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fordert worden, und tn Stuttgart, Karlsruhe und Aachen sind auf strenger wissenschaftlicher Basis U n. terfuchungen über die tatsächlichen Erschölle- rungsschäden durch wissenschaftliche Fachausschüsse ongestellt worden, die für die Behandlung dieser Frage von außerordentlichem Nutzen sind.

Gparzwang in der Luftfahrt.

Einschränkung der Subventionen. Zndustriemonopol.

Berlin, 6.Jan. (Priv.-Tel.) Im Zusammen- Hang mit der Tatsache, daß im Rahmen der Kür« zungen am Etat für das neue Rechnungsjahr auch an einem radikalen Abbau der Luft­fahrt a b t e i l u n g im Reichsverkehrs­ministerium gedacht worden ist, erfahren wir, daß beschlossen worden ist, von den im Reichsver- bande der Deutschen Luftfahrtindustrie organisierten Firmen lediglich Junkers, Dornier, di« Baye- rischen Flugzeugwerke und heinkel zu subventionieren. Diese Beschränkung der Reichssub­ventionen auf die vier Firmen, von denen man Junkers wegen seiner Landflugzeuge, Dor­nier wegen seiner Wasserboote, die Bayeri­schen Flugzeugwerke wegen ihrer F r a ch t m a s ch i - n en und heinkel wegen seiner Patente für Ka­tapultflugzeuge und wegen seiner Post- flugzeuge auswählte, dürfte allerdings für die übriaen im Reichsoerband der Deutschen Luftfahrt- Industrie zusammengeschlossenen Firmen von außer­ordentlich empfindlicher Rückwirkung sein. Dabei fällt auf, daß die Rohrbach-Werke, die durch die Romar-Flugboote besonders bekannt wurden, nicht mit in die Reichssub­ventionen einbezogen worden sind. Da der Deutschen Lufthansa bereits zu verstehen ge­geben wurde, daß sie in Zukunft ebenfalls nur bei diesen vier Firmen bestellen solle, was ohne Frage einer Beeinträchtigung der ihr ursprüng- lich zugesicherten Freiheit im Bestellungswesen gleich­kommt, ist außerdem der Plan der Lufthansa in Frage gestellt, für ihren Transatlantik-Verkehr wei­tere Romartypen einzustellen. Obwohl das Reichs­verkehrsministerium zu diesen Maßnahmen im Ein­vernehmen mit dem Reichstag schritt, der in seinem Luftfahrtausscbuß, welcher unter dem Na­menStreichquintett^ bekannt ist, diese Fragen er­örterte, steht doch zu erwarten, daß der Plan einer solchen Monopolisierung der Luftfahrtindustrie, zu­mal die ausgeschlossenen Firmen selbst zu einer Gegenaktion schreiten wollen, noch auf lebhaften Wioerstand stoßen wird In diesem Zusammenhänge mehren sich die Nachrichten, nach denen auch die Städte an einem Abbau ihrer Subven­tionen Herangehen wollen, wobei Kassel den Anfang zu machen scheint, so daß auch nach dieser Richtung hin eine starke Einschränkung im deutschen Luftfahrtwesen zu erwarten ift

Gegen das Deutschtum in Güdtirol.

Die deutschen Inschriften. Zahlreiche Verhaftungen.

Innsbruck, 4. Jan. (TU.) An dem alten historischen St. Afrahaus in Dozen, das seinerzeit den AugLburger Bischöfen g: hörte, be­fand sich eine Inschrift, in der festgehaltrn war, daß sich in diesem Hause Andreas Hofer und später der Wirt an der Lahn Mayer nach ihrer Verhaftung aufgehalten hatten. Auf Antrag der italienischen Behörden mußte nunmehr diese Tafel entfernt werden. An einem anderen Hause waren Fresken- S e m ä l d e angebracht, wobei auch einige alte Verse ausgefunden wurden, die in deutscher Sprache gehalten waren. Auch diese Verse muß­ten nunmehr entfernt werden. Wie aus Dozen ferner berichtet wird, wurden in Süd­tirol wieder zahlreiche Personen ver­haftet, darunter der frühere Sekretär des Deut­schen Verbandes, Michael Malfertheiner, der erst vor kurzem nach einer siebenmonatigen Haft in Freiheit gesetzt worden war. Malfert- heiner wurde aus die Anzeige eines Irrsinnigen hin wegen angeblicher Verbreitung deutscher Druckschriften und der Zeitung »Der Südtiroler" verhaftet und vor den Staats­gerichtshof in Rom gebracht. Das Verfahren muhte aber eingestellt werden, da ein straf­barer Tatbestand nicht nachweisbar war. Weiter wurden in Saturn Baron Haus­mann jun., sowie ein Briefträger verhaftet. Mehrere Verhaftungen wurden auch in Reu- matt, in Kurtinig und Margreid vorgenommen. Zahlreiche andere Personen wurden unter Po­lizeiaufsicht gestellt.

Hochzeitsgäste in Rom.

Das belgische Königspaar und die Braut.

Rom, 5.Jan. (WTD.) Der König von Bulgarien und Prinz Cyrill trafen um 7.45 Llhr in Rom ein. Auf dem Bahnhof waren der König und der Kronprinz von Italien mit hrern Gefolge sowie der Gouverneur von Rom und das Personal der bulgarischen Gesandt­schaft erschienen. Eine Kompanie Grenadiere er­wies unter den Klängen der bulgarischen Natio­nalhymne den Gästen die militärischen Ehren. Auch das belgische Königspaar und die Braut, Prinzessin Marie Id, trafen um 10 ilfjr ein. Sie wurden auf dem Bahnhof begrüßt von dem italienischen Königspaar und den Prinzen, die die Gäste zum Quirinal ge­leiteten. Am Bahnhof hatte eine Ehrenkompanie Aufstellung genommen. Die Bevölkerung begrüßte die Königspaare mit begeisterten Zurufen. Ferner sind eingetroffen die Herzogin von Den dorne, Prinz Louis Napoleon, Prinz Paul von Jugoslawien, das ehemalige Königs- paar von Portugal, der Jnfant von Spa­nien und der Herzog von V o r k. Der Präsident von Portugal ließ heute durch seinen Ge­sandten dem Kronprinzen von Italien das Groß­kreuz des Ordens vom Turm und Schwert über­reichen. Der Reichsverwefer von LI n g a r n hat dem Kronprinzen einen Diererzug mit dem dazu gehörigen Wagen und Geschirr zum Geschenk gemacht. In Gegenwart des ungarischen Ge­sandten wurden die vier ungarischen Schimmel heute dem Prinzen Humbert vorgeführt. Die faszistische Presse richtet begeisterte Begrüßungs- Worte an die zukünftige Kronprinzessin und ihre erlauchten Eltern. Der vatikanamtlicheOsserva- tore Romano" hebt hervor, daß die belgischen Monarchen als erstes ausländisches Herrscher- Paar nach der Lösung der römischen Frage dem Papst offiziellen Besuch abstatten werden.

Oie Genfer Kohlenkonferenz.

Die Haager Ereignisse überschatten alle Vor­gänge in einem Maße, daß Gefahr droht, daß Vorgänge wie die Genfer Kohlenkonfe­renz, die am 6. Januar beginnt, kaum noch Beachtung finden. Das ist ein unverdientes Schick­sal, denn auch in Genf können unter Llmständen Beschlüsse gefaßt werden, die von unübersehbarer Tragweite für die deutsche Wirtschaft sind. Durch die englische L a b o u r-R e Oie r u n g ist in das internationale Kohlenproblem ein Ele­ment der Bewegung gekommen, das die Lo­sung erzwingen toill, um dem englischen Bergbau wenigstens in Europa d.e Vorherr­schaft zu sichern. England will nicht nur seine Kohlenproduktion organisieren, es will vor allem die Ausfuhr so steigern, daß sie alle Märkte Europas entscheidend beherrscht. Wenn der eng­lische Bergbau feit einigen Jahren weniger er­tragsfähig ist als vor dem Kriege, oder gar zur Zeit des Ruhreinbruchs, so verfügt er trotz­dem über ein gewaltiges Betriebs­kapital,' das es ihm möglich macht, jeden Wettbewerb niederzukämpsen. Während der deutsche Bergbau vpn Jahr zu Jahr wachsende Steuern und soziale Aufgaben auf­gebürdet erhält, hat die englische Regierung ohne Rücksicht auf die Parteischattierung der Kohlenkrise dadurch Rechnung getragen, daß sie Zuschüsse und Llnterstühungen aller Art gewährte. Die Labour-Regierung hält die Zeit und die Gelegenheit für gekommen, dem englischen Bergbau einen Vorsprung zu sichern, den andere Kohlenländer insbesondere Deutsch­land überhaupt nicht wieder einholen können. Die Mittel, deren sich die Labour-Regierung zu diesem Zweck bedient, sind zwar mit einem sozialen Mäntelchen umkleidet, sind aber trotz­dem oder gerade deswegen so beschaffen, daß die Ausführung allein dem englischen Bergbau Vorteile bringt.

Als der englische Handelsminister Graham im vorigen Herbst in Genf anregte, Arbeits­zeit und Lohnverhältnisse im Berg­bau international zu regeln, hörte sich das sehr menschenfreundüch an. England hat auf den ausländischen Kohlenmärkten nach dem Kriege durch das Auskommen neuer Kohkenländer starke Einbußen erlitten. Cs ist wohl nützlich, in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, daß auch die englischen Grubenarbeiter nicht daran denken, international zu handeln, wenn die eigenen Interessen durch eine engherzige Politik besser gefördert werden können. Gerade die englischen Grubenarbeiter waren es, die sich dafür einsehten, dem Ruhreinbruch eine unbefristete Dauer zu geben, um durch die Er­drosselung des Ruhroergbaus das größte deut­sche Kohlengebiet wirtschaftlich lahmzulegen. Wenn auf dem internationalen Dergarbeiter- kongreß von 1928 die englischen Vertreter eine internationale Regelung der Arbeitszeit und eine Anpassung der Löhne forderten, so han­delten sie dabei nicht weniger eigensüchtig, als in ihren Entschließungen zum Ruhreinbruch. Daß der englische Handelsminister Graham diese For­

derungen ausgenommen hat, ist kein Zufall, son­dern entspricht durchaus der Taktik, die inter­nationale sozialistische Gemeinwirtschaft f ü r englische Interessen einzuspannen. Die Genfer Kohlenkonferenz ist mit dazu bestimmt, für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen. England ist stark und mächtig genug, um etwa Polen zu zwingen, die von Jahr zu Jahr wachsende Kohlenförderung einzuschränken. Da Polen nicht industrialisiert ist, es auch in abseh­barer Zeit nicht sein wird, so bleibt ihm nichts anderes übrig, als die von Jahr zu Jahv wachsende Kohlenförderung auf die zunächst er­reichbaren Märkte zu werfen. Das sind die skandinavischen Märkte sowie die der baltischen Länder, auf denen England vor dem Kriege buchstäblich eine Monopolstellung besaß. Heute haben die Polen die englische Kohle Schritt für Schritt zurückgedrängt, haupt­sächlich dadurch; daß sie die englische und deut­sche Kohle immer weiter im Preise unter­boten. Die polnischen Schleuderpreise sind mög­lich, weil die Gestehungskosten im polnischen Bergbau verhältnismäßig niedrig sind. Schlechte Löhne und lange Arbeitszeit auf der einen Seite, Frachtvergünstigungen auf der a nberen Seite machen es möglich, die polnische Kohle trotz des langen Anmarschweges auf die nordöstlichen Märkte zu werfen.

Die Labour-Regierung hat durch die K o h l e n- bill die inner englischen Voraussetzungen zu schaffen versucht, durch Erhöhung des Kohlen­preises im Inland« die Ausfuhrpreise senken zu können. Bei der Einstellung der Freien Gewerk­schaften in Deutschland ist leider zu fürchten, daß Deutschland zu koh'.enwirtschaftlichen Handlungen gedrängt wird, die auf nichts anderes hinaus­laufen als auf eine tatsächliche Unter ft ütjung der englischen Interessen. Die Arbeitszeit im englischen Bergbau soll zwar künftig der Arbeits­zeit im deutschen Bergbau angepaht werden, allein damit ist nicht das Geringste sür die Gleich­stellung getan. Der deutsche Bergbau hat viel höhere Lasten zu tragen als der britische oder polnische Bergbau, so daß die mechanische Angleichung der äußeren Arbeitsbedingungen noch keine internationale Grundlage schafft. Es liegt aber nicht im Plane der Genfer Kohlen­konferenz, die Produktionsbedingun­gen undProduktionskosten als solche zu zergliedern, da dies den britischen Interessen durchaus widersprechen würde. Wie dieses Inter­esse gegen Deutschland eingestellt ist, geht u. a. auch daraus hervor, daß hervorragende Mitglie­der der Labour-Regierung, nämlich Henderson und Grahanr sich wiederholt für eine deutsch- polnische Wirtschaftsverständigung eingesetzt haben. Weshalb und warum? Wenn die Polen ihren Kohlenüberschuh nach Deutschland werfen können, so wird zunächst der skandinavische Markt entlastet, sodann aber der deutsche Bergbau so schwer geschädigt, daß er z u Ein­schränkungen und Stillegungen schreiten muß.

für den Kauf des weltberühmten KunstguteS zu gewinnen. Damit wird der von dem Herzog mit einer Händlergruppe abgeschlossene Vertrag zum Verkauf des Schatzes rechtskräftig und es ist damit zu rechnen, daß er auf die eine ober andere Weise weiter verkauf^ wird. Als Abnehmer kommt eine Gruppe in Frage, an deren Spitze die Frank­furter Firma Hackenbrach steht. Die Garantie haben eine deutsche, eine holländische un* eine englische Bank übernommen. Der Schatz ll in Berlin und anöereit deutschen Städten und wahr­scheinlich auch im Ausland ausgestellt werden.

historische Schriftstücke in Leningrad aufgefunden.

In Leningrad wurden in einem ehemaligen Schloß Schriftstücke historischen Wertes gefunden, darunter das Tagebuch Kaiser Nikolaus l., sowie Briefe der letzten russischen Zarin und des ehemaligen Kaisers Wil­helm 11. Die Schriftstücke werden in nächster Zeit vom russischen Staatsverlag veröffent­licht Werdern

Max Hölz in Leningrad.

In Leningrad ist der deutsche Kommunist Max Hölz eingetroffen. Auf dem Bahnhof waren verschie­dene kommunistische Verbände erschienen, die Holz feierlich st empfingen. Er hielt ein Rede gegen die Reichsregierung und Deutschland und griff darin besonders die deutsche Sozialdemokratie an. Die deutschen Arbeiter müßten e rft in Rußland lernen, wie Revolution zu machen sei und wie mit der Waffe umgegangen werden müsse.

Unterschlagungen eines Essener Rechtsanwalts.

Der Essener Rechtsanwalt Dornier ist mit seinem Bruder, der bei chm als 'Bureau* Vorsteher tätig war, nach Llnterschlagung von mehreren tausend Mark Klientengelbem sowie Hinterlassung von etlichen tausend Mark Schul­den flüchtig. Gegen Rechtsanwalt Dorni.r wurde bereits vor vier Wochen ein Haftbefehl zur Erzwingung des Offenbarungseides erlassen.

Der Attentäter auf den Orient-Expreß gefangen.

Die Polizei der Stadt Drama in Griechisch- Mazedonien hat den berüchtigten bulgarischen Banditenführer LI z u n o w nebst einem Mitglied seiner Bande verhaftet. Llzunow hatte drei bulgarische Ge r i ch t s b e a m te ermor­det und verschiedene Attentatsversuche auf den Orientexpreß v rübt. Außerdem soll er auf bulgarischen Landstraßen zahl­reiche Automobile angehalten und aus- geplündert haben.

Der älteste Schlittschuh Deutschlands.

Schon in der Zeit um 1000 v. Ehr. wurde Schlittschuh gelaufen. Dafür spricht der aus Pferdeknochen herge st eilte Schlitt­schuh, den das Märkische Museum in Berlin aufbewahrt. Dieser Knochen-Schlitt­schuh wurde Mitte des 11. Jahrhunderts bei Aus­schachtungen in Pfahlbauten auf dem Stre­sow bei Spandau gefunden. Es ist anzunehmen, daß die Pfahlbauer der Steinzeit diese Art der Schlittschuhknochen unter ihre Ledersandalen schnürten. Erst um die Mitte des 13. Jahrhun­derts ist der Knochenschlittschuh durch einen eisernen erseht worden. 5>ie ersten, die diese Art von Schlittschuhen hergestellt haben, waren die Holländer und die Franzosen.

Krisenstinmmllg in Rumänien.

Um veri Exkronpririzen Carol

Bukarest, 4. Jan. (Privat.) Obwohl die Ge­rüchte über eine angeblich drohende neue Ver­sa s s u n g s kr i s e und die Möglichkeit der R ü ck- kehr des früheren Kronprinzen als Regenten im Einvernehmen mit dem Minister­präsidenten M a n i u von der Regierung wieder­holt und in kategorischer Weise dementiert worden sind, beschäftigen sich die Oeffentlichkeit und die Presse, insbesondere gelegentlich des 4. Januar, an dem seinerzeit Carol von der Thron­folge ausgeschlossen wurde, mit diesen Möglich­keiten.Adeverul" undDimineatza" bringen bis­her unveröffentlichte Angaben über die Vorge­schichte der Abdankung des Prinzen, wonach die­sem unter Androhung eines einer Ge­fangenhaltung ähnlichen Zwangsaufent- h a l t e s in Sinaia ein Ultimatum gestellt worden wäre.Cuvantul", der für heute eine Sonder­ausgabe zur Verteidigung Carols angetünbigt hatte, ist gestern nacht im Satz beschlagnahmt toorben. Trotz allem scheint aber die Neuauf­rollung der dynastischen Frage ober der Ausbruch einer Derfassungsrrise augenblicklich vollkommen ausgeschlossen. Von informierter Seite wird vielmehr geltend gemacht, daß, falls die carlistische Propaganda als Gegenaktion zu ge­wissen angeblichen Bestrebungen auf Verände­rungen der Regentschaft überhaupt geplant ge­wesen sein sollte, dieser Plan vollkommen hin­fällig sei, da das allerbeste Einvernehmen zwischen der Königin und dem Ministerpräsi­denten Maniu wiederhergestellt fei.

Oie Aufklärung der Bombenatteniaie.

Berlin, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Die Ermitt­lungen des mit der Aufklärung der Bom­benattentate beauftragten Llntersuchungs- richters M a s u r sind, wie dieMontagspost" erfährt, nunmehr zum Abschluß gelangt. Es ist gelungen, von den 13 Bombenattentaten elf Attentate durch Geständnis der Be­schuldigten aufzuklären. Als seinerzeit die Voruntersuchung in Berlin eröffnet wurde, ging man von der Annahme aus, daß in Berlin eine Zentrale bestanden hätte, auf deren Anweisungen die Attentate in Schleswig-Holstein verübt worden seien. Für diese Annahme haben sich aber vollgültige Beweise nicht er­bringen lassen. Wenn nicht in kürzester Frist der Nachweis geführt werben kann, daß der Anschlag auf den Reichstag entweder von Berlin aus inszeniert worden ist oder dem Kreis der in Schleswig-Holstein verhafteten Personen zur Last gelegt werden kann, erscheint es1 fraglich, vb der Prozeß vor den Berliner Gerichtsbehör­den durchgeführt werden kann.

Aus aller Welt.

Die Papageienkrankheit in Prag.

In Prag sollen insgesamt vier Fälle von Papageienkrankheit festgestellt toorben fein. Die bakteriologische Untersuchung bei öem im Jnfektionsspital untergebrachten Ehepaar hat jetzt ergeben, daß es sich tatsächlich um Papageien­krankheit handelt. Beide schweben in Lebens­gefahr. In die Infektionsabteilung des Wein­berger Krankenhauses sind zwei ^erfonen ein­geliefert worden, bei denen der dringende Ver­

dacht besteht, daß sie von der gleichen Krankheit befallen find. Es wurde ermit­telt, daß der Papagei, durch den die Krankheit auf das im Jnfektionsspital befindliche Ehepaar übertragen wurde, aus der gleichen Sen­dung stammte wie die Tiere, die die Krankheit in Deutschland verbreitet haben. Ein reichS- I deutscher Vogelhändler hat fünf Exemplare bra­silianischer Papageien einem Prager Tierhändler verkauft, der eines dieser Tiere an das erkrankte Ehepaar abgegeben hat. Dieser Vogel ging in wenigen Tagen zugrunde. Die Behörden suchen jetzt die Besitzer der übrigen Vögel zu ermitteln.

DieScheffel-Linde" in Achdorf niebergebrannt.

In der Scheuer des Müllers Julius Bausch in Achdorf bei Bonndorf brach Feuer aus. Da die Baulichkeiten mit der Gastwirtschaft Zur Scheffel-Linde" des Gastwirts Gust. Mehninger zusammengebaut waren, griff das Feuer sehr rasch auch auf dieses Anwesen über. Binnen kurzer Zeit war das durch Viktor von Scheffel in seinemJuniperus" verherrlichte Gast­hausZur Linde" ein Raub der Flammen. Nur wenige Bilder aus dem Scheffel-Zimmer konnten gerettet werden, darunter auch das Bild der durch Scheffel bekannt gewordenen Maria Gutta. Der Gebäudeschaden wird mit 40 000 Mk. angegeben.

Wiederwahl des Oberbürgermeisters Dr. Jarres von Duisbura.

Die Stadtverordnetenversammlung wählte Oberbürgermeister Dr. Jarres mit 46 Stim­men von 74 abgegebenen Stimmen wieder. Auf den von den Kommunisten benannten Reichstags­abgeordneten Torgler entfielen die 13 Stim­men der Kommunisten. Die Sozialdemokraten gaben 15 weiße Stimmzettel ab.

Explosion in einem Sprttwerk.

Im Spritwerk der Firma Trick Zellstoff in Kehl ereignete sich eine folgenschwere Explo­sion, die anscheinend durch Sprit, der aus einer undichtenDeftillierblase aus­gelaufen und dann zur Entzündung gelangt war, verursacht wurde. Drei Personen, ein Inge­nieur, ein Spritmeister und ein Arbeiter, wur­den in schwer verletztem Zustande dem Krankenhause zugeführt. Die Inneneinrichtung sowie das Dach des Spritwerks wurden voll­ständig z e r st ö r t und zahlreiche Fenster­scheiben der umliegenden Gebäude zertrümmert.

Großfeuer in einem Neuyorker Fremdenheim.

Im Erdgeschoß des Hotels Marguerh eines der elegantesten Fremdenheime Neuyorks, wurden durch Kurzschluß zwei Explosionen veran­laßt. Rauch und Flammen drangen durch die Ventilations- und Aufzugsschächte in die oberen Geschosse des elfstöckigen Gebäudes, das infolge des Kurzschlusses völlig ohne Licht war. Unter den vielen hundert Bewohnern des Fremden­heims, die es spät nachts auf Veranlassung der Feuerwehr räumen mußten, herrschte große Aufregung. Eine Frau erlitt einen Herz­schlag. Ein Ingenieur wurde in einem Per­sonenauszug erstickt aufgefunden. Die Feuer­wehr vermutet noch weitere Opfer.

Der Delfenschah für Hannover verloren.

Die vom ehemaligen Herzog Ernst August von Braunschweig der Stadt Hannover eingeraumte Frist für den Erwerb des Welfenschahes ist ver­strichen, ohne daß es gelungen ist. die sozial­demokratische Fraktion des Bürgervorsteherkolle« giums zu einer Aenderung des von ihr im Rat­haus abgegebenen Votums zu bestimmen und sie

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Abermals ist die atlantische Störung nach Skandinavien hin weitergezogen, und die mit ihr folgende Warmluft hat sich wohl in Nord- und Mitteldeutschland etwas auf die Tempera­turen ausgewirkt, aber im Süden hat der Frost im Hochdruckbereich weiter angehallen. Die kalte Luft auf der Rückseite der Storung bringt Daro- meteranfteig mit sich, der bei uns zunächst ruhi­geres Wetter verursachen wird. Dabei geht auch die Bewölkung zurück und die Temperaturen er­reichen den Gefrierpunkt und überschreiten ihn auch.

Wettervoraussage für Dienstag: Stellenweise nebelig, fonji wollig, Aufheiterung, vorübergehend trocken, Temperaturrückgang, nachts um Null und etwas darunter.

Witterungsaussichten für Mitt­woch: Wen j Aenderung der Wetterlage, je­doch vielfach weiter Frost.

Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 6 Grad Celsius, abends 5 Grad, am 6. Januar: morgens 3,1 Grab. Maximum 6,7 Grad, Minimum 3 Grad. Gebtemperaturen in 10 cm liefe am 5. Januar: abenbs 3 Grad; am 6. Januar: morgens 2 Grad Celsius. Sonnenfcheinbauer 4% Stunden.

Amtliche Dinlerfporknachrichlen.

Schwarzwald. Feldberg: Heiter, 1 Grad, 25 Zentimeter Schnee, gekörnt, Ski und Rodel gut. Ruhrstein: Heiter, minus 2 Grad, 15 Zentimeter Schnee, verharscht, Ski und Rodel psätzig.