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lr. 22 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzrlger für Overyene»,,

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Ein Gießener Gelehrter über Korea.

Dortrag im NS-Lehrerbund, Bezirk Gießen-Stadt.

In der Turnhalle der Oberrealschule wurde am Mittwoch vom Bezirk Gießen-Stadt des NS. - Lehrerbundes eine Versammlung abge­halten. die außerordentlich gut besucht war.

Der Bezirksführer Oberstudiendirektor Leonhardt begrüßte die Teilnehmer und gab zunächst einige geschäftliche Mitteilungen bekannt. Professor Dr. Adolph referierte kurz über die Arbeit in den Fachschaften und gab hierzu wertvolle Anregungen.

Im Mittelpunkt der Versammlung stand der Vor­trag von

Prof. Dr. Lautenlach

über das Thema:Geopolitische und wehr­politische Beobachtungen auf einer Reise durch O st asie n"

Der Redner schilderte zunächst den Reiseweg, der von Gießen über Rußland führte, berichtete sodann von seinen Eindrücken in Japan, von japanischer Industrie, von religiösem Kult, von alter Tradition

seien das Mittel, die koreanische Wirtschaft in die lapanische Reichswirtschaft einzugliedern. Gleich­zeitig habe man sich darum bemüht, die Kaufkraft der koreanischen Bevölkerung zu heben Anderseits le* man burauf bedacht, d i e Rohstoffwirt- schaft für die japanische Industrie zu intensivieren. Umfangreiche Meliorations­arbeiten, Dammbauten usw., Schaffung von Reis­feldern in riesigem Ausmaß, Anleitung zu intensivem Anbau, Schaffung von Mustergütern, Abgabe von Saatgut usw., das alles seien Mittel, die koreanische Wirtschaft zu einem wertvollen Ergänzungsfaktor der japanischen Wirtschaft zu machen. Gegenwärtig bemühe man sich darum, die billigere Hirse der Man­

der Mandschurei geförderte Nationalismus sich auch gegen Japan richten könne, so sei der Welt in Japan bereits jetzt eine Großmacht erstanden, die nie unterschätzt werden dürfe. Die ganze Festland­politik Japans werde von der industriellen Ausfuhr bezahlt, die Japan in einem für alle anderen Han- delsvölker verhängnisvollen Ausmaß ausgedehnt habe. Nicht nur Asien, sondern auch Afrika unter­liege heute bereits der japanischen Ausfuhrexpansion.

So habe dieses zähe Inselvolk aus der europäi­schen Lehre ungeheure Erfolge zu ziehen ge­wußt, mit denen es jetzt die ganze Welt heraus­fordere. Adolf Hitler erkenne die Gefahren, die diese Entwicklung auch für die deutsche wirt­schaft und für Deutschland bedeute. Er werde aber den Gefahren zu begegnen wissen.

(Anhaltender Beifall.)

Nachdem der Versammlungsleiter die Gefahr im Osten gestreift und die' Notwendigkeit des Zusam-

Vor einem buddhistischen Felsentempel in Korea. Von links nach rechts: der Dolmetscher N i - D j o n g - S u n, der den Forscher begleitende Geheimpolizist, Prof. Dr. L a u t e n s a ch, der Abt des Klosters in Priefterkleidung und der Ehauffeur Oh, der den Forscher im Ford- mnqen .9000 Kilometer durch Korea fuhr.

Unter dem Kirschblütenbaum. Links der Dolmetscher Yi, in der Mitte Professor Dr. Lautensach, rechts der Leiter der Frauenabteilung des Provin- zial-Krankenhauses in Zenshu Dr. Jo sh iura. Dr. I o s h i u r a hat in Gießen Gynäkologie studiert und unter Professor Dr. vo n I a s ch k e sein Examen gemacht.

und dem Eindringen westlicher Kultur in das völ­kische und wirtschaftliche Leben Japans, sprach hier­auf von der absoluten Anerkennung des Rechtes in­nerhalb der japanischen Volksgemeinschaft, von der Ehrlichkeit und Anspruchslosigkeit, die den Japaner aller Gesellschaftsklassen unterschiedslos auszeichne und schließlich besonders von der nationalen Be­geisterung, die alle umfasse

Die Einheit des japanischen Volkes sei gegeben durch den Charakter des Landes als Insel, die ständige, von der Natur her drohende Gefahr habe das Volk stark gemacht und fähig dazu, selbst härtesten Belastungsproben zu wider­stehen.

Line ganz besonders harte Belastungsprobe sei die Verbindung der alten japanischen Stultur mit der Moderne gewesen. Das völkische Leben Japans sei die Grundlage der Festlandpolitik, die Japan schon seit geraumer Zeit mit Erfolg betreibe.

In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner der Halbinsel K o r e a zu, die seit dem rus­sisch-japanischen Kriege unter lap^lscher Oberhoheit stehe, von jeher aber eine L a n d b r u ck e gewesen sei, auf der zwischen den Volkern des Ostens schon mancher langwierige Kampf geführt worden sei. Nach dem russisch-japanischen Kriege sei Korea der Preis des Siegers gewesen. Japan habe seit dieser Zeit Korea in der Hauptsache vom wehrpoliti chen Standpunkt aus betrachtet. Korea sei kein selbstan- diaes Land; es seien immer Kampfe in und um Korea geführt worden, aber nie em Kampf Koreas gegen andere Mächte. Dem Staat habe der Führer gefehlt.

Nun erlebe Korea das günstigste Schicksal, das es ooliliich habe erleben können. Das Land werde geschützt und kul.urell und wir.schas.lich von Japan geforbert

Kluaerweise würden von den Japanern die Korea­ner^^Mitarbeit in der Verwaltung herangezogen.

g'°ube und Kranket bekämpft. Japan

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harn01°2S000°?estaeha1ten. Hier sei sehr sorgsültige 2?rbei/ gelesttet ^worden. VorMüch ^maM-er t°?t® Praxis umii^Eisenbahnen seien

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aus der Insel und dem Festland S-g-uber,

Den Seeweg nach Korea habe s.ch 2ap°ndurch starke Hafenbefestigungen gesichert. Der Einstutz Rußlands auf das oftchinefifche Meer fei dadurch

zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken.

Die Eisenbahnen in Korea würden " der Haupt­sache für wirtschaftliche Zwecke ausgewertet und

rneiychlusses des Abendlandes betont hatte, wies

er

Llnks oben: Die Bucht von Gensa am Japanischen Meer; rechts oben: Tor zum kcckserlichen Palast in der koreanischen Hauptstadt Keijo; links unten: Geister-Abwehrpfähle vor einem koreanischen Dorfe; rechts upten: eine koreanische Dschunke auf dem Valu-Fluß. (Nach Aufnahmen des Forschers.)

noch darauf hin, daß der Frieden der Welt nur durch eine Verständigung der Völker untereinander zu wahren sei. Der Führer Adolf Hitler bedürfe, um hier seine Aufgaben erfüllen zu können, der Unter­stützung des ganzen Volkes.

Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Füh­rer und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß.

dschurei als Nahrungsmittel für die Bevölkerung Koreas einzuführen, damit der Reis in größerem Ausmaß nach Japan gebracht werden könne.

Der Japaner sei in Korea nicht bodenständig. Er stelle den Soldaten, den Händler, den Derwaltungs- beamten, die Ingenieure. .Allerdings sei man gegen­wärtig bestrebt, auch den Japaner zum bodenstän­digen Bauern auf der Halbinsel zu machen, insbeson­dere im Süden Koreas, weil dort das Klima für den Japaner noch einigermaßen erträglich sei. Ein Uebelstand im Lande sei allerdings das noch ziemlich ausgebreitete Räuberunwesen, das eine völlige Er­schließung des Landes in wirtschaftlicher Hinsicht ver­hindere. Dem Räuberunwesen sei nur mit einem größeren Aufgebot an bewaffneter Macht beizu­kommen.

So lange im Norden Koreas und in der Man­dschurei noch das Räubcrunwefen in Blüte fei, könne die Mandschurei nicht als eine Operations- dasis der Japaner für den Kampf gegen die Russen betrachtet werden.

Eine eventuelle kriegerische Auseinandersetzung Ja­pans und Rußlands werde sich übrigens nicht auf der ganzen mandschurischen Grenzstrecke entwickeln, sondern aus drei Stellen. Die russische Lage werde dabei noch sehr schwierig sein denn die Amurbahn, die allein für den Truppen- und Materialtransport in Frage komme, sei reichlich unzulänglich und laufe außerdem nur 50 bzw. 100 Kilometer von der Grenze entfernt, so daß es den Japanern ein Leich­tes sein werde, den Betrieb auf dieser Bahn mit ihren Bombengeschwadern lahmzulegen. Em ernst­hafter Kampf könne sich unter diesen Umstanden nur in der Landschaft «Ega, am Baikalsee, ent- ^Japans erstaunliche Erfolge in der Festlandpolitik resultierten aus der großen seelischen Kraft dieses Volkes und aus dem starken nationalen und sozialen Ebarakter. Wenn auch der Bestand des mandschuri­schen Volksstaates noch nicht gesichert fei und der m

Bekanntmachung der Deutschen Arbeitsfront.

Alle VeranstaltungenKraft durch Freude" dürfen nur dann stattfinden, wenn sie von mir vorher ge­nehmigt sind. Programme sind im Entwurf min­destens 14 Tage vor dem Termin unter genauer Kenntlichmachung der auftretenden Schauspieler und Kapellen mir vorzulegen.

Frankfurt a. M., 25. Januar 1934.

Gez.: Willi Becker, Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront für Hessen und Hessen-Nussau.

Die Reichszuschüffe für Instand­setzungen und Umbauten.

Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß ein Reichszuschuß bei Anträgen, die nach dem 31. Ja­nuar 1934 gestellt werden, nicht gewährt wird, so­fern mit den Arbeiten vor Erteilung des Vorbeschei­des begonnen ist. Anträge auf Zulassung von Aus­nahmen sind zwecklos.

Daten für Freitag, 26.Januar.

1781: der Dichter Ludwig Achim von Arnim in Berlin geboren (gestorben 1831); 1920: der Maler Fritz August von Kaulbach in München gestorben (geboren 1850).

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Aus Oer provmzialhauptstaOt.

3m Zeichen der blauen Kornblume.

In der Prager Herrengasse kam es heute zu schweren Ueberfällen tschechischen Pöbels auf deut­sche Studenten. Polizei mußte die Kämpfenden tren­nen. Es gab mehrere Schwer- und Leichtverletzte."

Sv und ähnlich lauteten die täglichen Meldungen der österreichischen Presse in einer Zeit tiesjten Friedens, da den Deutschen im Reich ein Kampf um die Erhaltung des Volkstums noch unbekannt war. Die Meldungen kamen nicht allein aus Prag, wo die Ueberfälle des aufgehetzten Janhagels auf die Deutschen an der Tagesordnung waren. Sie kamen ebenso aus Brünn, aus Laibach, aus Bud- weis, von überall her, wo die Front des deutschen Selbstbehauptungswillens gegen den slawischen Ver­nichtungswillen verlief. Und wenn der slawische An­sturm eine Atempause einlegte, bann rührte sich in den deutschen Städten die schwarzgelbe System­polizei Habsburgs, um Deutsche zu verfolgen, die eine blaue Kornblume trugen, oder das Deutschland­lied fangen. Es waren Zeiten, die gerade heute wieder im Gedächtnis der Deutschen Oesterreichs lebendig werden.

Ueberall aber, wo dieser Zweifrontenkrieg des Außendeutschtums tobte, leuchtete von der Brust aufrechter deutscher Männer und Jungen als Kampf­symbol die blaue Kornblume. Und sie leuchtete auch von der Brust eines jungen Deutschen, der alle Sehnsüchte des Außendeutschen- in sich trug und des­sen Name heute in aller Mund ist: Adolf Hit­lers.

Die blaue Kornblume war die Lieblingsblume der Preußenkönigin Luise gewesen und des alten Kaisers Wilhelm, der das Zweite Deutsche Reich schuf. Und die Deutschen Oesterreichs, auf denen das Unheil lastete, daß sie nicht Bürger dieses Reiches sein durften, trugen diese Lieblingsblume eines Kai­sers, der ihren Herzen näherstand, als der andere Kaiser, der über sie herrschte. Sie trugen sie als das Zeichen ihrer Sehnsucht und als Zeichen ihres Willens, deutsch zu sein und deutsch zu bleiben, auch außerhalb der deutschen Grenzen. Und so wurde die blaue Kornblume das Symbol des volksdeut­schen Gedankens, der die Einheit des deutschen Vol­kes über alle Staatengebilde stellt, die von Menschen geschaffen sind und nicht, wie das Volk, durch gött­lichen Willen.

Die blaue Kornblume lieh ihre Farbe der Flagge des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland. Und am heutigen 2 6. Januar sott sie nach dem Willen des Volksbundes als Symbol kämpfenden Außendeutschtums wieder Einzug halten in das Reich, von dem sie ausgegangen war. Am Freitag, 26. Januar, sammelt der Volksbund für das Deutsch­tum im Ausland für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, und über seinem Opfertag leuchtet das Zeichen der Kornblume, und das ganze deutsche Volk wird an diesem Tage die blaue Kornblume tragen. Denn es gilt wieder einen Kampf gegen einen Feind des Volkes, den Kampf gegen Hunger und Kälte, gegen Not und Elend deutscher Volksgenossen. Und dieser Kampf sott ein Kampf sein der großen deutschen Volksgemeinschaft in aller Welt für den Bestand und für den Auf­stieg unseres Hundert-Millionen-Volkes.

Zum Polizeidirektor in Gießen ernannt.

Wie das Personalamt der Hessischen Staatsregie­rung mitteilt, ist der Rechtsanwalt Heinrich I o ft aus Holzhausen zum Polizeidirektor der Polizei­direktion Gießen ernannt worden.

Am 30. Januar Flaggen heraus!

Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Macht­übernahme durch den Volkskanzler Adolf Hitler flaggen am Dienstag, 30. Januar, die Reichsdienst­gebäude im ganzen Reich. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich dem Vorgehen der Behörden an­zuschließen.

Kundgebung der Studentenschaft.

Anläßlich der Wiederkehr des historischen 30. Jan., des Tages der Machtübernahme durch den Führer Adolf Hitler, veranstaltet die Gießener Studen­tenschaft eine Kundgebung. Der Führer der Stu­dentenschaft stuck, jur. Adam wird die Einleitungs­und die Schlußansprache halten, ferner werden der Kanzler der Universität Prof. Dr. Hummel und der Hochschulgruppenführer Edler von Graeve sprechen. Es wirken mit der Chor des Kamerad­schaftshauses und die Studentenkapelle.

Von her Universität Gießen.

Die planmäßigen Lehrstühle für Philosophie, Psychologie und Pädagogik sind nunmehr wieder besetzt. An die Stelle Ernst von Asters trat schon in diesem Semester Prof. Hermann Glöckner; den Ruf auf die in ein einziges Ordinariat zusam­mengezogenen Lehrstühle Aug. Messers und Fried­rich Sanders hat Professor Gerhard Pfähler er­halten und angenommen. Hermann Glöckner vertritt die Philosophie, Gerhard Pfähler die Psychologie und Pädagogik.

Professor Glöckner ist fränkisch-bayerischer Her­kunft und steht im 38. Lebensjahr. Er ist vor allem als Hegelforscher bekannt, hat aber auch dem schwä­bischen Dichter-Philosophen Friedrich Th. Vischer und dem baltischen Philosophiehistoriker Joh. Ed. Erdmann größere Werke gewidmet. In den letzten Jahren beschäftigte er sich vor allem mit den tie­feren Entwicklungszusammenhängen der deutschen Weltanschauung. Er kommt von Heidelberg, wo er seit 1924 als Privatdozent, feit 1930 als außer­ordentlicher Professor wirkte. Im Jahre 1932 wurde sein BuchDie Voraussetzungen der Hegelschen Phi­losophie" mit dem Kuno-Fischer-Preis ausgezeichnet.

Professor Pfähler, geb. 1897, entstammt alten schwäbischen Theologen und Bauernfamilien; ur­sprünglich Theologe, wurde er nach dem Krieg Volks- schullehrer, Provitdozent der Pädagogik und Psy­chologie an der Universität Tübingen. Professor an den Hochschulen für Lehrerbildung in Rostock, Al­tona und Frankfurt a. M. Seine wissenschaftlichen Arbeiten erstrecken sich auf die Gebiete der Kinder- und Jugendkunde, der psychologischen Typologie und Charakterologie. In neuerer Zeit hat seine Arbeit vor allem gegolten dem Ausbau der in Arbeits­berührung mit Ernst Kretzschmer von Oswald Kroh und ihm begründeten Erbcharakterologie und damit dem wissenschaftlichen Kampf gegen alle die päda­gogischen und psychologischen Richtungen, die den Menschen allein als Produkt der Umwelteinflüsse zu erfassen und begreifen versuchten.

Die beiden Lehrer, die sich gegenseitig vorzüglich ergänzen, werden der Bildung echten philosophischen Geistes dienen: auf der Grundlage deutscher Welt­anschauung und nationaler Erziehung.