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Nr. 2U Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)Mittwoch, 10. September (950

Aus dem Reiche der Krau.

Maria Montessori.

Don Dr. Helmut Rosenthal.

Die berühmte Pädagogin Maria Mon­tessori DolIenbeU dieser Tage da- 60. Leben-jahr.

So gewiß sich jede sruchibar« Erkenntnis zu­letzt aus einen schlichten Grundgedanken zurück- sühren läßt so gewiß gründet sich die Lehre biefer warmherzig klugen Frau aus höchst ein­fache. aber notwendige Einsichten:

Ihre vorurteilslose Unbefangenheit hat eines Tages mit beherzter Deutlichkeit begriffen, daß bu Menschen (die schon an sich manche sonderba­ren Dinge treiben) am allersonderbarsten in ihrem Umgang mit den eigenen "Nachkommen sind, die sie bedenkenlos in eine Welt hrneinzwänaen, Deren Zuschnitt au-schließlich den Erfordernissen der Erwachsenen "Rechnung trägt in eine Welt also, wo die Türklinken für die zweijährige Hand unerreichbar hoch, die Tischplatte für den gleichaltrigen Blick namenlos entrückt und die Treppenstufen für den noch unsicheren Fuß kaum erklimmbar sind.

Dah die Kinder in dieser Welt der Erwachsenen wenig glückliche Rollen haben, hat zwar jeder von uns in irgendeiner nachdenklichen Stunde gewahrt Aber niemand von uns hat versucht, das Mißverhältnis zu ändern.

Wenn es sich heute ein wenig geändert hat. so liegt es daran, dah Maria Montessori mutig genug war, um die Erwägung, dah auch bei den Kindern etliche- )u bessern wäre, in eine zweckgerechte Wirklichkeit zu übersetzen.

Nicht umsonst nämlich hat fte jene Heime ge­gründet, die meist ihren Namen führen und in nützlichen Beispielen -eigen, wie es fein könnte, wenn alle Kinder fchon im frühesten Spielalter mit den Geräten umgehen dürften, die ihrem -Wuchs und ihrer Kraft angenehm zugänglich sind: und nicht umsonst hat ihre sröhliche Leiden­schaft eben diesen Kindern die verstellbaren Tische samt b4n beweglichen Stühlchen, die niedrigen Schränke und die schmalen Stiegen, die tiefer gehängten Kleiderhaken samt den bequemen Schub­laden besorgt, mit denen man sich so viel selbst­verständlicher in die Arbeit finden kann.

Nun. und wenn fle nur da- und nichts andere- getan hätte: schon da- wäre genug, um ihr den Dank aller derer zu sichern, die daran glauben, daß man nichts Hübschere» tun kann, als etwas Hübsches für ein Kind ersinnen.

Wer indessen je einmal ein Montessori he im besucht und dort eine oder zwei Stunden ver­bracht hat. der weist, dah die lebhafte Er­findungskraft dieser tätigen Kinderfreundin noch viel mehr zuwege gebracht hat:

Sie hat den Dreikäsehoch- nicht nur die bunten Stifte eingehändigt, mit denen man so ganz neben­bei und unversehens die nützliche Äunft be­schreibens erlernt; sie hat ihnen nicht nur die verschiedenen ausgerauhten und geglätteten Diossaf die mannigfaltig abgetönten Farbenproben utto die unterschiedlich groben Holzklötze hingestellt, mit deren Hilfe schon da- winzige Spielkind un­sere menschlichen OrdnungSsormcn begreifen kann; und sie hat nicht nur au- den gemeinschaftlichen Lernzimmern die starre Schulbank verbannt, die mißgelaunt ein unentwegt erwachsene- Stillsihen

... sie hat auch und da- ist in der Tat das Entscheidende alle- da-, wa- sich im Lause von Jahrzehnten al- ersolgrcich und wirklich er­zieherisch bewähren durste, zu jenem sogenannten Montessori-System zusammengesaßt.

Ausgangspunkt und Grundsatz diese-System-" beruhen auf der Erfahrung, dah ..Arbeit" und ..Spielen" für da- Kind kein Gegensatz ist und hast daher die erzieherische Bemühung lediglich die Selbstbetätigung fördern darf.

Mii Küchenbenuhung ..

Das Ehepaar als Untermieter.

Don Hildegard (5. Fritsch.

Mit der Beschaffung von Wohnungen für Ehe­paare ist e- in den Drost- und Mittelstädten schlecht bestellt. Darüber zu klagen oder zu lamentieren ist völlig sinn- und zwecklos Es ist nun vorläufig einmal feiten- der Verheirateten nicht zu ändern, und man tut am besten, wenn man sich so gut es irgend geht, in sein Lo- schickt und mit .ein oder zwei möblierten Zimmern nebst Küchenbenuyung" vorlieb nimmt froh, ein Dach über dem Kopfe zu haben! Aber schwer ist es für die Haus­frau, besonder- für die jungvermählte, mit einer anderen Frau, eben der Vermieterin, Die Küche teilen zu muffen! Oft ist ein hohe- Mast von Diplomatie nötig, um hier gut auszukommen und schließlich länger al» ein oder zwei Monate woh­nen zu bleiben. Hier Wege zu weisen, ist zunächst nützlicher als alles Klagen über die nicht abzu­ändernde Wohnungsnot.

Ehepaare, die aus eine möblierte Wohnung mit Küchenbenutz ung nun einmal angewiesen sind, müssen am besten schon gleich beim Mieten auf die Persönlichkeit der Wirtin und den Zustand der Küche achten. Außerdem ist die offene Aus­sprache über alle Gewohnheiten der Vermieten- den und Die des mietenden Ehepaares anzuraten. Lieber viermal nicht mieten, als sich in einen TageSplan anderer einfügen, der von Anfang an nicht zusagt und Zwang oder .guten Willen" er­fordert! Wer als Hausfrau nicht an peinlichste, ja bureaukratische Ordnung in der Küche gewöhnt ist. der miete lieber nicht in einem Haushalt, der .wie geleckt" auSsieht. Bestimmt ist die Wirtin dann auch in anderen Dingen sehr Pein» lich-erakt. Anderseits soll man auch nicht da mieten, wo ein wüstes Durcheinander arge troffen wird, wenn man selbst für Sauberkeit und Ord­nung ist.

Heber diese ersten Klippen hinweggekommen, taucht die Frage der Küchenbenutzung auf. Hier gibt es am meisten Zank und Streit. Jede Haus­frau hat ihre Eigenheiten und Gewohnheiten. Treffen zwei mit entgegengesetzten Meinungen aufeinander, dann ist dem Unfrieden stets Tür und Tor geöffnet Der .gute Wille" reicht ost

Erziehung soll nichts tun, als Die fich von innen her entfaltende Freiheit der Seele sichtbar machen, indem sie durch die stete selbstverantwvrt- liche Bewegung bte Empfindung schult und so­dann aus den Empfindungen die Dorstellung der Welt wachsen läßt sie muß nach dem Glauben Maria Montessori- bte alten Begriffe des Ge­horchens und Befehlens ausfchalten. da sie die formenden Kräfte de- Kindes nicht bereits beim ersten Hervortreten ins Mechanische umfälschen soll und sie muß ihren Erfolg allein von dem Prinzip der Selbsthilfe erhoffen, die sich auf keinenLehrer" verläßt.

Niemals fo heißt die Lehre, au» welcher bet Montessori-Gedanke seine besten Wirkungen gewann niemals darf der Erwachsene an Stelle beS Kinde- handeln, wenn es nicht zwin­gende und überzeugende Beweggründe erfordern.

Daß ein so umstürzlerisches Glauben-bekenntnis nicht nur Freunde, sondern auch gegnerische Ein­wände finden mußte, die nicht fo ohne weitere- zu entkräften find, hat niemand besser gewußt al- Maria Montessori selbst.

Sie hat den Dorwurs hören müllen, daß chre Erziehungsmethode die Werte einer strengeren Tendenz in der Lharakterentwicklung verkenne

und dem Kinde allzu unbekümmert zu einer Wlrklichkeit-flucht verhelfe, die chm den Zugang zur unvermeidlichen Härte des späteren Sehens erschwere; he hat daran erinnern lassen müllen, baß die Welt nicht nur erspielt, sondern auch erobert werden will; und am meisten hat sie sich gegen das Bedenken zu wehren gehabt, daß immer wieder betont hat. daß alle ihre Erfolge viel zu stark an ihre eigene Person gebunden seien und deshalb kaum ubermittclbar wären ...

Besonder- aus Deutschland hat man da- ge­äußert ; und gerade in Deutschland geht bet Kamps um den Montessori-Gedanken am hes- tigsten. Jedoch kann man einem System eine bessere Ehre erweisen, al- baß man es bekämpft?

Unb dann vor allem: kann man etwas bessere» für einen Gedanken tun. als daß man sich in lebenbighcr Auseinandcc nlt ihm beschäf­tigt und sogar wenn man ihn au# einer sach­lichen Einsicht herau» befehden -u müssen meint uneingeschränkt die reine Herzlichkeit seiner Trä­gerin verehrt?

Diese Berehrung bleibt sie zeigt bk Gewähr, baß Mana Montessori den Weg in ihr siebente» Iahrzchnt unter glücklichen Sternen betreten bars.

Fort mit bet falschen Angst ans dem Knberzimmer!

Don 7lelly Doiffheim.

Die Aengstlichkelt der Eltern die über­große, erregte, schwarzseherische Angst ver­dirbt den Kindern nicht nur die Kindheit, sie wirkt noch nach, wenn au» den Kindern Erwach­sene geworden sind. Kinder, die die» nicht büt- sen, jene- nicht sollen, müssen, fall» sie besten- soll» noch nicht selbst ängstlich geworden sind, unter dem Zustand der allzugroßen HnVorgung leiden. Der moderne Gedanke, man solle die Kinder sich möglichst frei enttoideln lassen, kann nur dort zur Auswirkung kom­men, wo nicht Aengstlichtelt die Kleinen ein» engt. Zu große Behütung macht Kinder un­selbständig. Als schlimmste» Beispiel elter­licher Ueberängftlichkeit blieb mir ein Beispiel in Erinnerung: Gin mir bekannte» Geschwisterpaar vier und sech» Jahre alt durste keinen Augen­blick allein im Zimmer bleiben. Da» Kinder- fräulein mußte sogar läuten, wenn da»» geschirr herauSgenommen werden sollte, sie selbst Durfte den Nourn nicht verlassen! Nun, glück­licherweise, sind so krasse Fälle der Behütung selten, aber immerhin neigt man im allgemeinen dazu, jüngere Kinder mehr als ihnen gut ist zu beaussichtigen unb burch Verbote in Abhängig­keit zu halten.

Man verbietet dem Kinde da» Benutzen der Schere, des Messers, statt ihnen den zweck­mäßigen Gebrauch so früh als irgend möglich beizubringen; man erlaubt nicht, baß ein kleineres Kind ein GlaS. einen Teller trägt und nimmt ihm damit die Gelegenheit, seine Geschicklichkeit zu üben. Greist dann solch ungeübte» Kind nach den verbotenen Dingen und welche» Derbot reizt nicht zur Ucbertre» tung?, so geschieht gerade dadurch sehr ost ein Malheur. Statt ein dreijähriges Kind gegen seinen Wunsch auf der Treppe anzufassen, sollte man es lehren, wie es die Siusen s e l b st ä n - d i g steigen kann. Je mutiger desto besser! Man erziehe den Kindern nicht Angst vorTieren an (man freue sich, wo eine solche nicht von innen heraus sich selbst entwickelt), indem man das Kleine ängstlich an sich zieht, wenn ein Hund ober auch nur eine Diene in seine Nahe kommt. Wir können nun einmal die Kinber nicht in einen Glaskasten sehen, so können wir also nicht» tun, alS sie zur Widerstandskraft zu er­ziehen. Wenn wir bei jedem Splitter, den sich ein Kind einzieht, bei jedem Loch, das es sich beim Fallen schlägt, an die Möglichkeit einer

nicht weit, so baß man sich auf ihn lieber nicht verlassen sollte.

Gute Erfahrungen haben sehr viele Hausfrauen, bie auf gemeinfame Küchenbenutzung angewiesen sinb, damit gemacht, baß man bestimmte Zeiten vereinbarte zu bet jede bie Küche für fich allein hatte. Da» erfordert aber Bindung an ein starres System und Pünktlichkeit manche Mahlzeiten kochen auch eine Stunde, andere drei unb vier Stunden! Mitunter kommt unvermutet Besuch, unb man kann ihm nicht» vorsetzen, weil man augenblicklich in ber Küche nicht» zu suchen hat. Wa» also tun?

ES wäre am besten, wenn jede ber beiben Haus­frauen ihren eigenen Herd hätte. Das heißt, daß sich jede ber beiden Parteien eigenes Koch­geschirr und einen eigenen Gaskocher hält. So ist zunächst ber Streit um die Benutzung b?r oft nur in geringer Zahl vorhandenen Gasflammen unb um bie Kochtöpfe ausgeschaltet. In den meisten Wohnungen gibt e» ja heute elektrische Anschlüsse so baß Die Untermieterpartei ge­gebenenfalls elektrisch kochen konnte.

An sich sollten Vermieterinnen, die nur eine enge Küche für sich haben, überhaupt nicht mit Küchenbenutzung vermieten. Sic ersparen sich und Untermieten Dem Ehepaar sehr viel Aerger. Nichts ist auch häßlicher, als eine enge Küche und bann noch Benutzung durch andere dazu. Ein Ausweg wäre in solchen Situationen nvey der, daß man gestattet, im abvermieteten Zimmer zu kochen, doch darf hierbei bie Feuersgefahr nicht außer acht gelassen werden!

Erprobte Rezepte für eilige Leute.

Don Luise Holle.

An schonen Tagen so wenig Zeit wie nur mög­lich in ber Küche am Äodjßerb verbringen zu müssen, welcher Hausfrau bedeutete das nicht einen Idealzustand, den sie mit resignierter Miene als unerreichbar bezeichnet, Unb doch ist er die» mit Nichten; wer nur klug und vor­bedacht feine Mittag»- und Abend kost berei­tet m richtigem Ermessen ber Dinge, die rasch ein wohlschmeckendes Ganzes ergeben, der braucht kaum eine Stunde in der Äüd>c für die Berei­tung der Mahlzeit. Solche .Naschspeisen" für Wittag und Aoend geben die folgenden, ganz

Blutvergiftung denken unb bie» bem Kinde sa­gen ober auch nur burch unser ängstliche» Ge» bahren zeigen, so werden wir es leicht zum Hypochonder machen. Bei allen selbstverständ­lichen Dorsichtsmaßnahmen hygienischer Natur sollten wir e» vermeiden, be» Kindes Aufmerk­samkeit zu stark daraus au lenken.

Wo auf jede» Hinfallen ober Sichstoßen eine» Kindes mit allzu liebevoller HilfSbereillchaft unb weichlichem Mitleib reagiert wirb, schaben wir dem Kinde. Wir wollen nicht zu Abhärtung»» sanatikem werden warum sollen wir nicht voll Warmherzigkeit ein schmer-leidende» Kind verständnisvoll an uni drücken? aber kein übertriebene» Aufheben darf davon gemacht werden. Die Mutter gebe Rückhalt, Hilfe, nie aber zeige sie Wehleidigkeit unb Angst. Diese mütterliche Angst, welcher Arzt, welcher Zahnarzt weiß bavon nicht ein Liedchen zu sin­gen. Mütter, die ihrer selbst nicht sicher sind, sollten nie bei ärztlichen Untersuchungen und Verrichtungen anwesend sein. Man bedenke aber, baß nicht nur eine birelt geäußerte Angst auf Kinber wirkt, fonbem auch die scheinbar unter­drückte, die durch den GesichtSausdruck suggestiv auf das Kind zu wirken vermag. Eine große Anzahl von Kindern meist sind cS solche, die besonder» liebebedürstig sind betont in Gegen­wart der besorgten Mutter bie Schmerzempsind« lichkeit, um bamit Mitleid zu erzwingen. Auch bie Freube am Quälen ber Mutter, ber Wunsch, ihr einen Schreck zuzufügen, kann bei weh- leibigcm Verhalten eines Kinbes mitsprechen.

Wie häufig verursachen aber auch bie Mütter selbst unliebsame Zwi'chenfälle, bie sich im Kinder­zimmer ereignen. Statt bie Dinge, bie da» Kind nicht in bie Hände bekommen soll, au» seiner Reichweite zu bringen, sei es nun eine kostbare Dase, seien es bie Streichhölzer ober eine Flasche mit Benzin, statt solche Sachen zu entfernen, geht man fahrlässig bamit um. Statt vordebachte Umsicht zu üben, gerät man bann in einen nach­träglichen Angstanfall benn wa» hätte nicht geschehen können! unb läßt seine Nervosität am Kinde aus.

Wer kennt nicht Kinder, bie ihren Müttern Krankheiten vorzutäuschen suchen? Mancher kleine Drückeberger operiert hier mit Ersolg, wenn er sich einmal von ber Schule brücken will. Der Zweck be» Simulieren» ist durchaus nicht da» Schlimmste, sondern bie Tatsache, baß bas Kind

verschiedenen Rezepte, unter denen jede sich da» auSwählen mag, was ihr besonders gefällt

Gier in den Tomaten. Feste große To­maten höhlt man aus, salzt die Tomaten leicht innen, streut sie dick mit geriebenem Käse au» und schlägt in jede Tomate ein gut verquirltes Ei. Die Giertomaten kommen in den Ofen, bi» der Eierinhalt gestockt ist. In dieser Zeit röstet man rundauSgcftochene Brotscheiben. Die To­maten werden auf diesen Brotscheiben angerich­tet. zu ihnen reicht man grünen, mit Sahne­sauce angemachten Salat.

Eiererbsen. Junge, -arte Erbsen schmoren kurze Zeit in Butter mit wenig Salz. Prise Pfeffer unb Zucker mit einem Löffel Fleisch­brühe weich. Wenn sie gar sinb, quirlt man mehrere Gier schaumig unb wiegt etwa 100 Gramm gekochten Schinken gröblich, beides kommt an die fertigen Erbsen, bie man bamit burch- schüttelt, bi» bie Eier gestockt sind. Die Gier- erbten müssen sofort aufgetragen werden man bestreut fie mit gewiegter Petersilie und gibt Bratkartoffeln dazu.

Tasfenreis mit Tomaten. 200 Gramm Rei» röstet man mit einer Zwiebel in Butter rasch durch, füllt Gemüsebrühe oder Fleischbrühe darüber und läßt ihn dick ausquellen, worauf man ihn mit mehreren Coffein geriebenem Käse durchmischt, sofort in vorher umgespülte kleine Taslenköpse druckt und diese aus eine heiße Schüssel stürzt. Inzwischen hat man ganze To­maten in etwas Butter gar gebraten, auf jede gestürzte Reisform legt man eine gebratene To­mate. Um bie Speise legt man einen Kranz feinstreifig geschnittenen Schinken.

Heiße Käsebissen für ben Abenbtisch. Toastschnitten werden in Butter auf beiden Sei­ten leicht angerofiet Inzwischen schneidet man 150 Gramm Chesterkäse in schmale Streisen, gibt sie mit drei Eßlöffeln Milch, 30 Gramm But­ter, wenig Mostrich und einer Prise Pfeffer in eine Pfanne, in welcher man ihn zu dicker Kreme rührt. Diese wird rcllch auf bxe heißen fertigen Toastschnittcn gestrichen, welche bann sofort aufgetragen werden müssen.

Verhüllte Brühwürstchen. Aus ein­fachem, aber lockerem Eierkuchenteig bäckt man kleine, dünne Eierkuchen. Inzwischen hat man kleine Brühwürstchen in siedendem Wasser gar- ziehen lassen, jede» abgetropfte Würstchen wird

bereit» die schwacheStelle feiner Tlut* I er durchschaut unb sie sich dienstbar zu machen weiß. Die Beurteilung de» wirklichen Ge- sundheit-zustanbe» tpirb dadurch erschwert, vor allem aber erzeugt bie mütterliche Ucberängft- lichkctt viellach eine Hypochondrie, bie von schädlichster Nachwirkung sein kann. Die Mah­nung: Gehe nicht an Kinder heran, die einen Schnupsen haben", kann, wo sie auf einen gün< ftigen Boden fällt, zur stark behindernden Angst« erfchcinung werden. Wie wir un» hüten müssen, ein Kind wegen unterer Bazillensurchi von an* deren abzufondern, so Dürfen wir auch in bezug au! eine feelllche Ansteckungsgefahr nicht zu vor­sichtig lein. K,nder gehören unter Kin­der. sie müssen lernen, sich unter anderen zu» rechtzusinden. Je früher ein Kind sich daran gewöhnt, für sich selbst einzustehen. ohne daß Erwachsene sich einmischen, desto besser ist die- für leine Entwicklung Darum e» sei noch­mal» gesagt! fort mit der falschen Angst au» dem Kinderzimmer!

praktische Winke.

Warum krumm und schief?

Ob Sommer, ob Winter, da» Strickkleid ist zu jeder Jahreszeit al- wärmender Zwischenanzug gleich beliebt. Einen Fehler hat es nur bie mehr oder weniger lose verarbeitete Wolle ist für Staub und Schmutz empfänglicher al» jede» andere Gewebe. G» muß also häufiger gereinigt werden. Wie wäscht man e» nun zu Hause, ohne baß e» nach dem ersten Bab Sorte unb Form verliert? Hierzu gehört vor allem eine sorgsame Vorbereitung be» -u waschenden Stücke». AuS dem Flickenkasten werden einige sogenannte Kräu» seltücher hervorgefucht, Batist- ober feine Lei­nenreste, und zwifckxn Aermel, Dorder- und Rückenteil, in bie Taschen und Aermelaufschläge und zwischen die Rockteile gelegt. Diese Äräufcl» tücher verhindern das Durchbrücken der Farbe und halten gleichzeitig da- dehnbare Gewebe in Form. Nun bereitet man eine schwache, lau­warme Perslllauge. taucht da» Strickkleid vor­erst in lauwarme» llare» Wasser, damit e» baS Seisenwasscr gut aufnimmt und drückt c» dann unter Vermeidung jeglichen Reiben» in der Lauge gut durch. Nach mehrmaligem Spülen in klarem Wasfer wird e» möglichst ohne Ausdrücken, wa» doch nicht ganz gleichmäßig erfolgt, auf einet? harten Unterlage in die richtige Form gebracht und mit allen Einlagen getrocknet. Der Trocken­prozeß dauert etwa» länger, man hat aber hinterher die Freude, daß nach dieser Behand­lung da» Stricklleid wie neu auSsieht unb nichiM von seiner Farbe und Form eingebüßt hat.

Vackrcgcln.

Zum Einfetten der Formen für Pud­ding und Kuchen sollte man immer reine Butter verwenden Ist die Butter so hart, daß sie sich nicht streichen läßt, kann man so viel, wie man gerade braucht, auslassen. Darf aber auf keinen Fall die heiße Butter zum Bestreichen verwenden, sondern erst die abgekühlte. Um baS Dackgut besser stürzen zu können, ist zu emp- fehlen, auf die Butter Sernmelbroscl zu tun. Hefeteig soll nie in der Form erkalten. So­bald er aus dem Dackosen genommen ist, muß er gestürzt werden wenn gewünscht, mit Zucker bestreut und zugedeckt auSkühlen lassen. Für Schokolade-Torten darf bie Schoko­labe nie gerieben werben, sonst wirb die Torte grau. Sie muß mit Wasser ober schwarzem Kaffee warmgestellt werben, bi» sie zergangen ist. Die gleichmäßige inbirekte Wärmezusuhr in elektrischen Brat - unb Backappa­raten gestattet gleich-eilig bie Herstellung gan­zer Miitagsgcrichte, bestehend au» Suppe. Ge­müse. Fleisch. Kartoffeln und Nachtisch. Zu be­achten ist. baß niemals Kuchen zusammen mit offenem Braten hineingcstellt werben barf, ba Backware sehr leicht ben Fleischgeruch annimmt. Pudding». Aufläuse und dergleichen können

in einen kleinen Eierkuchen eingerollt. Diese be­träufelt man leicht mit Butter unb bestreut sie mit geriebenem Käse. Zu ben verhüllten Würst­chen gibt man grünen ober warmen Kartoffel­salat.

Gurkengericht. Salatgurken schält man, hobelt sie nicht -u fein, gibt fie in 50 Gramm heiße Butter, schmort fie barin unter Schütteln burch. gibt einige Löffel saure Sahne baran unb schmort fie in kurzer Zeit gar. Da» Gemüse wirb mit etwa» Monbamin bündig gekocht und ganz kurz vor bem Aufträgen mit reichlich ge­wiegtem Dill gewürzt. Da- Gurkengemüse kommt in die Mitte einer Schüssel, c» wirb mit ge­hacktem Schinken bestreut, ring-herum kommt ein recht schaumig geschlagener Kartofselbrei. erwirb mit geriebenem Käse bestreut unb mit halb hart gekochten Eiervierteln garniert.

D i e schnelle Schöne. Eine halbe ge­schälte Lalatgurke, drei Tomaten unb ein ge­schälter Apfel werden gebraucht alle drei ge­nannten Dinge schneidet man in Scheiben, bräunt sie und schmort sie in Butter in kurzer Zeit gar, macht mit ihnen zuletzt frische ausgeschälte Krabben (Garnelen, Granat) heiß; kochen dür­fen sie nicht, weil sie sonst Han toerben. Die schnelle Schöne muß sofort angerichtet werden, fie wird mit Spiegeleiern belegt und mit kleinen gebratenen Kartoffeln umkränzt.

Bunte Gemüsefchnitten. Rund auS- aestochene Weißbrotschnitten muß man in Butter lichtbraun rösten, vorher hat man Pilze in But­ter, etwa- Zitronensaft, geriebener Zwiebel und gehackter Petersilie gargcfchmort und dicke To­matenscheiben in Butter gebraten. Jede Weiß­brotschnitte wird erst mit gedünsteten Pilzen be­deckt, auf die man Tomatenscheiben legt, woraus man obenauf ein Spiegelei gibt. Der Schmor» saft der Pilze unb Tomaten wird jufammen- gegoffen, geounben und als Sauce über die bunten Schnitten gegeben.

lasche Lendenscheiben. Eine SchweinS» lende schneidet man in Scheiben, brät diese in "Butter rasch an, gibt etwas laute Sahne, die mit viel gewiegten feinen Kräutern vermischt wurde. Darüber unb schmort sie rasch weich. Die Lendenscheiben kommen mit ihrer bündig gekochten Sauce in die Mitte der Schüssel, rings­herum kommt ein Rand von Kartoffelbrei, der mit geschmorten Tomatenscheiben garniert wird.