Einzelbild herunterladen

Nr. 303 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Dienstag, 29. Dezember 1056

ErschetM tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die OUuftrterte (Bießener Familienblätte» Heimat im Bild Die Scholl-

Monatr'vezugrpreir:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Mnfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten. Anzeiger Siesten

Postscheckkonto:

Stanffiirt am Main 11686

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vniL und Verlag: vrühl'sche UnivrrfitStr-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftrftelle: Schulstrahe 1

Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text­anzeigen von 70 mm Breite 5ORpf.,Plahvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/ mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf, Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Die Wirtschaft an -er Jahreswende.

Seit 1933 bereits währt der allgemeine wirt­schaftliche Aufschwung. Während jedoch die ersten beiden Konjunkturjahre nur von dem unbedingten Willen beherrscht waren, die Krise zu überwinden, läßt sich für das soeben abgelaufene Jahr fest­stellen, daß jetzt der ungehemmte Aufschwung be­reits in die Bahnen eines geregelten Aufbaues geleitet worden ist. Wie bei allen wahrhaft großen Aufgaben, die ein Volk zu leisten hat, so ist auch hier an die Stelle der Begeisterung inzwischen der ernste Wille zur Tat getreten. Wenn wir nun einen Blick rückwärts werfen, so können wir aber auch bereits Erfolge verbuchen, wie sie wohl fein anderes Land in dieser verhält­nismäßig kurzen Zeitspanne aufzuweisen vermag. Aus einem wirtschaftlichen Chaos, aus einer ge­radezu trostlosen Lage um die Jahreswende 1932/33 ist eine Wirtschaft voll rauchender Schlote empor­gewachsen, eine Arbeiterschaft voll Zuversicht und ein Staat mit gesunder finanzieller Grundlage. Und das deutsche Volksoermögen ist um etwa 40 bis 50 Milliarden vergrößert worden!

Der Wert der deutschen Industrie­produktion ist von 37,8 Milliarden Mark im Jahre 1933 stufenweise auf 49,6, weiter auf 58 und im soeben abgelaufenen Jahre erneut auf 64,4 Milliarden Mark gestiegen. Die jährliche Leistung unserer Industrie konnte in diesen vier Jahren also wertmäßig nahezu verdoppelt werden. Von entscheidendem Wert in dieser Entwicklung war, daß diese gewaltige Erhöhung der Werte-Schöpfung nicht durch preismäßige Erhöhungen erreicht wurde. Die Preise für unsere industriellen Erzeugnisse sind im Gegensatz zur Entwicklung im Ausland im großen und ganzen st a b i l geblieben. Daher ist die Steigerung des Produk­tionswertes unserer Industrie eine reine Mehr­leistung!

Daß die Preise in Deutschland auf ihrem alten Niveau festgehalten wurden, hatte zwei gute Gründe. Einmal sollte dem deutschen Arbeiter die volle Kaufkraft seines Verdienstes erhalten werden; zum anderen aber sollte der deutsche Wirtschafts­aufschwung nicht frühzeitig durch zu stark gestiegene Preise wieder zunichte gemacht werden. Infolge der geregelten Preise sind entsprechend auch d i e Mo ft en der Lebenshaltung verhältnis­mäßig stabil geblieben.

Index der Lebenshaltungskosten (1913 - 100)

1934 121,1

1935 123,0

1936 124,8

Die steigenden Verdienste, die der Arbeiter, der Angestellte und der Beamte entsprechend der stän­dig zurückgehenden Arbeitslosigkeit, der Erhöhung der Arbeitszeit, der Erhöhung der Lohnstufen ver­einnahmen konnten, flössen daher reichlicher dem Konsum zu. Auch hier handelt es sich bereits um Milliardenbeträge. Das Lohn- und Gehalts- einkornrnen hatte sich für das Jahr 1933 auf 26,3 Mrd. RM. belaufen; irn soeben abgelaufenen Jahre hingegen konnten bereits 34,5 Mrd. RM. an Lohn und Gehalt vereinnahmt werden. Gut 8 Mrd. RM. wurden also 1936 an Löhnen und Gehältern mehr vereinnahmt als im ersten Jahr des Wirt- fchaftsaufschwungs.

Das Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten.

1933 29,3 Mrd. RM.

1934 29,8

1935 31,8

1936 34,5

Die Kauffreudigkeit hob sich dementspre­chend. Vor allem wurde das gekauft, wozu es wäh­rend der Jahre der Arbeitslosigkeit nicht gereicht hatte. Die kleinen Genüsse des Alltags, wie der Zigarettenoerbrauch, der Bierverbrauch, der Ver­brauch von Butter, von Südfrüchten ufro., ferner aber auch der Verbrauch von Kleidungsstücken, von Möbeln und Hausrat und den tausend Dingen des täglichen Lebens sind schon merklich gestiegen.

Beispiele der Verbrauchsentwicklung (1928 = 100).

1933 1935 1936

Butter

107

111

117

Seefische

106

123

150

Südfrüchte

112

106

136

Zucker

87

98

103

Bier

60

70

72

Wein

78

139

150

Zigarren

81

99

107

Zigaretten

98

109

113

Kleidung, Wäsche

56,4

66,5

71,8

Hausratwaren

54,9

70,0

83,8

Möbel

57,9

77,2

95,7

Radioapparate

181,8

193,9

Spielwaren

45,8

48,9

68,6

So wie in der Krise ein Glied das andere in der Kette der wirtschaftlichen Ereignisse mit nach unten gerissen hatte, so zieht andererseits im jetzigen Wirt- schaftsaufschwung ein Vorgang den anderen mit auf­wärts. Das kann man nicht nur bei der Industrie­produktion und bei den Einkommen beobachten, son­dern das läßt sich auch vielfältig weiter verfolgen. Der vermehrte Warenbedarf ließ den Güterver­kehr auf der Eisenbahn, auf den Wasserstraßen und per Luft zunehmen; die im abgelaufenen Jahre erstmalig wieder gestiegene Ausfuhr brachte un­serer Schiffahrt mehr Beschäftigung; die gesicherte Zukunft Deutschlands hob die Zahl der Eheschlie­ßungen und ließ dadurch die Wohnungsbau­tätigkeit beträchtlich zunehmen. Andererseits gingen die Zusammenbrüche in der Wirtschaft zu«

Außenpolitische Jahresbilanz 4936.

Rückblick und Ausblick unserer Ausländskorrespondenten.

Das Dreikönigsjahr in England.

Von unserem H. E.-Äerichierstatier.

Das Jahr 1936 ist für England schicksalsschwer gewesen wie keines der Nachkriegsepoche. Ein Kö­nig starb, ein zweiter dankte nach elfmonatiger Herrschaft ab, ein dritter beflieg an der Schwelle des alten Jahres den Thron. Das innere Gefüge des politischen Lebens der vereinigten Königreiche, deren größter Stolz eine Tradition von Jahrhun­derten ist, hatte vorübergehend eine starke Be­lastungsprobe zu bestehen. Daß das Imperium sie überwand, daß das britische Weltreich heute so fest gefügt ist wie kaum je zuvor, stellt der natio­nalen Disziplin des englischen Volkes ein glänzen­des Zeugnis aus.

Die inneren Ereignisse wogen deshalb besonders schwer, weil sich im Jahre 1936 zugleich eine grund­sätzliche Umstellung der englischen Außenpolitik vollzog, deren ganze Tragweite vielleicht erst im neuen Jahr überblickt werden kann. Wenn das Jahr 1935 das Ende gewisser Illusionen brachte, die England mit dem BegriffVölkerbund" verknüpfte, so haben die schmerzlichen Erfahrungen insbesondere in der abessinischen Frage während des Jahres 1936 zu einem gründlichen Wandel von Anschauungen und Methoden geführt. Der ita­lienisch-abessinische Krieg hat der britischen Nation eine harte Lehre erteilt. Und die englische Regie­rung hat aus, dem Versagen Genfs praktische Folge­rungen gezogen, die in ihrer Folgerichtigkeit abso­lut zwingend sind. Die Politik der nationalen Re­gierung hat etwas erreicht, was Ende 1935 sicher nur wenige für möglich gehalten hätten: Obwohl London sich seinerzeit zum Wortführer der Völker­bundspolitik gegen Italien gemacht hatte, obwohl diese Politik zum Scheitern verurteilt war, hat Eng­lands Prestige darunter nicht gelitten. Italien selbst ist lebhaft daran interessiert, möglichst schnell alles vergessen zu lassen, was an feinem Triumph über England erinnern könnte. Nach dem Handelsabkom­men würde mun es am Tiber sicher begrüßen, wenn die vorbereitete Vereinbarung über das Mittel­meer nun rasch zustandekäme. Wie groß der Wan­del ist, wird erst ganz deutlich, wenn man sich erinnert, daß noch vor kaum mehr als Jahresfrist Europa vor einem englisch-italienischen Kriege zit­terte, daß England damals seine Flotte im Mittel­meer dauernd verstärkte und in London die Mög- keit erörtert wurde, daß die italienische Luftwaffe Englands Seewege angreifen könne. Das alles ist heute vergessen, ebenso vergessen wie der Negus, von dem man in London nicht mehr spricht, obwohl er doch einmal von der Londoner Bevölkerung mit einer Herzlichkeit begrüßt wurde, die eines besseren Objektes würdig gewesen wäre.

Die schnelle Ueberwindung der Krise hat freilich eigentlich einen sehr einfachen Grund. Als das absolute Versagen des Völkerbundes erwiesen war, entschloß sich das Kabinett Baldwin, zu einer Poli­tik zurückzukehren, die sich von der der Vorkriegs­zeit im Grunde nur dadurch unterscheidet, daß man heute für gleiche Dinge andere Formulierungen gebraucht. England treibt jetzt ganz bewußt und unverhüllt Machtpolitik im großen Stile. Eine gigantische Aufrüstung soll England die Stel­lung wiedergeben, die es zum Schutze seines Empire nötig zu haben glaubt; sie soll zugleich das Gewicht der englischen Stimme im europäischen Konzert verstärken. Rückblickend kann man sich des Ge­dankens nicht erwehren, daß Baldwin das Versagen des Völkerbundes nicht ungelegen gekommen ist. In der Tat verfügt die britische Regierung ja heute in Europa über eine Stellung, die selbst von Frank­reich nicht mehr unterhöhlt werden kann, obwohl Paris in den Nachkriegsjahren ständig und erfolg­reich bemüht war, den Einfluß des englischen Freundes in Europa nach Kräften zu mindern.

England könnte also außenpolitisch mit dem Er­gebnis des Jahres 1936 ganz zufrieden sein, wenn da nicht ein Faktor wäre, der in London als störend empfunden wird: das Erstarken eines Deutschland, das den ihm gebührenden Platz verlangt. Englands europäische Politik gipfelt sicher darin, den Frieden zu wahren aber einen

Frieden, dessen äußere Formen es doch irgendwie selbst bestimmen möchte. Deutschlands Forderung nach tatsächlicher Gleichberecktigung stößt deshalb cm der Themse auf eine Ablehnung, die darauf schließen läßt, daß man in Deutschland wieder den Rivalen wittert, obwohl das deutsch-englische Flot­tenabkommen doch schließlich zur Genüge gezeigt hat, daß uns gerade daran liegt, für immer eine derartige Rivalität auszuschalten. Tatsache jedoch ist, daß England sich seine Bundesgenossen da sucht, wo nicht gerade Deutschlands Freunde sitzen. Wenn man auch heute nicht von Bundesgenossen spricht, weil das ja der Volkerbundsterminologie wider­spräche, so hat die ganze Außenpolitik doch eine verzweifelte Ähnlichkeit damit. Man verurteilt in London zwar eine Blockbildung in Europa aufs schärfste. Aber es hat doch den Anschein, als wolle England auf längere Sicht das tun, was e s

anderen unterstellt. Allerdings mit dem einen sehr wesentlichen Unterschied, daß ein der­artiger Block dann nicht der Verteidigung gesamt- europäijcher Interessen und europäischer Kultur dienen würde, sondern ausschließlich den machtpolitischen Zielen des Empire.

Der deutsche Botschafter in London, der feinen Posten im Jahre 1936 bezogen hat, sicht sich vor die ungeheuer schwere Aufgabe gestellt, gegen Vor­urteile und vorgefaßte Meinungen kämpfen zu müssen. Immerhin: Die Aufgabe lohnt den Kampf. Wenn man früher gesagt hat, eine Bereinigung der deutsch-französischen Gegensätze bedeute den Frieden, so kann man heute ebensogut sagen, daß ein Ausräumen der Mißoer st ändnisse zwischen England und Deutschland die Brücke zu einer neuen Welt bauen kann, politisch und wirtschaftlich.

Frankreich: Sin Schritt znriilk?

Von unserem Aoe.-Äerichterstaiier.

Für die Ruhe Europas ist nichts so notwendig wie eine deutsch-französische Annähe - r u n g", so erklärte Außenminister D e l b o s am 4. Dezember in der Kammer, und er fand für diese Bemerkung höflichen Beifall. In den Betrachtungen der Presse ging diese Bemerkung völlig unter, und die breite Öffentlichkeit, die mit der hundertfältig gebundenen Presse nicht gleichgesetzt werden darf, hat von diesem Teil der Delbos-Rede so gut wie nichts erfahren.

In Wahrheit verläuft die Anteilnahme an dem vom Außenminister angeschnittenen Problem genau in der umgekehrten Ordnung. Die breite Öffentlichkeit, der Durchschnittsfranzose, der Fran­zose als Einzelperson, haben seit langem die Not­wendigkeit einer Bereinigung des deutsch-franzö­sischen Verhältnisses erkannt und erstreben ehrlich eine Annäherung beider Völker. Die Presse pflegt sich zum Tummelplatz von Meinung und Gegen­meinung auch auf diesem Gebiet zu machen. Die Regierung aber betrachtet diese Frage weder als Ausgangspunkt noch als Endziel, sondern stellt sie als eine der mehr gefühlsmäßigen Faktoren in ihre große politische Berechnung ein, für die in erster Linie Erwägungen der Zweckmäßigkeit und des politischen Erfolges maßgebend sind.

Politisch gesehen ist damit die Rolle bereits be­stimmt, die die Frage der deutsch-französischen An­näherung heute im Leben Frankreichs spielt. Die Regierungen, gegenwärtige wie frühere, betrachten die Annäherung als wünschenswert, weil sie für Frankreich eine außenpolitische und militärische Beruhigung bedeuten würde. Aber sie bleibt im wesentlichen freundlich erwähnter Gegenstand ein­leitender Nebensätze für eine französische Tatsachen­politik, deren Ziel, eingestanden oder abgeleugnet, eine internationale Frontenbildung gegen Deutschland bleibt.

Wer als Deutscher in Frankreich diese schicksals­schwere Entwicklung miterlebt, kann sie nur mit Be­dauern betrachten angesichts der ehrlichen Bestre­bungen bester Köpfe und Charaktere auf beiden Seiten der Grenze, die sich für eine tatsächliche An­näherung einsetzen. Jede Kundgebung der betreffen­den deutsch-französischen Organisationen zeigt den im Volk bestehenden Verständigungswillen. Wie gewaltig kam dieser im Juli bei dem internationa­len Fröntkämpfertrffen auf dem Blutacker von Douaumont zum Ausdruck. Und durfte man nicht trotz aller Unterschiede des Regimes besondere Hoffnungen auf die Volksfront-Regierung Blum setzen, die die Parole des Friedens auf ihre Fahne geschrieben hatte?

Trotzdem ist im abgelaufenen Jahr die Annähe­rung praktisch keinen Schritt vorwärts gekommen, im Gegenteil, gerade die Volksfront- Regierung erwies sich wegen ihrer starken Abhän­gigkeit von doktrinären Sozialisten und der grund­sätzlich deutsch-feindlichen Kommunisten als eine neue Hypothek für die deutsch-französischen Bezie­hungen. Dies vor allem, weil die Volksfront bei der

Beurteilung außenpolitischer Probleme nicht die er­forderliche Zurückhaltung aufgebracht hat, die Tat­sache unterschiedlicher Regime als zweitrangig und als innere Angelegenheiten der betreffenden Staa­ten im strengsten Sinne zu behandeln. Zu dieser Belastung ist die weitere der spanischen Frage getreten, in der das Frankreich der Volksfront feine Sympathien für das rote Spanien und seine politi­schen Berechnungen zu einem neuen Meinungsfeld­zug gegen das nationalsozialistische Deutschland aus­weiten zu müssen glaubte.

Neben diesem Volksfront-Frankreich, dessen ne­gative Politik gegenüber Deutschland in den letzten Wochen immer augenscheinlicher geworden ist, steht unverändert das Frankreich der doktrinä­ren traditionellen Politik, steht unver­ändert das Frankreich einer militäri­schen V o r h e r r s ch a f t, sei es aus eigener Kraft, fei es mit Hilfe einer geschickt und zähe verfolgten Bündnispolitik. Soweit es noch an den Auffassun­gen von Versailles festhält, sieht es nur ein trotz Versailles machtvoll erstarkendes Deutschland. So­weit es eine Politik der Gegebenheiten betreiben will, sucht es seine außenpolitischen Hauplstützpunkte in London und in Moskau. Womit sich die beiden Hauptströmungen Frankreichs aus verschie­denartigen Beweggründen zusammenfinden, um un­ter Anrufung einer Politik des Friedens und der europäischen Zusammenarbeit praktisch eine Front- und Blockpolitik gegen Deutschland zu verfolgen.

Für die Saat einer deutsch-französischen Annähe­rung ist also der Boden heute fast wieder so steinig wie in den ersten Jahren der Nachkriegspsychose. Das wird die oft bekundete Verständigungsbereit­schaft Deutschlands nicht lähmen. Wir hoffen weiter, im Bewußtsein unserer friedlichen Absichten und in der Gewißheit, daß eines Tages die wahre Er­kenntnis eines friedliebenden französischen Volkes den ihm von engen nationalistischen, internationa­len, doktrinären und rüstungsindustriellen Inter­essenten angelegten Panzer durchstoßen wird.

Das erste Jahr

-es italienischen Imperiums.

Von unserem Sch.-Äerichterstatier.

So reich auch an Wechselfällen das Jahr 1936 für Italien gewesen ist, der Stand am Ende dieses ersten imperialen Jahrs" läßt sich für das faschi­stische Italien in wenige Worte zusammenfassen: es hat nach innen und nach außen die Feuer- und Kraftprobe bestanden. Wirtschaftlich, finanziell, militärisch und politisch.

Der S a n k t i o n s k r i e g, mit dem das Genfer Institut die Generalprobe feiner Kriegsmaschine machen wollte, hat als politisches Instrument ver­sagt. Als wirtschaftliches Druckmittel ist er an den Gegenmaßnahmen Italiens und seiner korporativen Abwehraktion gescheitert. Der entschlossene wirt­schaftliche Widerstand des ganzen italienischen Vol-

rück. Und vor allem: Das deutsche Volk spart wieder! Gegenwärtig betreuen die deutschen Sparkassen einen Betrag von 14,3 Milliarden RM. Spargeldern, einen Betrag, wie er in der Nach­kriegszeit noch niemals erreicht worden ist!

Der Staat selbst kann ebenfalls die Früchte feiner großen Anstrengungen ernten. Das hohe Ziel der Schaffung eines Arbeitsplatzes für eben arbeitswilligen Deutschen brachte nicht nur das große Rad der Wirtschaftskonjunktur wieder in Gang, sondern es verschafft jetzt auch dem Staat in steigendem Maße Steuereingänge und eine gesunde finanzielle Grundlage. Das Auf kom­men an Steuern und Zöllen wird für das Rechnungsjahr 1936/37 auf 11,5 Milliarden Mark veranschlagt gegenüber nur 6,6 Milliarden Mark im Etatsjahre 1932/33.

Einnahmen des Reichs an Steuern und Zöllen.

1932/33 6,65 Mrd. RM.

1933/34 6,85

1934/35 8,22

1935/36 9,65 *

1936/37 (Schätzung) 11,5 ,

Vier Jahre Wirtschaftsaufschwung, ungeregelt zuerst, jetzt aber mit festen Zielen, liegen hinter uns. Und noch immer trübt kein Krisenzeichen den wirtschaftlichen Horizont. Im Gegenteil, der neue Vierjahresplan schafft neue Perspekti­ven von gewaltigem Ausmaß.

So können wir, wenn wir rückwärts schauen, mit dem wirtschaftlichen Erfolg aufrichtig zufrieden sein. Wir können auch mit uns selbst zufrieden fein, denn wir haben ja alle, jeder an feinem Platz, mitgear­beitet. Wir können aber auch mit ruhiger Erwar­tung in die Zukunft blicken. Denn das Rad der Wirtschaft läuft. Die Industrie wird im kommenden Jahre erneut einen Aufschwung nehmen, der über das in den bisherigen Jahren Erreichte hinausgeht, denn die Auftragsbestände jetzt am Jahres­schluß sind umfangreicher als zuvor. Handel und Verkehr werden sich erneut ausdehnen, denn die großen industriellen Vorhaben bedingen auch ent­sprechend größere Verkehrsleistungen. Der Ver­brauch wird sich weiter entfalten, denn langsam wirken sich die gebesserten Einkommensverhältnisse des deutschen Volkes auch im privaten Haushalt aus.

Das neue Jahr wird ohne Zweifel eine Fort­setzung des bisherigen Wirtschaftsaufstiegs mit sich bringen. Es wird die Leistungen der Vorjahre er­neut übersteigen und langsam auch bereits die Um­risse des großen wirtschaftlichen Werkes unserer Nation sichtbar werden lassen. Langsam wird sich bei unverändert steigender Wirtschaftsentfaltung aber auch ein gewisser Wohlstand in Deutschland wieder ansammeln. V. A.

Am 2. und 3. Januar sammeln SA., ES. und 7!SKK.

Berlin, 28. Dez. (DNB.) Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, wird die vierte Reichs- straßensammlung für das Winterhilfswert 1936/37 am 2. und 3. Januar nächsten Jahrs» nicht von den Mitgliedern der Deut­schen Arbeitsfront, sondern von den Män­nern der SA., SS. und des NSKK. durchgefüdrt werden.