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Es war ein harter und langer Weg vom 21. März 1918 bis zum 21. März 1934. Dazwischen liegt der 13. März 1920, an dem zum erstenmal der Versuch gemacht wurde, durch soldatischen Einsatz den Staat von Weimar zu überwinden, und liegt als stolzeste Siegesfeier der 21. März 1933, an dem an geheiligter Stätte, am Grabe Friedrichs des Großen, der Marschall des großen Krieges und der Führer und Kanzler des deutschen Volkes Ver­gangenheit und Zukunft Deutschlands ineinander- flochten und die preußisch-soldatische Staatlichkeit mit der deutschen Innerlichkeit unlösbar verbanden.

Der 13. März 1920 ist das Musterbeispiel dafür, Laß selbst der beste Wille soldatischer Idealisten nicht ausreicht, einen Staat zu erneuern, wenn hinter diesem Willen nicht die leidenschaftliche Zustimmung und das seelische Ja des Volkes steht. Die zwsitau- send Sodaten, die am 13. März 1920 nach Berlin marschierten, handelten genau so einem inneren Auftrag gemäß, wie die Soldaten Adolf Hitlers, die den Zug an die Feldherrnhalle am 9. November 1923 wagten. Aber die Zeit der deutschen Revolution war noch nicht erfüllt, die Umwertung der Werte hatte eben erst begonnen.

Das Schicksal mutzte das deutsche Volk zuerst durch das grauenvolle Tal der Arbeitslosigkeit und der Glaubenserschütterung führen, ehe ein neuer Glaube wachsen und die Nation zu sich selber zurückfinden konnte. Der 21. März 1933, der erste Sonnwendtag des nationalsozialistischen Deutsch- 5ands, wurde zum Symbol des Zurückfindens und der Selbstbesinnung auf die unzerstörbaren und ewigen Werte des deutschen Seelentums und der soldatisch-preußischen Staatlichkeit.

Von diesem Tage an hat uns nicht nur der große Preußenkönig in Dienst und Pflicht genom­

men, sondern ist uns Soldaten wiederum das Erbe auferlegt worden, das Arnim der Cherusker wei­tergab an die Hohenstaufen und die Hohenstaufen weitergaben an die Ritterorden und den Großen Kurfürsten, das der Große Kurfürst weitergab an Friedrich den Großen und dieser an Bismarck, das Erbe und der Auftrag, für den zwei Millionen der grauen Kämpfer an der Front starben: das ewige Reich deutscher Nation, das durch die Taten der Staatskunst ebenso bezeugt wird, wie durch die großen schöpferischen Offenbarungen der deutschen Innerlichkeit, angefangen vom Nibelun­genlied über die Mystik Meister Eckehards und das stolze Freiheitsbekenntnis Martin Luthers bis zu der Glaubenszuversicht im Werke Bachs, Mozarts, Beethovens, Schillers und Goethes, und schließlich zu der einsamen Verkündung des alternden Fried­rich Nietzsche, der von der Pflicht der Deutschen zu einemins Geistige gesteigerten Fridericianis- mus" sprach. Die Frühlingssonnenwende 1934 stellt uns vor die Erprobung, dieser großen Vor­bilder würdig zu sein.

Die Arbeitsschlacht und die Frühlingsoffensive 1934, die jetzt anhebt, sie stellt nur einen Teilab­schnitt dar jenes gewaltigen Kampfes, in den wir und die kommenden Geschlechter gestellt sind. Wir wollen, wie es die Soldaten am 21. März 1918 taten, ans Werk gehen. Wir wollen nicht große Worte vorher machen, und wir wollen unseren Blick nicht verschließen vor den ungeheuren Ge­fahren, von denen wir ringsum umgeben sind. Aber wir wollen aus dem ewigen Wunder des Frühlings, des Frühlings in der Natur und des revolutionären Frühlings des deutschen Volkes die Kraft und die Zuversicht schöpfen, unserer Auf­gabe gewachsen zu sein.

Hilfe für Rhön und Spessart.

Berlin, 20. März. (DNB.) Um die Aufmerk­samkeit der Oeffentlichkeit aus die Notlage in den Gebieten Rhön und Spessart zu richten, hatte der Gauleiter von Main-Franken, Dr. Hellmuth, einen Presseempfang veranstaltet, auf dem er seinen Aufbauplan auseinander setzte. Er konnte durch eigene Anschauung feststellen, daß Städte und Dörfer übervölkert sind, während auf der anderen Seite das Land zu einem großen Teile brach liegt. Der Boden ist fruchtbar, aber die Höfe sind durch die vielfachen Erbteilungen so aus­einandergerissen, daß beispielsweise ein Dauer 13 Kilometer zurücklegen muß, wenn er seine aus­einandergerissenen Felder aufsuchen will. Der Füh­rer hat den Gauleiter beauftragt, eine Denkschrift auszuarbeiten, damit die Durchführung der Pläne alsbald in die Hand genommen werden kann. Dr. Hellmuth kennzeichnete auch den Wahnwitz des noch immer bestehenden Wasser- und Wei de- rechts. Es könnten 6000 Erbhöfe dort geschaffen weroen. Deutschland könne es sich nicht erlauben, ein so fruchtbares Gebiet ungenutzt zu lassen, nur weil bisher politische und gesetzliche Hindernisse dazu nötigten.

Der Gauwirtschaftsberater Haßlinge gab wei­tere Einzelheiten über das Rhön-Spesfart-Projekt. Das Ziel fei im wesentlichen, Ordnung z u schaffen, Damit die Gebiete sich entwickeln könn­ten, wie es ihrer klimatischen und geographischen Lage entspreche. Vor allem müsse die Landwirt­schaft in Ordnung gebracht werden. Es müsse wie­der eine Existenzmöglichkeit für die Landwirtschaft

geschaffen werden durch die Errichtung von Erbhöfen. Der Bauer habe genug Absatzmöglich­keiten in den großen benachbarten Städten Frank- s irt, Würzburg, Aschaffenburg, Meiningen usw. Dem Landwirt Absatzmöglichkeiten zu schaffen, heiße weiter Existenz schaffen fürGewerbeundHan- d e l, die jetzt vollkommen ausgestorbey seien. Der Basaltindustrie müsse wieder Beschäftigung gegeben werden durch die richtige Verteilung der Aufträge. Wenn Landwirtschaft und Industrie in Ordnung gebracht seien, werde man sich dem Fremdenverkehr zuwenden. Durch die scharfe Trennung von Industrie und Landwirtschaft solle den dort wohnenden 250 000 Menschen die Mög­lichkeit gegeben werden, sich wieder selbst zu ernäh­ren, während jetzt fast die ganze Bevölkerung auf zusätzliche Arbeit und auf Unterstützungen angewie­sen sei.

Die Reichsregierung habe weitgehendes Ver­ständnis für die Pläne gezeigt, und sie habe den Willen, den wertvollen Dolksstamm zu erhalten. Zur Durchführung ist eine Zentralstelle zu schaf­fen, die die vollständigen Gebiete umfaßt, einerlei ob sie politisch Bayern, Preußen, Thüringen oder Baden unterstehen. Kulturämter, Bauämter, Forst- ämter, Gesundheitsbehörden usw. haben sofort die Einzelheiten des Planes nach den Richtlinien der Zentralstelle auszuarbeiten. .Für den Monat Sep­tember ist eine Rhön-Wanderausstellung geplant, die ihren Ausgang von Berlin nehmen und sich über 'Das ganze Reich erstrecken soll.

Frühling des deutschen Voltes!

Oie Rede des Führers auf dem Münchener Revolutionsappell.

München, 20. März (DNB.) Bei dem Revo­lutionsappell in den Ausstellungshallen am Mon­tagabend ergriff nach dem Gauleiter Wagner, dem Reichsführer der SS. Himmler und dem Stabschef Röhm der Führer das Wort. Der Führer ging aus von der weltanschaulichen Grund­lage der Nationalsozialistischen Partei, deren funda­mentalen Unterschied von anderen Parteien er in die Definition zusammenfaßte:Der Sieg einer Partei ist ein Regierungswechsel, der Sieg einer Weltanschauung ist eine Revolution, und zwar eine Revolution, die den Zustand eines Vol­kes tief innerlich und wesenhaft umgestaltet." Die Märzrevolution des Jahres 1933 sei in Wirklichkeit die Fruhlingsrevolution des deutschen Volkes geworden. Ein Frühling sei nun wieder angebrochen, in dem wir leben und in dem wir alle glücklich seien.

Das deutsche Volk habe sich sreigemachl von der Eiszeit der Vergreisung und sei wieder jung geworden nicht nur geistig, sondern auch körper­lich. Wer heute durch Deutschland gehe, der sehe andere Menschen vor sich als noch vor zwei Jahren. Das, was unsere Kämpfer schon vorher auszeichnete, und unsere SA.- und 5$.- Wänner und den jungen unter tausend anderen herauskennen ließ, daß er einen anderen Blick halte, den Kops stolz und höher l r u g, das sei heute für viele Millionen unseres Volkes Lebensausdruck geworden.An was sich Jahrhunderte nicht wagten, woran ein halbes Jahrtausend scheiterte, was Generationen ver­suchten und was ihnen nicht gelang, das haben wir in einem Jahr geschaffen."

Wir haben alles zehnmal überlegt und keinen Schritt zu viel getan. Es soll sich niemand in Deutschland beklagen. Wenn unsere Feinde von der roten Couleur zur Macht gekommen wären, dann würden wir bei uns wie anderwärts nur einen Trümmerhaufen sehen. Heute aber sehen wir in Deutschland blühendes Leben. Wir kämpfen für ein selbständiges deutsches Volk. Wenn Gott die deut­schen Stämme schuf, so werden sie bleiben. Wenn nun jemand sagt: Was ist denn dann mit den ein­zelnen Staaten, die hat doch auch Gott gemacht? Nein die Staaten haben die Menschen gemacht! Staatsformen sind immer vergänglich gewesen. Blicken Sie 100 Jahre zurück, 200 ober 300 Jahre und sehen Sie auf die Landkarte und ihre Verände­rungen! Und wenn mir aber jemand sagt: Aber von jetzt ab muß es so bleiben, so kann ich darauf nur antworten: Herr, wenn Sie steril geworden sind, so ist es deshalb noch lange nicht unser Volk!

Das lebt noch und empsiudet sein errungenes Ziel, strebt diesem Ziele zu, und die Karte un­seres Reiches wird sich daher weiter wan­deln und weiter verändern. Einst zusammengefügt und zusammengeschweih! als Volk zu einer einzigen Einheit, so wie wir ste in unseren braunen Hemden äußer-

lich symbolisch schon geschaffen haben. Line Farbe, eineFahne und einhoheits- Zeichen für ganz Deutschland. Ich nehme vor der deutschen Geschichte d e n K a m p s auf mit meinen Widersachern, ich nehme ihn auf vor der deutschen Nachwelt. Sie wird ein­mal unser Richter sein, und ich weiß es, sie wird uns einziehen lassen in das Pan­theon der nationalen Geschichte. Sie wird feststellen und anerkennen: hier haben zum ersten Wale nach tausendjährigem Versagen und Irrwegen Wanner von innen heraus ein

Volk geschaffen.

Wenn mich jemand fragt: Welche Aufgabe stellen Sie den deutschen Stämmen, so antworte ich: Es gibt nur eine Aufgabe: Erzieht eure An- gehörigen zu den besten Deutschen, dann tretet ihr ein für unser ganzes Volk. Ganz Deutschland kann leben, wenn alle immer wieder an das ganze Deutschland denken. Dann wird jeder einzelne wieder stolzen Hauptes in Deutschland leben können. Ihr habt von hier einen deutschen Volkstribunen nach Berlin geschickt, und es ist mein Wille, daß mein Name einst unter den deutschen Reichskanzlern ehrenvoll bestehen kann. Ich bin als Mann aus dem Süden nach dem Norden gegangen mit einem Programm, von dem ich sagen kann, prüft es alle! Es ist ein deutsches Pro­gramm!

Die Frühlingsrevolution, die von diesem Lande hier ihren Ausgang nahm, muß weitergehcn, muß werden zu einem herrlichen Sommer un­teres Volkes. Die Ernte wird solange währen, solange unser Volk den Sinn dieser Revolution nicht vergißt. Erst wenn spätere Generationen einst diesen Sinn wieder vergessen sollten, dann würde wieder Herbstzeit, würde wieder Winter werden. Wöge dann die allmächtige Vorsehung dem deutschen Volke auch wieder einen neuen Frühling schenken! heute aber stehen wir mitten im Frühlingskampf gegen Wintersnacht, und die Wission dieser ältesten Stadt unserer Be­wegung, die Ausgangspunkt war der neuen deutschen Erlösung, ist dies, eine K a m p f z e n - träte zu sein für eine große deutsche

Zukunft.

Sie, meine alten Mitkämpfer, haben das größte Wunder erlebt. Was wissen die Millionen der Neuen, die heute in der Bewegung stehen, von dem Wunder, das sich in Deutschland vollzogen hat. Sie kennen nicht den Weg der Disziplin, der von den paar Hundert Mann von einst bis heute führte. Sie haben keine Ahnung, welch bergever­setzender Glaube von 13, vor 10, vor 9, vor 8 oder sieben Jahren dazu gehörte, an die Bewegung zu glauben und für sie Opfer zu bringen, denn etwas anderes hat sie damals nicht zu vergeben gehabt. Es gibt keinen Roman der Weltgeschichte, der wun­derbarer ist als die Entwicklung unserer Partei bis zu ihrer heutigen Größe. Es gibt kein Einzelschick­

sal, das staunenswerter wäre als das Schicksal, das uns betraf, das auch mich emporgeführt hat. Es ist ein Wunder der Entwickelung, das nur die ganz verstehen können, die dieses Wunder teilen.

Und so bitte ich Sie, lassen Sie dieses Wunder wieder ganz in Ihrem Herzen auf­gehen, wie auch der einzelne zu dem oder jenem tehen wird, was ihm nicht gefallen mag, so möge ich doch jeder sagen, daß wir ein Wunder erlebt haben, etwas Einziges, in der Weltgeschichte noch kaum Dagewesenes. So möchte ich denn an dem Tage der heutigen Revolutionsfeier Ihnen, meine alten treuen Mitkämpfer, allen noch einmal dan­ken. Danken nicht dafür, daß Sie heute bei der Bewegung find, sondern dafür, daß Sie zu ihr i n der Zeit gekommen sind, in der es noch schwer war, Nationalsozialist zu sein. Ich möchte Ihnen danken für die Treue, für den Gehorsam und für den Mut von damals. Danken für die Opfer, die ihr gebracht habt, und

ich möchte die Jungen bitten, daß sie sich die Alten zum Vorbild nehmen, daß sie erkennen, daß Nationalsozialist fein nichts

Aeußerliches ist, daß es nicht an der Kleidung liegt, nicht an den Treffen und Sternen, son­dern daß es am Herzen liegt, an dem. was jeder einzelne in sich trägt, was er bereit ist. als Bestes feinem Volke und feinen Kampf­genossen zu geben. Daran liegt es: an dem Geist der Kameradschaft, dem Opfersinn, dem Kampfesmnt, der Entschlossenheit, der Beharr­lichkeit, der Treue und dem Geist des Zusam­menhaltens. Daran liegt es und das ist es. was die Jungen überall den Alten absehen müssen. Sie mästen das erkennen und hin­einwachsen in die große Gemein­schaft. Ich weih: Wan wird dabei nicht Na­tionalsozialist in einem Jahr, sondern es sind viele Jahre notwendig, und Genera­tionen werden vergehen, bis wir das Sieges­zeichen unseres Reichs eingegraben haben in alle Herzen. Und dann erst ist die nationalsozia­listische Revolution gelungen und das deutsche Volk endgültig gerettet.

Ohne deutsch-französische Verständigung kein Friede in Europa.

Wo ist Hitlers Partner in Frankreich?

Ein Görmg-Fnierview

Berlin, 20. Wärz. (DNB.)Le Jour" ver­öffentlicht eine Unterredung, die der preußische Wi- niflerpräsident Göring dem Berliner Vertreter des Blattes gewährt hat. In dieser Unterredung führte General Göring u. a. aus:

Als wir vor zehn Jahren, 1923, den Putsch in Wünchen unternahmen, in dessen Folge ich ins Aus­land fliehen mußte, glaubte ich, daß eine Aussöh­nung mit Frankreich nicht möglich sei. Seitdem habe ich meine Ansicht geändert, heute bin ich über­zeugt und erkläre das öffentlich, daß es keinen dauerhaften Frieden in Europa gibt, wenn die deutsch - französischen Be­ziehungen nicht geregelt werden. Zwischen Frankreich und Deutschland gibt es keine un­überwindlichen Hindernisse territorialer oder wirtschaftlicher Art. Wir haben nicht für die Eroberung wirtschaftlicher Absatzgebiete zu kämp­fen und die elsaß-lothringische Frage ist endgültig geregelt. Es bleiben Imponderabilien und ein psy­chologisches Wißversiändnis übrig. Das ist zwar schwerwiegend, aber deshalb braucht dies nicht zum Kriege zu führen. Weiner Ansicht nach werde die ideale Lösung sein, daß die beiden führenden Staatsmänner unserer Länder sich treffen, um eine Lösung zu fin­den. Hitler kann im Namen ganz Deutschlands spre­chen. Es gilt also, nur seinen Partner zu finden.

Die Unterredung ging dann auf innerpolitische Fragen über. Der französische Journalist fragte den Winisterpräsidenten, was er von den Gerüchten über monarchistische Umtriebe halte und von der Behauptung, daß er der Vertreter dieser Tendenzen in der Reichsregierung sei. Die Antwort des Generals Göring lautete: Ich war Wonarchist.

Jetzt bin ich nicht mehr Wonarchist, nicht Republi­kaner, ich bin nur ein Hitler-Wann. Ich ermächtigte Sie zu erklären, daß ich die monarchi­stischen Umtriebe ebenso wie die Umtriebe von links mit äußerster Strenge unterdrücken werde, wenn es nölig sein sollte.

Görings Oelzweig."

Das Echo in England.

London, 21. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Londoner Blätter nehmen zu dem Interview des preußischen Ministerpräsidenten imLe Jour" Stellung. Der Auszug des Interviews ist in der Morning Post" überschriebenGeneral Gö­rings Oelzweig".Times" sagt: Mit einer ganzen Zahl Aeußerungen Görings könne jeder­mann einverstanden sein. Die Tugend der Kameradschaft, Pflichterfüllung und Opferbereit­schaft spielten ihre Rolle auch auf anderen Feldern, als denen der Schlacht. Einige der Fragen, die Göring an Frankreich gestellt habe, hätten mehr als rhetorischen Wert.Warum wollt ihr, daß wir nicht einmal Luftabwehrkanonen besitzen?" so habe er gefragt. Er habe ferner gefragt, wes­halb Deutschland keine Jagdflugzeuge haben solle. Ferner habe er die Auffassung angenommen, so meint das Blatt, daß Deutschland keine Bomben­flugzeuge bauen solle. DieTimes" schließt: Es ist tatsächlich nur vernünftig, daß Heere, wenn sie schon einmal vorhanden sind, die Luft ebenso wie die Erde beobachten. Weiter ist es vernünftig, wenn es auch nicht ganz logifck sein dürste, Aufklärungs- und Jagdflugzeuge nicht als Angriffswaffen zu bezeichnen.

News Chronicle" sagt, es fei die Aufgabe der deutschen Staatskunst, falls sie von den bewunderns­werten Empfindungen Gorings erfüllt fei, einen Weg zu finden, um von vornherein Frankreich von der Grundlosigkeit seiner Befürchtungen zu Über­zeugen. Der deutsche Staatsmann, der dies zustande brächte, werde Denkmäler in allen Hauptstädten Europas verdienen, das er gerettet habe.

Welche Mgschasten fordert Frankreich für die Durchführung der Adrüsiungskonvenüon?

Englische Rückfrage in Paris.

Paris, 20. März. (DNB.) Havas meldet aus London: Nach der Ueberreichung der französischen Note hat die englische Regierung das Pariser Ka­binett darum gebeten, seine Wünsche hinsicht­lich der Sanktionen und der allgemeinen Garan­tien für die Abrüstung genauer anzugeben. Die Verhandlungen werden auf diplomati­schem Wege geführt werden, und zwar sowohl hinsichtlich der Sicherheit selbst, als auch der Ab­rüstungsmaßnahmen, die Frankreich sofort anneh­men könnte, wenn ihm Genugtuunng auf dem Ge­biet der Garantien gegeben würde.

Oeuvre" behauptet, das englische Außenamt habe bereits am Dienstagabend eine Telegramm am Quai d'Orsay gesandt mit der Bitte um Auf­schluß über die gewünschten Bürgschaften. Ein sol­cher Schritt sei nach Ansicht desOeuvre" eigentlich unnötig, da Henderson bereits seit Wochen die fran­zösischen Anregungen kenne: Ausschluß des Landes, das das Abkommen verletzte, aus dem Völkerbund, ferner finan­zielle, wirtschaftliche und politische Druckmittel gegen den Verletzer des Vertrages, möglicherweise sogar Abbruch der diploma­tischen Beziehungen und Krieg.Excel- sior" hält die angebliche englische Anfrage für un­angebracht, da England und nicht Frank­reich Aufschluß über die Bürgschaften zu geben habe.

Was vermag England noch zu Hefen?

London, 21. März. (DNB.-Funkspruch.) Der französifche Wunsch nach sogenanntenAus- führungsgarantien" für die geplante Ab­rüstungskonvention wird, Reuter zufolge, in London eingehend erwogen. Die englische Regierung habe jetzt zu überlegen, ob sie einen weiteren Mei­nungsaustausch darüber von Nutzen hält oder ob der nächste Schritt für die Ergänzung des englischen Abrüstungsplanes durch das Büro der Abrüstungskonferenz unter Berück­sichtigung der Ansichten der anderen Mächte er­folgen soll.Daily Telegraph" sagt: Zwischen Frankreich und England gehe es hauptsächlich um die Frage der Sicherheit und der Sank­tionen. Hier sei die Schwierigkeit, die selbst bei einer llebereinftimmung in allen anderen Punkten übrig bleiben würde. Großbritannien sei i m Locarnopakt bis zur äußersten Grenze gegangen und könne keine weitere end­gültige Verpflichtung auf dem europäischen Festlande übernehmen. Es sei auch nicht klar, welche Grenzen England noch gewährleisten solle, nachdem Polen jetzt seinen eigenen Ver­trag mit Deutschland habe. Von Mittel­

europa sei England noch immer wie im Altertum durch eine ganze Welt getrennt". Das Verlangen, daß wir uns zu autoritären Sanktionen für den Fall einer Verletzung desAbrüstungs- abfommens verpflichten sollen, sei etwas ande­res. Es sei aber nicht weniger gefährlich. Ließe sich eine Stufenleiter von Sanktionen aufstellen, die der Bösartigkeit der Vertragsver­letzung entspreche? Und wenn ja, auf welche Weise solle die Bösartigkeit feftgeftellt werden? Auto­matische Entscheidungen und automatische Anwen­dungen von Sanktionen sei nichts für England.

News Chronicle" gibt feiner Enttäuschung über die französische Note Ausdruck. Er bedauert das Fehlen einer genauen Angabe darüber, welcher Art eine britische Bürgschaft fein f o H e, die Frankreich zufriedenstellen würde. Die britische Regierung würde schwerlich die notwendi­gen Bürgschaften verweigern, wenn sie dadurch das Abrüstungsabkommen retten könne. Der Pariser Vertreter derTimes" hält die Ansicht für begrün­det, daß bei Beginn der Beratung über die Ant­wortnote an England nicht wenige französische Kabinettsmitglieder bereit gewesen seien, sich mit einem gewissen Maß von deutscher Aufrüstung ab­zufinden oder wenigstens eine solche Möglichkeit zu erwägen, falls für eine automatische und wirk­same Kontrolle und für eine kollektive Bürgschaft gesorgt würde.

Japan sucht eine Aussprache mit Washington.

Tokio betont seinen Friedenswillen.

Washington, 21. März. (DNB. Funkspruch.) In Washington und Tokio wurde gleichzeitig ein Briefwechsel zwischen dem japanischen Außenminister und dem Staatssekre­tär Hüll veröffentlicht, in dem beide Staats­männer dringend wünschen, daß die Beziehungen zwischen den beiden Ländern gefördert würden.

In dem Brief sagte H i r o t ci, er hoste, daß die Freundschaft zwischen den beiden Ländern fort­dauere. Zwischen den Vereinigten Staaten und Ja­pan bestehe im Welthandel keine Kon­kurrenz; vielmehr sei jeder Staat ein guter Kunde des anderen. Er sei der Ansicht, daß zwischen den beiden Staaten keine Frage bestehe, die prinzipiell unlösbar s ei. Japan, das wolle er besonders betonen, wolle mit allen Staa­ten in Frieden und Harmonie leben und beabsich­tige nicht, einen Streit mit irgendeiner anderen Macht zu entfesseln.

In dem Antwortschreiben des Staatssekretärs Hüll heißt es u. a., er schätze die Aeußerungen Hirotas, die von freundschaftlichem Geiste zsugteH, sehr hoch und fei zu weitgehender Zusam­menarbeit zum Zwecke einer Förderung der