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Nr. 59 Drittes Blatt

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'Regierung und den Landtagsabgeordneten, daß solche Uebemahpie entschieden bekämpfen."

Günstige Entwickelung der Bezirkssparkaffe Grünberg.

vielen rubere, ^reiben) Verlage.

r. 372-395.

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'-s- Grünberg. 14. Febr. Die hiesige D e - zirkSsparkasse hatte im abgelaufenen Ge- schäftsjahc 1929 eine durchaus günstige Ge­schäft s e n t w i ä l u n g zu verzeichnen. Dies zeigt sich am deutlichsten bei den Sparein­lagen Die Zahl der Sparbücher erhöhte sich r>on 1915 aus 2147, mithin um 232 Stück, der Ecsamt-Einlogcbestand (ohne die Aufwertungs- c inlagen) stieg von 1 215 149 auf 1 560 789 Mk. Ler Zugang nach Abzug der Rückzahlungen betrug mithin 345 640 Mk. und war um 80 000 Hart höher als im Vorjahr. Dieses erfreuliche (Ergebnis unter ungünstigen wirtschaftlichen Ver­hältnissen ist ein gutes Zeugnis für den Spar- ititn der Einwohnerschaft bes Bezirks. Die Gut- haben im Scheck-» und Kontokorrent­oer lehr mit 122 683 Mk. halten sich auf der Fähe des Vorjahres. Der Jahresumsatz betrug rund 11 300 000 Mk. gegen 10100 000 Mk. in Zähre 1928. Durch den dauernden Zufluß von Spargeldern konnte die Kasse das Dar- l chnsgeschäft in größerem Ausmaße pflegen. Ts tonnten nicht allein die nachgesuchten Hypo- lhckdarlehen, soweit sie den Sahungsvorschriften .'iitsprachen. gewährt und somit der Wohnungs­bau gefördert, sondern auch die Mittel für Feld- b Reinigungen und sonstige Gemeindczwecke zur ! Verfügung gestellt werden. Am Jahresende icaren u. a. ausgeliehen: gegen Hypotheken 675 796 Mk., an Gemeinden, Kirchengemeinden i u- Feldbereinigungsgcsellschaften 630123 Mk., nm Kontokorreniverkehr gegen Sicherheitsstcllung ; 2^5144 Mi., Schuldscheindarlehn an Private a^gen Bürgschaft 115 638 Mk. Da die eingehenden Spargelder lediglich im Sparkassenbezirk als Larlchn zur Ausleihung gelangen, so liegt eine

Gießener Konzertverein.

Zweites Lymphonic-Konzert.

Wenn auch im Mitgliederbestände des M e i - minger Landestheater-Orchesters seit dven Zeiten, wo diese Vereinigung unter den bedeutendsten Dirigenten ihre Triumphe feierte, mancherlei Veränderungen eingetreten sind, so jksl doch ein gewisser fester Stamm geblieben und L zam Träger der großen Tradition geworden; c in erzieherisches Moment, das in seiner Aus» Wirkung auf die Orchesterleistung nicht hoch ge­ll iLiig geschäht werden kann. Wenn die Meininger, I j um al in der Jetztzeit, zum Reisen gezwungen lind, so bedeutet ihr Erscheinen immer einen be- swnderen Höhepunkt im Musikleben des betref- I senden Ortes. Da auf diesen Gast reisen das Or- ' Hefter ost in der Lage ist, unter fremden Dirigenten 7 zu spielen, so hat es sich eine ganz besondere ii Zähigkeit im Anpassen an die jeweilige Leitung c-iworben.

Wenn zum andern dieses Orchester, wie auch die Vereinigungen, die wir in den letzten Zähren hier hören konnten, in der geistigen Hal- ! I ing ein Spiegelbild der führenden Persönlich- lüt gab, so läßt es sich ermessen, weich einen markanten Führer voll Energie und Initiative dis Gießener Musikleben in Universitätsmusik- drektor Dr. Temesvarh sein eigen nennt.

Dies wurde mit Glucks Ouvertüre zu der OperIphigenie in Aulis" (Bearbeitung r=Dn Richard Wagner) offenbar, einem Werk, dis in feinem Aufbau keine Kulminationspunkte im modernen Sinne aufweist, sondern mehr auf l»em Racheinander, bzw. dem Rebeneinander des Thematischen beruht. Hier wurde alles bis zum Feinsten, Durchsichtigsten hin abgestuft mit stil­voller Wahrung der Individualität der ein- | 3 einen Motivgruppen. Das Dekreszendo des Schlusses verlor sich in Visionshaft verklärt ent­schwindendem Klange, in den nur noch die Bässe, innrer mehr verebbend, hinein grollten, den Hörer bis zum letzten Ton in Bann haltend.

Die Wiedergabe von Brahms' L-Moll- Symphonie ließ die bedeutende Tradition des Orchesters wach werden. Dr. Temesvarh legte inniger starkes Gewicht auf die dem ersten Satze innewohnende Schwermut, die von verschiedenen Dirigenten besonders in den Vordergrund gestellt Vird, sondern bewegte das Ganze durch einen

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Oberheffen.

Anschluß Hessens an Preußen!

Forderungen der Demokraten des Kreises Jrkbberg.

= Friedberg, 14. Febr. In einer gut besuchten Versammlung des Kreisoereins Friedberg ter Deutschen Demokratischen Partei, mürbe nach lebhafter Aussprache gestern abend zur üyrage des Einheitsstaates folgende von AmtsgLrichtsrat Thurn oorgefchlagene Ent- ßchließung gefaßt, nachdem ein noch weitgchen- ter Antrag der Bilbeler Ortsgruppe zurückgezogen worden war:

Der Kreisverein Friedberg der Deutschen Demo­kratischen Partei fordert, nachdem der Weg zum Einheitsstaat über das Reich sich als zur Zeit nicht gangbar erwiesen hat, aus den allseits bekannten c;nb anerkannten ideellen und wirtschaftlichen Grün­den Aufgabe der Selbständigkeit Hes­sens und den Anschluß an Preußen.

Er verlangt die Einberufung eines außeror­dentlichen Parteitags nach Frankfurt a. TZ., damit die höchste Parteiinftanz Stellung nehme und die weiteren Schrille beschließe.

Zugleich spricht der Kreisverein dem Landespar- tttvorsilzendon, Oberamtsrichter Schreiber (Vil­bel), für sein entschiedenes Eintreten für den Ein- heitsstaat seinen wärmsten Dank aus."

Betont wurde, daß sich Hessen seiner historischen Mission, Brücke zwischen dem Norden und dem Sü­den zu sein, stets bewußt bleiben müsse. Ein Z u - sammenschluß Hessens mit Baden und Württemberg, der von den christlichen Ge- werkschasten empfohlen wurde, fand allgemeine A b - l e h n u n g.

Ein von Diplom-Ingenieur Weniger (Bad- Nauheim) gestellter Antrag rief eine lebhafte Aus­sprache hervor und fand schließlich in folgender Zorm Annahme:

Der Kreisverein Friedberg ist angesichts der be­drohten Lage dey Berufs beamtentums der Zluffaffung, daß die Uebernahme von Per­sonen, die nicht Staatsbeamte sind, als Staatsbeamte zur Zeit nicht in Frage kom­men kann. Er erwartet von seinem Vertreter in der

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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

günstige Weiterentwicklung der Kasse durchaus im Interesse des Bezirks und seiner Einwohner.

Aus der Nauheimer Besuchsstatistik.

4. Dad-Rauheim, 14. Febr. In unserer kürzlich berichteten Statistik des Bades über die Frequenz des Jahres 1929 konnten wir Mitteilen, daß mit 6915 ausländischen Kurgästen der Höchststand der Auslandbesucher seit 1924 verzeichnet worden ist. Damit ist aber, wie in anderen deutschen Kurorten, noch nicht die Auslandfrequenz der Vorkriegsjahre erreicht, die 1913 beispielsweise hier 9804 betrug und nur im Inflationsjahre 1923 mit 10114 Aus- landbesuchern überstiegen wurde. Die Differenz von 1913 und 1929 wird für Dad-Rauheirn im wesentlichen bedingt durch den Ausfall Ruß­lands im internationalen Däderverkehr, stehen 4214 russischen Kurgästen im Jahre 1913 doch nur 28 des Jahres 1929 gegenüber, wozu aller­dings noch 725 Besucher aus den heutigen (ehe­mals russischen) Randstaaten kommen. Heber» troffen werden die Ziffern des Jahres 1913 von denen des Jahres 1929 für die Besucher aus Amerika, Holland, Schweden, Schweiz, Däne­mark, Spanien usw., unter der Vorkriegshöchst­ziffer liegen 1929 noch die «Zahlen von Oester­reich Ungarn, Frankreich, Rumänien, Belgien, England. Die Statistik der Jahre 1924 bis 1929 zeigt einen stetigen Aufstieg der Ausländerkurve, eine erfreuliche Tatsache für die auf den Aus­landbesuch angewiesenen deutschen Kurorte.

Landkreis Gießen.

Klein-Linden, 13. Febr. Die Gefolg­schaft Klein-Linden der Bruderschaft Gießen des Iungdeutschen Ordens hatte am Mittwochabend zu einem öffentlichen Vortrags­abend in der Wirtschaft ,Zur Burg" eingeladen. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden der hie­sigen Gefolgschaft, Beigeordneten Germer, hielt Lehrer K r a u s ch (Gießen) einen Vortrag über die Volksnationale Reichsvereinigung. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache. Beigeordneter Germer dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen.

-I- Lang-Göns, 13. Febr. Wie schon kurz berichtet, hat die Volkshochschule Gie­ßen auch in unserer Gemeinde einen Kursus veranstaltet, der gestern abend mit dem letzten Vortrag von Dr. M a l e ch (Gießen) abschloh. Die Hörerschaft war beständig gewachsen, und die Ausführungen des Vortragenden wurden mit größtem Interesse aufgenommen. Dr. Ma lech sprach in den letzten Vorträgen über Gesund­heitspflege, insbesondere über die Zubereitung und Aährwert unserer Speisen, über Atmung und Hautpflege. Alle Darbietungen wurden durch gute Lichtbilder veranschaulicht. Zum Schluß sprach Lehrer Hofmann dem Vor­tragenden den Dank der Hörer aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch im nächsten Winter eine ähnliche Veranstaltung ins Leben gerufen würde. Rach den Vorträgen wurden noch Licht­bilder gezeigt, die die Anwesenden in Europas bedeutendste Städte führten. Die beiden letz­ten Holzversteigerungen in den Distrik­tenHeide" undWehrholz des Gemeindewal- des fanden dieser Tage statt. Die erzielten Preise waren im Vergleich mit der ersten Versteigerung in derHardt", besonders aber im Hinblick auf die Preise des letzten Jahres, bedeutend nied­riger. In der Hauptsache wurde nur Brennholz versteigert. Es kosteten im Durchschnitt je zwei Raummeter Buchenscheit 23 bis 23 Mark, Buchcn- knüppel 16 bis 18 Mk., Eichenknüppel 12 bis 15 Mark, Kiefernscheit 22 bis 28 Mark, Kiefem- knüppel 18 bis 20 Mark, Buchenwellen (ICO Stück) 16 Mark, Cichenwellen 12 Mk.. Kiefern- und Tannenwellen 10 bis 12 Mark. Beim Rutzholz handelte es sich in der Hauptsache um Tannen­holz. Der Festmeter stellte sich auf etwa 20 bis 24 Mark.

O Holzheim, 13. Febr. Dieser Tage ver­anstaltete das LandwirtschaftsamtBuh- b a ch im hiesigen Rathaus einen Vortrags­abend. Rachdem Beigeordneter Hch. Griebl. die zahlreich Erschienenen begrüßt hatte, sprach Landwirtschastsrat Dr. Dienst überAcker­bestellung, Düngung und verwandte Gebiete".

ausgeprägten Zug des Willens, der den gedank­lichen Verlauf in weiter Spannung und eindring­licher Intensität von Klanggruppe zu Klang­gruppe bis in die letzten Gründe erschloß und dem Sah eine überwältigende Wirkung verlieh, die sich bis in die wuchtigen Akzente der Schluhtakte hin ausstrahlte. Im Andante ein Entfalten in lyrischer Breite, ein Werden und Vergehen im Klanglichen, das diesen Sah in vollster blühender Schönheit ausschöpfte. 3m Scherzo urwüchsige knorrige Eigenwilligkeit, getrieben von einem zwingenden Schwünge, mit sinnlichen Momenten und stärkster Krastkündung. Ein ganz außer­ordentlicher Eindruck ging von dem Finale aus, das mit Großzügigkeit und dennoch mit aller Straffung zu einem gigantischen Bau zusammen­geschweißt wurde, der aber in seinen einzelnen Teilen die verschiedensten Regungen des Drahms- schen Ichs in immer neuen Farben, melodischen Wendungen, thematischen Einkleidungen ver­geistigte; immer wieder ein neues Ansehen und Ausbreiten; ergreifend der Mittelsah; erschüt­ternd die Coda. Das Orchester bewährte sich her­vorragend in den Streichern, in den Hörnern und in den Holzbläsern, nicht zu vergessen das Schlagzeug in der Herausmeitzelung wichtigster Akzente. Hier fand Bülows Ausspruch seine Bestätigung:Rr.4 riesig, ganz eigenartig, ganz neu, eherne Individualität. Atmet beispiellose Energie von A bis Z."

Mit feingeistiger Einstellung, die sich nicht Im Technischen verlor, trat Paula Hegner Mo­zarts B-Dur-Konzert gegenüber. Edle Kantabilität. differenziertes Klangempfinden, Wärme des Gefühlshaften, feinsinniges Eingehen auf jede thematische Entwicklung füllten ihr Spiel aus, dem man stellenweise vielleicht noch stärkere Akzente und schärfere Artikulierung hätte wün­schen mögen. Das Ganze war mehr ein kammer­musikartiges Musizieren von intimem Reiz, an dem Streicher wie auch Bläser durch ihr nach­giebiges Mitgehen, namentlich im Thematischen, reichen Anteil hatten. Dr. H.

Ansorges erstes Konzert.

Konrad Qlnfcrge, der soeben verstorbene große Pianist, hat einmal im Freundeskreise die Ge­schichte seines ersten Konzertes erzählt. Er war noch auf der Schule zu Landeshut in Schlesien,

I und da er bereits damals ein guter Klavier-

Der einstündige klare Vortrag wurde sehr bei­fällig ausgenommen. Der Versammlungsleiter dankte dem Redner im Ramen der Zuhörer. In der anschließenden regen Aussprache konnte noch manche wichtige Frage beantwortet werden.

* Watzenborn-Steinberg, 12. Febr. Am Samstag feierte der Gesangverein Eintracht" sein diesjähriges Wintervergnü­gen. Unter der bewährten Leitung seines Chor- meisters Harnisch brachte der Verein im ersten Teil der Vortragsfolge zwei Kunstchöre, Schwedenritt" undSonntagmorgen" zu Ge­hör, die als wohlgelungen bezeichnet werden konnten, was auch der überreiche Beifall des Publikums bezeugte. Zwei Theaterstücke fan­den hieraus allgemeinen Anklang und wurden angesichts der hervorragenden Leistungen der Darsteller mit lebhaftem Beifall gedankt.. Rach­dem der Verein noch einige Lieder schön vor­getragen hatte, schloß die in allen Teilen wohl- gelungene Veranstaltung mit Tanz.

is. Steinbach, 13. Febr. Landwirtschafts­rat Dr. Lehr vom LandwirtschcFtsamt Lich hielt am Dienstagabend imEinhorn" einen Vor­trag überJungviehaufzucht". In klarer Weise sprach der Redner über Zuchtauswahl der Elterntiere, sowie über P'iege und Fütterung des Jungtieres vom Werdegang bis zu seiner Vollentwicklung im dritten Jahre. Wenn auch nicht jeder Landwirt diese Ratschläge ganz be­folgen kann, so dürfte doch mancher etwas heraus­genommen haben, was ihm für seinen Betrieb fördernd und nützlich ist. Bürgermeister Krä­mer sprach dem Redner herzlichen Dank aus.

= Göbelnrod. 14. Febr. Die Vergebung der Arbeiten zum Reubau des Schul­saales fand gestern im Beisein des Vertreters des Hochbauamtes durch den Gemeinderat statt. Das Ergebnis der Vergebung ist: 1. Erd- und Maurerarbeiten (5594 Mk.) Georg Jäger (Queckborn), 2. Plattenarbeiten (324,20 Mk.) der­selbe. Steinhauerarbeiten (532Mk.) KarlDamm in Beuern, 4. Zimmerarbeiten (939,40 Mk.) A Müller (Queckborn), 5. Eisenlieferung (385,75 Mark) Gg. Jäger (Queckborn), 6. Grobschlosser­arbeiten Hch. Gerhard (Göbelnrod), 7. Dach­deckerarbeiten (768,42 Mk.) Philipp Bender (Grünberg), 8. Spenglerarbeit (131,30 Mk.) Fried­rich Schröder (Grünberg), 9. Weihbinderarbeit (785,80 Mk.) Wilh. Laub (Beltershain), 10. Glaserarbeit (521,80 Mk.) Karl Leun (Atzen­hain), 11. Schreinerarbeit (1233,45 Mk.) Dampf­sägewert Mücke, 12. Schlosserarbeit 229,40 Mark) Karl Schulz (Göbelnrod). 13. Beleuch­tungsanlage (187,50 Mk.) Georg Rühl (Grün­berg). Mit den Arbeiten wird in aller Kürze begonnen werden.

* Gründer g. 13. Febr. Unter dem Vorsitz des Landtagsabg. Fenchel (Oberhii rgern) tagte hier imRappen" eine Vertrauens­männerversammlung des Bauern­bundes. zu der Landsorstmeister Hesse und Oberforstrat S ch w i e d e r vom Landesforstamt erschienen waren, um die Wünsche und Be­schwerden der Landbevölkerung über die Be­lieferung mit Losholz entgegenzunehmen. Für diese Klagen, soweit es sich um die Beliefe­rung mit minderwertigem Holz und sehr weite Abfuhrwege handelt, wurde Abhilfe versprochen. Jedoch konnte hinsichtlich des Preises keine Eini­gung erzielt werden; die Preise für Losholz liegen zur Zeit nur 10 Proz. unter der Taxe für Brennholz und stellen sich bei Duchenscheit auf 10,80 Mk.. ein Preis, der höher ist als der oft auf Versteigerungen erzielte Preis.

* Lauter, 13. Febr. Dieser Tage fand hier die öffentliche Verpachtung von 40 Mor­gen Wiesen und Ackerland statt. Die Preise lagen im Durchschnitt auf 40 bis 45 Mk. pro Morgen.

* Lich, 15. Febr. Am Montag, 3. März, findet der altbekannte Fastnachtsmarkt in Lich statt. Er besteht aus Schafmarkt, Schweine- und ixrämermartt. Die hiesigen Ferkelmärtte erfreuten sich bisher allgemeiner Beliebtheit, auch der Schaf­markt verspricht ein guter zu werden. Zum Markt zugelassen sind Tiere aus allen unverseuchten Ge­meinden. Auf die Bekanntmachung im heutigen An­zeigenteil sei besonders hingewiesen.

spieler war, sollte er bei einem Wohltätigkeits­konzert in der Umgegend Mitwirken. Zu die­sem Ausflug über Sonntag bedurfte er der Er­laubnis des Direktors, da er aber bei diesem nicht gut angeschrieben war, fuhr er auf eigene Faust, spielte zuerst das ^s-Dur-Konzert von Weber, mußte dann auf dem Podium im Chor mitfingen und hatte im zweiten Teil den Klavier­part an Stelle des Orchesters zu dem Chorwerk auszuführen. Da kam die große Fuge; bei der Aufregung und der furchtbaren Hitze im Saal verlor er die Roten, und während ihn der Diri­gent toütenb ansah. spielte er wie im Traum weiter.Mit einem Male war die Fuge zu Ende," erzählte er,ich hatte sie vor Schreck auswendig gespielt. Ich erwachte wie aus lan­ger Betäubung, blickte ratlos um mich Der Di­rigent umarmte mich in Heller Freude. Wir blieben an diesem Abend noch lange auf und feierten meinen Triumph. Aber das schlimme Ende kam nach. Mein Ausflug wurde verraten. Zwei Stunden Karzer waren das Honorar für mein erstes Konzert," B.

Hochschulnachrichten.

Prof. Dr. Wilhelm Enßlin in M arbur g hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf als Ordinarius auf den Lehrstuhl der alten Geschichte an der Universität Graz als Rach­folger von Prof. Fr. Oertel nunmehr angenom­men. Dr. Enßlin kam 1921 an das Gymnasium Philippinum in Marburg und erhielt die venia legendi an der dortigen Universität, später die Ernennung zum nichtbeamteten a. o. Professor ebenda. Prof. Enßlin hat auch in der Marburger Philosophischen Fakultät einen Lehrauftrag für Geschichte der spätrömischen Kaiserzeit mit beson­derer Berücksichtigung von Kultur und Wirtschaft. Amtlich wird die Ernennung des o. Professors Dr. Philipp Br o em s er von der Universität Basel zum ordentlichen Professor der Physio­logie in Heidelberg als Rachfolger des ver­storbenen Prof. A. Pütter bestätigt.

Ernannt wurde vom 1. April 1930 ab Pro­fessor Dr. Karl Heidrich in Leipzig zum ordentlichen Professor für bürgerliches und rö­misches Recht an der Universität Jena als Dachfolger von Prof. H. A Fischer; der o. Pro­fessor Dr. Arthur Baumgarten in Basel xum ordentlichen Professor für Strafrecht an der Universität Frankfurt.

Samstag, 15. Februar 1950

Kreis Friedberg.

Friedberg, 15. Febr. Der FrÜh- jahrspferdemarkt 1 9 30 findet am Dienstag, 4. März, statt. Die Anmeldungen zur Pferdeprämiierung, für die wertvolle Preise zur Verfügung stehen, sind zur Zeit im Gange. Die Anmeldungsfrist läuft bis zum 2. März. An­meldeformulare nebst Prämiierungsplan sind auf der Bürgermeisterei Friedberg erhältlich. Die Ausspielung der Lotterie erfolgt am 5. März. Lose find zu 1 Mk. überall erhältlich. Man beachte die heutige Anzeige.

pb. Butzbach, 14. Febr. Bei den diesjährigen chokzoer st eigerungen wurden folgende Preise im Durchschnitt erzielt: Für den Raummeter Schei­ter für Buchen 16,13 Mk., für Eichen 10,14 Mark, für Kiefer 6,90 Mk., für je 10p Wellen Buchen 22,30 Mk., Eichen 10,30 Mk., Kiefer 3,80 Mk., bei der zweiten Versteigerung für den Raummeter Schei­ter für Buchen 15,26 Mk., Eichen 7,18 Mk. und Fichten 3 Mk, für 100 Wellen Buchen 14,44 Mk., Eichen 5,66 Mk., Kiefern 3,96 Mk. und Erlen 6,50 Mark. Die Rutzholzversteigerung ergab für den Fest­meter Buchen 25,08 Mark und für Eichen 40,08 Mk. im Durchschnitt. Für Stöcke wurden erzielt für den Raummeter Butten 4,70, Eichen 2,70 Mk. und Fich­ten 1,31 Mark bei der ersten, und für Buchen 4,41 Mark, Eichen 4,01 Mark und für Fichten 0,55 Mark.

Kreis Büdingen.

R i d d a, 14. Febr. Die Anmeldungen zur Sexta der hiesigen Realschule belaufen sich in diesem Jahre auf über 40 (i. V. 32). Dies ist der stärkste Jahrgang, der seit Bestehen der Schule Ausnahme finden wird. Die Tatsache, daß selche hohe Klassenstärken vorhanden sind, und da anzunehmen ist, daß sie auch weiterhin an­halten werden, sollte die zuständigen Stellen veranlassen, den Ausbau der hiesigen Realschule zur V o l l a n st a l t zu erwirken. Ein weiter Umkreis erstrebt lebhaft dieses Projekt, um die Ausbildungskosten zu verringern und die Kinder möglichst lange im Schuhe und unter der Auf­sicht des Elternhauses zu wissen. Zur Dür- germei st erwähl am nächsten Sonntag ist jetzt noch ein dritter Kandidat, der Ober­stadtsekretär Heinrich Em r ich, aufgetre'en.

# Echzell, 14. Febr. Der hiesige Gesang­vereinLiederkranz", der, im Jahre 1835 gegründet, einer der ältesten der Wetterau ist, hielt im SaaleZur Traube" seinen diesjährigen Liedertag ab. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn. M o g f V. kamen etwa 20 Chöre zum Vortrag. Reben den schönen Volks­liedern waren auch volkstümliche Lieder und rhythmisch und dynamische Schwierigkeiten auf­weisende Kunstchöre ins Programm ausgenommen worden, die unter der Leitung des Chormeisters Karl Groth fiangrein und in jeder Hinsicht formvollendet vorgetragen wurden. Die Pausen tourten in bester Weise durch Gedichtvorträgs von Hedwig Schultheiß und Erna Heller ausgefüNt. Eine Tombolaverlosung mit gestiftete« Preisen wurde gut benutzt.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg, 12. Febr. Die Freiwil­lige Sanitätskolonne Homberg hielt am Samstagabend in der Wirtschaft von Pfalz­graf ihre Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende konnte nach seinen Degrüßungswor- ten an die Versammlung darauf Hinweisen, daß seit der vorigen Hauptversammlung an der Aus­bildung der Kolonne und der Unterrichtung der Helferinnenabteilung, sowie an der Ausrüstung eifrig weitergearbeitet wurde. Aus dem vom Schriftführer erstatteten Jahresbericht war zu ersehen, daß die Mitglieder der Kolonne zahl­reiche Hilfeleistungen bei Unfällen, Transporte von Verunglückten, Rachtwachen bei Kranken, Bereitschaft bei Feierlichkeiten in Homberg und auswärts, Verleihen von Krankenartikeln usw. aufzuweisen haben. Die Jahresrechnung der Ko­lonne gab zu Beanstandungen keinen Anlaß, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte, lieber den Depotbestand berichtete der Depotverwalter, der dabei befriedigende Ergeb­nisse mitteilen konnte. Aus den weiteren Ver­handlungen ist als besonders bemerkenswert her-

Llraufführung in Frankfurt.

Im Museum Grevin zu Paris hat Walter Safencleber, eigener Mitteilung zufolge, die mpression seines neuen Stückes erhalten. ..Ra - Poleon greift ein* , vom Autor selbst als Abenteuer in sieben Bildern" bezeichnet, ist in der ursprünglichen Fassung bis zum Schluß der fünften Szene eine Komödie mit zahlreichen grotesken und amüsanten Einfällen. Die Idee, den Rapoleon des Pariser Wachsfigurenkabi­netts toieber als Akteur in die Welt von heute hinaustreten zu lassen, bis er zuletzt zur An­sicht seines Museums-Vsiavis, des Frauenmör­ders Landru, kommt, daß man draußen nur Enttäuschungen erlebt, wird in sehr gewandtem Dialog durchgeführt. Famos gelungen ist Hafen­clever die erste Hälfte, die Rapoleon mit den Diplomaten der Gegenwart und einem amerika­nischen Großkapitalisten konfrontiert und eine luftig nachdenkliche amuröfe Aventüre mit Jo­sephine, der Filmschauspielerin, bringt. Auch eine Filmszene wird recht geschickt aufgezogen:' ähnlich wie in WedekindsSo ist das Leben" der echte Herrscher den König im Schauspiel zu geben hat, von allen verspottet, so muß da Rapoleon sich selbst jpielen.

Ceiber biegt bann bie Hanblung allzu realistisch in einen Eifersuchtsmord des Helden um, was freilich Hasenclever wieder die Gelegenheit gibt, Rapoleon am Ende an sein ursprüngliches Postament, in der Rachbarschast Mussolinis und der führenden Staatsmänner der jüngst ver­gangenen Zeit, zurückzuleiten; eine leise litera-, rische Erinnerung an den Geisterspuk in Hauffs' Phantasien im Bremer Ratskeller" mag sich bei dieser Wendung manchem einstellen.

Im Frankfurter Reuen Theater fand die von Renato M o r d o sehr hübsch inszenierte Uraufführung dieser deutschen Shawkom.die ein vergnügtes Echo und starken Beifall, zumal nach der vierten Szene. Martin Costa (Rapoleon) und Lydia Dusch (Josephine) kreierten erfolg­reich die Hauptrollen. Hasenclever, der eine Reihe öon Malen mit den Künstlern gerufen wurde, hat sich die Befremdung des Premierenpublikums bei der Erwürgungsszene zur Lehre dienen lassen und sofort von feinem poetischenBegnadi­gungsrecht" Gebrauch gemacht. Josephine darf in dieser neuen Version weiter leben: so wird das Stuck jetzt bereits aufgeführt. G.Sch.