Sur5^">
»«9 5,5»
■Ä*
>en <n> . o
K"> h “«Wh " 5d)lu fi* * .[Len «>«,,,, . ®«en be. '«„Sunbes. ““«sbewt. ??" 1912 lpr°zen.
aut
*6.7 (164,5) “ta um
M 9°n Mieren ^tergrund
Altbesitz ebiete 9,20, «öckner 72'
Jft in Ti«. ö«ffer unh Milchkühe "0 bis 400, bis 170 Ml; \ 2- Qualität «lahrig, 40 pb 160 bis 'beildgeivicht, üer Notiz.
markt.
Gemüse» lhnen, Kopf.
herrschen- Ngt, sie sind ’fen sind sie irtoffeln und 'gezogen, im Absatz war ikohl 15 bis 16 bis 18, >s 40, Wg« I bis 4, Kar- ibi 3 bis 4, Umischkohl t 10, Spinat boll. 17 bis itzkraut 5 bis chl. 4 bis 5,
uhren allge- urüd. Preise fonft unoer- ast, fyibeb en: Aepfei, , Sommer- >, II 15 bis 1 M bis 23, )is 24, 115 bis 15, türk, Z, Pfirsiche I itsche) 15 bis n 8 bis 14,
rft.
1 gestrigen ttungen on- eisten Tiere e etwas ge- rangebot. so ilo vchlacht'
t insgesamt ) Kühe oder 712. Es no- t in ** Zullen c) 20 2), Oll bis ' Kälber b) 3 Schweine Wrktver- kalber ruhig. Zerkaust.
O.UL
g,7l 0 61
S,68
H
166 g 0
--0^602“ 58,75 0,176 3,053 56,56 81,88 12,665 ,596 16,M 170,0 21,61 0,751 5,676 63,61 18,55 **s 65, J H-78 0
4,1«
Donnerstag, 12. ZuliM4
r. 160 Erstes Blatt
184. Jahrgang
Deutschlands Gleichberechtigung und der osteuropäische Pakt.
Nicht so, als ob wir grundsätzlich den Abschluß etwa eines Locarnopaktes des Ostens ablehnen mühten. Aber die Schwierigkeiten der tatsächlichen Durchführung eines solchen internationalen Vertrages sind zu offensichtlich, als dah man sich davon einen Nutzen versprechen könnte.
Wie würde sich ein Ostlocarno für den Fall eines Konfliktes zwischen den einzelnen Dertraqs-„Aspi- ranten" aus wirken? Sollte einmal der Fall eintreten, daß Frankreich Deutschland angriffe, so hätte dann Rußland an der deutsch-französischen Grenze aufzumarschieren, um diese zu schützen. Polen würde Durchmarschgebiet der russischen Roten Armee; Deutschland würde ihr Aufmarschgebiet. Wenn Rußland Polen angriffe, würde die französische Armee durch Deutschland marschieren und in Polen Aufstellung nehmen.
feeflotte werden gleichfalls um etwa 400 bis 500 Flugzeuge verstärkt werden. Die genaue Zahl hängt jedoch von dem Ergebnis der nächstjährigen Flottenkonferenz und davon ab, ob Amerika und Japan einer von England gewünschten Einschränkung ihrer Flottenluftslreitkräste zustimmen.
Etwa 12 bis 15 neue Kriegsflugplätze sollen in verschiedenen Landesteilen Englands errichtet werden, davon drei im Süden, Südosten und Osten von London und ein vierter stark geschützter Flugplatz für Bombenflugzeuge im Nordwesten der Hauptstadt. Gleichzeitig wird das Luftfahrtmini- sterium einen intensiven Rekrutierungsfeldzug für die verstärkte Luftflotte durchführen. Wahrscheinlich wird auch die englische Territorialarmee mit Kampf- und Versolgungsflugzeugen ausgerüstet und damit in den Rahmen des allgemeinen Luftverteidigungssystems einbezogen werden.
Wenn die Tschechoslowakei mit Polen in kriegerische Verwicklungen geriete, würde Deutschland wahrscheinlich zu einem Teil Kriegsschauplatz werden müssen. Wenn ein Konflikt zwischen Rußland und den Baltikumländern entstünde, hätte Polen ein ähnliches Schicksal zu gewärtigen. Man sieht, wie außerordentlich fragwürdig dieses Paktsystem wird, sobald man es auf seine praktische Brauchbarkeit hin prüft. Barthous Weg ist so kompliziert wie nur möglich, ganz abgesehen davon, daß sein Zusammengehen mit Rußland sehr schwerwiegende innerpolitische Folgen haben könnte. Andererseits braucht Frankreich eine Ablenkung von dem Thema der Abrüstung und von seinen innerpolitischen Sorgen, und diese ist nun einmal zuerst in außenpolitischer Aktivität zu suchen. Was letzten Endes dabei herauskommt, ist höchst fraglich.
Wesentlich komplizierter liegen die Verhältnisse auf dem Gebiete der Paktfysteme, um deren Zustandekommen sich Varthou in den letzten Monaten so ausgiebig bemüht hat. Grundsätzlich handelt es sich darum, durch Rußland eine Garantie der französischen Ost grenze zu erhalten, während Frankreich dagegen die russische West grenze 3 u schützen hätte. Das würde sich praktisch so auswirken, dah Rußland in irgendeiner Form als Teilhaber des eigentlichen Locarnopaktes aufträte, der bisher je zur Hälfte durch Italien und England garantiert wurde. Man kann vermuten, daß Rußland entweder als zufählicher Partner in den kreis der Mächte einbezogen würde oder aber einen Teil der Vertragsquoten bzw. den gesamten Anteil Englands übernähme. Andererseits würde dann Frankreich in den Ring derjenigen Staaten aufzunehmen fein, die an dem kommenden Ostlocarno irgendwie beteiligt fein würden.
Englands außenpolitischer Umschwung würde, wenn diese Ueberlegungen zutreffen, um so bedeutungsvoller sein, als erst kürzlich Eden einen wesentlich anderen programmatischen Standpunkt vor der Weltöffentlichkeit vertreten hat. Es fet auch an die große Frühjahrsreise Edens erinnert, auf der es sich darum handelt, inwieweit es möglich gemacht werden könnte, einen Ausgleich der Rü- ftuNgsinteresfen Frankreichs mit dem der übrigen europäischen Mächte herbeizuführen.
Die Abrüstungsfrage spielt heute im politischen Geschäft schon keinerlei Rolle mehr. Man hat das Thema kurzerhand beiseite gelegt. „Sicherheit durch Aufrüstung" ist das Kennwort der Gegenwart. Und wenn man hort, daß in Frankreich bereits große russische Bestellungen auf Kriegsmaterial eingelaufen sind, so darf man daraus folgern, daß das französisch- russische Militärbündnis entweder bereits perfekt geworden ist oder daß die Unterzeichnung unmittelbar bevorsteht. Auch die Verhandlungen der Generalstäbe diesseits und jenseits des Aermelkanals lassen darauf schließen, daß auch dort schon die ersten Vorbereitungen getroffen worden sind, um die zukünftige Aufrüstung zu organisieren.
Inmitten all dieser Bemühungen um komplizierte Paktsysteme und um Aufrüstung um jeden Preis bleibt der deutsche Standpunkt der alte, der eine Befriedung Europas durch freundschaftliche Beziehungen von Volk zu Volk und eine weitgehende Abrüstung zum Ziele hat. Wir haben kein Interesse daran, in das Netz der einander widerstrebenden politischen Ab- jichten und Meinungen einbezogen zu werden.
men um die Kapelle herumtanzten. Ueberall ließen die englischen und die deutschen Matrosen das Vergangene vergangen sein. — W i r hoffen für immer. Britische Matrosen sprechen ungern ihre Anerkennung für andere Flotten aus. Aber gestern erklärten sie, daß d i e deutschen Matrosen d i e schneidig st en seien, die sie jemals g e s e k) e n haben. Der Bericht endet mit den Worten: In Portsmouth ist die Flagge der Freundschaft aufgezogen worden und jedermann wird hoffen, daß sie lange gehißt bleiben wird.
„Daily Mail" überschreibt ihren Bildbericht mit den Worten: „Die deutsch-englische Flölten e n t e n t e". Das Blatt schreibt u. a.: Die amtlichen englischen Besucher auf den deutschen Schiffen wurden sehr ga st freundlich empfangen.
Keine Manöver der Reichswehr.
Berlin, 10. Iuli. Der Reichswehrminisier hat mit Rücksicht auf die von der anhalte n- den Dürre betroffenen, Landwirtschaf t den Ausfall der für den Herbst vorgesehenen Manöver und Truppenübungen angeordnet. Dabei sprach auch die e r h ö h te Wa Id - und Heide- drandgefahr mit, die eine planmäßige Durchführung der Hebungen in Frage stellt.
Sanz Deutschland soll den Führer hören
Berlin, 11. Juli. (DNB.) Die NSK. meldet, daß der Leiter der Abteilung Rundfunk der Reichspropagandaleitung der NSDAP., Dreßler» Andreß, folgenden Aufruf an alle Gau-, Kreis- und Ortsgruppen-Funk w a r t e erlassen hat:
Am Freitag, 13. Juli, abends 20 Uhr spricht der Führer im Deutschen Reichstag über alle deutschen Sender zur gesamten Nation. Für diesen Tag ist ein bisher noch nicht dagewesener Gemeinschaftsempfang zu organisieren. Alle Funkwarte haben sofort mit den notwendigen Vorarbeiten zu beginnen und dafür Sorge zu tragen, daß auch dem letzten Volksgenossen die Möglichkeit gegeben wird, an dieser bedeutungsvollen Rede des Führers teilnehmen zu können.
Ungarische Lugend in Frankfurt.
LPD. Frankfurt a. M., 11. Juli. Von Rothenburg 0. T. kommend trafen heute die 50 Angehörigen der ungarischen Levente, die sich zur Zeit auf Einladung der Hitlerjugend auf einer Deutschlandreise befinden, in Frankfurt ein. Die Gäste, die von 60 Angehörigen der Hitlerjugend unter Führung von Obergebietsführer Nabersberg auf ihrer Fahrt begleitet werden, wurden im Römer in Vertretung von Oberbürgermeister Krebs durch Stadtrat Fifcher-Defoy willkommen geheißen. Für die Ungarn dankte deren Fuh- rer, Major P e r y. Sie alle hätten die Disziplin und den Aufbauwillen des neuen Deutschland bc- wundert. Es sei ihnen eine aufrichtige Genug- tuung, in ihrer Heimat von dieser friedlichen Arbeit des deutschen Volkes berichten zu können. Der
London, 12. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Vermutung, daß Frankreich möglicherweise Zugeständnisse an die deutschen Gleichberechtigung sforderungen machen werde, wenn Deutschland an dem 0 st europäischen hilseleistungspakt teilnehme, wird heute von zwei englischen Blättern kurz gestreift. „Daily Telegraph" schreibt, einer der Gründe, der die englische Regierung dazu veranlaßte, ihre platonische Zustimmung und ihre diplomatische Unterstützung , für ein echtes Ostlocarno zu versprechen, sei die Hoffnung, daß ein solcher Pakt möglicherweise einen Ausweg aus d e r gegenwärtigverfahrenen Abrüstungslage schaffen könnte. Sir John Simon bestehe darauf, daß die Unterzeichnerstaaten eines solchen Paktes gleiche Rechte und Verpflichtungen genießen sollen. „News Chro- nicle" meldet, es bestehe jede Wahrscheinlichkeit, daß das durch eine Beteiligung Deutschlands am Ost- locarnopakt verursachte zusätzliche Sicherheitsgefühl in Frankreich die französische
Oer französisch-russische Ostlocarno-Plan.
Erklärt sich England uninteressiert an politischen Fragen des Kontinents? — Rußland als Garant des Locarnopakts eine seltsame Figur.
London, 12. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Aufrüstungsprogramm für die englische Luftflotte, das Baldwin vor der Sommervertagung des Parlaments mitteilen wird, umfaßt u. a. folgende Maßnahmen: , , . .,
Die Gleichheit der englischen Luststreitkräfte nrit der französischen Luftflotte soll durch ein Fünf-Jahresprogramm bis zum Iahre 1 940 hergeste 11 t sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die englische Luftflotte etwa 48 bis 50 neue Geschwader, d. h. r un d 500 neue Kriegsslugzeuge in Dienst stellen, falls das Programm nicht durch eine Aenderung der internationalen politischen Lage eingeschränkt wird. Die Erhöhung des englischen Lutffahrthaus- halts im nächsten Jahre wird voraussichtlich eine Million Pfund betragen. Weitere Erhöhungen werden in den darauffolgenden Jahren eintreten.
D i e L u f t st r e i t k r ä f t e der englischen hoch-
Riesiges Aufrüsiungsprogramm für die englische Luststotte.
ZRunb 4000 neue Flugzeuge für Heer und Marine.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Erscheint täglich, außer Annahme von Anzeigen
Sonntags und Feiertags JMv DI " für die Mittagsnummer
leilagen: Die Illustrierte ▲ ▲ K, Jk. ▲ A A ▲ AA A A A Ä jA AA bis 8'/,Uhr des Vormittags
r-Fr ImMxMiD-r jliizAin4>r »sä
XzIVIlvIlVA MIllVlUVl s»; von einzelnen Nummern R 1F Ermäßigte Grundpreise:
infolge höherer Gewalt < < Stellen-, Vereins-, gemein.
.s»Ä, iNonercil -Auromor fur (hherheiien käes
1 Postscheckkonto* z behördliche Anzeigen 6Rpf.
jrmiisuri am main 11686 Druck und Verlag: vriihl'sche Univerfität; Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M-ng-nabfchlüff-Staffel 8
Regierung in die Lage setzen würde, ihre Stellungnahme gegenüber der deutschen Gleichheitsforde- rung neu z u erwägen. Die enalifche Regierung werde keine Zeit verlieren, Deutschland die Vorteile des Paktes darzulegen. Wichtige Entwicklungen seien nicht vor dem herb st zu erwarten, wenn die Sowjetunion voraussichtlich Mitglied des Völkerbundes ist. Der französische Botschafter in London Corb in habe dem räterussischen Botschafter M a i s k y über die „guten Ergebnisse" des Barthou- Besuches unterrichtet. In den nächsten Tagen soll eine weitere Zusammenkunft zwischen den beiden Botschaftern ftattfinben. Die Vorbereitungen für den osteuropäischen Pakt würden von jetzt an v o n der Sowjetunion übernommen werden, da Frankreich nicht die Absicht habe, ihm beizutreten. In der nahen Zukunft sei mit russischen Schritten in Berlin, Warschau und 'Prag zu rechnen, Litwinow werde seine „gewinnenden Eigenschaften" hauptsächlich auf ^Berlin konzentrieren.
Die deutschen Kreuzer „K ö n i y s b e r g" und Leipzig" sind zu einem viertägigen Besuch ,m Äafen oon Portsmouth eingetrosten Es handelt sich um eine Erwiderung des Besuches der britischen Kreuzer „D ° r, e t s h i r e" und Norfolk m Kiel im Juli 1931. Taufende von Zuschauern hatten sich eingefunden, um dem eindrucksvollen Schauspiel beizuwohnen. Aus der Konlasbera" hatte Konteradmiral Kolbe ferne pllaaae gefetzt. Die „Königsberg" feuerte einen Sa- n.i Snn 91 Sctmk für England und einen Salut von \u* ä für Öen Oberbefehlshaber von Ports-
Die britischen Land- und Seebatterien er= widerkn d n Salut, während aus Fort Blockhouse ? , f." tf*e flagge gehißt wurde. Zu- käM-^lies zu gleicher Zeit die „Bremen" aus ^abrt 5na» Southampton in den Hasen ein. sür?n°»dem die beiden Kreuzer sestgemacht hat- wurden beim Oberbesehlshaber des chasens und b"im Bürgermeister von Portsmouth Besuche abgestattet. *
pnalifcke Presse widmet dem ersten Be- juch deutscher Kriegsschiffe (eit dem Weltkriege m
Oer Führer der Wirtschaft, Keßler, abberufen.
Berlin, 11. Iuli (DNB.) Der Reichs wirt- fchafts Minister hat den bisherigen Führer der Wirtschaft, Generaldirektor Philipp Kehler, von feinem Posten als Führer der Wirtschaft mit Sofortiger Wirkung abberufen. Bis zur endgültigen Regelung ist der stellvertretende Führer der Wirtschaft, Graf von der Goltz, mit der alleinigen Wahrnehmung der Führung der Geschäfte beauftragt worden.
Gegen unberechtigte Preissteigerungen
Berlin, 11. 3uli (DNB.) Obwohl der Reichs- wirtschaftsminisier bereits in mehreren Verlautbarungen vor ungerechtfertigten Preiserhöhungen nachdrücklich gewarnt hat, find in der letzten Zeit doch erneut Klagen über Preiserhöhungen in einigen Wirtschaftszweigen laut geworden. Diese Fälle werden zur Zeit nadj- geprüft. Sollte sich erweisen, daß unberechtigte Preissteigerungen vorgekommen sind, so wird mit aller Strenge eingegriffen werden.
Eine Anordnung der Arbeitsfront.
Berlin, 11. Juli (DNB.) Das Presse- und Propagandaamt der Arbeitsfront gibt folgende Anordnung bekannt: In der letzten Zeit mehren sich die Klagen, daß die Betriebe von Vertreibern von Eintrittskarten, Ab- zeichenund allen möglichen Zeitungen und Büchern in der unerträglich st en Weise überlaufen werden. An sämtliche Betriebsführer, Mitglieder des Vertrauensrates und Zellenobleute ergeht daher die Anordnung, jeden Verkauf in ihrem. Betrieb unter allen Umständen strengstens zu verbieten. Eine Ausnahme ist nur bann zulässig, wenn eine schriftliche Genehmigung der zuständigen Kreisbetriebs- zellenabteilung' oder des Kreiswalters der Deutschen Arbeitsfront vorgezeigt wird. Außer dieser Bescheinigung der zuständigen Dienststelle haben keine anderen Dienststellen das Recht, Verkaufsgenehmigungen oder Empfehlungen zu geben. In Fällen, wo trotzdem versucht wird, irgendwelche Gegenstände an den Mann zu bringen, ist schriftliche Meldung an die zuständigen Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront zu machen.
England große und durchweg freundliche Aufmerksamkeit. Alle Zeitungen veröffentlichen Bilder der deutschen Kriegsschiffe und Besatzungen. Ueberall wird hervorgehoben, daß die deutschen Matrosen einen hervorragenden Eindruck sowohl bei ihren englischen Kameraden, als auch bei der Bevölkerung von Portsmouth gemacht haben.
News Chronicle" schreibt: Die deutschen Matrosen haben Portsmouth erobert. Dor wenigen Jahren noch hätte die Nachricht die Stadt in Bestürzung versetzt. Aber heute, wo die „Königsberg" und die „Leipzig" beinahe im Schatten der berühmten „Victory" (dem Flaggschiff Admiral Nelsons, des Siegers von Trafalgar) im Hafen von Portsmouth Anker geworfen haben, begrüßt die englische Flotte den früheren Feind mit Salutschüssen, mit offenen Armen und einem Lächeln der Freundschaft. Ueberall sah man englische und deutsche Offiziere sich freundschaftlich unterhalten, während die Mann- chaften beider Nationen Arm in Arm durch die Straßen spazierten, kleine Schießkonkurrenzen auf der Dergnügungsmesje veranstalteten und zusam-
Deutscher Flottenbesuch in England.
Sä Kää
Das Ergebnis von London.
Don unserer Berliner Redaktion.
Obwohl die amtlichen Verlautbarungen über den besuch Barthous in London nur sehr kümmerlich gewesen sind und weitere Einzelheiten von den zu- siändiaen Stellen der Downing Street oder des tuai d'Orsay nicht ausgegeben worden sind, sickern doch allmählich interessante Stichworte durch, die ein ziemlich abgerundetes Bild vermitteln.
In gut unterrichteten politischen Kreisen der Reichshauptstadt wird der Eindruck unterstrichen, daß England die französische Hegemonie auf dem Kontinent de facto anerkannt hat, um sich in Europa völlig zu entlasten und sich seinen überseeischen Sorgen mit um so größerer Ausschließlichkeit widmen zu können. An die Stelle Englands ist nun Rußland getreten, dessen Einzug in den Völkerbund und dessen Eintritt in die verschiedenen Paktsysieme nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte.
Die Londoner Verhandlungen haben sich, wie aus lut unterrichteten Quellen zu erfahren war, haupt- ächlich um drei Grundfragen gedreht:
1. Das Thema eines Oftlocarnos.
2. Den eigentlichen Locarnopakt.
3. Den Eintritt Rußlands in den'Völ- k e r b u n d.
Im Vordergrund aller dieser Dinge steht immer wieder die Sowjetunion, die offenbar mit feiner außenpolitischen Tradition zu brechen beabsichtigt. Bisher haben sich die Sowjets bekanntlich gegen lebe Unterstützung der Völkerbundspolitik energisch imd wirksam gewehrt. Immer wieder wurde das System der Schiedsgerichtsbarkeit durch Völker- 'undsrat und Haager Schiedsgericht als „bourgeoise Weltanschauung" abgetan, von der aus keine Brücke nach Moskau führe. Man sieht, es geht nun auch anders. Nachdem Frankreich und England ihre Zu- limmung zur Aufnahme Rußlands erteilt haben, werden die übrigen Völkerbundsmitglieder darüber zu befinden haben, wie sie zu der neugefchaffenen Sachlage stehen. Bedeutsam ist der Umstand, daß eine ganze Reihe von Völkerbundsstaaten auch heute noch keinen diplomatischen Verkehr mit den Sowjets unterhalten, so z. B. Holland und die Schweiz. Es wird ihre Sache sein, ob sie sich den französischen Forderungen auf Anerkennung der russischen Zustände beugen wollen.


