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Nr. 65 viertes Blatt

Samstag, 17. März M4

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Aus dem Reiche der Krau.

In Deutschland wird erst seit Gründung des deut­

schen Luftschutzverbandes, der unter dem Patronat Speisen infolge ihrer unterschiedttchen Awereilungs- des Reichsministers Göring steht, Aufklärung we.se von ausgezeichnetem Woh ge- chm°ck smd. und Ausbildung der gesamten Bevölkerung in An- Nachstehende, weniger bekannte Auvfuhrungsarten griff genommen. Im Falle eines Luftangriffes muß ^re.mgen diese Vorzüge m Uem Maße und sind neben den öffentlichen Luftschutz die private durchschnittlich für je 5 bis 6 Personen berechn t.

neben den öffentlichen Luftschutz die private

Selbsthilfe treten.

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ein Hourwwart sich b-sinden, der für die Si^rtjeit; em 6ub paflieri.Sann ru^rt man 75 S mm

der Bewohner und den Zustand des Hauses wäh-

Butter mit 3 frischen Eigelb schaumig, gibt das passierte Eigelb sowie 3 feingewiegte Sardellen, 2 Eßlöffel gehackte, gedünstete Champignons und eine Tasse geriebenes Weißbrot zu und würzt mit Salz, Pfeffer und gehackter Petersilie. Mit zwei Drittel der Füllung füllt man die Eihälften, die übrige rührt man mit saurer Sahne glatt und streicht sie auf den Boden einer breiten, gebutterten flachen Pfanne oder Schüssel. Hierauf setzt man die Eihälf­ten, streut geriebenen Käse, halb Semmel darüber, träufelt Butter auf und bäckt die Eier in Mittel- Hitze hellbraun. Mit einem Salat auftragen.

Die Haushallspflegerin.

Die jungen Mädchen, die jetzt zur Schulentlassung kommen und sich vor die Berufswahl gestellt sehen, erfahren durch die Berufsberater immer wieder, daß sie gut daran tun, sich für einen Beruf zu ent­scheiden, der ihnen die Möglichkeit gibt, ihre eigenste frauliche Persönlichkeit zu entwickeln und von ihr aus Volk und Familie zu dienen. In der Gruppe dieser Berufe hörten sie neben den rein erzieherisch- pflegerischen auch oft den der Haushal t s - Pflegerin nennen und meist können sie sich keine rechte Vorstellung von ihm machen oder eine nur falsche. Und doch ist gerade der Beruf einer Haus-

Jn jedem Hause muß neben dem Feuerwart, der auf dem Speicher die Brandbomben zu löschen hat,

rend des Angriffs verantwortlich ist. Er hat un­bedingte Gewalt und alle Hausangehörigen haben sich ihm im Ernstfälle unterzuordnen.

Für dieses Amt des Hauswartes werden in erster Linie geeignete Frauen oder junge Mädchen in Frage kommen, wie die Frauen überhaupt in weit größerem Maße als je zuvor im Ernstfälle zum Schutze von Eigentum und Leben herangeholt wer­den müßten. Denn ein Zukunftskrieg, der ein Luft­krieg sein wird, wird die Zivilbevölkerung aufs stärkste gefährden. Da man die Männer zur akti­ven Landesverteidigung heranziehen müßte, so blieben für den passiven Luftschutz in erster Linie die Frauen. Wie aber könnten sie die Ausgabe er­füllen, ihre Angehörigen, ihr Leben und Eigentum zu schützen, wenn sie die Gefahr und ihre Bekämp­fung nicht kennen! Unkenntnis und Angst würden geradezu lähmend wirken und die Gefahr noch ver­schlimmern.

Es ist deshalb unbedingt notwendig, daß die Frauen sich rechtzeitig für diese Aufgabe vorberei­ten, die Arten der Bomben sowie die Beschaffen­heit und Wirkung der wichtigsten Gase kennen und sich mit den notwendigen Schutzmaßnahmen vertraut machen.

Eier, Elsässer Art, Überbacken. 8 bis 10 hartgekochte Eier werden geschält, der Länge nach durchschnitten, das Eigelb entfernt und durch ein nnffiprf Tlnnn rührt mnn 75 Gramm

Haltspflegerin von großer Vielseitigkeit, verlangt besondere geistige Fähigkeiten und bietet Aussichten und Entwicklungsmöglichkeiten, die auch einen sehr intelligenten Menschen locken können.

Haushaltspflegerinnen werden in allen Betrieben gebraucht, die einer größeren Zahl von Menschen dauernde oder vorübergehende Unterkunft bieten, also einer geschulten Wirtschaftsleitung bedürfen: Alters-, Jugend-, Kinderheime, Krankenanstalten, Sanatorien, Internate, Hotels u. a. Aber auch für selbständiges berufliches Fortkommen gibt die Aus­bildung als Haushaltspflegerin eine gesunde Grund­lage, z. B. für die Inhaberin eines Fremdenheims.

Als Vorbildung für diesen Beruf ist die mittlere Reife erforderlich; Volksschülerinnen müssen sich einer schulwissenschaftlichen Nachprüfung unter­ziehen. Die eigentlichen Wege zum Beruf können verschieden sein: ein Jahr Vorschule in einer an­erkannten Haushaltungsschule und Nachweis einer dreijährigen praktischen, bezahlten Tätigkeit in Haushaltungen oder hauswirtschaftlichen Großbe­trieben; oder zwei Jahre hauswirtschaftliche Lehre mit abschließender Gehilfenprüfung und zwei Jahre praktische, bezahlte Arbeit oder fünf Jahre praktische Arbeit. Für Abiturientinnen ist die Ausbildungs­zeit kürzer: ein Jahr Haushaltungsschule und zwei Jahre Praktikum.

Das Jahr Haushaltungsschule umfaßt Fächer wie: Kochen, Backen, Obst- und Gemüseoerwertung, Kochlehre, Nahrungsmittel- und Ernährungslehre, Hausarbeiten, Waschen, Plätten, Servieren, Nadel­arbeiten, Wäscheanfertigung, Schneidern, Putz, Wirt­schaftslehre und häusliche Buchführung, Gesund-

Eier auf Reissockel mit Schinken. Unter etwa 100 Gramm in Fleischbrühe gedünsteten Reis rührt man eine Tasse pikante Tomatentunke, schmeckt mit Salz und Pfeffer ab und bestreicht damit eine breite gebutterte Pfanne oder Form. 8 bis 10 Eier werden weichgekocht, auf den Reis

filie, würzt mit Salz, Pfeffer und Muskat nud gießt die Mischung über das Weißbrot. Mit Butter beträufeln und in der Röhre zu goldgelber Farbe backen. Mit Kopf- oder Bohnensalat auftragen.

Eier-Tomaten in Leberreis-Tunke. 6 mittelgroße Tomaten werden ausgehöhlt, 6 Eier, hartgekocht, geschält, das Eigelb ausgelöst und pas­siert. Dieses 'wird mit 2 Eßlöffel Butter aufgerührt, 2 Eßlöffel saure Sahne, ebensoviel geriebene Sem­mel, 1 Teelöffel Sardellenpaste und gehackte Peter­silie und alles mit Salz und Pfeffer gut gewürzt. Damit füllt man die ausgehöhlten Tomaten, stellt diese in eine gut gebutterte Pfanne, gießt etwas Fleischbrühe zu und dünstet die Tomaten weich. Diese werden auf einer Platte heißgestellt, die Tunke mit dem Tomatenmark aufgekocht, passiert, weitere Fleischbrühe und etwa 125 Gramm mit einer kleinen Zwiebel durch den Wolf getriebene Kalbsleber zu­gesetzt, alles gut durchgekocht, pikant abgeschmeckt und mit Mehlbutter leicht gebunden. Dor dem Auf­trägen setzt man der Tunke das würflig geschnittene Eiweiß zu, reicht sie separat und als weitere Bei­lage Bratkartoffeln.

Eier auf Steinpilzen mit Schinken­rand. (Sehr gut als Vorspeise.) Auf den Boden von gebutterten Portionsförmchen gibt man einen Eßlöffel gehackte, in Butter gedünstete und gut ge­würzte Steinpilze und legt die Wände der Förm­chen mit Scheiben von gekochtem Schinken aus. Dann schlägt man je ein Ei auf die Pilze, bestreut mit Pfeffer und Salz und stellt die Förmchen im kochenden Wasserbade so lange in heiße Röhre, bis die Einer gekocht sind.

Ueberkrustete Käse-Eier. 8 bis 10 hart­gekochte Eier werden der Länge nach durchgeschnit­ten, das Eigelb mit 75 Gramm schaumig gerührter Butter vermischt, 50 Gramm geriebener Schweizer­käse und 30 Gramm geriebene Semmel zugesetzt und alles mit Salz und Pfeffer und 1 Teelöffel gehackter Petersilie gewürzt. Damit füllt man die Eihälften, stellt sie auf ein gebuttertes Blech und überkrustet die Eier etwa 10 Minuten in heißer Röhre. Mit Sardellentunke und Bratkartoffeln aufgetragen.

schütz kur sus zu beteiligen. Auch in den Schulen be­ginnt man den Kindern die Gefahr klar zu machen und in Fabrikräumen werden praktische Hebungen abgehalten.

Wieviele Frauen, besonders Hausfrauen, haben aber noch gar keine Ahnung von diesen Dingen! Für diese wird es endlich Zeit, sich einmal ein­gehend mit diesen Fragen zu beschäftigen und dann dem Luftschutzgedanken positive Förderung am besten durch Beitritt zum Deutschen Luft­schutzverband angedeihen zu lassen.

Wenn das Jahr 1934 für das deutsche Volk ein Jahr der Luftschutzförderung sein soll wie Reichs­minister Göring kürzlich ausführte so ist es unbedingt notwendig, daß daran auch die Frauen mit regem Interesse und aktiver Mitarbeit beteiligt sind.

Wenn im Frühjahr deutsche Frisch-Eier wieder in Hülle und Fülle auf dem Markte er­scheinen, werden Eierspeisen zur Abwechslung im­mer gern genommen. Besonders dann, wenn diese 'Speisen infolge ihrer unterschiedlichen Zubereitungs­

gesetzt und der Länge nach tief eingeschnitten. Dann gibt man einige Löffel weitere Tomatentunke dar­über, streut grobgehackten Schinken auf, bestreut mit etwas geriebenem Käse und überkrustet die Speise in heißer Röhre etwa 10 Minuten. Mit einem Selleriesalat auftragen.

Eierschlupf er mit Pilzen. Scheiben von Weißbrot werden in Milch getaucht und damit eine gebutterte Pfanne oder Form ausgelegt. Dann ver­rührt man 8 Eier mit drei Viertel Liter Sahne ober Milch, 150 Gramm gedünsteten, gehackten Pilsen,

Jetzt muß mau Eier essen!

Das deutsche Frischei im Frühjahr. - Eine Anzahl wenig bekannter Rezepte.

Oie Ausgaben der Krau beim passiven Luftschutz.

Don Liselotte Holzbach

Don der Frau im Dritten Reich erwartet man daß sie nicht nur in ihrem engsten Kreis aufgeht, nicht nur ihre eigenen Berufs- oder Haushaltsnote sieht, sondern darüber hinaus als Erzieherin ihrer Kinder und Mitkämpferin ihres Mannes Anteil nimmt am Schicksal der Nation und am Ausbau unseres Volkes.

Bei wie vielen Frauen findet man aber immer noch mangelndes Interesse und geringe Beteiligung an diesen Fragen, was sich z. B. äußert in ihrem teilnahmslosen ober geradezu ablehnenden Ver­halten der Notwendigkeit des zivilen Luft- ch u tz e s gegenüber. Viele Frauen treiben eine regelrechte Vogel-Strauß-Politik und glauben, eine Gefahr nennen, heiße sie heraufbeschwören. Aber gerade das Gegenteil ist der Fall: Ein aufgeklärtes Volk ist der beste Garant des Friedens!

Der Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes kann man sich nicht verschließen, wenn man sich einmal vergegenwärtigt, daß unsere Grenzen durch 80 0 0 modern sie Kriegsflugzeuge unserer Nach­barländer bedroht sind, daß Deutschland selbst aber nach § 198 des Versailler Vertragesweder zu Lande noch zu Wasser Luftstreitkräfte unterhalten darf". Nur der passive Luftschutz wurde uns im Pariser Luftabkommen vom Mai 1926 gestattet. Das alte Regime unternahm aber gemäß seiner schrankenlos pazifistischen Einstellung fast nichts in dieser Beziehung, während die übrigen Staaten, abgesehen von ihren riesenhaften Aufrüstungsaktio­nen, vollständig durchorganisierte Luftschutzverbände ins Leben riefen. Besonders die Tschechoslowakei und Polen waren hierin groß; auch Rußlands Luftschutzorganisation umfaßt einen nach Millionen zählenden Mitgliederkreis. Wie verbreitet der Lust­schutzgedanke auch in Frankreich ist, beweist z. B. die Tatsache, daß man dort kaum eine Hausange­stellte aufnehmen wird, die nicht einen Gasschutz­kursus oder dgl. mitgemacht hat.

Ein Anfang wurde gemacht bei den Studentin­nen, die in diesem Winter zum erstenmal verpfkich- ..... - -...... »

tet wurden, sich an einem oierwöchentlichen Gas- gleich welcher Art, und 1 Eßlöffel gehackter Peter-

heitspflege, häusliche Säuglings- und Krankenpflege, Kinderbeschäftigung, Erziehungslehre, gewerbliche Buchführung, geschäftliche Korrespondenz, Eingaben usw. Hinzu kommen noch wissenschaftliche Fächer wie Deutsch, Literatur, Staatsbürgerkunde usw. Sind dann die praktischen Jahre abgeleistet, baut der einjährige Lehrgang zur Ausbildung von Haus­haltspflegerinnen auf der in der Haushaltungsschule gelegten Grundlage weiter, vertieft und erweitert die praktischen wie die theoretischen Fächer. Der Lehrgang schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die die Befähigung zur Anstellung in hauswirt­schaftlichen Großbetrieben bescheinigt. Der Beruf verlangt neben der Freude an praktischer Arbeit großes Organisationstalent, Wirtschaftlichkeit, An­passungsfähigkeit und die Gabe der Menschen- führung. ________

Meine Winke

für die große Wäsche.

Das Waschen der Wäscheleine. Nichts ist verdrießlicher, als wenn die Hausfrau die müh- sam gereinigte Wäsche von der Leine nimmt und diese braune Streifen von der Wäscheleine aufweist. Es ist darum dringend erforderlich, von Zeit zu Zeit auch die Wäscheleine selbst zu waschen. Hier­zu wickelt man die Leine um ein Brett, daß sie möglichst gleichmäßig nebeneinander liegt. Dann bereitet man eine gute Persillauge und bürstet mit einer nicht zu weichen Bürste die Leine gründlich ab, bis sie rein ist, spült mehrmals mit klarem Wasser nach und trocknet sie entweder auf dem Brett oder im Sommer im Freien, indem man sie straff spannt. Allerdings muß bei der letzteren Trocknungsweise darauf geachtet werden, daß die Spannhaken vollkommen sauber sind.

Zur Schonung der Wringmaschine müssen nach jedesmaligem Gebrauch die Schrauben der Walze genügend gelockert werden, damit das Gummi nicht brüchig wird. Grundverkehrt ist es, die Wäsche ungefaltet nur durch die Mitte der Walzen zu schieben, dadurch werden die Seitenpressen ausge­schaltet und die Mitte vorzeitig verbraucht. Es ist besser, die Wäsche mit der Hand leicht auszuwringen, sie glatt zu falten und sie dann, möglichst in der Breite der Walzen, einzuschieben. Man erleichtert die nachfolgende Plättarbeit wesentlich, wenn man die getrocknete Wäsche anfeuchtet, sie einige Stunden liegen läßt und dann nochmals durch die Wring­maschine dreht; die Maschine übernimmt in diesem Fall die Funktionen der Rolle.

Das Wäschespülen. Nicht nur sachgemäßes Einweichen, Kochen und Waschen macht die Wäsche schön weiß und klar, sondern auch das Spülen ist bei der Wäsche ein wichtiger Faktor. Sehr oft wird gerade auf diese Tätigkeit weniger geachtet, und in solchen Fällen hat die Wäsche immer einen gelblich­grauen Schein. Oft staubt sie, wenn man sie aus dem Schrank nimmt, und fusselt in unangenehmer Weise. Diele Uebelstände liegen daran, daß nicht alle Seifenteilchen aus der Wäsche entfernt wurden, sondern trocknen und in den Poren des Gewebes sitzen bleiben. Durch sachgemäßes Spülen soll er­reicht werden, daß alle Rückstände der Waschlauge schnell und gründlich aus der Wäsche beseitigt wer­den. Zweckmäßig ist es daher, soviel als möglich zum Spülen immer gut warmes Wasser zu nehmen und dieses so oft zu erneuern, bis das Wasser voll­ständig klar bleibt.

Das Bügeln von Stärkewäsche. Beim Stärken der Wäsche achte man besonders darauf, daß sich die Stärke gut auflöst, dann die Wäsche richtig durchdringt und nicht auf ihr haften bleibt. Im letzteren Falle bleibt beim nachfolgenden Plätten das Eisen kleben und hinterläßt Flecke. Solche Flecke werden von vornherein vermieden, wenn man ein Stückchen Stearin oder Wachs in einen Leinen­lappen wickelt und hiermit die Bügeleisensohle ab» reibt. Ehe das Eisen auf die Wäsche kommt, führt man es einige Male auf der Plättunterlage hin und her.

Sei der deutschen Lrwald-Aerzti'n

Eine deutsche Krau auf Vorposten.

Von Genta Recket.

Im Innern Brasiliens, im Urwclldgebiet von Sao Paulo und Motto Grosso, leben Hunderte von deut­schen Familien. Sie haben der alten Heimat Lebe­wohl gesagt, haben abgeschlossen mit allem, was Kul­tur und Wohlstand heißt, um sich hier unter dem südlichen Himmel eine neue Heimat zu suchen.

Als sie ankamen, war hier Urwald. Undurch­dringliches Gebiet, das schrittweise erobert werden wollte. Die Fäuste der Männer sind hart geworden, hie Frauen haben das Lächeln verlernt, sie haben oft vergessen, daß sie Frauen sind, wenn sie Seite an Seite mit dem Mann in den Urwald vordrangen. Deutsche Männer und tapfere deutsche Frauen haben sich eine neue Heimat geschaffen. Ein winziges Haus, primitiv zusammengefügt, ist die erste Heimstätte. Und dann eines Tages weiß die junge Farmersfrau, daß sie einem Kindchen das Leben schenken wird. Das ist schwer so in der Ein­samkeit. Viele Tagesreisen weiter ist erst die größere Ansiedlung, wo ein Krankenhaus ist. Wer hilft nun dieser Farmersfrau in ihrer schweren Stunde in dieser Einsamkeit?

Voll Dankbarkeit und Stolz nennen die Farmers- frauen aus dem Mato Grosso-Gebiet den Namen von Dr Elise Oehlke-Rath, einer deutschen Aerztin, die mit ihrem Mann und ihren beiden Kin­dern mitten im Urwald lebt. Sie ist der gute Engel aller geworden. Seit acht Jahren lebt sie drüben in Brasilien. Die Inflation hatte in Deutschland das Vermögen aufgezehrt aber den fDlut tonnte fie der tapferen Frau nicht nehmen. Der Mann ging als Farmer hinaus, die Aerztin folgte ihm. Unter den primitivsten Verhältnissen versuchte Frau Dr. Oehlke-Rat, sich eine Existenz zu schaffen. Aerzte gab es nicht im Urwaldgebiet, sie war die erste, die Hufe bringen konnte. Wenn in der Wildnis ein Kindchen geboren wurde, dann stand sie der jungen Mutter bei. Stundenlang ritt sie auf ihrem kleinen, zähen Pferdchen durch den Urwald, umdroht von Schlan­gen und wilden Tieren. Von weither kamen die Farmer die erst so mißtrauisch einer Frau gegen­über waren um sich Rat zu holen. Ungeheuer waren die Anforderungen, die an das ärztliche Kön­

nen dieser tapferen Frau gestellt wurden. Epidemien von Tropenkrankheiten wüteten sie mußte helfen. Sie selbst wurde geschüttelt vom Tropenfieber, kein Arzt war da, zu helfen, sie mußte mit sich selbst fertig werden!

Sie tut ihre Arbeit ohne materielle Vergütung, die meisten Farmer sind ja zu arm, um etwas zu bezahlen. Ein Dankeswort ist oft der ganze Lohn, manchmal auch ein Sack mit Materialien. Aber die deutsche Aerztin arbeitet ja nicht um Lohn, sie will nur Helsen und raten, damit ihre deutschen Volks- aenossen in der Einsamkeit nicht umkommen. Ihre Familie, der Mann und die beiden Kinder müssen selbst schwer um die Existenz ringen aber sie sind genau so tapfer wie die Frau und Mutter.

In den ersten Wochen hat die Aerztin Seite an Seite mit dem Lebenskameraden den Urwald ge­rodet, hat die Sämlinge gesteckt und den Boden bebaut. Vergessen lagen die Bücher und medizinischen Instrumente in den Kisten verpackt. Aber schon in den ersten Monaten verlangte man ihre Hilfe. Sie mußte Spritzen gegen Schlangengift geben und auch neuen Erdenbürgern zum Dasein verhelfen. Sie wurde die Helferin in der Not. Weit über die Gren­zen ihres Bezirkes hinaus kannte man sie. Farmers­frauen tarnen, um sich von ihr beraten zu lassen. Oft kamen sie von weit her, waren tagelang auf schmälsten Pfaden geritten. Dr. Elise Oehlke- Rath bildete die Frauen auch in allgemeinen me­dizinischen Dingen aus, daß sie sich bei den ersten Krankheitsfällen selbst helfen konnten. Einmal im Monat reitet sie durch ihren Bezirk, besucht ihre Patienten und hält Konsultation vom Pferde herab. Eine tapfere Frau steht auf Vorposten in selbstloser Arbeit für den Nächsten! Die erste Urwald - A e r z - t i n ist eint deutsche Frau, eine deutsche Mutter!

Oie Hygiene der berufstätigen Krau.

Von £ubot>ico Weber-£ortsch.

Für eine berufstätige Frau ist es von ausschlag­gebender Bedeutung, wie sie sich zu den gegebenen Verhältnissen, unter denen sie ihre Tätigkeit aus­übt, einstellt.

Erne gewisse Selbstkontrolle ist notig, so­wohl in geistiger als auch in körperlicher Beziehung,

hinsichtlich der eigenen Stärke als auch der eigenen Schwächen. Kraftvolle Naturen mit gesundem Op­timismus haben es leichter, sich mit den kleinen Widerwärtigkeiten des Alltags abzufinden, Schwie­rigkeiten, die weniger glücklich Veranlagten schwer zu schassen machen, existieren für sie oft gar nicht. Ihre Kraftnatur verleitet sie oft zu ungewollten, kleinen Rücksichtslosigkeiten ihren Mitmenschen ge­genüber.

Um ein gedeihliches Zusammenarbeiten im Interesse der Allgemeinheit zu gewährleisten, sollten die von der Natur bevorzugten sich nicht nur jeder Überheblichkeit enthalten, sondern kraft ihres stär­keren Einsatzes an Widerstandsfähigkeit, den Mit­schwestern kameradschaftlich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Den Feinnervigen und besonders Empfindlichen wäre damit oft geholfen, zumal wenn diese selbst täglich aufs neue bemüht wären, die eigenen Schwachen zu bekämpfen. Erfolg ist nur dort, wo neben dem Wissen um die eigene Stärke auch das Erkennen der eigenen Schwächen besteht.

Nicht nur körperliches Training, das jeder berufständigen Frau aufs wärmste empfoh­len fei, ist notwendig, sondern auch geistiges Trai­ning, um im Beruf zur eigenen Freude und zum Nutzen der Allgemeinheit erfolgreich wirken zu können. Daher mit Energie da einsetzen, wo man selbst die Mängel der eigenen Veranlagung spürt. Schon das Aufstehen in der Frühe ist für viele ein schwerer Kampf mit demIch", zumal in der dunkeln Jahreszeit. Ob man die Morgentoilette gründlich und ausgiebig vornimmt, ob der Anzug mit Sorgfalt beendet, ob das erste Frühstück in Ruhe genossen wird oder ob alles in größter Hetze vor sich geht, ist ausschlaggebend für die Nerven­verfassung des ganzen Vormittages.

Also lieber zehn Minuten Schlaf opfern als den Tag mit Hetze beginnen. Es ist unendlich wichtig, mit Lust und Liebe zur Sache, an die tägliche Ar­beit heranzugehen. Wenige Minuten Gymnastik während der Morgentoilette können schon das kör­perliche Wohlbefinden steigern und damit auch be­lebend auf Geist und Gemüt wirken. Ein ausge­ruhter, wohftrainierter Körper, ein frischer, klarer Kopf, sind die glücklichsten Vorbedingungen für rest­lose Erfüllung der übernommenen Pflichten.

Daher sollte auch jede berufstätige Frau, die

nicht mehr als höchstens eine halbe Stunde Geh­zeit bis zur Arbeitsstätte benötigt, den Weg z u Fuß zurücklegen und nur in Ausnahmefällen die Elektrische besteigen. Auch wer, der größeren Ent­fernung wegen, gezwungen ist, Bahnen oder Rad zu benutzen, sollte wenigstens eine kurze Strecke vor Dem Ziel zu Fuß gehen. Die unverbrauchte Mor- getauft gibt Kraft für den ganzen Tag. Vieles, was am Abend zuvor noch unübersichtlich und verwor­ren erschien, klärt sich beim Gang durch die frische Luft; die Gedanken ordnen sich leichter ein und be­günstigen dadurch die Erhaltung des seelischen Gleichgewichts. Niemand versäume dieses einfache Mittel zur Stärkung seiner körperlichen und gei­stigen Gesundheit, denn wer morgens in seelisch aufgewühltem Zustand an der Arbeitsstätte er­scheint, belastet nicht nur sich selbst, sondern auch die Arbeitsgefährtinnen.

Ferner ist auch das regelmäßige Einhal­ten der Mahlzeiten, bei Berufstätigen also insbesondere Moraenfrühstück und Mittagsmahlzeit, von hoher gesundheitlicher Bedeutung. Leider wird auf diesem Gebiete außerordentlich viel gesündigt. Eine der übelsten Gewohnheiten ist es, morgens nüchtern von Hause fortzugehen und erst im Laufe des Vormittags dem Magen etwas zu bieten. Man vermindert dadurch in erheblichem Maße die eigene Widerstandskraft, schwächt den Magen und behindert die Verdauung. Auch braucht jeder nor­male Mensch einmal am Tage eine warme Mahl­zeit. Ist für diese aus beruflichen Gründen erst abends Zeit, so wähle man eine möglichst frühe Abendstunde. Zu spät eingenommene Mahlzettrn stören und beunruhigen den Schlaf.

Niemals aber kann und darf eine Mahlzeit durch Kasfetrinken ersetzt werden, was leider viele be­rufstätige Frauen glauben. Zum Abschluß der Hauptmahlzeit, wenn diese zur Mittagszeit einge­nommen wird, kann eine Tasse Kaffee keinen ge­sundheitlichen Schaden anrichten, wohl aber zu später Abendstunde genossen, wegen der dann häu­fig folgenden Schlaflosigkeit. Vor allem aber, wie eben erwähnt, wenn mit Kaffee eine Mahlzeit er­setzt werden soll.

Unsere Zeit aber braucht gesunde und nerven­starke Frauen.