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geringen zur Verfügung stehenden organischen Stoffe noch nicht festgestellt werden konnte. Der Sachverständige ist jedoch der Ansicht, daß es sich um eine Art Chloroform handele. Dieses Ergebnis würde die ersten Vermutungen bestätigen, wonach Prince vor feiner (Ermorbung be­täubt worden fei.

Marktsicherung in der Landwirtschaft.

Eine Warnung vor Fehlinvestitionen.

Die Korrespondenz des Reichsnährstandes teilt mit: Fehlinvestitionen nannte man in der vergan­genen Zeit Aufwendungen für gesteigerte Produktion, die in keinem sinnvollen Ver­hältnis standen zum Bedarf, der bei dem Aus­bau der Erzeugung vorlag bzw. nach menschlichem Ermessen erwartet werden konnte. Die Sicherung von Markt und Absatz besonders auf landwirt- schaslichem Gebiet hat hier und da falsche Vor­stellungen ausgelöst. Dies ist ebenso zu bemerken für die Erweiterung der Gemüseanbau­flächen wie in der Schweinehaltung, in der G e f l ü g e l w i r t s ch a f t und anderswo. Die Sicherung von Markt und Erlös ist nicht dazu da, daß die Bestände blindlings und damit die zu erwartende Erzeugung vergrößert werden. Be­dauerlich ist dabei besonders, daß von industri­ellen Kreisen die Bemühungen um den bäuerlichen Markt ganz falsch aufgefaßt worden sind, insofern, als eine erhöhte Absatzpropaganda, sei es in Brut­apparaten, sei es in landwirtschaftlichen Geräten usw., getrieben wird. Dabei wird von der Industrie auf die M a r k t s i ch e r u n g als Begründung ver­wiesen.

Diese Begründung ist falsch; auf keinem der Gebiete wird eine unorganische Aus­weitung der Produktion gewünscht, die binnen kurzem den Erfolg der Marktsicherung in Frage stellen könnte. Das Ziel ist: eine mitt­lere stetige Linie des Marktes und der Preise zu halten und damit das Erträgnis der bäuerlichen Arbeit zu sichern, aber nur in dem Umfang zu sichern, als es der organische Aus­bau des einzelnen bäuerlichen Betriebes vorsieht. Der Gemüseanbau hat ebenso wie die Haltung von Schweinen und Hühnern in sinnvoller Beziehung und Beschränkung auf die natürlichen Gegebenheiten des einzelnen Bauernhofes zu stehen.

Vorsicht bei Anbauversuchen!

Die Hauptabteilung II des Reichsnährstandes teilt mit:

Rach Erlaß der grundlegendsten Gesetze über den Aufbau des Reichsnährstandes nimmt die Neu­ordnung in Ruhe und Besonnenheit ihren Fort­gang. Das Wesen des bäuerlichen Betriebes bringt es ja auch ohne weiteres mit sich, daß nichts übereilt und überstürzt geschieht, sondern alle notwendigen Maßnahmen je nach ihrer Wich­tigkeit und ihrer Bedeutung für das Bauerntum nacheinander in Angriff genommen und einer Lösung entgegengeführt werden.

Man hätte erwarten dürfen, daß die gleiche Be­sonnenheit und Ruhe allenthalben zu beobachten wäre. Leider muß aber feftgefteüt jperben, daß vielfach Kräfte am Werke sind, die versuchen, die geordnete Aufbauarbeit durch Voreiligkeit zu ge­fährden. Besonders auf dem Gebiete des Pflanzenbaues mehren sich die Anzeichen, daß ein wildes Erfindertum die augen­blickliche Umstellung benutzen möchte, um seine oft­mals nicht sehr einwandfreien Geschäfte zu tätigen. Unter Zuhilfenahme von Organisationen, die nicht dem Reichsnährstand angehören und daher die Sachlage nicht genügend beurteilen können, ist man eifrigst am Werk, f ü r den Anbau neuer Pflanzenarten Propaganda zu machen, ohne brauchbare Unterlagen über die Wirtschaft­lichkeit und die Anbaufähigkeit dieser Pflanzen aufweisen zu können. Vor allem i n Siedlerkreisen wird unter dem Deckmantel, dem Siedler zu helfen, ihm neue Möglichkeiten zur Verbesserung seiner Existenz zu schaffen, eifrigst für den Anbau derartiger Pflanzen geworben.

Alle möglichen Heil- und Gewürz-, Oel- und Gespinstpflanzen, tunlichst noch mit einem etwas fremdklingenoen schönen Namen, sind besonders Mode geworden. Dabei ist in den meisten Fällen nicht das gering st e über den Be­darf und damit über die Absatzmög­lichkeit, noch weniger aber über die Möglichkeit eines wirtschaftlich tragbaren Anbaues dieser so warm empfohlenen Kulturen bekannt. Durch phan­tasievolle Berechnungen ohne jede praktisch ver­wertbaren Unterlagen versucht man, dem weniger erfahrenen Bauern künftige Anbau- und Verwer­tungsmöglichkeiten vorzutäuschen und ihn von der Bedeutung und den Gewinnmöglichkeiten beim Sim bau dieser Pflanzen zu überzeugen. Um die Bauern por Schaden zu bewahren, ist dringend zu emp- ^hlen, den Anbau aller derartigen Pflanzen solange zu unterlassen, bis von ber Reichshauptabteilung II des Reichsnähr­standes Die Klärung aller notwendigen fragen erfolgt ist und der Anbau auch wirklich empfohlen werden kann. Alle Versuche mit derartigen Pflanzen dürfen nur im Ein- verstandnls mit der Reichshauptab­teilung II des Reichsnährstandes er­folgen.

Segen zu knaps bemeffene Lieferfristen.

Berlin, 5. März. (DNB.) In der letzten Zeit sind dem Reichsarbeitsminister wiederholt Klagen darüber angegangen, daß bei Vergebung von Aufträgen zu kurze Lieferfristen ge­stellt würden. In solchen Fällen sei die rechtzeitige Erledigung der Aufträge nur durch Mehr­arbeit der vorhandenen Belegschaft möglich. Hierzu bemerkt der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichswirtscbaftsmini- ster, daß die Lieferfristen unter allen Umständen wenigstens so ausreichend bemessen sein müssen, daß Die Betriebe Arbeitslose für die Er­ledigung der Aufträge heranziehen können. Keinesfalls darf die Fristsetzung von ganz besonderen, wirtschaftlich begründeten Aus­nahmefällen abgesehen dazu führen, daß die vor­handene Belegschaft Mehrarbeit leisten muß, z u - mal wenn andere gleichartige Be­triebe stillte gen oder stark einge­schränkt arbeiten. Bei Anträgen auf Geneh­migung von Mehrarbeit durch die Gewerbeaufsichts- beamten darf der Hinweis auf die kurzen Liefer­fristen nicht ohne weiteres für die Genehmigung ausschlaggebend sein.

Anhaltend gutes Geschäft auf der Leipziger Frühjahrsmesse.

Leipzig, 5. März. (DNB.) Am zweiten Messe­tag war kaum ein wesentliches Nachlassen des Zu­stromes der Käufer zu den Messeständen zu be­merken. Es ist auch schon möglich, über das Er­gebnis bei einzelnen Messezweigen ein vorläufiges Urteil zu fällen.

Baumittel für Hoch- und Straßen­bau sind vollständig ausverkauft; hier muß­ten verschiedene Aufträge schon zurückgewiesen werden. Von der Baumesse sonst wird gemeldet, sie sei im ganzen besser als im Vorjahre. In erster Linie sind billige Bedarfsgegenstände, hauptsächlich für Siedlungen, gefragt, weiterhin aber auch gute Erzeugnisse aller Art für das Jnstallationsgewerbe. Auf der Elek- trofchau war zu erkennen, daß ganz gute Abschlüsse für Rundfunkgeräte getätigt worden sind. Hochspannungsartikel sind lebhaft gefrügt, des­gleichen die Artikel der Beleuchtungstechnik.

Bei Haus - und Küchengeräten sind die Abschlüsse jetzt schon um 15 v. H. höher als aur Frühjahrsmesse 1933. Auch die Möbelmesse meldet höhere Umsätze. Lederwaren und Reiseartikel hatten zufriedenstellendes Ge­schäft zu verzeichnen. Edelmetalle, Uhren und Schmuckwaren verzeichneten bisher ein überraschend gutes Messeergebnis. Unter den Auf­trägen gehen viele nach dem Ausland. Photo

Deutschland und Krankreich.

Dr. Goebbels über die Ziele der nationalsozialistischen Politik.

Paris, 5. März. (DNB.) Reichspropaganda- minifter Dr. Goebbels hat ben Berliner Vertre­ter desMatin" Boffan in einer Unterredung die Ziele der nationalsozialistischen Politik im allgemei­nen und gegenüber Frankreich im besonderen aus- einandergesetzt. Dr. Goebbels führte u. a. aus:

Ich halte die meisten Handlungen unserer Regie­rung für geeignet, dem französischen Volk zu zei­gen, daß wir endgültig der mehrhundertjährigen blutigen Vergangenheit der Beziehungen beider Na­tionen ein Ende zu setzen wünschen. Unser Führer Adolf Hitler hat nicht nur in Reden eindringlichst betont, daß nach endgültiger Regelung der S a a r f r a g e, bei der es sich um rein deut­sches Gebiet handelt, keine Gebietsfrage mehr trennend zwischen Frankreich und Deutschland stehen wird. Eine Regelung der zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen wird umso leichter zu erzielen sein, als keine wirtschaftlichen Meinungsverschie­denheiten sie verhindern könnten. Da es nun feststeht, daß die lebenswichtigen Interessen nicht aufeinanderprallen, ist es dann zulässig, daß e i n Mißverständnis verewigt wird, ganz ein­fach deshalb, weil das zu einer schlechten Ange­wohnheit geworden ist?

Der Berichterstatter desMatin" wirft ein, daß der offenkundige Aufrüftungswunsch Deutschlands Frankreich beunruhige, das durch diese Tendenzen bedroht werde. Reichsminister Dr. Goebbels erwiderte:

3d) bin im Zweifel, ob bas französische Volk sich auch hinreichend unsere Lage klar zu machen sucht. Ganz Deutschland ist von star­ken, selb st bewußten und in vollem Aufstieg begriffenen Nationen umgeben. Diesen Aufstieg begrüßen wir, denn er kann nur in einer Entfaltung der europäischen Zivilisation zum Ausdruck kommen. Es ist jedoch klar, dah wir, im Mittelpunkt des Kontinents gelegen, im gleichen Schrill mit diesen Nationen marschieren müssen. So wird man zweifellos leichter be­greifen, warum wir die Gleichberechti­gung fordern, die für uns eine Frage auf

ÄeutstheZugend imSienste derMnlerhilfe

Reichsstatthalter Sprenger bei der Brotverteilung des Jungvolks in Darmstadt.

Lpd. Darmstadt, 5. März. Einer der erhe­bendsten Augenblicke des heutigen Gedächtnis­tages der erwachenden Nation war die feierliche 11 eher gäbe des vom Jungvolk am Sams­tag und Sonntag gesammelten Brotes für b e - dürftige^Lolksgenossen. In den Provin­zen Starkenburg und Rheinhessen allein haben etwa 18 000 Iungoolkpimpfe mit ihren Führern ge­sammelt.

132 081 Laib Brote (102 824 große und 29 257 kleine) waren auf dem Messeplah aufgefahren, die vor einer riesigen Zuschauermenge von Ober- jungbannführer Franz Schubert dem Gauführer des Winterhilfswerkes, Bürgermeister Haug (Darm­stadt) übergeben wurden. Auf 225 Lastkraftwagen wurden die Brotfpenden, die zum Teil nach ande- ren Notgebieten des Gaues abgegeben werden konn­ten, unter dem Glockengeläut der Kirchen nach der Festhalle gefahren. Nach der Verpflegung des aus­wärtigen Jungvolkes fand nachmittags in der Fest- Halle eine feierliche Kundgebung statt.

Der Gauführer des Winterhilfswerks, Bürgermeister Haug,

erinnerte daran, wie heute nach einem Jahr der Regierung Adolf Hitlers aus einem zerrissenen flnr e*n Reich und eine Nation ge» lajmeifet sei, so daß jedem alten Nationalsozialisten

. Köcher schlage. Die deutsche Schicksalsge- memschaft sei eine Not- und Brotgemeinschaft.

heute könne er festftelten, daß die Parole des Führerskein Deutscher soll in diesem W'nter hungern und frieren", so ausgeführt worden sei, wie es nationalsozialistische Pflicht war.

Beichsftatthalter

und Gauleiter (Sprenger

aus: Vor einem Jahr habe das deutsche Volk sich vertrauensvoll dem Führer als Gefoia- Der Führer hatte sich an das oeutjche Volk gewandt, weil er nicht mit Macht­mitteln regieren wollte, sondern lediglich gestützt auf das Vertrauen der Mehrheit des deutschen Volkes-

Aach dieser kurzen Zeil nationalsozialistischer

und Optik hatten am «Sonntag schon ein aus­gezeichnetes Geschäft. Das Interesse hat am Mon­tag angehalten, wenn es auch etwas weniger stürmisch war. Auf der Textilmesse war all­gemein ein gutes Geschäft.

Die Verpackungsjchau hat den Tag mit einer kleinen Veranstaltung eröffnet Dort hatte nämlich die Fachschaft der deutschen Reichswerbe- fachleute in Anwesenheit des Präsidenten Dr. Köhler durch den stellvertretenden Fachschaftsleiter der NSRDW.-Künstler den Wert der Ver­packung für bie Absatzbelebung dar­legen lasten. Auf der Sportartikelmefse werden einige belangreiche Neuheiten gezeigt. Bei Spielwaren ist die Nachfrage nicht einheitlich. Für eine ganze Reihe von kunstgewerblich gestalte­ten Artikeln zeigt sich erhebliches Interesse. Es ist auch verschiedenes Neue auf den Markt gekommen, für dessen Ankauf man sich nicht so leicht hat ent­schließen können. Spielwaren sind auch wieder vom Auslande, namentlich von England und Ame­rika, gefragt. In der Photofchau sieht man eine neue TonfilmwandSonor a", die sich von den bisherigen Wänden durch ihre höhere Tondurchlästiakeit auszeichnen soll. Größerer Wert wird auf Vergrößerungsapparate ge­legt. Im ganzen hat der Photoarstkelhandel auch teurere Stücke gern gekauft.

Leben und Tod ist. Wir hatten gehofft, daß unsere Abrüstung von den übrigen Mächten befolgt werden würde, wie es im Versailler Vertrag vorgeschrieben ist. Muß man Deutschland die Schuld zuschreiben, wenn dies nicht geschehen ist. Sind die Flugzeug­mutterschiffe und die Flottenstützpunkte, die man so zahlreich überall in der Welt antriffl, nur gegen die deutsche Gefahr vor­gesehen worden? kein verantwortlicher Staats­mann konnte zulassen, daß sein Volk für immer ohne jede Verteidigung, irgendwelchen Angriffen ausgesetzt bleibt, um so mehr, als die durch das Flugwesen erzielten Fortschritte in naher Zukunft mit unge­ahnten Vernichtungsmöglichkeiten rechnen lassen. Ls handelt sich darum, die ele­mentarsten Möglichkeiten zu erhalten, um uns ZU schützen, wie wir auch dem französischen Volk es nicht verargen, wenn es bestimmte Maßnahmen im Hinblick auf feine Sicherheit ergreift.

Auf die Frage, ob das deutsche Volk mit der Politik der Reichsregierung auch einverstanden sei, erwiderte Dr. Goebbels, die Volksbefragung vom 12. November beweist hinreichend, daß die er­drückende Mehrheit sich für das Friedensprogramm des Kanzlers ausgesprochen hat. Dieses Programm ist nicht ein leeres Wort geblieben. Die Liqui­dierung des deutsch-polnischen Streit­falles beweist, daß Deutschland als Beispiel auf dem Gebiet der moralischen Abrüstung dienen kann. Wir wünschen diesen Frieden mit allen Völkern, die uns die Gleichberechtigung gönnen wollen. Ich zwei­fele nicht daran, daß man sich während der jüngsten Ereignisse in Frankreich davon überzeugen konnte, daß irgend ein deutsches Blatt seiner Schadenfreude über di^e Ereignisse Ausdruck gab. Wir glauben ganz im Gegenteil, daß die Stabilität und das Wohlergehen eines Landes die politischen Beziehun­gen mit seinem Nachbarn erleichtern. Wir können also nur hoffen, daß Frankreich ebenfalls seine innerpolitischen Schwierigkeiten überwindet.

Regierung stellen wir fest, daß über zwei Mil­lionen Volksgenossen der Geißel der Arbeits­losigkeit entrissen worden sind, daß die Arbeits- moglichkeiten, wo sie nur irgendwie geschaffen werden konnten, praktisch getätigt wurden, wir stellen fest, daß die noch restlichen Arbeitslosen wieder von der Hoffnung beseelt find, nun auch allmählich wieder in den Arbeitsprozeß hinein­zukommen.

Die Arbeitslosigkeit und die daraus entspringende Hilflosigkeit sei das Furchtbarste, was ein Volk treffen könne. Darum war unser Ziel von Anfang an: Jeder Volksgenosse soll seine Ar­beitsstätte haben, soll seinen Kampfplatz im Lebenskampf erhalten. Die Arbeitslosigkeit konnte nicht in wenigen Monaten schon restlos be­seitigt werden,

der Führer Adolf Hitler hat uns deshalb ver­pflichtet, dafür zu sorgen, dah kein Deutscher in diesem Winter hungere und friere. Und die­ses Wort, das über Deutschland und in die ganze Welt ging, wurde das können wir heute am Ende dieser Winterhilfsperiode fagen

so weit es möglich war zur Tat.

Jeder hat geopfert, der dazu irgendwie in der Lage war, und jeder war verpflichtet zu opfern.

Wenn das WHW. setzt am 31. März zu Ende geht, so beginnt praktisch die in der Zwischenzeit aufgebaute Volkswohlfahrt ihre Arbeit. Ihr Hauptaugenmerk hat sie zu richten auf die Kranken, die Siechen, die überhaupt nicht mehr in den Ar­beitskampf eingespannt werden können. Wenn im nächsten Winter es erneut erforderlich fein sollte, wenn der Grad der Arbeitsbeschaffung noch nicht soweit oorangeschritten ist, dann wird ein neues Winterhilfswerk auf die Beine gestellt wer­den und aufs neue werden wir dann diese kurze Notzeit überbrücken können. Aber in der Zwischen- 3eü hat das WHW. voll und ganz seinen Dienst

Ich habe gleich zu Beginn des Winters festge­halten: Das Winterhilfswerk ist bestimmt, die Ar­beitskraft aller, die noch arbeitsfähig wer­den können, zu erhalten und zu feftigen, auf daß sie tm Frühjahr, toenx die neue Arbeits­

schlacht beginnt, aufs neue tatkräftig in die Spei­chen des Arbeitsrades eingreifen können. Darum danke ich Pg. Haug, daß er dieses Werk in mei­nem Gau in so hervorragender Weise geführt hat.

Wir können stolz fein, denn unsere Leistungen stehen mit an der Spitze in ganz Deutschland. (Lebhafter Beifall.) Für diejenigen aber, die allmählich aus dieser hilfstätigkeit herauswach- sen, ist Vorsorge getroffen, daß planmäßig die Indienststellung weiter fortgeführt werden kann.

Am 21. März wird der Führer in ganz Deutschland die neue Arbeitsschlacht er­öffnen. Er wird bekanntgeben, welche Pläne be­stimmt sind, die brachliegenden Kräfte pieber in den Dienst einzuspannen. Nicht weniger als 2 Mil­lionen fommen in Deutschland neu in Arbeit; das ist unser fester Vorsatz. (Minuten­langer Beifall und Händeklatschen.) Ich richte aber den Appell an alle, die es in unserem Gau möglich machen können: Dieser Plan der Regierung muß übertroffen werden, weil er übertroffen werden kann. Es braucht nur jeder seine Pflicht zu tun. Niemand hat als einzelner Unternehmer, als Industrieller die Verpflichtung, in dieser Notzeit Profit zu machen.

Richte sich jeder Arbeitgeber so ein, daß er mit diesen neuen Arbeitskräften keine Reklame macht, sondern daß er seinen Betrieb erhalten und weiter ausbauen kann, um weitere Ar­beitsmöglichkeiten zu schaffen. (Beifall.) Denn wir bedürfen, um das deutsche Volk zu bauen, der Arbeitskraft unserer Volksgenossen.

Wenn jeder sich den ersten Grundsatz der national­sozialistischen Weltanschauung:Gemeinnutz geht vor Eigennutz" zu eigen macht und durchführt, dann werden wir die Pläne der Regie­rung bei weitem übertreffen. Ich stehe auch nicht an, zu sagen, daß nach dem Gesetz zur Ord­nung der nationalen Arbeit, das am 1. Mai in Kraft tritt und dem einzelnen Unter­nehmer hervorragende Ehre gibt, nur der als Wirtschaftsführer anerkannt wird, der die­sen GrundsatzGemeinnutz vor Eigennutz" in seinem eigenen Betrieb durchführt. Wer für sich selbst nur raffen kann, hat kein Recht mehr im nationalsozialistischen Staat, als Wirt­schaftsführer anerkannt zu sein. Der neue Wirtschaftsführer soll mitten drin stehen in seiner Werkgemeinschaft, gleich als an­dere Volksgenossen. So wollen wir zusammenstehen für und für. Dann erst werden wir in der Lage fein, uns selbst zu übertreffen und das zu tun, was unsere Pflicht ist. Wir leben nicht für uns, und wer nur an feinen Profit und nicht an sein Volk denkt, der möge in seinem Fett ersticken.

Dir leben, um die Zukunft unseres Volkes sicherzustellen.

Ein Volk hat nur so viel Kraft in sich, als es Jugend hat. Niemand erfaßt zugleich noch nicht erkenntnismäßig, aber gefühlsmäßig den Nationalsozialismus besser als die Ju­gend. Niemand versteht den Führer besser als die Jugend, denn sie hat das heiße Wollen, es dem Führer nachzutun, ihm nachzuleben, nach seinem Willen zu werden. Wir haben die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß unsere Jugend wieder auf unfern Schulte rn stehen kann. So habet Dank, ihr Jungens vom Jungvolk, der Hitler- Jugend. Erinnert euch täglich, daß ihr den stolzen Namen des Führers tragt.

Wir, die wir der Jugend diese Gelegenheiten geben, wir werden darüber wachen im Eltern­haus, in der Schule und in der Erziehung des ganzen Volkes, daß die Heranwachsende Gene­ration deutsch ist, deutsch bleibt, nationalsozia­listisch ist und treue Gefolgsmannen Adolf Hit­lers aus innen heraus. Denn aus dieser Jugend erwächst das, was einst die Zukunft bedeutet. Aus ihr wird die Führung Deutschlands er­stehen.

Wenn diese Jugend nichts weiter in sich trüge, als das heiße Verlangen, das immer in der kommenden Generation lebt, die vorangehende zu übertreffen, dann hat sie schon die Voraussetzungen zur Füh­rung erfüllt. So wie wir das Volk gewon­nen haben, so wie die Gefolgschaft geschaffen wurde, so wie die Wehrwilligen sich gefunden haben, bereit, für diesen Nationalsozialismus und für den Führer im Interesse des deutschen Volkes einzutreten, so wie wir die SA. und die SS. ge­schaffen haben, wie die gesamte politische Leitung sich herauskristallisierte, so steht in dieser Ju­gend sicher Wehr und Ehr Deutsch­lands, weil sie nationalsozialistisch ist.

So stehen wir heute, ein Volk vom Aeltesten bis zum Jüngsten, und gehen den weg, dem Willen des Führers folgend, den Weg in friedlicher Arbeit vorwärts.

Niemand wird es wagen, uns in dieser friedlichen Arbeit in den Arm zu fallen. Bleiben wir nur allezeit fest, und sind wir uns bewußt, daß wir als Gefolgsleute unsere Treue durch die Tat zu Deutschland, au Adolf Hitler, zu be­weisen haben. (Lebhafter Beifall.)

Das Auftreten von Nichtariern auf deutschen Bühnen.

Berlin, 5. März. (DNB.) Amtlich wird ver­lautbart: Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat an die Landesregierungen fol­gendes Ersuchen gerichtet:

In zunehmendem Maße wird beobachtet, daß Nichtarier, die bereits verschwunden und größ­tenteils offenbar ins Ausland geflüchtet waren, in Theatern, Varietes, Kabaretts ufro. wieder auftreten. Ich weife darauf hin, daß das Auftreten auf deutschen Bühnen von der Zu­gehörigkeit zu einem der Fachver- bänbe der Reichstheaterkammer ab­hängig ist (§ 4 der 1. Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergefetz, Reichsgefetzblatt I, S. 797) und daß Nichtariern die Ausnahme in diese Ver­bände gemäß § 10 der bezeichneten Verordnung regelmäßig verweigert wird. Ich bitte deshalb, die Polizeibehörden anzuweisen, in allen in Frage kommenden Fällen den Nachweis der Ver­bandszugehörigkeit zu verlangen und, wenn er nicht erbracht werden kann, das Auftreten zu v e r h i n d e r n. Ich stelle weiter anheim, Fälle, in denen eine Derbanbszugehörigkeit nachgewiesen wird, zur Kenntnis des Präsidenten der Reichs­theaterkammer zu bringen, damit der Fall eines Nachprüfung unterzogen wird. Ich bitte um nachdrückliche Durchführung meines Ersuchens. Es darf nicht dahin kommen, daß sich das Publikum gegen das Auftreten von Elementen von denen es bereits befreit zu feie glaubte, mit Selbsthilfe zur Wehr fetzig