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Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien)

M. 240 Zweites Blatt

Samstag, (3. (hftober 1954

erfaßt. Schwer, grau, verfallen und gebückt, oft wie er­starrt oder gelähmt stand da inmitten eines frem­den Geschlechtes ein müder, einsamer, alt und un­brauchbar gewordener Mann. Um so stärker wirkte der kurze, elementare Ausbruch aus längst verschüt­tetem Bewußtsein.

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In der Rolle der Bäuerin stellte sich als Nach­folgerin von Maria Koch Frau Rose S t i r l vor: eine reife und mütterliche Gestalt, voll Würde und Selbstsicherheit und einem spürsinnigen, wachen Ge­fühl. Ihr zur Seite Herr Mieten als Bauer und neuer Herr, fest und beherrscht im Bewußtsein sei­nes Besitzes, aber nicht ohne rechtlichen Sinn und patriarchalische Güte.

Zwischen diesen dreien, die das eigentliche Drama in diesem Schauspiel auszutragen hätten, bewegten sich eine Anzahl gut gesehener Nebenfiguren: der alte, biedere und treuherzig-betuliche Knecht des Herrn Geiger; Herr Göbel als Franz Bruck, der Sohn, unbekümmert herzlich und ein wenig tol­patschig wie ein junges Fohlen, ahnungslos und naiv in seinen Gefühlsäußerungen; gut auch Herr Schorn als der rohe, verständnislos lärmende Jungknecht und Herr V 0 lck in der Rolle eines ge­walttätig-verschlagenen Viehhändlers. Von den übri­gen seien noch Herr Kühne, Frl. Elisabeth Wie­lander und Frau Schubert-Jüngling ge­nannt.

Die Darsteller konnten sich zuletzt gemeinsam für den starken Beifall bedanken.

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Nietzsche bei der Artillerie.

Der vor 34 Jahren in Weimar gestorbene Philo­soph Friedrich Nietzsche, der am 15. Oktober seinen 90. Geburtstag hätte begehen können, diente seine Zeit als Einjährig-Freiwilliger bei der Artil­lerie in Naumburg ab.Was ist so ein reitender und fahrender Artilleriste für ein Unglückstier, wenn er literarische Triebe hat!" äußerte er einmal zwar mit einigem Spott, aber er erfüllte feinen Dienst doch mit großem Eifer, und seine Vorgesetzten wußten nur Lobendes über sein Verhalten zu be­richten, wie Elisabeth Förster-Nietzsche in ihren Erinnerungen an den Bruder mitteilt. Gewiß war das Soldatenleben für diesen Menschen eine harte Mühsal. Nietzsche aber hat die ungewöhn­lichen Beanspruchungen des Militärdienstes mit Tapferkeit und Humor überwunden, wie aus einem Brief an feinen Freund Erwin Rohde heroor- qeht:Ja, mein lieber Freund, wenn Dich ein Dämon einmal in einer frühen Morgenstunde, jagen.

wir zwischen fünf und sechs, nach Naumburg ge­leiten und gefälligerweise die Absicht haben sollte. Deine Schritte in meine Nähe zu lenken, so er­starre nicht über das Schauspiel, das sich Deinen Sinnen darbietet. Plötzlich atmest Du die Atmo­sphäre eines Stalles. Im halben Laternenlichte er­scheinen Gestalten. Es scharrt, wiehert, bürstet, klopft um Dich herum. Und mitten drin, im Ge- wände eines Pferdeknechts, heftig bemüht, mit den Händen Unaussprechliches, Unansehnliches wegzu- tragen oder den Gaul mit dem Striegel zu bear­beiten mir graut es, wenn ich fein Antlitz sehe es ist beim Hund meine eigene Gestalt. Ein paar Stunden später siehst Du zwei Rosse auf der Reitbahn herumstürmen, nicht ohne Reiter, von denen der eine Deinem Freunde sehr ähnlich ist. Er reitet seinen feurigen schwungvollen Balduin und hofft, einmal gut reiten zu lernen, obschon oder vielmehr, weil er jetzt immer noch auf der Decke reitet, mit Sporen und Schenkeln, aber ohne Reitgerte. Auch mußte er sich beeilen, alles zu ver­lernen, was er in der Leipziger Reitbahn gehört hatte und vor allem sich mit großer Anstrengung einen sicheren und reglementsmäßigen Sitz an­eignen."

Zeitschriften.

Im Oktoberheft vonVolk und Rasse"' (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW) versucht u. a. B. Schultze-Naumburg auf Grund von Hand­schriftenproben die Frage zu beantworten: Gibt die Handschrift Aufschluß über Zugehörigkeit und Eigen­art der Rasse des Schreibers? Zwar lassen sich nicht untrügliche" Rassenmerkmale in der Handschrift fin- den, immerhin äußern sich in gewissen Stileigen­tümlichkeiten die charakteristischen Eigenschaften. Sehr zu begrüßen ist der Aufsatz von Dr. Krämer überZeitgenössische Germanendarstellungen", da wir nur wenig Material über germanische Früh­geschichte besitzen. Die beigegebenen Lichtbilder zei­gen ein Geschlecht des adelig-bäuerlichen und ger­manischen Kriegers, das heute noch im deutschen Volke und besonders im nordisch bestimmten Bau­erntum seine natürliche Fortsetzung findet. Privat­dozent Dr. Keiter gibt in seinem AufsatzFamiliäre Häufung graphischer Zahlenoorstellungen" Beobach, tungen wieder, die über das bemerkenswert gehäufte Auftreten von Vorstellungen graphischer Zahlen- reihen, Jahres- und Wochenlauf innerhalb ver­wandter Personen gemacht wurden. Der Leiter des rassenpolitischen Amtes, Dr. W. Groß, berichtet über zwei Kongresse in dem Aufsatz:Das neue Deutschland und die Wissenschaftler der Welt". Kleine Mitteilungen aus Rassenhygiene und Bevöl- kerungspolitik, Fragekasten und Buchbesprechungen beschließen das Heft.

König Alexanders politisches Testament.

Aus einem Gespräch mit dem ermordeten Herrscher von Südslawien.

Von H. X Knickerbocker

Mit Alexander von Südslawien starbder einzige König in der abendländischen Welt, der sowodl Monarch wie Autokrat, der Dik­tator war". Als solchen schildert ihn der be­kannte amerikanische Journalist H.R. Knicker­bocker in seinem letzten BuchDom Krieg in Europa?", dem wir mit Genehmigung des Rowohlt-Verlages, Berlin, nachstehendes Ge­spräch des Autors mit dem ermordeten Herr­scher entnehmen.

Der König empfängt in einem hellen Zimmer mit großen Fenstern. Links nicken weiße Flieder­blüten. Hinter einem Schreibtisch springt ein Mann in Khakiuniform auf und kommt seinem Besucher rasch mit ausgestreckter Hand und lächelnd ent­gegen. Er drückt mir mit einer kurzen, kräftigen Bewegung die Hand. Khakiuniform, an den Kaval­lerie-Hosen die breiten roten Campas des General­stabs, keine Dekorationen, keine Farbe auf;er dem Blau des Samtkragens und dem Gold der Epau- letten mit den königlichen Insignien. Er hat eine hagere Gestalt, eisengraues Haar, eine hohe Stirn, einen festen Mund und lebhafte Augen, die durch einen Kneifer blicken. Er ist sechsundvierzig Jahre alt. Er sieht aus wie ein König. Seine Bilder führen irre. Sie überbetonen die Strenge des Kneifers und zeigen zu wenig von seiner Liebens­würdigkeit. Er bot Zigaretten an, nahm ein Streich­holz, ließ es sich nicht nehmen, Feuer 311 reichen, beugte sich vor und begann Fragen zu stellen.

Krieg?" jagte er nachdenklich.Es ist un­möglich, daß auf dem Balkan ein Krieg ausbricht. Seit Jahrzehnten erklärt Europa, der Balkan fei das Zentrum der Unruhen auf dem Kontinent. Das war unrichtig, so lange die Großmächte den Balkan in Ruhe ließen, und ist ganz besonders und ent­schieden heute unrichtig. Wir haben auf dem Bal­kan unser Haus in Ordnung gebracht. Sie brauchen sich nur klar zu machen, was im letzten Jahr für den Frieden getan worden ist, und

Sie werden einsehen, daß der Balkan jetzt nicht ein Zentrum der Unruhen, sondern im Gegenteil ein Zentrum gegenseitigen Einverständnisses ge- worden ist. Ich gehe so weit zu sagen, daß die Be­ziehungen unter den Balkanmachten heute besser geregelt sind und daß es auf dem Balkan weniger Kriegsaussichten gibt als in allen anderen Teilen Europas. Nein, auf dem Balkan selbst gibt es keine Kriegsaussichten, aber leider gibt es ge- wisse Einflüsse von außen, die, wie seit jeher, an der Arbeit sind, um den Balkan in einem Zustand der Unruhe zu erhalten und unser gemeinsames Einverständnis zu hemmen. Es ist von größter Wichtigkeit, daß der Balkan von fremden Einflüssen befreit wird, denn nur wenn er davon befreit ist, kann er den aufrichtigen Wunsch seiner Völker nach dem Frieden verwirklichen und das seine für die Friedensnotwendigkeiten in Europa tun. Wenn die Großmächte den Balkan nur in Ruhe lassen wür­den, so gäbe es bei uns niemals auch nur die An­deutung einer Unruhe."

Aber anderswo, Majestät? Was halten Sie von dem vielbesprochenen ,Präventivkriegs?"

Der König entgegnete:Haben Sie irgendein Anzeichen gefunden, daß ein Präventivkrieg im Bereich des Möglichen liegt? Und selbst wenn er möglich wäre, ist es nicht richtig, daß ein Präven­tivkrieg sich als ebenso unheilvoll erweisen könnte wie der Krieg, zu dessen Verhütung er gedacht war? Jugoslawien jedenfalls hat keine Ursache, den Krieg zu wünschen. Wir haben unseren Staat organisiert. Wir haben erreicht, was wir haben wollten. Nun ist unser einziges Bestreben, es zu verteidigen. Wir haben nur einen Wunsch, und das ist der, in Ruhe gelassen zu werden.

Die bedrohlichen Zukunftsaussichten finden Jugo­slawien voll und ganz zu einer Verteidigung vor­bereitet. Aber die Entscheidung, ob Krieg ober Frieden, wird von den Großmächten getroffen werden.

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Im Empfangssalon des französischen Außenministeriums, der einstigen Wirkungsstätte Barthous, ist der Sarg mit der sterblichen Hülle des Ministers aufgebahrt. Beamte des Ministeriums halten die Totenwacht.

Gießener Siadttheaier.

Sigmund Graff:

Die Heimkehr des Matthias Bruck."

Wir haben von Graff hier früherDie endlose ( traße" undDie vier Musketiere" gesehen. Dor t enigen Tagen ist ein neues Stück von ihm urauf- o^führt worden, ein Stück, in dem er zum ersten ^ale ein ganz anderes Thema behandelt. In 'innen ersten beiden stand das Erlebnis des Krieges Ihn Mittelpunkt, und auch noch das dritte, das vor e:iüa einem Jahre auf der Bühne er schie­len ist, eben die Geschichte vom Heimkehrer Mat- tlrias Bruck, ist, obgleich es, von außen gesehen, ein L.ruernschauspiel ist und eine ganze Reihe von Jahren nich dem Friedensschluß sich abspielt, dennoch den b iden ersten innerlich verwandt und aus dem glei- dsen Erlebnis gespeist wie sie.

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Es ist die alte Geschichte vom Heimkehrer, vom Dlann ohne Namen", wie der Film sich ausdrückt, ! w m Enoch Arden in unserer eigenen Zeit. Das alte I otiv wurde in unseren Tagen aufs neue entdeckt, wsil die Wirklichkeit mehr als einmal die Vorbilder j dl^u lieferte, und weil unter den vielen Stoffen und P"oblemen, die das Erlebnis der Jahre von 1914 bis 1918 uns aufgab, dieses eine in seiner Besonder- l)it nicht fehlen durste.

©raff hat in den drei ersten Stücken diesen gan- Erlebniskreis ausgeschritten und zu gestalten ir.ternommen von der Front über das Hinter- lc-nd bis in die Heimat und zu dem Wiedersehen " ch Kriegsende beim Regimentsfest; es ist kein Eiunber, daß «r fein Zentralerlebnis auch in feinen lebten, peripherischen Auswirkungen einzufangen rchte und auf der endlosen Straße schließlich auch üi|f die allerletzten der ewig marschierenden Sdl- dclen stieß, auf die späten Heimkehrer aus der *3 sangenfchast.

Zu denen gehört der Bauer Matthias Bruck, der il- Gefreiter ausrückte nach Rußland, in Gefangen- ftuft geriet, nach Sibirien verschleppt wurde und nm nach siebzehn Jahren wieder heimkehrt zu fei­te- Frau und zu den andern, die ihn für verschollen iirö längst für tot halten. Da verdingt er sich uner- lar.nt als Knecht während der Ernte auf feinem lijeenen Hof. Er ist gerade zur Kindtaufe recht ge- bnmen, denn der Hof hat mittlerweile einen neuen fjerrn und seine Frau einen anderen Mann bekom- un. Und der Erstgeborene, der getauft wurde, als

Vater vor siebzehn Jahren ausrückte, der kennt ir natürlich nicht. Die Frau aber und der alte lischt, der feit Jahrzehnten auf dem Bruckhof i)t fft, die müßten ihn eigentlich erkennen oder doch

etwas ahnen, fühlen, wittern dieses Unheimliche, Fremde und Namenlose, das da von außen einbricht in Len vertrauten Kreis. (Hier liegt vielleicht das schwierigste Problem dieses Schauspiels und aller Heimkehrer-Stücke überhaupt; wir haben beim Mann ohne Namen" schon davon gesprochen.)

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Wohl erkennt ihn zuletzt das unruhig tastende, feine Gefühl der Frau als den, der er ist. Aber da ist es schon zu spät. Zur großen Gegenüberstellung und Auseinandersetzung kommt es nicht mehr; Bruck selber sucht und findet die einzige, gewaltsame Lö­sung: er geht, ein wenig anders, aber nicht minder endgültig als Enoch Arden. Er sieht, daß sein Platz besetzt, sein Haus bestellt, Weib und Kind und Hof in guten und festen Händen sind. Die Lebenden haben recht, für ihn ist hier kein Raum mehr in Herz und Haus, er geht zu denen, die einmal ge­wesen, die vergessen und abgeschieden sind.

Nicht völlig vergessen, nein, das wäre ungerecht, nur abgetan und ausgelöscht, bei dem Taufmahl ZU Ehren des Jüngstgeborenen auf dem Bruckhof steht der Bauer auf, der neue Herr, und mit ihm alle andern, sogar auch der Knecht Matthias (oder Sepp, wie er sich nennt) und sie gedenken des Toten, der doch als ein Heimkehrer wieder in ihrer Mitte weilt und selber mitanhört, wie sie für ihn beten: eine gespenstige Szene.

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Der Spielleiter, Herr Löser, hat wohl erkannt, was das für ein schweres, dumpfes und lastendes Stück sei, das hier zu spielen war, und daß eigent­lich auch die Fabel, so wie sie ist, die drei Akte kaum füllt, daß das Schauspiel mehr aus Zuständ- lichem, aus Schilderungen und psychologischer Klein­malerei besteht, minder angetrieben vom dramati­schen Nero. Deshalb wirkte seine Ausführung am stärksten an den Punkten, wo der schleppende Gang der Dinge so oder so nach einer Entladung drängte: in der eben geschilderten Szene und jener andern, wo zum ersten und einzigen Male der Heimgekehrte und noch immer Fremde sich auf rafft ZU einer gewaltigen Aeußerung alten Gefühls, aus Rückerinnerung und Bewußtsein dessen, daß doch eigentlich er hier Bauer und Herr über Haus und Hof ist.

Das äußere Bild war von Herrn Löffler in schlichten und bodenständigen Formen gehalten. Von der sorgsamen Arbeit des Herrn Keim und seiner Helfer konnten wir uns schon vorgestern während der Generalprobe überzeugen.

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Den Sepp gab Herr Neuhaus: eine schwierige und schwerflüssige Rolle: hier war das Dumpfe, Hoffnungslose, fast Tierhafte einer gespenstig in die lebendige Welt hineinwachsenden Gestalt überzeugend

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Um dem toten Außenminister die letzte Ehre zu erweisen, stehen ständig große Scharen von Menschen vor dem französischen Auß enministerium am Quai d'Orsay und defilieren sodann an dem Sarge Barthous vorbei.

Im allgemeinen", fuhr der König fort,ist es meine Ansicht, daß wir uns heute über alle Staaten in Europa weniger Sorge machen müßten, wenn alle anderen Staaten eine Haltung einnehmen würden, die der wahrhaft friedlichen Politik Jugo­slawiens entspräche. Gewisse Staatsmänner ver­suchen ununterbrochen unter dem Vorwand, der Sache des Friedens zu dienen, zwischen anderen Staaten zu .vermittelns aber in Wirklichkeit bezwecken sie nichts anderes, als etwas für sich herauszuholen. Der einzige Weg, auf dem Nationen zu einem wirksamen Einverständnis ge­langen können, führt über direkte Verhandlungen, ohne Mittler, und vor allem ohne solche Mittler." Der König betont stark das Wortsolche".

Gewisse Staatsmänner", sprach er weiter,wie­derholen auch immer wieder, daß sie zur Ver­hütung eines Krieges eine Revision der Ver­träge wünschen. Das ist absolut falsch. Das Gegenteil ist heute richtig."

Glauben Majestät, daß die Revisionisten zu­frieden wären und nicht mehr verlangen würden, wenn ihnen die Konzessionen gemacht würden, nach den sie heute verlangen und von denen sie erklären, sie seien alles, was sie wünschen?"

Der König lächelte.Nein!" antwortete er ganz kurz.

Gewisse Kreise, Majestät, scheinen auf Dinge zu bauen, die sie als interne Schwierigkeiten Jugo­slawiens bezeichnen."

Diese Kreise werden auf das schwerste enttäuscht sein, wenn sich jemals für uns eine Gelegenheit ergeben sollte, die Einigkeit und Loyalität unserer Nation zu beweisen. Dieses Geredr ist unrichtig und überflüssig. Sie werden sich vielleicht daran erinnern, daß dasselbe Geschwätz über das.schwache* Serbien vor dem Krieg beliebt war, aber die Ge­schichte hat gezeigt, in wie tragischer Weise falsch die Propaganda dieser Art war. Wir in Jugo­slawien sind völlig vorbereitet auf alle Eventuali­täten."

Der Vertreter des Führers bei den Trauerfeierlichkeiten in Belgrad.

Berlin. 12. Dtt <DNB.) Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat den Gesandten von Keller als außerordentlichen Bot­schafter nach Belgrad entsandt, um ihn

bei der Beisetzung seiner Majestät König Alexan­der I. von Jugoslawien zu vertreten. Die Reichsre- gierung wird durch den deutschen Gesandten in Belgrad von Heeren vertreten. Herr von Keller war von 1920 bis 1924 Gesandter in Belgrad. Er hat seinerzeit auch den Reichspräsidenten bei der Beisetzung König Alberts von Belgien in Brüssel vertreten.

König Peter in Südslawien eingetroffen

Belgrad, 13. Oft. (DNA.) König P.ter ist aus Frankreich kommend in Begleitung der Königinmutter Maria von Südslawien am Frei­tagabend auf dem österreichisch-südslawischen Grenz­bahnhof I e s e n i tz a eingetroffen. Er wurde von mehreren Mitgliedern der Regierung begrüßt. Der König setzte sodann die Reise nach Laibach fort, wo sich auf dem Bahnhof zu seinem Empfang der Bürgermeister und zivile und militärische Wür­denträger eingefunden hatten. Sowohl in Jesenitza wie in Laibach wurden dem König von der Be­völkerung und zahlreichen Bauern, die aus der Umgebung zur Begrüßung des neuen Herrschers herbeigeeilt waren, begeisterte Huldigun­gen dargebracht.