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Vorwärts durch die Aufbauarbeit des Führers!

Ordentliche Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Gießen.

Dm vergangenen Dienstag hielt die Bezirks- fparf affe Gießen wie uns berichtet wird im Universitäts-Cafö in Gießen ihre diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die Vertreter der Gewährsgemeinden waren bis auf wenige Ausnahmen vollzählig erschienen Der Versammlung, die unter der Leitung von 2)i= rektor Dr. Ao p Fen müll er stand, wohnten der Vorsitzende des Hessischen Sparkassen- und Giro- verbandes, Oberbürgermeister i. R. Rahn Darm­stadt, und als Vertreter der Aufsichtsbehörde Ober­regierungsrat Dr. Schönhals vom Kreisamt Gießen bei. Der erste Punkt der Tagesordnung lautete: M

Zahresrechnung und Entgegennahme des Geschäftsberichtsfüpda§Iahrl93S - r?^e ^opfenmüller stellte eingangs fest, daß der Jahresabschluß 1935 (Bilanz nebst Ge- winn- und Verlustrechnung) vom Verwaltungsrat fer Sparkasse nach oorangegangener Prüfung durch die Revistonsorgane des Hessischen Sparkassen- und Girooerbandes unter dem 26. August 1936 geneh­migt worden sei. Der Reichsstatthalter in Hessen, als oberste Aufsichtsbehörde, hat alsdann den Jah­resabschluß genehmigt und dem Verwaltunqsrat, Vorstand und Direktor die gesetzliche Entlastung erteilt.

Daran schloß sich eine eingehende Schilderung der Geschaftsentwicklung im vergangenen Jahre an. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung wurden in Vergleichung mit den Zahlen des vorigen Ge­schäftsjahres zum Vortrag gebracht. Dem dann fol­genden Geschäftsbericht entnehmen wir:

Die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit der Bezirkssparkaffe Gießen im Jahre 1935 ist in erster Linie die Gesundung der Wirtschaftslage des Reiches und unseres engeren Heimatbezirks, die sich aus der Festigung der politischen Ver­hältnisse ergeben hat. Erhebliche Zunahme der Spareinlagen und der kontokorrenleinlagen waren der sichtbare Ausdruck dieser Entwick­lung, die andererseits die Kasse in die Lage fehle, im Rahmen ihrer fahungsmähigen Mög­lichkeiten weilgehendst durch Gewährung von Darlehen und Krediten zur Befruchtung der Wirtschaft und zur Festigung und zum Ausbau von Einzel-Existenzen beizutragen. Dabei liegt der Kasse nicht das Großgeschäft am nächsten, sondern es ist gerade die Unsumme kleiner und kleinster Geschäfte, die das wesentlichste Moment des Sparkassenbetriebes ausmacht.

Interessant war dabei die Mitteilung, daß die An­zahl der Sparguthaben von 1 bis 20 Mark = 18 804, die der Guthaben von 20 bis 100 Mark *= 8229 beträgt, während die größeren Spargut­haben in ihrer Anzahl erheblich hinter diesen Zah­len zurückblieben.

Die Spareinlagen erfuhren im Jahre 1935 einen Zuwachs von rund 1,5 Millionen RM. (1 489 228,85 RM.), einschließlich der Zinsgut­schriften. Der Bestand zum Ende des Berichtsjahres mit 20 545 251 RM. erreicht nahezu den Vor­kriegsstand. Besonderer Hervorhebung bedarf der hohe Betrag der Rückzahlung an Aufwertungs- Spareinlagen mit 1,8 Millionen RM. im Jahre 1935. Bringt man dazu erhebliche Auszahlungen auf Sparkonten zu Bauzwecken im Berichtsjahr in Ansatz, so gewinnt der Einlagenzuwachs besondere Bedeutung.

Die Kontokorrent-Einlagen erhöhten sich um rund 300 000 RM. auf 2 965 918 RM. bei einer Umsatzsteigerung von ca. sechs Millionen RM.

Gegen Hypothek wurden im Berichtsjahr 500 290,42 RM. ausgeliehen. Diese Gelder fanden ausnahmslos für den Hausbau oder Reparaturen Verwendung. Erhebliche Rückzahlungen von Hypo­thekdarlehen verhinderten eine nachhaltige Verände­rung des bilanzmäßig ausgewiesenen Hypotheken­bestandes von nunmehr 8 068 845,74 RM.

Die starke Beteiligung der Bezirkssparkasse an dem lebhaften Gießener Wohnungsbau hat sich allerdings erst im Jahre 1936 ausgewirkt, in­dem bis jetzt eine Million RM. an neuen Hypotheken zur Auszahlung gelangten. Die starke Ausleihtätigkeit war der Kasse nur im

Hinblick auf ihre hohe Liquidität möglich. Sie sucht mit diesen Ausleihen weniger die Ka­pitalanlage, sie hält es vielmehr für ihre pflicht, den langjährigen Sparern der Kasse und son­stigen Volksgenossen mit Gewährung dieser Darlehen zu helfen. Daß dabei die Grundsätze einer vorsichtigen Anlage der Gelder beachtet wurden, ist selbstverständlich.

Das Neugeschäft bezl. der Darlehen an öffentlich-rechtliche Körperschaften, insbesondere an Gemeinden, ruht durch das Kommunal-Kreditverbot vom 5. August 1931 auch heute noch. Die Dar- l e h e n erfuhren durch die regelmäßig erfolgten Tilgungen einen Rückgang von 360 000 RM.

Der Wertpapierbe st and der Kasse wurde auf 4 620 841,85 RM. erhöht. Die Zugänge erga­ben sich im wesentlichen durch die Uebernahme von 4,5prozentiger Reichsanleihe von 1935 und Schuld­verschreibungen des Umschuldungsverbandes Deut­scher Gemeinden.

Nach wie vor muß die Zahlungsbereit- schäft der Sparkasse als sehr günstig angesprochen werden. Das satzungsmäßig erforderliche Soll so­wohl der Bar-Liquidität, als auch der Gesamt-Li­quidität ist zum 31. 12. 1935 erheblich überschritten.

Die Höhe des von der Bezirkssparkasse Gießen erhobenen Hypothekenzinssatzes entspricht dem gemeinnützigen Charakter, er steht unter Ver­zicht auf Disagio, Beschaffungsgebühren und der­gleichen auf 4,75 v. H.

Die Verwaltungskosten der Sparkasse haben eine der Steigerung der Geschäftstätigkeit entsprechende Erhöhung erfahren, die insbesondere durch die Einstellung weiterer Arbeitskräfte be­dingt ist.

Rach Vornahme von Abschreibungen auf den Immobiliarbesitz und auf die Geschäftseinrich­tung weist die Kasse einen Reingewinn von 52 441,95 RM. aus, der gegenüber dem Vor­jahre kaum, verändert in die Erscheinung tritt. Der Reingewinn wird den Rucklagen der Spar­kasse zugeführt werden. Es fei darauf hinge- wiesen, daß ein solcher Gewinn nicht um feiner selbst willen angestrebt wird, sondern daß er die Rücklagen erhöhen und damit die inneren Verhältnisse der Kasse festigen soll. Es ist dies im Hinblick auf das Vertrauen, das die spa­rende Bevölkerung in die Mündelsicherheit der Sparkasse seht, ein unbedingtes Erfordernis.

Dr. Hopfenmüller schloß seine mit Beifall aufgenommenen Ausführungen mit der Versiche­rung, daß die Sparkasse in der Fortsetzung der er­folgreichen Arbeit ihre Aufgabe sehen werde, die zugleich Aufbauarbeit am Volk und Reich sei.

Dann nahm der Vorsitzende des Hessischen Spar­kassen- und Girooerbandes, Oberbürgermeister t. R. Rahn, das Wort zu längeren Ausführungen über Einzelfragen der Sparkassenarbeit. Er unterstrich das erfreuliche Vertrauen der sparenden Bevölke­rung in die Mündelsicherheit der öffentlichen Spar­kassen, die in der sicheren Verwaltung von nun­mehr drei Viertel der Gesamt-Spareinlagen in Deutschland eine hohe und verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen hätten. Er wies auf die er­folgreiche Zinspolitik der hessischen Sparkassen hin, die in ihrem Bereich kaum mehr als einen Hypo­thekzinssatz von mehr als 5 v. H. verzeichnen. Er schloß mit den besten Wünschen für die weitere Entwicklung der Sparkasse.

Als Vertreter der Aufsichtsbehörde sprach dann Oberregierungsrat Dr. S ch o e n h a l s zu der Versammlung. Er hob hervor, daß durch die Ge­setzgebung seit der Machtübernahme die Beziehun­gen zwischen Aufsichtsbehörde und Sparkasse sich enger gestaltet hätten. Die Aufwärtsentwicklung der Bezirkssparkasse Gießen erleichtere die Auf­gaben der Aufsichtsbehörde dabei sehr, das um so mehr, als die Zusammenarbeit einwandfrei und von Verständnis für die beiderseitigen Belange ge­tragen sei. Er umriß die finanzpolitische Lage her Gemeinden im Hinblick auf deren Verbundenheit mit der Sparkasse und betonte, wie sehr sich die Arbeiten der öffentlichen Hand von der teilweise jeden Verantwortungsbewußtseins und jeder Sorge für die Zukunft baren Arbeit der Zeit vor 1933 unterschied.

Die Versammlung dankte beiden Rednern mit

lebhaftem Beifall. Alsdann folgt Punkt 2 der Ta­gesordnung:

Neubildung des Verwaltungsrates der Bezirkssparkasse Gießen.

Direktor Dr. Hopfenmüller teilte die For­malien der Neubildung nach Maßgabe der Satzung mit. Es ergab sich daraus, daß die Amtszeit des neuen Verwaltungsrates mit dem 1. Januar 1937 beginnt und mit dem Jahre 1940 enden wird. Der Mitgliederversammlung oblag die Bestimmung von zwei Drittel der Mitglieder des Verwaltungsrates, während die vier weiteren Mitglieder durch Ver­fügung des Kreisamtes Gießen bestellt werden. Um für die nächste Amtszeit des Verwaltungsrates auch anderen Gemeinden als seither einen Einblick in die Verhältnisse und in den Betrieb der Sparkasse geben zu können, ging der Vorschlag im wesent­lichen auf die Auswechselung der ländlichen Ver­treter. Die Versammlung gab folgendem Vorschlag ihre Zustimmung:

1. Oberbürgermeister Ritter, Gießen;

2. Kaufmann Horst, Gießen;

3. Rechtsanwalt Krüger, Gießen;

4. Oberzollinspektor Heß, Gießen;

5. Bürgermeister Euler, Wieseck;

6. Buchhalter und Beigeordneter Kuhn, Lich;

7. Schuhmachermeister und Bürgermeister Hofmann, Bersrod;

8. Landwirt und Bürgermeister K n ö p p e r , Dorf-Gill.

Alsdann hielt der Vorsitzende des Derwaltungs- rates der Sparkasse, Oberbürgermeister Ritter, eine abschließende Ansprache. Er führte der Ver­sammlung die politischen und witschaftlichen Ver­hältnisse des neuen Deutschland vor Augen und machte daran deutlich, daß die erfolgreiche Arbeit der deutschen Sparkassen eine notwendige Folge dieser Entwicklung sei. Er schilderte die Angriffe auf die deutsche Währung, die zuletzt in der um­fassenden Abwertungsaktion des Auslandes erkenn­bar geworden sei.

Er hob demgegenüber den eindeutig erklärten Willen des Führers und seiner Reichsregierung hervor, den einmal beschrittenen Weg unter keinen Umständen zu verlassen und eine Beein­trächtigung der Geldwert- und Währungsver- hältnisse in Deutschland unbedingt abzulehnen. So wie in den letzten vier Jahren sich das Ver­trauen des Volkes zur Slaatsführung mit je­dem Jahre erhöhte, so würden es die nächsten vier Jahre bringen, und so werde auf einer in harter Arbeit gewordenen und von unzer­störbarem Vertrauen zufammengehaltenen Ge­meinschaft Deutschlands Zukunft sichergestellt werden.

Oberbürgermeister Ritter, der für feine Aus­führungen lebhafte Zustimmung erhielt, schloß die Versammlung mit einem Gruß an den Führer. Die Mitgliederversammlung vertagte sich damit auf das nächste Jahr.

9Ji.<fport

©er Stand der Fußballspiele in der Bezirksklasse, Gruppe Gießen.

Durch das Ausscheiden von Sportverein Alsfeld zählen die von diesem Verein ausgetragenen Spiele bei der Wertuna nicht. Sie gelten als nicht aus- getragen. Weiterhin ist die Frage der Gültigkeit des Spieles Wetzlar Naunheim noch nicht -geklärt. Dieses Spiel wird aber in der Tabelle als für Wetz­lar gewonnen gewertet. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen hat die Tabelle folgenden Stand:

Spiele

Gew.

Unentsch.

Verl. Pkte.

Frohnhausen

5

4

1

0

9:1

SV. Wetzlar

4

4

0

0

8:0

Naunheim

5

3

1

1

7:3

Lollar

6

3

1

2

7:5

1900 Gießen

4

1

2

1

4:4

Bissenberg

4

1

1

2

3:5

Sinn

4

1

1

2

3:5

Burg

4

1

1

2

3:5

Dillenburg

5

1

0

4

2:8

VfB.-R. Gießen

5

0

0

5

0:10

Die Frohnhäuser haben in diesem Jahre einen her­vorragenden Start. Die Wetzlarer stehen relativ vor den Frohnhäusern. Da die Mannschaft bis jetzt immer mit guten Leistungen aufmartete, so wird sie auch fernerhin sich in der Spitzengruppe behaupten. Die Naunheimer Mannschaft ist nicht mehr so spielstark wie vergangenes Jahr. Erwartet gut haben sich die Lollarer dis jetzt behauptet. Auf Grund ihres gefähr­lichen Sturmes werden sie auch weiterhin manche Mannschaft schlagen. Die 1900er haben bis jetzt noch nicht gegen die spielstärksten Mannschaften der Gruppe gespielt. Aus diesem Grunde werden erst die nächsten Sonntage genauen Aufschluß über das Kön­nen der 1900er bringen. Bissenberg, in der ver­gangenen Spielserie äußerst erfolgreich, hat in diesem Jahre enttäuscht. Die ©inner Mannschaft spielt einen besseren Fußball, als ihr Tabellenplatz vermuten läßt. Die Burger Mannschaft konnte, abgesehen von ihrem Sieg in Gießen, auch am vergangenen Sonn­tag gegen Naunheim ihre Gefährlichkeit beweisen. Wie im vergangenen Jahre haben die Dillenburger auch in dieser Spielserie bis jetzt nichts gezeigt. Am unglücklichsten von allen Mannschaften Haden bis jetzt die VfB.er gespielt. Abgesehen von der eindeutigen Niederlage in Lollar verlor die Mannschaft immer knapp, obwohl sie bei mindestens zwei Spielen ge­rade so gut den Sieger hätte stellen können.

, HC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg

Die zweite Mannschaft empfing die 1. Mann­schaft von Großen-Linden zum Verbandsspiel. Im Gegensatz zu der 1. Mannschaft der Teutonen, hatte man der zweiten weniger zugetraut und trotzdem wurde es anders. Beide Mannschaften befleißigten sich einer harten, aber immer anständigen Spiel­

weise und man sah einen rassigen Kampf, offen, und immer wieder gefährlich vor beiden Toren. Bis zur Halbzeit stand das Spiel, auch durch Hwei Selbsttore der Gäste, 3:1 für Watzenborn-Steinberg. Nach der Halbzeit bot sich das gleiche Bild. Jede der Mannschaften konnte ihre Angriffe schön vor­tragen und die Teutonen verstanden es meisterhaft auch die Chancen auszunutzen und dadurch zu einem hohen Sieg zu kommen. Der zweiten Mann­schaft gebührt ein Gesamtlob. Die Gäste hinter­ließen eineri guten Eindruck, trotzdem sie eine 10:1- Niederlage hinnehmen mußten.

Spielabteilung 2t>.1889 Klein-Linden

Klein-Llnden Ruppertsburg.

Am Sonntag hatte der Sportverein Rupperts­burg gegen den Tabellenzweiten Klein-Linden zum fälligen Verbandsspiel in Klein-Linden anzutreten. Für den Gast galt es, die ungeschlagene Position weiter zu festigen, Klein-Linden dagegen mußte alles daran setzen, um dem Spitzenreiter Watzen­born-Steinberg weiter dicht auf den Fersen zu bleiben. Der Spielverlauf:

Es entwickelte sich ein abwechslungsreicher Kampf. Beide Hintermannschaften hatten schwer zu kämp­fen. Bald zeigte es sich jedoch, daß die Aktionen des heimischen Sturmes weitaus gefährlicher waren als die des Gegners. Eine vom rechten Flügel sauber eingeleitete Aktion schloß der Halblinke mit unhaltbarem Torschuß ab. Klein-Linden führte 0:1! Bald erhöhte der Linksaußen auf 0:2. Dann kamen die Gäste, welche durch schnelle Durchbrüche immer wieder gefährlich wurden, durch einen Elfmeterstoß zum ersten Gegentreffer. Aber bald stellte der ein­heimische schnelle Rechtsaußen die alte Tordifferenz wieder her. Mit 1:3 für die einheimische Mannschaft ging es in die Pause. Nach Wiederbeginn dräng­ten die Gäste und holten ein Tor auf. Der Gast­geber ging nun seinerseits zum Angriff über. Mit großer Energie berannten sie nun das Gästetor und die Gäste hatten Glück, daß nur ein Tor fiel. Das bessere technische Können der heimischen Mann­schaft enffchied das Spiel.

Gustave Noch

Weltmeister im Halbschwergewicht.

Weltmeister Gustave Roth (Belgien) verteidigte im Berliner Sportpalast vor 10 000 Zuschauern seinen Titel im Halbschwergewicht gegen den deut­schen Meister Adolf Witt mit Erfolg und gewann den Kampf über 15 Runden überlegen nach Punkten.

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