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om gemeOMt oirt, „Meta 2(poftelku lluszeichnunM für as 3uitanbtlommta । a t s befonbers otr- e Reichskanzl» und Ihelm Marx, mit Sens' Las „@rofe- l folgenden Peifvn> n Reichspostminifln n Ministern Hirt- nibt, bttn Staate« Ministerium Lain. • beim MW» nm.
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bati) t)ii bk Der- bas 2abr 1929 wurde bie let iuertannt, dein i Stelle der zurück- ; übertragen mürbe.
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Aus der Provinziatbauptstadi
Dietzen, den 10. März 1930.
Wenn die Schnepfe streicht.
Von Ernst Holzel, Gießen.
„Dfult, da kommen sie", sagt eine alte Weid- rmnnsregel, die auch Dielen jagdlichen Laien be- mnt ist, die aber deswegen noch lange nicht den 'it(prud) auf unbedingte Richtigkeit erheben kann. >nn wir Menschen legen den Sonntag Okuli nach njerem heutigen Kalender bald einmal an den [rtfang, bald gegen das Ende des März, Dinge, uich die sich der „Vogel mit dem langen Gesicht" id)t imponieren läßt. Wenn der warme Märzwind oi Süden oder Westen weht, wenn die Sonne den 5 oben so auftaut, daß „man" nach Wär- rarn „stechen" kann, dann ist die Zeit gekommen, v» die S ch n e p f e n in ihren Winterquartieren sich osmachen zum Flua der Heimat entgegen. In ingfamem Zug sind sie im Herbst zu den Ländern ms Mittelmeer gereist, in rascherem kehren sie nun iuiücf. Vereinzelte sind zwar auch bei uns geblie» er, aber die Hauptmasse eilt jetzt in kleinen Trupps tc Heimat zu. Und eines schonen Tages heißt es: ,Sie sind da!" Wenn der Abend heranlommt, wan- krn Jäger und Hund hinaus in den oft noch recht piiterlichen Frühlingswald. So groß ist der Eifer ar oft, daß man meinen könnte, große Schätze (irrten ihrer dort draußen. Wie mancher aber rächte zwanzig und mehr Märzabende draußen zu md bekam keinen „Schnepf" zu Gesicht. Der cm- kre aber fehlte ausgerechnet die einzige, die ihm bin. „Es iß barwoarisch Diel Luft drum erum", ijiegte mir ein alter Gießener Jäger immer zu (wen, wenn ich als Pennäler Zeuge solcher Ereignisse war. Baumelte aber die glücklich Erlegte am Galgen, so war die Freude groß. Ein sehr materiell mgeftelltcr Mensch märe allerdings oielleicht ent» duscht über den nur knapp die Größe einer Haus» hübe erreichenden Vogel, oon dem manche sogar |:gen, er schmecke noch nicht einmal gut (Barbaren!). Süngenber Lohn winkt also nicht, die Jagdpacht Dirb durch den Abschuß einer Schnepfe auch nicht herausgeschossen, zumal der Vogel nach altem Jäger- tidji in unserer Gegend dem Schützen gehört. Der kchnepsenstrich ist eine Jagdart, die nicht jedem siegt, die nur der zu würdigen weiß, der mit cfenem Auae und Ohr und mit empfänglichem Herzen der Natur entgegentritt.
Als der Abend nieberjanf, als die Krähen mit rauhen Rufen ihren Schlafplätzen zustrichen, sind eir hinaugezogen, dorthin, wo junger Wald stockt, bd der Waldbach den Boden durchtränkt und die Grien stehen, wo zwischen Eisstücken der erste Laich hi braunen Grasfrosches auf den Tümpeln shivimmt und wo die Weidenkätzchen silbern schlm» irern. Jeder kennt feinen Stand. „Weidmannsheil!" Hub du bist allein mit deinem brauen oierbeinigen Freund, der zu wissen scheint, worum es geht. Der Heine Hügel da gibt Blick- und Schußfeld. Sil» houettenhaft sitzt die Singdrossel auf ihrem Stamm» fitz auf der Fichtenspitze und singt ihr Abendlied. Zeternd fliegt eine Amsel durchs Holz. Der alte Summier, der heimlich zu Felde rückt, hat sie er» schreckt. Ein Rotkehlchen schlüpft durchs Geäst, im alten Laub pfeift eine Waldmaus, eine Fieder» maus huscht Darüber (ging nicht eben die Mündung «was in die Höhe?), mit Trompetenrufen ziehen Kraniche in Keilform über uns weg, ... roie würzig brr!) der Waldboden riecht, — auch der Fasanen» ^hn, der dort drüben mit oiel Gepolter auf bäumt, tim bet das Frühjahr mit rauhem Rus. Die Dämmerung sinkt herab. Der Schnepfenstern glänzt schwach am Firmament ... „Pswst ... Pfwst .. herum fliegt der Kopf — da geistert sie dahin in eulengleichem Fluge, deutlich erkennbar die charakte» chische Silhouette mit dem langen Stecher, — dem Muge entschwunden — noch klingt es ans Ohr ... „pswft ... pswst ..." oorbei, .. doch nein ..." bie Laute kommen wieder ... näher ... und da lammt es heran in raschem Flug ... und dahinter noa) eine ... „pswst ... pswst ..." und ... ein Schuß hallt durch die Abendstille ... die erste streicht Beiter ... die zweite aber ... oermutlid) ein Männchen ... stürzt im Hagel zu Boden. Nun zeige, men Hund, was du kannst! Es ist schon dunkel aut dem Boden zwischen Gras und Wurzelwerk, hci kann nur die Hundenase helfen. „Apporte". Gr hat sie fallen sehen — und kurz darauf sitzt er Der dir, die „Erste", oielleicht die einzige des Iah» t(3, im Fang. „So war brau, mein Hund, gib aus!" tute den Rauhbart hätte Reinecke, der hier feit alters feinen Paß hat, Schnepfenbraten gehabt.
Sticht immer geht es so mit dem Schießen und Fnden. Es war damals meine „Erste" überhaupt, fi: tarn herunter wie ein „Lappen". Ich schnallte kn Kurzhaar, er kam, leer zurück. Darauf schickte idi die Langhaarhündin hin, die gerade an dem 5g oon der «Hochschule für angehende Gebrauchs» $211 be" entlassen worden war. Nichts ... „Ihr safl ... Köter!" ... Da acht auch dem Tierfreund «rural die Galle über. Also selbst hinein ins Unterbot. Wir suchten zu britt mit oereinten Augen and Nasen. Umsonst. Da blickte mein Auge empor Hm Himmel ... sollte oon da etwa Hilfe kommen? ... Merkwürdig ... alle Büsche sind doch laubfrei ... doch dort schaukelt ein Büschel im Abendwind .... ober ... ein Verbacht ... ein Sprung ... unb rch-iig, da hing sie, mit bem Kopf in ber Astgabel ■ener Junguch^ etwa 3 Meter hoch oerfangen. prtjbig ließ ich sie an bie Jagbtasche wandern, den .hinben gegenüber aber wurde alles zurückge- • nur nien.
Unb noch eine kleine tragikomische Episode. Es ttnr am oorlehten März im Vogelsberg. Die «Schnepfen strichen „wie die Schwalben". Ich schoß Khe unb sah der fallenden nach, um mir die Stelle yu Nachsnche zu merken. Da höre ich eine zweite Hpirrenb herankommen. Flinte auf — Hülse raus ... neue Patrone rein — ja Essig.. die Flinte Iklrfct nicht.....Quoarr — quoarr ..." streicht ber
„Edmepferid)" über mich weg in einem Tempo, iib wenn es überhaupt keine Jäger auf Erden gäbe.
aber fühlte mich in der Rolle der berühmten !£)f>3crber wenig glücklich. Was war geschehen? «Sait ber Patrone hatte ich eine Patronennach- «Imung — Taschenfeuerzeug! — in ben Lauf ge« ! I'.'tfcht. Kein Wunber! Ich habe es an jenem A^end ! uan letztenmal in ber Tasche gehabt. Zu spät fiel ' nrir ber Jäger ein, ber in der Aufregung vergeblich werfuchte, seine Flinte mit der Zigarrenspitze zu la- Ihn. Die zweite Schneofe aber holte ich mir anderen . 'Tages auf bem Frühstrich.
Bornotizen.
; —Tageskalender für Montag. Stadt» ; itjea ter : .Die andere Seite". 19.30 bis 23Uhr. , - Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Legi» Mirisvereine: Vortrag über das Thema: .Die Hot der deutschen Ostmark'. 20.30 Uhr, im Caf6 Dib. — Kaufmännischer und Ortsgewerbeverein: Lchlbildervortrag .Sommer in Südtirol". 20 Uhr. k der Leuen Aula. — Zweigverein Gießen
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unb bie tzr. wtben genehmigt 2 der Lihungz- ngsgerichM um -lese
Landesversammlung des Hessischen Landbundes.
WSN. Frankfurt a. M., 9. März. Unter außerordentlich starker Teilnahme der Bauern- unb Sungbauernbünbe der drei hessischen Provinzen. sowie der benachbarten preußischen Gebiete hielt der Hessische Landbund am heutigen Sonntagmittag im Saxophonsaal eine Landesversammlung ab. Landbundvor- sihender Dr. v. H e l m o l t. Liederwöllstadt (M d. L.). begrüßte in herzlichen Worten die hessischen Dauern und 3ung6auern, sowie die erschienenen Ehrengäste, darunter den Präsidenten des Deichslandbundes. Leichsminister a. D. Dr. Schiele, Berlin. Dr. v. Helmolt erstattete einen kurzen Geschäfts- und Kassenbericht. worauf tue Versammlung dem Vorstände einstimmig Entlastung erteilte.
Landtaqsab eordneter
Or. Leuchtgenö-Zriedberg
sprach hieraus über „Hessische Politik'. Er kennzeichnete eingangs die gegenwärtige schlechte Lage im Leich und führte dann u. a. aus: Hessen hat in der Nachkriegszeit eine verhängnisvolle Finanzpolitik getrieben. Anstatt bei der gegebenen Lage vorsichtig zu Werke zu gehen, hat es dagegen in hohem Maße die Aufgaben des Staates vermehrt. Der Hessische Landbund hat stets diese Politik auf das schärfste bekämpft unb schon 1923/24 darauf aufmerksam .gemacht, daß der hessische Staat diese Lasten nicht weiter tragen könne. Bei der heutigen Lage kann man feststellen, daß der Landbund mit seiner Politik recht be» halten hat. Dr. Leuchtgens unterzog dabei die Finanzpolitik der hessischen Regierung, sowie den Bericht des Reichssparkornmissars einer eingehenden Kritik.
Das Sparprogramm, mit bem die Regierung jetzt herauskomme, müsse er ablehnen, da es überhaupt kein Sparprogramm sei. Die Regierung müsse eine wirkliche Sparpolitik, wobei es sich um RliUionenbeträge handele, treiben unb bie Ausgaben tatsächlich senken.
Die Quelle des Hebels liege nicht draußen im Lande, sondern im M i n i st e r i u m selbst. Die Bureaukratie sei in ber Nachkriegszeit gewachsen. Darum gelte es nun, bie Verwaltung in Hessen zu vereinfachen und die Zahl der Beamten zu verringern. Leuchtgens verlangt insbesondere Sparmaßnahmen am Kultus» und Bildungsetat. Die Ausgaben für die Hochschulen, höheren Schulen, sowie für bie Fort- bilbungsschulen müßten gesenkt werden; ebenso müsse eine Senkung ber Beamtengehäl» ter eintreten; angesichts ber Notlage des gesamten beutschen Volkes müßten auch bie Beamten, bie ein festes, gesichertes Gehalt beziehen, ihr Scherf» (ein zur Linderung ber gegenwärtigen Not beitragen. lieber alle diese Maßnahmen hinaus verlangte der Redner schließlich eine bessere Bewertung und Beachtung ber Hanbarbeit, bie heute noch immer von fleißigen Bauern- und Handwerkerhänden geleistet werde. Zum Schluß forderte Abg. Leuchtgens die Bauern und Jungbauern auf, jetzt, wo zwei Volksschichten abgewirtschaftet hätten, hart zu bleiben unb bas Letzte unb Wertvollste zu retten, nämlich die Scholle unb die Nation.
Reichsminister o. O. Schiele,
Präsident des Rcchsta hbunhe«,
hielt sodann, von der Versammlung herzlich begrüßt, zum Thema: „Ein Jahr Kampf ber Grünen Front" einen längeren Vortrag. Er sagte u. a.: Seit einem Jahr kämpft bie Reichsbauernfront ohne Unterlaß mit aller Energie darum, zunächst die Verlustquelle in der Landwirtschaft zum Versiegen zu bringen, um ber unerträglich wachsenben Verschuldung Einhalt zu gebieten und die Voraussetzung für eine aufbauende, besitzerhaltende Agrarpolitik zu schaffen.
wir stehen in diesem Augenblick in einem agrarpolitischen Entscheidungskampfe. Es ist der Grünen Front gelungen, im Einvernehmen mit ben agrarfreundlichen Parteien des Reichstages eine ganze Reihe bedeutungsvoller Hilfsmaßnahmen durchzusehen-
Trotzdem ist ein greifbarer, für jeden einzelnen Landmann fühlbarer Erfolg ausgeblichen. Drei Feinde haben wir, mit denen wir um eine auskömmliche Gestaltung ber Agrarpreise im Kampfe stehen:
1. Die Folgen einer falsch eingestellten Wirtschaftspolitik der Vergangenheit. Durch langfristige Verträge sind uns noch vielfach heute die Hände gefesselt; diese Verträge wurden von Regierungen gemacht, bie die Handelspolitik einseitig nach ben industriellen Exportwiin- jchen betrieben haben, ohne die berechtigten und lebensnotwendigen Interessen ber Landwirtschaft zu berücksichtigen.
2. Die schädlichen Einwirkungen unb Einflüsse de s Auslandes, wobei es sich um Ernte- unb Witterungsverhältnisse handelt. Schiele zählte dabei die Maßnahmen auf, die die ausländischen Staaten im vergangenen Jahr zur Sicherung ihres Weizenmarktes ergriffen haben. Gerade in ben letzten Wochen hätten sich bie Welt» marfteinflüffe am deutlichsten bemerkbar gemacht, indem die Preise am Futtergetreidemarkt rapide sanken. Gegenüber einer derartigen Entwicklung, bie stets erneut die Entwicklung ber Agrarpre se am Berliner Markt erschüttere, gebe es nur eire erfolgreiche Gegenwehr: eine tatkräftige, bewegliche, autonome Zollpolitik.
3. Der britte Feind, so sagte Schiele weiter, ist bas gegenwärtige parlamentarische S t) ft e m unb die Schwerfälligkeit unb Unvollkommenheit ber parlamentarischen Gesetzgebungsma» schine. Die Gefahr einer Zollerhöhung liegt stets darin, daß sie zu spät erfolgt unb daher Voreinfuhren hervorruft, die die Zollwirkung auf Monate hinaus in Frage stellen. Die Erfolge ber deutschen Handelspolitik seien heute durch 3% Millio- nen Arbeitslose genügend gekennzeichnet. Dagegen besage die Tatsache, daß der deutsche Export sich seit der Inflation verdovpeln konnte, nichts.
Zu den deutsch-polnischen Verträgen sagte Minister Schiele: Wenn das beutsch-pol- nifd)e ßiquibationsabtommen in Verbindung mit dem deutsch-polnischen Handelsvertrag zur Durchführung kommt, dann wird das Schicksal des deutschen Volkes im Osten besiegelt fein. Wir haben uns stets gegen einen deutsch-polnischen Vertrag eingesetzt, unb mir werden dies auch in Zukunft unter Anspannung aller Kräfte tun.
Die deutsche Landwirtschaft kann jetzt nicht einen lag länger warten, bis die Schwierigkeiten überwunden sind. Wir brauchen sofortige, umfassende und durchschlagende Hilfe, wenn wir nicht unrettbar in dem Schuldensumpf und in dem Elend versinken wollen.
Es wird jetzt bei der Aktion der Grünen Front darauf ankommen, ob der Aeichsernäh- rung8minifter mit der durch die Lage gebotenen Energie diese Maßnahme im Kabinett und bei den Parteien vertritt. Rücksichten auf Parteien und die Koalition wären in dieser Schicksalsstunde, in der es wirklich um Sein oder Lichtsein der deutschen Landwirtschaft geht, ein unverantwortliches Verhalten. Das deutsche Landvolk steht geeint und gerüstet hinter seinen Führern, denn 20 Millionen deutscher Landwirte lassen sich nicht zugrunde richten. Politische Erfolge sind jetzt für die Landwirtschaft nur durch sachliche, zielbewußte Arbeit zu erreichen.
Lach einem Appell an die hessische Bauernschaft und ihr Vertrauen zu ihren Führern sagte Minister Schiele zum Schluß: Die Landwirtschaft ist am Ende ihrer Kraft. Es wird nun das Ziel der deutschen Politik sein müssen,
durch Ausbau im Innern unb Befreiung von äußeren Fesseln den kommenden Geschlechtern neuen Lebensraum zu schaffen.
Wir haben den Mut zum Kampfe, und darum wird die Bauernschaft auch zum Siege kommen.
Angesichts der Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit wurde auf eine Diskussion verzichtet. Diese wird auf der am Nachmittag in Mainz, sowie auf späteren in Darmstadt und Gießen stattfindenden Landbundversammlungen nachgeholt werden.
vom Roten Kreuz: Hauptversammlung, 20.15 Uhr, Gartenstraße 2. — F. G. F.: Monatsversammlung. 20.30 Uhr, Schipkapah. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Spionin.", — Astoria-Lichtspiele: „Masken" und „Luftpiraten".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, 20 Uhr, findet die erste Wiederholung von Maughams „Die heilige Flamme" statt. Dieses erste Gastspiel von Auguste Prasch-Grevenberg war ein durchschlagender Presse- und Publikumserfolg. — Als nächste Premiere ist das Lustspiel „Die Sache, die sich Liebe nennt" angeseht. Erstaufführung Freitag, 14. März. Aus der modernen, literarischen Diskussion über die Ehe sind die Motive gewonnen. Spielleitung: Karl Dolck.
— Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Am Donnerstag, 13. März, pünktlich 19.30 Uhr, findet im Stadttheater als Abschlußkonzert ein Symphoniekonzert des Orchesters vom Hessischen Lanbestheater in Darmstadt unter Leitung von Dr. Temesoary statt. Erfreulicherweise ist es durch Entgegenkommen der Intendanz gelungen, das Darmstädter Orchester für diesen Tag zu gewinnen. Der Abend ist Beethoven und Mozart gewidmet. Auf die in Gießen lange nicht mehr gehörte 6. Symphonie Beethovens, die Pastorale, folgt die Konzertarie von Mozarts „Bella mia fiama . Für sie ist eine junge Sopranistin aus Berlin, Frl. Kerdyk, verpflichtet worden, deren glänzende Kritiken aus Berlin, Frankfurt, Amsterdam und anderen Städten Großes erwarten lassen. Sie hat in Frankfurt a. M. studiert, ist als Lieder- und Ora- torienfängerin erst vor kurzem an die Oeffentlichkeit getreten und hat sich ebenso durch ihre weiche, biegsame und hohe Stimme, wie durch ihren bezaubernden musikalischen Vortrag in kurzer Zeit einen großen Freundeskreis geschaffen. Den Schluß wird die ßeonorenouüertüre III Beethovens bilden. Da die Mitglieder des Orchesters noch am selben Abend die Rückreise antreten müssen, wird das Konzert pünktlich zur angegebenen Zeit beginnen. Die Eingangstüren werden bei Beginn des Konzerts geschloffen, um Störungen zu vermeiden. Gültig sind die für bas neunte Konzert ausgegebenen Karten. Eintritts- karten für Nichtabonnenten bei (Thalli er und an ber Abenbkaffe. Es empfiehlt sich mit Rücksicht auf bie große Nachfrage, sich rechtzeitig Eintrittskarten zu verschaffen. Näheres in den Anzeigen.
** lannert geht nach Krefeld. Der Ober- fpielleiter des Gießener Stadttheaters Hans Donnert scheidet mit Ende ber Spielzeit aus dem Gießener Ensemble aus, um einem Ruf an das Stadttheater Krefeld als Spielleiter und Darsteller Folge zu leisten. Er hat sich auf zwei Jahre dorthin verpflichtet.
** Dienstjubiläum. Am morgigen Dienstag, 11. März, kann der Schreinermeister Wilhelm Wacker, Asterweg 57 wohnhaft, auf eine 25jährige Tätigkeit in seinem CSerufe bei der Firma Georg Philipp Gail dahier zurückblicken.
** Der G oethe-Dund bot am Samstagabend seinen Mitgliedern und Freunden mit einem Lichtbildervortrag in der Neuen Aula die dankbar aufgenommene Gelegenheit zu einer genußreichen Sommerreise nach Südtirol. Wenn die Fahrt und die Wanderungen auch nur im Geiste an Hand zahlreicher guter Lichtbilder und der fesselnden Erzählungen des Vortragenden Dr. Meyer führte die sehr zahlreiche Gebrachten sie doch ben Teilnehmern baS schöne Land Tirol und seine Bewohner recht nahe. Dr. Meyer führte feine sehr zahlreiche Gefolgschaft des Abends von Innsbruck aus nach Süden mit der Brennerbahn über den Brenner und _Q3rcen nach Bozen und Meran, ferner in das östlich der Brennerbahn und Bozen gelegene Alpengebiet in der Gegend npn Campitello, Cortina, Bruneck usw., wobei man nicht der Dolomitenstrahe folgte, sondern auf den Höhen entlang und zum Teil in Kletterpartien die herrlichsten Punkte dieser wunderbaren Alpenlandschaft besuchte. Reizende Landschaftsbilder aus dem Rosengartengebirge, dem Schlerngebiet, der Geislerspihen, der Sella, der Tofana usw. lernte man bei dieser Tour unter ortskundigster Führung kennen. Dazu gab der Vorträgen!^ noch eindrucksvolle Schilderungen von der sympathischen Eigenart der Bevölkerung, er machte aber auch daraus aufmerksam, unter welchem geistigen und seelischen Drucke diese Leute von der italienischen Herrschaft gehalten werden. Daß „Mussolinis Geschäftspolitik", wie der Vortragende sich ausdrückte, als er von der lleberflutung Südtirols durch italienische Sommersrischler sprach, nicht erfolglos ist, konnte man gleichfalls aus dem Bericht des Redners entnehmen. Umsomehr er
scheint es Pflicht der in wirtschaftlicher Hinsicht befähigten Deutschen, diesem Tcroler Gebiet ihre Aufmerksamkeit zu widmen und die dortige Bevölkerung durch Besuche im Sommer und taktvolles Verhalten in der Ueberzeugung zu bestärken, daß Deutschland sich mit diesem deutschen Volksstamme verbunden fühlt. Der vortreffliche Vortrag, der von einer großen Anzahl prächtiger Lichtbilder illustriert wurde und der eine eindringliche Werbung um Zuneigung für daS südtiroler Land darstellte, wurde mit Recht in sehr beifälliger Weise aufgenommen.
*• Sänger st ändchen in den Kliniken. Der Gesangverein „Arion", Klein-Linden, gab gestern vormittag ein Gesangskonzert in der Chirurgischen, Medizinischen und O renk inif. Die angenehm wirkenden Chöre erfreuten nicht nur die vielen Kranken, sondern auch das Aerzte- und Pflegepersonal. Dankbar wurden die Darbietungen von den zahlreichen Zuhörern aufgenommen.
Roggenbrot sättigt beffer als Weizenbrot!
"ii -3
•• Berichtigung: 3n dem Artikel „Schulkinder in Nöt" (Gieß. Anz. Nr. 56, 2. Blatt, 1. Seite, 1. Spalte, 2. Abs.) muß es am Schlüsse heißen: „sondern der darüber hinaus voraussichtlich die Einziehung von mindestens 4 Stellen an der Volksschule verfügen wird".
Schwerer Auiounfall.
Zwei Personen v rbrannt.
höchst a. IN., 10. März. (WTB. Eigener Drahk- bericht des „Gieß. Anz."j heute nacht kur; nach 12 Uhr ereignete sich auf dec Chaussee von höchst nach Frankfurt a. M. ein außerordentlich schwerer Autounfall. Zwischen dem Bahnübergang unb ber Waldschulstrahe stießen zwe! Autos so heftig zusammen, baß der Tank des einen Autos explodierte und beide Wagen verbrannten. Es handelt sich um eine Taxi» d r o s ch k e aus Frankfurt a. M.» die mit zwei Frankfurter Herren, Vater und Sohn, nach höchst unterwegs war, und um einen großen Personenkraftwagen, der sich mit sechs Insassen auf der Fahrt von höchst nach Frankfurt befand. Von den sechs Insassen des großen Autos wurden zwei durch den Zusammenstoß so schwer verletzt, daß sie den brennenden Wagen nicht rechtzeitig verlassen konnten und verbrannten. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, daß die eine der verunglückten Personen schon durch den Unfall selbst getötet wurde, denn sie weist einen schweren Schädelbruch auf. Die beiden Herren des Frankfurter Autos wurden verletzt in das höchster Krankenhaus gebracht, doch find ihre Verletzungen nicht schwerer Natur. Die übrigen vier Personen des höchster Kraftwagens kamen mit leichteren Verletzungen davon. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft sind gegenwärtig" noch mit der Aufklärung des Unfalles beschäftigt. Die Personalien der Toten konnten bisher noch nichtfestgestellt werden.
Gewlnnavszvg
6. Älafle 34. Preußisch-Süddeutsche (260. Preuß.) Klassen-Lollerte
Ohne Gewähr Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden
Abteilungen I und II
25. Fiehungstag 8. März 1930
On der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 »ftotnne ro 76000 M 195088
4 ®«toinne »u 10000 M. 249945 310870
6 »ttoinne «u 6000 M. 324564 377646 381604
6 Gewinn« *u 3000 M. 83204 175314 383663
20 Gewinn« .a 2000 M 10958 17111 17476 46144 68179 71420 101605 208908 316090 390864
36 Gewinn« in 1000 M. 41091 63541 7129' 92272 127466 137419 146480 166089 199873 202679 267478 258653 316008 316182 317169 385010 391838 392804
84 Gewinn« iu 600 M. 18676 30276 30367 33978 66376 64115 77907 104214 111429 124622 125288 133734 135562 141138 145796 184298 195341
199062 199480 201650 220513 230471 240045
242651 258397 268281 268310 269882 270366
277171 281271 301113 308716 314188 316303
322339 332185 344704 364945 380818 381661
397337
236 G.w'nn« ,v 300 M. 54 263 7896 8042 6610 10488 14091 18627 28497 31087 33'40 41050
43282 43480 45827 48933 49180 62264 63246
63908 71905 71961 90622 92556 92689 93900
94876 98075 97585 101765 102173 106432 107932 115785 116791 117417 130387 13'346 133107
139255 140333 143727 145'80 150'62 154613
154907 166'43 157319 159539 172194 173789
176070 180659 185784 185967 187361 188434
190599 193412 193872 199835 203342 208854
212693 217399 226981 232262 240812 241219
248826 -261674 25'809 256018 262730 264649
266923 267394 270210 271241 274675 274826
281151 286626 2874,2 287980 289549 297268
304492 305.354 310554 311076 312050 316323
316128 316834 317956 322541 323717 328931
330193 348322 348533 352745 353340 358236
360259 361672 364023 364251 367898 378087
380469 386668 391119 39'652 39.3882 396917
398736
ön der heutigen Nachmittagszledung wurden Gewinne über 150 M gezogen
4 Gewinn« en 5000 M 36321 32'260
10 Gewinne zv 3000 W 24743 812895 224771 3083'6 343068
8 Gewinn« ,v 2000 M 31035 98428 98827 14'606
38 Gewinn« 1000 QU 3555 6'762 5 3434 81640 97841 160963 181971 '83204 198933 213410
231509 237630 288979 305787 318650 937366
352077 380669 38752C
84 G«winn« io 500 W 7066 7943 10842 13'66 '3243 37'34 39826 44004 63386 53729 65801 36303 75057 105126 114303 126727 129964 |32925 148871 154318 164646 173201 188425 19'656
200543 216465 250451 264248 274767 31'479
320570 324973 326380 326945 332701 342657
343394 356'26 360962 370884 378845 385026
'74 Gew nn« «v 300 M 1722' 2'626 35687 38926 46169 48767 56080 67324 59866 60257 72295 72451 72955 74330 74763 75232 77412 77966 80165 86462 9'668 965'9 98628 100036 102276 116524 117950 123827 124661 130623 135648
141'31 146'31 148350 163566 173274 177497
179817 182055 182749 184843 '86829 188053
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219739 22678t 2 3806t 23834 k 23998? 240986
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Im Geminnradr verblieben: 3 Urämien zu te 600000, 2 Gewinn» zu |t 26000. 12 zu se 10000,
16 ,u |e 60U0, 74 zu je »XX), 112 zu je 2000, 87Ö zu je 1000, 64L zu le 600. 16ti0 zu ft 300 M.


