fordert worden, und tn Stuttgart, Karlsruhe und Aachen sind auf strenger wissenschaftlicher Basis U n. terfuchungen über die tatsächlichen Erschölle- rungsschäden durch wissenschaftliche Fachausschüsse ongestellt worden, die für die Behandlung dieser Frage von außerordentlichem Nutzen sind.
Gparzwang in der Luftfahrt.
Einschränkung der Subventionen. Zndustriemonopol.
Berlin, 6.Jan. (Priv.-Tel.) Im Zusammen- Hang mit der Tatsache, daß im Rahmen der Kür« zungen am Etat für das neue Rechnungsjahr auch an einem radikalen Abbau der Luftfahrt a b t e i l u n g im Reichsverkehrsministerium gedacht worden ist, erfahren wir, daß beschlossen worden ist, von den im Reichsver- bande der Deutschen Luftfahrtindustrie organisierten Firmen lediglich Junkers, Dornier, di« Baye- rischen Flugzeugwerke und heinkel zu subventionieren. Diese Beschränkung der Reichssubventionen auf die vier Firmen, von denen man Junkers wegen seiner Landflugzeuge, Dornier wegen seiner Wasserboote, die Bayerischen Flugzeugwerke wegen ihrer F r a ch t m a s ch i - n en und heinkel wegen seiner Patente für Katapultflugzeuge und wegen seiner Post- flugzeuge auswählte, dürfte allerdings für die übriaen im Reichsoerband der Deutschen Luftfahrt- Industrie zusammengeschlossenen Firmen von außerordentlich empfindlicher Rückwirkung sein. Dabei fällt auf, daß die Rohrbach-Werke, die durch die Romar-Flugboote besonders bekannt wurden, nicht mit in die Reichssubventionen einbezogen worden sind. Da der Deutschen Lufthansa bereits zu verstehen gegeben wurde, daß sie in Zukunft ebenfalls nur bei diesen vier Firmen bestellen solle, was ohne Frage einer Beeinträchtigung der ihr ursprüng- lich zugesicherten Freiheit im Bestellungswesen gleichkommt, ist außerdem der Plan der Lufthansa in Frage gestellt, für ihren Transatlantik-Verkehr weitere Romartypen einzustellen. Obwohl das Reichsverkehrsministerium zu diesen Maßnahmen im Einvernehmen mit dem Reichstag schritt, der in seinem Luftfahrtausscbuß, welcher unter dem Namen „Streichquintett^ bekannt ist, diese Fragen erörterte, steht doch zu erwarten, daß der Plan einer solchen Monopolisierung der Luftfahrtindustrie, zumal die ausgeschlossenen Firmen selbst zu einer Gegenaktion schreiten wollen, noch auf lebhaften Wioerstand stoßen wird In diesem Zusammenhänge mehren sich die Nachrichten, nach denen auch die Städte an einem Abbau ihrer Subventionen Herangehen wollen, wobei Kassel den Anfang zu machen scheint, so daß auch nach dieser Richtung hin eine starke Einschränkung im deutschen Luftfahrtwesen zu erwarten ift
Gegen das Deutschtum in Güdtirol.
Die deutschen Inschriften. — Zahlreiche Verhaftungen.
Innsbruck, 4. Jan. (TU.) An dem alten historischen St. Afrahaus in Dozen, das seinerzeit den AugLburger Bischöfen g: hörte, befand sich eine Inschrift, in der festgehaltrn war, daß sich in diesem Hause Andreas Hofer und später der Wirt an der Lahn Mayer nach ihrer Verhaftung aufgehalten hatten. Auf Antrag der italienischen Behörden mußte nunmehr diese Tafel entfernt werden. An einem anderen Hause waren Fresken- S e m ä l d e angebracht, wobei auch einige alte Verse ausgefunden wurden, die in deutscher Sprache gehalten waren. Auch diese Verse mußten nunmehr entfernt werden. Wie aus Dozen ferner berichtet wird, wurden in Südtirol wieder zahlreiche Personen verhaftet, darunter der frühere Sekretär des Deutschen Verbandes, Michael Malfertheiner, der erst vor kurzem nach einer siebenmonatigen Haft in Freiheit gesetzt worden war. Malfert- heiner wurde aus die Anzeige eines Irrsinnigen hin wegen angeblicher Verbreitung deutscher Druckschriften und der Zeitung »Der Südtiroler" verhaftet und vor den Staatsgerichtshof in Rom gebracht. Das Verfahren muhte aber eingestellt werden, da ein strafbarer Tatbestand nicht nachweisbar war. Weiter wurden in Saturn Baron Hausmann jun., sowie ein Briefträger verhaftet. Mehrere Verhaftungen wurden auch in Reu- matt, in Kurtinig und Margreid vorgenommen. Zahlreiche andere Personen wurden unter Polizeiaufsicht gestellt.
Hochzeitsgäste in Rom.
Das belgische Königspaar und die Braut.
Rom, 5.Jan. (WTD.) Der König von Bulgarien und Prinz Cyrill trafen um 7.45 Llhr in Rom ein. Auf dem Bahnhof waren der König und der Kronprinz von Italien mit hrern Gefolge sowie der Gouverneur von Rom und das Personal der bulgarischen Gesandtschaft erschienen. Eine Kompanie Grenadiere erwies unter den Klängen der bulgarischen Nationalhymne den Gästen die militärischen Ehren. Auch das belgische Königspaar und die Braut, Prinzessin Marie Id sä, trafen um 10 ilfjr ein. Sie wurden auf dem Bahnhof begrüßt von dem italienischen Königspaar und den Prinzen, die die Gäste zum Quirinal geleiteten. Am Bahnhof hatte eine Ehrenkompanie Aufstellung genommen. Die Bevölkerung begrüßte die Königspaare mit begeisterten Zurufen. Ferner sind eingetroffen die Herzogin von Den dorne, Prinz Louis Napoleon, Prinz Paul von Jugoslawien, das ehemalige Königs- paar von Portugal, der Jnfant von Spanien und der Herzog von V o r k. Der Präsident von Portugal ließ heute durch seinen Gesandten dem Kronprinzen von Italien das Großkreuz des Ordens vom Turm und Schwert überreichen. Der Reichsverwefer von LI n g a r n hat dem Kronprinzen einen Diererzug mit dem dazu gehörigen Wagen und Geschirr zum Geschenk gemacht. In Gegenwart des ungarischen Gesandten wurden die vier ungarischen Schimmel heute dem Prinzen Humbert vorgeführt. Die faszistische Presse richtet begeisterte Begrüßungs- Worte an die zukünftige Kronprinzessin und ihre erlauchten Eltern. Der vatikanamtliche „Osserva- tore Romano" hebt hervor, daß die belgischen Monarchen als erstes ausländisches Herrscher- Paar nach der Lösung der römischen Frage dem Papst offiziellen Besuch abstatten werden.
Oie Genfer Kohlenkonferenz.
Die Haager Ereignisse überschatten alle Vorgänge in einem Maße, daß Gefahr droht, daß Vorgänge wie die Genfer Kohlenkonferenz, die am 6. Januar beginnt, kaum noch Beachtung finden. Das ist ein unverdientes Schicksal, denn auch in Genf können unter Llmständen Beschlüsse gefaßt werden, die von unübersehbarer Tragweite für die deutsche Wirtschaft sind. Durch die englische L a b o u r-R e Oie r u n g ist in das internationale Kohlenproblem ein Element der Bewegung gekommen, das die Losung erzwingen toill, um dem englischen Bergbau wenigstens in Europa d.e Vorherrschaft zu sichern. England will nicht nur seine Kohlenproduktion organisieren, es will vor allem die Ausfuhr so steigern, daß sie alle Märkte Europas entscheidend beherrscht. Wenn der englische Bergbau feit einigen Jahren weniger ertragsfähig ist als vor dem Kriege, oder gar zur Zeit des Ruhreinbruchs, so verfügt er trotzdem über ein gewaltiges Betriebskapital,' das es ihm möglich macht, jeden Wettbewerb niederzukämpsen. Während der deutsche Bergbau vpn Jahr zu Jahr wachsende Steuern und soziale Aufgaben aufgebürdet erhält, hat die englische Regierung ohne Rücksicht auf die Parteischattierung der Kohlenkrise dadurch Rechnung getragen, daß sie Zuschüsse und Llnterstühungen aller Art gewährte. Die Labour-Regierung hält die Zeit und die Gelegenheit für gekommen, dem englischen Bergbau einen Vorsprung zu sichern, den andere Kohlenländer insbesondere Deutschland überhaupt nicht wieder einholen können. Die Mittel, deren sich die Labour-Regierung zu diesem Zweck bedient, sind zwar mit einem sozialen Mäntelchen umkleidet, sind aber trotzdem oder gerade deswegen so beschaffen, daß die Ausführung allein dem englischen Bergbau Vorteile bringt.
Als der englische Handelsminister Graham im vorigen Herbst in Genf anregte, Arbeitszeit und Lohnverhältnisse im Bergbau international zu regeln, hörte sich das sehr menschenfreundüch an. England hat auf den ausländischen Kohlenmärkten nach dem Kriege durch das Auskommen neuer Kohkenländer starke Einbußen erlitten. Cs ist wohl nützlich, in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, daß auch die englischen Grubenarbeiter nicht daran denken, international zu handeln, wenn die eigenen Interessen durch eine engherzige Politik besser gefördert werden können. Gerade die englischen Grubenarbeiter waren es, die sich dafür einsehten, dem Ruhreinbruch eine unbefristete Dauer zu geben, um durch die Erdrosselung des Ruhroergbaus das größte deutsche Kohlengebiet wirtschaftlich lahmzulegen. Wenn auf dem internationalen Dergarbeiter- kongreß von 1928 die englischen Vertreter eine internationale Regelung der Arbeitszeit und eine Anpassung der Löhne forderten, so handelten sie dabei nicht weniger eigensüchtig, als in ihren Entschließungen zum Ruhreinbruch. Daß der englische Handelsminister Graham diese For
derungen ausgenommen hat, ist kein Zufall, sondern entspricht durchaus der Taktik, die internationale sozialistische Gemeinwirtschaft f ü r englische Interessen einzuspannen. Die Genfer Kohlenkonferenz ist mit dazu bestimmt, für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen. England ist stark und mächtig genug, um etwa Polen zu zwingen, die von Jahr zu Jahr wachsende Kohlenförderung einzuschränken. Da Polen nicht industrialisiert ist, es auch in absehbarer Zeit nicht sein wird, so bleibt ihm nichts anderes übrig, als die von Jahr zu Jahv wachsende Kohlenförderung auf die zunächst erreichbaren Märkte zu werfen. Das sind die skandinavischen Märkte sowie die der baltischen Länder, auf denen England vor dem Kriege buchstäblich eine Monopolstellung besaß. Heute haben die Polen die englische Kohle Schritt für Schritt zurückgedrängt, hauptsächlich dadurch; daß sie die englische und deutsche Kohle immer weiter im Preise unterboten. Die polnischen Schleuderpreise sind möglich, weil die Gestehungskosten im polnischen Bergbau verhältnismäßig niedrig sind. Schlechte Löhne und lange Arbeitszeit auf der einen Seite, Frachtvergünstigungen auf der a nberen Seite machen es möglich, die polnische Kohle trotz des langen Anmarschweges auf die nordöstlichen Märkte zu werfen.
Die Labour-Regierung hat durch die K o h l e n- bill die inner englischen Voraussetzungen zu schaffen versucht, durch Erhöhung des Kohlenpreises im Inland« die Ausfuhrpreise senken zu können. Bei der Einstellung der Freien Gewerkschaften in Deutschland ist leider zu fürchten, daß Deutschland zu koh'.enwirtschaftlichen Handlungen gedrängt wird, die auf nichts anderes hinauslaufen als auf eine tatsächliche Unter ft ütjung der englischen Interessen. Die Arbeitszeit im englischen Bergbau soll zwar künftig der Arbeitszeit im deutschen Bergbau angepaht werden, allein damit ist nicht das Geringste sür die Gleichstellung getan. Der deutsche Bergbau hat viel höhere Lasten zu tragen als der britische oder polnische Bergbau, so daß die mechanische Angleichung der äußeren Arbeitsbedingungen noch keine internationale Grundlage schafft. Es liegt aber nicht im Plane der Genfer Kohlenkonferenz, die Produktionsbedingungen undProduktionskosten als solche zu zergliedern, da dies den britischen Interessen durchaus widersprechen würde. Wie dieses Interesse gegen Deutschland eingestellt ist, geht u. a. auch daraus hervor, daß hervorragende Mitglieder der Labour-Regierung, nämlich Henderson und Grahanr sich wiederholt für eine deutsch- polnische Wirtschaftsverständigung eingesetzt haben. Weshalb und warum? Wenn die Polen ihren Kohlenüberschuh nach Deutschland werfen können, so wird zunächst der skandinavische Markt entlastet, sodann aber der deutsche Bergbau so schwer geschädigt, daß er z u Einschränkungen und Stillegungen schreiten muß.
für den Kauf des weltberühmten KunstguteS zu gewinnen. Damit wird der von dem Herzog mit einer Händlergruppe abgeschlossene Vertrag zum Verkauf des Schatzes rechtskräftig und es ist damit zu rechnen, daß er auf die eine ober andere Weise weiter verkauf^ wird. Als Abnehmer kommt eine Gruppe in Frage, an deren Spitze die Frankfurter Firma Hackenbrach steht. Die Garantie haben eine deutsche, eine holländische un* eine englische Bank übernommen. Der Schatz ll in Berlin und anöereit deutschen Städten und wahrscheinlich auch im Ausland ausgestellt werden.
historische Schriftstücke in Leningrad aufgefunden.
In Leningrad wurden in einem ehemaligen Schloß Schriftstücke historischen Wertes gefunden, darunter das Tagebuch Kaiser Nikolaus l., sowie Briefe der letzten russischen Zarin und des ehemaligen Kaisers Wilhelm 11. Die Schriftstücke werden in nächster Zeit vom russischen Staatsverlag veröffentlicht Werdern
Max Hölz in Leningrad.
In Leningrad ist der deutsche Kommunist Max Hölz eingetroffen. Auf dem Bahnhof waren verschiedene kommunistische Verbände erschienen, die Holz feierlich st empfingen. Er hielt ein Rede gegen die Reichsregierung und Deutschland und griff darin besonders die deutsche Sozialdemokratie an. Die deutschen Arbeiter müßten e rft in Rußland lernen, wie Revolution zu machen sei und wie mit der Waffe umgegangen werden müsse.
Unterschlagungen eines Essener Rechtsanwalts.
Der Essener Rechtsanwalt Dornier ist mit seinem Bruder, der bei chm als 'Bureau* Vorsteher tätig war, nach Llnterschlagung von mehreren tausend Mark Klientengelbem sowie Hinterlassung von etlichen tausend Mark Schulden flüchtig. Gegen Rechtsanwalt Dorni.r wurde bereits vor vier Wochen ein Haftbefehl zur Erzwingung des Offenbarungseides erlassen.
Der Attentäter auf den Orient-Expreß gefangen.
Die Polizei der Stadt Drama in Griechisch- Mazedonien hat den berüchtigten bulgarischen Banditenführer LI z u n o w nebst einem Mitglied seiner Bande verhaftet. Llzunow hatte drei bulgarische Ge r i ch t s b e a m te ermordet und verschiedene Attentatsversuche auf den Orientexpreß v rübt. Außerdem soll er auf bulgarischen Landstraßen zahlreiche Automobile angehalten und aus- geplündert haben.
Der älteste Schlittschuh Deutschlands.
Schon in der Zeit um 1000 v. Ehr. wurde Schlittschuh gelaufen. Dafür spricht der aus Pferdeknochen herge st eilte Schlittschuh, den das Märkische Museum in Berlin aufbewahrt. Dieser Knochen-Schlittschuh wurde Mitte des 11. Jahrhunderts bei Ausschachtungen in Pfahlbauten auf dem Stresow bei Spandau gefunden. Es ist anzunehmen, daß die Pfahlbauer der Steinzeit diese Art der Schlittschuhknochen unter ihre Ledersandalen schnürten. Erst um die Mitte des 13. Jahrhunderts ist der Knochenschlittschuh durch einen eisernen erseht worden. 5>ie ersten, die diese Art von Schlittschuhen hergestellt haben, waren die Holländer und die Franzosen.
Krisenstinmmllg in Rumänien.
Um veri Exkronpririzen Carol
Bukarest, 4. Jan. (Privat.) Obwohl die Gerüchte über eine angeblich drohende neue Versa s s u n g s kr i s e und die Möglichkeit der R ü ck- kehr des früheren Kronprinzen als Regenten im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten M a n i u von der Regierung wiederholt und in kategorischer Weise dementiert worden sind, beschäftigen sich die Oeffentlichkeit und die Presse, insbesondere gelegentlich des 4. Januar, an dem seinerzeit Carol von der Thronfolge ausgeschlossen wurde, mit diesen Möglichkeiten. „Adeverul" und „Dimineatza" bringen bisher unveröffentlichte Angaben über die Vorgeschichte der Abdankung des Prinzen, wonach diesem unter Androhung eines einer Gefangenhaltung ähnlichen Zwangsaufent- h a l t e s in Sinaia ein Ultimatum gestellt worden wäre. „Cuvantul", der für heute eine Sonderausgabe zur Verteidigung Carols angetünbigt hatte, ist gestern nacht im Satz beschlagnahmt toorben. Trotz allem scheint aber die Neuaufrollung der dynastischen Frage ober der Ausbruch einer Derfassungsrrise augenblicklich vollkommen ausgeschlossen. Von informierter Seite wird vielmehr geltend gemacht, daß, falls die carlistische Propaganda als Gegenaktion zu gewissen angeblichen Bestrebungen auf Veränderungen der Regentschaft überhaupt geplant gewesen sein sollte, dieser Plan vollkommen hinfällig sei, da das allerbeste Einvernehmen zwischen der Königin und dem Ministerpräsidenten Maniu wiederhergestellt fei.
Oie Aufklärung der Bombenatteniaie.
Berlin, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Die Ermittlungen des mit der Aufklärung der Bombenattentate beauftragten Llntersuchungs- richters M a s u r sind, wie die „Montagspost" erfährt, nunmehr zum Abschluß gelangt. Es ist gelungen, von den 13 Bombenattentaten elf Attentate durch Geständnis der Beschuldigten aufzuklären. Als seinerzeit die Voruntersuchung in Berlin eröffnet wurde, ging man von der Annahme aus, daß in Berlin eine Zentrale bestanden hätte, auf deren Anweisungen die Attentate in Schleswig-Holstein verübt worden seien. Für diese Annahme haben sich aber vollgültige Beweise nicht erbringen lassen. Wenn nicht in kürzester Frist der Nachweis geführt werben kann, daß der Anschlag auf den Reichstag entweder von Berlin aus inszeniert worden ist oder dem Kreis der in Schleswig-Holstein verhafteten Personen zur Last gelegt werden kann, erscheint es1 fraglich, vb der Prozeß vor den Berliner Gerichtsbehörden durchgeführt werden kann.
Aus aller Welt.
Die Papageienkrankheit in Prag.
In Prag sollen insgesamt vier Fälle von Papageienkrankheit festgestellt toorben fein. Die bakteriologische Untersuchung bei öem im Jnfektionsspital untergebrachten Ehepaar hat jetzt ergeben, daß es sich tatsächlich um Papageienkrankheit handelt. Beide schweben in Lebensgefahr. In die Infektionsabteilung des Weinberger Krankenhauses sind zwei ^erfonen eingeliefert worden, bei denen der dringende Ver
dacht besteht, daß sie von der gleichen Krankheit befallen find. Es wurde ermittelt, daß der Papagei, durch den die Krankheit auf das im Jnfektionsspital befindliche Ehepaar übertragen wurde, aus der gleichen Sendung stammte wie die Tiere, die die Krankheit in Deutschland verbreitet haben. Ein reichS- I deutscher Vogelhändler hat fünf Exemplare brasilianischer Papageien einem Prager Tierhändler verkauft, der eines dieser Tiere an das erkrankte Ehepaar abgegeben hat. Dieser Vogel ging in wenigen Tagen zugrunde. Die Behörden suchen jetzt die Besitzer der übrigen Vögel zu ermitteln.
Die „Scheffel-Linde" in Achdorf niebergebrannt.
In der Scheuer des Müllers Julius Bausch in Achdorf bei Bonndorf brach Feuer aus. Da die Baulichkeiten mit der Gastwirtschaft „Zur Scheffel-Linde" des Gastwirts Gust. Mehninger zusammengebaut waren, griff das Feuer sehr rasch auch auf dieses Anwesen über. Binnen kurzer Zeit war das durch Viktor von Scheffel in seinem „Juniperus" verherrlichte Gasthaus „Zur Linde" ein Raub der Flammen. Nur wenige Bilder aus dem Scheffel-Zimmer konnten gerettet werden, darunter auch das Bild der durch Scheffel bekannt gewordenen Maria Gutta. Der Gebäudeschaden wird mit 40 000 Mk. angegeben.
Wiederwahl des Oberbürgermeisters Dr. Jarres von Duisbura.
Die Stadtverordnetenversammlung wählte Oberbürgermeister Dr. Jarres mit 46 Stimmen von 74 abgegebenen Stimmen wieder. Auf den von den Kommunisten benannten Reichstagsabgeordneten Torgler entfielen die 13 Stimmen der Kommunisten. Die Sozialdemokraten gaben 15 weiße Stimmzettel ab.
Explosion in einem Sprttwerk.
Im Spritwerk der Firma Trick Zellstoff in Kehl ereignete sich eine folgenschwere Explosion, die anscheinend durch Sprit, der aus einer undichtenDeftillierblase ausgelaufen und dann zur Entzündung gelangt war, verursacht wurde. Drei Personen, ein Ingenieur, ein Spritmeister und ein Arbeiter, wurden in schwer verletztem Zustande dem Krankenhause zugeführt. Die Inneneinrichtung sowie das Dach des Spritwerks wurden vollständig z e r st ö r t und zahlreiche Fensterscheiben der umliegenden Gebäude zertrümmert.
Großfeuer in einem Neuyorker Fremdenheim.
Im Erdgeschoß des Hotels Marguerh eines der elegantesten Fremdenheime Neuyorks, wurden durch Kurzschluß zwei Explosionen veranlaßt. Rauch und Flammen drangen durch die Ventilations- und Aufzugsschächte in die oberen Geschosse des elfstöckigen Gebäudes, das infolge des Kurzschlusses völlig ohne Licht war. Unter den vielen hundert Bewohnern des Fremdenheims, die es spät nachts auf Veranlassung der Feuerwehr räumen mußten, herrschte große Aufregung. Eine Frau erlitt einen Herzschlag. Ein Ingenieur wurde in einem Personenauszug erstickt aufgefunden. Die Feuerwehr vermutet noch weitere Opfer.
Der Delfenschah für Hannover verloren.
Die vom ehemaligen Herzog Ernst August von Braunschweig der Stadt Hannover eingeraumte Frist für den Erwerb des Welfenschahes ist verstrichen, ohne daß es gelungen ist. die sozialdemokratische Fraktion des Bürgervorsteherkolle« giums zu einer Aenderung des von ihr im Rathaus abgegebenen Votums zu bestimmen und sie
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Wettervoraussage.
Abermals ist die atlantische Störung nach Skandinavien hin weitergezogen, und die mit ihr folgende Warmluft hat sich wohl in Nord- und Mitteldeutschland etwas auf die Temperaturen ausgewirkt, aber im Süden hat der Frost im Hochdruckbereich weiter angehallen. Die kalte Luft auf der Rückseite der Storung bringt Daro- meteranfteig mit sich, der bei uns zunächst ruhigeres Wetter verursachen wird. Dabei geht auch die Bewölkung zurück und die Temperaturen erreichen den Gefrierpunkt und überschreiten ihn auch.
Wettervoraussage für Dienstag: Stellenweise nebelig, fonji wollig, Aufheiterung, vorübergehend trocken, Temperaturrückgang, nachts um Null und etwas darunter.
Witterungsaussichten für Mittwoch: Wen j Aenderung der Wetterlage, jedoch vielfach weiter Frost.
Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 6 Grad Celsius, abends 5 Grad, am 6. Januar: morgens 3,1 Grab. Maximum 6,7 Grad, Minimum 3 Grad. — Gebtemperaturen in 10 cm liefe am 5. Januar: abenbs 3 Grad; am 6. Januar: morgens 2 Grad Celsius. — Sonnenfcheinbauer 4% Stunden.
Amtliche Dinlerfporknachrichlen.
Schwarzwald. Feldberg: Heiter, 1 Grad, 25 Zentimeter Schnee, gekörnt, Ski und Rodel gut. — Ruhrstein: Heiter, minus 2 Grad, 15 Zentimeter Schnee, verharscht, Ski und Rodel psätzig.


