286 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
<5A.-Kameradschastsabend und Mkolansseier
der Kapelle flott musiziert, so daß bald in allen
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ü ein Stadttheaterabonnement überreicht, fer»
Der Besuch des Nikolaus.
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ter wie sehr er sich auch mühte — sie rückte
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luiie-sbiufen ein Siedlungshaus in Handgröße fix und lmr ig in die Hand gedrückt, damit er auf diese Wei« '.V 000 RM. erspare, dem Stadttheaterinten- dantirn König wurde zur Hebung des Theater-
vlurden noch mancherlei ähnliche hübsche Schnauben aus dem großen Sacke ausgeteilt.
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' und Hochs l auf ihn unt
ei Oeffnung ein Mensch, hielt in nervigen ilidas Seil. Umschnürt, wie ein Tier aus der t von dem geworfenen Lasso, wurde Mac
Zentimeter um Zentimeter. Nun fühlte Mac Lean schon den Luftzug, den die Schneide, am Pendel hin und her schwingend, verursachte.
Es blitzte in der Halbdämmerung des Raumes jedesmal kurz auf, wenn das Beil von der einen zur anderen Seite schwang. Seine Augen schmerzten. Feurige Kreise tanzten vor seinem Blick. Das Zifferblatt der Uhr mit dem Zeiger schien sich vor seinen Blicken zu verändern — wurde ein Gesicht — ein tückisches, grinsendes Gesicht.
Das leise Sausen des Beils war wie eine Geisterstimme, die ihm höhnische Worte zuflüsterte.
Aber er durfte nicht schwach werden. Er mußte die Uhr verfolgen. Er mußte denken — er wollte nicht sterben. Er wollte nicht. Diesen Triumph wollte er den Schurken nicht gönnen, daß sie ihn Mac Lean, zur Strecke gebrachte hatten.
Er zwang sich, wieder klar zu sehen und den Zeiger der Uhr genau zu verfolgen. Nun war es eine Minute vor der Zeit. Das Beil war dicht über seinem Hals. Jetzt, gerade wie das Pendel mit dem Beil seinen Hals zu berühren drohte, warf sich Mac Lean mit einem letzten Aufgebot aller Kräfte mit einem jähen Ruck zur Seite. Sein Kopf war nun aus dem Bereich des Pendels. Dann bäumte er sich mit äußerster Anstrengung empor, so daß seine gefesselten Füße den Körper ein wenig emporschoben. Das Beil schnitt in eine der Fesseln ein. Dadurch gelang es ihm, sich ein Stückchen seitwärts zu rollen. Und nun zerschnitt das Beil die Fessel an einem Arm. Wieder ein Ruck. Nun war er aus dem Bereich der mörderischen Schneide, die leer über dem Boden hin und her pendelte.
Mac Lean lag einen Augenblick still. Nun er der furchtbaren Gefahr entronnen, fühlte er doch ein Zittern des tödlichen Schreckens in den Gliedern. Aber er hatte keine Zeit — er durfte nicht eine Minute verlieren. Denn es war anzunehmen, daß der Verbrecher binnen kurzem wieder aus der Falltür am Boden auftauchen würde, um sich von dem Gelingen des Mordplanes zu überzeugen. Daß die Tür zum Korridor ohne Geräusch aufzubrechen wäre — diese Hoffnung hatte Mac Lean aufgegeben. Durch die Falltür durfte er nicht. Da hätte er dem oder den Verbrechern in die Hände laufen können. Der einzige Ausweg war der durch das Fenster an der Decke. Wie aber die Eisenstäbe durchbrechen?
Mac Lean dachte einen Augenblick nach. Dann näherte er sich der pendelnden Uhr. Der Verbrecher — soviel hatte er deutlich gesehen, hatte den Mechanismus durch den Druck auf den seitlichen Knopf zum Funktionieren gebracht. Also mußte man vermutlich das gleiche tun, um den Apparat außer Betrieb zu setzen.
Mac Lean drückte auf den Knopf. Und wirklich, die Pendelschwingungen wurden langsamer und hörten kurz danach ganz auf. Nun nahm er aus der Tasche sein kleines Unioersalwerkzeug, das er
festigt. Der Verbrecher drückte auf einen Knopf dieser elektrischen Uhr. Sie begann zu ticken und sich vorwärts zu bewegen. Zugleich senkte sich das Pendel mit dem scharfen Beil millimeterweise langsam tiefer. Dann wandte sich der Verbrecher zu dem reglos daliegenden, verschnürten Mac Lean.
„Sehen Sie diese Uhr und dieses Pendel? Ich werde Sie nun genau darunter postieren. In jeder Minute senkt sich das Pendel genau um einen halben Zentimeter. In einer Stunde etwa wird das Beil Sie treffen."
Mac Lean bemühte sich, ein Aufstöhnen zu unterdrücken. Aber ein leiser Laut kam von seinen Lippen.
„Vielleicht glauben Sie mir nicht?" fragte der Verbrecher höflich. „Nun, ich werde jetzt Ihre Armbanduhr Ihnen vor die Augen halten. Sie können sich überzeugen, daß Ihre Uhr mit unserer genau übereinstimmt." Er nahm dem hilflos Daliegenden die Armbanduhr vom Gelenk. „Sehen Sie wohl — genau auf die Minute stimmt es. Ein Meisterwerk ist unsere Apparatur, mein Herr, von einem der besten Fachleute gearbeitet. Ein Versagen gibt es da nicht. In genau einer Stunde — denken Sie daran und achten Sie auf die Uhr. Leider werden Sie mir hinterher nicht berichten können, ob unser kleiner Apparat präzise arbeitet — denn dann wird es mit Ihnen vorbei sein."
Mit diesen Worten ergriff er die Enden der beiden Seile, die rechts und links von Mac Leans hilflosem Körper herabhingen, und zog den Detektiv, wie man ein Last zieht, dicht unter die teuflische Apparatur.
„Liegen Sie gut?" fragte er. „Es ist wichtig, daß Ihr Hals direkt unter das Beil zu liegen kommt. Dann werden Ihnen unnütze Qualen erspart. Und nun leben Sie wohl, soweit Sie das in dieser Situation vermögen."
Er verbeugt sich mit zynischer Höflichkeit und verschwand durch die unterirdische Falltür, durch die er aufgetaucht war.
Mac Lean lag nun einsam genau unter dem furchtbaren Pendel mit dem schwingenden Beil. Die Uhr tickte und tickte.
Der Minutenzeiger rückte langsam, aber unerbittlich vorwärts. Das Pendel mit der teuflischen Schneide senkte sich tiefer und tiefer.
Max Lean bemühte sich, ruhig zu denken. Eine Rettung von außen her war nicht zu erwarten. Selbst wenn der Taxischauffeur seinen Diener sofort benachrichtigt hatte, so würde der doch vor Ablauf von vier Stunden Scotland Yard nicht alarmieren. Selbst wenn ihm Beamte von dort zu Hilfe kamen — das Beil würde bis dahin seine furchtbare Arbeit verrichtet haben.
Eine halbe Stunde war dahingegangen. Dreiviertel Stunden. Mac Lean lag bewegungslos, starrte den Mechanismus an, der unablässig sich abrollte. Hin und her schwang das metallene Pendel, senkte sich, genau wie der Verbrecher gesagt.
Räumen des Studentenhauses, die für den starken Besuch in Anspruch genommen werden mußten, froheste kameradschaftliche Stimmung herrschte. Das Hauptvergnügen für die junge Welt war natürlich der Tanz, der zu stärkster und langanhaltender Betätigung Anlaß gab.
Daß man bei diesem schönen Abend auch der ersten Pflicht dieser Zeit Rechnung trug, wird dadurch bekundet, daß der Reinerlös des Abends dem Winterhilfswerk zufließt. Der SA.-Sturm- bann VI/116 kann mit dem ausgezeichneten Verlauf dieser Veranstaltungen in vollem Umfange zufrieden sein.
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Testen, Orte zu einen "gebrachten? ulhos sand em amtliche Klch i Rektor 3, n Saarkinden Schulklasse $ gemeinsam gi )er von allen — Bei einer nterhilssik unserer Orten Großen-MJ eßen broiit 3!
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Chansons waren besonders erfolgreich um die Unterhaltung der Besucher bemüht, daneben wurden noch mancherlei Gesangsvorträge geboten, die in gleicher Weise zur Bereicherung des Abends beitrugen. Insbesondere war es — man muß das schon hervorheben — Paul Nieren, der durch seine schneidige Art als Ansager viel Betrieb und gute Stimmung in den Abend brachte. Dazu wurde
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ten iMLinhessens wurde ein heimatlicher Gruß in »V am einer Flasche Wein überreicht, Standarten-
SiS ,, geld^cnvalter Moosbach erhielt zur Verbesse- r-'1 '""‘VomJ rum« frnes Kassen-Registrierbetriebs eine Registrier- ’Wi !! kassch le bequem in einer Rocktasche Platz findet, BmHcnneister Dr. Hamm wurde für seine Sied-
Lats: Pg. Klo st ermann, der rechte Fuß ruht auf dem NikolausHeschenk, dem großen Aufbaustein, daneben Standartenführer Lutter. — Oben rechts: Standartenführer Lutter empfängt sein Reserveauto. — Unten links: Obersturmbannführer M ü n k e r erhält die neue Signalpfeife. — Unten rechts: Oberbürgermeister Ritter betrachtet sein heimatliches Nikoläuschen.
(Aufnahmen: Photo-Pfaff.)
fcwiagobeit! jäjtebsftiei' t toiftolfong' ! gfyi[faol uw 11'- SWMlilel I bie'^ttwH weiten toW in mw*: ürtfel eotJ ie Lieder und - manden md - be vorgedG ■te ferner e>f en Bortrag t' iem kurzenf n zwei übej.
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Vornan von Rainer Felde».
Urt'teirechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
itoo leicht aufging, schien innerhalb des Holzes irgsiplnelche Eisenbekleidungen zu haben.
LeamBoden gerissen. Lag da wie ein hilfloses Bünchl gu Füßen eines unbekannten Mannes, der eineiAske vor dem Gesicht trug.
„Ciriln Tag, mein Herr!" klang eine unbekannte fpöttipt Stimme. „Was verschafft uns das Der- ßügein Sie hier zu sehen?"
„Sm-t lösen Sie das Seil", sagte Mac Lean ächzet. Die Schlinge um den Hals würgte ihn schrecke..
.,LÜ yaben Sie Beschwerden beim Atmen?" ftagi-telchnisch der Vermummte. „Das wollen wir nichtz ^statten Sie —"
Eft dmgte sich herunter und lockerte die Schlinge um Leans Hals. Dann verknüpfte er das Sell forq'fcüig so, daß Mac Lean vollkommen einge- fdjnmit war.
„Sic wedaure sehr, daß Sie sich solchen Unan- Sehirrlü'ikeiten aussetzen, mein Herr", sagte der iertmnrmte weiter. „Aber wir haben Sie nicht eingcrlüm, hierherzukommen. Ich hoffe, daß Ihnen die Iß-'i, zu derartigen Abenteuern ein für allemal vergnrln wird. Wir haben so unsere Methoden, mit [tobfamen Gästen fertig zu werden."
Deiir vermummte Verbrecher ging langsam und beha'M an eine der Wände. Dort drückte er auf einem siNen Haken, der scheinbar zwecklos an der Wan» befestigt war. Da wichen die Wände zur Seiten Man sah, daß die Wand an dieser Seite dopp el stark war und nun, auseinandergetrennt, eine A'che freigab. In dieser Wandnische befand sich er ver Decke eine eigentümliche Vorrichtung wie !|k Art Pendelapparatur. An dem Pendel dwg M scharfes Beil. Darüber war eine Uhr be»
des i öli infußbodens in der Mitte des Zimmers hattur.ich verschoben. Ehe Mac Lean noch richtig zumi öllwußtsein kam, tauchte ein Kopf aus einer Deffr um auf, reckte sich ein Arm. Ein Seil flog burdi Zimmer, warf sich um Mac Leans Hals,
De Sturmbann VI/116, der von dem Stan- bcirhiabjutanten Obersturmbannführer Münker owülktt wird, ooranstaltete gestern abend in den Munen des Kameradschaftshauses der Studenten- fdfcifl (Studentenhaus am Leihgesterner Weg) einen KLmradschaftsabend, verbunden mit Nikolausfeier, dck h allen Teilen den in großer Zahl versammeltet Sturmbannkameraden und Gästen mit ihren Aö'Mörigen einige sehr genußreiche Stunden be- rfite:.. Die vorbehaltlose kameradschaftliche Gesin- n mf in der SA. war auch bei dieser Gelegenheit b<8> .'eitmotiv, dem sich alle gerne anschlossen.
Zsider Veranstaltung waren die führenden Man- nX her Partei und der SA. von Stadt und Kreis Gjichn, ferner die Leiter unserer Gießener Stadt- nwniltung, Vertreter der Universität und viele SÄ. '«ameraden aus anderen Sturmbannen und Seinen erschienen, um gemeinsam mit den Kameraden des Sturmbanns VI in einigen frohen Stunde r tms span nun g und Erholung von dem Alltags- wEkgu suchen und auch zu finden.
Sturmbann bereitete den Besuchern eine KtSm adschaftsfeier, die in schlichtem Rahmen verlief Iber in allen Teilen beste Unterhaltung bot iurd) die Verbindung von Schlichtheit und Qüalat der Darbietungen zu dem schönen Er- leltiRii wurde, das allen Teilnehmern noch lange in Crjni rung bleiben wird. Angehörige des Musik- zu^s »er Standarte 116 erfreuten durch vortreffliche mnsiklische Vorträge, daneben wurden SA.-Lieder geific! sam gesungen. Im Auftrage des Sturmbann- füftrei» brachte Oberscharführer Grebe vom Stdrr 51/116 den Besuchern in einfachen Worten den iliillkommengruß des Sturmbanns VI dar, wobei! ei betonte, daß die Führung des Sturmbanns ihre !Tühe reichlich belohnt sehe, wenn den Kame- ratien und den Gästen ein Abend voll schönster Kamendschaft und herzlicher Freude bereitet werde, 'm Verlaufe des Abends stattete der Nikolaus, min ehern ansehnlichen Sack ausgestattet, der Kame- radüichstsfeier einen Besuch ab, bei dem er die Rute nidiit nitgebracht hatte, weil nach seinen Beobach- tumze und Erfahrungen in diesem Sturmbann alldf n bester Ordnung ist, der Nikolaus also nur lobmunb zufrieden sein konnte. Aus dem Sacke teilte ur mancherlei Gaben aus, die viel Freude uttz-rLie Zuschauer brachten. U. a. erhielt Pg. Kl') ja? r m a n n einen großen Stein für sein Auf- barjllvlk im Kreise Gießen, Standartenführer Lutte, mrbe mit einem Auto (allerdings aus einem Sp-eluarengefchäft stammend) als Reserve zu seinem- jenftroagen bedacht, der Führer des Sturmbann,-VI, Obersturmbannführer Münker emp- fi«?' eie neue Signalpfeife, die aber für den <521.= Dienst!-brauch die Probe nicht bestehen dürfte, Ober- bürhemeister Ritter als Sohn des rebenbekränz-
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£j>r weitere Verlaus des Abends brachte dann „Kwnlcübunt und Vielerlei", wobei geschätzte Kräfte unfrei! Stadtheaters durch ihre künstlerischen Dar- bietiinc n in hohem Maße erfreuten. Paul Nieren als ' Mijager, in der gleichen Rolle auch Hans An gerne ier, ferner Maja von Rabenau mit.ihm Tänzen, Frau Rose Stirl mit ihren
hlizf mit zwei Sprüngen zur Tür und ver- suchte ie zu öffnen. Aber vergeblich. Die Tür, die
liinrte sick nicht. Ihm wurde heiß, wie er so Derjj'hrdelt arveitete, um die Tür zu öffnen. Da,
greitag, 7. Dezember MH
Aus der proviuzialhaupistadt.
Sie Kreisleitung morgen geschloffen.
Wie parteiamtlich bekanntgegeben wird, bleibt die Kreisleitung am Samstag, 8. Dezember, dem Tag der Nationalen Solidarität, geschlossen.
NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost.
Samstag, 8. Dezember, Lebensmittelausgabe in der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52.
Zelle 1: 15 bis 15.30 Uhr; Zelle 2: 15.30 bis 16 Uhr; Zelle 3: 16 bis 16.45 Uhr; Zelle 4: 16.45 bis 17.15 Uhr; Zelle 5: 17.15 bis 17.45 Uhr; Zelle 6 und 7: 17.45 bis 18.15 Uhr.
Bittbriefe.
Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat mit Erlaß vom 24. November 1934 unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs
1. den der Aufsicht der NS-Volkswohlfahrt unterstehenden,
2. den dem deutschen Roten Kreuz,
3. den dem Zentralausschuß für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche,
4. den dem Deutschen Caritas-Verbande angeschlossenen Anstalten und Einrichtungen der geschlossenen und halboffenen Fürsorge die Genehmigung erteilt, in der Zeit vom 5. bis 11. Dezember 1934 Bittbriefe an die ihnen nahestehenden Kreise zu versenden. Der Versand von Bittbriefen als Beilage von Tageszeitungen ist nicht gestattet. Die Genehmigung gilt für das ganze Reichsgebiet.
Sie Handhabung der Beerdigungspolizei.
Nach einer Anordnung des Hess. Staatsministeriums obliegt der Bürgermeisterei Gießen nur die Verwaltung der eigentlichen Friedhofspolizei im engeren Sinne, während die Beerdigungspolizei (Erteilung der Beftattungserlaubnis usw.) künftig von der Polizeidirektion Gießen auszuüben ist. Anträge in Beftattungsangelegenheiten find daher an die Polizeidirektion Gießen zu richten.
Schulungslager der Zungjuristen auf dem Gleiberg.
Dienstag nachmittag wurde das Schulungslager des BNSDJ., Gruppe Jung- juristen,Gau Hessen, das durch die persönliche Unterstützung des Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters Pg. Sprenger errichtet werden konnte und vom 4. bis 18. Dezember andauert, eröffnet. Um 15 Uhr trat die 21köpfige Lagermann- fchaft auf dem Turm des Gleibergs unter dem Kommando des Lagerleiters Pg. P u l l m a n n an, um in feierlicher Form die Flaggenhiffung vorzunehmen. Sodann ergriff der Gaugruppenleiter im BNSDJ., Pg. Denker (Schotten), das Wort, um das erste derartige Lager in Hessen seiner Bestimmung zu übergeben. Er ermahnte die Lagerteilnehmer in erster Linie, die Kameradschaft zu pflegen und in den 14 Tagen durch geistige und körperliche Tätigkeit in die nationalsozialistische Weltanschauung einzudringen. Dazu sollen eine ganze Anzahl Vorträge bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Besichtigungen größerer Unternehmungen richtunggebend sein, wobei natürlich nicht die körperliche Ertüchtigung vergessen wird.
Möge dieses Lager mit dazu beitragen, ein Juristengeschlecht heranzubilden, das den Anforderungen gerecht zu werden vermag, die das Dritte Reich an feine Rechtsdiener stellen muß.
Daten für Freitag, 7. Dezember.
43 v. Ehr.: der römische Staatsmann Marcus Tullius Cicero bei Formiä ermordet (geboren 106 v. Chr.); — 1542: Maria Stuart, Königin von Schottland, in Linlithgow geboren (hingerichtet
immer, genau so wie seine Pistole bei sich trug. Mit einem Schraubenzieher schraubte er das scharfe Beil vom Pendel ab. Nun hatte er ein festes Werkzeug in Händen. Dann kletterte er am Stab be* Pendels bis zur Decke. Dort oben, wo die Apparatur von der Decke herabhing, war. ja schon eine Vertiefung gegeben.
Mit aller Wucht schlug er etwas seitwärts von der Stelle, wo das Beil befestigt gewesen, in dis Decke. Der Mörtel prasselte herunter — Steine krachten nach. In wenigen Minuten hatte Mac Lean ein Loch in die Decke geschlagen. Zwischen der Arbeit horchte er immer atemlos. Aber nichts rührte sich. Offenbar waren die Verbrecher ihrer Sache so sicher, daß sie sich um ihn nicht mehr kümmerten. Endlich hatte er das Loch so erweitert, daß er sich hindurchzwängen konnte.
Der Raum, in dem er gefangen war, hatte im Untergeschoß gelegen. Jetzt sah er über sich ein leeres Zimmer. Vorsichtig legte er das Beil auf den Mauervorsprung. Und den Revolver schußbereit in der Tasche, klomm er hinauf.
Dieses Zimmer war offenbar eine Art Abstellraum für irgendwelche Ware. Es stand voll leerer Kisten. Holzwolle war in eine Ecke zufammenge- fchichtet. Ein Glasfenfter mit einem einfachen Riegel schloß es gegen die Straße ab.
Mac Lean öffnete den Riegel, kroch durch das Fenster hindurch, stand im Freien. Es war nun schon dunkel geworden, und kein Mensch war auf der Straße und hatte den Mann beobachtet, der aus dem Fenster gesprungen war.
Aufatmend stand Mac Lean einen Augenblick still, dann klopfte er sich den Mörtelftaub von den Kleidern.
„So!" sagte er. „Der Anfang wäre für mich beinah schlecht ausgegangen. Aber das Ende wird für die anderen schlecht sein."
Dann eilte er rasch davon. Als er das Häusermeer um die Straßen von London Docks verließ, schlug die Uhr. Es war gerade anderthalb Stunden her, seitdem ihm der Tod unter dem schwingenden Beil zugedacht worden war.
6. Kapitel.
Zur selben Zeit, in der Mac Lean wieder in den sicheren Vierteln Londons auftauchte, und in aller Eile seiner Wohnung zufuhr, verschoben sich wie- der die Qadern des Steinfußbodens in dem leeren Raum des unheimlichen Hauses.
Ein Kopf tauchte auf — Stimmen wurden hörbar. Eine zweite Gestalt folgte. Es war die des jungen Mannes, den Mac Lean verfolgt hatte.
Eine Blendlaterne blitzte auf. Ihr Schein geisterte an den Wänden entlang. Die beiden Verbrecher fuhren zurück:
„Was ist denn das?" sagte der dunkle junge Mann heiser. „Was ist denn hier geschehen? —- Leuchte mal, Georges!"
(Fortsetzung folgtI)


