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London, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Der

nach dem Süden reisen. Der Tod hat auch diesen

München, 9. April. (DNB.) Geheimer Baurat Dr. O s k a r von Miller, der Schöpfer des Deutschen Museums, der in der letzten Zeit leidend war, ist am Montagnachmittag überraschend schnell in München gestorben. Die Todesursache war Embolie. Hoch am Monlagnachmiltag weilte Oskar von Miller aufgeräumt und munter im Kreise seiner Angehörigen und erörterte Reifepläne. Er wollte

irgendeine Wischspur hätte gefunden werden können. Außer der Frau und dem Herrn Wer- ther hätte niemand, in dem Zimmer sein kön­nen. Es käme noch in Frage, daß jemand im Einvernehmen mit der Frau Werther gehandelt habe. Da Frau Werther mit Liebig gesprochen habe und auch bei Liebig eine Pi st ole gefunden worden sei, aus der im Zimmer geschossen wor­den sein solle, habe der Zeuge angenommen, daß Liebig die Hand im Spiele haben müsse. Die spätere Untersuchung aber habe kein en Nachweis hierfür erbracht. Un­glaubwürdig sei, dah der Hauptmann, als er den tödlichen Schuh erhalten habe, noch zwei­mal das Bett verlassen habe, wie das Frau Werther behauptete. Die Untersuchung der Geschosse und der Massen des Hauptmanns und seiner Frau hätte ergeben, dah noch eine drittePistole hätte verwendet sein Müssen, und das müsse der Revolver Liebigs gewesen sein, der nach der Tat weg- geschafft worden sein müsse. Dabei sei aber zu berücksichtigen, dah zwei Zeugen während der Voruntersuchung bekundeten, dah der Hauptmann stets eine zweite Pistole besessen habe. Diese sei aber am Tage nach dem

Morde unauffindbar verschwunden.

2K5 man später der Frau Werther vorgehalten habe, daß Liebig als Mörder gar nicht in Frage komme, änderte sie plötzlich ihren früheren Stand- punkt und sagte, wenn es ihr Mann war, dann muhe er es in einem Augenblick getan haben, in oem erganz verrückt" gewesen sei. Unter diesen Umstanden könne auch sie den Verdacht gegen Liebig nrcht aufrechterhalten. Dem Zeugen erschien es be­merkenswert daß der junge Baron von Walters- / -e£ Sohn der Frau Werther aus erster Ehe (nicht Bruder, wie gestern berichtet wurde), gelegent­lich ferner Vernehmung die Mitteilung gemacht

Ueber die Flugzeugkatastrophe im Urwald Ko­lumbiens erfährt dasBergsträßer Anzeigeblatt" in Bensheim aus einer Unterredung mit dem in Auer­bach (Bergstraße) lebenden Vater des Flug­zeugführers Geck folgendes:

Am 10.März 1934 startete ein Verkehrs-

de n Tod. Der Amerikaner Marshall und die bei­den Deutschen Geck und Jahnke kamen mit dem Leben banon. Nach zweitägiger Beratung machten sich Geck und Jahnke auf, um Hilfe zu holen. Der Amerikaner Marshall blieb zum Schutze seines Platins und Goldes, das er als Gepäck bei sich hatte, zurück. Als nach sechs Tagen von Geck und Jahnke noch keine Nachricht da war, machte sich Marshall allein auf und wurde nach vier Tagen von Indianern vollständig er- schöpft aus gesund en. Erst dann konnte ein Waldläufer nach Bolivar gesandt werden, was wiederum acht Tage dauerte. Nun gingen sofort mehrere h i l f s e x p e d i t i o n e n ab, Mili- tärflugzeuge und Flugzeuge der Luftfahrtgesellschaft. Erst am 6. April erreichte der Arzt Dr. Roß von der Luftverkehrsgesellschaft die Siedlung des indianischen Bergstammes, von dem Marshall auf­gefunden worden war. Das Flugzeug selb st ist noch nicht aufgefunden.

Ebenso gelten die beiden Deutschen Geck und Jahnke als vermißt, ihre Leichen sind noch nicht, wie gemeldet worden war, aufgefunden. Sie haben sich wahrscheinlich in dem undurchdringlichen Ur­wald verirrt. Es besteht also immer noch die Möglichkeit, daß die beiden Deutschen noch am Le­ben sind.

habe, seine Mutter habe ihm bei einer Besprechung über die Ermordung ihres Mannes versichert:Ich schwöre Dir bei der Leiche meines Mannes: Ich habe ihn nicht erschossen." Kommissar Mayer kam dann auf einen Abschiedsbrief zu sprechen, der am 3. Dezember im Schreibtisch der Frau Werther gefunden worden ist. In diesem Brie bringt Frau Werther zum Ausdruck, daß sie sich seit dem Tode ihrer Tochter sehr vernachläs­sigt fühle. Die Liebe zu ihrem Sohn sei von diesem wenig erwidert worden. Es falle ihr daher der Abschied nicht schwer. Sie wünsche ein einfaches Begräbnis. Nach Aussage des Zeugen hat das Dienstmädchen Grete Wiedmann angegeben, Frau Werther sei 14 Tage vor dem Mordtag krank gewesen; sie habe zu dem Mädchen gesagt, daß das Leben ihr keine Freude mehr mache. Wie sie Mayer ferner auf Fragen des Vorsitzenden mitteilt, hat die Familie Werther lediglich 180 RM. Pension erhalten, wovon etwa 80 RM. für Abgaben abgingen, so daß der Familie nur rund 100 RM. verblieben seien. Außerdem habe die Familie Wer­ther mehrere hundert Mark der Köchin und 80 RM. Liebig geschuldet.

Kriminalkommissar Mayer gab auf Vorhall des Staatsanwaltes zu, daß die mit den Tat­sachen nicht übereinstimmenden Aussagen der Frau Werther mit ihrer in allen Fällen be­stehenden Aufregung entschuldigt werden könnten. Der Verteidiger Dr. Deeg widersprach dieser Annahme. Frau Werther habe gesagt, sie hätte die Kofferkammer verfchlof- f e n. Spuren habe der Zeuge jedoch nicht fest­stellen können. Es sei nicht gut denkbar, dah Frau Werther sich auch darin getäuscht habe, da nach ihren Angaben ihr Mann zu ihr sagte: Mausi, Mausi, sperr' die Tür zu, sonst kommt der Kerl noch einmal herein!". Sie habe mit dem Knie an die Tür gedrückt, um sich davon zu überzeugen, dah sie wirklich verschlossen war. Diese Angaben habe Frau Werther offensichtlich gemacht, um zu erreichen, dah ihrer Aussage Glauben geschenkt werde. Auf die. Frage des Verteidigers, ob der Täter nicht in die Koffer­kammer gesteckt wurde, um abzuwarten, was auf den Schuh auf Hauptmann Werther folgen

B e r l i n, 9. April. (DRV.) Vor Pressevertretern machte der Präsident der Reichsanstatt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Sy- r u p Mitteilungen über das Ergebnis der neuesten Arbeitslosenzählung der Reichsanstalt. Wir haben im Monat März einen Rückgang an Ar­beitslosen um mehr als eine halbe Million, genau um 570 000. Der Stand der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen ist damit am 1. April 1934 au f rund 2,8 Millionen gesunken. Was diese Zahl bedeutet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahre. Am 1. April 1933 ver­zeichneten wir 5,6 Millionen Arbeitslose. 3m Laufe eines Jahres, vom 1. April 1933 bis zum 1. April 1934, ist somit die Zahl der Arbeitslosen genau um die Hälfte vermindert worden. Der unbeirrbare feste Wille der Reichsregierung hat ein großes Ergebnis gezeitigt, höher jedoch als die materiellen Mahnahmen der Regierung im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit wertet Präsident Dr. Sy- rup die erzielte seelische Umstellung des ganzen Volkes zur Frageder Arbeits­losigkeit. 3m Gegensatz zu der stumpfen Resignation der langen Krisenjahre ist es jetzt die Ueberzeugung aller Volksgenossen geworden, dah jeder willens- einsäh, jede Anstrengung und jedes Opfer des ein­zelnen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit selbst­verständliche Pflicht ist.

Trotz aller Erfolge wollen wir uns aber, damit schloß Präsident Dr. Syrup, bewußt bleiben, daß der Kampf in diesem Sommer mit gleichem Nachdruck weitergeführt werden muh. Er wird sich in erster Linie gegen die verbliebenen Hochburgen der Arbeitslosigkeit, die G r o h st ä d t e und 3ndusiriebezirke, richten. Der Früh­

jahrserfolg gibt uns das Recht zu der bestimmten Erwartung, dah auch die neuen Ziele im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit bei gleicher Anspannung aller Kräfte erreicht werden.

Das Echo in England.

Oskar vsn Mller, der Schöpfer des Deutschen Museums t

Da die Lage des Welthandels sich so sehr ver­schlechtert hat, glaube ich, daß jede Z i n s h e r - absetzung von Nutzen sein würde. Da die gegenwärtigen Zinssätze in allen Ländern allge­mein zurückgegangen sind, scheint es mir nicht fair zu fein, 6 und 7 v. h. Zinsen zu nehmen, wenn alle anderen Anleihen der großen industriellen Länder viel geringere Zinssätze aufweisen. Aber es ist Aufgabe der Gläubiger, zu entscheiden, ob eine Herabsetzung der Zinssätze nicht eine ver­nünftige Maßnahme wäre.

Der Reichsbankpräsident über das Devisenproblem.

Basel, 9. April. (DNB.) In Basel begannen Vorbesprechungen der amerikanischen, englischen, schweizerischen, holländischen und schwedischen Gläubiger Deutschlands über die Transfer­frage. Reichsbankpräsident Dr. Schacht betonte gegenüber Pressevertretern ausdrücklich, er sei nie­mals für eine Nichtanerkennung der deutschen Schulden eingetreten, noch habe er eine solche an­geregt. Ich stelle fest, daß wir alle Anleihen und Kredite, in welchen Gold durch private Anleger oder kommerzielle oder finanzielle Kreditgeber investiert worden ist, als private Schulden betrachten, gleichgültig, welcher Ursache sie ihre Entstehuna verdanken, ob einer politischen oder nichtpolitischen. Deutschland ist entschieden gewillt, diese Schulden zu bezahlen. Das gegenwärtige deutsche Schuldenproblem ist nicht eine Frage ber Nichterfüllung, da jeder Schuldner den vollen Betrag seiner Verpflichtungen in Reichsmark in d i e Konvertierungskasse für Rech­nung der Treuhänder der fremden Stücke-Jnhaber zu leisten hat. Was Deutschland zur Zeit nicht b e wirken kann, ist, die fremden Devisen für diese Reichsmarkzahlungen zur Verfügung zu stellen, da Deutschland nicht genügend De­visen verdient, um den Transfer zu bewerk­stelligen. Wie die Dinge liegen, scheint mir ein I I r a n s f e r a u f f d) u b unter den gegenwärtigen Umstanden unvermeidlich zu sein.

Oer Morbprozeß Woltershausen

War der Mörder in der Kofferkammer? Oie Blutspuren widerlegen Frau Werthers Aussagen.

Oie Klugzeugkatasirophe im kolumbianischen Llrwald.

Die Hoffnung auf Rettung der beiden Deutschen noch nicht aufgegeben.

Die Pressevertreter wiesen alsdann auf die Ge­rüchte hin, daß Deutschland wegen Kredite zur Finanzierung seiner Einfuhr füri,, s.

Rohstoffe verhandele. Dr. Schacht erklärte: Ich 6 Zeug der kolumblamschen Luftverkehrsgesell- habe niemals um neue fremde Kredite k/al* Don Buenaventura über Quibdo nach Cartago, nachgefucht. Ich wünsche, die alten Schulden ^ffonbenfid) der deutsche Flugkapitän zu bezahlen und nicht neue Schulden zu A^lter G e ck als Führer der Maschine, der deutsche machen. Da es aber Deutschland an Devisen man- Bordfunker Jahnke (nicht hancke, wie bisher gelt, sind wir gezwungen, unsere Ein- Zemeldet) und als Passagiere der deutsche Ingenieur fuhr von Rohstoffen zu beschränken, ^°tz, der Amerikaner Marshall und der Ko­mas naturgemäß eine weitere Restriktion bes 2ßelt= wmbier Suniga. Auf bem Fluge über die Kor- handels bedeutet. Ich habe jedoch eine gewisse hoff- Pieren geriet das Flugzeug, ein Wasserflugzeug, nung, daß Abmachungen zwischen Deutschland und tn/1? furchtbares Unwetter. Die Funk- feinen Gläubigern gegebenenfalls Deutschland in Verbindung mit dem Heimathafen hörte plötzlich die Lage versetzen könnten, seine Rolle als Groß- ?ULunö i>er $iIot mußte versuchen, im Blindflug Rohstoffkäufer weiter zu spielen. Nur auf diese ourch das Unwetter durchzustoßen.

Weise kann es Deutschland ermöglicht werden, seine schließlich ein Weiterkommen wegen der Na-

Schulden zu bezahlen. Es gibt nur einen Weg, lurkatastrophe nicht mehr möglich war, mußte der

alte Schulden abzutragen, nämlich den der G e I ^lot an eine Notlandung denken. Um nicht

schäftsbelebung. an irgendeiner Felswand zu zerschellen, entschloß

er sich, in dem Urwald eine Baumlan-

Deutschland will seine Schulden bezahlen, aber keine neuen machen.

Transferaufschub unvermeidlich.-Zinssenkung notwendig.-Geschästsbelebung der einzige Weg der Schuldenrückzahlung.

I Hauer Ferdinand Freiherr von Miller. Oskar von Miller wandte sich dem Studium der Elektrotechnik zu. 1883 bis 1889 war er neben Emil Rathenau der Direktor der deutschen Edison-Gesellschaft, aus der später die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft hervorging. Seit 1890 hatte er dann aber wieder als Zivilingenieur seinen Wohnsitz in München und entfaltete von dort aus eine außerordentlich frucht­bare Tätigkeit auf dem Gebiet der Elektrotechnik. U. a. hat er bahnbrechende elektrische Zentralanlagen in Kassel, Ludwigshafen, Frankfurt a. M., Nürn­berg, Straßburg, Wiesbaden und Riga geschaffen. Seine Erfahrungen auf diesem Gebiete legte er in einem WerkDie Versorgung der Städte mit Elek­trizität" nieder.

Auf der Tagung desVereins deutscher Inge­nieure", die 1903 in München stattfand, entwickelte er erstmals feinen Plan zur Gründung eines Deutschen Museums der Naturwissen­schaften und Techni k", der auf fruchtbaren Boden fiel, am 28. Juni 1903 wurde die Gründung des Museums beschlossen. Die Sammlungen, die zusammen kamen, wurden in den Räumen des

3m Laufe eines halben Jahres die Arbeiislosen- zahl um die Halste vermindert.

Oer Märzerfolg in der Arbeitsschlacht.-Lieber V2 Million Arbeitslose weniger.

würde, bekundete Kommissar Mayer, es müßte in diesem Falle jemand mit Frau Wer­ther zufammengearbeitet haben.

Aus einer weiteren Frage der Verteidigung qina hervor, daß im Bett der Frau Werther eine vernickelte Sprungdeckeluhr auf. gefunden yrurde, die ihrem Manne ge° h o r t und auf ihrem Nachttisch gelegen habe. .Sie habe diese Uhr gehabt, weil ihre eigene nicht in- andgesetzt gewesen sei. Die Uhr ist um 5 Uhr 53 stehen geblieben.

Der Zeuge N a st v o g e l, Kriminalhauptwacht- meister in Nürnberg, war nach dem Einbruch m der Nacht vom 15. zum 16. Oktober 1932 auf Schloß Woltershausen. Dabei wurde angeblich aus dem Turm, in dem sich der Gewehrschrank des Hauptmannes befand, eine Flinte in den H o f geworfen. Die Glastür des Gewehrfchran- kes war eingeschlagen, doch war, wie der Zeuge an­gibt, die Deffnung so klein, daß durch sie unmöglich em Gewehr herausgezogen worden sein konnte.'

Der Hausarzt der Frau Werther, Dr. med. Hugo Welter, praktischer Arzt in Saal a. d. Saale, wurde am Morgen des 1. Dezember 1932 nach Woltershausen gerufen, wo er Frau Werther blut­überströmt in einem Nebenzimmer des Bauern Witter vorfand. Der Zeuge untersuchte Frau Werther eingehend und stellte die verschiedenen bereits mehrmals in der Verhandlung erörterten Schußverletzungen fest. Ueber das Verhält­nis der Eheleute Werther bekundete Dr. Welter, daß, soweit er das beurteilen könne, sich die beiden Ehegatten vertragen hätten, wenn auch das Ver­hältnis nicht besonders mustergültig gewesen sei. Frau Werther habe am Tage nach dem Morde eine urchtbare Angst gehabt, der Mörder k ö n n t e n o ch einmal hereinkommen. Derartige Angstzu- tände hätten sich auch später gezeigt. Herr' und Frau Werther seien mit Liebig anfänglich sehr zu- rieben gewesen, hätten sich später aber beklagt, daß der Chauffeur nachlässig geworden sei.

Frau Werther als Zeugin.

Nach einer kurzen Pause wurde in die Ver­nehmung der Frau Werther eingetreten. Eingangs wies der Vorsitzende auf die Selbstmordgedanken bin, die das Ehepaar Werther wiederholt geäußert haben soll, ferner auf den Umstand, daß es völlig

alten bayerischen Nationalmuseums untergebracht. Später entwarf Gabriel von Seidl nach Millers Grundzügen den Bauplan für das endgültige Heim des Museums auf der Kohleninsel in der Isar. Der I

öung vorzunehmen. Hierbei ging das Flug- Zeug z u Bruch, und die beiden Passagiere, der I Deutsche Notz und der Kolumbier Zuniga, fanden.

Am fünften Verhandlungstag schildert Kriminal- kommlssar Josef Mayer von der Landespolizei in Nürnberg, der am 2. Dezember in Schloß Walters- Hausen den Tatbestand ausgenommen hat, die An­gaben, die Frau Werther der Polizei machte, und die m vielen Punkten mit dem Befund amSatDri in krassem Widerspruch ftonöen gran Werther habe gesagt, sie sei, als der erste Schuß gefallen sei, sofort aus dem Bett ge­sprungen und in das Zimmer ihres Mannes qe= rannt. Auf Grund des Befundes müsse man sich aber sagen, daß Frau Werther nicht sofort nach der Tat aufgesprungen und hinweggeeilt sei. Der Zeuge war sogar der Meinung, daß Frau Werther e mige Zeit bewußtlos gewesen fein müsse. Zudem ließen Blutspuren auf dem , erkennen, daß die Person, die den Blutver­lust hatte, nicht aufrecht gegangen, sondern lang­sam vorwärts geschwankt sei. Daß die Frau einige Zeit an der Tür, die beide Zimmer ver­bindet stehen geblieben fei, bestätigen die Blutstropfen, die senkrecht auf das Türschloß ge­fallen seien. M

ttad) Angabe der Frau Werther sei sie nach der Tat zur Klingel gegangen, um Hilfe herbeizuholen. Nachweise dafür ließen sich aber wcht erbringen, weit Bluffpuren, die sich auch hier hätten zeigen müssen, fehlten. Aus dem gleichen Grunde erscheine es unwahrscheinlich, daß Frau werther gleich nach dem Mord zur fiof ferf ammertür, die sich neben dem BeH ihres Mannes befinde, gegangen sei, um fie zu verschließen. Sie hätte weiter noch an­gegeben, daß der Täter zur genannten Tür hinausgegangen fei. Der Täter müsse also durch die Kofferkammer ins Freie gelangt sein. Das habe sich aber nach dem Tatortbefund als unmöglich erwiesen, denn die Tür dieser Kammer, die ins Freie führe, sei von innen verschlossen gewesen. Die Fenster hätte dicker Staub bedeckt, ohne dah

erste Erfolg der Frühjahrsoffensive gegen die Ar- Plänen des immer Rastlosen ein unerwartetes Ende bdtslofigfeit in Deutschland findet in der Presse gesetzt. Miller hatte im Mai v. 3. aus Gesundheits- f einer BerlinerTime s" - rücksichten seinen Rücktritt von der Leitung

Äl inlinern 'T'

nat e r ft a u n l i d) sei, wenn auch die Vermutung unb roar 3U be^en Ehrenvorstand ernannt worden, ausgesprochen wird, daß dieser Erfolg vielleicht teil- *

Weise dadurch erreicht wurde, daß die Marmelade Mit Oskar von Miller ist eine Persönlichkeit von dünn aufgestrichen wurde, damit sie für mehrere I internationalem Weltruf aus dem Leben geschieden. Leute ausreiche, mit anderen Worten, daß bis zu war 1855 in München als zehnter Sohn des einem gewissen Grade" niedrige Löhne gezahlt berühmten Erzgießers Ferdinand von Miller ge- würden. boren. Sein älterer Bruder ist der frühere Direktor

Morning Post" spricht von eindrucksvollen s der ^Künste in München, ^der Bild-

Erfolgen, die erzielt worden seien durch ein Ge- s ~

misch freiwilliger und obligatorischer Opfer aller.

Arbeitgeber hätten neue Leute eingestellt trotz Nach­teil für ihre Einnahme. Arbeiter Hütten niedrige Löhne angenommen, um die Einstellung neuer Leute zu ermöglichen. Viele junge Männer hätten ihre Stellungen aufgegeben und sich Arbeitskorps angefchloffen, um älteren Leuten ihren Platz in der Werkstatt freizumachen. Einige Wirtschaftssachver- tändige seien zwar beunruhigt über diese Metho­den, andere aber betrq^^teten sie als ausgezeich­nete Notmaßnahmen. Im großen und ganzen sei dies auch die Ansicht des deutschen Arbeiters, der den niedrigeren Lebensstandard hinnehme in der Hoffnung, daß die Einschränkung nur vorüber­gehend sei, besonders die jungen Arbeiter leisteten bem Aufruf zur Kameradschaft und zum Opfer be­geistert Folge.

erste Bauabschnitt, mit dem 1909 begonnen wurde, war 1914 vollendet, als der Krieg das Unternehmen weit zurückwarf. Aber trotz Krieg, Revolution, Inflation und Deflation ließ sich Oskar von Miller nicht entmutigen. Endlich am 7. Mai 1925, feinem 70. Geburtstag, konnte das fertige Museum er­öffnet werden.

Schon früh hatte von Miller die Bedeutung der Wasserkraft erkannt, aber erst die Jahre nach dem Kriege brachten die Erfüllung feiner Pläne mit der Erbauung des Walchenseewerks, des Forschungsinstituts für Wasserbau und Wasser­kraft am Walchensee, im Jahre 1926. Sein Forscher­trieb führte ihn auf weite Reifen; 1925 machte er seine dritte Reife nach den Vereinigten Staaten, 1926 1927 eine Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Jndien und im Oktober 1929 eine Reise nach Japan und wiederum nach den Vereinigten Staaten. Im Jahre 1928 erstattete er ein um­fassendes Gutachten im Auftrag des Reichswirt- schaftsminifters für eine einheitliche Strom­versorgung des ganzen Deutschen Reiches.

Viele Ehrungen find Miller zuteil geworden. Vor dem Kriege schon wurde er lebenslänglicher Reichs­rat der Krone Bayern, Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Er war ferner Dr.-Jng. h. c., Dr. oec. publ. h. c., Ehrendoktor der Staatswissen­schaften. 1928 wurde ihm von der Technischen Hoch­schule in Wien die Würde eines Ehrenbürgers ver­liehen und 1929 wurde er Ehrenmitglied der Preu­ßischen Akademie der Wissenschaften. An feinem 75. Geburtstag wurde ihm der Adlerschild des Reiches mit einem Handschreiben des Reichspräsi­denten überreicht, die Stadt München machte ihn zum Ehrenbürger.

Bei der W e 11 k r a f t k o n f e r e n z in Berlin im Juni 1930 führte von Miller den Ehrenvorfitz und folgte nach Rücktritt des Earl of Derby diesem in der Präsidentschaft dieser Vereinigung für die nächsten fünf Jahre.

Als weitere Ehrung wurde ihm von der Siemens- Ring-Stiftung der S i e m e n s - R im g verliehen, den vor ihm nur Professor von Linde, Dr. Auer von Welsbach und Carl Bosch erhalten haben.

Miller erlitt im August vorigen Jahres durch den Tod seiner Lebensgefährtin, die an den Folgen eines Autounfalles kurz vor der goldenen Hochzeit tarb, einen schweren Verlust. Er selber hat ein Alter von 79 Jahren erreicht.