m. Jahrgang
Eichener Anzeiger
Ze n.
§ 4-
Wege zur Verständigung der Völker
Das deutsch-französische Jugendtreffen.
eine die
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die seit ad)t Tagen in einem vornehmen Hotel wohnte, ist seit Samstag früh mit ihren Kindern verschwunden. Die hotelvecwattung erklärt, erst durch die in den Räumen der Frau Stra- visky vorgenommene Haussuchung erfahren zu haben, daß es sich um die Ehefrau des Betrügers handele. Sie habe sich als Frau Simon in die Gastliste eingetragen.
B e r l i n, 6. Jan. (DNB.) Auf dem vom Sohlberg- Kreis veranstalteten deutsch-französischen Jugendtreffen sprach Hajo von Haden, der Führer der Berliner Studentenschaft, über das Thema „Jugend und Sozialismus". Im Arbeitsdienst und im SA.- Dienst habe die junge Mannschaft die Lolkskamerad- schaft gefunden, die dem Dritten Reich die Kraft gibt. Um zu sich selbst zu kommen, habe Deutschland sich vom Judentum befreien müssen, das auf vielen Gebieten ungünstige Einflüsse ausgeübt habe.
Der Schriftsteller Pierre l a R o ch e l l e antwortete mit einem Dortrag über das Autoritätsgefühl bei der französischen Jugend. Frankreich fühle sich nicht als Sieger, denn es habe allzu viele Wunden empfangen. Auch drüben gebe es Leute, die die konservative Statik in ihrem Lande bedauern. Die deutsche sol- er selbst gut. Der
düng eingestellt Die eingestellten Kriminalbeamten sind sämtlich im Reiche fristlos entlassen worden, teils werden sie von der Staatsanwaltschaft gesucht. Am ersten Weihnachts- feiertags hat der französische Direktor des Inneren Heimburg, dem die Polizei untersteht, zwei der Emigranten mit ihren Familien zu sich in die Wohnung eingeladen. Außerdem erhielten sie noch eine besondere Weihnachtsgratifikation, deren Höhe 1500 Franken betragen soll, während die übrigen Beamten der Landeskriminalpolizei eine Gratifikation von nur 300 Franken erhalten haben. Es wäre interessant, von der Regierungskommission zu erfahren, welche besonderen Verdienste die aus Deutschland geflüchteten Emigranten haben, daß sie mit derartig hohen Gratifikationen und mit so ehrenden Einladungen bedacht werden.
noch nicht verstehen könne, so müsse er es doch vertrauensvoll glauben.
Der Präsident der Reichsschristums- kammer Kans Friedrich Blunck begann mit der Frage nach den Gegensätzen. „Ich glaube, daß unsere europäische Rasse, die man in der letzten Zeit allzusehr zu nivellieren suchte, vom Schöpfer so vielfältig gestaltet wurde, um unsere Völker wirklich zu ihren Anstrengungen um Erhaltung von Wesen und Seinsform zu zwingen, die ob unseres Eifers vielleicht lächelnd vom Schöpfer geschaut werden. Aber gewiß lobt er auch sie, die chr Volk so leidenschaftlich lieben und ihm durch die aus der Landschaft, aus der Rasse und aus der Ueberlieferung gewachsenen Kräfte das Antlitz zu prägen wünschen. Freuen wir uns also über Unterschiedlichkeiten, die fruchtbar werden können." Es könnte überraschend eine jener schönen Zeiten des Wetteifers einsetzen, die zwischen Deutschland und Frankreich immer so fruchtbar waren. Zum Schluß betonte Blunck das natürliche Recht, die
Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Der- ~ " (gez.) Ludwig Müller, Reichsbischof.
Krise, die v i e l e r n sl e r ist, als alles andere: Krise der Rloral. Genug der Skandale!
Der Bürgermeister von Bayonne verhastet.
'eutschland^ nicht durch Theorien, sondern durch eine verjüngte Rasse seiner Führer den Sozialismus verwirklichen wolle. Wenn der französische Rationalismus das auch
Wird Herriot Frankreichs Außenminister?
Umbildung des Kabinetts Chautemps als Folge des Bayonner Skandals
Eine Vermnnng des Reichsdischoss zur Mederherstellnng geordneter Zustände in der Evangelischen Kirche.
wesen sei.
Auf der Gvur Straviskys?
Paris, 8. Jan. (DRV. Funkspruch.) Stra- visky soll sich, wie ,Malin" berichtet, am 1. und 2. Januar in einer Villa in der tiefverschneilen Ortschaft S e r v o z (Savoyen) aufgehalten haben und am 3. Januar weitergereist sein. Rian glaube, ihn heute dingfest zu machen. Die E b e f r a u Straviskys,
Emigranten in der saarländischen Polizei.
Trier, 6. Jan. (DRB.) Die Regierungskom- mission des Saargebietes hat, nachdem die luxemburgische Regierung es abgelehnt hat, Beamte für die saarländische Geheimpolizei zur Verfügung zu stellen, deutsche Emigranten in der saarländischen Polizei zur besonderen Verwen-
Das Gesetz betreffend die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten der Landeskirchen vom 16.November 1933, und das vorläufige Kirchengesetz betreffend die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Beamten der Landeskirchen vom 8. Dezember 1933, und das Kirchengesetz betreffend Beilegung kirchenpolitischer Streitfälle vom 8. Dezember 1933 werden außer Kraft gesetzt.
§ 5.
Verbreitung von Schriften, insbesondere durch Flugblätter oder Rundschreiben, angreifen, machen sich der Verletzung der ihnen obliegenden Amtspflichten schuldig. Die Eingabe von Vorstellungen auf dem hierzu vorgeschriebenen Wege bleibt unberührt.
§ 3.
Gegen kirchliche Amtsträger, die den Vorschriften der §§ 1 und 2 zuwiderhandeln, ist unter sofortiger vorläufiger Enthebung vom Amte unverzüglich das förmliche Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entfernung aus dem Amte einzuleiten. Für die Dauer der vorläufigen Amtsenthebung ist vorbehaltlich weitergehender Bestimmungen der Disziplinargesetze das Einkommen um mindestens ein Drittel zu für«
Berlin, 6. Jan. (DNB.) Der Reichsbischof hat, wie der Eo. Pressedienst meldet, am 4. Januar folgende Verordnung über die Wiederher st ellung geordneter Zu stände in der Deutschen Evangelischen Kirche erlassen:
Die kirchenpolitischen Kämpfe zerstören Frieden und Einigung in der Kirche, sie zerrütten die notwendige Verbundenheit der evangelischen Kirche mit dem nationalsozialistischen Staat und gefährden sowohl die Verkündigung des Evangeliums als auch die neuerrungene Volkseinheit.
Zur Sicherung der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche und zur Wiederherstellung geordneter Zustände verordne ich daher unter Vorbehalt weiterer Maßnahmen in verantwortlicher Ausübung des mir verfassungsmäßig zustehenden Führeramtes auf Grund des Art. 6 Abf. 1 der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche:
§ 1.
Der Gottesdienst dient ausschließlich der Verkündung des lauteren Evangeliums. Der Mißbrauch des Gottesdienstes zum Zwecke kirchenpolitischer Auseinandersetzungen gleichviel in welcher Form hat zu unterbleiben. Freigabe sowie Benutzung der Gotteshäuser und sonstigen kirchlichen Räume zu kirchenpoliti- schenKundgebungen jeder Art wird unter-
Paris, 6. Jan. (DRV. Funkspruch.) Als politische Lösung des Krachs von Vayonne oder richtiger gesagt, der Angelegenheit Stravisky, glaubt ein großer Teil der Presse für heute den Rücktritt des Kolonialmini st ers Dallmier ankündigen zu können, der nach dem am Rachmiltag zusammentretenden Kabinettsrat amtlich werden dürfte.
„Echo de Paris" meint, daß Ministerpräsident Chautemps als Rachfolger Dalimiers wieder einen radikalen Abgeordneten berufen werde, aber auch die Rlöglichkeit des Gesamt- r ü ck t r i t t s der Regierung wird nicht von der Hand gewiesen und vom „Petit Parifien" sogar für wahrscheinlich gehallen. In diesem Falle, so erklärt das offiziöse Blatt, wie übrigens auch der „Excel- sior", würde Chautemps noch heute abend e i n neues Kabinett bilden und mit ihm am Dienstag vor das Parlament treten. Falls herriot sich zum Eintritt in die neue Regierung bereit erklären sollte, würde Paul-Boncour unter Umständen ihm das Außenministerium überlassen und selber das Justizministerium übernehmen, während dem bisherigen Justizminister R a y n a l d y das Sozial- Ressort übertragen werde.
Die Presse fordert Ministerpräsident Chautemps auf, mit unbeirrbarer Strenge gegen die Schuldigen vorzugehen. Die radikale Zeitung „Republique" verlangt schleunige Verabschiedung eines Gesetzes zum Schuhe der kleinen Sparer. Auch „Lre Rouvelle", die sich auf den Standpunkt her- riots stellt, daß die gerichtliche Untersuchung ihren Weg gehen müsse und nicht auf das politische Gebiet hinübergezerrt werden dürfe, schreibt: Cs besteht
spielen zu können.
Die Regierung Anghelescu hat nur ein kurzes Dasein gehabt. Ein Konflikt zwischen den Altliberalen und der Krone war es, der den neuen Mann ans Ruder brachte, der zwar sofort scharfe gesetzliche Mittel gegen den Terror anwandte, aber nicht als geeignet galt, sich mit harter Hand dauernd durchzusetzen. König Carol hat an seiner Stelle den Führer der jungen Richtung der liberalen Partei, Georges Tatarescu berufen, der ein enger Freund des ermordeten Ministerpräsidenten Duca war und als einer der fähigsten Politiker des Landes gilt. Er war auch an dem letzten Wahlabkommen der Regierungspartei mit den deutschen Minderheiten führend beteiligt.
Zweifellos ist der stärkste Mann hinter den Kulissen der Außenminister T i t u l e s c u , der von St. Moritz aus seine Bedingungen diktierte; die dann offenbar auch vom König und vom Kabinett angenommen worden sind, denn erst daraufhin hat er sich in Marsch gesetzt. Titulescu ist der Mann der Zukunft. Er bestimmt die politische Linie Rumäniens, und da er ein ausgesprochener Fran- zosensreund ist, brauchen wir uns keinen Illusionen darüber hinzugeben, auf welcher Seite Rumänien in der nächsten Zeit zu finden sein wird. Es gab — vor einigen Monaten — eine kurze Zeit, wo die Hoffnung bestand, daß der wirtschaftliche Zwang Rumänien aus dem französischen Fahrwasser herausführen würde. Damals konnte mit der Möglichkeit einer völligen Neuorientierung des Balkans gerechnet werden. Heute ist davon nicht mehr die Rede König Carol hat dieselben L i b e r a l e n, die ihn vom Thron ausgeschlossen hatten, wieder an die Regierung gebracht, und di-,- Liberalen, die Bor-' treter des saturierten Bürgertums, die Vertreter auch der Bankwelt, sind rein französisch orientiert.
Frankreich kann sich in der nächsten Zeit auf seinen Bundesgenossen verlassen, solange bis der wirtschaftlicheKatzenjammer kommt, der früher oder später unvermeidlich ist. Denn alle politischen Liebenswürdigkeiten täuschen nicht darüber hinweg, daß Rumänien seinen Exportüberschuß a n Frankreich nicht loswerden kann daß stine innere Lage immer schwieriger wird, solange es nicht den entscheidenden Schritt tut, um sich den deutschen Markt wieder zu eröffnen. Die Krise muß sich immer mehr in die Tiefe fressen, einerlei, ob von den Liberalen die alte Garde oder die iunae Richtung sich am Ruder behauptet. Entscheidend bleibt eben allein, ob die Regierung die Srnfi hat f i di aus den französischen Fe sein'zu lösen und ihre Politik ausschließ- Uch „ach d-n rumänischen Internen zu °r'°nt.or°n. Aber danach (W <•« nnr h.r «.rfrt aus
beste Ordnung zwischen den europäischen Völkern wie zwischen den Menschen zu erträumen. „Erzählen Sie, daß wir auf Ihre Antwort warten mit dem Willen und mit der Hoffnung, daß unsere Völker einmal als Freunde nebeneinanderstehen möchten, aber auch mit dem Willen zum Wettkampf um Preis und Kranz in der Dichtung Europas".
Eine spontane Antwort auf diesen deutschen Appell gab der französische Dichter Pierre L a Rochelle. Er stellte fest, daß Frankreich eine Sättigung seines nationalen Geistes erreicht habe und nun nach Verbindung mit dem europäischen Geist suche. Dem Franzosen sei die Mystik der natürlichen Grenzen eigen auf Grund feiner plastischen Veranlagung. Dagegen begründe Deutschland das Reich auf Sprache und Rasse. Aufgabe der Schriftsteller sei es nun, auch die deutsche Art in Frankreich verständlich zu machen. Das könne durch die Erkenntnis der Verschiedenheiten, die in Frankreich selbst bestehen, gefördert werden. Eine besondere Verpflichtung habe in dieser Beziehung der germanische Nordfranzose, Schriftsteller wie er, Rimbaud usw. haben dies auch schon erkannt. Die Literatur des neuen Deutschlands werde drüben starkes Interesse finden.
Diese Worte von La Rochelle über bas nordische Element als Bindeglied zwischen beiden Völkern machte auf die Vertreter des jungen Deutschlands und Frankreichs einen tiefen Eindruck. Das Berliner Treffen des Sohlberg-Kreifes wurde mit einem Tee abgeschlossen, zu dem Professor R e m m e ins Hegel-Haus eingeladen hatte. In der Schlußansprache wurde zum Ausdruck gebracht, daß beide Völker ihre Verschiedenheiten anerken« nen müssen. Durch das Berliner Treffen habe man auf beiden Seiten den festen Willen gestärkt, auf der Grundlage der Ehre, der Gleichberechtigung und des Friedens zusammenzuarbeiten. D"» Sohlberg-Kreis wird getreu feiner Ueberlieferung und feines Auftrages von der Reichsiugendführung die Beziehungen der Jugend beider Nationen auch weiterhin pflegen.
jRumämeit
In Rumänien ist eine Sinje ausgebrochen, die sich schon lange antünuigte. Rumänien gehört zu denjenigen wandern Europas, in denen ö i e Wirtschaftskrise am hartnäckig st en und verheerend st en gewirkt und vor allem die Staatsfinanzen stark zerrüttet hat. Unter den verschiedenen Regierungen, die in den letzten Jahren die Geschicke des Landes zu leiten hatten, |mö immer wieder Ansätze zu den durch die Umstände gebotenen Reformen gemacht worden, doch hat der Erfolg den Erwartungen nicht entsprochen und statt einer Besserung war nur eine fortschreitende Verschärfung der wirtschaftlichen Lage mit all ihren politischen und sozialen Auswirkungen sestzustellen.
Die N a t i o n a i z a r a n i st e n , die mit einjähriger Unterbrechung feit 1929 Regierungspartei waren, hatten zulegt im eigenen Lager so starke Gegensätze aufguroeijen, daß von dem revolutionären Schwung, mit dem diese Partei seinerzeit die Macht übernommen hatte, nichts mehr übrig geblieben war. Ihre Regierung wurde im November g e ft ü r g t, nicht vom Parlament, in dem sie eine Zweidrittelmehrheit besaß, sondern von derjenigen Instanz, die sich gerade in Rumänien als unerläßliches Korrektiv der Schwächen des parlamentarischen Systems erwiesen hat, von der Krone. Der König berief Mitte November eine liberale Regierung unter Führung von Jon Duca, ein Entschluß, der die endgültige Aussöhnung Carols II. mit den ehemaligen Gegnern feiner Rückkehr und zugleich eine freundschaftliche Geste gegenüber dem verbündeten Frankreich bedeutete.
Inzwischen hatten sich außerhalb des Parlaments Gruppen gebildet, die von den alten Mechoden keine Rettung mehr erwarten und gegen die Vertreter des bisherigen politischen Lebens ein unüberwindliches Mißtrauen hegen. Das neue Kabinett hatte sofort den Kampf mit der in der Öffentlichkeit sehr aktiv gewordenen Opposition aufzu- nehmen, der sich als folgenschwerer erwies, als die Kammerwahlen vom 19. Dezember mit ihrer starken Mehrheit für die Regierung. Eine der am meisten genannten Gruppen war d i e Eiserne Garde (Garda de fer), eine seit Jahren bestehende, typisch rumänische Bewegung mit stark antisemitischen Tendenzen, die in Rumänien bekanntlich keine neue Erscheinung sind. Mit dem Nationalsozialismus deutscher Prägung haben alle diese Gruppen — das muß gegenüber den Unterstellungen in der französischen Presse betont werden — nicht das gering ft e z u tun, geschweige denn daß Fäden herüber und hinüber liefen, wie man in Paris aus durchsichtigen Gründen behauptet. Nach den Wahlen, die diesen Gruppen eine Enttäuschung brachten und ihre Erbitterung gegen die Regierung steigerten, wandte sich die Unzufriedenheit gegen die eigenen Führer und nach dem Verbot und der Auflösung der eigentlichen Organisationen gewann der terroristische Wille völlig die Oberhand. So ist das Attentat auf b e n Ministerpräsidenten Duca nicht einmal die Angelegenheit einer Partei, sondern die Tat einzelner Leute, die eine historische Rolle glaubten
Paris, 7.Jan. (DNB.) Der Bayonner Finanzskandal zieht immer weitere Kreise. Im Zusammenhang mit einer Haussuchung in den Büro- räumen der Zeitung „L a Volont 6" weiß „Echo de Paris" über Verbindungen zu berichten, die zwischen Stravisky und der „Volonte" bestanden. Im Dezember 1932 habe, so behauptet „Echo de Paris", die „Volontä" ihren Inseratenteil pauschal an eine Stravisky-Grün- düng, die Sapiens-Gesellschaft, verpachtet gegen die Verpflichtung, daß die Sapiens-Gesellschaft sämtliche für die Herausgabe der Zeitung „Volont6" nötigen Ausgaben übernimmt. Als im Juli 1933 die Sapiens diese Verpflichtung nicht mehr eingehalten habe, sie sie gerichtlich liquidiert worden.
In Bayonne haben Pariser Pressevertreter den Bürgermeister und Abgeordneten G a r a t noch in der Nacht um Stellungnahme zu den Anschuldigungen Tissiers gebeten. Garat hat im Laufe der ziemlich peinlichen nächtlichen Unterredung dann auch zugegeben, daß er mehrmals seine Beziehungen habe spielen lassen, um eine Klageerhebung seitens der Versicherungsgesellschaften zu verhüten, die Kassenscheine des Bayonner Leihhauses besaßen, deren Einlösung Schwierigkeiten bereitete. Vom Untersuchungsrichter wurde die Verhaftung des Bürgermeisters Garat angeordnet. Der Untersuchungsrichter hat gegen Garat folgende Anschuldigungen erhoben: Diebstahl, Fälschung, Verwendung gefälschter Dokumente, Unterschlagung von Schriftstücken bzw. offiziellen Mitteln, Betrug und Mithilfe, Vertrauensmißbrauch und Hehlerei. Büraermeister Garat ist Sonntagabend bereits im städtischen Gefängnis eingeliefert worden.
Stravisky droht mit einer Liste kompromittierter Personen.
sagt.
§ 2.
Kirchliche Amtsträger, die das Kirchenregi-1 fünbung in Kraft, ment und besten Maßnahmen öffentlich ober burcfj1
Itr 6 Grttes Blatt M. Zahrgang Montag. 8. Zannar 1054
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Paris, 8. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die^roha- dusche Sportauffassung verstehe listische „Action Frankste" will von einem Gerücht Redner erkannte an, daß Deuts wissen, wonach Ministerpräsident Chautemps am Samstag von einem Verbindungsmann Straviskys aufgesucht sein soll. Es handele sich um einen bekannten Rechtsanwalt und Politiker, der mit dem Direktor der „Volonte", Du- barry, eng befreundet fei. Durch diesen Mittelsmann habe Stravisky dem Ministerpräsidenten mitteilen lassen, daß er bereit fei, sich gegen gewisse Zusicherungen dem Gericht zu stellen. Aber er habe gleichzeitig anbeuten lassen, baß er im Besitze einer Liste kompromittierter Persönlichkeiten sei, bie nicht weniger a l s 180 Namen enthalte. Das sozialistische Abenb- biatt „L'Avpel" behauptet, es scheine festzustehen, daß der Polizeipräsibent von Paris, Chiappe, noch vor wenigen Tagen Gast von Stravisky ge-


