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Nr. 256 Drittes Blatt

Glehener Anzeiger (General-Anzelger für Gberheffen)

Donnerstag, 1. November 1934

keine Panzer kannten, wurden naturgemäß durch den aufgeweichten Boden weniger gehindert, von ihren Waffen Gebrauch zu machen. Das Schicksal Varus hätte wenige Jahre später fast der römische Unterfeldherr Caecina im Sumpfgelände der Langen Brücke" erlitten. Er wäre mit seinen vier Legionen von dem Cheruskerfürsten A r m i n i u s vernichtet worden, wenn nicht die Germanen, ent­gegen dem Rat ihres obersten Führers, das römische Lager am dritten Tag der Schlacht vorschnell an­gegriffen hätten.

Am berühmtesten ist das sogenannte R e g en- wunder, das sich im Jahre 174 n. Ehr. in der Schlacht zwischen dem römischen Kaiser Marc Aurel und den Markomannen ereignet haben soll. Ueber diesen Vorgang berichtet Dio, und ein byzantinischer Geschichtsschreiber korrigiert ihn. Da­nach hätten die Germanen die Römer umzingelt. Die Legionen litten außerordentlich unter Durst und Hitze, weil sie kein Wasstzr mehr hatten. Da sollen sich plötzlich Wolkenmassen zusammengezogen haben und ein mächtiger Regen niedergegangen sein.Richt ohne göttliche Einwirkung" sagt Dio, der dieses Ereignis einem ägyptischen Zauberer im Gefolge des Marc Aurel namens Anuphis zu­schreibt. Der byzantinische Geschichtsschreiber be­merkt zu dieser Angabe:Dio scheint aber zu lügen, ob nun bewußt oder unbewußt. Doch glaube ich eher, er tut es mit Bewußtsein. Denn er wußte doch gut, daß die Legion dieBlitzgetroffene" mit ihrem besonderen Namen heiß . . ©ie ist ja aus keinem anderen Grunde als wegen dieses Wunders im Kriege so genannt ... Marcus hatte eine Ab­teilung, die aus Soldaten der Landschaft Melittene bestand. Diese sied sämtlich Verehrer des Christas .. Darauf habe Marcus sie bitten lassen- zu ihrem Gott zu beten. Ihr Gebet habe Gott alsdann er­hört und die Feinde durch den Blitz getroffen, die Römer dagegen durch den Regen erquickt" Das Wunder soll sich besonders dadurch ausgezeichnet haben, daß nur die Römer durch den Regen ge­labt wurden, während die Germanen durch einen gewaltigen Hagelschauer und durch zahlreiche Blitze getroffen worden sein sollen. Dieses Regenwunder ist besonders in der älteren christlichen Literatur vielfach behandelt worden.

Es sind aber nicht nur Regen, Sturm, Gewit­ter und Sonne gewesen, die die Schlachten oft mit entscheiden halfen, es waren auch einmal die Bienen! Im Jahre 11 o. Chr. versuchte der- möische Feldherr Drusus,d ie Weser zu über­schreiten. Er war im Gefecht mit den Germanen, und zwar bei Arballo im Lande der Chauken. Da sollein unheimlicher Bienenschwarm in seinem Lager erschienen" sein.Deswegen rückte er nicht weiter vor", sagt Pio, er zog sich im Gegenteil zu­

rück und wäre fast mit seinem ganzen Heere ver- nichttet worden, wenn die Germanen nicht wieder vorschnell angegriffen hätten. Es machen also auch die Bienen Weltgeschichte, denn Drusus war angeb­lich durch sie gezwungen, die Eroberung des Chau- kenlandes abzubrechen.

Seit ältester Zeit gelten die Bienen vielfach als heilig. In Aegypten war die Biene das Königs­zeichen, wohl, weil sie einen Staat bildet, den zu erreichen den Menschen erstrebenswert erscheint. Auch die Germanen hielten die Bienen für heilig. Auf dem Mantel des Frankenkönigs C h i l d e r i ch waren goldene Bienen als Königszeichen befestigt. Und Napoleon entlehnte diese goldenen Bienen von dem Frankenkönig für seine eigene Königstracht. Es ist also durchaus möglich, daß nicht nur die unan­genehmen Bienenstiche die Römer an der Weser zum Rückzug veranlaßten, sondern daß der Aberglaube das Seine dazu tat.

Krach um Jolanthe" als Film.

Nach dem außergewöhnlichen Erfolg, den das Lustspiel von August Hinrichs auf zahlreichen deutscher; Bühnen erlebte, war oorauszusehen, daß eine Verfilmung des schweinernen Abenteuers nicht lange auf sich warten lassen würde. Hier ist sie: ein Film der Europa, von Carl Froelich in­szeniert. Wir haben gelegentlich der Aufführung im Stadttheater das Stück ausführlich besprochen und dürfen ooraussetzen, daß den meisten Besuchern schon bekannt ist, worum es sich hier handelt; vor allem darum, daß Jolanthe kein Mädchen ist, wie anfangs manche geglaubt haben, fondern die preisgekrönte Sau des Bauern Lambken, welche von der hohen Obrigkeit wegen nicht bezahlter Steuern gepfändet wird. Hinrichs selbst hat darauf hingewiesen, daß so vornehme, märchenhafte und selbst mythologische Namen in den Viehställen und Herdbüchern seiner engeren Heimat gar nicht selten vorkommen. Im übrigen ist es nicht uninteressant, die Behandlung des Stoffes im Film mit der ursprünglichen Büh­nenfassung zu vergleichen: sie weichen in gewissen Einzelzügen voneinander ab; vor der Kamera ent­wickeln sich die Dinge ausführlicher, epischer, mit einer Exposition gewissermaßen; außerdem hatte man natürlich mehr Raum zur Verfügung und konnte sich im Dorf, in Lambkens Anwesen, in Hof und Stall, im Wirtshaus und auf dem Tanzboden erheblich mehr ausbreiten, als es der begrenzte Bühnenspielraum gestattete. Endlich wirkt Froe­lichs Inszenierung noch um einen Grad lustspiel- hafter als das Stück, wo doch stellenweise der sehr viel ernstere und heute schon historisch gewordene Anlaß immer noch bedrohlich durchschimmert. So gut nsic das Dram« trifft der Film den eigentüm-i

lichen landschaftlichen Charakter im Gesamtbild, in Gestalten und Mundart. Darstellerisch den geschlos­sensten und erfreulichsten Eindruck bildet ein herr­liches Mädchenterzett aus der jungen Generation des deutschen Schauspielernachwuchses: Marianne Hoppe zuvörderst, die sich in letzter Zeit energisch und überzeugend nach vorn gespielt hat; auch wenn sie hier nicht so betont im Blickfeld steht wie im Schimmelreiter" oder alsSchwarzer Jäger Jo- banna", spürt man doch wieder in ein paar kurzen Liebesszenen die große und ursprüngliche Bega­bung, die in ihr steckt. Dann Marieluise Clau­dius, Enkelin des Dichters, stiller und tempera­mentmäßig verhaltener, aber ausgezeichnet einge­fügt in Landschaft und Umwelt. Endlich Carsta L ö ck, die man aus derReifenden Jugend" kennt, und die hier eine überaus dankbare Aufgabe fand als Lambins drollig tolpatschige Magd Stine. Sehr hübsch auch Lieven als Schullehrer. Fer­ner Wilhelm Krüger, Olaf Bach, Karl Dan- n e m a n n , Willi Schur, Fritz H o o p t s und Fita Benthoff. Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus und bereitet den Leuten einen lustigen Nachmittag oder Abend.

Hochschulnachrichten.

Der ao. Professor D. Helmut Lother an der Universität Breslau ist zum Ordinarius für Kir­chengeschichte in Breslau ernannt worden.

Professor Dr. Kurt G u tz e i t, Extraordinarius für Innere Medizin an der Universität Berlin, ist zum Ordinarius in der Medizinischen Fakultät der Universität Breslau ernannt worden

Professor Dr. Erwin Wiskemann, Ordina­rius für Volkswirtschaftslehre an der Universität Kö­nig s b e r g, hat einen Ruf an die Handelshochschule Berlin angenommen.

Ministerialdirektor Friedrich Poetzsch-Heff- ter, Ordinarius für öffentliches Recht an der Uni­versität Kiel, ist in gleicher Eigenschaft an die Handelshochschule in Berlin berufen worden.

Professor Dr. Hermann Uli sch, Extraordina­rius an der Universität Rostock, wurde zum o. Professor für physikalische Chemie an der Techni­schen Hochschule in Aachen ernannt.

Dr. Wolfgang Schultz, Honorarprofessor an der Universität München, ist mit Wirkung vom 1. November d. I. an zum Ordinarius für Philoso­phie in München ernannt worden.

Professor Dr. Hans Theodor B u ch e r e r , Ordi­narius für chemische Technologie an der Technischen Hochschule in München ist mit Wirkung vom 1 November an von der Verpflichtung zur Abhal­tung von Vorlesungen befreit worden.

Was gibt es Neues in der Medizin?

Don Dr. meb. p. Wölffel.

Krankheiten des Herbstes

Der Uebergang von den warmen Sonnentagen des Frühherbstes' zum kalten feuchten Wetter bringt meist mancherlei Gefahren für die menschliche Ge­sundheit mit sich.

Zunächst die Erkältungen: man glaubt häufig, warme und recht viele Kleidungsstücke würden einer Erkältung vorbeugen. Aber diese Kleider soll man erst anziehen, wenn es wirklich kälter wird. Kin­der, die im Freien spielen und sich viel bewegen, dürfen aber nicht zu warm angezogen werden. Besser als viel wärmende Unterwäsche ist es, einen Mantel oder eine Jacke überzuziehen, damit diese bei Bewegung und damit bei der Entwicklung von Körperwärme abgelegt werden können. Immer wieder klagen die Schulärzte darüber, daß die Kin­der meist mit vollkommen überflüssigen Kleidungs­stücken angezogen sind. Unter all der wärmenden, oft enganliegenden Wäsche kann die Haut gar nicht voll in Tätigkeit treten, sie wird in ihrer Arbeit beeinträchtigt, die für den menschlichen Körper zur Atmung also zur Aufnahme frischen Sauerstof­fes und Abgabe der verbrauchten Luft unbe­dingt notwendig ist.

Die Haut mutz immer wieder angeregt und in ihrer Arbeit unterstützt werden durch Waschungen am besten wechselnd zwischen kalt und warm und kräftiges Frottieren. Gymnastik am offenen Fenster, möglichst unbekleidet, damit die ganze Haut atmen kann, ist in der Zeit, da warme Kleidungs­stücke getragen werden müssen, notwendig und im­mer angebracht.

Wer besonders zu Halsentzündungen neigt, sollte zwei mal am Tage mit warmem Wasser und einem Zusatz von Kochsalz gurgeln. Dadurch werden die Mandeln und Schleimhäute gut desinfiziert. Am besten ist es, mit dieser Lösung in Rückenlage zu gurgeln. Dann sind die Muskeln des Rachens ganz entspannt und das Gurgelwasser kann gut eindrin­gen und wirken.

Neben Erkältungskrankheiten bringt der Herbst mancherlei Darmstörungen Meistens leichte Fälle, aber es scheint doch angebracht, die Darmkatarrhe und ihre Heilungsmöglichkeiten zu kennen.

Die Ursachen dieser Darmkrankheiten sind ganz verschieden. Der Genuß von ungewaschenen, ungeschäl­ten Früchten ist häufig der Anlaß zu leichten Darm- störungen. Die Obstschale ist meistens von unzähligen Bakterien bedeckt, die dem Darm unzuträglich sind. Gutes Abreiben oder Waschen der Früchte ist im­mer eine ausreichende Vorbeugung gegen Infektion.

Die infektiösen Darmstörungen sind sehr selten; die Hygiene hat gerade hier gut gearbeitet. Solche Darmkrankenheiten, die durch Infektion verursacht werden, sind: Ruhr, Typhus, Paratyphus. Die Keime gelangen bei der Nahrungsaufnahme in den Darm, dort setzen sie sich fest, vermehren sich und beeinträchtigen die Tätigkeit des Darmes.

Der Gäualinq turn»

Im Zeitalter des Sportes beginnt sogar das Wickelkind, Gymnastik zu treiben. Nur sägt man hier richtiger: es wird mit ihm Gymnastik getrieben. Der Säugling kann noch nicht selber turnen. Ein leiblich und seelisch gesundes Kind braucht in der Regel noch nicht einmal diese Nachhilfe, denn es stärkt seine Muskeln genügend, wenn es tüchtig strampelt und später ausreichend kriecht. Bei Kin­dern, die sich nur sehr wenig bewegen, ist aber das Säuglingsturnen durchaus am Platze. Es gilt dann, eine gewisse Muskelschwäche, englische Krank­heit oder angeborenen Mangel des Bewegungstrie­bes zu überwinden. Um das zu erreichen, genügt es oft schon, den Säugling in bequeme Körperlagen zu bringen, aus denen er sich dann selbst wieder befreien muß. Dann kann man auch die Füßchen des Kindes vollumfassen und seine Beine ein paar­

I mal takt- und gleichmäßig der Bauchgegend an­nähern und roiebag abziehen. Eine andere passive ' Hebung, die sich Die Kinder gewöhnlich gerne ge­fallen lassen, ist dasHängen an den Beinen". Das Kind stützt sich auf seine Hände und wird dabei an den Füßen hochgehalten, so daß es in dieser Lage ein Weilchen mit dem Kopf nach unten hängt.

Selbstverständlich darf diese Hebung nicht kurz nach ' dem Trinken oorgenommen werden. Ebenso nützlich i und heilsam ist die Bauchlage, bei der das Kind ! bäuchlings auf eine derbe Unterlage gelegt wird. I Dann hebt man feine Beinchen langsam hoch, wobei 1 das Kind dazu gebracht wird, sich auf seine Hände ! zu stemmen. Sehen diese Hebungen auch noch so ' einfach aus und ist es auch erwiesen, daß sie die i Entwicklung des Säuglings zu körperlicher und 'geistiger Regsamkeit günstig beeinflußen, so müssen 1 sie doch erst vom Arzt angeordnet werden. Emp- I fiehlt sie der Arzt, dann läßt man sie am besten von einer ausgebildeten Pflegerin vornehmen.

Röntgenstrahlenbehandlung.

Die medizinische Fachwelt ist von einigen inter­essanten Forschungsergebnissen über Röntgenstrahlen­wirkung unterrichtet worden. Dr. I. H. H u 11 o n, ein Spezialist auf dem Gebiete der Drüsenforschung, hat besonders die Wirkung der Röntgenstrahlen auf

! den Blutdruck geprüft und beobachtet.

Hoher Blutdruck bringt meist Kopfschmerzen, Reiz­zustände, Schwächegefühle und Herzstörungen mit sich. Nun hat Hutton einen Patienten mit sehr

i hohem Blutdruck und den erwähnten Erscheinungen ' mit Röntgenstrahlen behandelt. Nach vier Behand­lungen dieser Art ließen die krankhaften Zustände nach, der Blutdruck ging auf normale Höhe zurück.

Nach Meinung des Gelehrten wird dieser Effekt erzielt durch Beeinflussung der Drüsen durch die Röntgenstrahlen. Hutton meint die Hrsache des hohen Blutdrucks in der Heberfunktion der Drüsen jzu erkennen. Die Röntgenstrahlen beeinflussen die Drüsentätigkeit derart, daß sie normal funktionieren.

! Ein deutscher Mediziner, Pros. L. G. T i r a l a , ' rät aber nun zu einer ganz anderen Behandlungs- ; art der Patienten, die unter hohem Blutdruck zu j leiden haben. Hnd seine Ratschläge haben wirklich

s Erfolg gehabt. Man soll täglich fünf Minuten Atemübungen machen. Hnd zwar Bauchatmung. Diese Art Atmung ist zunächst etwas anstrengend, weil der Mensch sie fast ganz vernachlässigt hat.

. Am besten beginnt man mit einigen wenigen At- ' mungen; man legt sich auf den Rücken, zieht die Knie leicht an und entspannt die Bauchmuskulatur auf diese Weise. Der Bauch wird gehoben und die Luft tief eingesaugt. Der Brustkorb tritt dabei zu-

i nächst noch gar nicht in Tätigkeit. Dann wird er ' ausgedehnt und man atmet langsam aus. Die At­mung wird am besten begleitet von einem lang-

, gezogenenu" oberf". Auf diese Art wird wirklich i alle verbrauchte Luft ausgestoßen. Die Atmung j wird allgemein von den Menschen sehr stiefmütter­lich behandelt. Jeder sollte täglich Atemübungen in der erwähnten Weise machen. In unserem speziellen Fall bei Menschen mit zu hohem Blutdruck tritt wirklich eine langsame Besserung ein. Oft sag ar wird das Hebel vollkommen behoben.

Vorsicht bet Kastenkuren!

Nach und nach setzt sich immer mehr die Erkennt­nis durch, daß viele Krankheiten im Grunde auf fehlerhafter Ernährungsweise, zu einem Großteil sogar aus dauernder Heberfütterung beruhen. Dabei werden im Körperinnern viel zu viel gar nicht ober nur unvollstänbig verbrannte Nährsubstanzen er­zeugt, burch bie ber Blutstrom verunreinigt wirb. Entzündungssormen in Geweben unb Organen sinb bann bie unmittelbare Folge biefer Vergiftung. Um bie giftigen Stoffwechselschlacken einmal gründlich

auszuspülen, erscheint eine richtige Fastenkur sehr nützlich. In der Tat ist eine derart gründliche Um­stellung des Stoffwechsels in allen Körpergebieten schon oft der Anlaß zu einem Heilerfolg bei anschei­nend hoffnungslosen Krankheiten gewesen, doch ge­rade weil solche Kuren eine so tiefreichende Einwir­kung auf den Gesamtorganismus haben, können sie, nach eigenem Ermessen gebraucht, eine große Ge­fahr bedeuten. Immer ist daher die Erlaubnis des Arztes und seine ständige Beobachtung für das Ge­lingen der Kur nötig. Am besten bleibt man ihm ständig unter den Äugen, was allerdings nur in einem Sanatorium praktisch möglich wäre.

EinSchnarcher" wird geheilt

Ein schnarchender Mensch ist für feine Umgebung wenig erfreulich, wenn es auch einen gewissen Reiz bedeutet, die verschiedenen Tonarten zu verfolgen, in denen der Schläfer sich zu ergehen pflegt. Will man aber selber dabei schlafen, dann fühlt man sich durch dasGesäge" erheblich gestört und wird ernstlich böse, wobei man den Schnarchenden aber ganz ungerechtfertigt mit Vorwürfen überschüttet. Das Schnarchen beruht nicht auf irgendwelchen üblen Angewohnheiten, sondern entsteht ganz zwangsläufig und ist in der Regel auf Störungen

der Atmungsorgane zurückzuführen. Dabei hängt die Verschiedenartigkeit der Geräusche einmal von der wechselnden Schlaflage ab, hauptsächlich aber von den Bewegungen, die sich im Gaumen und Zäpfchen und in der ganzen Hinteren Rachenwand vollziehen. Bei gesunden Menschen bleiben diese Organe voll­kommen in Ruhe, geraten aber bei erschwerter Atmung im Schlaf in Schwingungen, die mehr ober weniger stark sein können und einzelne Organe oder auch alle zusammen ergreifen. Das hängt da­von ab, ob man mit offenem oder geschlossenem Munde schnarcht. Bei tief schlafenden Kindern wer­den sogar manchmal Erstickungsanfälle und Angst- träume dadurch hervorgerufen, daß die Zunge nach hinten sinkt.

Um das Schnarchen wirksam zu bekämpfen, muß zuerst das Grundübel beseitigt werden. Bei Erwach­senen wird in solchen Fällen meistens Schwellung der Nasenmuscheln, Verbiegung der Nasenscheide­wand oder Polypen vorliegen. Kinder haben meist mit vergrößerten Gaumen- und Rachenmandeln zu tun. Diese Ursachen können leicht durch einen klei­nen operativen Eingriff beseitigt werden, die freie Nafenatmung wird wiedererlangt, und damit ver­schwindet gewöhnlich das Schnarcken. Im allgemei­nen begünstigt die Rückenlage das Schnarchen; man versuche also, sich die Seitenlage anzugewöhnen.

SJlxfport

Die nordhessischen Gauliga-Handballspiele.

am Sonntag, 4. November.

Tuspo 86/09 Kassel 19 0 0 Gießen, Tv. Wetzlar Tv. 61 Eschwege, Tura Kassel Kur- Hessen Kassel, Tv. Kirchbauna Tuspo Betten­hausen, Kasseler Turngemeinde SC. 03 Kassel.

Fußball im Bezirk Gießeu-Oitt.

Die Spiele der Bezirkskiaffe am Sonntag.

Steinberg Bissenberg (Schmidt - Dillenburg); Naunheim Sinn (Schneider-Gießen); Wetzlar Frohnhausen (Krug-Friedberg); 1900 Dillenburg (Reis - Niederslorstadt).

Die Tabelle der II. Kreisklasse

der Gruppe Biebertal.

Gew.

llnentsch.

Verl.

Tore

Pkte.

Kinzenbach

5

1

0

31:10

11:1

Vetzberg

4

1

2

12:12

9:5

Rodheim

4

0

1

20:7

8:2

Launsbach

4

0

2

9:10

8:4

Heuchelheim II

3

1

2

14:8

7:5

Krofdorf II

3

0

4

9:27

6:6

Fellingshausen

2

1

2

4:9

5:5

Erda

2

0

4

11:13

4:6

Frankenbach

1

0

6

4:11

2:12

Hohensolms

0

0

5

6:13

0:10

In ber Gruppe Biebertal spielen 10 Vereine, ba= von sinb allein 5 Vereine Neulinge im DFB. Kin­zenbach ist Tabellenerster unb hat bas Zeug, auch weiterhin an ber Spitze zu bleiben. Vetzberg hat sich gegenüber bem Vorjahre verbessert. Die sehr junge Mannschaft von Robheim ist eine Kampf­mannschaft, bie noch manchem Gegner bie Punkte streitig machen wirb. Launsbach ist ein gefürchteter Gegner unb auf eigenem Platz kaum zu schlagen. Heuchelheim II ist als spielstark bekannt, währenb Krofborfs 2. Mannschaft bis jetzt wenig überzeugen konnte. Fellingshausen ist noch sehr unbeftänbig. Den Vereinen Erba unb Frankenbach fehlt noch bie Routine. Hohensolms ist besser, als ber Tabellen- ftanb besagt, benn burch Einstellung nicht spielbe­rechtigter Spieler verschenkte bie Mannschaft bie gewonnenen Punkte.

Fußballklub 1926 Großen-Buseck.

FL. Großen-Buseck SV. Leihgestern 5:2 (3:2).

In bem Spiel gegen Leihgestern bewies ber FC. Großen-Buseck erneut bie Hochform, in ber sich bie Mannschaft befinbet. Mit biefem Siege hat sie sich einen guten Platz in ber Spitzengruppe gesichert. Leihgestern stellte zu Anfang nur acht Mann in bas Felb unb kämpfte beshalb nur befensiv. Die Gastgeber gingen in Führung. Nachbem sich bie Mannschaft ber Gäste oeroollstänbigt hatte, ge­staltete sich bas Spiel ausgeglichener. Leihgestern kam burch einen Strafstoß zum Ausgleich. Balb aber lautete bas Ergebnis 2:1 für bie Platzbesitzer. Die Gäste vermochten aber roieber auszugleichen. Kurz vor Halbzeit riß Großen-Buseck roieber bie Führung an sich. Nach bem Wechsel setzte bie Gäste­mannschaft alles baran, um ben Ausgleich zu er­zielen. Die Hintermannschaft bes Platzbesitzers ver­eitelte aber jeden weiteren Erfolg. Die Gastgeber bagegen kamen burch schone Kombinationszüge noch zum vierten unb zum fünften Tore unb stellten bamit ben Sieg sicher.

Nieber-Ohmen I Ruppertenrod I 4:1 (1:1).

Sonntag trug bie erste Mannschaft bes Spv. 1933 Nieber-Ohmen ihr viertes Verbanbsspiel gegen bie erste Mannschaft bes Spv. Ruppertenrob aus unb gewann mit 4:1 (Halbzeit 1:1) Toren. Rupperten­rob stellte eine sehr burchschlagskräftige Mannschaft ins Felb, bie ben Gästen ben Sieg sehr erschwerte. Nach Halbzeit legte Nieber-Ohmen mächtig los und konnte den Sieg sicherstellen.

Iugendfußball im BsB.-Neichsbahn.

Nachdem die verwaltungstechnischen Arbeiten innerhalb des Vereins geregelt sind, will es sich der Vorstand in erster Linie angelegen fein lassen, sein Hauptaugenmerk auf die Jugend zu richten. Die Leitung dieser Abteilung war seither nicht die aller­beste und so mußte der Vorstand für die Führung der Jugend einen Mann finden, der sich restlos für die gute Sache einsetzt. Der neue Jugendführer hat für das Training einen Spieler der 1. Mannschaft gewonnen, so daß es, so hofft man, auch auf spie­lerischem Gebiet aufwärts gehen wird.

Am Sonntag weilte die 1. Jugendmannschaft in Wetzlar-Niedergirmes zu Gast. Nach einem schönen, fairen Spiel mußte sie sich mit 4:1 (1:0) geschlagen

WMenbriiche und Bienen- schwälme machen Weltgeschichte.

5on Kurt pastenaci

Der Bericht über die Seeschlacht von Coronel am 1 November 1914, in der der deutsche Geschwader- sührer Admiral Gras Spee ein englisches Ge­schwader unter dem Admiral Craddock vernich­tete, zeigt ebenso wie die Bericht über die See­schlacht an der Doggerbank am 24. Februar 1915 und bie ber Skagerrakschlacht vom 31. Mai 1916, welch eine Bebeutung selbst heute noch trotz aller mobernen Kampfmittel bas Wetter auf bie Entwick­lung, ja sogar auf ben Ausgang einer Schlacht haben kann. Um wieviel mehr müssen also Ent- scheibungen bes Wettergottes auf bie Menschen, bie vor zweitausenb Jahren miteinanber Krieg führten, eingewirkt haben. Die Berichte ber alten Schrift­steller sinb bann auch voll von Mitteilungen über Kampfvorgänge unb Schlachtentwicklungen unter bem Einfluß bes Wetters ober anberer natürlicher Gegebenheiten.

In ber Schlacht zwischen den Kimbern und dem römischen Heer unter Marius auf den Raudischen Feldern im Jahre 101 v. Ehr. entschied nach dem Bericht des F l o r u s fast ausschließlich das Wet­ter den Ausgang. Es war ein nebliger Tag, den Marius benutzte, außerdem war es windig, so daß ber Staub ben Germanen in bie Augen unb ins Gesicht getrieben würbe. Marius hatte seine Schlachtfront aufgestellt, baß ber Winb ben Staub ben Germanen hintrieb. Zubern würben bie Kimbern noch, wie man später von ben Gefange­nen erfuhr, vom Glanz ber Helme, ber burch bie ßu|t roibergefpiegelt würbe, geblenbet, so baß ber fymmel gleichsam zu brennen schien.

.Der Wettergatt scheint ben Römern mehrfach günstig gesinnt gewesen zu sein. So rettete er ben römischen Konsul Papirius Carbo, ber bie Kimbern unb Teutonen hinterrücks unb verräterisch in einen Hinterhalt führen ließ, vor der Vernich­tung. Die mit Recht empörten Germanen schlugen bas römische Herr vollkommen, und der römische Feldherr hätte alle seine Truppen verloren,wenn nicht während der Schlacht Finsternis, Wolkenbruch unb schwere Donnerschläge hereingebrochen wären, die bie Kämpfenben getrennnt hätten, so baß ber Kamps infolge bes Schreckens vom Himmel abge­brochen würbe."

Freilich, bem Quintilius Varus hat bas böse Wetter in ber Schlacht im Teutoburger Walde nicht nur keine Hilfe gebracht, sondern bie Vernicbtung seines Heeres noch beschleunigt. Die Oermanen; die im Gegensatz zu den Römern