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Oberhessen.

Laubacher (Semeinderat.

D Laubach, 30. Sept. 3n der unter Vorsitz des Bürgermeisters H ö g y stattgehabten jüngtzen Gemeindero tssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Durch die allgemeine schlechte Wirtschaftslage tonnen von der Gemeinde g r ö - Here Bauarbeiten für die nächste Zeit nicht mehr vorgenommen werden. Aus diesem Anlah sah sich der Gemeinderat genötigt, den mit einem hiesigen Architekten bestehenden Vertrag auf den 1. Januar 1931 zu kündigen. 3n Zukunft soll der Architekt nur noch mit der Ausführung kleinerer Arbeiten von Fall zu Fall gegen eine entsprechende Vergütung be­auftragt werden. Auf denselben Termin wurde dem Wiesenwärter und den beiden Baumwär­tern gekündigt, da die Einnahmen der letzten Fahre aus den der Gemeinde gehörigen Wiesen und Obstbäumen im Vergleich zu der seither gewährten Vergütung zu gering sind. Die Wiesen sollen im nächsten Frühjahr auf 6 3ahrc verpach­tet werden, während die Unterhaltung der Ge­meindeobstbäume unter den hiesigen geprüften Baumwärtern alljährlich bei besonderer Angabe der auszuführenden Arbeiten an den Wenigst­nehmenden vergeben werden soll.

Kreis Büdingen.

* Ridda, 30. Sept. Der hiesige Männer- gefangbercinGängeTirana veranstal­tete am Sonntag in der Turnhalle zum Besten des Kriegsblindenerholungsheims in Bad Salzhausen ein Konzert, das gut besucht war. Auster den Sänger^ wirkten nodj die blinde Konzertsängerin Marie Kujawa aus Wiesbaden und der blinde Violinkünstler Peter Diehl aus Appenheim bei Bingen mit Der Gesangverein trug unter Leitung des Leh­rers Dietrich von Rodheim a. d. Horloff vor­züglich eingeübte Chöre vor und erntete großen Beifall. Ebenso zollten die Zuhörer den beiden blinden Künstlern für ihre Vorträge volle An­erkennung. Besonders waren die Gäste' des Blindenheimes von Bad Salzhausen freudig und dankbar ergriffen. Für ihre Dienste zu dem wohltätigen Zweck gebührt dem Verein und den Mitwirkenden Dank und Anerkennung.

Kreis Lauterbach.

1\ Lauterbach, 30. Sept. Am Sonntagnach­mittag versuchten in Dlihenrod zwei be­trunkene Wanderburschen aus Trier vorbeifah­rende Autos und Motorräder aufzuhalten. Sie benahmen sich darüber hinaus reichlich heraus­fordernd, dast sich einige beherzte Männer ver­anlaßt fühlten, einzugreifen. Beide wurden auf Anordnung des Bürgermeisters in das Back­haus gesteckt. Doch auch dort gaben sie keine Ruhe, schlugen Fensterscheiben ein, zerstörten, was nicht niet» und nagelfest war, rissen sich schließlich gar die eigenen Kleider vom Leibe. Mit einer kalten Dusche wurden die Be­trunkenen au einiger Vernunft gebracht und dann nach dem Gefängnis in Lauterbach transportiert.

reiv Marburg.

][ Marburg, 30. Sept. Die Stadtver­ordneten beschlossen in ihrer heutigen Sitzung

Kommunale Garrasam-Bilanz.

Daß der Besuch eines so großen Unternehmens wie des Zirkus Sarrasani eine umfang­reiche finanzielle Mobilisierung in den Taschen oon oielen Tausenden von Mitbürgern zur Folge hat, ist aus einigen ziffernmäßigen Fest­stellungen ersichtlich, die wir an verschiedenen Stel­len ermittelt haben.

Der Zirkus Sarrasani zahlte an die Stadt Gießen an Vergnügungssteuer für sein viertägiges Gastspiel den Betrag von 5600 Mark, wobei der Steuerberechnung eine Billetteinnahme von 92 000 bis 93 000 Mark zugrunde gelegt ist. In diese Summe sind jedoch d i e Einnahmen der Zirkuskasse nicht einbegriffen, die aus der Besichti­gung der Tierschau und aus dem Verkauf der Druckschriften des Unternehmens erzielt wurden, da derartige Erlöse bei der Berechnung der Ver­gnügungssteuer außer Ansatz bleiben.

Der V o l k s h a 11 e o e r e i n , der für die Ver­mietung des Platzes' zuständig war, konnte eine Platzmiete in Höhe von 1000 Mark einnehmen.

Einen besonders großen Anteil an den Einnah­men durch den Zirkusbesuch hatte die städtische Straßenbahn. Am Freitag wurden auf un­serer Elektrischen auf Einzelfahrscheine 4138 Per­sonen befördert, die der Straßenbahnkasse eine Ein­nahme von rund 790 Mark brachten; am Samstag fuhren auf Einzelfahrscheine 10 649 Personen mit der Straßenbahn, Einnahme rund 1979 Mark: am Sonntag benutzten mit Einzelfahrscheinen 16 638 Personen die Straßenbahn, Einnahme 3137 Mark; am Montag waren 3425 Fahrgäste der Straßenbahn zu verzeichnen, Einnahme rund 654 Mark. Zu dieser Frequenz auf Einzelfahrscheine kommen noch rund 8000 Personen hinzu, die mit Fahrscheinen aus den verbilligten Fahrscheinheftchen fuhren und der Straßenbahn eine Einnahme von rund 1050 Mark brachten. Insgesamt hat also die Straßenbahn durch das viertägiae Gastspiel Sarrasanis eine Einnahme von 7610 Mark erzielt.

Don den übrigen Verkehrsbetrieben innerhalb unseres Stadtbereichs ist zu berichten, daß auf den Kraftomnibuslinien der Reichspost Wißmar, Krofdorf, Hochelheim und Gambach aus Anlaß des Zirkusbesuches rund 3760 Personen in Hin- und Rückfahrten befördert wurden. Mit den '21 u tos der Kraftverkehrsgesellschaft .Hessen" wurden rund 1500 Personen nach und von dem Zirkus gefahren, woraus sich für den Be­trieb eine Sondereinnahme von rund 700 Mark er­gab. Die verstärkte Inanspruchnahme der Reichs­bahn konnten wir ziffernmäßig nicht seststellen, da bekanntlich für die Zirkusbesucher und Benutzer der Reichsbahn in weitgehendem Maße Rückfahrkarten an den Bahnhöfen der betreffenden Wohnorte aus- gegeben worden waren.

Zieht man weiter in Betracht was aller­dings ziffernmäßig nicht festzustellen ist, welche Summen durch die Verpflegung des außerordent­lich umfangreichen Zirkuspersonais, durch die Versorgung des großen Tierparks mit Futter­mitteln der verschiedensten Art in die Stadt Gießen und in die nähere Umgebung geflossen ist, nimmt man dann noch hinzu, daß für die Werbung der verschiedensten Art ansehnliche Mittel aufgcwandt fein müssen, und ferner bei dem Abtransvort des Unternehmens eine große Anzahl arbeitsloser Leute von hier zur Arbeit herangezogen wurden, so kann man sich an Hand der vorstehenden Beispiele ungefähr eine Vor­stellung davon machen, welchen Umfang die fi­nanzielle Mobilmachung durch Sarrasani sowohl auf der Ausgaben-, wie auch auf der Cin- nahmenseite vieler Mitbürger in Stadt und Land angenommen hat. Wenn natürlich auch nicht verkannt werden kann, daß das Unternehmen ein ansehnliches Stück Geld von hier mit fortgenom­men hat, so ist auf der anderen Seite aber auch nicht zu übersehen, daß auch umfangreiche Geld­mittel durch diesen Besuch unserer Stadt und der Umgegend zugeführt wurden.

die Erhöhung der Bier st euer und die Erhebung einer Bürger st euer, gemäß den Bestimmungen der Reichsnotverordnung. Man hofft, auf diese Weise den im städtischen Wohlfahrtsetat durch die große Arbeitslosig­keit verursachten Fehlbetrag von 60 000 Mark decken zu können.

Zusammenlegung von Forstämtern im Kreise Biedenkopf.

Die Preußische Staatsoberförsterei Strupbach wird vom 1. Oktober ab auf­gelöst und der O b e r f ö r st e r e i Gladen­bach zugeteilt Aus den Staatsförstereien Kö­nigsberg (Forsthaus Haina) und Bieber (Forst­haus Dünsberg) wird mit den beiden Gemeinde­förstereien Rodheim und Waldgirmes ein Revier- försterbezirk gebildet, der dem bisherigen Förster, jetzigen Revierförster im Forsthaus Bieber, unter­stellt ist. Die Forstkasse in Rodheim (Bieber) bleibt bestehen.

Daten für Donnerstag, 2. Lktobcr.

Sonnenaufgang 6.01 Uhr, Sonnenuntergang 17.37 Uhr: Mondaufgang 16.24 Uhr, Mondunter­gang.

1847: Reichspräsident Paul von Hindenburg geboren: 1839: der Maler Hans Thoma in Dernau (Schwarzwald) geboren: 1869: der indische Rationalist Ghandi in Porpandar geboren.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

M. L. 1. Falls sich der Mieter in 3hrem Hause der Kuppelei schuldig macht, können Sie mit Aussicht auf Erfolg auf Räumung klagen. 2. Die von dem Hausbesitzer erteilte Erlaubnis zur Untervermietung muß als dauernd erteilt gelten, falls nicht z. B. durch den allzuhäufigen Wechsel der Untermieter, oder wegen Belästi­gung durch diese, ein ausreichender Grund zum Widerruf der Erlaubnis gegeben wird.

H. D. In G. Der Geschäftsanteil

schäft muß in ihrem Statut der Höhe nach, d. h. ziffernmäßig, und für alle Genossen gleich hoch bestimmt sein. Die Erhöhung des Anteils, dir nur im Wege der Statutenänderung in der Generalversammlung erfolgen kann, bedarf einer Mehrheit von drei Vierteilen der erschienenen Genossen (§ 16 des Genossenschaftsgesetzcs), Zweckmäßigkeitsgründe entscheiden.

Kunst und Wissenschaft.

Willem de Haan f.

WSN. D a r in st a d t, 30. Sept. Der ehemalige Darmstädter Hofkapellmeister Willem de Haan ist kurz nach Vollendung feines 81. Lebensjahres in Berlin g e ft o r b e n. Willem de Haan flammte aus Rotterdam. Er war Dirigent des Cäcilienver­eins in Bingen, wurde 1876 als Dirigent des Mo- zartoereins nach Darmstadt berufen und 1878 zum Hofkapellmeistcr der Großherzoglichen Hofoper er­nannt, wo er bis zum Jahre 1914 tätig war. Rach dem Kriege siedelte er nach Berlin über.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Rettgionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Donnerstag, 2. Otto, b c r : Versöhnungstag. Vorabend: 6.15 Uhr. Predigt: 6.45 Uhr. Morgens: 7.45 Uhr. Predigt mit Seelenfeier: 11.45 Uhr. Schlußpredigt: 5 Uhr. Festes­ausgang: 6.40 Uhr. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Der deutsche Automobilabsatz im August 1930 ist in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage als außerordentlich gut zu bezeichnen. Die Adam Opel AG. konnte ihren Anteil an dem günstigen Gesamt­absatz wiederum steigern, und zwar sowohl im Per­sonenwagen- als auch im Lastwagengejchäst. Der gestiegene Anteil am Personenwagenabjatz wurde durch erhebliche Absatzerfolge des bekannten Opel- 8^40-?8-Wagens erreicht, während der verbesserte Lastwagenanteil dem kleinen 4/20-PS-DpeI-ßiefer- wagen zu verdanken ist. 1344v

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GEHEIMRAT DR. W. v. OPEL dem die Opelwerke ihren Weltruf verdanken, glaubt mit Zuversicht an die großen Export­möglichkeiten des neuen Lastwagens und eine damit zusammenhängende Verbesserung der deutschen Außenhandels-Bilanz.

in Opel ist zu gewinnen!

Wir suchen einen Namen, den wir in der ganzen Welt berühmt machen wollen!

Um die Serie der von uns gebauten Lastwagen zu vervollständigen und um jedem Geschäft den rich­tigen Lastwagentyp liefern zu können, bringen wir in allernächster Zeit ein neues Modell mit größerer Tragfähigkeit auf den Markt. Dieser Lastwagen ist so hervorragend gut konstruiert und gebaut, daß er nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt eine vorherrschende und führende Stellung ein­nehmenwird. Wir rechnen damit, durch den Export dieses neuen Modells ein sehr ausgedehntes Auslands­geschäft an uns zu bringen,was fürDeutschlands Ruf, DeutschlandsHandelsbilanz und die Arbeitsverhält­nisse unserer und der mit uns arbeitenden Industrie von ungeheuerer Wichtigkeit sein wird. Der neue Lastwagen soll seinen Siegeszug durch Deutschland und über Deutschlands Grenzen hinaus unter einem Namen antreten, der ihn als deutsches Fabrikat kennzeichnet und gleichzeitig Ausdruck seiner über­legenen Qualität ist. Wer uns hilft, diesen Namen zu finden, kann einen der folgenden Preise gewinnen:

1. PREIS: EINE 4 ZYLINDER OPEL-LIMOUSINE 2.PREIS: EIN OPEL-MOTOC LU B-MOTORRAD 3. PREIS: EIN OPEL-MOTOCLUB -MOTORRAD 4. PREIS: EIN OPEL-MOTOCLUB-MOTORRAD

5. PREIS: EIN OPEL-MOTOCLUB-MOTORRAD

DIES SIND DIE LE IC

1. Der Name darf nur fünf Buchstaben enthalten, nicht mehr und nicht weniger!

2. Der Name muß in der ganzen Welt als deutscher Name er­kannt werden.

3. Der Name muß in jeder modernen Sprache ausgesprochen werden können.

4. Jeder Teilnehmer darf verschiedene Vorschläge eimenden.

5. Jeder darf an diesem Preisausschreiben tctlnehmen; ausgeschlos­sen sind: Mitglieder der Adam Opel A. G.-Organisation and der Opel- Vertreter-Organisation.

6. Sämtliche mit einem Preis bedachten Vorschläge gehen mit allen Rechten in den Besitz der Adam Opel A. C. über. Vorschläge können nicht zurückgesandt werden, und wir können nut den Ein-

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BENUTZEN SIE DIESEN COUPON" FÜR IHRE ANTWORT

An die Adam Opel A. G., Rüsselsheim a. M. 48 Abteilung Preisausschreiben.

1.

Buchstabe

2. Buchstabe

3.

Buchstabe

4.

Buchstabe

5.

Buchstabe

TEN BEDINGUNGEN:

sendern keinerlei Korrespondenz führen.

7. Nur Antworten, die bis zum 6. Oktober 1930 zur Post gegeben und bis 24 Uhr abgestempelt sind, können berücksichtigt werden. (Da postalisch nicht als Drucksache geltend, mit 15 Pfg. zu frankieren.)

8. Das Preisgericht besteht aus dem Vorstand der Adam OpelA. G. und dem Rechtsanwalt und Notar Dr. W. Remmert, Frankfurt a. M.

9. Für den Fall daß mehrere gleiche Antworten eingehen, die vom Preisgericht ausgewählt werden, entscheidet das Los unter Aufsicht von Herrn Rechtsanwalt und Notar Dr. W. Remmert, Frankfurt a. M. Die Entscheidung über die Zuteilung der Preise erfolgt unter Aus­schluß des Rechtsweges und ist endgültig.

10. Die gewählten Namen werden in diesem Blatte am 22. Okto­ber 1930 bekanntgegeben werden.

J4AME:____

WOHNORT:

STRASSE:

R U E S S E L S H E I M AM MAIN

Generalvertretung: M OTO R WAG E N - VE R KAU F SGESELLSCHAFT mit beschränkter Haftung Spezial-Reparaturwerkstätte 6 37a Reichhaltiges Ersatzteil-Lager, Groß-Tankstelle GIESSEN, Frankfurter Str. 5256, Fernsprecher 2847/48