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Heevesgerät die jungen Klubmitglieder ausgebildet haben. Es verlautet auch weiter, das in bem Sportverein militärische Disziplin innegehalten und Uebungen durchgeführt wurden. Die Polizei ist zur Zeit bemüht, noch näher festzustellen, zu wel- *tm Zweck die Instruktion im Wafsengebrauch bienen sollte. Insbesondere bemüht man sich, zu er- Mitteln, ob es sich bei dem Deutschen Marinefport« tfub um eine geheime Fortsetzung des zunächst in «reutzen verbotenen und bann von seinem Führer aufgelösten Bundes „Wiking" handelt, worauf die Auffindung von zirka 600 Abzeichen dieses Bun- des hinbeutet.
Meine politische Nachrichten.
Wie uns Herr W. S e i p e l (Fauerbach v. d. H.) zu unserer Meldung über seinen Uebertritt zu der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei mit- teilt, ist er nicht der zweite Vorsitzende des Hessischen Landsugenbbundes, wie es in der Meldung des Wolff-Bureaus hieß.
In Syrakus (Sizilien) sind die deutschen Schiffe „Schleswig-Holstein" und „Esse n" ringe» troffen. Die Vertreter der städtischen Behörden be» gaben sich an Bord zur Begrüßung des Admirals Oldekop. Dieser dankte für den herzlichen Emp» fang und begab sich an Bord eines deutschen Tor- pedojägers nach Catania, wo er an Bord der königlichen Jacht „Savoia" von König Viktor Emanuel empfangen wurde.
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InTarent fand in Anwesenheit von Vertretern der zivil- unb Militärbehörden und einer Reihe deutscher Persönlichkeiten auf dem Friedhof am Grabe der mit bem deutschen Unterseeboot „U. C. 12" am 6. März 1916 im Golf von Tarent versunkenen deutschen Seeleute eine Gedächtnisfeier statt. Ein deutscher Vertreter hielt die Gedächtnisrede. Der Präfekt von Tarent sprach darauf im Namen der italienischen Regierung Worte der Teilnahme. Zahl- reiche Angehörige der Opfer wohnten der Feierlichkeit bei. e
Auf den amerikanischen Schlachtschiffen „2Irfan- sas" .Florida" und.Utah" werden im Juni die erste und dritte Klasse der Seekadetten von der amerikanischen Marine-Akademie Annapolis eine Europa-Reise antreten. Wie das Marine- omt mitteilt, werden die Schiffe unter anderen Häsen auch Kiel anlaufen.
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Der Präsident der französischen Republik Doumergue ist in Algier einaetroffen. 3m Verlaufe der Degrüfzungsfeierlichreiten machte ein Abgesandter der Stammesführer, der Tradition gemäß, dem Präsidenten als Zeichen der Unterwerfung und des Gehorsams ein Pferd zum Geschenk. Der Präsident der Republik ist in der Sommerresidenz des Generalgouver- neurS abgestiegen und hat die Huldigungen der Stammesführer entgegengenommen.
Aus aller Welt.
Todessiurz eine» Fallschirmspringer».
Einen tragischen Ausgang nahm der in Geldern vor zahlreichem Publikum veranstaltete Flug- tag. Die Haupt- und Schlußnummer war ein Fallschirmabsprung des 30jährigen Fallschirm- Piloten A. Langer aus Darmstadt, der seinen 78. Absprung unternahm. Kurz nach Verlassen des Flugzeugs öffnete sich der .Fallschirm ordnungsmäßig. Plötzlich bemerkten jedoch die Zuschauer zu ihrem Entsetzen, daß der Pilot keine Verbindung mit seinem Fallschi r m hatte und den Schirm weit hinter sich lassend, zur Erde niederstürzte. Der älnglüd- liche, der in unmittelbarer Rahe der Zuschauermassen auf den Voden aufschlug, war sofort t o t. Die luftpolizeiliche Untersuchung ergab, daß der Fallschirmspringer vergessen hatte, die Karabinerhaken des Fallschirms an den Tragriemen um seinen Körper zu befestigen.
Zwei Fluggäste vom Propeller gelötet.
Durch eigene Unvorsichtigkeit kamen am heutigen Abend zwei Flugzeuggäste, und zwar ein Herr Walter Vartelnes auf dem Flugplatz Chemnitz und eine Frau Hartnack auf dem Flugplatz Tempelhof ums Leben. 3m ersteren Falle sprang der erwähnte Fluggast nach Abschluß eines Rundfluges, als das Flugzeug bereits wieder vor dem Chemnitzer Flughafengebäude anhielt, unvorsichtigerweise beim Aus- ft eigen nach vorn und wurde dabei von dem im Leerlauf befindlichen Propeller getroffen und getötet. 3m zweiten Fall lies die genannte Dame, nachdem sie mit einem Schulflugzeug von Dessau kommend, in Tempelhof gelandet war. anstatt hinten um die Maschine herumzugehen, nach vorn und kam infolge ihrer Unachtsamkeit in den Bereich des leerlaufenden Propellers. Sie wurde getroffen und war sofort tot.
Plötzlicher lob eine» Sporlführers.
3nDüsseldorf brach nach Beendigung eines Leichtathletik-Klubkampfes am Sonntag plötzlich der Leichtathletikobmann des Kölner Dallspiel- klubS, Dr. Klein, zusammen. Auf dem Transport zum Krankenhaus ist er verstorben.
Ein V-Zug führt in eine Arbeilerrolle.
Der V-Zug 141 fuhr bei Block 132 zwischen dem Bahnhof Rheda unb Gütersloh (Hannover) in eine am Gleise arbeitende Rotte, wobei die Arbeiter Roland, Polklas unb Wilmstrok getötet würben. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.
Haftbefehl gegen die Brüder Sah.
Der Dernehmungsrichter beim Berliner Polizeipräsidium hat gegen Franz Sah wegen schweren versuchten Einbruchs im strafverschärfenden Ruckfall und gegen Erich Sah wegen schweren versuchten Ein- oruches Haftbefehl erlassen. Die Brüder werden dem Untersuchungsrichter in Moabit zuge- führt werden.
Große IDalbbränbe in Amerika.
In verschiedenen Staaten Nordamerikas sind große trockene Grasflächen und Fichtenwälder in Brand geraten. Bei dem starken Winde erreichten die Brände teilweise eine beängstigende Ausdehnung und richteten Schäden an, die bisher auf insgesamt 20 Millionen Dollar geschätzt werden. In Lang Island Halle die brennende Fläche zeitweise eine Ausdehnung von 40 Meilen, so daß die Neuyorker Feuerwehr zu Hilfe gerufen wurde. In N e w I e r- s e g mußten mehrere Dörfer wegen der Waldbrände geräumt werden. In Staten Island brannten mehrere 100 Häuser nieder. In Rhode Island unb in Newhampshire wüteten ähnliche Brände. Namenllich in Mittel» unb Süd-
New-Jersey gewannen die Bände eine solche Ausdehnung, daß sie als die schlimmsten in der Ge- schichte dieses Staates bezeichnet werden müssen. Ein Waldfeuer, da» in Smithboura begann, brannte 12 Meilen weil bis Lakehurst und zerstörte dabei unternxas einen Teil der Ortschaft Basville In Lakehurst war der Rauch dieses Feuers derart dicht, daß die Feuerbeobachtungsstelle auf der Luftschiff- Halle, die dem Zeppelin als Unterkunft diente, nuß- los wurde. Die Waldbrände übersprangen breite Landstraßen, die des Nachts voll von Wild waren, das aus den brennenden Wäldern sich geflüchtet hatte.
Aushebung einer Falschgelbfabrik.
Nach Durchführung langwieriger Beobachtungen und Ermittelungen ist es der Duisburger Polizei gelungen, im Stadtteil Osterfeld eine vollständige Fabrik zur Anfertigung falscher Zwanzigmarkscheine auSzuheben. Vorläufig konnten fünf Personen festgenommen werden. Dem Hauptschuldigen Hubert Bügele aus Osterfeld und einem gewissen Engelhardt gelang eS, in einem Auto die Flucht zu ergreifen. 3n Hamborn wurde der Wagen von einer Polizeistreife gesichtet, als er sich in schneller Fahrt in Richtung Dinslaken befand. Den Beamten gelang es jedoch nicht, die Verbrecher sestzunehmen.
Ein gefährliche» Andenken.
3n der Rähe von Toulon hatte ein Arbeiter in seiner Wohnung auf einem Schrank eine Granate a l s Andenken an den Weltkrieg aufbetoafcrt. Als er am Samstagabend die Wände neu streichen wollte und den Schrank abrückte, fiel die Granate zu Boden und explodierte. Der Arbeiter sowie sein im Zimmer anwesender Schwager wurden so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit st a r b e n. Die Frau des Arbeiters hat ebenfalls schwere Verletzungen erlitten.
Raubüberfall im Personenzug.
Der Buchhalter Hans Schäfer, der bei einer Malzfabrik in Kälkscheuren angestellt ist, wurde Samstag gegen 11 Uhr im Personenzug Köln- Euskirchen in einem Abteil 3. Klasse vor der Einfahrt in den Bahnhof Köln-West von zwei maskierten Männern üb erfüllen, unter Vorhaltung des Revolvers in die Toilette des Wagens geschleift und geknebelt, und bann eines Lohngeldbetrages in Höhe von 18 000 Mark beraubt. Er wurde erst kurz vor dem Bahnhof Kalkscheuren von Mitreisenden aufgefunden. Für die Ermittlung der Täter setzte die Kölner Reichsbahndirektion eine Belohnung von 500 Mark aus. Die Täter haben vermutlich den Zug auf freier Strecke zwischen Köln-Hauptbahnhof und Köln-West verlassen. Nach Angabe des UeberfaUenen handelt es sich um zwei junge Männer von 24 bis 30 Jahren.
Löwenplage in Südafrika.
Diele Teile von R j a s s a l a n d leiden unter einer schweren Löwenplage. Die Löwen werden von Tag zu Tag angriffslustiger. 3n der Rähe von Ford 3ohnstone brach ein Löwe durch die Eeitenwand einer Grashütte, in der eine Cin- geborenenfamilie schlief, und griff die Frau an. Als ihr Mann sie zu retten versuchte, stürzte sich der Löwe auf ihn. Die durch den ersten Angriff verwundete, zu Tode erschreckte Frau mußte mit ansehen, wie das Raubller den Mann tötete und seine Beute verzehrte, um bei Tagesgrauen im Busch zu verschwinden. Die Frau befindet sich im Hospital und wird den Folgen des entsetzlichen Abenteuers voraussichtlich erliegen. Während des ganzen Vorfalls schlief das fleine Kind der beiden friedlich neben der Mutter. Europäische Pflanzer verfolgten am nächsten Tage den Löwen und erlegten ihn.
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Sonntag, d.4.9rtai 1930.
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Wettervoraussage.
Der hohe Druck, welcher die letzten Tage unser Wetter beherrschte, baut sich langsam ab. Unter starkem Barometerfall bringt vom Atlantischen Ozean her eine Störung vor und hat bereits die britischen Inseln erreicht. Bei ihrem Weiterzug wirb auch unser Gebiet berührt werden, so daß das Wetter einen etwas unbeständigen Charakter annimmt. Mit dem Vordringen ozeanischer Luftmassen kommt spä- terhin stärkere Bewällung auf, wobei auch vereinzelt Niederschläge auftreten können, die teilweise gewitterhafter Art sind.
Wettervorhersage für Dienstag: Zu- nächst noch aufheiternd, zunehmende Bewölkung, Neigung zu gewillerhaften Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 4. Mai: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 12,8 Grad; am 5. Mai: morgens 11,8 Grad. Maximum 21,2 Grad, Minimum 9,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 4. Mai: abends 20,4 Grad; am 5. Mai: morgens 13 Grad. — Niederschläge 4,2 mm. — Sonnenscheindauer 8X Stunden.
Aus ber Prvvinzialhauptstabt.
Gießen, den 5. Mai 1930.
Kommerzienrat Schaffstaedt 80 Jahre alt.
Am heuttgen Montag, 5. Mai, begeht unser Mitbürger. Kommerzienrat Heinrich Schaff- st a c d t seinen 80. Geburtstag in ausgezeichneter geistiger und verhältnismäßig guter körperlicher Frische. Der alte Herr, ein bekannter Vertreter unserer heimischen 3ndustrie und langjähriger eifriger Mitarbeiter an den Aufgaben des Gemeinwohls, entstammt einer alteingesessenen Gießener Bürgerfamilie, deren Stammbaum bis zum Dreißigjährigen Kriege zurückreicht.
Rach abgeschlossenem Schulbesuche (Rahn'sche Vorschule und Realschule) trat Heinrich Schaffstaedt in das väterliche Geschäft, die heuttge Firma H. Schaffstaedt G. m. b. H., Fabrik gesundheitstechmscher Anlagen, ein. Rach strenger Lehrzeit wurde er von seinem auf technischen Fortschritt gerichteten Vater In die Welt geschickt, wo er in vielen Betrieben seine Kenntnisse in praktischer und theorettscher Hinsicht erweiterte. Den Feldzug 1870,71 machte er als Einjährig- Freiwilliger mit. 3n die Heimat zurückgekehrt wurde er ein eifriger Anhänger und Förderer der Turnerei. des Ruder- und Eissports, ein rühriges Mitglied der Feuerwehr und Mitarbeiter in zahlreichen Körperschaften. Rach dem Ableben seines Vaters 3ohann Heinrich Schaffstaedt im 3ahre 1881 übernahm er das von diesem im Jahre 1841 gegründete Geschäft, das er durch Tüchtigkeit, rastlosen Fleiß und sorgsame Umsicht im Lause der Jahrzehnte zu dem weithin geachteten Unternehmen machte, wie es sich heute darstellt. Mit prakttschem Blick für alles Technische und Großzügige begabt, gelang es ihm durch eifriges Streben einige patentierte Erfindungen zu machen, die der Firma Weltruf verschafften und die Erzeugnisse ihrer Werkstätten in allen Erdteilen bekannt werden ließen.
Trotz starker geschäftlicher 3nanspruchnahme versagte sich der Jubilar auch nicht der Arbeit für die öffentlichen Interessen. Das Vertrauen der Bürgerschaft übertrug ihm im Rovember 1901 ein Dtadtverordnetenmandat. 3m Rovember 1907 wurde er auf weitere neun 3ahre in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, und da während der Kriegsjahre keine Stadtverordnetenwahlen vorgenommen wurden, verblieb er bis zur Reuwahl des Stadtparlaments im 3ahre 1919 in seinem öffentlichen Ehrenamt. Als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung gehörte et der Finanzkommission, der Schuldeputation, der sozialpolitischen Kommission, der Theaterkommission und der Kommission für Beschaffung von Brennmaterialien an, ferner wirkte er als Vertreter der Stadt in der Verwaltung der A.-G. Gießener Dolksbad mit. Als einer der ersten Stifter bei der Errichtung unseres Stadttheaters wurde et in den Vorstand des Theaterbau- Vereins entsandt, wo er bis Ende September 1925, als das Theater in das Eigentum der Stadt überging, als Geschäftsführer des Theaterbauvereins ehrenamtlich wirkte. Weiter war der 3ubilar als Mitstifter an der Gründung desVolks- bades beteiligt, er gehörte dem Vorstand der Alice-Schule an und arbeitete bei vielfachen Wohlfahrtsbestrebungen eifrig mit. Seit langen 3ahren ist er auch Aufsichtsratsmitglied der Handels- und Gewerbebank. Der Gesangverein Sängerkranz und der Turnverein von 1846 ernannten ihn in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied.
3m 3ahre 1906 wurde der verdienstvolle Mann, der sich in vorbildlicher Weise und erfolgreich um den Aufschwung seiner Firma be» muHte, aber ebenso tatkräftig und weitblickend in uneigennütziger Weise dem Dienste für das Allgemeinwohl der Bürgerschaft sich widmete, in Anerkennung seines Wirkens von dem früheren Grohherzog Emst Ludwig zum Kommerzienrat ernannt. Als weitere Ehrung darf der 3u- bilar die Tatsache ansehen, daß fein Wirken ihm die dankbare Anerkennung weiter Dürger- kreise gebracht hat. Daneben ist es die Schlichtheit und Vornehmheit seines Wesens und Handelns. die ihm die Sympathie vieler Mitbürger zugeführt hat und die ihm auch ein großes Maß von Beliebtheit bei allen Mitarbeitern der Firma Schaffstaedt sicherte. Dem vortrefflichen Menschen, dem eifrigen Mitarbeiter an den Geschicken unserer Stadt und dem hervorragenden Manne der 3ndustrie gelten daher an seinem 80. Geburtstage die herzlichen Wünsche vieler Mitbürger für einen weiterhin gesegneten Lebensabend.
Zägeriagung in Gießen.
Der Landesverein Hessen des Allgemeinen Deutschen 3agdschuhver- ein8 hielt am Samstag in Gießen im „Hotel Viktoria" seine diesjährige 3ahreshaupt- versammlung ab, an der außer Mitgliedern aus den hessischen Provinzen auch Vertreter der Landesvereine von Hessen-Rafsau und Baden, sowie des Wetzlarer Dezirksvereins und des korporativ angeschlossenen „Hubertus-Gießen" teilnahmen.
Die Tagung stand unter der Leitung von Ministerialrat a. D. Kutsch, der in warmen Worten des verstorbenen Mitglieds Forstrat Mettenheimer (Romrod) und seiner Verdienste um das hessische Weidwerk gedachte. Die Tagung diente außer der Entgegennahme der üblichen Berichte vor allem der Umgestaltung der Organisation durch eine neue Geschäftsordnung, die das Schwergewicht der zu leisterrden Arbeit in bie Ortsgruppen legt.
ilnter den Anträgen stand in erster Linie der von Hubertus-Gießen unterstützte Antrag des Studienrates H ö l z e l, der den Vorstand beauftragt wissen wollte, zusammen mit anderen bestehenden jagdlichen Organisationen in Hessen auf ein Verbot des Schrotschusses auf Schalenwild hinzuwirken. Der Antrag, dessen Verlangen der weidmännischen Auffassung weiter Kreise entspricht, wurde in der Begründung durch die Einführung dieses Verbotes in Preußen als dringlich bezeichnet, da bei verschiedener Regelung unerwünschte Folgen für die hessische Jägerei unausbleiblich sein werden. Unterstützt wurde der Antrag durch Anschauungsmaterial, das Geh. Rat Prof. Dr. Olt (Gießen) vorführte und das zeigte, welche Verkrüppelungen und Schädigungen selbst einzelne Schrotkömer Hervorrufen können und wie sehr 6er rauhe Schuh auf Schalenwild in der Hand ungeübter Jäger den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit der 3agd sowohl, wie auch der Forderung nach möglich^ schonender Art der 3agdausübung vom Standpunkt der Humanität aus zuwiderläuft.
Rach sehr ei na ebender Aussprache, tn der Re verschiedenen Seiten der Frage gründllch beleuchtet wurden, wurde der Antrag angenommen.
Der Vorstand wurde ferner beauftragt, mit den zuständigen Organisationen der A u t o m o - bürsten und Motorradfahrer in Der» bintnmg zu treten und sie zu bitten, auf ihve Mitglieder dahin einzuwirken, daß die WÜd- verluste durch Ueberfabren auf das unvermeidbare Maß beruntergebrüdt werden.
Sehr beachtliche Ausführungen über e3agb- bereiniflungen“ zum Zwecke der Beseittguna von .Raubgrenzen" machten Forstrat und Forftasses- sor Eckstein (Grünberg).
Die Reuwahl en ergaben die Wiederwahl bei seitherigen LandeSvorstandeS. Die nächste Versammlung findet in Dingen statt.
Bornotizen.
— Tageskalender für Montag. Stein« kohlen-Be^ugs-Gesellschaft Gießen: Hauptversammlung, 20 Uhr, im „Pfälzer Hof". — Verkehrsverein e. V.: Iahres-Hauptversammluna, 20.30 Uhr, im .Hindenburg". — Selbsthilfe der Arbeit: Mitgliederversammlung, 20 Uhr, im „Krokodil". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm ,Lwei Herzen im -L-Takt".
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Morgen, Dienstag, 6. b. TI., findet im Stadttheater ein einmaliges Konzert des bekannten Großrussischen Nationalorchesters W. H. B. statt. Die Truppe erscheint in ganz neuer Ausstattung und mit vollständig neuem Programm: Balaleikaorchefter, Männerchöre. Solo- und Tanzdarbietungen. Das Orchester hat auf feinen Gastspielreisen allenthalben
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eine glänzende Aufnahme gefunden; den Besuchers des Stadttheaters dürfte ein genußreicher Abend be- vorstehen.
*• Straßensperre. Wegen Rohrlegunas* arbeiten ist die Straße „Hinter den Schieß- gärten" am 5. und 6. Mai und die Hardtalles am 9. und 10. Mai für jeglichen Fährverkehr polizeilich gesperrt.
** Forst Personalien. Ernannt wurden bis Forstreferenbare Wilhelm Ernst Prinz zu Erbach.Schönberg, Bernharb Geißler zu Darmstabt, Ebuarb Hainer au Marienschlotz (Oberhessen), Werner I a c o b i zu Lollar bei Gießen, Heinrich Schäfer zu Villingen, Kreis Gießen, Reinharb Schober zu Darmstabt und Franz Stumpf zu Butzbach zu Forftassessoren.
** Arbeitsiubiläum im Gaswerk. Der Schreiner Ludwig Seipp aus Rödgen kann am morgigen Dienstag^ 6. Mai, auf eine 40jährige Arbeitstätigkeit im Gießener Gas- und Wasserwerk zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich sowohl bei der Werkleitung, wie auch bei seinen Arbeitskollegen bester Wertschätzung. Die Werkdtrektion kann dem bewährten Manne an seinem morgigen Jubiläums- tage Glückwunschschreiben des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, des Oberbürgermeisters unb des Kreisdirektors des Kreises Gießen überreichen.
** Dom Gießener Wochenmarkt. Der Verkauf von Butter, Eiern, Käse unb Geflügel finbet vom morgigen Dienstag ab in ber Marktlaubenstraße unb in kleineren Mengen auf bem Linbenplatz statt; auf bem Linbenplatz kann gleichfalls Gemüse in kleineren Mengen feilgehalten werden. Der übrige Verkauf von Gemüse, Obst und Kartoffeln erfolgt auf dem Brandplatz und dem Kanzleiberg.
Hessischer Evangelischer Pfarr» tierein. Die diesjährige Hauptversammlung deS Hess. Evang. Pfarrvereins soll am 14. Mai m Frankfurt a. M. abgehalten werden. Die Vormittagssitzung sieht folgende Verhandlungsgegen^ stände vor: 1. Jahresbericht und Bericht über das Melanchthonheim, durch den Vorsitzenden; 2. Rechenschaftsbericht des Rechner-; 3. Referat des Schriftleiters mit anschließender Wahl desselben; 4. Wahl des Vorsitzenden; 5. Referat des Vorsitzenden über die Erhöhung des Beitrags zum Reichsbund höherer Beamten unb Stellungnahme dazu; 6. Mitteilungen über das Theologenheim, von Pfarrer Sieb eck (Echzell); 7. Etwaige Anträge von Mitgliedern; 8. 3ahres» bericht und Rechnungsablage der Hilfskasse. 3n der Rachmittagssitzung wird Direktor Pfarrer Röhricht (Darmstabt) sprechen über „DieGefährdung der evangelischen Wohlfahrtspflege unb unsre daraus entstehenden Aufgaben". 3m Anschluß an die Hauptversammlung wird noch bie 3ahresversammlung der Sterbekasse stattfinden«
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
][ Biedenkopf, 3. Mai. Gestern nachmittag unternahm der 36 3ahre alte Ludwig Bamberger aus Friedensdorf mit feinem Fahr « rab eine Fahrt von Biedenkopf nach Eckelshausen. Unterwegs rannte er in angetrunkenem Zustande gegen das ihm entgegenkommende Auto eines Reisenden aus Gießen und wurde bei dem Zusammenprall auf der Stelle getötet. Den Führer des Auto- trifft keine Schuld.
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