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Der Reichsarbeitsdienst an der Jahreswende.

,®ir wollen der Stoßtrupp des Willens -es Führers sein."

Berlin, 28. Dez. (DNB.) Der Reichsarbeits- führer Hier! erläßt zum Jahreswechsel folgenden Aufruf:

Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden!

Wir blicken zurück auf ein Jahr ernfter und erfolgreicher Arbeit. Wir haben mit unserer Arbeit nach besten Kräften deutschem Blut und deutschem Boden und damit der Sicherung der Zukunft unseres Volkes gedient. Die Idee unseres nationalsozialistischen Arbeitsdienstes, der das Gegenteil bolschewistischer Zwangsarbeit darstellt, hat in der ganzen nichtbolschewistischen Welt hohe Beachtung gefunden. Der Reichsarbeits- dienst ist zu einer Einrichtung des Dritten Reiches geworden, der man selbst in jenen Ländern, in denen man dem neuen Deutschland im allgemeinen wenig Verständnis und Neigung entgegenbringt, eine manchmal mitNeid gemischte Anerkennung nicht versagen kann.

Meine Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden! Ihr habt euch durch eure Arbeit und Haltung d i e Liebe des deutschen Volkes erworben. Der Führer selbst hat euch das beim letzten Reicks­parteitag bestätigt und dem Reichsarbeitsdienst seine hohe Anerkennung zuteil werden lassen. Es gibt für uns keinen höheren und schöneren Lohn unserer Arbeit als diese Anerkennung unseres Führers und die Liebe unseres Volkes. Es kann aber auch keinen wirksameren Ansporn geben, uns auch im kommenden Jahr mit ganzer Kraft für die Erfüllung unserer Aufgabe einzusetzen.

Das kommende Jahr stellt uns vor große neue Aufgaben. Entsprechend der Verordnung des Führers vom 26. September 1936 ist der Reichsarbeitsdienst innerhalb der nächsten 2V2 Jahre um 50 v. H. zu verstärken;

der Arbeitsdienst für die weibliche Ju­gend ist in den kommenden anderthalb Jahren mehr als zu verdoppeln. Eine weitere organisatorische Ausgestaltung des Reichsarbeits­dienstes ist in nächster Zeit zu erwarten. Mit der zahlenmäßigen Verstärkung muß eine Ver­besserung aller innerer Einrichtungen auf Grund der bisherigen Erfahrungen Hand in Hand gehen.

Der Vierjahresplan des Führers stellt ge­rade uns vor eine große und schöne Aufgabe. Wir wollen der Stoßtrupp des Willens des Führers und seines Beauftragten Hermann Gö­ring sein. Niemand soll uns an Einsatzbereitschaft und Hingabe für diese Arbeitsaufgabe übertreffen! An Hemmungen und Widerständen wird es nicht fehlen, aber stärker als jeder Wider­stand wird auch in Zukunft unser zielbewußter Wille sein. Die von uns ge­forderten hohen Leistungen sind nur zu erreichen, wenn unser Wille getragen wird von den seelischen Kräften, die aus der nationalsozialisti­schen Weltanschauung entspringen. Nur aus dem Geiste dieser Weltanschauung und aus unserer Arbeitsdienstmoral, die Treue, Gehorsam und Kameradschaft, höchstes Ehrgefühl, ernstes Ver­antwortungsbewußtsein und freudige Pflichterfül­lung in sich schließt, erwächst uns die Kraft, das zu leisten, was unser Führer und unser Volk von uns erwarten. Oberstes Gesetz für jeden Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes, im besonderen für jeden Führer, bleibt es daher, diesen Geist in sich selbst au stärken, ihn vorzuleben und nach ihm in seinem Wirkungsbereich zu handeln. Mit diesem Geist vor­wärts ins neue Jahr zu neuer kämpferischer Arbeit und neuen Erfolgen!

Denkt an die Getreideablieferung!

Am 31. Dezember sollen 60 v. H. des Gettetdekontingenls abgeliefert fein.

NSG. Wo jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau, jedes Hitler-Mädel und jeder Hitler-Junge Mitarbeiten an der Gestaltung der Dinge, da wird ich auch der deutsche Bauer nicht ausschlie- ;en, auf dem die größte und höchste, aber auch chünste Verantwortung liegt. Dieser Zuversicht hat Hermann Göring in einer mitreißenden Rede auf dem Reichsbauerntag in Goslar Ausdruck ver­liehen, als er mit jenen Kreisen abrechnete, die ihm 3ur Sicherung der deutschen Nahrungsfreiheit vor­schlugen, die Getreide- und Viehpreise zu erhöhen, Angebote, die Hermann Göring als die Ehre des deutschen Bauern verletzend weit von sich wies.

Während in anderen Ländern die Staatsführun­gen offen zugeben müssen, daß ihre Landwirte mit dem (Betreibe spekulieren, stellte sich Hermann Gö­ring in seinem unerschütterlichen Glauben an die Ehrauffassung und das Nationalgefühl des deut­schen Bauern vor aller Welt auf den Standpunkt, Daß das Verantwortungsgefühl und das Pflichtbe­wußtsein der deutschen Landwirtschaft sie stets daran erinnern werden, daß erst der National­sozialismus den Bauern frei gemacht hat auf feiner Scholle, so daß keine Macht der Welt ihn davon entfernen kann, und daß sein Volk sich so lange zu ihm bekennt und ihn schützt, solange Der Bauer sich zu seinem Volke bekennt.

Dieses Bekenntnis des deutschen Bauern kann kein bloßes Lippenbekenntnis sein, dazu gehört auch die Erkennung seiner Pflicht in d e n Zeiten, in denen die Augen des ganzen Volkes auf ihn ge­richtet find, in den Zeiten, in denen er, wie nie zuvor, das Schicksal seiner ganzen Nation in seiner Hand hält.Ich kann dem deutschen Volke sagen, ihr könnt nicht jeden Tag Butter ober Fett bekom­

men, ihr müßt jetzt auf Eier verzickten, meinet- wegen auch auf etwas Fleisch. Aber, deutsche Bauern, das kann ich nur sagen, solange ich jeden Tag jeden deutschen Volksgenossen mit seinem täg­lichen Brot satt und zufrieden machen kann. Und dazu mußt du deutscher Bauer und Landwirt bei­tragen."

In wenigen Tagen stehen wir wieder vor einem neuen Ablieferungstermin für Brot­getreide. Am 31. Dezember müssen 60 v. H. des gesamten Jahreskontingents abgeliefert fein. An Diesem Tage wird sich erweisen, wo die wahren Nationalsozialisten zu finden sind, und der deutsche Bauer und Landwirt wird seine ganze Ehre darein setzen, zum Jahresschluß nicht nur 60 v. H. ab ge­liefert zu haben, sondern darüber hinaus alle verfügbaren Mengen an Brotgetreide, um die Brotnahrung unseres Volkes zu sichern. Kein Zentner (Betreibe darf feiner eigentlichen Zweckbestimmung verloren gehen. In der gesamten deutschen Landwirtschaft muß die Verpflichtung gegenüber der Nation so stark erkannt werden, daß die Ablieferung der Kontingentsmengen als eine Selbstverständlichkeit angesehen wird. Mit Selbstverständlichkeiten allein aber begnügt sich der deutsche Bauer nicht. Er will seinem Volke den Dank abstatten für die Sicherung seiner Scholle. Dank abstatten kann man aber nicht mit Selbst­verständlichem, sondern damit, daß manmehr a l s seine Pflicht tut". Dennwäre nicht der Bauer, so hätten wir kein Brot", so heißt es in einem schönen alten Gedicht.

Heute haben wir einen pflichtbewußten Bauern­stand, eine gesicherte Landwirtschaft, sie muß nun durch die restlose Ablieferung des Brotgetreides das in sie gefetzte Vertrauen rechtfertigen.

Amerikanische Flugzeuge für die spanischen Bolschewisten.

Merkwürdige Auslegung des Neutralitälsgefehes.

Washington, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das amerikanische Staatsdepartement hat bekannt- gegeben, daß es einem amerikanischen Flugzeug­maklerwiderwillig" die Erlaubnis erteilt habe, Flugzeuge und Flugzeug motore im Gesamtwerte von 2777 000 Dollar an d i e spa - nischenBolschewistenauszusühren. Auf Grund dieser Erlaubnis werden u. a. 18 Flug­zeuge nach Bilbao verschickt werden, obwohl das Neutralitätsgesetz den Präsidenten der Vereinig­ten Staaten ermächtigt, die Ausfuhr von Kriegs­material beim Ausbruch eines Krieges zwischen zwei Ländern zu verbieten. Trotz der hinlänglich bewie­senen aktiven Einmischung Der Sowjetunion in den spanischen Krieg glaubt sich die amerikanische Regie­rung auf den Standpunkt stellen zu können, daß es sich bei den Ereignissen in Spanien um einen reinenBürgerkrieg" handele, auf den das Neutralitätsgesetz keine Anwendung zu fin­den brauche.

Von zuständiger Seite wird darauf hingewiesen, daß es sich um Die erste Ausfuhr seit Dem Ausbruch des Krieges in Spanien handele. Das Staats­departement habe auf Grund der bestehenden Ver­träge die Bewilligung geben müssen. Im übrigen seien die Flugzeuge und die Motoren alt und ge­braucht, man rechne damit, daß es mindestens zwei Monate dauern werde, bis die erste Sendung ab- aehen könne und etwa acht Monate, bis der ganze Auftrag versandfertig sei. Wenn der Kongreß inzwischen ein Gesetz annehmen sollte, durch das derartige Verschickungen nach Spanien verboten werden, so werde das Staatsdepartement die Be­willigung sofort zurückziehen.

25 Sowjel-tt-Vooie auf dem Wege nach Spanien.

London, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.)Daily Mirror" erführt, daß bisher 25 sowjetrussi­sche O - B o o t e von sowjetrussischen Häfen nach Spanien abgegangen sind. Sie stehen unter dem Befehl eines Kapitäns Kamilin. Die Entsendung zweier weiterer sowjetrussischer Kriegsschiffe nach Spanien fei verschoben worden, aber die beiden Fahrzeuge lägen im Hasen von Odessa in Erwar­tung der Befehle aus Moskau unter Dampf. Sämt­liche fowjetruffifche Schiffe für Transporte von Le­bensmitteln oder Waffen nach Spanien würden in aller Eile mit weittragenden Geschützen ausgerüstet.

Schwere Niederlagen der Noten.

Lissabon, 29. Dez. (DNB. Funtspruch.) lieber den Sender Sevilla sprach am Montagabend (Ben'e- ral de Llano und gab davon Kenntnis, daß d t e roten Horden bei einem Versuch, Teruel anzu­greifen, von den Garnisontruppen zu­rückgeschlagen und verfolgt wurden. Die Verluste der Roten beziffern sich auf 250 Tote und viele (Befangene, von denen ein großer Teil der berüchtigten internationalen Brigade angehörte. Viel Kriegsmaterial wurde außerdem erbeutet. An der Südfront bei Ronda erlitten die Roten ebenfalls eine schwere Niederlage.Sie versuchten einen Gegenangriff, wurden aber durch maurische Kavallerie zurückgeschlagen und verfolgt. Auch hier entstanden den Roten große Verluste.

Ausländische Tatarenmeldungen.

Wer hat Interesse an einer Störung des Weihnachtsfriedens?

Berlin, 28. Dez. (DNB.) Unter der Überschrift Besprechungen" in Berchtesgaden eine Tataren­meldung und ihre Hintergründe", schreibt das 12-Uhr-Blatt" am Montag u. a.:

Die Korrespondenten zahlreicher französischer und englischer Blätter erhielten von chren Schriftlei­tungen Telegramme, in denen sie aufgefordert wur­den, unverzüglich nach Berchtesgaden zu reifen. Der Führer halte dort, so versicherte man, wichtigste Besprechungen ab. Man wußte von London und Paris den überraschten Berliner Korrespondenten sogar noch mehr zu melden: daß nämlich Ministerpräsident Göring, Reichsaußenmi­nister Freiherr von Neurath, der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Fritsch, Generalad­miral Roeder und Reichsbankpräsident Dr. Schacht an diesen Besprechungen teilnähmen. Die Wichttg- tett der Beratungen ginge daraus eindeutig hervor.

Bevor wir auf diese Tatarenmeldung eingehen, fei uns eine Feststellung erlaubt: In Deutschland herrscht im Augenblick völlige politische Ruhe. Die Reichsregierung hat deshalb auch kei­nen Grund, ausgerechnet in den Weihnachtstagen zu Beratungen zusammenzutreten oder Notmaß­nahmen irgendwelcher Art zu erlassen. Der Führer selbst hat das Fest damit zugebracht, sich Ruhe zu gönnen und Erholung zu suchen. Keiner fei­ner Mitarbeiter, weder Göring noch Neu­rath, noch Fritsch, noch Roeder, noch Dr. Schacht haben während Der Weihnachtstage in Berchtesgaden geweilt. Sie sind weder vom Führer gerufen worden, um an Beratungen teilzunehmen, noch find sie ohne Aufforderung beim Führer erschienen, um ihm ihre politischen Sorgen vorzutragen. (Bin Telephongespräch hätte den Zeitungen, die für eine Verbreitung der Lü­genmeldungen gesorgt haben, 'jederzeit Klarheit ver­schafft. Man hat das nicht getan. Man hat ent­gegen ollen journalistischen Gepflogenheiten wie­der ein Gerücht verbreitet, ohne es vor­her auf seine Richtigkeit hin nachgeprüft zu haben. Und damit berühren wir die Hintergründe dieser neuen Lügenmeldungen. Wie die Dinge be­weisen, gibt es immer noch eine gewisse hysterische Journaille, die versucht, eine künstliche Beun­ruhigung in das politische Leben Europas zu tragen.

Oder sollte hinter diesen Erfindungen, die reinsten Wassers sind, etwa eine amtliche Stelle stehen? Wenn man überlegt, daß sich sogar große und angesehene Blätter nicht gescheut haben, den

Unsinn wiederzugeben, so möchte man diesen Ver­dacht fast aussprechen. Dann aber erhebt sich um so nachdrücklicher die Frage: Wer ist diese Stelle, die durch solche kurzsichtigen Manöver versucht, Unsicherheit und Unordnung in das poli­tische Leben Europas zu bringen? Betrachtet man jenseits der deutschen Grenzen es als eine Arbeit am Frieden und an der Verständigung, in dieser Weise zu schüren?

Auck dieBZ. am Mittag" nimmt unter der UeberschriftWeihnachtliche Ladenhüter" zu den ausländischen Lügenmeldungen überWichtige Aus­sprachen in Berchtesgaden" u. a. wie folgt Stellung: Die deutsche Politik setzt, wie eben bekannt gewor­den ist, erst nach Neujahr wieder ein, nämlich mit dem Neujahrsempfang beim Führer Adolf Hitler am 11. Januar in Berlin. Da glauben aus­ländische Nachrichtenschwindler, uns die Ruhepause zwischen Heiligabend und Neujahrsempfang arg« wöbnisch, ja böswillig und oerleumDe- r i sch verderben zu sollen! Die Herren irren sehr. Seit fünf Jahren, seit es eine geordnete, pfleglich geleitete und mit Weitblick angelegte nationalsozia­listische Reichspolitik gibt, sind wir ohneW eih- nachtskrise". In manchen anderen Staaten, unter anderen Verhältnissen, gibt es das zwar noch, daß unstete, mit Machenschaften arbeitende Politi­kaster ihren Völkern die Weihnachtsmuße schmä­lern. Aber jene Drahtzieher, die hierbei im Trüben fischen, schließen fälschlich von ihren Zuständen auf bie unfrigen, wenn sie meinen, daß, weil sie es nicht können, auch wir nicht ohne die alljährlicheWeihnachtskrise" auszukommen vermöchten. Bei uns fanden und finden jetzt keine wichtigsten Besprechungen" statt. Es wäre gut, wenn die Greuelhetzer im Auslande sich endlich dar­über klar würden, daß sie, die unsere politische Ord­nung nicht begreifen, jenseits der Zeit le­ben. Ihre Tatarenmeldungen geben uns in diesen Tagen lediglich Anlaß zu der Feststellung, daß sie genau fünf Jahre zu spät hinter uns herlaufen. Ist es aber Dienst an der fortschrittlichen Befriedung der Welt, anachronistische Märchen gegen uns aufzu­wärmen. Wer steht überhaupt hinter solchen Lügen? Derartige weihnachtliche La­denhüter nehmen wir weder vor noch nach dem Fest entgegen, und auch die internationale Politik muh im Interesse der Klarheit der Entwicklung ihre Annahme verweigern.

Zentrale Lenkung -er Arbeitskräste.

Gewandelte Aufgaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung.

Wenn man sich den letzten, den achten Jahres­bericht der Reichsanstalt, der jetzt vorliegt, genauer ansieht, muß man zurückdenken an die Gründung dieses Unternehmens, das heute nicht mehr aus dem Rahmen des Dritten Reiches Hinwegzudenken ist. Ursprünglich lag der Schwerpunkt der Tätigkeit der Reichsanstalt bei der Arbeitslosenver­sicherung. Mit diesem Behelfsmittel versuchte man die Erwerbslosigkeit zu lindern. Es lag schon im Gedanken der Versicherung, die kurzsichtige An­nahme verankert, man könne mit Hilfe von Der- sicherungsleistungen diezeitweilig" von der Ar­beitslosigkeit Betroffenen vor dem Hunger retten. Die hereinbrechende Krise hat diesen Glauben zer­stört. Die Erwerbslosigkeit nahm infolge der ver­fehlten Wirtschaftspolitik nicht nur derartig zu, daß sie die rein bilanzmäßigen Grundlagen der Arbeits­losenversicherung völlig zerstörte, sondern es zeigte sich sehr bald, daß die durch die Rationalisierung und die Wirtsckaftsumlagerung der Nachkriegszeit in sehr vielen Gegenden eingetretene Erwerbslosig­keit nie mehr zu beheben war.

Aus der Reichsanstalt wurde dann im Verlauf weniger die Versicherung als der Treuhänder der Reichsmittel zur Linderung der Erwerbslosigkeit. Das Dritte Reich stellte ihr völlig neue Aufgaben. Der Schwerpunkt ver­lagerte sich auf das Gebiet der Arbeitsver­mittlung. Der passive Gedanke der bloßen Ver­sicherung trat zurück vor der Akttvität der Reichs­regierung und des Nationalsozialismus, der in dem Worte Arbeitsvermittlung eingeschlossen ist.

Jeder Deutsche und darüber hinaus auch jeder Fachkundige des Auslandes kennt heute jene un­vergleichliche Kurve des Absinkens der Er­werbslosigkeit in Deutschland, seitdem der Führer nach der Machtübernahme die ganze Kraft der Nation in den Dienst der Bekämpfung der Erwerbslosigkeit stellte. Es ist jene Kurve, die sich von etwa sieben Millionen Erwerbslosen auf rund eine Million senkte! Dieser kaum faßbare Er­folg hatte zunächst einmal eine entsprechende Sa­nierung der Finanzen der R e i ch san­ft a 11 zur Folge. Sie konnte wieder, auf sich selbst gestützt, an neue Aufgaben Herangehen. Es wird immer ein Ruhmesblatt für sie bleiben, mit welcher Akttvität sie unter Leitung von Präsident Dr. Syrup diese Aufgaben bewältigte.

Wir können nach 1933 feststellen, wie die Reichs­anstalt sich Zug um Zug, sehr zielbewußt und mit wenig Aufhebens in der Oeffentlichkeit ihre heuttge zentrale Stellung sicherte. Sie hat mit Entschieden­heit und Erfolg um das Monopol der Ar­beitsvermittlung gekämpft. Wir stehen nicht an zu erklären: die Uebertragung der Arbeitsver­mittlung in die öffentliche Hand hat sich durchaus bewährt und ist so elastisch geblieben, wie man es von einer so großen Behörde überhaupt nur erhof­fen konnte. Mit der fortschreitenden Verminderung der Erwerbslosenziffern und dem anderseits wachsen­den Mangel an Facharbeitern wurde von Jahr zu Jahr und vor allem in dem verflossenen Jahr von März 1935 bis zum März 1936 der Berufs­beratung und dem Arbeitsaustausch, der Umschu­

lung, wie der planmäßigen Siebung der noch nicht erroerbstätigen Arbeiter ein immer größeres Augen­merk zugewandt.

Heute hat die Reicksanstalt auch diese ungeheuer weittragende Berufsberatung in der Hand, eine völlig neue Aufgabe, die sich aber bei der not­wendigen Lenkung der Arbeitskräfte der Natton schon von einem recht frühen Alter an als unum­gänglich erwiesen hat. Die jünost erlassenen Ver­ordnungen über den Einsatz der Arbeitskräfte inner­halb des Dierjahresplanes haben diese neuen Auf­gaben ganz besonders in den Vordergrund gestellt und zugleich auch die machtvoll erweiterten Befug­nisse der Reichsanstalt auf diesem Gebiete flarge- stellt.

In dem Maße, in dem der Wirtschaftskörper der Nation sich immer reibungsloser der zentralen Len­kung unterordnete und die im Vierjahresplan gip­felnde Initiative der Regierung die Kraft des ein­zelnen in die Leistung der Gesamtheit einfügte, mußte auch die Reichsanstalt jene zentrale Stellung im Mittelpunkt des gesam­ten Arbeitslebens der Nation erhalten, die ihr zukam. Es ist ein sicherlich für Ausländer erstaunlicher Zustand und eine Der organisatorischen Glanzleistungen des Dritten Reiches, daß es gelang, diese von so vielen anderen Wirtschaftsgroßmächten versuchte Aufgabe zu losen. Auch in Den anderen Staaten, vor allem in England und in Den Ver­einigten Staaten, hat sich inzwischen Die private Initiative, Das liberalisttsche Unternehmertum, als unfähig erwiesen, auf Der Basis der sog. Selbstver­waltung die Erwerbslosigkeit zu bekämpfen und Den durch Die Rationalisierung freigesetzten Arbeitskräf­ten neue Arbeit zu verschaffen. Der Staat allein kann durch feine Überparteiliche Aktivität und seinen Ueberblicf über Das Ganze eine so ungeheure Auf­gabe meistern.

Diese Dinge kann man in dem umfassenden Zahlenmaterial Des achten Berichtes Der Reichsan­stalt nur zwischen Den Zeilen lesen. Der Bericht bie­tet eine Fülle von Einzelheiten aus Dem Tätigkeits­bezirk Der Reichsanstalt. Schon allein Das ausge- Dehnte Gebiet Der aktiven Hilfe Der Reichsan­stalt durch Die Unterstützung von Notstandsarbei- ten, des Landarbeiterwohnungsbaues, Des Eigen­heimbaues, Der ForDerung von Privatunterneh­mungen erfordert eine Sonderbetrachtung. Es gibt ja heute im Grunde genommen kaum noch eine Tätigkeit im Deutschen Reich, Die nicht den Arbei- tenDen in irgendeine Beziehung zur Reichsanstalt brächte. Der Lauf der Entwicklung geht aber ganz offensichtlich dahin, diese umfassende Sorge für Den einzelnen und fein Wohl noch weiter auszubauen. Es wird immer eine Sorge bleiben. Es soll immer etwas von der engen menschlichen Anteilnahme an dem Geschick des einzelnen dabei bleiben. Je elastischer dieser große Apparat bleibt, je inniger er wirklich als Berater, als Freund und als Be­treuer der Volksgemeinschaft auftritt und je besser das Verhältnis Des einzelnen zu ihm wird, desto reibungsloser wird die Reichsanftalt die ihr gestell­ten großen Aufgaben Des nächsten Jahres bewäl­tigen.

Aus aller Welt.

Der Brand am Potsdamer Platz in Berlin.

lieber Den Brand im Schacht der neuen Nord- Süd-8-Bahn am Potsdamer Platz in Berlin wird von unterrichteter Seite noch folgendes mitgeteilt: Der Umfang Des BranDes erschien zunächst gefähr­licher, als er in Wirklichkeit war. Irgendeine Gefahr für Das alte Palasthotel, in Dem sich jetzt Die Räume Des Mitteleuropäischen Reisebüros befinden, und die daneben liegenden Häuser besteht nicht, so daß Der Betrieb dort wieder ausgenommen werden konnte. Auch Die eigentlichen Bauarbeiten find im wesent­lichen nicht berührt worDen. Jetzt gilt es, Die Fahr­bahn roieber in Stand zu setzen, lieber die Ursache des Feuers steht noch nichts Genaues fest.

Großes Schadenfeuer in Nürnberg.

In Nürnberg entstand in Der Lagerhalle Der Firma Transport- unD^ Handelsgesellschaft ein F e ue r, das sich so schnell ausbreitete, daß binnen kurzer Zeit Die ganz aus Holz errichtete Halle in hellen Flammen stand. Fast sämtliche Feuerwehren von Nürnberg mußten ausrücken. Die Bekämpfung Des Brandes wurde dadurch erschwert, daß Die Schlauchleitungen über eine Entfernung von über 500 Meter gelegt werden mußten. Drei Eisenbahn­wagen, Die mit Mehl beloben vor Der Halle stan­den und bereits Feuer gefangen hatten, konnten noch rechtzeittg rangiert werden. Einige in unmittel­

barer Nähe der Halle lagernde Benzinfässer konn­ten ebenfalls im letzten Äugenblick beiseite geschafft werden. Durch Den Brand ioroie durch Die unge­heuren Wassermassen Dürfte oer größte Teil Der in Der Halle lagernDen Mehlvorräte vernichtet sein. Neben der Lagerhalle, in Der sich auch Die Büro­räumlichkeiten befanDen, fielen Dem Brande ein kleiner Lagerschuppen sowie zwei Autoeinstellräume zum Opfer.

Der lob in Den Bergen.

Am Hohen Jfen im Walsertal ist am ersten Weihnachtsfeiertag Der 24 Jahre alte Feldwebel Gottfried Immerz beim Skilaufen an einem ver­eisten Hang abgestiirzt. Er erlitt einen Schä­delbruch, an dessen Folgen er kurz darauf ft a r b. Auck am Geigelstein bei Schleching ereignete sich ein tödlicher Unfall. Die 21 Jahre alte Studen­tin der Phototechnischen Hochschule in Berlin, Inge- borg Weigel aus Ecking am Simssee, befand sich mit einem Begleiter auf Dem Wege zur Roßalm. Ein schwerer Schneesturm zwang Die beiden zur Umkehr. Da bie stark erschöpfte Studentin Der Rück­fahrt nicht mehr gewachsen war, fuhr Der Begleiter ms Tal voraus, um Hilfe zu holen. Bis jeDoch Die alarmierten Bergwachtmänner eintrafen, war Die Erschöpfte bereits tot.

Während Der Feiertage ereigneten sich auch iy Den österreichischen Bergen zwei schwere un<*