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Giehen. den 16. Januar 1930. r

Auslandsdeutschtum und Schule

Vom Zentralinstitut für Erziehung und Unter»

Daten für Freitag, 17. Januar.

16.23

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steriums für Kultus unD BildungÄwesen in Ge­meinschaft mit der Gießener Stadtverwaltung wurde gestern, Mittwoch vormittag, in der Aula der Universität ein LehrgangAuslands- d e u t s ch t u m und Schule" eröffnet. Die Teil­nahme der Lehrerschaft war wegen der außer­ordentlichen Bedeutung der Vorträge für Lehr­personen an Volks- und höheren Schulen der Stadt Gießen verbindlich. 2lber auch aus dem Landkreis Gießen und aus dem Kreise Fried­berg war der Kursus überaus stark besucht.

Der Vertreter des Hessischen Ministeriums für

Studentenhauses ist unter Dach gebracht worden. Die Fenster werden soeben eingesetzt, so daß die Räume gegen die Unbilden der Witterung geschützt sind. Im Verlaufe des Win­ters wird die De- und Entwässerungs-, sowie die Heizanlage hergestellt werden.

Während der dreimonatigen großen Serien haben ständig Giehene r Studenten an dem Dau mitgearbeitet. Ein Teil war jeweils bei dem Bauunternehmer beschäftigt, während der andere von der Studentenhilfe bei der Planierung des Geländes nach der Röntgen- und Friedrichstraße verwandt wurde. Außer­ordentlich erfreulich war das einträchtige Zu­sammenarbeiten sowohl mit den anderen Ar­beitern, als auch der Studenten miteinander. Da bei dem Bau mit äußerster Sparsamkeit ver­fahren werden muh, war die Vergütung der Werkstudenten zunächst nicht unerheblich geringer -angesetzt worden, als die von beruflichen Ar­beitern. Bereits nach zwei Wochen formte sie aber erhöht werden, da sich die Arbeitsleistung der Studenten der von anderen Arbeitern stark an­näherte. Frisch und arbeitsfreudig war die Stim­mung der Werkstudenten, denen diese Zeit, in der sich auch der Studentenulk hie rmd da in harmloser Weise bemerkbar machte, in schöner Erinnerung bleiben wird.

Trotz der Stiftung des größten Teils des Bau­platzes durch die Stadt Gießen und trotz der gro­ßen Beihilfen von feiten des Reichs und deS Landes Hessen, sowie der laufenden Beiträge der Studentenschaft ist noch ein bedeutender Betrag für die Fertigstellung und innere Einrichtung des Baues not­wendig. Ungeachtet der so überaus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse hofft die Gießener Studentenhilfe zuversichtlich, auch die noch fehlen­den Mittel auszubringen, Hie wird hierin bestärkt durch die tatkräftige Unterstützung, die fte in weiten Kreisen findet. Sie hat sich mit einem Werbeschreiben, das von einem empfehlen­den Schreiben des Staatspräsidenten Dr. Ade­lung begleitet war, an die Provinzen, Kreise und ©emeinben bes ganzen Hessenlandes wegen geldlicher Beihilfen gewandt. Die Sammlung ist

Vivalbi. Das Kammeiorchester ber Volkshoch­schule, bas vor allem die alte Kammermusik des 16. bis 16. Jahrhunderts pflegt, hat seine Mit­wirkung zugesagt: die Sololieder und das Orgel­spiel sind gleicherweise aus jener großm Zett der evangelischen Kirchenmusik gewählt. Es sind wertvolle Schätze, die zur Freude und Erbauung der Gemeinde an dem Abend geboten werden. Jedermann ist willkommen. (Siehe heutige Qln- zeige.)

Vorträge über Hölderlin und Rov alis. Am morgigen Freitag beginnt eine öffentliche Vortragsreihe von vier Vortra^n, in denen Lic. Robert Goebel über das Thema Hölderlin und Rovalis" sprechen wird. Auf beide Geister so schreibt man uns ist die heutige Zeit erneut aufmerksam geworden: man erkennt ^n ihnen zwei Gestalten,-die zu ihrer

Der stattliche, durch seine glückliche Gliederung gefällig wirkende Bau des Gießener

Uhr, Universität, $Maat ti. Man- beachte WU

heutige Anzeige.

* Welche Längehat der Selterswegs Diese Frage aus dem Leserkreise ging gestern unferm Briefkasten zu. Wir haben uns daraufhin an zu- tänbiger Stelle erkundigt und können nun mit- teilen, daß der Seltersweg genau 465 Meter lang ist. Ein Hinauf- und Herunterspazieren auf dem ßeltersmegburnrnel stellt also einen Weg von knapp einem Kilometer dar. Wenn man sich vergegen­wärtigt, daß unsere jungen Herrchen und die jungen Damen bei dem alltäglichen Bummel über den Seltersweg nicht selten drei- oder viermal hinauf- und herunterspazieren, so kann man wohl sagen, daß ic dabei eine immerhin recht respektable Marsch­leistung vollbringen. . r . « £

Die Akademischen Kurse für Kauf- Ieuteunb®eroerbetreibenbc,bie von der

Sonnenaufgang 7.57 Uhr, Sonnenuntergang

Uhr. Monbaufgang 19.56 Uhr, Monduntergang

Zeit in einer solchen Weise um den Geist rangen, wie sie auch noch dem heutigen Menschen einen Aufschluß zu geben vermag über seine eigene Stellung zu Gott und Welt, über die eigenen Lebens- und Schicksalsfragen. In den zwei ersten Vorträgen wirb die Tragik im Leben Hölderlins und deren Riederschlag in seinen Werken behan­delt werden. In den zwei letzten Vorträgen wird der frühverstorbene Rovalis zur Darstellung kommen, wie er in seinen Werken zum Künder einer neuen Welt wirb. Die Vorträge gehen aus von der Ehristengemeinschaft. der Bewegung für religiöse Erneuerung in der Gegenwart. Diese will mit solchen Vorträgen auf Lebenswerte aufmerksam machen, die in der deutschen Geistes­geschichte errungen worden sind und die der Gegenwart nicht verloren gehen sollten. Die Vorträge finden statt jeweils am Freitag» 20.15

9.56 Uhr.

1834: ber Zoologe August Weismann in Frank- furt a. M. geboren; 1921: der Bildhauer Adolf von .Hildebrand in München gestorben.

Gießener Wochenmarttpreise

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt bas Pfund: Butter 130 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 70 bis 90; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4x/e bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 110 bis 130; Rüsse 50 bis 80; En­divien 80 bis 100; das Stück: Tauben 70 bis 90; frische Landeier 17 bis 18; Kisteneier 16 bis 17; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 30 bis 40; Ober- Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 7 bist 8; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Dirnen 8 bis 10 Mark.

Bornotizen. ,

Lageskalender f ü r Donnerstag. Kaufmännischer und Ortsgewerbeverein: Heiterer Abend, in der Reuen Aula, 20 IHjr. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: »Der Graf von Monte (Sri ft o". 2. Teil. Astoria-Lichtspiele:Vogel­frei" undAtlantikfahrt des Meteor".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Freitag, 17. Januar, erscheint mit Der PosseKyritz-Pyritz" wieder die leichtgeschürzte Muse auf der Bühne des Stadt­theaters. Wie lebendig und bühnenwirksam die ausgelassenen Szenen auch heute noch wirken, konnte man an dem jubelnden Beifall ermessen, den die AusführungKyritz-Pyritz" in Gießen und Marburg äuslöste. Für eine schmissige Dar­stellung sorgt als Spielleiter Heinrich Hub, für ganz reizende, dem Zeitgeschmack von damals angepaßte Bühnenbilder Karl Löffler. Am Sonntag, 19. Januar, vormittags 11.30 ilftr, und abends 8.30 Ahr, findet ein Tanzgastspiel der Münchener Tänzerin SentaMaria statt. Als Fremdenvorstellung wird nachmittags um 6 llfor die KomödieDösire" von Sacha Guitry (Regie Hans Tannert) gegeben. - - Das erfolgreichste Stück des Deutschen Theaters in dieser Spielzeit war das KriegsstückDie andere Seite". Das Stadttheater Gießen wird mit eigenem Ensemble Die andere Seite" am Mittwoch, 22. Januar, er ft auf führen. Spielleitung hat Intendant Dr. P r a s ch. Dieses Stück wurde zum Schauspiel­ereignis nicht nur in Berlin, sondern auch in der Provinz.

Die Geistliche A b e n d m u s i k, die am Sonntag, 19. Januar, 20 Ahr, von der Markus- gemeinbe in Der Stadtkirche veranstaltet wird, bringt musikalische Schöpfungen von Johann Se­bastian Dach und seinen Zettgenossen Telemann, Buxtehude und Heinichen, sowie eine Kompo­sition des Altmeisters des Violinkonzertes A.

Berliner Börse.

Berlin, 16. Ian. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend auf Gerüchte von einem Rücktritt Dr. Schachts allgemein etwas schwacher geworden war ist im heutigen Frühverkehr ein Ueberblid über die Tendenz noch nicht möglich. Der Grundton scheint weiter sreundlich zu fein, da man den Ablauf der Haager Konferenz für gesichert hält. Kurse sind aber noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Paris 123,90 zu 123,95, London gegen Mailand 93, London gegen Spanien 36,60 zu 36,75, London gegen Kabel 4,8690, London gegen Berlin 20,3775 zu 20,38, Kabel gegen Berlin 4,1845 zu 4,1855.

zur Zeit im Gange, aber sind doch bereits bis jetzt an Spenden der vorgenannten Körver- schasten über 15 000 Mark zu verzeichnen. Deson- ders erfreulich ist, dabei zu sehen, wie auch kleinste Gemeinden ihre Anteilnahme bekunden, so, wenn Rixfeld mit 5 Mark sein Scherf lein spendet. Es ist ja nicht die Höhe des Betrages, die eine solche Gabe für die Universität und ihre Studenten wertvoll macht, vielmehr ist es die Tatsache der Verankerung der Landesuniversität in der Bevölkerung, die daraus spricht. Die Hessische evangelische Landeskirche hat die Verzinsung und Amortisation eines Kapi­tals von 30 000 Mark übernommen, wogegen ihr Wohnräume für 12 Studenten der Theologie und den Repetenten mietweise überlassen werden. Der Bischof von Mainz, dem unter Vorlage der Pläne eingehend über den Bau berichtet wurde, hat sein wärmstes Interesse mit herzlichen Worten und einer Geldspende ausgedrückt.

Die Anfertigung der Möbel für diejenigen Räume, deren Einrichtung von der Provinz Oberhessen und der Gießener Hoch­schulgesellschaft gestiftet wird, soll alsbald vergeben werden, um Damit den in Frage kom­menden Handwerkern Verdienstmöglichkeit wäh­rend des Winters zu schaffen. 3m übrigen wird Die Fertigstellung und innere Einrichtung im kommenden Frühjahr und Sommer erfolgen, so daß Die Einweihung ^rst im kommenden Herbst stattfinden wird.

Reben einer Sammlung unter der Dozenten­schaft, die noch nicht abgeschlossen ist. soll auch alsbald eine solche unter Den früheren Jüngern Der Alma mater Ludoviciana eingeleitet werDen. Ihr Ertrag ist geDacht als eine Gabe Der alten Gießener Studenten an Die jetzige und künftige StuDentengenerationen, wodurch zu­gleich zum Ausdruck kommen soll, daß es sich bei Dem Studentenhaus um eine Förderung Der Be­lange Der ganzen Studentenschaft handelt. Daß dies ber Fall ist, und wie sehr bas Gedeihen Der ganzen Universität durch ein solches Stu­dentenhaus gefördert wird, kann allerdings nur Der voll ermessen, der schon eines Der bereits in Betrieb befindlichen Häuser, wie z. B. das neu­erbaute Studentenhaus in Würzburg gesehen hat.

Kultus und BilDungswesen,

Ministerialdirektor Urstadt,

eröffnete dje von etwa 400 Personen besuchte Tagung mit herzlichen Begrühungsworten. Er Dankte allen Rednern und Mitarbeitern, nament­lich auch Der Stadt Gießen, für ihre Unter­stützung und wies auf Die hohe Bedeutung Der Veranstaltung hin. In Den Vorkriegsjahren habe man. so führte er u. a. aus, sich wenig ober gar nicht um bic Ausländsdeutschen bekümmert. Der Deutschen Republik sei es bewußt, daß geistige, seelische und kulturelle Verbundenheit mit Den deutschen Brüdern im Ausland gepflegt werden müsse, um Die Ausländsdeutschen Dem deutschen Volkstum zu erhalten. Die Schule habe die Aus­gabe, hier aufflärenb zu wirken und mitzuhelfen, wahre Volksgemeinschaft zu pflegen.

Llaatsminisler a. D. Dr. Boetitz

sprach hierauf überD i e deutsche Schule im Auslände, ihr Wesen und ihre Bedeutung". Er führte etwa folgendes aus: Von rund 90 Millionen Deutschen wohnen 30 Millionen außerhalb ber Grenzen des Deut­schen Reiches. Diesen ihr Volkstum zu erhalten, ist in erster Linie Aufgabe ber deutschen Aus- lanbschulen. Mit Auslandfchulen sind nicht etwa Schulen der Deutschen außerhalb ber Grenzen unseres Reiches, wie in ber Schweiz und in Oesterreich, gemeint, das sind deutsche Schulen. Deutsche Auslanbschulen sind Schulen Der deut­schen Minderheiten in fremdem Volkstum. Sie sind in allen Gattungen zu finden, vom Kinder­garten über die Volksschulen, Realschulen. Real­gymnasien bis zum humanistischen Gymnasttim. Deutsche Sprache soll die Haupt-und Unterrichts­sprache sein als Faktor des deutschen Volkstums, und die Sprache des betreffenden Landes soll nur Begleitsprache fein. Alle im Ausland einge­richteten deutschen Schulen sind Privatschulen, deren Kosten zum größten Teil von Den Aus­ländsdeutschen aufgebracht werden. Sie sind im allgemeinen religiös paritätisch und tperben meist von Knaben und Mädchen besucht. Die Ausland- f et ulen verlangen ein ganz ausgezeichnetes Lehrermaterial, so daß sich nur die tüchtigsten Lehrkräfte um den Auslanddienst bewerben soll­ten. Die Anforderungen sind in jeglicher Be­ziehung ganz außerordentlich hoch.

Minrstcrialrat Dr. Liidhos,

Der einstige Leiter der Deutschen Auslandsschulen in Bukarest, and enen bei mehr als 2060 Schülern über 100 Lehrer wirken, sprach sodann über das Thema

Was sott das werden?

Wein Jüngster wollte schon die ganze Zeit keinen Ueberzieher mehr anziehen. Aber wir sind doch im Januar, behauptete meine Frau. Wegen des Familienfriedens stand ich ihr bei und be­fahl das Anziehen. Aber er kam stets aus der Schule und hatte den Mantel auf dem Arm Gestern und heute habe ich Rücksicht geübt und ihm den Mantel erlassen, denn ich selber merkte bei einem Spaziergang, wie warm es ist. Ich kann nun den Jungen voll und ganz verstehen. Also den Ueberzieher aus! Und wenn auch ber hundertjährige Kalender ober sonstige Wetter. Propheten strenge Kälte vorausgesagt haben.

Ja was soll das werden? Die Sturme ber letzten Tage und Rächte haben die Luft rein ge- fegt. Klar und sonnenbeschienen hegt bie Land­schaft da. Heller Sternenhimmel scheint den Frost Au künden, aber am Morgen weht uns wieder Frühlingswind ins Angesicht. Die Berge aber, Die doch sonst mit ihren weißen Häuptern wett- bin grüßten, haben auch nur einige schmutzig graue Flecken, weiter nichts. Die Wetterberichte schreiben: Ski und Rodel mäßig. .. Ski und Rodel ausgeschlossen! ... Arme Urlauber, die sich das ganze Jahr auf diese freien Tage gefreut naben! Run macht ihnen ausgerechnet der Januar einen dicken Strich durch die Rechnung.

Heute morgen lärmten und zwitscherten die frechen Spatzen auf der Dachrinne, daß ich beim Aufstehen dachte, draußen im Felde fangen die Lerchen. So leicht und fo gern! - läßt sich Der Mensch täuschen. Ja, die Spatzen fühlen sich wieder, wenn die Erde von der Sonne bestrahlt wird. Die Knospen der Bäume schwellen an. die kleinen Weidenkätzchen schauen schon ein bißchen neugierig durch bic braune Schale. Die Wiesen glänzen so verdächtig grün. Heberall will sich Leben zeigen. Ja, ein paar schüchterne Veilchen haben sich in meinem Garten hervorgewagt. Sie blühen! Die Schneeglöckchen treiben grüne Spitzen. Was soll bas werben?

Die Kinder. Denen zu Weihnachten ein Ball geschenkt wurde, tragen ihn in Die Sonne und versuchen Damit zu spielen. Gestern sah ich Die erstenSchießer" bei Knaben. Die Straßen sind ja trocken. Wenn wir noch zwei Tage Sonnen­schein haben. Dann können wir wohl Januar- ff a u b schlucken, sobald Die Autos vorbeiflitzen.

Die eigentlichen Herren des Januars aber, Die Schlittschuhe und Schlitten, die Eintrittsabonne­ments auf Die Eisbahn, wo sind sie? In irgend einem Winkel träumen sie, bestaubt und beschämt über ihr überflüssiges Dasein, inwendig aber er­füllt von der großen Hoffnung: Geduld! Geduld! Es kommen auch noch andere Tage. Wenn Schnee und Eis Die Welt bedecken, dann sind wir Die

Industrie und Handelskammer Gießen und der Gießener Hochschulgesellschaft veranstaltet werden, haben hinsichtlich der Beteiligung ein recht erfreu liches Ergebnis gezeitigt. Bis gestern abend hatten sich für die ganze Dauer des Kursus, bic sich auf die Zeit vom 16. Januar bis 20. März erstreckt, schon rund 150 Teilnehmer gemeldet. Die Kurse werden heute abend im Großen Hörsaal der Universität er­öffnet. Als erster Vortragender spricht Universttats- Professor Dr. M o m b e r t. Die Kurse seien allen, dte sich bisher zur Beteiligung noch nicht entschließen konnten, noch einmal zum Besuche angelegentlich empfohlen.

** Andachten für evangelische Stu­denten. Die dritte Andacht in diesem Semester findet am Freitag. 17. Jan.. 20 Uhr, in der Alten Friedhofskapelle, Licher Straße, statt. Dieie Andacht, die Prof. D. H. Bornkarnm halten wirb, steht unter bem Gebanken: Vaterlanb.

** Gründung einer Frauengruppe im GDA. Mefer Tage hielten, wie man uns berichtet, die weiblichen Mitglieder bes GDA. ber Ortsgruppe Gießen imPfälzer Hof" hier eine Versammlung ab, die gut besucht war. Die Frauenführerin Frl. Reumann- Frankfurt a. M. sprach über die Frauen im Beruf und ihre Ein­stellung zur Organisation. Die anschließende Aus­sprache war sehr rege. Es wurde beschlossen, zwecks Pflege besonderer Vortragsabende eine Frauengruppe ins Leben zu rufen und regel­mäßig zusammenzukommen. Als Vorsitzende wurde Frl. Geiß gewählt.

** Gaufachgruppentagung der Be - hördenange st eilten. Die Gaufachgruppe Hessen der Behördenangestellten in Staat und Gemeinden im GDA. hält am nächsten Sonntag in Gießen eine Gaufachgruppentagung ab. Reichs­fachgruppenleiter Schimpf (Berlin) wird über Die Bedeutung des Behördenangestellten in der Verwaltung" sprechen.

** Die Papageiei:einfuhr nach Hes­sen gesperrt. Der hessische Innenminister hak mit sofortiger Wirkung die Einfuhr von Papa­geien und Sittichen nach Hessen verboten. Da­durch soll, soweit als möglich, einer Einschlep­pung der Papageienkrankheit, Die bereits meh­rere Tokwsopfer gefordert hat, nach Hessen vor­gebeugt werden.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Langjähriger Abonnent. Die Kosten von notwen­digen {Reparaturen hat der Hauseigentümer zu tragen, ebenso die Kosten der Treppenbeleuchtung, ohne daß hierdurch allein für den Eigentümer das Recht auf Forderung nach höherer Miete entsteht.

f). L. Die Adressen von Lieferfirmen und Waren- beziigsquetten können wjr aus naheliegenden Grün­den im Briefkasten nicht nennen.

sagen:

Diese köstliche Haferspeise ist ge­sundheitsfördernd. In 35 Minuten fertig gekocht. Seit 50Jahren genießen der Name und die SchutzmarkeQuä­ker unbedingtes Vertrauen und bür­gen für Reinheit, Geschmack und Be­kömmlichkeit.

Quäker Rßftidffodcen

Dom Zentralinstitut für Erziehung und Unter-Der d o u t s che A u s l a n dl e h i e r . Er brachte richt und mit Unterstützung bes Hessischen Mini- etwa folgendes: Das Deutschtum im Ausland steht - - - - - ~ 1 und fällt mit der deutschen AuslanbssckMe, mtthtn

tehen auch dem Lehrer an deutschen Auslands- chulen ganz besondere Aufgaben zu. Sein Haupt­betätigungsfeld ist und bleibt sein Schule. Es wird bem Lehrer am Anfang oft schwer fallen, sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Auch die Mitarbeit im kirchlichen Leben seiner Schulgemeinde wird, wenn es dem Lehrer liegt, oft segenbringend für beide Teile fein. Besondere Anforderungen an ihn stellt aber bas Dereinswesen, das bei Den Ausländs­deutschen noch höher entwickelt ist, als bei uns in der Heimat. Da auch von anderen Lehrern, Nicht- deutschen, und anderen Schulen seiner Gemeinde pädagogische Ratschläge von ihm zuweilen gefordert werden, so muß er auf pädagogischem Gebiet ganz besonders bewandert sein: Mustergültige Probe­lektionen und Vorträge zu hakten muß von ihm er­wartet werden können. Die Anforderungen bie an bic Auslandslehrer gestellt werden, müssen deshalb recht hoch sein. Der Lehrer sei ferner gesundheitlich auf der Höhe, um den Anforderungen gerecht wer­den zu können. Das günstigste Alter für den Aus­landsdienst sind die Lebensjahre von 25 bis 35, am besten unverheiratet. Daß er auch gesellschaftlich nicht aufsallen Darf, ist selbstverständlich. Der Red­ner schilderte bann noch einiges aus feiner Erfah­rung über die Vorbildung der Auslandslehrer in besonderen Lehrgängen. Die Entlohnung des Aus­landslehrers hält sich infolge der knappen Mittel in mäßigen Grenzen, jedoch ist das Existenzminimum gesichert. Der wesentlichste Gewinn für Den Aus- iandslehrer wird immer geistiger Art sein.

Schulrat Niemann

Direktor des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht, behandelte anschließend in einer Klasse der hiesigen VolksschuleDie Besiedelung des Banats hur chdentsche Auswanderer (Schwaben) und das Schicksal derselben" und in einer ge­mischten Klasse von Oberrealschülern und Berufs­schülern den GegenstandErlaß des Preußischen Ministers wegen Errichtung von Polnischen Schu­len in Deutsch-Oberschlesien und die Behandlung von Minderheiten, insbesondere das Verständnis für Recht des Volkstums jedes einzelnen Bür­gers". Bei beiden Lehrproben zeigten die Schü­ler größtes Interesse.

Rach einer Mittagspause sprach zunächst Schul­rat Riemann überAuslanDsdelltsch- tum in unseren Schule n". Er wies dar­auf hin. wie zweckmäßig und erfolgreich die Behandlung von Volkstumsproblemen in unseren Schulen durchgeführt werden kann. An der Hand Dieser Probleme können die Begriffe Volk und Staat getrennt und in ihrem Kern erfaßt und Damit ein wesentlicher Teil staatsbürgerlicher Erziehung geleistet werden.

Eine Aussprache über Die Lehrproben vom Vormittag und das Thema des Nachmittags beendete den ersten Tag des Lehrgangs.

3m Zusammenhang mit diesem Vortragskursus sand abends einAuslandsDeutscher Abend" in der Aula Der Universität statt, bei dem Professor Dr. C h a k i aus Rumänien und Gewerkschaftsselretär Furtwängler aus Der- I lin Vorträge hielten. Wir werden Darüber noch * berichten.

Herren.

Unwillkürlich gedenken wir des Januars 1929. Heute Frühlingstage, damals sibirische Kälte!

Beim Aufräumen fielen mir Deute einige An­sichtspostkarten, die ich während des Sommer­urlaubs nach Hause geschickt hatte, in die Hände. Warum legte ich sie nicht so schnell weg, wie im letzten Winter, als draußen die Welt erftarrt war? Warum ging ich ans Fenster und schaute nach Der sonnen beschienenen Flnr und hatte so­gar ein wenig Herzklopfen? Was soll das den.