Nr. 81 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)Samstag, 5. April 1950
Frankreich und der ^oungplan
Außenpolitische Llmschau.
Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. X
Das Haager Vertragswert ist in der französischen Kammer mit einer Mehrheit, die fast an Einstimmigkeit grenzt, nämlich mit 527 gegen 38 Stimmen angenommen worden. Damit sind die beiden wichtigsten Ralirtkations» beschlösse für das Inkrafttreten des Voung- ptans erfolgt. Die Debatte in Paris war zum Teil sehr lebhaft, nämlich in der Frage der sog. „Sanktione n", die in drei auteinander- solgendcn Sitzungen geradezu die Erörterung bestimmten. Bei der deutschen Beratung wurden von den Gegnern des Boungplans die Bedenken gegen die bekannte Abrede über den„äußersten Fall" vorgebracht. 3n Paris dagegen führten den Kamps die, denen nach der umgekehrten Seite diese Verabredung zu weit geht, nämlich Herriot und Leon Dlum. Darüber ist es dann -unwichtigen Erklärungen und Festlegungen Tar- dieus gekommen. Schon die Kommission der Kammer sprach sich für die Auffassung Briands aus, nämlich dost selbst im Fall einer Verschuldung Deutschlands, die das Haager Gericht als solche erklärt habe, Frankreich in seinen Maßnahmen an das Völkerrecht, die Satzung des Völkerbundes und den Kelloggpakt gebunden bliebe. Der außenpolitische Ausschuß der französischen Kammer hatte also schon ausdrücklich ein Recht zur Wiederbesehung deutschen Gebietes, ohne daß darin Deutschland eine feindselige Handlung erblicken könne, als nicht bestehend anerkannt. 3n dem Auf und Ab der Kammererörterung hat sodann Tardieu, freilich selbst auch nicht ohne Schwankungen, schließlich erklärt: Artikel 430 ist nicht mehr anwendbar. Er ist zwar juristisch. d. h. aus dem Texte des Vertrages, nicht gestrichen, aber er hat die Reparations- kommistion zur Voraussetzung, die nicht mehr besteht, auch niemals wieder ins Leben treten werde.
Run der „äußerste Fall": Angenommen der Haager Gerichtshof stellte das böswillige Verschulden fest, so sei Frankreich frei von den Bindungen, die ihm der Poungplan ouferlegt. Aber es ist nicht frei (immer nach Tardieus Erklärung), vom Kelloggpakt und hat für sich nur di« Rechte, die die „Handbücher des internationalen Rechts" zur Erzwingung nicht eingehaltener Verträge dem geschädigten Teil geben. Auch nach Tardieu Nit also Frankreich unter keinen Umständen ein Recht zu Sanktionsrnah- nahmen gegen Deutschland, die über den Kelloggpakt und den Völkerbundspakt hinausgingen. Wenn nun Frankreich behaupten würde, daß es doch das Recht zum Kriege habe, weil nämlich Deutschland alle von Frankreich zu ergreifenden Maßnahmen dann als legitime Maßnahmen betrachten müsse (gemäß der Haager Abrede), so wäre dies Recht der Anwendung kriegerischer Maßnahmen anderseits durch den Kelloggpakt beseitigt, der die Anwendung des Krieges als eines Mittels der nationalen Politik ausschlieht. 3edenfalls ist so festgelegt, daß Frankreich irgendein Sanktionsrecht im alten Sinne des Versailler Vertrages durchaus nicht mehr besitzt, und für den sogenannten ^äußersten Fall" ist dann entscheidend, ob der mit den Begriffen: Haager Gerichtshof, Völkerbund und Kelloggpakt bezeichnete Mechanismus einer internationalen Rechtsordnung wirklich funktioniert und feine Schuldigkeit tut.
Wir haben das noch einmal so umständlich hier ausgeführt, weil das die Schluherörterungen der französischen Auffassung sind. Tardieu mußte mit festsitzenden Vorstellungen in der französischen Kammer kämpfen, die er nicht einfach beiseiteschieben kann, llnb im Versuch, dergleichen Vorstellungen zu überwinden, gleitet der gewandte Mann dann, wie auch diesmal wieder, vorübergehend auch auf Abwege ab und selbst in die alten Vorstellungen zurück. Aber er weiß, um es noch einmal zu sagen, daß der alte Eonktionsbtgrisf und die Mobilisierung der ungeschützten deutschen Zahlungen in einer großen Anleihe zwei Dinge sind, die sich gegenseitig einfach ausschließen. Deshalb war ja schon die ganze Llnterhaltung im Haag über den .äußersten Fall" und die gekünstelte Abrede darüber im Grunde einfach sinnlos. Hoffen wir nun, daß die Eanktionsfrage im alten Sinn mit diesen Erklärungen Tardieus abgeschlossen ist! Lind stellen wir fest, daß ein großer Teil der französischen Kammer bei der Zustimmung zum Voungplan den Gedanken an militärische Maßnahmen, also an eine Wiederbesehung des Rheinlandes ausschließen wollte. Man soll darum auch von der deutschen Seite diesen Charakter, den die Ratifikation in der französischen Kammer trug, im deutschen 3nteresse und vom deutschen Standpunkte ausdrücklich festlcgen und festhalten I
Natürlich sprach für die große Mehrheit in Paris mit. welchen Gewinn der Boungplan und die Anleihe für Frankreich darstellte. 3n der Regierungsbegründung war auch gesagt, daß die endgültige Regelung der deutschen Iahres- zahlungen, die Mobilisierung, die Priorität der eigentlichen Tributzahlungen (durch den ungeschützten Teil) und die Verwandlung der politischen Schuld in eine kommerzielle, die Opfer, die Frankreich angeblich bringt, durchaus auS- gleichen. Es macht ein glänzendes Geschäft und Poincarß, im Augenblick nicht an der Macht, kann befriedigt auf diesen Ausgang blicken. Gegen die Rheinlandräumung zum festgelegten Termin wurden nur geringe Bedenken laut. Die überwältigende Mehrheit der Kammer, über 500 Deputierte also, stimmten der vorzeitigen Rheinlandräumung zu. Dementsprechend ist der gründliche Abbau der Reparationskommission bereits mit der Kündigung für sämtliche Angestellten zum 1. April begonnen worden. Mit ihr verschwindet das letzte der Organe, die der Friedensvertrag Deutschland aufzwang, von denen die Militärkontrollkommission und die Reparationskommission für Deutschland die unerträglichsten waren.
Kein Zweifel, daß eine neue Periode der deutsch-französischen Beziehungen damit, mit der Ratifikation des Doungplans in Berlin und
Paris, begonnen hat. Darunter verstehen wir nicht, daß daS eine neue Periode von Frieden und Freude und mit dem Vergessen aller Vergangenheit sei. Für Frankreich soll diese Regelung vollständig und endgültig fein. Für Deutschland kann sie es gar nicht sein, weil n i c- mand auf unserer Seite an di« Durchführbarkeit des Boungplans. vor allem auf eine so lange Zeit hin. glaubt. Aber immerhin: Sanktionen und Wiederbesetzung des Rheinlandes sind ausgeschlossen. Auf die Zwangsmittel des Versailler Vertrages ist verzichtet, und damit ist allerdings das deutsch-französische Verhältnis nunmehr von Belastungen freier geworden. Wir übersehen auch nicht, daß Tardieu bewußt im Sinne einer, wie er selbst aussprach, deutschfranzösischen Annäherung gesprochen hat. Was das praktisch bedeuten wird und kann, vermag im Augenblick noch niemand so recht zu sagen. Aber für jeden, der das deutsch-französische Verhältnis heute durchdenkt, ist das unbestreitbar, daß die Beziehungen der beiden Staaten nunmehr mit dem Abschluß des „neuen Plans" auch eine neue Grundlage gefunden haben, bei deren Betrachtung im deutschen Lebensinteresse wir nun auch niemals vergessen sollen, wie sehr diese Grundlage mit amerikanischer Hilfe geschaffen wurde und wie sehr Rord- omerika mit dieser Reuregelung verbunden ist.
„Ein Zittern umläust die Wett—"
Südafrika am Vorabend großer Ereignisse. — Oer Rassenkampf im Kapland. — Bur und Brite, Inder und Schwarzer.
Don unserem ?r.-Berichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Stellenbosch (Süd-Afrika), April 1930.
Diese kleine Landstadt im überwiegend burischcn Hinterland des großen Kapstadt mutet mit ihren in Grün gebetteten holländischen Ziegelbauten und den über die baumlosen Höhen verstreuten Farmerhöfen völlig europäisch an. Hat aber durchaus nicht den Anstrich einer Unioerf itätsftabt. Dazu fehlt der repräsentative Mittelpunkt architektonisch wertvoller Gebäude und überhaupt alles, was nach unseren Begriffen einem Stadtganzen akademische Würde verleiht. Man muß erst die Einzelzellen su- chen, aus denen sich hier in Instituten und Koste- giatsg.bäuden das südafrikanische Studententum den Honigseim der medizinischen, theologischen und juri- ftifdjen Wissenschaften sammelt. Doch hat dieses kleine Gemeindewesen mit seinen wenig mehr als 5000 weißen und vielleicht ebenso vielen farbigen Bewohnern seine eigene Bedeutung in der Union gewonnen. Laufen doch hier die in der Lebhaftigkeit der größeren Städte der Union weniger hervor- tretenden Fäden jener natiormlsüdafrikanischen Kulturbewegung zusammen, der es bereits vergönnt war, aus dem literaturunfähigen „a f r i k a a n s T a a l" eine neue, höchst eigene Schriftsprache herauszubilden. Die kulturelle Bereinheit- lichung Südafrikas, die unter Umschichtung aller Teile der weißen Bevölkerung auch in dem früher sich sprachlich völlig getrennt haltenden Bri- tentum immer breiteren Raum gewinnt, hat in Stellenbosch einen sehr wesentlichen Stützpunkt gewonnen. Don den hier vereint wirkenden Kräften, an denen deutsche Wissenschaft einen sich in den letzten Jahren mehrenden Sintert nimmt, geht eine erhebliche kulturelle Wirkung aus, die weit über das Gebiet der alten Kap-Kolonie hinaus mit der im früheren Transvaal und Orange-Freistaat sitzenden burischen Intelligenz in enger Zusammenarbeit steht. Dadurch bietet Stellenbosch durchaus Gelegenheit, allen Problemen des Südafrikanertums näherzutreten und den auftauchenden Entwicklungen beobachtend nachzugehen, die für die Zukunft Südafrikas als ausschlaggebend zu betrachten sind.
Bon den solange im Vordergrund umkämpften Fragen des Widerstreits der Interessen und Traditionen von Buren u n b Briten ist heute wenig mehr zu spüren. Flaggenstreit und Einzelkonflikte über die Gleichberechtigung beider Nationalitäten in Schule und Verwaltung können wohl noch in gelegentlichen Zusammenstößen der Meinung im Kapstadter Parlament eine Rolle spielen. Das Gefühl aber der allgemeinen Kooperation zu Gunsten eines selbständig s i ch entwickelnden Südafrika überwiegt. So dürfte bei ruhigem Fortschreiten aller Verhältnisse der Zeitpunkt vor- auszusehen fein, an dem burische Nationalisten und von britischen Einwanderern abstammende Südafrikaner sich für immer die Hand reichen werden. Die scharfe Opposition gegen extreme Forderungen ber eingeborenen Farbigen fördert diese Verbindung. In dieser Hinsicht stellt sich auch die von dem Obersten Creßwell geführte Arbeiterpartei, die in erster Reihe Anteil an den Fragen ber Lebenshaltung ber weißen Arbeiter unb ber burischcn Farmer nimmt, hinter bie im Regiment sitzen
ben Hauptparteien bes Lanbes. Nur bic Propa- ganba ber linksstehenden unabhängigen S o - zia listen, die zahlenmäßig an sich noch für das Parlament bedeutungslos find, wendet sich unmittelbar an die Massen der „coloured men", um sie damit auch schon kräftig aufzuwiegeln.
Es liegt nun bereits 3ahre zurück, daß das Auftauchen zum Teil nordamerikanischer Aeger- emissäre die sogenannte aethiopische Bewegung auch in unsere kapländischen, sonst so stillen Landdistrikte hineingctragen hat. Das Fazit ist heute, daß in den südafrikanischen 3ndustrie- und Grubengebieten sich ein proletarisch organisiertes, höchst unruhiges farbiges Arbeiterelement gebildet hat. 3n den übrigen Landes teilen der Union, soweit sie Selbstverwaltung besitzen, steht ein reichlich aufsässig gewordenes schwarzes Landvolk — weniger organisiert, aber mit gleichfalls stark radikalen Forderungen — dem Industrieproletariat zum mindesten unterstühungsbneit gegenüber. Die von dem Kaffernführer Kade l i e aufgezogenen Eingeborenen-Ge- werkschaften, die auch auf dem flachen Lande ihre Anhänger finden, operieren höchst geschickt. Da wird das gleiche Stimmrecht der Eingeborenen verlangt, ferner ein gleiches Recht mit den weihen Arbeitern auf Arbeit und Tarife, und schließlich vermehrter Anteil am Bodenbesitz. Vorläufig hat die südafrikanische Regierung durchaus alle Mittel an der Hand, diese Bewegung niederzuhalten. Man weih es nur allzu genau, daß es den Ruin jeder europäischen Zivilisation bedeuten würde, wenn ein unbeschränktes Eingeborenen-Wahlrecht gewährt werden sollte. Allein in der Kap-Kolonie würden die mit dem Wahlrecht ausgestatteten eingeborenen Wähler binnen weniger Iahre die weißen Wähler um das Mehrfache übertreffen. In den anderen Gebieten der Union, wo der Kopfzahl der Weihen teilweise um das Zehnfache das schwarze Element überlegen ist, müßte sich dieser Entwicklungsprozeh noch unheimlicher auswirken.
Vergessen darf dabei ebenfalls nicht das an der Südoftküste mit ungemeiner Zähigkeit sich behauptende Indertum werden. Seit Aufhebung der den Indern den Weg zur Siedlung und Ausbreitung versperrenden „areas reserva- tion bi!!" haben sie auch im eigentlichen Kap- gebiet sich erheblich ausgebreitet. Wenn man mit einer Dicrtelmillion Indern heute in der Union zu rechnen hat, so darf für die Zukunft sicherlich noch ein viel höherer Anteil an der Kopfzahl der farbigen Bevölkerung im südafrikanischen Gesamtgebiet angenommen werden. Diese Inder sühlen sich als vollwertige Staatsbürger und wissen äuherst geschickt ihre hauptsächlich im Kleinhandel beruhende wirtschaftliche Position zu verbessern. Das Einschieben dieser intelligent hochstehenden Clemente in die Riederlassungsgebiete der Südkafsern wird vor allem von Kapstadt aus mit wachsender Besorgnis verfolgt. Die gelehrigen Kaffern, aber auch manche andere Zulu- und Bantustämme lassen sich gerade von den geschmeidigen Asiaten auffällig
beeinflussen. Sie erblicken In ihnen vielfach die gegebenen Helfer auf dem Wege zur wirtschaftlichen Emanzipation. Die von der Kaf- fernbevölkerung in allen Zweigen des Landbaues und der Viehzucht gemachten Fortschritte sind wirklich erstaunlich. — ebenso ihr krampfhaftes Bemühen, fich äußerlich europäischer LebenS- gestaltung anzupassen. Die von diesen wohlhabend gewordenen Schwarzen ausgehende Konkurrenz macht sich in den Wittel bezirken des Kaplandes für den weihen Farmer bereits erheblich bemerkbar: hat ihre Auswirkung auch darin, daß die schwarzen Knechte die Kolonistenfarmen verlasfen, um haufenweise i n den Dienst ihrer eigenen StammeSge- noffen überzugehcn. So zeichnen sich hierdurch gerade für die wirtschaftliche Ecistenz der europäischen Kolonistenbevölkerung auf dem flachen Lande höchst bedrohlich anwachsende Gefahren ab.
Sehr auffällig tritt in der gesamten farbigen Bevölkerung, vom Kap aufwärts bis über den Daalstrom hinaus sowie im Ratalgebiet, neuerdings die starke Interessennahme hervor, bie allen Vorgängen der Gingeborenenbcwe- gung im übrigen Afrika sowie ber indisch-ost- asiatischen Welt entgegcngebracht wird. In Flugschriften, die in Eingeborenen-Idiomen, aber auch im „Taal" versaßt sind, werden andauernd diese Ereignisse behandelt. An größeren Plätzen sind Meetings bereits an der Tagesordnung, deren demonstrative Ausmachung an europäischen Dorbildenr sich geschult hat. Augenscheinlich sind in diesen farbigen Menschenmassen unterirdische Kräfte am Werk, um sie für eine latente Dauerempörung gegen die „wirtschaftliche und politische Bedrückung der Weißen" allmählich reif zu machen. Es ist höchst bezeichnend, wenn ein führendes Afrikaner-Blatt auf alle diese in einem sichtlichen Zusammenhang stehenden Erscheinungen mit der alarmierenden Lieberschrift hinweist: „Ein Zittern umläuft die Welt". Sollte vielleicht wirklich die Gesamtheit weißer Kolonialherrschaft am Vorabend großer kulturumwälzender Bewegungen stehen? Die steigende Flut der farbigen Menschheit, auf deren Möglichkeiten und Ausmaße so oft schon hin- aewiesen wurde, bedeutet sicherlich unter den heutigen Verhältnissen für die südafrikanische Union noch keine unmittelbare Gefahr. Aber das drohende Sammeln solcher Wetterwolken am Horizont sollte doch die Regierenden dazu mahnen, für die Lleberlegenheit weißer Kultur unb ihrer Herrschaft im schwarzen Erdteil rechtzeitig Sorge zu tragen. Sonst könnte zum mindesten die im „kaffir brain“ sich so gefährlich auswirkende Verhetzung, „die weißen Eindringlinge ins Meer zurückzutreiben", zu einer für Südafrikas weiteres Gedeihen verhängnisvollen Störung sowie Beeinträchtigung des allgemeinen Kulturstandes führen.
Schweres Flugzeugunglück
• im Taunus.
WSR. Frankfurt a. M, 4. April. Heute vormittag gegen 9 Llhr verunglückte (Wie gesterir in einem Teil« unserer Auflage schon gemeldet. D. Red.) das Verkehrsflugzeug der Lufthansa D 4 2 2, bas die Strecke Frankfurt-Köln befliegt, in der Rähe von Idstein. Infolge des herrschenden RebelS umkreiste bas Flugzeug die Gegend mehrere Male, um sich zu orientieren, bemerkte dabei den Frauwaldberg nicht, streifte eine Baumkrone, die abgerissen wurde und am Flugzeug hängen blieb, und sauste schräg in eine kleine Lichtung. Der Motor löste sich vom Flugzeug und wurde zehn Meter weit fortgeschleudert. Das Flugzeug überschlug sich unb brach buchstäblich auseinander. Die beiden Insassen, der Flugzeugführer Oberleutnant a. D. Degner, sowie eine Dame, die Krankenschwester Romana D ö l z e r aus Köln, wurden schwer verletzt. Degner trug eine Gehirnerschütterung davon und ist ohne Besinnung. Die Frau hat einen linken Llnterschenkel- bruch und anscheinend schwere Quetschungen im Rücken. Beide wurden mit dem Idsteiner Sanitätsauto ins Krankenhaus nach Wiesbaden verbracht. Aerztliche Hilfe aus Idstein war bald zur Stelle. Kurz vor 11 Llhr traf die telephonisch herbeigerufene Flugleitung von Frankfurt an der Llnfallstelle ein. Holzmacher, die etwa 150 Meter von der Llnfanstelle entfernt beschäftigt waren, leisteten die erste Hilfe. Der Flugzeugführer war in seinem Führersitz fest- geklemmt und es kostete viel Mühe, ihn zu befreien. Die Same, die neben ihm ihren Platz hatte, hing nach vorn aus dem Flugzeug heraus. Außer den genannten Verletzungen trugen beide noch leichte Gesichtsabschürfun- gen davon.
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