten für die Studentenheime in Giehen Kartoffeln sammeln werden. Je zwei nahmen wir einen Korb in die Witte und zogen von Haus zu Haus. Es kam auch vor, dah die Körbe gefüllt mit Kartosfeln und Aepfeln vor die Türen gestellt wurden und wir sie nur in das uns nachfolgende Auto zu entleeren brauchten. Die Bevölkerung war freigiebig und kam uns sehr freundlich entgegen. Oft wurden wir sogar zu einem ausgiebigen Bauernfrühstück eingeladen und hatten Gelegenheit, mit unserem Gastgeber über seine Sorgen zu sprechen und auch an seinem persönlichen Erleben teilzunehmen. Man sah dann unter den Sammlern freudig lachende Gesichter. Mitunter kam es aber auch vor, dah wir gerade aus einem ansehnlichen Bauernhof mit leeren Körben herausgehen muß­ten und wir unwillkürlich Vergleiche zogen zwi­schen diesem Besitzer und einem kleinen Dauern, den wir nicht um eine Spende gebeten hatten, und der, trotzdem er selbst nicht viel hatte, auf keinen Fall unter den Spendern für die Giehener Studentenhilfe fehlen wollte. Gott sei Dank sind derartige Fällemit Fehlanzeige" jedoch selten geblieben, so dah wir auf der ganzen Fahrt immer luftig und fröhlich waren. Sicherlich hat auch das schöne Wetter dazu beigetragen, dah wir uns aus vollem Herzen an der Schönheit des oberhessischen Landes freuen konnten. All denen, die an unserer Fahrt teilgenommen haben, wird diese Kartoffelsammlung eine liebeErinne­rung sein, an die sie gerne zurückdenken."

Die Giehener Studentenhilfe sagt all denen, die ihr in ihrer Arbeit für die Gesamtheit der Studenten durch ihre Erntespenden geholfen haben, an dieser Stelle nochmals ihren aufrich­tigsten und herzlichsten Dank.

KreiS Lauterbach.

Lauterbach, 19. Februar. Der heutige Schweinemarkt war gegenüber den leit» hörigen Märkten verhältnismähig gut beschickt. Aufgetrieben waren 71 Ferkel und 8 Läufer. Die Ferkel wurden gehandelt, je nach Qualität, mit 35 bis 45 Mk.; die Läufer kosteten je nach Gröhe und Qualität 53 bis 63 Mk. Der Handel war anfänglich flau, gegen Schluß des Marktes lebhafter, ledoch konnte nicht alles verkauft werden.

Schöffengericht Gießen.

Diehen, 19. Febr. Der Geschäftsführer zweier Gesellschaften hatte eS unterlassen, dafür zu sorgen, dah deren Bücher ordentlich geführt und die Bilanzen vorschriftsmäßig gezogen wur­den. Beide Gesellschaften gingen koncurs. Wegen Vergehens gegen Die Konkursord­nung erhielt der Geschäftsführer zwei Geld­strafen von je 200 M k., verbüßt durch zwei Wochen Untersuchungshaft.

Ein Wachtmeister der Friedberger Schupo wurde wegen eines vollendeten und eines ver­suchten schweren Diebstahls zu insgesamt vier Monaten Gefängnis verurteilt. In einer Mainacht 1929 wurde er in dem Bierkeller der Kantine mit einer Mettwurst unter dem Arm gefunden. Seine Angabe, er sei sinnlos betrunken gewesen und wisse von nichts, erachtete das Ge­richt für widerlegt. Es wurde dann weiter festgestellt, daß er im August 1929 nachts noch­mals versucht hatte, aus dem in der Kantine stehenden Eisichrank Wurst zu entwenden. Er hatte damals Postendienst, also gar nichts in der Kantine za suchen. Zuerst leugnete er auch, in dieser gewesen zu sein; später gab er es zu und behauptete, er habe nachEinbrechern sehen wollen. Diese Angabe wurde aber von Zeugen widerlegt, die gesetzen und gehört hatten, wie er den Eisschrank öffnete und sich an den darin befindlichen Sachen zu schaffen machte. Als er bemerkt wurde, lief er fort. Mundraub kam mit Rücksicht auf Menge und Wert der Sachen nicht in Frage.

Geheime Schnapsbrennereien im Llnierlahnkreis.

Rege Fahndungstätigkeit der Zollbehörde».

WER. Rassau (Lahn), 19. Febr. In der einsam gelegenen Bruchh.. userMühle im Gelbachtal wurde im Kegler eine geheime Schnapsbrennerei entdeckt, die mit allen modernen Drennercicinrichtunaen versehen war. Sie war nur durch einen schmalen Durchgang mit dem Hauptkeller verbunden, so dah sie schwer aufzufinden war. Bei der polizeilichen Beschlag­nahme waren die Brennkessel noch in Brand, doch halten sich die Schwarzbrenner, zwei Leute von der Mosel bzw. aus dem Saargebiet, aus dem Staube gemacht. Der Besitzer der Druchhäuser Mühle, ein bekanntes Ausflugsrestaurant. wurde wegen Verdachts der Beteiligung verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis nach Diez gebracht. Seine Mitschuld streitet er energisch ab. Ein Geschäftsreisender, Der in das Lokal kam, um eine Stärkung zu sich zu nehmen, wurde irrtüm­licherweise verhaftet, jedoch bald wieder freige­lassen, nachdem er sich ausgewiesen hatte. Fer­ner wurden im Gebiet des nördlichen Tau­nus ebenfalls Steuerhinterziehungen durch Schwarzbrennen feftceftellt, und zwar in Ebertshausen, auf dem in der Rähe gelegenen H o f Schauserts und in Freiendiez.

(Sinacfonht

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Line Sparmöglichkeil.

Ladungen auf das Ortsgericht ergehen auf offenen Zetteln. .Luflellungsaebühr 20 Pf." Der Inhalt ist bequem auf einer Postkarte unterzubrin­gen, was 15 Pf. Ersparnis bedingen, würde. Kann dieser Zopf nicht auch abgeschnitten werden?r.

Hütte. Zwischen zwei Bretterwänden sanden sie einen Siebenschläfer, der dort seinen Winterschlaf hielt.

* Steinbach. 19. Febr. Unser Mitbürger Heinrich Gerhard, der dieser Tage be­erdigt wurde, ist der letzte Träger dieses Rarnens in dem Stammhaus der Fa- rnilieGerhard gewesen. Seit über 330 Jahren haben seine Vorfahren ununterbrochen das Haus (genanntAndrese") bewohnt. 1594 wird erst­malig imJnnahm und Ausgabebuch" der Kirche Samuel Gerhart genannt, der aller Wahrschein­lichkeit nach aus Langd bei Hungen stammte. Sein Sohn flüchtete im 30jährigen Krieg mit seiner Frau nach Giehen, wo er taufen läßt. Er gehörte zu den wenigen 30 Ortsbürgern, die am Ende dieses Krieges gezählt wurden. Ueber Herbst 1648 konnten bloß 93 Morgen der ganzen Gemarkung ausgestellt werden,so aber ver- schnegelt, sehr ruiniert und wüst" waren. Die Familie Gerhard zu Steinbach hat sich weit ver­breitet. Rach Philadelphia waren um 1820 zwei Gebrüder Gerhard samt Familie ausgewanoert. Rach Briesen von Verwandten aus den 50er Jahren waren die Enkel über das hohe Alter Der beiden, die gar nicht sterben wollten, er­staunt, und doch hatte das feine natürliche Ur­sache. Schon die Vorfahren hatten meistens das biblische Alter erreicht, und von der Oroßmutter der beiden Alten in Amerika lesen wir in G. W. 3 Wagners Büchlein von 1834 »Hess. Volksbuch oder Denkwürdigkeiten aus dem Daterlande" S 203 folgendes:Am 30. März 1784 ist zu Steinbach, einem 1 Stunde von Giehen entfernten Dorfe die Bäuerin Marie Dorothea Gerhard, grbome Schneider, im 93ten Jahre gestorben.

ie lebte 51 Jahre in einer vergnügten ®be, war niemals krank, hatte durch Fleih und Ord­nung ein ansehnliches Vermögen erworben, und behielt ihre Sinne, ihren Verstand und ihre Munterkeit bis zu ihrem Ende. Sie hatte 9 Kin­der und von diesen 57 Enkel und 52 Urenkel erlebt. Die muntere Frau hat oft folgendes Geschichtchen zum Besten gegeben: 3m Kloster Arnsburg war ein Mönch mit einem so langen Barte, dah er, wenn er die Treppe hinauf ging, darauf getreten habe (auf die Treppe nanuiq>I). Sin prachtvoller Porzelianteller aus dem Haus­halte dieser Frau wird heute noch in einer Fa­milie ihrer Rachkommen in Ehren gehalten.

y. Lollar, 16. Febr. Heute nachmittag und am Abend wurde in Der Kirche zu Kirchberg der zweite Jndiensilw der Basler

Mission mit Er lärung von Missionar Lauk, Frankfurt, einer sehr za^reich versammelten Ge­meinde vorgeführt. Die einzelnen Teile waren durch Gesang der Gemeinde miteinander verbun­den, so daß Die ganze Veranstaltung ernstes, gottesdienstliches Gepräge trug. Der kulturge­schichtlich interessante Film mit Den Erlebnissen in Der Missionsarbeit hinterlieh einen nachhal­tigen Eindruck.

KreiS Friedberg.

* Butzbach, 19. Febr. Zu dem Bericht vom vorigen Montag über den Autozusammen- ft o ß am Sonntag in der Riederweiseier Straße wird uns von einem Mitfahrer in dem Köhler- schen Auto, der neben dem Chauffeur Wolf des Köhlerschen Wagens faß, mitgeteilt, dah das Auto Dr. Köhlers die Weiseler Straße in mäßigem Tempo passiert habe und ein wenig geschnitten in die dort vorhandene Kurve gegan­gen sei. Das enlgegenkommende Offenbacher Auto sei nicht, wie angegeben, auf der rechten Straßen­seite gefahren, sondern habe sich in der Mitte der Straße befunden. Das Tempo des entgegenkom­menden Wagens fei stärker gewesen, als das Tempo des Köhlerschen Autos. Der Chauffeur Rothenbach, der den Offenbacher Wagen steuerte, sei in Schlangenlinie auf das Köhlersch« Auto zugefahren, das von seinem Lenker, um einem Unglücksfall zu entgehen, scharf rechts in eine Seitengasse gelenkt werden sollte, was jedoch nicht mehr gelungen fei, da mittlerweile Der Zusammenstoß erfolgte. Durch das starke Bremsen des Wagenführers Wolf sei der Hinter­wagen des Köhlerschen Autos quer zur Straße gestellt worden, jedoch sei noch soviel Platz vor­handen gewesen, dah sich der übriae Autoverkehr auf der belebten Strahe abwickeln konnte. Die Polizei sei alsbald zur Stelle gewesen und habe die erforderlichen Abmessungen vor^mommen. Bei dem gerichtlichen Nachspiel werde sich entschei­den, wer von den beiden Wagenführern die größere Schuld habe. Er (der Einsender) habe neben dem Lenker des Köhlerschen Autos gesessen und den Un­fall an erster Stelle miterlebt. (Auf Grund dieser Zuschrift haben wir bei unserem Butzbacher Be- nchterstatter Rückfrage gehalten, der zu der vor- stehenden Darstellung des FahrtteUnehmers bemerkt, daß er seine Mitteilung vom Montag aufrechter­halte, die sich übrigens auch mit den polizeilichen Ermittelungen decke. Man wird also schon die ge­richtliche Klärung der Schuldfrage abwarten müs­sen. D. Red.)

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