Nr. 292 Drittes Blatt
Siebener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Gberhesfen)
Samstag, 13. Dezember 1930
S.'ubienräle hobeln Greller und blasen Glas...
Bericht aus der ersten deutschen Philologenschule für Werkunterricht.
Don Älbert Kürschner.
Nachdruck verboten!
.Ich möchte Sie bitten. Herr Doktor, den Schraub» flock fester anzuziehen und den Hobel fester aufzudrüt- fen. So! Sehen Sie! Die Hobclspäne muffen von selbst wegstiegen, dann wird die Fläche gleichmäßig glatt" Der Herr Doktor nimmt das Taschentuch aus der Tasche, wischt sich die Schweißperlen von der Siirn und hobelt dann weiter. (Sr hat schon das dritte Brett verdorben, aber am vierten scheint es endlich zu gelingen. Strahlend zeigt er seine Arbeit dem alten Meister: .Herr Prosestor, ich hab'S geschafft!" .Schön! Jetzt sägen 6i» bitte dieses Brett in öiet gleiche Stücke 34 mal 34 und dann kommen Sie wieder zu mir."
Der Meister wendet sich jetzt zu dem alten Herrn, der hinter einer Drehbank Echraubengewinde schnei» bet. .Sehr gut, sehr gut, Herr Oberstudienrat! Diesmal geht es wohl bester. Nur eins dürfen wir nicht vergessen: 1,2 rnm Echraubengang. Die Mutter ist ja bereits fertig. daS muh dann genau zufammen Pasten und sich ohne Anstrengung fchrauben lasten." Der Herr Oberstudienrat fetzt die grobe Drille auf, zieht die Hängelampe tiefer und nutzt mit einem kleinen Zollstock feine Arbeit. Der Meister ist bereits an einem andern Tisch. .Darf ich bitten, Herr Direktor", lagt er zu einem beleibten Herrn im Dollbart, der vor einem Heinen Vasgebläse sitzt und eine lange Glasstange über die Flamme hält, .nicht so steif halten, nicht fo steif und nicht fo aufgeregt. Schnell drehen wie man einen Schnurrbart dreht." Er stellt sich zu dem Herrn Direktor und dreht mit. Das Glas wird weich und läßt sich langsam aus» dehnen. Schließlich zieht eS sich in der Mitte auseinander und sieht jetzt wirklich so aus wie ein gezwirbelter Schnurrbart. Der Prolestor sieht sich die
trauen zu ihrem Lehrer, wenn sie sehen, dah er nicht nur in der Theorie weih, waS ein Thermometer ist, sondern auch imstande ist, fo ein Instrument vor ihren Augen herzustellen. Prosestor Jo- hanneston zeigte mir einige solcher Thermometer mit rot gefärbtem Quecksilber in der Äugel und Säule. Alle wurden sie von diesen Schülern, den Herren Studienräten, Doktoren. Aeltoren, Direktoren und Stadträten, höchst eigenhändig in allen Einzelheiten angefertigt. Eie tagten, schnitzten, beschrieben die Skala, bliesen die Glasröhre, füllten daS Quecksilber ein und schlossen wieder lustdicht ab. Diese kleinen Instrumente sind zwar nicht fo gefällig, wie die ferienmähig hergestellte Fabrikware, aber in Be- zug auf Präzision halten sie jedem Vergleich stand. Durch die eigene Anfertigung physikali'cher Instrumente sind diese Philologen in ihrem (Beruf in der Lage, etwa fehlende Gegenstände unter geringen kosten selbst anzufertigen, und in der für daS Datteln schwärmenden Jugend 3ntcrefTc für die eigene Herstellung solcher Dinge zu erwecken Die Philologen gestehen selbst, dah sie nach der praktischen Arbeit die Theorie gründlicher zu erklären verstehen als bisher, wo sie nur theoretisch ausgebildet wurden.
Aatürlich sind diese Äurle unentgeltlich, auch für die Gälte, die aus den einzelnen Provinzen des Reiches hier eintreffen. Richt nut im Unterricht, sondern auch im geregelten Arbeitsgang ähnelt diese Werkstatt einem wirklichen Detrieb. Rach Beendigung der Arbeit werden Arbeitszettel ausgestellt über den angefertigten Gegenstand, Materialkoften, Materialverbrauch, Beginn und Schluß der Arbeit sowie Dame und Titel des Herstellers. So hat Ober-
fiuöienrat Dr. Schulze den Aufsatz zu einer gedrehten Glasröhre, wie sie in einer komplizierten Retorte verwandt wird, in nicht ganz fünfviertel Stui den angefertigt Die Materialkosten benagen nicht mehr als 5,6 Pfennig Dr. Lehmann dagegen hat eine Präzisionswaage, die auch in einer Apotheke Dienst tun könnte, in sechs Unterrichtsstunden angefertigt. Die Waage ist fo empfindlich, dah sie schon, wenn man neben ihr eine Zigarette raucht, durch die De- wegung des Rauches ausschlägt.
EineS muh man dieser Schule vor allem lasten: es gibt kaum noch eine Werkstatt, in der die Herren Lehrlinge so fleißig und aufmerksam, so brav und tüchtig sind wie hier, obwohl nirgend w viel Schweih. so viel Schweratmen und so viel Anstrengung auf- gewandt wird. Wenn der Herr Studienrot oder der Herr Direktor mit seiner Arbeit fertig ist, stellt er sie auf des Meisters Tisch und harrt zitternd, wie seine eignen Schüler vor ihm, des Urteils. Und wenn dieses Urteil ungünstig ist, dann geht er niedergeschlagen noch Hause und hat Sorgen und nimmt sich vor, in der nächsten Stunde anfmertiamer zu sein. Bekommt er aber eine gute Rote, dann strah en seine Augen durch die Brillengläser, und er hat einen guten Tag.
Beim Weggehen zeig/ sich der Geist der gestrengen Pädagogen. Alles muh bis auf den letzten Ragel aufgeräumt und peinlich geordnet werden, bevor man sich den weihen Äittel auszieht. Die Jüngeren bestürmen dauernd ihre älteren Kollegen mit Fragen. .Wohin kommt der Bohrer, die Zange, der Lötkolben?" .Die Zange kommt in Fach 26, der Bohrer in Fach 34. Die Glasröhre kommt in Matcrialschrank 16; die zwei Auffähe der Eprihflasche kommen in den Musterschrank 1 b. Und die Schlüssel? — “
Man zieht den weihen Äittel aus, bürstet das Jackett, hat fchon die Zigarre im Mund und ist noch immer aufgeregt darüber, wohin um Gotteswillen die Echlüffel kommen. Endlich wird auch diese Sache geregelt: Der Meister kommt und steckt sie in die Tasche.
Arbeit an und lagt: .Schön, aber daS nächste Mal muh der Schnitt genau in der Mitte liegen, wenn wir zwei gleiche Stangen erhalten wollen. Jetzt nehmen Eie bitte das Rohr und blasen Sie die Äuget“ Der Direktor folgt gehorsam den Angaben seines Meisters, langt sich eine Glasröhre vom Gestell, hä.t sie vor die Flamme und bläst mit voller Cungenfraft Seine (Baden werden rot und blasen sich heftig auf.
Der unermüdliche Meister ist schon längst in einer anderen Ecke der Werkstatt und unterhält sich bereits mit einer älteren Dame mit einem altmodischen Goldkneifer auf der Ra',e. i.e an einem kleinen rätselhaft en Apparat bastelt. Holz- Glas-und Eisenreste liegen vor ihr auf dem Arbeitstisch, und sie bemüht sich, aus dem Gerumpel kleine noch brauchbare Sachen zusammen- zusu.i.en und im Innern des Apparates zu verwenden. .Fein, Frau Etadtrak!" sckgt der Meister begeistert. .Ihr Apparat wird einer Der besten sein. Rur noch diele kleine Glasscheibe muh tüchtig ge« schliffen werden. Damit wir imstande sind, fpäter '/.»»^Millimeter zu meffen." Wie mir später erklärt wird,ist dieses geheimnisvolleGerät einMehapparat, wie er nut in Den großen Präzisionswerkstätten her- gestellt toctDcn kann. Einer Dieser Art ist bereits fertig im Sammelschrank Des Meisters, wo Hunderte Der verlchieDensten Meisterstücke in schönster Ordnung beifammenstehen und Das Lob dieser Werkstatt sprechen.
ES ist eine merkwürdige Werkstatt. Rur promo- dierte Samen und Herren, Akademiker vom Doktor und Ekudienrat an aufwärts, können ihre Schwelle betreten. Cd ist zugleich eine der feinsten und sauber» ft en Werkstätten, ein Universalbetrieb im Westen (Berlind, eigens für Die berufstätigen Philologen, Die in Den Schulen von Berlin und in Der Provinz Mathematik und Physik unterrichten, ein» gerichtet. Mehr als ein Dutzend solcher Studienräte, Daiunter auch alte Schuldirektoren, nehmen an dem Kurs, der einige Monate dauert, teil, bilden sich in verschiedenen Handwerken aus. Der eine tischlert, der andere macht 6cßlofferarbeiten, Der Dritte bläst Glas. Der vierte fchweiht, Der fünfte lötet, schmiedet, arbeitet an Eisenklötzen, Silberstangen und Leicht» metallen. 'Jeder hat seine Spezialität, Die er in einigen Monaten durch und durch beherrschen lernen muh. Manche haben diese kleine Werkstatt so lieb gewonnen, dah sie nach einem Semester sich wieder einschreiben lasten und sich in einem anderen Handwerk betätigen. Der Meister, Herr Oberstudien- birettor Professor Dr. Johannesson, hat es ja auch nicht anders gemacht. Ehe er hier Meister wurde, verbrachte er viele Jahre in Den einzelnen Werkstätten, Fabrikslaboratorien, Glashütten unD Firmen, Die Präzisionsapparate heruellen. Auf Diese Weise hat er Dann ein Dutzend von HanDwerken erlernt und wurde so der erste Meister in Der ersten Werkstatt Dieser Art.
In Der Deutschen Verfassung ist bereits Der Grundsatz feftgelegt, datz in sämtlichen Schulen Des Reiches auch Werkunterricht erteilt werden muh, und Daß auch Die Lehrer hierin ausgebilDet sein wüsten. AllerDings ist Dieser GrunDsah jetzt erst in den Anfängen seiner Verwirklichung. Die StaDl (Berlin hat Die erste Musterwer kltatt für Philologen eingerichtet unD in den drei Jahren ihres Bestehens bereite 100 bis 150 Philologen im Werk» unterricht ausgebildet. Die so herangebildeten Kräfte betätigen sich allerdings nicht immer im QDeriunter- richt, lonDcrn Die erworbene Geschicklichkeit wirb meistens in Der Mathematik- uno PhysikstunDe verwertet Sie Schüler haben ein viel gröi ereS Der-
Alke und neue Bücher zur Politik und Geschichte.
Einen Ueberblick über Die Reuerscheinunben auf Dem Gebiete Der politisch-historischen Literatur beginnt man mit Fug unD Recht mit Dem Altmeister Der Deutschen Geschichtsschreibung, Leopold von Ranke, von Dessen umfangreichem Werk Die Deutsche AkaDemie in München eine monumentale Gesamtausgabe veranstaltet. Bisher lag vor Die .Deutsche Geschichte im Zeitalter Der Reformation" in sechs Banden. Rach mehrjähriger Pause ist nun Rankes seinerzeit umstrittenstes Werk .Zwölf Bücher Preußischer Geschichte" in Drei DänDen erschienen (Drei Masken Verlag AG., München 440). Das neue Werk hat Der Frankfurter Historiker Professor Dr. Georg Äünßel herausgegeben und nach Dem von Dem inzwischen verstorbenen Paul I o a ch i m f e n aufgeftelllen Plan für DaS Gesamtwert mit einet umfangreichen Betrachtung über Die Entstehung unD De Deutung Der .Zwölf Bücher Preußischer Geschichte" eingeleitet. Dabei wirb in einem eigenen Kapitel auf Den Gegensatz zwischen Ranke unD Drohsen eingegangen und an Dieser Parallele, Die Durch Das ganze Rankesche Werk verfolgt toirD, wesentliches zur MethoDe Rankes und seiner historischen Grundauffafsung g.fagt. .Rankes (Begriff Des Staates als einer geistigen Wesenheit, Die Generationen unD Einzelmenschen zur Einheit verknüpft, bewegt auch Die Menschen Der Gegenwart, wie einst feine Zeitgenossen. Die große geschichtliche Laufbahn Des preußischen Staates gerade auch im Zeitalter des Absolutismus erklärt sich Ranke nicht aus Dem Zwang Der Staatsgewalt unD Mechanist em Gehorsam, sondern aus Der inneren Gewinnung Der Bürger. Den Weg za einer bewußten inneren Volksgemeinschaft im preußischen Staate, Die Verknüpfung von Macht unD Geist zu verfolgen, ist fein Ziel gewesen. Die äußere Unabhängig?: it Des Staates erschien ihm als Voraussetzung innerer Freiheit und kulturellen Eigenlebens. GeraDe hier berührt sich Deshalb Ranke in Dem Problem Des notwendigen Gemeinschaftswülens, Der Bejahung Des Staates gerade auch im modernen Massenstaate unmittelbar mit Den Grundfragen unserer Gegenwart." Und Diese Leitgedanken Rankescher Geschieh sschrribung toi?D:r für unsere Gegenwart unmittelbar fruchtbar zu machen, dazu ist nichts Dienlicher, als Das StuDium geraDe Dieses Werkes, Das Die Geschichte BranDenburg- Preußcns von Den Zeiten Der Kolonisation über Das Kurfürstentum Der Hohenzollern bis zur (Begründung Der preußischen Großmacht Durch Den großen FrieDrich verfolgt.
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Gleiche Ziele, aber mit anderen Mitteln, erstrebt Die Propyläen-Weltgeschichte des Ullstein-Verlags, von Der als Dritter Band des aus zehn Bunde berechneten Gesamtwerks der Band VIII: .Liberalismus und R a- tionalismus" soeben erf.vl nen ist. (Pro h- läcn-Vcriag, Berlin, Preis Halbleinen 34 Mk., bei Subskription 30 Mk. — 553). Der neue Band schließt unmittelbar an Den siebenten .Revolution und Restauration" an und gibt Die Geschichte Des 19. Jahrhunderts von 1848 bis 1890. Freiheit und Einheit sind die politischen Schlagworte dieser Zeit, die Frankfurter Paulskirche
und Die ReichsgrünDung in Versailles sinD ihre Symbole, wenn man vornehmlich Deutschland im Auge hat. Das Werk greift weit Darüber hinaus, aber es gibt Doch nicht Das (HebcneinanDer einer Welt gefchichte, Da es sich in Diesem (BanDe wesentlich auf Europa im engeren Sinne, auf Den herkömmlichen Stoff einer Geschichte des 19. Jahrhunderts beschränkt. Die Geschichte Der angelsächsischen Staaten, Südamerikas, Des Islams, RußlanDs unD Ostasiens in Dieser Epoche sind einer gefonDctten BehanDlung im IX. Bande Vorbehalten. Diese Trennung mag technisch notwendig gewesen sein, im Interesse einer einheitlichen Gesamtschau und eines großen Ueberblicks über Die historischen Zusammenhänge toirD man sie beDauern. Lediglich in Dem von Heinrich Herkner wiederum mit besonderer Anschaulichkeit behandelten Teil .Volkswirtschaft und Arbeiterbewegung 1850—1890" find Die Rähte zu Den Parallelerscheinungen in England unD Amerika ausreichend hergestellt. Reben Herk- nerS Beitrag erscheint uns auch noch Alfred Sterns ..Vorgeschichte und Geschichte der Re- volutionsjahre 1848—49" besonders gelungen zu sein. Der Herausgeber des Gesamtwertes, Walter Goetz behandelte auch hier wieder einleitend Die geistige Struktur und rückschauenD Die geistige Bewegung Des Zeitalters, Die Darstellung Der politischen Geschichte lag in Den Händen Friedrich Luckwaldts. Richt genug gerühmt werden kann Die außerordentlich reiche Bebilderung auch Dieses neuen BanDes. (Namentlich eine Reihe hochinteressanter und vielfach breiteren Kreisen gewiß noch unbekannter zeitgenössischer Karikaturen, Daneben ReProDuktionen von Zeitungsblättern unD Flugschriften, faksimilierte (Briefe, Photographien von Zeitereignissen, zahlreiche Porträts und Illustrationen zur Geschichte Der schönen Künste, Der Wissenschaft unD Technik geben dem Werk eine einzigartige Stellung.
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An Die soeben behandelte Epoche knüpfen Die DenkwürDigkeiten Des Fürsten Bü - l o w fast unmittelbar an. Der zoeite Band .Von Der Marokkokrise bis zum Abschied' (Ullftein Verlag, Berlin, mit 24 Bildtafeln, Preis 17 Mark — 625) behandelt Die Jahre 1903 bis 1909. Das liebevolle Durchhecheln persönlicher Jn- triguen und aller Art Ho, klatsch, das bei Der Lektüre des ersten Bandes peinlich auf Die Rerven fiel, tritt in diesem zweiten doch ein wenig mehr zurück zugunsten einer sachlicyeren und schärfer konzentrierten Darstellung Der politifchm Ereignisse. Die Person des Kaisers steht jedoch auch diesmal im Vordergrund und Mittelpunkt. Bülow bemerkt einmal, Daß Die rich.ige Behandlung Wilhelms 11. die wichtigste, aber auch Die schwierigste Ausgabe des Leiters Der deutschen Politik sei. Als Beweis für Die Richtigkeit Dieses Grundsatzes mag er anführen, Daß er selber in dem Augenblick als Kanzler erledigt war, als er durch die Daily Telegraph-Asfäre das Vertrauen des Kaisers eingebüßt hatte. Die Denkwürdigkeiten bc.aß ifügen sich vorwiegend mit Der auswärtigen Politik. Der Rusli ch'Japanische Krieg, die Marolkokrstis und die Konfere z von AIgeci aZ, die Haager F.jeder s konferenz uno schiießlich Die Bosnische Krisis von 1908 sind Die Hauptetappen Dieser Jahre. Waren
| schon Die Entwirrung der Marvkkokrisis und Der Weg nach A'geciras -ein Ruhmesblatt sür Bülow, so gewiß noch weniger Die deutsche Politik in Der Bosnischen Krisis, während der 'Deutschlands .(Nibelungentreue" von Dem Wiener Bundesgenossen, pfiffig und skrupellos damals wie im Juli 1914, weit über Gebühr in Anspruch genommen wurde. Eine Wiederaufnahme des Drahts nach St. Petersburg oder gar eine Erneuerung des deutsch-russischen Rückvers.cherungsvertrags, Die Dem Kaiser in zu später Erkenntnis Des inkommensurablen Fehlers von 1890 besonders am Herzen lag, war nach Der (BrüdLcTung Iswolskis durch Achrenthal und seinen deutschen Sekunda ihn vö.lig in nebelt,a, le Ferne gerückt. Die Daily Telcgraph- Assäre bleibt auch nach Der Darstellung DülowS ein schwerer Schlag für den monarchischen Gedanken in Deutschland, an dem Der Kanzler feine SchulD nicht bestreiken kann. UnD es ist nicht verwunderlich, daß Der Kai er von ihr im tiefsten betroffen wurde, hatte er doch nicht allein mit Dem Interview dem deutsch englischen Ausgleich zu dienen gemeint, sondern diesmal auch streng konstitutionell Den Instanzenweg strikt eingehalten. Interesse verdient Bülows Aujsasiung von der Beobachtung der Neutralität Belgiens Im Kriegsfälle. Der Einmarsch in Belgien gab 1914 Dem britischen Kabinett hinreichende Gründe, Die (Beteiligung Englands am Kriege vor der öffentlichen Meinung zu rechtfertigen. Interessant sind weiter auch Bülows mehrfache Hinweise auf seiner Ansicht nach unzulängliche Rüstungen Des Deutschen Landheeres, begünstigt Durch das Heber» wiegen des Interesses von Volk und Kai'er für die im Auf kau begisseneR arine. Q;am nt. nacht er auf Die ülnterichätzung Der Artillerie und Der technischen Hilsswaifen aufmerksam. In personali- bus sind bemerkenswert Die vernichten De Kritik an Dem Staats,ekretär unD späteren Pariser Botschafter von Schoen, den er als Rachsolger von Tschirschky faute de mieu akzeptieren mußte, weil dem Kaiser Kiderlen und andere nicht paßten, ferner Die Berab ch'edur.g Holste ns wider Illen, der Eulenburg-S.andal und Die in ihren Folgen fo katastrophale Ernennung Mollkes zum Generalstabschef als Rachsolger des Gra,en Schliefsen. Gute Zensuren erhallen die Kaiserin, von Der Bülow immer in größter Hochach.ung vor ihrem Takt, ihrer Aufrichtigkeit und Treue spricht, der Kronprinz, der hochbeDeukenoe Eiienbahnminister Budde, der Kolonialstaatsselrekär Dernburg. Ki- derlen-Wächker und andere. Der zweite Band Der .Denkwürdigkeiten" schließt — wenn man von der kurzen Zeit als außerordentlicher Botschafter in Rom 1915 absieht — den Bericht über die aktive Arbeit des Staatsmannes Bülow ab. In vielem ungerecht beschönigend oder abschwächend, überall Der sorgfältigsten Buchprüfung bedürfend, wird er doch eine der wichtigsten Quellen für Die Geschichte Der Wilhelminiichen Aera sein u :D Daneben eins Der interessantesten Do.ume.te ,üe Die.e Epoche.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Mer fein Sind lieb Hal — der achtet darauf, daß es, besonders im Winter, keinen Erkrankungen Der Atmungsorgane ausgesef,. wird. Das soll nicht heißen. Daß man Den Liebling ängstlich im Zimmer behalt. Nein, immer hinaus in die klare Wintcrluft — aber ein paar „Kaiser's Brust-Caramellen" mitgeben1 Das ist die Hauptsache. 6584V
Rudolf Herzog
Gründer und Inhaber eines der größten und feinsten Kaufhäuser Berlins, der sich aus kleinsten Anfängen zu einer Macht des Berliner Handels emporgearbeitet hat, erklärte:
„Alles, was ich habe, verdanke ich zu 99 °/0 den Zeitungsanzeigen!“
MENDE 38
Durle. tooooo Loren ihn (Smrow?öxges (Befchent
RM. 145.-OHNE RÖHREN
ZU HABEN NUD IN FACHGESCHÄFTEN


