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Nr. 243 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)

Mittwoch. 17. Moder (934

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Aus dem Reiche der Frau

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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Landknechtshut mit der flotten Feder

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Auch der Gürtel kann ein anderer fein; ist er

das Kleid selbst gearbeitet wird. Das gemusterte. < aus Leder, so muß er in der Farbe mit Schuhen, farblich harmonierende Halstuch und der kleine!Handschuhen und der Tasche übereinstimmen. H.

eures Körpers kümmern sollt. Versucht es lieber ein­

deutschen Menschen mal selbst Es gibt jetzt überall landwirtschaftliche rtgemäß, sie gehört Lehrerinnen, die in Gymnastik. Turnen und Sport

Liter'Saft dreioiertel Pfund Zucker.

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Ja, liebe Landfrau, das ist es ja grade! Warum sind deine Glieder steif? Ist es wirklich nur Heber* nrbeitung? Oder könnte es nicht auch andere Gründe «aben? Du kniest oft halbe oder ganze Tage lang vn Garten und jätest Unkraut. Dabei werden deine Rücken- und Oberschenkelmus-keln einseitig überan- ttrengt. Dasselbe geschieht mit deinen Arm- und Rackenmuskeln, wenn du tagsüber im Fach stehst und Heu oder Getreide abnimmst. Wenn du dagegen wieder Wäsche hast und dich stundenlang stehend über das Waschfaß beugst, wird deinen Beinen und Füßen und auch deinem Rücken zu Schweres zugemutet.

sehr zweckmäßig, allerdings kann es nur von schlanken Figuren getragen werden; es wirkt am schönsten, wenn es aus dem gleichen Stoff wie

Du spürst schmerzhaftes Ziehen und Reißen und fühlst dich krank und elend. Das alles aber liegt

zerkleinert. Man bereitet entweder mit Kräutern oder mit Aepfeln allein oder zu dem Apfel noch Rotkohl. Bei der letzten Mischung haben wir einen Ananasgeschmack. Vorzüglich schmeckt Sellerie mit Kräutern und zwar Petersilie, Dill, Boretsch. Ba­silikum.

Mohrrübe wird ganz fein geraspelt und ohne Zutaten unmittelbar vor dem Essen an die Rohkost­platte gegeben, da die Mohrrübe sonst ihre lose flockige Eigenschaft verliert.

Kommen unerwartet Gäste zum Abendbrot, so stellen wir von all diesen schönen Sachen, die wir schnell aus dem Garten holen können, eine köstliche Rohkostplatte zusammen, die immer Bewunderung hervorruft. Wir ordnen die in besonderen Schüsseln angemengten Salate auf eine große runde Platte sternartig nach den Farben an, lassen in der Mitte Platz für den Tomatensalat und legen außen herum grünen Salat, vielleicht auch noch Eier in Scheiben geschnitten und mit Schnittlauch bestreut.

Antonie Rhan.

nur daran, weil dein Körper nicht genügend in der Bewegung geschult ist, weil du nicht von Jugend auf gelernt hast, dich frei und locker zu bewegen. Es

geschult sind, und die euch Anleitung geben werden. Das Schwierigste an diesen Dingen ist lediglich der

Gedanken

um das Winterhll^swerk.

Das Winterhilfswerk hat begonnen Der Führer selbst hat in flammenden Worten die Opfer­bereitschaft aller Männer und Frauen für ihre not- leidenden Volksgenossen aufgerufen. Er konnte die Herzen der Frauen nicht eindrucksvoller für dieses große Lebenswerk bereit machen, als daß er sie daran erinnerte, daß sorgende Mutterliebe am här­testen durch die Not. die über unser Volk kam, be­troffen wurde. Als er die erschütternd hohe Zahl derer nannte, die ihrer Not keinen anderen Ausweg wußten als den, dieses elende Leben von sich zu werfen 20 000 Opfer forderte die Volksnot da konnte er die Kämpfe und die Verlassenheit dieser Unglücklichen nicht erschütternder als in der Gestalt einer Mutter zum Ausdruck bringen, die nichts Besseres mehr wußte, als sich und 'ihren Kindern das weitere Leben auf dieser trostlosen Weit zu er­sparen. Demgegenüber haben die Mütter, denen das neue Reich wieder die Hoffnung auf ein zweckvolles und ehrenhaftes Leben ihrer Kinder gegeben hat, eine Ehrenschuld an die Volksgenossen abzu­tragen, deren Not noch nicht gelindert werden konnte. Und nicht nur Dank ist es, die Millionen von Frauen, deren Männer und Söhne wieder Ar­beit haben, bereit machen, zu geben und sich auch mit opfernder Arbeit in den Dienst der Winterhilfe zu stellen, dieses Werk wendet sich an die persön­liche Verantwortung jedes einzelnen, und das ist es, was ihm die Mitarbeit der Frau sichert. Durch ihre Art der Haushaltsführung, durch die Erspar­nisse, die sie dabei macht und die sie in Spenden umsetzen soll, wird sie mit eigener Leistung der Ge­meinschaft verantwortlich gemacht, und das führt sie dieser Gemeinschaft und ihren Nöten näher als die rein auf staatliche Hilfe gestellte Wohlfahrtspflege vergangener Zeiten. Frauen haben am stärksten dar­unter gelitten, daß ihnen die steigende Wirtschafts­not das Glück des Lebens und der persönlichen Für­sorge für Arme und Kranke genommen hat die Sozialpolitik bürokratischer und von Klassengegen­sätzen beherrschten Regierung war für die Hilfsbe­dürftigen nicht die richtige Hilfe und die, deren Hilfe nur über den Steuerzettel ging, standen dem Elend ihrer Volksgenossen jetzt fremd gegenüber. Das Winterhilfswerk aber ist aus dem Geist wah­rer Hilfsgemeinschaft und Nächsten­liebe geboren und aus diesem Grunde gibt es der Frau die beste Gelegenheit ihre volksmütter­liche Verantwortung zu beweisen. Die Lehre, die der Führer uns gab, daß Deutschland in seinem schweren Ringen nur geholfen werden kann, wenn wirklich der, der noch keine Sorgen kennt, sich Opfer auferlegt für seine schuldlos notleidenden Volksgenossen, diese Lehre sollte gerade von den Frauen der sogenannten oberen Zehntausend gehört werden. Als Mütter müssen sie die Fähigkeit haben, sich in die Sorgen einer Frau zu versetzen, die viel­leicht nicht weiß, wie sie ihren Kindern Hunger und Kälte fern halten soll, und als Frauen, denen Ein­fühlungsvermögen in den Kummer anderer zu Ge­bote steht, sollten sie auch dafür sorgen, daß den Armen, die sie wenn es sich z. B. um Frauen größerer Werksleiter und Industrieller handelt, selbst kennen sollten, die Hilfe nicht wie ein Aimo- s e n, sondern als Hilfe von Menschzu Mensch gebracht wird. Die Art des Lebens bedeutet ja doch oft größere Hilfe als das Gefchenk selbst. Schon hat der Nationalsozialismus in den deutschen Frauen wieder eine Verantwortung gegen Volk und Nation und ein tatbereites Gemeinschaftsgefühl geweckt, das in dieser Gröhe trotz allen Einsatzes der Frau im Krieg überrascht noch aber bleibt mit mancher Sünde aus Gedankenlosigkeit ober Gleichgültigkeit aufzuräumen.

Die deutsche Hausfrau sollte einmal sehr genau den Rechenschaftsbericht des vorjährigen Winterhilfs­werkes lesen und die Spendenliste durchsehen. Sie wird dann sicher tief beindruckt von dem gewaltigen Anteil der deutschen Landwirtschaft an der Linderung der Not sein sie wird sich überlegen, daß bei der schweren Wirtschaftslage des deutschen Bauern hier wirklich erhebliche Opfer gebracht wur­den, und sie wird daraus für sich den Schluß ziehen müssen, ihre Haushaltsprüfung noch viel strenger als bisher darauf hin zu prüfen, ob sie auch die vermeidbare Auslandsware aus ihrem Speisezettel gestrichen hat. Denn der tiefste Sinn Idieses Winterhilfswerkes muß gerade für die Frau darin liegen, nicht nur an der Linderung materieller 'Not mit zu helfen, sondern stets daran zu denken. Laß im deutschen Volk heute ein Stand dem an* Lern die helfende Hand zu reichen hat. Der schwere Kampf des Nationalsozialismus hat uns die lang »ersehnte deutsche Gemeinschaft gebracht, zu ihrer Festigung und Erhaltung kann die Frau in ihrem Haus durch Erziehung und Haushaltiührung dar- lüber hinaus durch werktätige Nächstenliebe und wolksmütterliche Haltung vieles beitragen. E. H.

den wir bald merken, wie wir uns viel freier und wohler fühlen, wie unsere Kräfte zu­nehmen, wie unser Körper sich strafft, wie er sehnig und schlanker wird Die Zeit, die wir zu diesen Hebungen brauchen, holen wir dreifach ; wieder dadurch ein, daß uns die Arbeit nachher I nod) einmal so schnell von der Hand geht, daß wir 'uns frischer und munterer fühlen.

All unsere Mißmutigkeit und all die grauen Stim­mungen, die uns oft wie schwarze Krähen umschwär­men, sind fortgeweht. Das Schwere scheint uns nicht mehr so unerträglich, das Gute sieht uns noch viel freundlicher an.

Warum gibt es heute so viele Landfrauen, die vor der Zeit altern, die müde und verbraucht sind, in einem Alter, in dem sie es noch gar nicht sein dürf­ten? Es ist gar nicht immer nur die Not, die daran Schuld trägt, sondern in den meisten Fällen liegt es j daran, daß die Frau ihren Körper nicht genügend i pflegt und stärkt, daß sie Raubbau an ihren Kräften | treibt und ihre einzelnen Glieder zu einseitig über­anstrengt. Durch Leibesübungen schaffen wir den notwendigen, gesunden Ausgleich.

Also scheltet nicht, wenn wir euch immer wieder daran erinnern, daß ihr euch um die Schulung

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Quittengelee.

Aus unserem Leserkreise wird uns das folgend« erprobte Rezept zur Weitergabe zur Verfügung gestellt:

Wenn Sie Quittengelee kochen wollen, nehmen Sie zu dem Quittensaft die Hälfte Apfelsaft. Diese Mischung ergibt ein ganz feines Gelee, besser, als

Landfrau und Leibesübungen

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den die Ergänzung.

Für Lauf- und sportliche Zwecke ver­vollständigt den Anzug die angeknöpfte Pelz- kravatte, die flache Pelzmütze und vielleicht der kleine Muff. (Bild links.) Daß diese Dinge aus demselben Material sein müssen, versteht sich wohl von selbst.

Nachmittags verändern dann der einknöpf­bare große Kragen und der große Hut (Bild rechts) dem Zweck entsprechend das Aussehen.

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wenn man Quittensaft allein kdcht. Auf einen halben ........ 1 ' . A.M.

Rohsalate für den Herbff.

Für den Freund von Rohsalaten gibt es jetzt Weiche Abwechselung. Weißkohl wird mit feinge^ schnittener Zwiebel, Kümmel, Zitrone, Oel und Zucker zubereitet. Wirsing wie Weißkohl, jedoch ohne Kümmel Rotkohl bereitet man auf zweierlei Art: entweder man raspelt auf mittlerer Raspel und gibt außer Zitrone, Oel, Zucker fein geraspelte Aepfel daran oder man raspelt auf feiner Raspe! und gibt fein gehackte Zwiebel statt der Aepfel

Kohlrabi bereitet man mit Petersilie und Pimpernelle zu. Steckrüben (Kohlrüben) mengt man mit Kümmel an Gurkensalat ist allbekannt. Er steht aber in dem Rufe, schwer verdaulich zu sein Dieser Mangel fällt weg, wenn wir die Gurke nicht in Scheiben hobeln, sondern mit einer groben Raspel xerfleiern. So geraspelt ist die Gurke viel aufge­schlossener und auch für empfindliche Mägen und für Kinder bekömmlich.

Sellerie wird auch auf der mittleren Raspel

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Todmüde sinkt die ländliche Hausfrau abend auf iiihr Lager. Wenige Stunden bleiben ihr nur zu Schlaf und Ruhe. Am andern Morgen muß sie wie- Ler die erste sein, die nach dem Rechten sieht Wie isollte sie da noch Zeit finden zu körperlichen Hebun­gen, zu Turnen und Sport? Die Glieder sind ihr ohnehin schon steif vom vielen Arbeiten.

Von her Maschine zum Herd.

Besuch

in einer Berufsschule für Arbeiterinnen.

Draußen im Südosten Berlins liegt dieseB e r.ufs.$ule für Arbeiterinnen", 3U dek em Flügel der großen Volksschule für ihre be­sonderen Aufgaben eingerichtet ist: Vermittlung hauswirtschaftlicher Kenntnisse an die Arbeiterin, öte heute zwar noch an der Maschine steht und in der Aibrik li)ren Unterhalt verdient, die aber nach dem Willen des nationalsozialistischen Staates von dieser Tätigkeit einmal befreit und ihren Auf­gaben als Hausfrau und Mutter zurück- gegeben werden soll. In dieser Schule sollen die Grundlagen für eine wirtschaftliche Haushaltfüh- rung gelegt, Handfertigkeiten und Kenntnisse, wie sie der Haushalt braucht, gelehrt und praktisch ge­übt werden.

Die freundliche Führerin erzählt: Untere Kurse für die im Arbeitsprozeß stehenden Frauen und Mädchen finden bei ihnen großen Anklang. Sie kommen aus den verschieden st en Beru­fen; die Fabrikarbeiterin ebenso wie die Steno­typistin und die Verkäuferin, die Friseuse wie die Lageristin. Wir haben auch eine ganze Anzahl Frauen, die schon einen eigenen Haushalt führen, aber gerne kommen und sich unterweisen lassen, weil sie das Gefühl haben, daß. noch vieles besser sein müßte. Dann dient unsere Schule vor allem auch all den schulentlassenen Mädchen, für die bisher keine Lehr- oder Arbeitsstelle ge­funden werden konnte. Für sie ist der Besuch der Schule Pflicht; Eltern oder Vormünder solcher Mädchen sind gesetzlich zur Anmeldung verpflichtet.

Zuerst besichtigen wir den Saal, in dem der theoretische Unterricht erteilt wird, Waren­kunde an Hand von Geräten und Wirtschafts­apparaten, Nährwert- und Preisberechnung ufw.

Doch, erklärt die Führerin, so wichtig der theore­tische Unterbau auch von uns genommen und be­handelt wird: die Praxis ist noch wichtiger. Hier ist unser N ä h z i m m e r. An einfachen Schnitt­mustern wird das Zuschneiden von Schürzen und Arbeitskleidern gelehrt, Nähmaschinen rasseln, Far­benzusammenstellungen erprobt oder verworfen, er­läutert, warum roter Besatz auf grünem Stoff nicht gut aussieht u. ä. So geht mit der praktischen Unterweisung die Geschmackserziehung vor sich.

Ein Krankenzimmer tut sich auf. Hier, fo wird erläutert, legen wir besonderes Gewicht dar­auf, alles mit einfachsten Mitteln durchzuführen. Wir find uns wohl bewußt, daß es im Haushalt gilt, sich auf einfachste Art zu helfen, daß aber ein Krankenzimmer auch im Haushalt peinlich sauber gehalten werden muß. So sehen wir denn hier z. B statt eines kostspieligen Bettisches, wie ein auf Stützen ruhendes Plättbrett, quer übers Bett ge­legt, dem Kranken das Essen erleichtert. Wir leh­ren die Frauen die Notwendigkeit besonderer Säuberung von Krankenwäsche und -geschirr, zeigen ihnen einfache Handgriffe beim Betten des Kran­ken alles in dem Rahmen eines kleinen Haus­halts. Ebenso ist es mit der Säuglings pflege, die an beweglichen Käte-Kruse-Puppen geübt wird. Jeder falsche Griff bringt das Köpfchen, Arm oder Bein in eine ungeschickte Lage der beste An­schauungsunterricht, wenn so ein Köpfchen über den Arm der Trägerin baumelt; sie lernt sehr bald, wie sie zufassen muß. Auch die Wichtigkeit persönlicher Körperpflege wird an Beispiel und Gegenbeispiel erläutert.

Im Hausarbeitsraum wird die Hand­habung von Besen und Scheuertuch, die richtige Art des Geschirrspülens gelehrt. In der Küche führen wir dasFamilienprinzip" durch: je vier Schülerinnen haben Herd, Arbeitstisch, Spülbecken und Geschirrschrank gemeinsam und haben auch ihre Arbeit wie im Haushalt zu verteilen, natür­lich wechselte sie dauernd ab, damit jede die einzel­nen Hantierungen gründlich erlernt.

Im W a s ch r a u m ist ebenfalls Wert darauf gelegt, ohne kostspielige Apparate zu arbeiten. Immer ist unser Ziel, unsere Arbeit und das was wir lehren den Verhältnissen anzupassen, in denen unsere Schülerinnen leben und sie für ihr Leben und ihre häusliche Hmwelt mit den Kenntnissen auszurüsten, die dort nötig sind. So sehen wir im Bügelzimmer zwar das elektrische Bügeleisen, aber auch noch das Bolzeneisen, mit dem eine Haus­frau das vielleicht ohnehin brennende Herdfeuer ohne besonderen Kostenaufwand zum Bügeln aus- nutzen kann. Darum haben wir neben dem elek­trischen und dem Gasherd auch noch den Kohlen­feuerherd, wenngleich wir natürlich alle wünschen, daß die Erleichterungen, die die hauswirtschaftliche Technik bietet, gerade auch dem kleinen und be­scheidenen Haushalt zugute kommen sollen. Jeden­falls aber sehen wir die Aufgabe unserer Schule vor allem darin, nichtschulmäßig", sondern für das Leben zu erziehen. Nicht nur Kenntnisse beizubringen, sondern eben auch zu erzielen. Auch das sagen wir unfern Schülerinnen immer wieder: ein zweckmäßiges und schönes Gerät braucht nicht teuer zu sein. Wir machen ihnen klar, wie sie durch ihre Haushaltführung, Einkauf, Verwertung und Bewahrung unsere gesamte Volkswirtschaft beein- lussen und wie es an ihnen liegt, durch ihre For­lerungen an den Hersteller die Erzeugung nach Material,. Farbe und Form zu bestimmen.

Daß unsere Arbeit eine dringende Notwendigkeit ist, sehen wir daran, daß und nicht nur die jüngsten Mädchen viele zu uns kommen, die kaum je einen Besen in der Hand hatten, ge- chweige denn, daß sie ihn richtig gebrauchen. Daß unsere Arbeit einem, wenn auch vielleicht nicht immer bewußt gewordenen Verlangen der arbeiten­den Frau nach hauswirtschaftlichen Kenntnissen ent­gegenkommt, erkennen wir an der frohen Bereit­schaft, mit der sie zu uns drängt. Von der Maschine zurück zum häuslichen Herd das ist der letzte Sinn unserer Arbeit.

Sie sehen heute dreimal das gl e i ch e K l e id , oder auch Jackenkleid, je nachdem ob es für die warmen oder für die kalten Tage der Hebergangs­zeit getragen werden soll: Ein Vorschlag, wie Sie ein neues oder auch vielleicht schon vorhandenes Kleid für die verschiedensten Zwecke durch ein we­nig Beiwerk verändern können!

Für die Reise oder die kühleren Tage ist als Ergänzung das lange Cape (mittleres Bild)

zu unserem Wesen.

Wenn wir es möglich machen, jeden Tag, zunächst /------ nr(1[ - z .

nur eine Viertelstunde fang morgens ober abends erste Entschluß. Ist dieser Absprung einmal gewagt, einige Körperübungen zu machen, die unsere Mus-. dann kommt alles andere nachher von selbst.

kein und Sehnen lockern und entspannen, dann wer- -------

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Man soll uns damit zufrieden lassen" hören; schlummern nämlich in deinen Gliedern viel mehr mir jetzt die vielbeschäftigte Bäuerin und Land- s'Kräfte, als 'du glaubst Aber diese Kräfte müssen Arbeiterfrau rufen.Wir haben genug Leibesübun- freigemacht werden durch Hebung und Schulung ggen, wenn wir uns tagsüber in Haus, Hof und In ganz alten Zeiten, als unsere Vorfahren noch harten tummeln müssen. Turnen und Sport ist 1 als freie Bauern lebten, haben sie ihrer Jugend, den »etwas für Städterinnen, die den ganzen Tag nicht; Mädeln wie den Burschen, Leibesübungen zur saus ihren oier Wänden herauskommen Wir sind Pflicht gemacht Da wurde genau soSport getrie= oan der frischen Luft und arbeiten unsere Körper, ben", geturnt, wie es unsre heutige Jugend gottlob ttäglich aus Mehr können wir nicht tun." wieder tut. Daher waren unsere germanischen Ahn-

Todmüde sinkt die ländlicbe Aausfrau abend auf Mütter auch gang andere Frauen als wir. Sie hat­ten keine Mühe damit, einen Zentnersack auf die Schultern zu heben, und wenn sie tagsüber gearbei­tet hatten, sind sie am Abend gewiß nicht so müde und zerschlagen gewesen wie wir heute, weil sie eben ihre Körper richtig zu beherrschen verstanden

Daher wollen wir froh und dankbar sein, wenn uns heute wieder die Möglichkeit gegeben wird, unsre Körper zu schulen und zu stählen. Man ioll nicht schelten und es eineneue Mod?" nennen. Denn es ist gar nichtsModernes", sondern etwas Uraltes Die Freude an der Bewegung, an^der Be­herrschung des Körpers, ist uns

angeboren", d. h. sie ist uns artgemäß, sie gehört