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Am 1. Februar wird in Kairo König Fuad den W e l t p o ft k o n g r e ß eröffnen, zu dem man De - legierte aus 93 Ländern erwartet. Ziel des Kongresses ist die Revision des internationalen Postabkommens. Die Beratungen werden voraus­sichtlich zwei Monate beanspruchen. Während des Kongresses wird in Kairo ein Postmuseum er-

Dollfuß sucht neue Bundes genossen.

Gegen Gicht, Rheuma, Hexenschub und JschiaS all- bewährte« Mittel. Mehr als 15000 frei­willige. notariell beglaubigte Anerkennungen.

Die politischen Soldaten der Ration

Kameradschaft und Manneszucht die Grundlagen der politischen Schicksalsgestaltung.

Wir sind kein bürgerlicher Klub, sondern eine Vereinigung entschlossener poli­tischer Kämpfer. In der LA. wird und muß diese revolutionäre Linie im Geiste der rückliegenden Zeit eingehalten werden. Ich will keine Lämmer führen, die den Spießern ge­fallen, sondern Revolutionäre, die ihr

Vaterlandvorwärtsreitzen."

Das neue Deutschland müsse, so fuhr der Stabs- chef fort, immer geistig jung bleibe n und dürfe nie ein bürokratischer Staat werden. Wenn Träumer und Reaktionäre, politische Eunuchen das nicht begreifen sollten, so würden sie durch die SA. darüber eindeutig belehrt werden. Das Ergebnis eines jahrelangen, blutigen, innerpolitischen Kamp­es werde nur eine disziplinierte Käme- radschaftderRation sein. Kameradschaft und Manneszucht seien die Grundlagen nicht nur der oldatischen Gemeinschaft, sondern erst recht der er- olgreichen politischen Schicksalsgestaltung. Diese Kamerad chaft habe namentlich auch Geltung nach unten. Die im Kampf durch Blut gekittete Der- bundenheit von Führer und Mann sei die Stärke der SA. bisher gewesen und werde sie auch künftig bleiben. Die gesamte SA. in Men ihren (Blieberungen fei eine ® e m eii n f <f> oft von Kämpfern und fj.erren. Anstelle des Skla- nenaeiftes, des Geistes schwächlicher Demut, die ver> qangene Zeiten dem deutschen Menschen einsutmp- fen versucht hätten, erziehe die SA, bewußt Herren- naturen.

Der Stabschef betonte weiter, dag der deutsche Aufbau die ganze straffe Zusammenfaf- fung aller Kräfte erfordere, die gewillt seien, bedingungslos für dieRation einzutreten unter einem Führer, einem Willen, einem Ziel. Es werde künftig keine selbständig nebeneinander ziehende Kolonnen mehr geben, sondern nur die vollkom- meneEinheit aller politischen So l- dalen der Ration, die gleich in chren pflichten und darum auch gleich in ihren Rech­ten beseelt feien von eiserner Energie, von vorwärts stürmendem revolutionärem Schwung und von glühender Vaterlandsliebe. Aufeinan­der eingeschworen, vom obersten SA.-Fuhrer

bessern. r

Die gesamte ausländische Presse hat gegen die allen internationalen journalistischen Gepflogen­heiten widersprechende Ausschließung von Presseempfang Einspruch erhoben.

bis zum letzten SA.-7Nann, seien die braunen Bataillone die revolutionären Willensträger des Führers, des natonalsozialiftifchen Staates, die das Vertrauen des Führers mit unbedingter, hingebungsvoller Treue erwiderten. Soldatische Verbundenheit, eiserne Disziplin und unerschüt­terliche Kameradschaft, die Grundlagen wahrer Volksgemeinschaft, fänden in der SA. ihre beste

Verkörperung.

Der Stabschef schloß seine eindrucksvolle Rede mit dem Appell an die versammelten SA.-Führer, diesen Geist der Volksgemeinschaft, den der Führer gepredigt habe, auch künftig d i e Grundlage der Erziehungsarbeit der SA. sein zu lassen. Dann werde die Ration das deutsche Schicksal meistern und damit den tiefsten Sinn des Nationalsozialismus erfüllen. Mit einem Heil auf den Führer schloß der Stabschef die SA.- Führertagung, die in ihrer Geschlossenheit das Band des Vertrauens, das zwischen dem Stabschef und den SA.-Führern besteht, überzeugend zum Aus­druck brachte.

SA. und Partei.

Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, nimmt in dem heute erscheinenden Heft der NS.-Monatsheste, das als SA.-Sondernummer erscheint, das Wort zu dem Thema: SA. und Partei. Er betont, daß nicht etwa das Thema so aufzufassen sei, als stände hier die SA. und dort die Partei, wie aus der Tatsache der Ernennung des Stabschefs der SA.- und des Stell­vertreters des Führers zu Reichsministern fälschlich geschlossen werden könnte. Vielmehr seien SA. und SS. Teilgebiete der NSDAP., die als geschlossenes Ganges der Führung Adolf Hitlers unterstehen. Sowohl der Stabschef als auch der ihm unterstellte Reichsführer der SS., Himmler, fühlten sich, wie der Stellver­treter des Führers selbst, allem voran als Natio­nalsozialisten, als alte Kämpfer der Partei.

In bezug'auf seine eigene mehr politisch gefärbte Tätigkeit und die Tätigkeit des Stabschefs und des Reichsführers der SS. betont der Stellvertreter des Führers: DieParteigenossen" Röhm, Himm­ler und Heß denken nicht daran, etwa sture Inter- essenvertreter der von ihnen verwalteten Teilorgani­sationen unter Außerachtlassung des Gesamtinter­esses der Partei zu sein. Stets sind sie bereit, Lasten für die SA. auf der einen Seite, für die übrigen Organisationen der NSDAP, auf der anderen Seite auf sich zu nehmen, wenn es das Wohl der Partei erfordert. Denn die Partei ist heute Deutschland, und wahre Nationalsozialisten sehen in all ihrem Denken und in all ihrem Han­deln vor sich nur: Deutschland.

Die Angehörigen der verschiedenen Organisatio­nen kämpfen für das gleiche Z i e l.Schulter an Schulter wie einst, gemeinsam leidend, die Siege feiernd, für einander Opfer tragend, geeint in der einen Partei. Sie gab ihnen den Lebens­inhalt, sie gab ihnen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Heute wirken alle Untergliederungen der NSDAP, als Teile der Partei für ihren Staat, der ihr durch die Jahre gleich gebliebenes Wollen und j Hoffen dereinst erfüüt.

Der italienische Besuch in Wien

Euvich über die italienische Politik im Donauraum.

W i e n, 21. Jan. (DNB.) Unterstaatssekretär S u- vich hat Wien verlassen. Zum Abschied hat­ten sich am Südbahnhof Bundeskanzler Dr. Doll- , Vizekanzler Fey und andere Persönlichkeiten ungesunden. Außerdem waren der italienische Ge° andte und Mitglieder der italienischen Kolonie er- chienen. Vor dem Bahnhofsgebäude hatten ein Bataillon Hilfspolizei Aufstellung genommen, auf dem Bahnsteig eine Ehrenkompanie des Jnfanterie- Reaiments 3.

Vor feiner Abreise erklärte Suvich der Presse, ein Besuch in Wien sei ein neuerlicher Beweis der großen Sympathie und Freundschaft, die Italien dem österreichischen Volk entgegenbringe. Die Be­deutung, die Oesterreich in seiner Stellung im Do­naubecken in einem größeren Maße zukomrne, als es seinem territorialen Umfang und feiner Bevöl­kerungszahl entspreche, sei offensichtlich. Damit Oestereich seine Mission ausüben könne, sei es vor allem notwendig, daß dem Lande die normalen Verhältnisse eines unabhängigen und ruhigen Le­bens gesichert werden. Diese Auffassung vertrete Italien seit längerer Zeit auf Grund unveränderter Richtlinien sowohl auf politischem, wie auf wirt­schaftlichem Gebiet. Die italienische Negierung habe noch kürzlich in einem eine breitere Regelung der Wirtschaft der Donauländer vorsehenden Vorschlag die Formen angedeutet, die der ganzen österreichischen Wirtschaft von besserem Nutzen sein könnten. Oesterreick habe in den letzten Zeiten auch dank der Maßnahmen seiner gegenwärtigen Re­gierung schon begonnen, einen gewissen Aufstieg zu zeigen und biete die sichere Gewißheit, daß die Lage in Oesterreich bald wieder hergestellt werde, sofern die allgemeinen und zwar nicht nur die wirtschaft­lichen, sondern auch die politischen Umstände sich

wurde sie beschossen. Dabei wurde ein Kriminal­beamter aus Basel getötet und ein weiterer Be­amter durch Kopfschuß schwer verletzt. In Basel ist man stark beunruhigt, zumal sich die Zahl der Opfer einschließlich des Ueberfalles auf die Wever-Bank nunmehr auf vier Tote und zwei Schwerverletzte erhöht hat. Die Täter, zwei jüngere Burschen, flüchteten auf gestohlenen Fahrrädern. Die von der Stuttgarter Kriminalpolizei sofort ausge­nommene Verbindung mit Basel und Nachforschun­gen in Stuttgart ergaben, daß es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um die gleichen Täter handelt, welche am 18. November 1933 in Stuttgart-Gab- lenberg den Werkmeister Feuer st ein und am 5. Jan. 1934 in Basel die zwei Beamten der Wever- Bank erschossen haben, nämlich um den Tech­niker Sandwig, geboren am 3. August 1910 in Wuppertal-Lengerfeld und den Techniker Waldemar Veite, geboren am 6.August 1916 in Barmen- Wuppertal. Die Stuttgarter Kriminalpolizei hat so­fort umfassende Fahndungsmaßnahmen eingeleitet.

Sechs Verletzte bei einem Strahenbahnnnsall in Wiesbaden.

In Wiesbaden löste sich an einem von Dotzenheim nach der Stadt fahrenden Straßenbahnzug die Kupplung zwischen dem Motorwagen und den bei­den Anhängern. Der Motorwagen fuhr erst allem weiter; als er zum Halten gebracht war, rannten die auf der abschüssigen Straße nachrollenden Wagen auf den Motorwagen auf. Sechs Personen, die durch den Zusammenstoß Verletzungen erlitten hat­ten, wurden ins Krankenhaus gebracht.

Autounglück in Dänemark. Ein Toter, drei Schwerverletzte.

Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich auf der Landstraße zwischen Sorve und Hing- fted auf der Insel Seeland. Ein Personenwagen stieß mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Lastkraftwagen so heftig zusammen, daß der Personenkraftwagen saft vollständig zertrüm­mert wurde. Das aus dem Betrie'osftoffbehälter

unübersichtlichen und schlechten Räume baldmöglichst gegen andere einzutau-schen. Der Besuch des Reichs­ministers löste bei den Filmschaffenden große Be­geisterung aus.

Gerüchte um denCodex Sinaiücus

Aufsehenerregende Gerüchte waren in London während des Wochenendes im Umlauf, wonach Die vor kurzem vorm Britischen Museum für 100 000 Pfund erworbene BibelurschriftCodex Zinaiticu- pin? Fällckuna sein sollte. Ein russischer Diplo» b,S.DS'Si-'Jr: sää«« Museums erklären ebenfalls, daß essich auf keinen Fall um eine Fälschung handeln tonne.

Stabschef Röhm auf der SA-Führeriagung.

Friedrichsroda, 20. Jan. (DNB.) Die SA.- Führertagung in Friedrichsroda nahm, wie die RSK. meldet, am Samstag nachmittag ihren Fort­gang mit Besprechungen organisatorischer Natur. In einer abschließenden Rede faßte Stabschef Röhm das Ergebnis der Tagung in großen Um­rissen zusammen. Er erklärte dabei u. a.: Dem Jahr des Sieges folge das Jahr der Bewah­rung. Die nationalsozialistische Revolution stelle uns über das bisher Erreichte hinaus noch große und wichtige Aufgaben, durch deren Erfüllung die deutsche Erhebung ihre Krönung erfahren müsse. Vor der Gefahr des Stagnierens und des geistigen Verspießerns bewahre die Nation der revolutionäre Schwung der SA. als der Garantin der Revolution.

Aus oller Well.

Zwei Baseler Polizeibeamte erschossen, zwei weitere schwerverletzt.

Im Zusamenhang mit der verschärften Ueber- wachung der Gasthöfe und Pensionen in Basel, die infolge des kürzlichen Raubüberfalles auf die Wever-Bank durchgesührt wird, wurde in einer Pen­sion von Klein-Basel von zwei Polizisten eine Durch­suchung vorgenommen. Als die Beamten die Pen­sion betraten, wurden sie mit sechs Revolver- schüssen empfangen. Ein Beamter wurde tödlich getroffen; der andere erhielt einen schwe­ren Rücken schuß. Die Verbrecher haben sich in den Jura hinaufgeflüchtet und werden dort von den Volizeikräften der vier Kantone Bern, Solothurn, Basel-Stadt und Basel-Land eingetreift. Als eine Polizeitruppe den Verbrechern auf den Fersen war.

Die Genfer Ralslagung beendet.

Eine Beschwerde des Deutschen Bolks- bundes abgewiesen.

Genf, 20. Jan. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat in feiner Samstag-Nachmittagssitzung das Pro­gramm feiner 78. Tagung beendet. Die Ratsver- : tretet verlassen am Samstag und Sonntag Genf. Vorher wurde eine Beschwerde des Deut­schen Dolksbundes in Oberschlesien behandelt, die sich gegen das Verbot desOberschlesi - scheu Kurier" und derKattowitzer Zeitung" in Ostoberschlesien richtete. Aus Vor­schlag des Berichterstatters, des Spaniers Mada- r i a g a, beschloß der Rat, der Beschwerde keine Folge zu geben. Er nahm dagegen Kenntnis von den Bemerkungen der polnischen Re­gierung, die geltend gemacht hat, daß man nicht nur gegen diese Organe der deutschen Minderheit einge­schritten sei, sondern auch gewisse Artikel, die i n polnischen Zeitungen erschienen seien, verboten habe. Die Blätter der Minderheiten seien deshalb, wie die polnische Regierung feftfteUe, nicht Gegenstand einer unterschiedlichen Behandlung ge­wesen. Der Völkerbundsrat fordert den Dreier- Ausschuß des Rates, der sich in Südamerika befin­det, auf, d e n Ehacao ^Streit im Auge zu be­halten und bis zur nächsten Tagung alle notwen­digen Maßnahmen zu treffen.

Düs Kleine Präsidium der Abrüstungs­konferenz vertagt sich.

Genf, 20. Jan. (DNB.) Das Kleine Präsidium der Abrüstungskonferenz hat sich Samstag mittag nach ergebnislosen Verhandlungen auf d e n 13. Februar vertagt. Im Übrigen hat man sich über feinen weiteren Termin endgültig einigen können, insbesondere nicht für den Wiederzusam­mentritt der Konferenz selbst. Die Einberufung des Kleinen Präsidiums am 13. Februar soll voraus­sichtlich nach London erfolgen. Gleichzeitig hat man die Einberufung des Präsidiums selbst für die sich daran anschließende Woche ins Auge gefaßt.

Meine politische Nachrichten.

Der Reichspressechef der NSDAP., Dr. O. Diet­rich, ist vom SS.-Oberführer zum SS.-Bri­gadeführer befördert worden.

Die Presseabteilung des Reichsnährstandes teilt mit: Der Landesbauernführer Luder der Landes­bauernschaft Bayern hat auf Grund des von ihm gegen sich eingeleiteten Ehrenverfahrens ge­beten, bis zum Abschluß des Ehrengerichtsverfahrens von dem Posten als Landesbauern- führer beurlaubt zu werden. Der Reichsbau­ernführer hat diesem Antrag entsprochen und den landwirt chaftlichen Gaufachberater (GFB.) Schu­berth, MdR., Kulmbach (Oberfranken), mit der kommissarischen Führung der Landesbauernschaft Bayern beauftragt. *

Auf Anregung des Reichsministers des Inneren, Dr. Frick, fanden am 17. Januar zwischen den be­teiligten Stellen Beratungen über die Durchführung der Eingliederung der evangelischen Jugend in dieHJ. statt. Die Beratungen wer- den in den nächsten Tan fortgesetzt werden, um iiie von ollen Seiten ersehnte Einigung der deutschen Jugend beschleunigt herbeizuführen.

Der rumänische Außenminister T i i u l e s c u und der tschechoslowakische Minister des Auswärtigen, B e n e s ch , sind in Agram zur Konferenz der Klei­nen Entente eingetroffen und von dem südslawischen Außenminister Je f titsch und hohen Beamten des südslawischen Außenministeriums begrüßt worden.

Der Herrscher von Transjordanland, Emir Ab­dul 1 a h und der König des Hedfchas Ibn Saud werden binnen kurzem eine freundschaftliche Zusam­menkunft in Akaba am Ostende des Roten Meeres haben. Die beiden Monarchen werden wahrschein­lich einbritischesKriegsschif f al s neu­tral e n B o d e n für die Konferenz wählen.

Kunft und Wissenschaft.

Architekt Professor Paul Troost f.

Architekt Prof. Paul Ludwig Troost, der vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hat, ist jetzt in einem Münchener Krankenhaus g e ft o r b e n. Er mar als ein bedeutender Innenarchitekt bekannt, dem die Ausgestaltung aller großen Lloyd-Dampfer, zuletzt derEuropa", übertragen war. Durch Den Führer wurde er mit neuen Aufgaben betraut, so mit dem Bau des Hauses der Deutschen Kunst in München, mit den Neubauten tn der Utnaebunq des Braunen Hauses und für das Haus der^Aerzteschast in Berlin. Prof. Troost stand m der Mitte der 50er Jahre.

prof. Hauser freigesprochen.

Nach dreitägiger Verhandlung verkündete der Vor­sitzende der IV. Großen Strafkammer am Landge­richt Berlin unter großer Spannung das Urteil im Prozeß Hauser. Der Angeklagte Hauser wird auf Grund des § 51 des Strafgesetzbuches frei gesprochen. Seine Unterbringung in eine Entziehungsanstalt für Morphiumsüchtige bis zur Dauer von zwei Jahren wird angeordnet Der An- aetlaate Paul Rosenthal wird gleichfalls frei- aesprochen Es werden verurteilt der Angeklagte Kaufmann Willy Borchardt wegen Betruges m drei Fällen schwerer Urkundenfälschung und borsenrecht- licker Untreue zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, der Angeklagte Kunst­händler Alfred Joseph wegen Betruges m drei Fällen und schwerer Urkundenfälschung zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Die Untersuchungshaft wurde den verurteilten Angeklag- ten angerechnet.

Reichsminister Goebbels bei den ^UmFomparfeti.

Reichsminister Dr. G o ebb e l s suchte dies er Tag e den Arbeitsnachweis für Fllmkomparfen m Berlin auf. Der Besuch war in keiner Werfe angesagt und kam sowohl den Beamten des Arbeitsnachweises, als auch den Arbeitsuchenden vollkommen unerwartet. Dr. Goebbels ging durch alle Raume, denen die Stellungsuchenden sich aufhalten. Bei dieser zwei­stündigen Besichtigung wurde eine Reihe von Man­geln festgestellt, die in der nächstenabgestellt werden sollen. Einige Änderungen rmder Organi­sation der Arbeitsvermittlung selbst sollen in zweck­mäßige" und zielstrebiger Form zur Zeit noch be­stehende Härt-p W

entströmende Benzin entzündete sich, und im Nu landen der Personenkraftwagen und der vordere Teil des Lastkraftwagens in hellen Flammen. Der Führer des Personenkraftwagens konnte nur als verkohlte Leiche geborgen werden. Sein Mit- ahrer erlitt fo ernste Brandwunden, daß an einem Aufkommen gezweifelt wird. Die beiden Jn- assen des Lastkraftwagens wurden ebenfalls chwer verletzt.

Hitzewelle in Buenos Aires.

In Buenos Aires herrscht eine ungewöhnlich tarfe Hitze. Das Thermometer zeigt nicht we­niger als 40 Grad im Schatten. Man verzeichnet zahlreiche Fälle von Hitzschlag.

Das verheerende Erdbeben in Indien.

Das verheerende Erdbeben in Indien hat, wie man jetzt befürchtet, auch die 80 000 Einwohner zählende Hauptstadt von Nepal, Katmandu, zum großen Teil dem Erdboden gleichgemacht. Nachdem die Stadt fünf Tage lang vollkommen von der Umwelt abgeschnitten war, läßt die jetzt erst aus dem Jagdlager des Maharadscha von Nepal eingelaufene Meldung auf große Verwüstungen und Menschenverluste schließen. Der Maharadscha von Nepal ist aus seinem Jagdlager in einer ent­fernten Ecke von Nepal sofort nach der Hauptstadt zurückgekehrt. Die indische Regierung hat fieber­hafte Bemühungen unternommen, die Verbindung mit Katmandu wiederherzustellen und der Stadt Hilfe zu senden. Da man jetzt glaubt, daß die dicht­bevölkerten Täler von Nepal sogar das Zentrum der Erdstöße waren, wird nach Wiederherstellung der Verbindungen mit weiteren Nachrichten über große Menschenverluste gerechnet.

Drei Knaben unter Erdmassen verschüttet und erstickt.

In der Gustav-Adolf-Schlucht unweit der pom- merschen Stadt Wolgast, wurden drei Knaben in einer selbstgebauten Grube verschüttet und getötet. Drei weiteren Knaben gelang es, sich aus der zusammengestürzten Grube zu befreien und Hilfe herbeizuholen, die jedoch zu spät kam.

Englischer Dampfer gestrandet. Neun Seeleute ertrunken.

Der englische DampferOakland" ist, wie aus Am­sterdam gemeldet wird, in der Nähe der Insel Ter- chelling auf ein Riff gelaufen. Neun Mann von der Besatzung sind t o t geborgen worden; zwei Mann werden noch vermißt. Als das Schiff gestran­det war, war ein holländisches Rettungsboot an die Unglücksstätte gefahren. Die elfköpfige Besatzung weigerte sich jedoch, von Bord zu gehen. Im Laufe der Nacht war die Mannschaft aber gezwungen, die Rettungsboote zu besteigen. Die Boote kenterten jedoch. Als sich wieder ein holländisches Rettungs­boot zu dem gestrandeten Dampfer begab, befand sich kein Ueberlebenber mehr an Bord.

Zugzusammenstoß bei Torgau. Ein Bahnbeamter getötet.

Im Güterbahnhof Falkenberg bei Torgau stießen ein einfahrender Güterzug und ein ausfahrender Güterzug auf einen stehenden Zugteil auf. Die Ma­schine des einen Zuges wurde aus dem Gleise ge- drückt. Das Fahrpersonal kam mit dem Schrecken : davon. Mehrere Wagen schoben sich ineinander und übereinander. Der Zugführer, der sich in seinem : Dienstabteil im Postwagen befand, wurde emge- quetscht und getötet. Es ist bisher noch nicht , gelungen, seine Leiche aus den Trümmern zu be= . freien. Der Sachschaden ist sehr groß. Die Gleise , sind teilweise zerstört. Die Untersuchung über die . Ursache des Unglücks ist im Gange. Im ganzen sind , zwölf Güterwagen umgestürzt und zertrümmert. > Bei dem Unfall wurde noch ein Schaffner leicht oer l etzt.___________________________________________

, Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: Dr. Fr. W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. - Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den

Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

Wien, 20. Jan. (DNB.) Die gesamte Wiener Systempresse fordert jetzt die Gewinnung der sozialdemokratischen Arbeiterschaft für die Regierung Dollfuß. Die Erklä­rungen des Bundeskanzlers vor dem Christlich-Sozia­len Parteivorstand werden dabei als Ausgangs­punkt einer Neuorientierung der Innenpolitik hm- gestellt. In unterrichteten Kreisen läuft die Be­hauptung um, daß dieser Kurswechsel auf italie­nische Wünsche zurück gehen soll. Die amt­licheWiener Zeitung" schreibt unter der Ucber- schrift:Neue Aspekte", es handele sich um ein er­lösendes Wort, an das die berufenen Führer der Arbeiterschaft antnüpfen könnten, wenn sie guten Willens zur Mitarbeit wären. Der Bundes­kanzler habe alle Abseitsstehenden und Schwanken­den eingeladen, in die große Front der österreichi­schen Unabhängigkeit und des Aufbaues einzutreten. ImNeuigkeitsweltblatt" heißt es, der Bundes­kanzler habe einen deutlichen Appell an die Arbeiter­schaft gerichtet, die er jedoch mit der Sozial­demokratie nicht verwechselt haben wolle. Von dieser Partei wolle er keine Antwort oder Zu­stimmung. Was diese Partei denke, sei bereits un­interessant geworden. DiePolitische Korrespon­denz" wendet sich scharf gegen die Sozial­demokratie. Sie sei schuld daran, daß Teile der Arbeiterschaft während des großen Kampfes Oesterreichs um feine Freiheit abseits ständen. Die Ständeidee kenne weder Lieblinge, noch Stiefkinder. Der sozialdemokratischeAbend" teilt mit, daß der Parteivorstand der Sozialdemokratie bereits in den j nächsten Tagen endgültig seine Stellungnahme dem Appell des Bundeskanzlers festlegen werde.