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Samstag, 4- Zanuar 1950

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Kl Z viertes Blatt

Aus der Welt des Films

oder Leidenschaft verlange, klar und deutlich und I Sprache lernen u>>d !w S-Wi!s-rm°tz«n lautl°z nurfür das Mikrophon" zu sprechen. vor sich hmsagen, wahrend cm Ungar die -Worte

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Film keineZwischentitel" mehr, aber wir haben I frißt sogleich chre .ganze Gc^e auf. 2hr Mann auch darauf gesehen, daß keine Selbstverständlich- | Gabo, der Dosewicht, fletscht die Zahne^und

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Aufwärmen, dreißig Minuten. Die äußere Schicht des Filmpacks sprang wie Glas, vor Frost er­starrt, im übrigen aber haben wir mit unserem deutschen panchromatischen Filmmaterial die besten Erfahrungen gemacht: es bewährte sich so gut, daß es sogar von einer dänisch-norwegischen Ge­sellschaft verwendet wurde, die gleichzeitig mit mir in dieser Gegend Außenaufnahmen für einen Spielfilm drehte."

So durchfroren war der Boden, und der Schnee lag so hoch, daß die Renntiere nicht mehr das dürftige Moos ausscharren konnten, das sie zur Nahrung brauchten. Ein großes Sterben setzte ein. Hunderte von ganzen Nenntier-Herden verhungerten, in manchen Gebieten waren die Schneefelder übersät von Tausenden verendeter Tiere, in einem Film wird cs zu sehen sein. Moosklumpen, von wirtschaftlichen Lappen in weiser Voraussicht gesammelt, stiegen hoch im Kurs, bis zu 20 Pf. pro Stück, aber sie reichten nicht. So verloren in diesem Katastrophenwinter viele Lappen ihr ganzes Vermögen: das vier­beinige Kapital."

Denn das Nenntier ist dem Lappen alles: Nahrung und milchspendende Kuh, Zugtier und Vekleidungsproduzcnt. Dieses Kapital braucht fast gar nichts zum Unterhalt und vermehrt sich jährlich um 40 Prozent ein Zinssatz, mit dem keine Vank der Welt konkurrieren könnte. And noch das tote Nenntier findet Verwendung: als Veförderungsmittel. Der Pulk, ein kahnähnlrcher Schlitten, der mit sausender Schnelle dahinglerten kann, wird aus Nenntierfcllen gebunden und wie auch die Schuhe des Lappen mit Nenntier­sehnen genäht. Neisen in diesem Gefährt enden programmäßig, wenn man auf dem Gipfel der Geschwindigkeit herausgeschleudert wird, den Nest der Fahrt auf dem Hinterteil rutschend zurück­legt, vom Renntier übers Eis gezogen. And auch hier wiederum bewährt sich die Kleidung aus dem Fell des Aniversaltieres. Denn ich lernte einen Lappen kennen einen reichen noch dazu, Be­sitzer von 2000 Renntieren der seine Hose zehn Jahre lang nicht ausgezogen hatte. Was sowohl ein Beweis für die Güte des Renntier- fells als auch für die negative Sauberkeit der Lappen ist, bei beiten das Waschen unbekannt ist. Aebrigens haben es die Kinder dort noch in anderer Beziehung gut: sie brauchen nur zwei Monate im Jahr zur Schule zu gehen."

Erste Folge dieser allgemeinen Anbildung: unüberwindliche Gleichgültigkeit gegenüber jedem Versuch, ihren Lebensstaitdard zu bessern. Muster­güter, die von der norwegischen Regierung bei Vardoe angelegt wurden, werden glatt boykot­tiert. Zweite Folge: ein Aberglaube, wie er selbst bei Balkan-Zigeunern nicht größer ist. In Karaschvh sah ich einen Mann, krank auf Leben

keilen oder Banalitäten ausgenommen wurden. Der Dialog darf nur an wirklich entscheidenden Stellen einsehen, und er muh immer etwas zu sagen haben, was die Handlung erläutert ober sie weiterführt."

Damit kommen wir auf das vielerörterte Ka­pitel, welche Filmschauspieler und Dühnendar- steller für den Tonsilm geeignet sind.

Schwarz erklärt, die Sprechtechnik des Ton­films sei vor allem eine Sache der Atemtechnik. Dos Mikrophon gibt jeden Atemzug beinahe als einen Windstoß wieder; daher muh der Atem geräuschlos, aber trotzdem ausreichend fein, um einen Sah zu Ende zu bringen und innerhalb eines Satzes wiederum dramatisch zu gliedern und zu akzentuieren."

Es gebe doch aber bisher noch die Lächerlich- leiten des Tonfilms, die immer dann entstehen, wenn sich die Darsteller bemühen, im Gegensatz zu der augenblicklichen Situation, die Erregung

keift den Wärter an. während Mati etwas schüchtern hinter dem Gitter Platz nimmt. Erweist natürlich nicht, dah ihm Zarzi die Speisekammer ausgeplündert hat. Offen gestanden, es kann ihm auch gleich fein, denn er ist in der Kultur­abteilung in voller Pension und braucht sich nur während der Filmaufnahmen und im Rahmen seiner Rolle um sein Futter zu kümmern. And jetzt verkriecht er sich überhaupt in fern Haus. Er scheint zwar kurbel-, aber nicht sehr presse- zahm zu sein. Ebenso wie seine Nachbarin die Nasenbärin, die mich anfiel und bist, als ich sie photographieren wollte. Wie mir erzählt wurde, hat ein bekannter Berliner Kritiker sie der Kul­turabteilung geschenkt. Da wundert man sich nun, dast sie beißt. < t

Außer den Schakalen und der unlrebenswur- digen Nasenbärin gibt es noch ein paar recht unheimliche Filmstars bei der Arbeit zu sehen. Da beherbergt Wolfram Junghans zur Zeit ein Tarantel-Ehepaar, das gerade beim Fressen einer Heuschrecke ausgenommen werden soll Die Heuschrecke hatte wieder ihre Rolle gar nicht studiert und biß dem Tarantelmännchen das linke Hinterbein ab, statt sich auffressen zu lassen, so dah es zu einer unerwarteten Sensations- aufnahme kam.

Einen Anblick von geradezu grausiger Schön­heit bietet die große, sehr giftige Madagaskar- spinne, auf die der Kameramann Krien fern Objekt' richtet. Ihre riesigen Füße, die wie aus Schildpatt geformt wirken, knüpfen gerade das Netz, dos sie aus echten Seidenfäden spinnt. Der einzelne Faden ist fest wie Kleiderseide, Junghans zieht daran, um es zu beweisen. Ganz seltsam ist die Zeichnung des Rumpfes, die man im Filmbild ganz deutlich sehen wird. Wenn Sie diese Lupe nehmen, können Sie auch die vrachtvollen Spinnenaugen sehen", sagt Junghans mit der echten Verliebtheit, nut der ein Regisseur die Vorzüge und Schönheiten seiner Stars preist. Aber ich verzichte. Spinnenaugen sind nicht mein Schwarm. 3a, wenn es Willy Fritschs Augen gewesen wären

Es ist eine recht unheimliche Gesellschaft, die man in diesen Tagen in den verschiedenen Ateliers der Kulturabteilung antrifft. ______

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liebe Hedin dieunscheinbare Größe" war, die Lieberenz gar nicht beachtet hatte. Dieses Ge- chichtchen als Beweis für bas bescheibene un­auffällige Wesen Hebins, bem niemand ansieht, baß er jene großen Strapazen ertragen hat. Lieberenz wiberspricht mir gegenüber mit großer Heftigkeit ber ßegenbe von der Deutschfeindlich- keit Hebins. erzählt von einem wochenlangen Aufenthalt im gastfreunblichen Hause bes For­schers in Stockholm, wo vier unverheiratete Schwestern ben CB ruber Sven betreuen, in weiser Arbeitsteilung bei seinen wissenschaftlichen Ar­beiten helfen.

War Lieberenz bis jetzt nur Expeditionsfllm- Operateur, so begrünbete bie Reise mit Sven Hebin seinen Ruf als Expebitions-Filmoperateur: d.h. als Filmbegleiter von Expebitionen, die nicht dem Film, sondern der Wissenschaft dien­ten und die deshalb für ihn besonders schwie­rig waren: denn natürlich paßte man sich in der Durchführung dieser Expeditionen nicht den Be­dürfnissen des Films, sondern denen ber Wissen­schaft an. Anb die Schwierigkeit lag nicht nur darin, trotz alledem interessante Motive und wo­möglich ganze Handlungen aufzunehmen in einem primitiven Wüstenzelt mußte Lieberenz entwickeln und kopieren, 16 000 Meter Film, 3500 photographische Aufnahmen mit je zwei Ab­zügen für die Presse. Mit vier Aufnahme- und sechs Photoapparaten zog er einundeinhalbes Jahr durch Hitze und Kälte 3500 Kilometer von Peking nach Arumtschi Sandstürme und Regengüsse gefährdeten Apparate, Aufnahmen und nebenbei ihn selbst. So entstand em Film, der sich die Welt eroberte:Durch Asiens Wüsten."

Jetzt kommt Lieberenz aus Lappland. Mit sich bringt er 8000 Meter Film und 300 Photos, war also fleißig: bei einer Tagesleistung von 135 Meter Film und fünf Photos bie ver­dorbenen nicht mitgeredjnct. Damit werden wir den ersten umfangreichen Film zu sehen be- kommen, ber je über Lapplanb gedreht worden ist. Wir sitzen in ber Kantine von Neubabels­berg, beiZitrone mit Himbeer", unb Lieberenz

$,®er strenge Winter! Oft muhte ich Auf­nahmen machen bei 45 Grad unter Null mein asiatischer Kälterekord stand bei 25 Grad Das klappte nur, wenn der Apparat ständig mit Benzin unb Petroleum ausgewaschen würbe. Mit meiner bicken Pelzbekleibung auf den Fingern konnte ich nicht die Filmrolle einlegen also mußte das in wenigen Sekunden vollzogen sein, die nackten Finger wurden sonst ganz steif, und allein dieser einfache Vorgang des Einspannens. ber sonst in breihig Sekunben erlebigt ist, er- forbertc mm, mit ben ständigen Pausen für bas

laut sprach."

Der Tonfilm habe sich doch m den letzten Monaten, in denen dieMelodie des Herzens gedreht wurde, ästhetisch und technisch sehr Der-

Abenteurer mit der Kamera.

Ein Expeditionsfilm-Operateur erzählt.

Don Georg Diesenthal.

Kürzlich kehrte Paul Lieberenz, ber wissenschaftliche Expebitionen breier Erd­teile als einziger Filmoperateur begleitet hat, mit reicher Ausbeute aus Lappland zurück. DerHeros ber Kamera", wie ihn Sven Hebin genannt hat, gewährte unserem Mitarbeiter ein aussührliches Interview.

Von Zett zu Zeit taucht in den Ateliers der Filmstadt Deutschlands unter freudigem Halloh unbWo kommst bu her?" ein forscher und adret­ter junger Mann auf, zu dessen Füßen sich als­bald eine Korona ber Filmbrüder schart, die seinen Erzählungen lauscht. Glanz urwaldhafter Lagerfeuer umstrahlt ihn wie eine Gloriole, Wüstenstaub liegt paradoxerweise auf seinen sauber geputzten Schuhen. Entgegen zieht er ber Filmstabt aus allen Richtungen ber Himmels- rose, kommt mal aus Kamerun, mal aus Sibirien. An ben heimischen Herb kehrt zurück der verlorene Sohn, sabbernd vor Rührung begrüßt ihn der dicke Portier, Geschenkzigarren am Busen bergend.

Kein Weltenbummler: ein Weltenflcißler. Anterwegs bin ich Kuli. Hilfskuli, Operateur, Regisseur unb Kopieranstalt." Mit bem Film- apparat auf bem Buckel.

Seit 1911 beim Film. Ursprünglich will er Ingenieur werben, bas Geld zum Studium fehlt, da geht er damals noch eine obskure An­gelegenheit als Techniker in eine Werkstatt, in der Filme kopiert und entwickelt werden, wird später Betriebsleiter bei Mehter, bei bem er drei Jahre bleibt. Hat alsovon der Pieke auf" gedient. Der Film erkennt seine neuen Möglich­keiten, Schomburgk macht seine ersten Ex­peditionen, Lieberenz begleitet ihn nach Sibirien, hat Erfolg, unternimmt eine Mittelmeerreise, eine Olbeffinienreife mit Lutz Heck vom Berliner Zoo­logischen Garten, geht 1926 allein nach West­afrika, wo er Tantalusqualen aushält: unter Elefanten lebend, ohne sie filmen zu können. Einziger Trost: daß im westafrikanischen Busch noch niemand Elefanten filmen konnte. Denn so dicht ist ber Arwald, dah man die lebenden Kolosse bloß ratenweise zu Gesicht bekommt.

Ein Jahr später reist er mit Sven Hebin burch Asien. Er trifft ihn in Peking, im Hotel: ber Kellner weist ben Suchenden an einen Tisch, wo sich zahlreiche Verehrer um ben Verfasser vonTranshimalaya" versammelt haben. Liebe­renz tritt aus einen zu, in bem er ben be­rühmten Forscher zu erkennen glaubt, stellt sich vor und erst später erweist sich, bah der wirk-

Probleme des Tonfilms.

Gespräch mit Hanns Schwarz unb Erich Pommer.

Erich Pommer und Hanns Schwarz schufen den TonfilmMelodie des Herzens".

Unheimliche Filmstars

Schakal, Nasenbärin und Taranteln.

Don Peter Pan.

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vollkommnet? , f ,.. ,.,

O, lacht Pommer,aber wir haben natürlich

auch während dieser Zeit nicht unerheblich ge­lernt, hoffe ich."Jawohl," ergänzt Schwarz, im ersten Anfänge waren wir schon begeistert, wenn wir überhaupt etwas zu hören bekamen. Aber mit den Fortschritten wird man auch an­spruchsvoller gegen sich selbst. Natürlich tappten wir zuerst oft im Dunkeln und liehen uns mehr als einmal vom Zufall leiten. Effekte um die wir uns bemühten, konnten wir erst nach langer Zeit erreichen, und andere, bie wir für sehr schwierig hielten, kamen uns zugeflogen weil wir damals alles mehr nach bem Gefühl unb Instinkt machen muhten mangels sicherer Er­fahrungen. Heute, denke ich, wissen wir schon allerhand. Wir wissen jetzt schon, wie eine Deko­ration für den Tonfilm beschaffen fern muh, denn auch die Tonfilmkulissen haben ihre eigenen Gesetze, wie überhaupt alles, was sich vor dem Mikrophon ereignet. Wir haben unsere Erfah­rungen, wie gesagt, und wenn sie auch noch nicht ganz erschöpfend sein können, so werden sie sich doch gewih vermehren. Man soll dem Tonfilm und seinen Leuten nur Zeit lassen. Die technischen Mängel an den Wiebergabeapparaturen kennen wir natürlich, aber auch auf diesem Gebiete wird ja unaufhörlich gearbeitet, kleine Verbesserungen werben hier unb ba erbacht unb müssen natürlich im Laufe ber Entwicklung bazu beitragen, auch die akustischen Mängel zu beseitigen."

Wir besehen noch einmal die schönen Auf­nahmen aus dem Ulm und kommen dabei auch zu dem Schluhbild: der Angar kniet an der Leiche des jungen Mädchens. Hierüber muh man staunen: soll denn dieser Film tragisch enden?

Ja, das soll er wirklich," werde ich belehrt. Oder'dachten Sie, wir würden einen mit happy end machen? Nein, nein, das wird heute nicht mehr getragen!*)

Das Film-Orakel spricht.

Samuel G o l d w Y n , der Leiter einer der größ­ten amerikanischen Filmfirmen, gilt für das un­fehlbare Orakel im Reich ber flimmernben Lein­wand. Seine Arteile über bie Vergangenheit sind scharf, seine Voraussagungen für bie ; ukunst hoff­nungsvoll. So horcht man beim auch auf, wenn er sich über ben Weg bes Films iin I a b r e 1 9 3 0 vernehmen läßt.50 Prozent aller Filme von heute müssen wir in ben Aschenkasten tun , sagte er.Sie werden nicht imstande sein, im nächsten Jahr noch ein Publikum anzuziehen. Qualität, nicht Quantität, das ist die Devise für 1930. Es werden weniger Filme hergestellt wer­den, aber sie werden länger in jedem Kino lau­fen. Schon jetzt gibt es keine Theater mehr, die wie früher jeden Tag das Programm wechseln, und bald werden dies nur wenige einmal m ber) Woche tun. Die Paramount-Gesellschaft brehte vor zwei Jahren noch 126 Filme, bies Jahr nur 50. und im nächsten Jahr werden es noch weniger sein. Dafür hofft man aber, daß diese mit größten Anstrengungen hergestellten Filme nicht so schnell l vom Programm verschwinden, sondern Wochen, . ja sogar Monate laufen. Das ist ja schon jetzt bet i *) Wir haben vor kurzem über die Arauf- 5 führung des Inzwischen erschienenen Films be­richtet. D. Red.

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nurfür das Mikrophon" zu sprechen.

Das ist eigentlich die Kunst des Tonsilm- sprechers," sagt Pommer,und es ist eine An­gerechtigkeit, dah man im Tonfilm jedes Wort zu hören beansprucht, während doch auf der Bühne so viele Stellen einfach verlorengehen. Aber wir müssen einstweilen noch mit dieser For­derung des Publikums rechnen und können nichts- anderes tun, als bie Darsteller anzuhalten in allem Assekt und bei aller Schnelligkeit doch gegliedert unb akzentuiert zu reden."

Wie wird sich die Sprache auf die 3nter- nationalität des Tonfilms auswirken?

Antwort:Wir haben ben TonfilmDie Melodie des Herzens" deutsch, ungarisch, englisch und in einer besonderen Fassung als stummen Film gedreht. Willi F r i t s ch und Dita P a r lo sprechen sehr gut englisch; was das Angarische anlangt, so muhten sie ihre Rollen auch in dieser

und Tob. in seinem Zelt. Die Angehörigen hatten sich um ihn versammelt: weniger um sich um ihn zu kümmern, als um einen großen Kaffee­klatsch abzuhalten. Am nächsten Tage warfen sie ihn einfach auf den Hof. damit er dort krepiere. All bas. wo ein approbierter Arzt am selben Orte wohnt." .. . 3

Apropos Kaffeeklatsch. Der Kaffee ist des Lappen Lieblingstrank, den konsumiert er täg­lich literweise, unb zwar gesalzen wie ich ihn schon von Abessinien her kannte. Kaffee wirb mehr importiert als z. D. Mehl, obgleich bie Prohibition in ber Praxis bequem umgangen wirb, Alkohol also zu haben wäre."

An solchem unb ähnlichem Import profitiert hauptsächlich ber schwebische Lappe, zu bem von Süden her bessere Verbindungen führen als zu seinem norwegischen ober finnischen Bruber. Die schwebischen Lappen sinb deshalb auch reicher, ich traf hier Renntierherben bis zu 7000 Stück. Aeberwältigender Anblick: als diese Herden sich im Frühling in Bewegung setzten, dem Meer entgegen zogen. Alte, schon instinktgewordenc Erfahrung lehrt die Tiere, giftigplagenben Flie­gen auszuweichen, bie zur Sommerszeit bas Bin- nenlanb burchschwärmen. Anaufhaltsam brängen sie der Küste zu, mächtige Züge. And Biegen ober Brechen, wohl ober übel: die Besitzer müs­sen ihnen folgen, Romaben aus Zwang."

Nomabenhafte, robuste Natur: die lapplän­dische Frau. Ich sah, baß sie junge Kälber mit einer Gemütsruhe abstachen, mit ber man bet uns Kartoffelpuffer umdreht. Dabei hübsche Ge­sichter, auch unter ben älteren Frauen. Anb ge­schäftstüchtig: als sie merkten, was meine Ab- sicht war, müssen sie Wohl so etwas wie einen Komparsenverbanb gegründet haben. Denn über­all wurde plötzlich, nahte ich nur mit dem Kurbel- kasten, Einhaltung bestimmter Tarife gefordert."

Anb bannt sind wir beim Gelb angelangt. Wenn ich Gelb hätte ... Wenn ich so viel hätte, wie bazu nötig wäre, würbe ich enblich bie lang geplante Expedition mit Schomburgk unter­nehmen. Die Amerikaner mit dem vierten Teil des Geldes, das ihnen für solche Zwecke zur Verfügung steht, würden wir dasselbe er* reichen. Eines aber wäre riskant: Ausgaben zu machen, ohne an eine gewisse Gefahr zu denken: an die Gefahr, dah keine stummen Filme mehr gespielt werden, wenn wir in einem Jahr zurück­kämen. Man müßte sich Geräte rnitnehmen, um Negergesänge, Tierlaute usw. aufzunehmen, aber preiswerte transportable Tonfilmgeräte gibt es noch kaum. Die heutigen 1.5-Tons-Lastwagen mit ben bazu gehörigen Apparaten kosten etwa 150 000 Mark; es muh baßer jetzt meine größte Sorge fein, hier etwas zu schaffen, was billig unb doch brauchbar ist"

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Erich Pommer, der Produktionsleiter der 2Ifa, und Hanns Schwarz, der Regisseur der Ungarischen Rhapsodie", erzählen von ihren Er- fjaßrungen mit ihrem TonfilmMelod i e bes Herzens" und teilen ihre Ansichten über die Zukunft des Tonfilms im allgemeinen: mit;,wenn jhmanb eben mit einem Tonfilm beschäftigt ist, lann man es nicht anders erwarten, als daß atr für die neue Filmgattung emtntt.

Man braucht sich durchaus nicht alles zu «igen zu machen, was sich auf diesem Gebiet bisher ereignet hat," sagt Pommer. .»Man muh Dem Tonfilm nur noch eine kleine Weile zur nuhigen Entwicklung lassen. Der stumme Film Ibat dreißig Jahre Zeit gehabt vom Tonfilm ..rwartet man, dah er schon als vollendete Schop- |ung antrete. Man muh aus den nicht attzuvielen Erfahrungen, die wir bisher an unserem und «nberen Filmen gemacht haben, lernen."

jaubt* als Einlaß zuläsßg, ^trie es der Tonfilm I Eine recht unheimliche Gesellschaft findet man S-r aebal en hat? in diesen Tagen in ben verschiedenen Ateliers

Gesang als reine Einlage iff beim Tonfilm ber Kulturfilmabteilung ber Ufa versammelt Dr. imbcbingt9 abzulehnen Es sei benn, bah man ben Martin Rikli hat sie von seiner Silmexpebition Tonfilm9 ganz offen alsFilmoperette" erkläre, aus Tunesien (Afrika, Mitgebracht, um rn Ba-

ctr6t: b-"0,8 *nt- & w* f&mwE

Die Mängel der bisherigen Tonfilme," erklärtZarzi, das Schakalweibchen ist ein sehr: be- chänns Schwarz,kommen offenbar daher, dah gabtes Tier", erzählt Dr. Rikli auf dem Wege man wie anfangs auch beim stummen Film ins Atelier.Sie werden sehen, f^e folgt aufs sich nicht energisch genug vom Sprechtheater Wort, und weder das Schnurren der Kamera, »der von der Oper frei macht. Man darf eben I noch die Hellen Lampen stören sie. Aber Gabo, reinen 5ilm ausgehen und muh feine 1 ihr Ma"N, ist ein Däfew.cht Er Bleibt aus. «Meße ins Akustische übertragen." . schließlich em Raubtier und hat absolut fern

Bommer zeigt einige Bilder aus berNlelobie I Filmtalent. . ,, . .« .r

fkes Herzens^ unb erläutert an diesen sehr schönen Das halbe Atelier nimmt eine echt asrikamsche Landschaf tsbilbern aus Angarn die Absichten, Landschaft em, m bereu Mitte ein Fuchsbau t>ie mit diesem Tonfilm verwirklicht werden soll- steht. Mali guckt gerade b-raus Wie um zu len Der völkische Hintergrund ist der gleiche sehen, ob man Wohl einen klmnen Raubzug wie in der Angarischen Rhapsodie". In diesem wagen durfte. Als er sich Umschleicht, beginnt Tonfilm dienen 9Musik Gesang und Geige nicht I Zarzis große Szene. Sie sott den Fuchsbau als Einlage", sondern sie treten logisch und ausplündern Das ist eine schone Aolle fur einen sinngemäß in Verbindung mit dem Volksleben Schakal, und Zarzi spielt sie großartig, nut oder9 als der Ausdruck individueller Stimmungen sichtlicher Freude. Schnuppernd nah-rt.sw sich auf. die Musik und der Geiger seien nun einmal dem Fuchsbau, unb schon würgt sie ein paar mit bem Ungarn untrennbar verbunben. Ein feine Bissen hinunter bie ber Auchs für sich iunaeö Mädel kommt zum ersten Male aus ihrem zurückgelegt hat. Aber nicht alles frißt der M in d^ groß^Stadt, in ber sich ihr Schicksal Schakal. Einen Zroßen^Teil vergrabt er ich nach erfüllt weil sie einen Soldaten kennen lernt. Hier Schakalart m der Rahe des Fuchsbaus beim hat der Ton zum Beispiel die Aufgabe, das gut abgelagertes F eisch, das sogar schon cm Brausen und den Verkehr der Großstadt vorzu- bißchen angesault ist, ^e^t fut: tßn einen führen, wenn sie aus ihrer ländlichen Stille zum besonderen Leckerbitten. Manchmal horcht Zarz^ ersten Male in die Stadt kommt. So wirken Ton für einen Augenblick in die ^Landschaft hinaus und Bild zusammen um das Erlebnis des mo- I Irgend etwas scheint ihr doch Nicht ganz geheuer bernen Lebens, das'auf das Landmädchen sicher zu sein und sie macht^ Miene davonzulausen

lehr stark wirkt, eindrucksvoller zu gestalten;Zarzi bleibt in Afrika braucht bann Dr. Rikli

unb so glauben wir überhaupt, daß es uns ge- nur zu rufen, schon hemmt auch Zarzi die

(ungen ist, Optik und Akustik in einen logischen Schritte und spielt die gleiche Szene noch cin-

unb ergänzenben Einklang zu bringen." I mal für ein zweites Negativ, spielt sie ganz

Wie es aber mit bem Dialog unb ber For- genau so, ohne Abweichung, was tnd mulierung bes gesprochenen Wortes überhaupt will wr einen Schakal ber erst wemge Tage JX« a beim Film ist. Wie em Hund an der Leine laßt

,/Wir haben," antwortet Schwarz,in diesem | sie sich in den kleinen Afazoo zuruckfuhren^und