Nr. 187 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Mittwoch, 15. August 1950
Turnen, Sport und Spiel.
Turngau Lahn-Oünsberg.
potallpiek Im Io. Londorf.
Die Pokalspiele des To. Londorf am vorigen Sonntag nahmen ihren vorgesehenen Verlauf. Die Sieger sind in der A-Älaffe Tv. Garben- tcich I; B-Äloffe Tv. Allendorf II; 2gd.-Klas e Tv. Allendort 3gd. r _
Zuerst spielte Aliendors 2g d. gegen Tlor bcd 3gb. Das Spiel war flott. Rordeck fehlte e- an Schubkraft. Allendorf spielte gut und führte nach ein paar schnellen Durchbrüchen 2:0. Aach Halbzeit da-lelbe Bild. Allendorf erhöhte aus 4:0.
Da» zweite Spiel der Jugendklasse zeigte Daubringen und Garbenteich als Gegner. Garbenteich führte bald 2:0. Rach Halbzeit kam Daubringen auf und führte, bis zum Schluh den Au-gleich herbei. 3n der Verlängerung warf bann Daubringen das entscheidende Tor durch 13-Meter-Dall 3:2 für Daubringen.
3n der B » Ä l a f f e standen sich zunächst G a r- benheim und Vordeck gegenüber. Garbenheim gewann in der Verlängerung durch Glück. Vordeck warf dos Führungstor, doch bald konnte Gorbenheim ausgleichen und 2:1 gewinnen.
Das zweite Spiel in der B-Älaffc Allen- dors — Steffel bad) 3.2. Kcs'elbach führte zuerst überlegen und ging in Führung. Allen- Dorf glich aus und konnte daS Spiel 3:2 beenden.
Die Spiele der A-Älalfe wurden sehr flott, aber auch hart durchgeführt. Zuerst spielte Staufenberg gegen Allendorf 0:3. 3n diesem Spiel zeigte besonders der Tormann Staufenberg- gute Leistungen. Während des Spieles machte sich Staufenbergs Ersatz sehr bemerkbar.
Das nächste Spiel war ein Spiel außer Konkurrenz TD. Londorf gegen 'In. Garben- teld> Londorf fand sich gleich gut und ging bald in Führung. Sturz darauf zog Garbenteich gleich. Vach wechselvollem Spiel endete diese Partie 4:4.
Hm den Sieg in der Jugendklasse spielten Allendorf gegen Daubringen. Das Spiel zeigte gute Leistungen. Allendorf führte bis zur Halbzeit 3:0 und erhöhte nach Halbzeit 5:2.
3n der B-Stlasse fiel die Entscheidung zwischen Garbenheim und Allendorf. Allendorf ging in Führung, doch bald konnte Garbenheim ausgleichen. Vach Halbzeit erhöhte Allendorf auf 3:1.
Da- härteste Spiel war die Entscheidung in der A-Stlaffe zwischen Allendors und Garde n t e i ch 1:2. Garbenteich ging in Führung und erhöhte auf 2:0. Vach Halbzeit muhte ein Allendörser bau Feld verlassen. Das Spiel endete 2:1 für Garbenteich.
Handball In wald-GIrme».
Am vorigen Sonntag herrschte in Wald- Girme - Hochbetrieb. Die erste Schülerelf spielte g g.’n die gleiche des Turn-Verein- Garbenheim und gewann nach schönem Spiel 7:0.
Dann betraten die ersten Mannschaften von Wald-Girmcs und CDiefcd das Feld. Wieseck halte Anstoß und brachte gleich das Tor von Wald-Girmes in Gefahr. Beim Stand von 3:0 wurden die Seiten gewechselt. 3n der zweiten Halbzeit änderte sich das Vild. Wald-Girmes ging stark aus sich heraus und bedrängte längere Zeit das Wiesecker Tor, aber der Torhüter war nicht zu schlagen. Wieseck konnte weitere vier Durchbrüche mit Erfolg abschliehen. Dann kam auch Wald-Girmes zu seinem längst verdienten Ehrentor. Mit dem Resultat von 7 1 für Wieseck machte der Schiedsrichter dem jederzeit sehr fairen und spannenden Spiel ein Ende.
Anschließend spielten die 3ugcnbmann- schaf ten beider Vereine. Wieseds Jugend ge- Wirble ins Leben!
Roman von Anna Kink.
Hrheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. S -A. *
19 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Barbara gab erfreut ihre Zustimmung. Sic war wie in einem Bausch befangen. Es lagen so schredlichc und aufregende Stunden hinter ihr, daß sie es nicht vermochte, an Vergangenes ober Zukünftiges zu denken. Die veränderte weiche Luft, der. Wein, das unbekannte Esten machte, bas; sie sich ganz der Gegenwart hin- gab. Wie ein Kind freute sie sich auf die Fahrt, die durch die Apenninen gehen sollte.
Sie fuhren erst noch eine Zeitlang durch die Ebene. 3n nicht allzu großer Feme vor ihnen lag die Kette der Berge.
-Dann kam eine wunderbare Straße, die sich in kühnen Windungen und Schleifen inS Gebirge hineinzog. Die Berge wirkten hier ernst, beinahe düster. Hin und wieder fuhren sie durch kleine Bergstädtchen, deren Häuser grau und schwer und zum Teil in die Felsen ftincingcbaut waren.
Die Einwohner liefen neugierig zusammen, aber ihre Gesichter waren trotzig und abweisend den Fremden gegenüber.
.Hier möchte ich nicht allein durchfahren", dachte Barbara und zog fröstelnd die Schultern hoch.
Sie sah zu Malfieri hinüber. Der schien hier richtig in seinem Element zu sein.
Strass und konzentriert sah er am Steuer, jeder Verv gespannt. Er fuhr mit geradezu tollkühnem Tempo, bas er auch in Kurven nur wenig verringerte, die eine Hand am Steuer, die andere an der Bremse, bereit, jeden Augenblick abzustoppen, wenn es erforderlich sein sollte.
Es war schon in den späten Vachmittagsstunden. Sie fuhren über ein Hochjoch, von dem es bann dauernd bergab ging. Der Blick auf die Berge war so überwältigend, daß Frau Barbara meinte, noch nie etwas Aehnliches gesehen zu haben.
Auch der Conte war wortkarg geworden. Er fuhr wie der Satan, so daß Barbara manchmal die Augen« schloß, weil sie glaubte, jetzt müsse der Wagen yinabstürzen. Sie war gewiß selbst eine gute Fahrerin, aber solch ein Fahren war ihr noch nicht vorgekommen.
wann verdient 3:0. Auch diese- Spiel war offen und spannend, jedoch wurde stellenweise auf beiden Seiten zu hart gespielt.
Handball im Turnverein 1860 Lich.
Am vorigen Sonntag trafen sich auf dem Licher Platze die beiden Iugcndmannschaslen des Turn- vercinsttleiN'Linden und des Turnvereins L i ch zur Austragung eines Freundschafls- spieles. Die körperliche Ueberlegenheit der Rlcin-tiin- dener glichen die eifrigen Licher durch Flinkheit und
Technik aus. worin sich ihr Halblinker besonder» aus- zeichnete. Dem Spielverlauf entsprechend konnten die beiden Mannschaften mit einem unentschiedenen 3:3- Resultat da» Kampffeld verlosten.
Handball im T. D. Großen-Linden.
Io. (Brofjen-Cinben I — Io. Münchholzhausen I 6:3.
Grohen Linden konnte, wie nicht anders zu erwarten. einen klaren Sieg erringen. Bei etwas besserer Schuhsicherheit der beiden Halbstürmer hatte da» Resultat viel höher lauten können.
30 Jahre Svielvereimgimg 1900 Gießen
Die Spielvereinigu.ng 1900 Dießen leitete die Feier ihres 30jährigen Bestehens am Samstagabend mit einer gesellschaftlichen Veranstaltung aus der Liebigshöhe in eindrucksvoller Weise ein. Der weitere Verlauf der Jubiläumsfeier brachte vom Sonntag ab eine Veihe sportlicher Veranstaltung e n, die noch bis Ende dieser Woche dauern werden.
Dem Ernste der Zeit entsprechend wurde die Hauptfeier des 3abiläumS am Samstagabend schlicht und würdig begangen. Sie hatte den Charakter eines Konzertabends, den unsere Gießener Militärkapelle unter Ober- Musikmeister Gober in vortrefflicher Weise gestaltete. Den Abschluß dieser Veranstaltung bildete ein Ball, womit der Festabend sein Ende erreicht hatte.
Vach einigen musikalischen Darbietungen der Militärkapelle entbot der erste Dereinsvorsitzende, Bäckermeister Den de, den Gästen und Mit- gliebern den Willkommengruß des Vorstandes. Der Vedner wies dabei kurz auf die hohen sportlichen Ziele des Verein- hin und begrüßte auch die Einigung zwischen Turnen und Sport. Weiter gab er bekannt, daß folgenden Dereins- mitgliebem in Anerkennung ihrer Verdienste um den Verein als Zeichen des Danke- die Ehrennadel verliehen wurde: Willy Amend, Ludwig Dende, Emst Bode, Gerhardt Botz, Heinrich Dahmer, Fritz Dickhardt, Karl Enders, Karl Falkenheiner, Karl Feuser. Karl Keiner, Wilhelm Kraemer. Wilhelm Kraushaar, Karl Kröck, Heinz Küthe, Aug. Löbermann, Ernst Mandler, Willy Muhl, Friedrich Müller, Fritz Veining, Georg Richtberg. Karl Sack, Otto Schmidt. Willi Schmidt. Georg Dondran, Paul Will. Seine Ansprache klang au- in einem begeistert aufgenommenen Hipp-Hipp-Hurra auf das deutsche Vaterland.
Vach weiteren Darbietungen der Kapelle hielt dann das Vereinsmitglied Gerichtsreferendar G u y v t die Festrede, in der er einen interessanten Rückblick auf die Vereinsgeschichte gab und dabei den Hörern einen fesselnden Einblick in die sportlich außerordentlich produktive Arbeit des Vereins vermittelte. Von einem kleinen KreiS von jungen, sportbegeisterten Männern ins Leben gerufen, hatte sich die Spielvereinigung 1900 bis zum Ausbruch deS Weltkrieges auf 110 Mitglieder erweitert, von denen 80 inS Feld zogen und 63 leider den Heldentod sanden, eine außerordentlich hohe Zahl, die man wohl selten im Rahmen eines Vereins antreffen wird. Der gefallenen Kameraden wurde im Rahmen der Festrede geziemend gedacht und ihr Andenken von der Festversammlung gebührend geehrt. Vach dem Kriege hat sich der Verein in rastloser Wiederaufbauarbeit aller seiner Mitglieder so kräftig wieder entwickelt, daß er heute über 10 Fußballmannschaften, 3 Handballmannschaften und 100 Leichtathleten verfügt. Mit Recht konnte der Festredner betonen, daß der Verein seine sportliche Arbeit zur Ertüchtigung unserer Jugend außerordentlich ernst nimmt, denn die vorstehen-
Sie wußte nicht, wie lange sie fuhren. Sie fühlte sich raum- und zeitlos. Ihretwegen hätte die Fahrt noch eine Ewigkeit dauern können.
.Da ist Firenze!" klang auf einmal die Stimme ihres Begleiters an ihr Ohr.
Florenz, die wunderbare Stadt. lag zu ihren Füßen.
Erst steil, dann allmählich immer sanfter werdend, führte die Strafte nach Florenz hinein.
.Wir wollen weiterfahren, damit wir nicht gar zu spät nach Hause kommen", bemerkte der Conte.
Barbara hatte nichts einzuwenden.
So fuhren sie durch hügelloses Gelände weiter.
Die Rächt brach herein, eine milde, weiche Rächt mit dem ganzen Zauber des Südens. Richt ein Wölkchen trübte den Himmel, der Vollmond stieg langsam empor und tauchte die eigenartige Landschaft in feinen stumpfen Glanz.
Der Gras begann wieder zu fingen, ein italienisches Lied, in dessen gedeckten, weichen Melodien eine seltsame Bewegung zitterte.
In Barbara sprang eine Erregung hoch, die ihr fremd war, und die sie selber bedrückte, ohne zu wissen, weshalb.
Eine Sehnsucht, die vollkommen ohne Gestalt und Ziel war, ergriff sie. Ihr Herz ging in schweren Stöftcn.
Was war das nun?
Sie warf einen flüchtigen Blick auf den Mann neben sich: Er sah starr geradeaus und schien sie vollkommen vergessen zu haben.
Sie holte tief Atem und dachte: .Es ist der ungewohnt schwere Wein." Plötzlich rückte der Körper des Mannes unmerklich näher an ihren heran — ober war es ein Zufall? Die Strafte war hier sehr schlecht.
Dann fühlte sie, wie der Körper neben ihr sie förmlich ansaugte. Wie hypnotisiert saß sie da und dachte nur: .Gleich geschieht etwas ganz Schreckliches."
Mit einem leisen Schrei griff sie nach dem Herzen. Es war ihr, als habe sie ein Strudel ergriffen, der sie langsam aber sicher in die Tiefe zöge.
Der Conte wandte ihr sein Gesicht zu.
.Was ist, Signora?1 fragte er mit heiserer Stimme.
.Mir ist so schlecht!" stieß Barbara mit krampfartigem Schluchzen heraus.
Run drückte der Mann mit einer fast brüderlichen Bewegung Barbaras Kopf an feine Schulter und sagte gatu vorsichtig: .Armes Kind."
Das toirfte so beruhigend auf sie, daß sie die
den Zahlen dokumentieren einen ArbeitSerfolg, der achlunggebie.end ist. Die fesselnden Ausführungen des Redners fanden ihren Ausklang in einem Bekenntnis zu weiterer ernster Arbeils- bereitfchast im Dienste des sportlichen Aufbaues zum Ruyen unseres Volke- und Vaterlandes, sowie in einem Bekenntnis zum Deutschen Vaterland. dem das Hoch des Redner- und da- gemeinsam gesungene Deut'chlandlied galten.
Im weiteren Verlause deS Abends brachte Bürgermeister Dr. S c i b namens der Stadtverwaltung und des städtischen Turn- und Sportausschusses dem Iubifäums-Derein herzliche Glückwünsche dar, ferner wurden dem Verein von zahlreichen hiesigen Vereinen Glückwünsche ausgesprochen und u. a. vom Verein für Bewegungsspiele und vom Wetzlarer Sportverein Iubiläumsgaden mit herzlichen Worten überreicht. Ein Vertreter des Westoeutschen SpielverbandeS zeichnete das Vereinsmitglied Wilhelm Kraemer in Anerkennung seines Wirkens mit der Ehrennadel des Verbandes aus. Rach Dankes- Worten eine- Vertreters der Spielvereinigung 1900 nahm dann das Konzertprogramm seinen Fortgang und sand bei den außerordentlich zahlreichen Zestgästen eine sehr beifallsfreudige Aufnahme.
Vom Sonntag ab traten dann die sportlichen Iubiläumsdarbietungen in ihre Rechte.
Ser ZubiläumS'Ausmarsch der Alliven
ö. Am Sonntagnachmittag fand auf dem 1900- Sportplatz ein prachtvoller Aufmarsch de r Aktiven statt, an dem sich etwa 120 Aktive beteiligten. Herr Durgeleit hielt eine Ansprache, die in dem Sportruf ausklang und lebhaften Skifall fand. Der Gastverein Reu-Isenburg wurde durch Heberreichung eines Dlumen- straußes mit Schleife geehrt und überreichte feincifeitS einen Vereinswimpel.
Die Zubiläumsspiele.
v. f. L. Reu-Isenburg (Oberliga) — 1900 (Liga) 7:2 (4:2).
Die Gäste kamen zu einem verdienten und auch erwarteten hohen Sieg. Ihr schönes Kom- binations- und Stellungsspiel verriet beste Klasse. Bei den Gießener Spielern muß man u. a. berücksichtigen, daß sie nach zweimonatiger Sommerpause ohne jegliches Training erstmals ins Spiel gingen und zudem einigen Ersatz auftoiefen, der sich noch nicht ganz befriedigend bewährte. Gefallen konnten nur Brambach, Jäckel und Katz. Im Sturm gingen Adelberger und Heiler an. Bei den Gästen gefielen der Linksaußen und die beiden sehr schlagsicheren Verteidiger am besten, ohne daß man die anderen in ihren Leistungen zurückseht. Auch körperlich hatte diese Mannschaft den Blauweißen gegenüber ein großes Plus. Das Verstehen in der Gießener Elf war oftmals recht mangelhaft und erleichterte dem Gegner die Abwehr der Gießener Angriffe. Bereits nach etwa 20 Minuten stand das Spiel 2:0 für Reu- Isenburg, aber kaum zehn Minuten später hatten die Einheimischen unter großem Jubel der an-
Augen schloß und in kurzer Zeit eingeschlafen war.
Malfieri fuhr etwas langsamer, fang wieder leise, aber diesmal war es ein sehr fromme- Lied.
Einige Stunden darauf fuhr der Wagen des Conte Malfieri vor einem großen Parktor vor. Ec hupte dreimal eindringlich, und schon huschte ein Schatten aus dem großen, schloßähnlichen Gebäude heraus.
Es war eine ältere Frau, die in früheren Zeiten einmal sehr schön gewesen sein mußte. In ihren Bewegungen lag immer noch eine geradezu mädchenhafte Anmut und Behendigkeit.
»Duona sera, Signore!" begrüßte sie den Grafen mit klangvoller Stimme und schickte sich an, das große Tor zu öffnen.
.Buona sera, Iulietta!" tief der Conte zurück und fuhr fort: .Hol mir den Beppo, er muft mir helfen."
Iulietta — es war die Amme des Grafen — nickte nur und schloß da- Tor hinter dem Wagen wieder zu.
Der Conte fuhr bis dicht vor da- Portal und hielt dann wartend. .Leuchte einmal hier her!" befahl er der Frau, und fie tat, wie er geheißen.
Beinahe hätte sie die Laterne fallen lassen vor Erstaunen.
.Madonna mial Heilige Mutter Gottes! Wer ist denn das?" rief sie.
.Richt so laut", mahnte er. .Wir wollen sie gleich oben hinauf in das rote Zimmer tragen, und du kannst fie zu Bett bringen."
.Sie ist gewiß eine Deutsche — solch schöne- blondes Haar hat sie", sagte Iulietta bewundernd.
.Wo bleibt denn Deppo, der Faulpelz!" rief Malfieri ungeduldig und trat fo heftig mit dem Fuß auf, daß Barbara sich zu regen anfing.
.Aber Signore!" sagte die Amme und sah ihren Herrn so vorwurfsvoll an, daß et nur etwas Hnver stündlich es brummte.
In dem Augenblick erschien auch endlich Beppo, und beide zusammen trugen behutsam Barbara die breite Marmortreppe hinauf in bai Gastzimmer, das der Conte als .rotes Zimmer" bezeichnet hatte.
Sie ließen sie auf das breite Bett nieder, dann gingen sie hinaus. Iulietta machte sich sogleich daran und kleidete Barbara mit erstaunlicher Geschicklichkeit auS. Dann deckte sie sie mit fast mütterlicher Sorgfalt zu und schlich sich hinan-, nachdem sie zuvor nicht vergessen
nähernd 1000 Zuschauer durch Adelberger und Zei ler gleichgezogen. Gegen Ende der ersten Spielhälfte ficherten sich die Süddeutschen durch zwei weitere Treffer einen Vorsprung, den sie Mitte der zweiten HaU^eit auf 5 2 erhöhten. Dann verschossen bte Gieftener eine sichere SadK in Gestalt eine- Handelfmeter-. In den letzten zehn Minuten konnten die erschöpften Dlauweißen itoci weitere Torr der Gäste nid>t mehr verhindern.
Die Spiele der unteren Mannschaften.
1900 IV. Mannschaft — Hermannstein II. 3:2. 1900 III. Mannfchast — Weilburg I. 2:2.
1900 II. Mannschaft — Hermannstein I. (Hermannstein abgesagt I
1900 I. Jugend — Wetzlarer Sportverein I. Jugend 3:0.
1900 I. Jugend Handball — Mtv. Gieften Jugend. 4: 9.
Die Fußballjugend 1900- erschien in neuer Ausstellung mit drei Ersatzleuten und war den körperlich stärkeren Wetzlarern in technischer Beziehung weit überlegen.
Da- Können der Handballjugend reichte trotz großem Eiser an da- der Turnerjugend nicht heran. Der Sieg de- Mtv. war verdient.
Vite Herren — Schiedsrichter-Vereinigung Gießen. Den „Alten Herren" 1 900 stellten sich die Schied-richter zum Gesellschaftsspiel für die abfagenben Wetzlarer. Die durchweg jüngeren Schiri siegten 4:2 (Halbzeit 1:2). Die A. H. fchoffen vier Treffer, davon aber zwei inS eigene Gehäuse.
Die ZubiläumS-Spoftwoche.
Der Beginn der Jubiläums - Sportwoche am Montag stand unter einem ungünstigen Stern, denn bei Beginn der Spiele setzte heftiger Regen ein. Da-
Handballpokalspiel
Reichswehr Gießen — 1900 Gießen war eine glatte Sache der Soldaten, die in bestechend schönem Spiel gegen die überraschend schwache Vertretung 19006 mit 12:3 Tresfern Sieger blieben.
Fußballpokalspiel Sportverein Wetzlar — Sportverein Alsfeld.
Diese- Spiel begann infolge strömenden Regen- mit großer Verspätung und wurde wegen der eintretenden Dunkelheit nur zweimal dreißig Minuten durchgesührt. Wetzlar sand sich in dem nassen Element besser zurecht und siegte 2:0 (Halbzeit 2:0). 3n dcr zweiten Hälfte kam die technisch besseren Fußball spielende Als- selder Els mächtig auf. Wetzlar hat sich- mit diesem Sieg für das Schlußspiel qualifiziert, da- voraussichtlich am Freitag stattsindet.
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Der zweite Gegner wird am heutigen Mittwoch im Lokaltreffen
v. f. B. — 1900 Gießen ermittelt. Wer dabei Sieger werden wird, läßt sich nicht Voraussagen. Beide Gegner haben heute veränderte Mannschaftsaufstellungen. Jeder sollte in der Lage fein, dos Spiel zu qe* Winnen, wenn er mit Ernst bei der Sache ist. Traditionsgemäß muß man den Leuten vom Waldsportplatz einen knappen Sieg zutrauen, da das Spiel auf dem 1900-Platz zum AuS- trag kommt, D. f. D. aber bisher gerade dort immer die größten Chancen hatte. Der Klassifizierung entsprechend mühte der D. f. B. die weit bessere Mannschaft stellen.
poliicifporloerein Butzbach — Io. 1846 Gießen 4:2 (3:0).
Unter Leitung von Schiedsrichter Dirken- stock 1900, entwickelt sich in dem Handball- holle. em großes Kreuz über Dorboro zu schlagen.
.Hast du die Signora gut besorgt?" fragte der Graf, als die Alte in da- große Speisezimmer trat, in dem er bei einer Flasche Süßwein saft.
.3a, Herr", gab sie zur Antwort uyd fuhr dann fort: „Oft, Herr, ist dos eine arme Signora, sie sieht so elend aus, als ob sie Schreckliche- erlebt hätte."
.Da haft du ja wo- zu pflegen, Iulietta", sagte der Graf und lachte kurz aus.
.Wird sie bei uns bleiben, Herr?" fragte dies« neugierig.
.Ich weift eS nicht", murmelte er achselzuckend. .Jedenfalls sorge aufs beste für sie."
„3a, ja — die Arme", sagte die Amme bedauernd und ging aus dem Zimmer.
In dieser Rächt schlief der Graf erstaunlich wenig, obwohl er doch die ganze Rächt zuvor gefahren toar.
Dis in die frühen Morgenstunden wanderte er ruhelos in feinem Zimmer auf und ab, um endlich ein Dad zu nehmen.
Gr hatte sich gerade etwa- zur Ruhe legen wollen, als ein vorsichtige- Klopfen an der Tür ihn in die Höhe fahren lieft.
.Was iftr‘ fragte er.
Iulietta steckte den Kopf zur Tür hinein.
.Der Signora geht es scheinbar sehr schlecht, Herr", flüsterte sie aufgeregt, .sie wirst sich immerfort im Bett hin und her und stöhnt schrecklich. Das hört sich fo schauerlich an, daß man sich beinahe fürchten könnte."
Der Conte Malfieri war mit einem Sah andern Dett heraus.
„Ich will nach ihr sehen, unb du, Iulietta, rufst sofort den Dottore Dvmero an, er soll auf der Stelle Herkommen!"
Die Alte verschwand sofort, während Malfieri die Treppe hinaufeilte.
Er öffnete die Tür zu DarbaraS Zimmer. Sie stand in einem langen Rachtgewond mitten int Zimmer und murmelte unzusammenhängend« Worte vor sich hin. Ihre Wangen waren dunkelrot, und ihre Augen flackerten unruhig.
Als sie den Mann in der Tür bemerkte, stieß sie einen leichten Schrei aus. hob die Arm« empor und fiel auf die Steinfliesen.
De stürzt sprang der Graf hinzu und hob die Ohnmächtige auf. Er legte sie wieder ins Dett zurück, zog sich einen Stuhl heran und blieb neben ihr sitzen. Sic war ruhiger geworden, nur der Atem ging rasch und stoßweise.
(Fortsetzung folgt)


