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Jen.
Aus Per provinzialbauptstadt.
Gießen, den 19. März 1930.
Dom Llebelnehmen.
Heber irgendeine Kleinigkeit hast du dich mit deinem Freunde überworfen. 3n Winfrieden seid ihr auseinandergegangen. Du überlegst dir die Zache nachträglich und findest, daft es eigentlich kaum der Rede wert war, darüber zu streiten. Du darfst es wenden und drehen, wie du willst: 5r hat angefangen, du hast vielleicht etwas ärgerlich erwidert, und das Zerwürfnis war da. ,3a, er nimmt alles gleich übel," sagst du, „aber nun kann er sehen, wie er zurechtkommt. Ich tue in der Dache keinen Schritt."
Wenn du deinen Freund von dieser Seite kennst, dann darfst du nicht so folgern: „Gr war 'chuld, also muft er auch zuerst um Verzeihung bitten. Ich kann und darf es nicht. Ich vergebe mir in dieser Beziehung nichts I"
Ja, er nimmt alles gleich übel, und du willst dir nichts vergeben! So geht es in der Welt, 'o rennen dann die „2l l l e s ü b e l n e h m e n - den" mit den „Sichnichtsvergebenden" zusammen, und die Eintracht geht flöten. —
In deinem Arbeitsraum hat jeder die ihm anvertraute Arbeit zu leisten. Da kommt ein Wit- terungsumschlag, einige Mitarbeiter erkranken. Der Leiter schiebt dir Arbeiten zu, die eigentlich nicht deine Sache sind, und die sonst vielleicht Don Lehrlingen besorgt werden. Gleich schnappst du ein, nimmst es übel und läßt dir die gute Laune durch diese Maßnahme verderben. Ist baS großzügig gedacht? Bilden wir nicht alle «ine große Gemeinschaft, in der jeder für den anderen einspringen muß, wenn die Rot an den Mann geht? Du aber fühlst dich beleidigt, weil tu vielleicht eine „niedere" Arbeit tun mußt. Leidet deine Würde unter diesem Auftrag? Wer Ea glaubt, sich in diesem Falle etwas zu vergeben, der weiß nicht, daß Würde und Ansehen eines Menschen von ganz andern Dingen abhangen. Es gibt keine Arbeit, die entehrt, be- fonders aber nicht in einer Arbeitsgemeinschaft. Da heißt es: Einer für alle, alle für einen! Warum also beleidigt fein? —
Die Menschen sind verschieden veranlagt. Der eine kann viel vertragen, der andere ist mih- Rrauifch und sieht in jeder Bemerkung einen vergifteten Pfeil, der nur ihm gelten kann. WaS wäre aber das Leben, wenn wir nicht einmal einen guten Scherz machten, oder wenn wir alles gleich übel auslegen wollten? Wenn in der Hitze des Gefechtes einmal ein schnelles Wort fällt, dann darf man nicht sofort ein» schnappen.
So machen es kleine Kinder, wenn sie abseits flehen, nicht mehr mitspielen wollen und sagen: ..Ich halte nicht mehr zu euch!" Oder wie ich neulich erlebte, daß ein Mädchen auf das andere böse war, weil dieses eine neue Schürze trug. Das war aber nicht der Hauptgrund des Böseseins, sondern der, daß es die Freundin nicht vorher gesagt hatte, daß ihr diese Schürze geschenkt worden war. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Rehmen wir diese Sache bei unseren Kindern nicht zu leicht! Zeigen wir ihnen, daß man über solche Kleinigkeiten lachen muft und versuchen wir, sie miteinander zu versöhnen. Bei Kindern ist das manchmal sehr leicht.
Weniger bei Erwachsenen. Da wird ein Friedensstifter sehr oft von beiden Seiten als Feind betrachtet. Was will man auch machen, trenn man sieht, daß es sogar Menschen gibt, die es Übelnehmen, wenn wir Glück haben? Diese verbitterten Menschen haben mitunter selbst alles, was ihr Herz begehrt, aber sie sind erst dann restlos glücklich, wenn es andern schlecht geht. In diesen Fällen können wir wenig helfen.
Wenn du aber mit deinem Freund zerfallen bist, wenn du dich mit deiner Liebsten gezankt haft, dann warte nicht, bis „der andere" kommt und um Verzeihung bittet, sondern tu es selbst um deiner Freundschaft und Liebe willen: denn schließlich leidet ihr beide unter dem Unfrieben.
Unter guten ''Bekannten sollte das Wort .llebelnehmen" überhaupt nicht gebraucht toer- Bcn. Wo das Sich°Verstehen fehlt, da kann keine Freundschaft gedeihen. O. Z.
Taten für Dt'nncrstaq, 20 März.
1770: der Dichter Fr. Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren; — 1828: der norwegische Dramatiker fjenrit Ibsen in Skien geboren; — 1874: der Dichter Borries Freiherr von Münchhausen in Hildesheim geboren; — 1878: der Physiker Robert Mayer in Heilbronn gestorben; — 1890: Rücktritt Bismarcks.
Äornotizcn.
— Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: ..Der letzte Lord", 20 bis 22.30 LIhr. — Deutsche Frauenkultur, Ortsgruppe ©ie» gen: Lichtbilder-Vortrag, 20.15 Uhr, im „Hindenburg". — "tztionalsoz'cuistische deutsche Arbeiterpartei: Oeffentliche Versammlung, 20.15 Uhr, im „P stkeller". — Reichsverband für das Schuh- macherhandwerk: Lichtl ildervortrag „Fußleiden und ihre Behandlung", 20 Uhr, im Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Der Patriot" (mit Qmil Iannings) und „Scheidung vor der Ehe". — Astoria-Lichtspiele: „Die Rache des Derlas- Ifmen“ und „Eines starken Mannes Liebe".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der heutigen Erstaufführung „Der letzte Lord" spielt die weibliche Hauptrolle Marianne Mewes. Es sind ferner beschäftigt die Samen Doering, Fuhrmann, Jahn, Koch, Schubert« Süngling, Tippmann, und die Herren Dommisch, Lais, Heitzig, Linkm-mn, Ritter, Seitz, Volck, We- fmer, Zingel. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. --p.elleitung Peter Fassot. — Am Freitag, 21. März,
Die Mörder des Franksurier Polizisten verhasiei.
Die Mörder des Frankfurter Sdjupo-Oberroadjt- meisters Kern, der Kürschner Schulte und sein Komplize Hoyer, sind gestern nachmittag in der Gegend von Leun (Kreis wehtar) verhaftet und noch gestern abend nach Frankfurt a. M. verbracht worden.
Aus Frankfurt a. M., 18. März, wird darüber folgendes gemeldet: Heute nachmittag gegen 3 Uhr beobachtete der Landjäger Hörning aus Braunfels in der Rähe von Leun zwei verdächtige Personen auf Fahrrädern. Bereits in der vergangenen Rächt war die Landjägerei des Kreises und die Polizei der Stadt Wetzlar alarmiert worden, weil die Spuren der beiden mutmaßlichen Mörder des Frankfurter Polizeioberwachtmeisters Kern, Schulle und Hoyer, nach dem Kreise Wetzlar führten. Der Landjäger stellte die beiden verdächtigen Radfahrer; einer warf sofort sein Rad weg und konnte zunächst in die Gegend von Heisterberg entkommen, der andere wurde fe ft genommen. Es handelte sich in der Tat um den Kürschner Schulle, der vorläufig der nächsten Polizei zugeführt wurde. Darauf unternahm die Wetzlarer Polizei im Verein mit Landjägereibeamten eine Streife nach dem entkommenen Hoher. Rach mehrstündigem Suchen in schwierigem Gelände gelang es, Hoher im Heisterberger Wald fest zunehmen. Beide wurden in einem Auto nach Wetzlar ins Gefängnis gebracht. Sofort nach Eintreffen der Meldung von der »Verhaftung des Schulle begaben sich Frankfurter Kriminalbeamte in drei Autos nach Wetzlar.
Was Augenzeugen berichten.
Eigener Drahtberlcht des „Gießener Anzeigers"
lH Leun, 19. März. Der Landjägeroberwachtmeister Hörning konnte gestern nachmittag gegen 3 Uhr feststellen, daß einer der beiden Verbrecher in Leun weilte. Die Bevölkerung, aufmerksam geworden durch die Berichte der Presse, hatte zwei verdächtige Radfahrer mit den gemeldeten gelben Rädern bemerkt, von denen einer in der Richtung S t o«k h a u s e n weiterfuhr, während der andere sich in Leun aufhielt, um hier Brötchen, Wurst und Tabak einzukaufen. Oberwachtmeister Hörning gelang es dann, am Ortsausgang von ßcun nach Stockhausen zu
den verdächtigen durch schnelles und entschlosse- nes handeln festzunehmen und ihn nach dem Wachlokal von Leun zu transportieren, hier ergab sich bet der Prüfung der Papiere, daß der verhaftete der gesuchte Mörder Schulle war, der aber auch die Papiere des als Mittäter verdächtigen Hoyer bei sich hatte.
Während Schulte im Leuner Polizeilokal unter strengster Bewachung verblieb, nahmen die Landjäger Hörning, Schönig und der mittlerweile auf seiner Dienstfahrt in Leun eingetroffene Oberlandjägermeister G i l j e n a st von Stockhausen, sowie Beamte der alarmierten Wetzlarer Polizei unter Zuhilfenahme eines auf seiner Fahrt zu Polizeizwecken beschlagnahmten Autos die Verfolgung Hoyers auf, wobei die Straßengräben und das Gebüsch beiderseits der Landstraße abgesucht wurden. Hoyer hatte sich aber hinter einer weiter abseits liegenden Hecke versteckt, wo er von den Beamten nicht bemerkt wurde. Nachdem die Landjäger vorbei waren, lief der Verbrecher dem nahegelegenen Walde zu, er wurde hierbei aber von einem Radfahrer aus Leun bemerkt, der schleunigst die Gendarmen benachrichtigte, die nun in Gemeinschaft mit den Einwohnern
Heinz und Presper aus Stockhausen die Verfolgung des Verbrechers in dem Walde aufnahmen. Nach Ucberwindung zahlreicher Schwierigkeiten in dem großen Waldgebiet und nach mancherlei Wechselfällen gelang es schließlich unter hervorragender Mitwirkung der Stockhausener Bürger Heinz und Presper,
den Verbrecher in einem mit dichtem Unterholz bestandenen waldteit zu stellen und festzunehmen.
Schulte, der gegen 3.30 Uhr, und Hoyer, der gegen 6 30 Uhr verhaftet wurde, kamen zunächst nach dem Wetzlarer Polizeigefängnis. Am Abend wurden sie unter starker Polizeisicherung mittels Kraftwagens nach Frankfurt übergeführt.
Einer beschuldigt den andern.
WEN. F r a n k f u r t a. M., 18. März. Die beiden des Mordes an dem Wachtmeister Kern oerdäch- ttgen Schutte und Hoyer sind heute abend in Frankfurt eingetroffen und nach dem Polizeipräsidium verbracht worden. Dort wurden sie einem kurzen Verhör unterzogen.
Die Tat an sich haben die beiden Verbrecher insofern eingesfanden, daß der eine den anderen beschuldigt, den tödlichen Schuß von hinten auf den Polizei Wachtmeister abgegeben zu haben.
Wer nun der wirkliche Täter ist, steht noch nicht fest. Das Verhör wird morgen früh fortgesetzt.
Oas Wetzlarer Polizeiauto verung ücki
Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers" cx) Wetzlar, 19. März. Das Po tize ia u to der hiesigen Polizei, mit dem gestern abend die Verbrecher Schutte und Hoyer nach Frankfurt transportiert worden waren, geriet auf der Rückfahrt in der Gegend von Nieder-Wött- ft a b t infolge Reifenschadens ins Schleudern und fuhr dabei so heftig gegen einen Baum, daß es schwer beschädigt wurde. Die Insassen, Wetzlarer Polizeibeamte, wurden dabei verletzt. Erfreulicherweise sind jedoch die Verwundungen der Beamten nicht schwer.
Oie Verbrecher auch im Oillkreise.
WSR. Dillenburg, 18. März. Die von der Polizei seit einer Reihe von Tagen gesuchten Verbrecher Schulle und Hoyer hielten sich gestern auch im Dillkreise in der Nähe von Sechshelden auf. Ein Oberlandjäger traf auf seinem Dienstgange zwei Männer am Waldrande sitzend an der Chaussee an. Da beide ihm nicht ganz geheuer vorkamen, sprach er sie an und forderte ihre Papiere. Dabei ergab sich, daß der eine keine Ausweise bei sich hatte und nur angeben konnte, er heiße Schuler. Der andere zeigte Papiere vor, die auf den Ramen Hoher lauteten. Dem Landjäger erschienen nach dieser Prüfung die beiden Männer, trotzdem der eine einen Entlassungsschein aus dem Gefängnis bei sich trug, unverdächtig, so daß er sie laufen lieh. Einer der beiden Männer hatte ein gelbes Fahrrad neben sich liegen. Als der Beamte nach seiner Rückkehr nach Hause die Zeitungen vomahm und hier die neuesten Mitteilungen über die Verfolgung der Verbrecher las, wobei auch der Rame Hoyer genannt war, merkte er, daß er zwei Schwerverbrecher hatte laufen taffen. Er benachrichtigte sofort seine vorgesetzte Behörde und diese das Frankfurter Polizeipräsidium, worauf die übrige Polizei und Gendarmerie der ganzen weiteren Umgegenb alarmiert wurde.
einmaliges Operngastspiel des Darmstädter Landes- tfcaters „Der fliegende Holländer". Beginn 19 Uhr. Das Haus ist bereits ausoerkauft. Vorbestellungen, die bis Donnerstag, 20. März, mittags 13 Uhr, nicht abgeholt sind, verlieren ihre Gültigkeit. Es wird bann über die zurückgelegten Plätze anderweitig verfügt.
L. U. Don der L a nde s u n i v e r t i tä t. Für den neu zu errichtenden Lehrstuhl für Orthopädie an der Lande. Universität Gießen ist der Oberarzt an der Orthopädischen Klinik in München, Prosessor Dr. P i h e n, berufen worden. Er hat den Ruf mit Wirkung ab 1. April angenommen.
** Seinen Verletzungen erlegen. Das am Eonntagnachmittag bei dein Motorradunfall in Dutenhofen schwer verunglückte 6 Iahre alte Bübchen Willy Paul ist in der Chirurgischen Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen. Das bedauernswerte Kind hatte bei dem Unfall einen schweren Schädelbruch, einen Unterkieseroruch und einen doppelten Beinbruch erlitten.
** Ausstellung der Aliceschule. Der Aliceschulverein macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß am 21. März, von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags, die Arbeiten der abgehenden Kursusfchülerinnen in der Aliceschule, Steinstraße 10, zu besichtigen sind. Es handelt sich um Schneidern, Sticken, Bügeln, Weißnähen. Außer dem Erlernen -vorn Nähen neuer Wäsche wird auch das Ausbessern derselben in Flicken und Stopfen sowie im Schneiderfach das Verändern alter Kleidungsstücke neben Neuherstellungen vorgeführt.
** Friedrich - Lienhardt - Abend. Zu einer Gedächtnisfeier besonderer Art hatte der Cvang. Bund, Eoang. Arbeiterverein und Wartburgverein am Sonntag in den Markussaal eingeladen. Es war ein guter Gedanke, in den Mittelpunkt des Abends einen Dichter zu stellen, der als
Grenzländer die furchtbare Tragik des Krieges in seinem eigenen Leben erfuhr und der doch wie kaum ein zweiter in der Lage ift, über alle gegenwärtige Not und Verworrenheit hinaus den Glauben an die deutsche Zukunft zu stärken und dem großen Kriegsleid einen tieferen Sinn zu geben: Fried- r i ch Lienhard t. Auf ganz hervorragende Weise verstand es Frau Mendelssohn-Bartholdy in sehr geschickt gewählten Worten und Gedichten den Dichter selbst sprechen und so das Wesen dieses echt deutschen und tief frommen Mannes wirklich lebendig werden zu lassen. Einen feinen Rahmen fanden diese Rezitationen durch musikalische und gesangliche Darbietungen von gleicher Meisterschaft. Pianist Hahn spielte zum Eingang den Trauer- marsch von Chopin mit feinem seelischen Empfinden und begleitete mit gleichem liebevollen Verständnis die Sololieder (Reger, Bach, Schröder-Deorient), welche von Frl. Käthe Gärtner, einer uns schon wohlbekannten Künstlerin, mit starkem Wollen und reichem Stönnen gesungen wurden. — So konnte Prof. Dr. Schmoll in seinem Dankeswort am Schluß mit Recht betonen, daß dieser Abend mit seinen Darbietungen auf ganz bedeutender Höhe gestanden habe und solche Gedächtnisfeier für unsere Gefallenen bei allen Anwesenden einen tiefen und dankbaren Eindruck hinterlassen werde.
*• Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege hielt feine Hauptversammlung im Evangelischen Schwesternhaus ab. Dem vom Vorsitzenden erstatteten Iah- resbericht war folgendes zu entnehmen: Die Arbeit des Vereins ist auch im abgelaufenen Iahr, und zwar in allen Zweigen der Vereinstätigkeit, gewachsen. Im Evangelischen Schwesternhaus wurden 1034 Patienten verpflegt (gegen 995 im Vorjahr). Die Zahl der Pflegetage stieg von 11 891 auf 12 411. Die Krippe, in der 64 Kinder an 5184 Tagen verpflegt wurden, war oft überfüllt, so daß der schon seit Jahren beschlossene Reubau der Krippe dringend erforderlich schien.
3m Sommer wurden die Wohnungen im alten Hospital geräumt und es konnte nach Rieder» legung des alten Hosvitalgebäudes mit den Ausschachtungsarbeiten für den Reubau begonnen werden. Rach der Vollendung des Reubaues, die im Laufe des 3ahres zu erwarten ist, werden nicht nut ausreichende Räume für die Krippe geschaffen sein, sondern es wird auch im Schwesternhaus selbst eine ganze Reihe von Räumen, die seither für die Krippe und für die Gemeindeschwestern gebraucht wurden, zur Benutzung für andere Zwecke frei. Schon im abgelaufenen Iahre wurden durch Ausbau einiger
Wenn Ihre Empfehlungsanzeige
In der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll
dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf
Zimmer im Dachgeschoß neue Räume geschaffen. Es wurde im Schwesternhaus ein Entbindungszimmer eingerichtet, viele Zimmer mit Doppeltüren versehen, die Treppen mit Linoleum belegt, die Flure und viele Zimmer völlig neu hergerichset und eine ganze Reihe sonstiger Verbesserungen angebracht, die vor allem den Kranken zugute kommen. Die Zuflucht hatte 725 (gegen 556 im Vorjahre) Aufnahmen mit 6401 (6052) Pflegetagen. Es zeigt sich immer mehr, wie notwendig diese Einrichtung für unsere Stadt war und wie segensreich sie wirkt.
Berliner Börse.
Berlin, 19. März. (WTB. Funkspruch.) Nach, dem es schon gestern abend nach Unterzeichnung des polnischen Liquidationsabkommens durch Hindenburg etwas fester geworden war, scheint sich im heutigen Frühverkehr die freundlichere Grundstimmung erhalten zu haben. Ein relativ guter Abschluß der Commerz-Bank, der feste Verlauf der gestrigen Neu- yorker Börse und Hoffnungen auf weitere internationale Gelderleichterungen gaben eine gewisse Anregung. Man taxierte etwas höhere Kurse und nannte Farben mit 157 Geld. ' '• >
Oie Wetterlage.
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BZettcrooraussage.
Mit dem ansteigenden Luftdruck hat sich über Mitteldeutschland die Wetterlage beruhigt und wäh- rend der klaren Nacht fielen die Temperaturen bis Zum Gefrierpunkt und etwas darunter, was namentlich in unserem Bezirk eintrat. Die Besserung ist nur vorübergehend, denn ein Tiefausläufer über Frankreich dürfte beim Weiterzug wieder Tempera« turanftieg bringen, sowie zu erneuten Niederschlägen führen. Der Erwärmung folgt dann mit dem Zufließen kühler Luft erneut Abkühlung, erneuter Temperaturrückgang, und das Wetter bleibt ver- änderlich.
Wettervoraussage für Donnerstag. Zunächst wieder etwas milder, wolkig und bedeckt mit Niederschlägen, dann wechselnd wolkig und kühl.
Lufttemperaturen am 18. März: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 19. März: morgens 0 Grad. Maximum 10,3 Grad, Minimum —0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. März: abends 6,2 Grad; am 19. März: morgens 3 Grad Celsius. — Niederschlag 1,1 mm.
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