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den", flüsterte sie und streckt« ihm die Hand ent­gegen.

»Oh. mir wird so schlecht, die Herzschwäche", hauchte sie und lieh sich hintenüberfallen.

Reginald konnte sie nicht gut auf die Treppen­stufen aufschlagen lassen. Er muhte sie stützen. Eie lag unbeweglich mit geschlossenen Augen in seinen Armen.

Hilfesuchend sah er sich um. Niemand war er­reichbar

Er hob sie auf und trug sie in sein Zimmer auf den Diwan, denn daS war am nächsten zu erreichen.

Er sah, wie sie langsam die Augen öffnete.

.Ich hole Ihnen jemanden, der Ihnen behilf­lich ist. Schwester", sagte ContiuS svcundlich, berat sie tat ihm leid.

.Nein, nein!" rief sie ängstlich: .Das könnte ganz falsch gedeutet werden, Herr CotttiuS!"

.Wieso?" fragte Reginald erstaunt. Er hatte tatsächlich nicht begriffen, wie die Schwester

Reginald trat __

Ach ja", seufzte sie. .man ist doch verraten

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und verkauft, wenn man in einem fremden Hause ist, vollkommen schutzlos, ilnb besonders, wenn einem eine körperliche Schwäch? ankommt. Fünf Minuten mxh, Herr Eontius. Sie wirken so beruhigend. Ich habe mich sofort wieder erholL"

Er sah sie mitleidig cm. Leicht war ihre Stelle auch wahrlich nicht, eie ergriff seine Hand und legte sie auf ihre Stirn.

.Das tut gut", flüsterte sie.

Ihm war diese Angelegercheit höchst peinlich.

Unten wartete der Wagen. Hier oben lag die Schwester.

.Ich will Ihnen doch die Jose heraufschicken, sie kann Ihnen besser helfen als ich", meinte er.

»Bitte, bitte nicht, Herr Contius", sagte sie flehentlich. .Wie sieht das aus! Verstehen Sie

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Unten fuhr schon der Wagen vor. ReyinaldS beeilte sich, sich fertigzumachen. Er ging hinunter zu Bernhard Much. ,, ,

»So, lieber Freund, meine besten Wünsche be­gleiten Sie. Benachrichtigen Eie mich sofort tele­graphisch, wie die Dinge stehen. Und setzen Eie alle Hebel in Bewegung, koste es, waS es wolle! Wenn Sie mehr (Seid benötigen, telegrafieren Sie sofort. Versprechen Sie es mir. Leben Sie wohl!"

Much drückte Reginald die Hand.

.Sie können versichert fein, dost ich alleS tun werde, was in meinen Kräften steht, um Bar­bara aufzusinden", sagte Reginald bewegt.

.Ich weih, ich weist, keim. Worte weiter. Bar­bara steht ja auch Ihnen nahe, tocrai auch in anderer Weise als mir. Was ich noch fragen wollte: Haben Sie einen Revolver bei sich? Ich stelle Ihnen sonst einen von mir zur Verfügung", sagte Much.

»Ich habe wohL einen", war Reginalds Ant­wort. .aber er liegt noch oben in meinem Zimmer."

»Nehmen Sie die Waffe auf jeden Fall mit. Gs ist» schon spät geworden Eie kommen in die Nacht hinein. Man must sich auf alle Fälle schützen", drängte Much.

.Sie haben recht", sagte Eontius nachdenklich. .Dann also auf ein Wiedersehen, daS hoffentlich froher ist als der Abschied jetzt."

Die beiden TZänner drückten sich die Hand.

Reginald ging.

Auf der Treppe traf er die Schwester.

»Sie reifen, Herr Eontius?" fragte sie über­rascht und blieb vor ihm stehen.

.Ja", sagte er kurz.

Muhte ihm die Schwester denn immer dann In den Weg laufen, wenn eS ihm am wenigsten pahte, und ihn ausfrayen?

Er wollte sich auf keinen Fall in ein Gespräch mit ihr einlassen, denn er raufite nicht, wie tocit Much die Schwester über die Angelegenheit Barbara aufzuklären wünschte.

.Ich möchte mich dann von ihnen verabschie-

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Zwei Stunden dauerte nun schon die Fahrt. Es war eine dunkle Nacht, denn schwarze Wolken standen vor dem Mond. Der Chauffeur fuhr mit Umsicht und Gewandtheit, dabei mit äuher- ster Geschwindigkeit. Zu einer andern Zeit hätte sich Reginald darüber gefreut, wie er immer an gutem Fahren auf einem wertvollen Marken­wogen grofien Genust empfand.

Heut nacht liest ihn das kalt. Die Sorge um Barbara, die ihm im Herzen fast, daS unerquick-

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liche Ereignis kurz vor seinem Weggang, all daS bedrückte ihn und machte ihn unfrei.

,D, dieses gemeine Weib". sagte er in erbittere km Zorn vor sich hin, »und ich alter Esel, dec ich darauf hereinfallen muhte." Er war ehrlich genug, sich cinzugestehen. dost auch er in feiner harmlosen Dummheit Schuld an dem Vorfall hatte.

Wahrhaftig, eS waren nicht alle Frauen so offen und ehrlich. *u kommen und zu sagen: .Ich habe dich lieb", ohne älmschweife. ohne Hinter­halt.

Barbara hatte er von sich gewiesen, aber auf die erste beste Kokett«, die eS nur ein distchen geschickt anfing, unter dem Deckmantel der Ehr­barkeit, fiel er rettungslos herein.

Die machte sich noch lustig über sein« Gut­mütigkeit und Naivität. Uno Barbara? WaS mochte die wohl auS Schmerz angestellt haben?

Reginald ContiuS war ausrichiig bekümmert und verzweifelt über das, waS er angerichtet hatte.

Zwei Stunden waren sie schon gefahren, berg­auf, bergab, und immer hatten sie den kleinen Ort noch nicht erreicht, von dem auS daS lln- glückstelcgramm aufgegeben worden war.

.Sind wir denn immer noch nicht da?" fragte er durch daS Sprachrohr den Fahrenden.

»Nein, Herr ConttuS!" war die Antwort. »Meiner Schatzung nach mutz der Ort noch etwa hundert Kilometer entfernt liegen."

Reginald versank wieder in dumpfes Brüten. Das gleichmätzige Schaukeln deS Wagens wirkte beruhigend und einschläfernd auf seine erregten Nerven. Er befand sich in jenem seltsamen Zu­stand, wo man weder fest schläft, noch richtig wach ist.

Auf einmal träumte er, oder war daS Wirklichkeit? glaubte er Barbaras Gesicht vor sich zu sehen. Ja. nicht nur ihr Gesicht, so­gar ihre ganze Gestalt. Die Wand des AuioS schien zu verschwinden, er sah mit greifbaren Deutlichkeit einen Raum vor sich, und zwar mufile es allem Anschein nach in einem Gefäng­nis fein. Das kleine Fenster war mit schwerem Stäben vergittert und liest nur wenig Licht her­ein. Eine ärmliche Pritsche mit einer Matratze stellte das Beit dar. Auf diesem säst Barbara, blatz und elend, die grofien blauen Augen voller Tränen, den Mund schmerzlich verzogen und die Hände im Echofi zusammengepretzt. Ihre ganze Haltung drückte so viel Kummer und Verzweis- lung auS, datz Reginald entsetzt ausschrie: .Bar­bara!" (Fortsetzung folgt.)

gegen, datz seine Sinne wie ein Raubtier auf- sprangen. dessen Dasein man vergessen hat.

Cr war eine Minute wie bewutztlos und er­widerte ihre Küsse.

.Du bist doch ein Kind. Bi- du merkst, worum eS sich handelt", flüsterte sie an seinem Ohr und wollte ihn wieder küssen.

Nun kam mit einem Male die Ernüchterung. Ihm wurde geradezu schlecht. Mit aller Kraft ftiefi er die Schwester hinweg und erhob sich.

»Pfui Teufel!' sagte er erbittert. .Ich will Ihnen lieber nicht sagen, was Sie find." Gr ver­beugte sich eisig und eilte die Treppe hinunter.

.Kann s losgehen. Herr'?' fragte der.Chauffeur unten auS dem Wagen heraus und öffnete die Tür des AutoS.

.Nur zu, nur fort! ilnb fahren Sie, was der Wagen hergibt", besohl Reginald mit heiserer Stimme, indem cr sich erschöpft in die Polster fallen lictz.

Der fa;a>cre Wagen fuhr langsam an und war bald in der Nacht verschwunden.

Schwester Irene hatte sich, nachdem ContiuS verschwunden war, sofort vom Diwan erhoben.

.Mein lieber Junge, so geht man nicht mit einer Frau um", dachte sie bei sich und kräuselte spöttisch die Lippen. »Du wirst deinen Denkzettel dafür beziehen. Sei ohne Sorge."

Sie fuhr sich mit einem kleinen Kamm sora- fältig durch ihr dunkles Haar, rückte das Häub­chen zurecht und spülte sich da- heitze Gesicht mit etwas kaltem Wasser ab. Dann zog sie ein Puder­büch schen aus der Tasche, bedeckte sorgfältig und unauffällig ihre noch geröteten Wangen mit Puder, so datz ihr nichts von dem Dorhergegan­genen anzumerken war.

All das geschah mit soviel Geschicklichkeit inner­halb von drei Minuten, bafi man auf eine grofie ilebung schlichen konnte.

Eine Melodie leise vor sich hinträllemb, kam Schwester Irene geräuschlos die Treppe hinunter unb trat unhörbar in MuchS Krankenzimmer.

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Reginalb ContiuS begann es zu hämmern, wie da-gemeint war, unb er bekam einen roten Kopf.

Aber noch ehe er sich aus seiner gebückten Stel­lung aufrichten konnte, schlangen sich zwei weiche Arme um seinen Hals und zogen ihn herunter. Er fühlte unter sich eine volle weiche Brust, ein heificr Mund suchte seine Lippen, unb aus dem Körper der Frau schlug ihm eine solche Glut ent-

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