Wirtschaft.
Sie Lage des Geldmarktes.
Die Erhöhung des Reichsbankdiskonts nuf 5 Prozent hatte eine Erhöhung der Satze am freien Geldmärkte zur Folge. Die Maßnahme der Reichsbank hat jedoch die erhoffte Wirkung — ein starkes Nachlassen der D e v i s e n Nachfrage — noch nicht gehabt. Es muß abgewartet werden, ob die Diskonterhöhung ein wirksames Mittel war, um die Kapitalflucht wesentlich hemmen zu können. Bis jetzt machte sich, wie man cs erwartet hatte, zwar von feiten des Auslandes, das sich über den Schritt der Reichsbank keineswegs überrascht zeigte, verstärkte Neigung zu neuen Geldofferten und Anlagen in Deutschland bemerkbar, und das Arbitragegeschäft der Devisenspekulation dürfte durch die Verteuerung der Finanzierung erheblich erschwert worden sein. Aus öen; Inlands blieb die Nachfrage nach Devisen jedoch weiter lebhaft. Die Reichsbank mußte wieder täglich Devisen in Millionenbe- trägen a b g e b e n , außerdem nahm sie neue G o l d ü b e r w c i s u il g e n an die Bank von Frankreich und erstmals auch nach Amsterdam vor. Die Gold- und Deviscnabgaben der Reichsbank müssen nunmehr auf insgesamt etwa 800 Millionen Mark geschätzt werden.
Am Geldmarkt tart als Auswirkung der Erhöhung des Reichsbankdiskontes ein außerordentlich starkes Angebot in Privatdiskonten hervor. Man hatte anscheinend vielfach angenommen, daß der Privatdiskont nicht sogleich dem erhöhten Reichsbankdiskontsatz angepaßt werde. Es wurde jedoch sofort eine Erhöhung des Satzes um % Prozent auf 4} Prozent vorgenommen. Als trotzdem das Angebot anhielt, sah man sich zu einer weiteren Heraufsetzung auf 5 Prozent, dem neuen Stand des Reichsbankdiskontes, genötigt. Tagesgeld war infolge der bevorstehenden Steuerzahlungstermine stärker verlangt und befestigt. Monatsgeld blieb stark gesucht, war jedoch nur ZU erhöhten Sätzen erhältlich.
In der Woche vom 6. bis 11. Oktober nahmen die Geldsätze am Frankfurter Platz folgende Entwicklung: Tagesgeld 3£—4—34—3i— 4—44—5 Prozent, Monatsgeld erste Adressen 5——54 Prozent, zweite Adressen 6—6i—64 Prozent, Warenwechsel 4—43—5 Prozent.
Neue Erhöhung des Reichsbankdiskonis?
Berlin. 11. Oft (CNV.) Im Zusammenhang mit der Erhöhung des Privatdiskon» te-s von 47,s auf 5 Prozent in Angleichung an den neuen Reichsbankdiskont berichten die Blätter von der Möglichkeit einer weiteren Erhöhung des Reichsbankdiskontes. Sie folgern diese Möglichkeit aus der erwähnten Erhöhung des Privatdiskontes, der anhaltenden Anspannung auf dem Geldmarkt und der Tatsache, daß die Devisennachfrage nicht zurückge- gangen zu sein scheine.
Oie Verhandlungen in Basel.
Basel, 11. Oft. (TU.) Die Borbesprechungen zwischen den Vertretern der Notenbanken, der Morgangruppe und der Federal-Reserve- bank, sowie der übrigen in Basel eingetroffenen Mitglieder des Berwaltungsrats der Internationalen Zahlungsbank mit dem Direktorium derselben nahmen den ganzen Samstag in Anspruch. Es wurden die verschiedenen banktechnischen Fragen weiter erörtert, wobei natürlich auch die deutsche Finanzlage und die Diskonterhöhung in Deutschland, Währungsprobleme usw. eingehend zur Sprache kamen.
In der am Montag beginnenden vierten Vcr- waltungsratssihung, in der Deutschland durch Dr. Luther und Bankier Melchior vertreten ist, wird der Berwaltungsrat den Schluhbericht über die Verteilung des Erlöses der Vounganleihe mit den von dem Bücherrevisor gebilligten Konten entgegennehmen. Die Verteilung des Resterlöses der Vounganleihe an die beteiligten Regierungen ist in der ersten Hälfte des September vorgenommen worden.
Die Verhandlungen über den Deutschland zu gewährenden Auslandkrcdit von 500 Millionen Mark tragen dagegen rein Privaten Charakter. Sie SIZ. hat als solche damit nichts zu tun. Selbstverständlich ist bei ihr, sowie bei Deutschland der Wunsch vorhanden, daß diese Anleihe möglichst auf einer breiten internationalen Basis zustande kommt.
Bis jetzt haben aber, wie verlautet. England und Frankreich ihre Zustimmung zur Beteiligung noch nicht gegeben. Die Rückwirkungen, welche dieser Kredit auf den internationalen Geldmarkt haben wird, sind im Laufe des Samstags geprüft worden.
Oie Durchführung des Maizena-Abkommens.
Auf Grund des im Iuli zustandegekommenen sog. Maizena-Abkommens sollten sich die beiden Gruppen der Mais- und Kartoffelstärkeindustrie bis zum 28. September über den Preis für die 180 000 Doppelzentner Kartoffelstärke verständigen, die die Deutsche Maizena- Gesellschaft im lausenden Wirtschaftsjahr (4. Oktober 1930 bis 13. September 1931) zu übernehmen hat. Da eine unmittelbare Einigung nicht erzielt wurde, hat der Verwaltungsrat am 10. Oktober den Preis für diese Kartoffelstärke auf 29 Mk. ab Fabrik und 1,50 Mk. Frachtausgleich für einen Doppelzentner festgesetzt. Im Zusammenhang hiermit ist die Gesamtmenge an Kartoffelstärke, die die Deutsche Maizena-Gesellschaft im laufenden Wirtschaftsjahr abzunehmen hat, um 42 000 Doppelzentner auf 222 000 Doppelzentner erhöht worden: anderseits darf die Deutsche Maizena-Gesellschaft mit Wirkung bis zum 30. September 1931 in jedem Monat bis zu 6000 Tonnen (bisher 5000 Tonnen) Mais zum ermäßigten Verkaufspreis von der Reichsmaisstelle beziehen. Im übrigen ist Vorsorge getroffen, daß der Ruhen des Maizena-Abkommens auf dem Wege über die Kartoffelstärkeindustrie der kartoffelbauenden Landwirtschaft zugute kommt.
• Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 8. Oktober berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamtes hat mit 120,4 gegenüber der Vorwoche (120,6) leicht nachgegeben. Von den Hauptgruppcn lag die In- derziffcr für Agrarstoffe auf 109,3 (109,1). Die Indexziffern für industrielle Rohstoffe und Halbwaren und für industrielle Fertigwaren sind um 0,3 Prozent auf 114,7 (115,1) und auf 147,3 (147,8) zurückgegangen.
* Vereinheitlichung int ländlichen Genossenschaftswesen. Am Samstag tagten in Frankfurt a. M. gleichzeitig die Verbände und Zentralgeschäftsanstalten der ländlichen Ge- nossenschaftsorganisotionen Frankfurt a. M. und Wiesbaden. Die vorgelegten Rationalisierungsund Verschmelzungsverträge, sowie die Satzungen wurden beiderseits einstimmig angenommen. Durch diese Beschlüsse ist bereits eine Teilrationalisie- rung im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet erfolgt. Cs vereinigen sich die beiden Verbände (Raiffeisen-Verband Frankfurt a. M. und Verband der nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften Wiesbaden) mit der Firma „Ländlicher Genossenschaftsverband-Raiffeisen e. V." unter der Führung des Verbandspräsidenten Dr. R olden. Die Genossenschaftsbank für Hessen- Rassau bildet zusammen mit der Genvssenschafts- bank-Raiffeisen die „Genossenschaftliche Zentralkasse" eGmbH., während die Raiffeisen-Hauptgenossenschaft und die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft Wiesbaden sich zusammenschließen zur „Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft" eGmbH. Alle drei Institute haben ihren Sih in Frankfurt a. M. Die gesamte Organisation umfaßt nunmehr rund 950 Genossenschaften.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M, 13. Oft. Tendenz: behauptet. — Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung zum offiziellen Beginn wieder etwas zuversichtlicher, nachdem das Zu- standefommen des Aeberbrückungskredites Tatsache geworden war. Das Geschäft nahm aber kein größeres Ausmaß an, da von Pro- vinzfeite immer noch in kleinem Umfange Material an den Markt kam, so daß sich eher kleine Kursabschwächungen ergaben. Die schwache Reuyorker Börse vom Samstag legte der Spekulation starke Zurückhaltung auf. Hinsichtlich des Konfliktes in der Berliner Metallindustrie war man etwas optimistischer, da man annimmt, daß ein Streik vermieden werden kann. Etwas mehr Interesse machte sich für Farben bemerkbar, die gegen die Schlußbörse vom Samstag 1,25 Prozent gewannen, nachdem man im Freiverkehr einen etwa 3 Prvz. schwächeren Kurs genannt hatte. Am Elektromarkt war
die Umsahtätigkeit sehr gering, Nur Siemens und AEG. traten bei geringen Besserungen etwas hervor. Schuckert büßten 1 Prozent ein. Stark angeboten waren am Montanmarkt Harpener, die 3 Proz. verloren. Für Rheinstahl bestand etwas Interesse mit plus 1,5 Proz. Kaliwerte verloren bis zu 2,5 Proz. Schiffahrtsaktien zumeist etwas höher. Am Bankenmarkt waren Commerzbank 2 Proz. abgeschwächt, während die übrigen Werte dieses Marktes ziemlich- unverändert lagen. Auch am Rentenmarkt war das Geschäft äußerst klein. Deutsche Anleihen blieben gehalten, während von Ausländern Zolltürken und Rumänen bis 1 Proz. niedriger lagen. Im Verlaufe schritt die Kulisse vereinzelt zu Deckungen, so daß bei etwas freundlicherer Stimmung dieKursegegenAnfangbiszu2 Proz. anziehen konnten. Mehr Beachtung fanden Clektrowerte und Zellstoff Waldhof. Aku lagen stärker abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt hielt die Rachfrage nach Devisen an. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2080, gegen Pfund 20,4450, London gegen Kabel 4.8580, gegen Paris 123,93, gegen Mailand 92.80, gegen Madrid 49,15 (schwächer), gegen Schweiz 25, gegen Holland 12.05.
Berliner Börse.
Berlin, 13. Oft. Rach einem abwartenden Vormittagsverkehr und schwächer taxierten Vorbörsenkursen eröffnete die heutige Montagsbörse wider Erwarten recht widerstandsfähig. Die Kursentwickelung war zwar nicht ganz einheitlich und verschiedentlich konnte man auch noch mehrprozentige Abschwächungen feststellen: im, allgemeinen lag aber doch etwas stärkere Aufnahmeneigung seitens der Börse refp. von den Banken vor, so daß das herauskommende Material ziemlich glatt und oP ohne große Verluste Aufnahme fand. Die ungünstigen Momente des Vormittagsverkehrs spielten nicht mehr die Hauptrolle: das matte Reu- york vom Samstag, die unsichere innerpolitische Lage, weitere Goldabgaben der Reichsbank in Höhe von 70 Millionen nach Paris und 17,5 Millionen nach Holland, der unentschiedene Ausgang der Verhandlungen über den Metallarbeiterkonflikt traten etwas in den Hintergrund, zumal bei letzterem nach den neuesten Meldungen durch das Eingreifen des Reichsarbeitsministers der Versuch gemacht werden soll, eine Einigung herbeizuführen. Ferner fanden höhere Kursmeldungen aus dem Auslande für die Voung-An° leihe Beachtung (in der Schweiz wurde sie heute mit 74 bis 75 Prozent gehandelt). Wie schon gesagt, lagen die ersten Kurse nicht ganz einheitlich. Papiere wie Buderus, Iulius Berger, Schantung-Bahn eröffneten mit Minus-Mi- mis-Zeichen. Andere Werte, wie Kaliaktien, AEG., Schlesische Gas, Aku waren bis zu 3 Prozent schwächer. Hotelbetrieb verloren 4 Prozent, Thüringer Gas 4,25 Prozent. Anderseits waren Rheinstahl, Schubert & Salzer und Schuckert um je 3 Prozent gebessert. Sehr schwach läge» ic Zusammenhang mit der Valuta Chadeaktien mit minus 10 Mark. Ebenso waren die sog. Aus- landwerte, mit Ausnahme von Svenska, auffallend schwach, sogar auch die Auslandrenten hatten Minus-Minus-Zeichen aufzuweisen. Besonders Bosnier, Rumänen und Türken lagen schwach und bis zu 1 Prozent niedriger. Am Pfandbriefmarrt hatte das Angebot weiter etwas nachgegeben. Die Tendenz war aber auch heute überwiegend schwächer. Der Geldmarkt blieb unverändert. Rach den ersten Kursen wurde es auf Deckungen allgemein bis zu 2Prozent fest er. Man wollte wissen, daß das Ausland für den Kassamarkt Kauf- intcreffc hätte und mit niedrigen Kauflimiten vertreten sei. Später konnten sich die Kurse auf dem erhöhten Niveau unter Schwankungen etwa behauptet.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 13. Oft. Auftrieb: 1736 Rinder, darunter 385 Ochsen, 207 Dullen,, 499 Kühe, 471 Färsen, ferner 474 Kälber, 198 Schafe, 5604 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 56 bis 58 Mk., (ältere) 52 bis 55, sonstige vollfleischige 47 bis 51; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 54, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47 bis 51; Kühe: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 48, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 45, fleischige 35 bis 39, gering genährte 30 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 57 bis 60, vollfleischige 53 bis 56, fleischige 47 bis 52. —।
Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 77, geringe Kälber 66 bis 72. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel <Weidemast) 49 bis 53, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 48. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 56 bis 58. vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300« Pfund 57 bis 59, von etwa 160 bis 240 Pfund! 57 bis 60, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 56 bis 58, Sauen 45 bis 52 Mk. — Marktverlauf: Rinder schleppend, groheq Ueberstand. Kälber ruhig: Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine mäßig-rege, zum Schluß abflauend, etwas Ueberstand. '
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 13. Oft. Am Produkten- markt herrschte weiterhin Zurückhaltung. Das Angebot war ziemlich reichlich, doch blieben dis Preise gegenüber denen vom letzten Mittwoch int allgemeinen gut behauptet. Das Geschäft bewegte sich in kleinstem Rahmen. Es wurden notiert: Weizen 250, Roggen 165, Hafer, inländ. 157,50 bis 162,50,Weizenmehl, südd. Spezial 0 39,75 bis 40,50, Roggenmehl 26 bis 27, Weizenkleie 6,50, Roggenkleie 6,75 bis 7, Erbsen 28 bis 35, Linsen 32 bis 60, Heu 5,50 bis 6, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 2,25 bis 2,50, gebündelt 2, Treber, getrocknet 10 bis 10,75. Tendenz ruhig.
Mehr Krankenpflege auf dem Lande.
Das Deutsche Rote Kreuz teilt mit: Die Ges sundheitsfürsorge wird in den kleineren Gemeinden und auf dem flachen Lande noch ziem- ' lich stiefmütterlich behandelt. Die Schwester auf dem. Lande hat gewissermaßen die Frontarbeit in der Gesundheitsfürsorge zu leisten. Sie findet vielfach noch Aberglauben, Vorurteile und Kurpfuscherei, gegen die sie ankämpfen muß. Anderseits erhält ihrs Tätigkeit dadurch besondere Wichtigkeit und Befriedigung, daß sie der Mittelpunkt der Wohlfahrtsämter ist, um deren Wirksamkeit sich der größte Teil der ländlichen Wohlfahrtspflege dreht. Es entspricht durchaus dem Grundsatz der Sparsamkeit tmrd) Vorbeugung und Verhütung gesundheitlicher Schäden, wenn die ländlichen Bezirke durch Krankenpflege st ationen eine organisierte Krankenpflege in den Gemei nden einsetzen. Das Deutsche Rote Kreuz hat in der Werner-Schule vom Roten Kreuz in Berlin-Lankwitz jetzt eine eigene Ausbildungsstätte für Gemeindekrankenpflege errichtet. Der neue Kursus beginnt am 15. November und dauert oiereint halb Monate. Er umfaßt den vollständigen theoretischen und praktischen Iknterricht für die Tätigkeit in einer Gemeindepflegestation. Vorbedingung zur Aufnahme ist die staatliche Anerkennung als Krankenpflegerin. Die Werner-Schule vom Roten Kreuz erteilt jede Auskunft; Adresse: Berlin-Lankwitz, Fro- benstraße 75. Ihr Lehrplan unterrichtet gleichzeitig über andere, kürzere Fortbildungslehrgänge für Schwestern, von denen in diesem Jahre dreizehn verschiedene vorgesehen sind.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
h. $f. A. Ihre Ehefrau hat die Bestellung der Ware in Ausübung ihrer Schlüsselgewalt unterschrieben (8 1357 des BGB.). Das Geschäft gilt dennoch als im Namen des Mannes abgeschlossen, wenn nicht aus den Umständen sich ein anderes ergibt. Der Mann kann diese Schlüsselgewalt beschränken, oder ausschließen. Liegt, wie Sie angeben, der Fall aber so, daß Ihre Willensschwäche Frau durch den redegewandten Reisenden zur Hergabe der Unterschrift beschwätzt worden ist, so kann ein Verstoß gegen die guten Sitten vorliegen, der den Reisenden zum Schadensersatz verpflichtet. Der Beweis dieses Sachverhaltes ist aber schwierig und der Prozeßausgang für Sie deshalb ungewiß.
6. 23. in £. Ihre Ehefrau kann ohne Ihre gleichzeitige Anwesenheit in Ihrem Pachtrevier die Jagd nicht ausüben, zumal die Ausstellung von Jagderlaubnisscheinen im Freistaat Hessen unzulässig ist. Der Pächter einer Gemeinde jagd kann die Erlaubnis zur selbständigen Jagdausübung nach „Gesetz oder den Pachtbedingungen nur qualifizierten Eltern, Kindern und in seinem Brote stehenden Personen" erteilen. Die Ehefrau ist also hier nicht genannt. Bekanntlich sind nur drei Jagdpächter zulässig. Afteroerpachtungen, oder die Annahme weiterer Teilnehmer innerhalb der Dreizahl ist ohne Genehmigung des Ortsvorstandes nicht gestattet und berechtigen diesen, den Pachtvertrag aufzuheben. Jeder Jagdausübende muß im Besitze eines Jagdwaffenpaffes fein.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 d. Sy, Lombardzinsfuß 6 v. H.
Frankfurt a. Dl. |
Berlin
Schluß.! kure |
l.Uhr. Kurs
Schluß-! kurs |
Anfang» Kurs
Datum
ii. io ;
13 10
11. 10. |
13 10
6% Deutsche RetchSanlethe
von 1927 ..........
89,5
—
87,5
7% Deutsche Reichsanleihe
von 1929 ..........
Deutsche AnI.-Ablös^Schuld mit
98,3
—
98,75
—
Auslos.-Rechtcn.......
54,1
54,13
54.25
54,25
Desgi. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Hess. BolkSstaat von 1929
5/75
5,75
5,45
5,6
(rüdgatjlb. 102%)......
Oberhesscn Provinz»Anleihe mit
88
—
88
—
AuSlos.-Rechten.......
Deutsche Komm. Sammelabl.
57,5
—
—
—
Anleihe Serie 1.......
8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse.
—
—
—
—
XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse
99
—
—
—
94
4%% Rheinische Hyp.-Bank
84,13
8% Pr. LandeSpsandbries anstatt.
101
101
8% Pr Landespsandbriesanstatt,
Komm.-Obl. R. 20......
7% Pr. Landeeptandbriesanstall,
98
—
98
—
97
97
A.E.G. ebg.' Bortrtegs-Obligatio-
94
27
4% Oeslerreichische Goldrente . .
26,7
2,9
4,20% Oeslerreichische Stlberrente
4% Oeslerreichische Einheitliche
—
—
Rente...........
—
—
_
1 fi
4% Ungarische Goldrente . . . .
-—
—
_
234
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
—
__
18,9
18,5
4N% desgl.von 1913.....
•—
—
19,7
4% Ungarische Kronenrente . . .
—
—
1,65
_
4% Türkische Zollanleihe von 1911
4% Türkische Bagdadbahn-Anl
4,45
4,5
4,25
4,5
—
Serie I...........
—
4,8
—
4% deSgl. Serie II . . ... . - 5% Rumänische vereinh. Rente
4,4
8,25
I —
—
von 1903 ...... z. • .•
•—
8,25
7,75
4%% Rumänische vereinh. Rente
von 1913 ..........
— —
13
12,5
4% Rumänische vereinh. Rente
6,65
—
6,6
6,5
Frankfurt a. Dl.
Berlin
Schluß»!
knrs 1
l-tthr. Kurs
Schlußkurs
Anfang- Kurs
Datum
11 10.
13 10
11. 10
13 10
Hamburg-Amerika Paket . . .
72,75
71,9
71
71
Hamburg-Südam.Dampsschtss. 8
—
153
—
Hansa Dampsschifs.....10
—
—
119
117
Norddeutscher Lloyd.....8
72,65
72
72
72
Allgemeine DeutscheCreditanst. 10
100,75
—
100,5
100,13
Barmer Bankverein .... 10
102,25
103,5
102
103,5
Berliner Handelsgesellschaft . 12
126,5
—
126
126.5
Commerz- und Privat-Bank. 11
115
113
113
113
Darmstädter und Nalionalbank 12
154
152
151,25
151
Deutsche Bank und
Disconto-Gesellschaft, ... 10
. 111
110,25
110,5
Dresdner Bank......10
110,75
109,25
109,5
109
Reichsbank........12
204,5
—
201,5
200
AEG...........
. b
107,25
108,5
106,251
106,4
Bergmann........
. 9
—
—
135
132
Elektr. Lteserungsgesellschast.
10
-
——
102,5
109,75
102
Licht und Kraft......
10
111,75
109,5
109,13
Fellen L Guilleaume . . . Gesellschaft sür Elektrische
"‘Vi
89
—
88,5
87,6
Unternehmungen .... Hamburger Elektrizitäts-Werke Rheinische Elektrizität . . .
10
110,5
—
109.25
109
10
—
108
105
. 9
122
—
120
120,25
Schlesische Elektrizität. . . .
10
——
—
106
103,25
Schuckert L Co.......
11
125,5
124,5
121
124
Siemens & Halske.....
16
169
169,5
168,75
168,75
TranSradio........
. 8
——
—
118,9
119,5
Lahmeyer & Go.......
10
134
■—
134
130
Buderus.........
. 6
49
—
48,4
46.25
Deutsche Erdöl......
. 6
56,25
—
55,25
55
Essener Steinkohle • • • • •
. 8
—
—
. ——
Gelsenkirchener
. 8
—
90
89,25
Harpener..... • • •
. 0
86
83
84,5
83,5
Hoesch Eisen. ......
6V1
—
69
70,4
Ilse Bergbau.......
10
207
208
208
Klöckncrwerke .......
e *
63.65
—
61
60,25
—
—
69,5
70,5
ManncSmunn-Röhren . . .
. 7
—
64,25
65,13
64,75
Mansselder Bergbau . . . .
. 7
34,5
—
37
35,25
Oberschles. Eisenbedarf . . .
. d
41
40
Obcrjchlcs. KokSwerkc....
. 7
—
—
65
66
Phönix Bergbau......
Rheinische Braunkohlen . .
6V?
60,75
60
59,5
59,5
10
171
—
169,5
167,4
Rheinslah!........
. 6
66,5
68
65
68
Riebeck Montan......
7,2
—
75
Frankfurt a. Dl.
Berlin
Schluß- turs
1-Uhr- Kurs
Echluß- kurs
Anfang- Kurs
Datum
11- 10.
13 10.
11. 10.
13. 10
Bereinigte Stahlwerke
61,25
—
61
61,25
Olavi Minen ....
e
16'/.
28,5
——
28,13
18,25
Kaliwerke Aschersleben
•
•
. 10
184
181,5
184
182,25
Kaliwerke Westeregeln
e
e
. 10
186,5
—
186
183,25
Kaliwerke Salzdetfurth
•
•
. 15
247
245,5
245,5
243
I. G. Faiben-Industrie
-
. 12
126,5
127,75
126,25
126
Dynamit Nobel . . .
. . 6
—
——
58,5
58,25
. . 9
125,13
.—
—
——
Goldschmidt ....
. . 5
39,3
—
39
39
Nütgerswerke ....
. . 6
45,5
—
43,5
43,25
Metällgesellschaft. . .
. . 8
91
89
90
89
Philipp Holzmann . .
. . 7
68
—
67
66,5
Zementwerk Heidelberg
•
. 10
83,5
58,5
——
—
Ecmentwerk Karlstadt.
e
e
. 10
—
——
—
—
Wayß & Frey tag . .
•
•
. . 8
44,25
43,25
42,75
—
Schultheis Pahenhoser
. 15
_
—
171,9
170
Ostwerke......
. 12
—
—
134
134,25
Aku........
. 18
53
50,5
52,5
50,25
Bemberg......
e
•
. 14
62
—
57,75
57
Zcllstoss Waldhof . .
•
e
13'/.
113
109,25
108,25
107,4
Zellstoff Aschaffenburg
e
e
. 12
74
—
71,5
73,25
Charlottenburger Wasser
e
. . 8
—
—
17
75,5
. . 9
——
—
103,25
102,75
Daimler Motoren . .
. . 0
21,75
—
21
20,5
Deutsche Linoleum .
143.5
143,25
143
141,25
Maschinenbau A.-G. .
c,
e
. . 0
——
——
29
29,25
Nat. Automobil . . .
. . o
—
——
10,75
1 10,4
Orenslein & Koppel .
e
M
• . 6
—
—
42
42
Leonhard Tietz . . .
. 10
—
-
105,5
105
-
292,5
1 292
Frankfurter Maschiney
M
. .
—
—
—
—
. .
29
——
28
——
Heyligenstaedt . . .
. . 0
—
—
—
Iunghans. . . . .
. . 6
29
——
27
Lechwerke......
. . b
92
——
——
—
Mainkrastwerke Höchst a. M.. .8
—
—
—
Miag........
. 10
—
69,5
—
Gebr. Roeder . . . •
. 1(
—
—
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Botgt & Haefsner . .
. . 9
150
—
150
——
Süddeutsche Zucker .
•
c
. 10
126
—
126,25
—
Banknoten.
Berlin, 11. Oktober
Geld
Bries
Amerikanische Noten . .
4,24
4,26
Belgische Noten. ...
• • .
58,50
58,74
Dänische Noten ....
112,22
112,66
Englische Noten ....
20,417
20,497
Französische Noten ...
16,454
16,514
Holländische Noten ...
169,56
170,24
Italienische Noten....
22,00
22,08
Norwegische Noten . . .
. ■ •
112,22
112,66
Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling
59,12
59,36
Rumänische Noten . . .
2,475
2,495
Schwedische Noten . . .
112,88
113,32
Schweizer Noten ....
81,89
82,21
Spanische Noten ....
42,32
42,48
Tschechoslowakische Notca.
• « «
12,425
12,485
Ungarische Noten • . . .
73,32
73,62
Devi
enmarkt Berlin
- Frankfurt
i. Bl.
11. Oktober
13 Oktober
Amtliche Kollerung
Amiliche Notierung
Geld
Lriel
Geld
Bries
Ämft.- Rott.
169,38
169,72
169,38
169,72
Buen.-Aires
1,455
1,457
1,395
1,397
Brss.-Antw.
58,57
58,69
58,60
58.72
Christiania.
112,33
112,55
112,39
112,61
Kopenhagen
112,35
112,57
112,46
112,68
Stockholm .
112,78
113,00
112,86
113,08
Helnngfors.
10,57
10,59
10,576
10,596
Italien. . .
21,985
22,025
22,01
22,05
London. . .
20,41
20,45
20,415
20,455
Neuyork . .
4,201
4,209
4,2025
4,2105
Paris....
16,468
16,508
16.468
16,508
Schweiz ..
81,62
81,78
81,69
81,77
Spanten. .
42,01
42.09
41,36
41,44
Japan . . .
2,083
2,087
2,083
2,087
Vito de San.
—
—
—-
—
Wien in D--
Oest. abgest
59,28
59,40
59,30
59,42
Prag . . . .
12,467
12,487
12,471
12,491
Belgrad . .
7,453
7,467
7,455
7,469
Budapest. .
73,535
73,675
73,58
73,72
Bulgarien.
3,043
3,049
3,047
3,053
Lissabon .
18,825
18,865
18,825
18,865
Danstg. .
81,58
81,74
81,61
81,77
Konstantin.
1,784
1,789
1,784
1,789
Athen. .
5,435
5,445
5,443
5,453
Canada .
4,203
4,211
4,20o
4,213
Uruguay.
3,247
3.253
3,227
3,233
Cairo ..
20,925
20,965
20,93
20,97


