Ilr. 297 Drittes Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Zreitag, (Q. Dezember 1950
Wirtschaft
Oie Deutsche Reichsbahn im November.
Die sinkende Kaufkraft bei einem großen Teil der ‘BeüöUerung, die bewußte Zurück.;« tung m bezug von Gütern in der Hoffnung auf Preisabbau, die durch jahreszeitliche Einflüsse bedingte Ruhe in vielen Auhcnbetricben und der fortschreitende Wettbewerb de» Lastkraftwagens trugen Im besonderen zu einer weiteren Verschlechterung im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn bei. Der sonst beobachtete starke Herbstverkehr b'.ieb auS. Infolge der anhaltend schlechten Wirtschaftslage ging der Personenverkehr im November weiter zurück.
Die Einnahmen auS dem Personen- und Depäck- verkehr betrugen im Oktober 104,629 (September 118,12) Mill. Mk., aus dem Güterverle.)r 250,109 (242,99) Mill. Mk. und aus Sonstigem 40,581 (26,77) Mill. Ml., insgesamt also 4D5,319 (387,88) Mill. Mk. Die Ausgaben stellten sich im Oktober aus insgesamt 406,9.5 (419.13) Mill. Mk., davon für Betrieb und Unterhaltung 287,049 (296.03) Mill. Mk. und für Erneuerung der Reichseisen- bohnanlagen 54,779 (58,10) Mill. Mk. 3m Oktober 1930 hielten sich die Berkehrseinnahmen auf der Höhe des Vormonats, die Derkehrsentwicklung war weiter somit ungünstig. Der Güterverkehr gestaltete sich zwar etwas lebhafter und brachte eine entsprechende Steigerung der Einnahmen: die sonst üb ichen Spiycnvcrkehrs'eistungen wurden bei weitem nicht erreicht.
3m ganzen blieb das Monatseinnahmeergebnis hinter dem des Oktober 1929 um 73 5 Mill. Mk. zurück, so daß sich die Ginnahmeaus alle seit Beginn deS Geschäftsjahres gegenüber der g eichen DorjahrcSzcit aus 630,4 Mill. Mk. erhöhen. Aus der Ausaabenfeite konnten bei den Autwendunaen
ch e r , da aus der Wirtschaft eine ganze Reihe um günstiger Momente oorlag. So wurden die Berlänge- rung des englischen Farbenzollcs um ein Zahr, die voraussichtliche Derndendenreduktion bei Gesfürel um 1 bis 2 d. $)., die Stillegungsbcstrcbungen des Rie- bccklonzerns und der Dioidcndeausfall bei Th. Goldschmidt als verstimmende Symptome gewertet. Etwas mehr Abgabeneigung bestand am Elektromarkt. Gesfürel büßten aus dem erwähnten Grunde 3 o. H. ein, Siemens, AEG., Licht & Kraft und Lahmeyer verloren von 1,5 bis 2 v. H. Am Ehcmiemarkt war das Geschäft ziemlich klein. Farben büßten etwa 1 v. H. ein. Die übrigen Werte waren knapp behauptet. Montanwerte verzeichneten heute etwas Umsatztätigkeit, doch gingen auch hier die Einbußen bis zu 1,5 v. H. Am Bankaktienmarkt fielen Reichsbank nach den lctzttägigen Steigerungen mit einem 3-d. H.-Rückgang auf. 3m übrigen stellten sich 1-v. S) - Verluste ein. AG. für Verkehrswesen lagen 2 v. H. und i)apag 1,25 v. H. abgeschwächt Schwach tendierten Bauaktien: Holzmann und Zement Heidel- berg erlitten Verluste von je 1 o. H.. Wayß & Frey- tag einen solchen von 1,5 o. H. Fester eröffneten Süd. deutsche Zucker mit plus 2 v. H Am Anleihemarkt lagen Neubesitz um 0,20 v H niedriger. Von fremden Werten waren Rumänen und Anatolier behauptet. Im Verlause schritt die Spekulation auf dem niedrigeren Niveau zu kleinen Rückdeckungen, zumal auch einige Kaufaufträge Vorgelegen haben sollen. Die Er- Holungen waren jedoch nur von geringer Bedeutung. Reichsbank konnten sich um 2,5 v. H. bessern. Das Geschäft war weiter klein. Pfandbriefe still. Reichs- schuldbuchforderungen aber stärker abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld unverändert leicht. Der Satz stellte sich auf 4 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1935, gegen Pfund 20,3675, gegen Varis 123,60, London gegen Kabel 4,8566, gegen Mailand 92,76. gegen Madrid 45 65. gegen
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rungsbefürchtungen bestehen, lagen Aku zur ersten Notiz um 0,75 v. S). hoher. Auch Schwarzkopf, an- scheinend im Zusammenhang mit der heutigen (3c- neraloerjammlung, und Daimler eröffneten etwas fester. Don Nebenwerten lagen Brown Boveri, Gebrüder Störting, Wiking Zement usw. leicht erholt Deutsche Anleihen ruhig. Don Ausländern waren Mexikaner angeboten und bis zu 1,5 v. H schwächer. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Reichs- schuldduchsorderungen flau und bis zu 1 v. H. niedriger. Der Geldmarkt war unverändert. Taqesgeld 3,5 bis 5,5 o. $)., Monatsgeld 6,75 bis 8 o. S), Warenwechsel 5,5 d. j). Auch im Verlause hielt die Un- sicherheit an, die Kursentwicklung zeigte keine Einheitlichkeit. Die seit einer Woche nicht mehr notierte Hohenloheaktie eröffnete mit Minus Minus-Zeichen und wurde bis 13.20 Uhr ausgesetzt. Stärkere Ab-
schwächungen traten im weiteren Verlause nicht ein, da die Banken zu kleinen Stützungskäufen schritten.
Schwcincmarkt in Butzbach.
pb. Butzbach. 18. Dez. Zum heutigen Schweinemarkt waren 337 Ferkel und neun Einleger angefobren. Ls wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 17 biS 23 Mk.. von 6 bis 8 Wochen 23 bi# 27 Mk. von 8 bi# 13 Wochen 27 bis 34 Mk.. für Einleger 50 bis 60 Mk. Der Marktverlauf war gut, jedoch blieb etwas Ucberftanb.
Lprcchstundcn Der Acoattion.
11.30 bl» 12 30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. ßöfungen usw. sind zu richten an die Schachredaltion des ..Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 281.
Don ®. BoSwell.
Schwarz.
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a b c d e f
Lösung de# Problems Dr. 278.
Don E. E. Tuckett.
1 Dfl-f8!, Ke6-d5; 2. Lb1-e44-', Kd5Xe4; 3. Df8 - f3 matt; 2. ..., Kd5-c4; 3. LW8-b4 matt 1......Keb — d7; 2. Df8-e?+, Kd7xc6; 3. Lbl-
c4 matt; 2. ..., Kd7-c8; 3. Lbl-15 matt.
♦
Aus der Lchachwclt.
3m 3ubiläumsschachturnier zu Stockholm siegte der amerikanische Schachmeister Kashdan und überflügelte sowohl den teilnehmenden BogoljuboM als Spiel mann. 3n der 2. Runde verlor er gegen Spiel- mann und in der 6. mußte er sich mit einem unentschiedenen Resultat gegen Stahlberg begnügen, sonst gewann er alle Partien. Schlußstand: Ka'hdan-s- 4'/,, l : Bogoljubow u. Stoltz je + 4, II.- III e# folgen: Stahlberg-j-3: Spielmann + 2'/,; Rellstab 4- 2 und fiemöin 4- 1.
Amtsverkündigungsblatt
für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisami Gießen
Tlr. 93 Erscheint Dienstag und Steitag. 19 Dezember Rur öurd) öte Post zu beziehen. 1930
Onhalts-Aebersicht: Steuerkalten für 1931. - Dienstnachrichten.
Betr.: Steuerabzug vom Arbeitslohn; hier: Steuerkarten für 1931.
An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.
Wir empfehlen Ihnen, die Steuerkarten der Lehrer, die nebenamtlich Unterricht an der Fortbildungsschule erteilen, sowie die Karten der Handarbeitslehrerinnen und der technischen Anwärterinnen, soweit noch nicht geschehen, bei den Bürgermeistereien zu erheben und uns umgehend einzusenden.
Gießen, den 13. Dezember 1930.
Hessisches Kreisschulamt. I. V.: K i n k e 1.
Dienftnachrichten des Kreisamtes.
Folgende Personen wurden als Trichinenschauer verpflichtet:
1. Gustav Römer von Dieseck für die Gemeinde Wieseck.
2. Heinrich Görlach XI. von Eberstadt für die Gemeinden Eberstadt und Ober-Hörgern.
3. Georg Schneider von Londorf für die Gemeinde Londorf.
4. Andreas Merkel von Allendors a. d. Lda. für die Gemeinde Avendorf a. d. Lda.
5. Heinrich Decker V. von Kesselbach für die Gemeinde Kefselbach.
6. Heinrich Opper von Geilshausen für die Gemeinden Geilshausen und Odenhausen.
7. Johannes Leun IX. von Grotzen-Linden für die Gemeinde Großen- Linden.
8. Heinrich Schönhals von (Brünberg für die Gemeinden Grünberg, Göbelnrod, Lauter, Stockhausen, Weickartshain, Beltershain und Stangenrod.
9. Heinrich Binz III. von Allendors a. d. Lahn für die Gemeinde Allendors a. d. Labn.
10. Heinrich Ludwig Freund von Alten-Buseck für die Gemeinden Alten-Buseck, Trohe, Rödgen.
11. Veterinärarzt Dr. IDalter von Lich für die Gemeinde Lich.
12. Tierarzt Dr. Cimberger von Lollar für die Gemeinde Lollar.
13. Tierarzt Karl Frölich von Hungen für die Gemeinden Hungen und Inheiden.
14. Theodor Krock von Heuchelheim für die Gemeinde Heuchelheim.
15. Heinrich Michel VI. von Treis a. d. Lda. für die Gemeinde Treis a. d. Lda.
16. Heinrich Arnold VI. von Beuern für di Gemeinden Beuern, Climbach und Allertshausen.
17. Wilhelm Münch von Bersrod für die Gemeinden Bersrod, Winnerod und Reinhardshain.
18. Karl Heßler I. von Quetfbom für die Gemeinde Queckdorn.
19. Heinrich Loth IV. von Rüddingshaufen für die Gemeinde Rüd- dingshaufen.
20. Otto 3oft von DiUingen für die Gemeinde Billingen.
21- Heinrich Albohn I. von Hattenrod für die Gemeinden Hattenrod und Harbach.
22. Karl Stephan in Ronnenroth für die Gemeinde Nonnenroth.
23. Heinrich Schmitt IV. in Saasen für die Gemeinden Saasen und Lindenstruth.
24. Karl Rau I. in Lumda für die Gemeinde Lumda.
25. Heinrich Roth von Muschenheim für die Gemeinden Muschenheim und Arnsburg.
Oberpfleger Johann Philipp Fischer von Gießen wurde als Fleisch- beschauer und Trichinenschauer für die Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen verpflichtet.
Tierarzt Willy Mehl zu Lang-Gons wurde als Fleischbeschauer und Trichinenschauer für die Gemeinde Lang-Göns verpflichtet.
len Sck)achfreunden ein fröhliches Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr!
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom Redaktionstisch.
Passende Gelegenheit.
Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch und der hriftsteller F. R. sitzen an einem Tisch.
..Viel zu tun, was?" fragt Kisch.
„Ziemlich."
„Was schreibst du jetzt?" forscht Kisch.
„Ich schreibe meine Erinnerungen", erwidert der fragte.
„Bist du bald bei 1925 angelangt?" erkundigt sich sch.
„Warum 1925?" staunt F. R.
Kisch stieß hervor: „Damals habe ich dir zwanzig ark geliehen, die du mir bis heute noch nicht rückgegeben hast." (Lust. Bl.)
vereinfachte» verfahren.
Das breimotorige große Flugzeug hat nur einen »zigen Fahrgast. Es ist ein dicker Herr. Er ißt d trinkt sehr viel. Der Steward hat alle Hände ll zu tun, um den Bauch seines anspruchsvollen iftes zu füllen.
Der Gast bestellt wieder etwas.
,>)err Steward, nehmen Sie ein Milchglas, füllen e es mit Eis, Whisky, Wermut, Cura^ao und ignaf und mischen Sie mir das! Aber bitte, recht t mischen und schütteln!"
Der Luftkellner verschwindet für einen Augenblick den Nebenraum. Der Fahrgast beginnt plötzlich taumeln, fliegt fast aus seinem Sitz heraus, olles eht sich vor seinen Augen, die ganze Welt erscheint n dunkel, und das Blut schießt ihm in den Kopf. „Was war das?" fragt er verzweifelt den Stent», der mit dem fertigen Bargetränk zurück- mmt.
„Unser Pilot ist ein Luftakrobat, ich bat ihn, lige Mole .Looping the Loop4 zu machen, damit s Bargetränk gut durchgeschüttelt wird."
(Lust. Bl.) Entrüstung.
^3ch weiß gar nicht, was das heißen mag“, gt Frau Lottchen zu dem Kindermädchen. .Da yt schon seit einer Viertelstunde ein Soldat vor m Hause auf und ab.“
wllnt> das sagen D i e erst jetzig sagt »s Kindermädchen und stürzt zum Fenster.
(LusLBL)
Iardzinsfuß 6 vH.
Banknoten.
Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a M
Berlin, 18- -ember
Meld
3rlei
leel'ani'che Noten.....
4.174
4,194
lgüche Noten .......
58,33
58,57
nildtr Noten .......
111,73
112,17
gülche Noten ........
20,335
20,415
mjöitlttw Noten .......
Uänvilche Noten .......
16,432
168,31
16,492
168,99
iltenilche Roten........
21.89
22,97
nvegpche Noten.......
111,73
112,17
utldi-Ceüerreld), * 100 Schilling
58.91
59,15
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2.479
2,499
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- 112,16
112,50
irorUer Noten........
81,34
81,66
anilche Noien........
44,81
45,99
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12,397
12,457
gorliche Roten .....
73,10
73,40
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1,391
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58,505
58.625
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112,01
112,22
112.05
112,27
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111,99
112,21
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112,41
112,63
112.45
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10,54
10,58
10,543
10,563
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21,93
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21.935
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16,492
16,465
16.505
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31.305
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81,50
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0,397
0,399
0,399
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58,99
59,10
59,015
59.135
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12,429
12,449
12,435
12,455
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3,036
3.042
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18,81
18.85
18,81
18,85
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81,36
81.52
81,42
81,58
1,784
1,789
1.784
1.789
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5,428
5,438
5,428
5,438
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4,181
4,189
4.184
4.192
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3,047
3.053
3,027
3,033
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20,91
Druck der Brühl'schen Uni v e r s i t ä t s - Bu ch- und Steindruckerei. R. Lange. Dießen.


