etwas geschehen muh, geschieht es zum besten der Gesamtheit. Und noch eins, der Führer und wir alle verlangen nichts von euch, was wir nicht stündlich bereit sind, s e l b st zu tun. (Starker Beifall.) Wir müssen eine starke, unabhängige Ration schaffen, dazu sehen wir seht alle Kräfte ein.
Ich wende mich in erster Linie um restlose Mitarbeit an alle Erfinder, an die Männer der Wissenschaft; an alle Unternehmer und Wirtschaftler. Denkt nicht an eure Profite, denkt an eine starke, unabhängige, deutsche Wirtschaft.
Ich wende mich an die deutschen Arbeite r. Bon euch, von euch vor allem hängt das Gelingen ab. Ich wende mich an die Bauern Deutsch
lands: Ihr Bauern Deutschlands haltet das Leben der Nation. Eure Verantwortung ist die Ernährung des Volkes. Es ist die größte. Sichert die Ernährung, sichert das Brot! Ihr Bauern: Deutschland hat vor Jahren alles für euch getan; seid dankbar, tut heute alles für Deutschland! (Beifall.)
Ich wende mich mit besonderer Leidenschaft a n d ie Nationalsozialistische Arbeiterpartei und an alle ihre Gliederungen. Es gilt euer Reich, es ist euer Staat, den ihr erobert habt, den ihr geschaffen habt. Von euch erwarte ich Einsatz wie in höchsten Kampfzeiten. Die Alte Garde voran, die Führer der Partei, an der Spitze ihre Gauleiter. Reißt das Volk mit, marschiert, und das Werk wird geschaffen. Die nationalfozia- listische Bewegung beweist, daß nichts unmöglich ist, daß sie niemals kapitulieren wird. (Beifall.)
Sine große Zeit verlangt ein großes Volk.
Das ganze Volk aber rufe ich auf: Vorwärts mit aller Kraft! Dankt dem Führer, daß er euch ein neues Volk, ein neues Reich, eine neue Nation geschaffen hat! Nachdem mir der Führer das schwere Amt übertragen hat, werde ich alles einfetzen. Nicht als Fachmann. Das sage ich ganz offen. Nicht als großer Wirtschaftskopf und noch größerer Unternehmer, aber mit unbändigem Willen, mit einem glühenden Glauben an die Größe meines Volkes und m i t einem leidenschaftlichen Herzen, aus dem allein Großes geschaffen werden kann. (Stürmischer Beifall.) Der Führer schickt mich als Nationalsozialisten. Als nationalsozialistischer Kämpfer, als fein Beauftragter, als der Beauftragte der Nationalsozialistischen Partei stehe ich hier und vollende das Werk. (Beifall.) Nichts in der Welt bricht zusammen, wenn nicht der Wille zusammenbricht. Hinter mir, Volksgenossen, sitzen die Führer der Partei, da sitzen die alten Kämpfer, die Gauleiter und Träger unserer Bewegung, nicht uneins, wie es die Presse des Auslandes berichtet, sondern einig und geschlossen im Willen zur Tat. (Beifall.)
Und dann begreift eins: Wir arbeiten nicht für Uns allein, sondern für das Glück und die Sicherung derer, die nach uns kommen, für den Frieden und das Glück unserer Kinder. Sie sollen es besser haben. Das Vertrauen zum Führer — und das ist vielleicht das Entscheidenste, Volksgenossen — das Vertrauen zum Führer, das Vertrauen untereinander, das ist unser größtes Kapital, das wir haben. Das kann das Gold der ganzen Welt nicht aufwiegen, und das ist auch die sicherste und die beste Währung, von der Deutschland heute lebt.
Der Führer verlangt von euch nichts Unmögliches. Was er verlangt, ist zu schaffen. Das hat er stets bewiesen. Was er versprochen, hat er auch gehalten. Seht, Volksgenossen, wenn so mancher von euch glaubt, er muß schwer arbeiten und leiden und hat große Sorgen, und er wird vielleicht schwach, dann werft doch den Blick auf den Führer, seht, wie der Mann arbeitet, denkt daran, welch ein Leben dieser Mann führt, unser Führer! Er arbeitet für uns. Denkt an feine Sorgen. Denkt an feine gigantische Verantwortung für die Zukunft der Nation. Der Mann trägt eine Riefenlast für euch. Seid doch bereit, eine kleine Last für ih n zu tragen. (Lebhafter Beifall.) Was
hat er aus uns, aus dem Deutschland vor der Machtergreifung gemacht! Wie hat er uns aus tiefster Nacht emporgeführt! Wie hat feine Treue zum Volke einzigartig alle Schwierigkeiten überwinden helfen!
Es ist eine große Zeil, in der wir leben. Seid unsagbar stolz, daß ihr mit dabei sein dürft. Weg alles kleine, weg alle Ichsucht! Eine große Zeit verlangt ein großes Volk, beweist, daß ihr das große Volk feit)! (Beifall.) Noch einmal prüfe sich jeder jeden Tag, was er selbst tun kann zu dem Gelingen des Werkes, beweist, daß das unser Dank fein soll, unser Vertrauen zum Führer, unser Glaube an ihn. Er hat uns, er hat das deutsche Volk aus Unglauben, aus Verzweiflung ja wieder glauben gelehrt und uns unsagbar stark gemacht. Wir glauben an die gewaltige Mission des deutschen Volkes. Wir glauben leidenschaftlich daran, daß unter dem Führer entstehen wird ein Reich der Kraft, eine Ration der Ehre und Volk der Freiheit. Das fei in dieser Stunde die Parole, und darum flehen wir in dieser Stunde, da wir die Arbeit beginnen, voll inbrünstigen Glaubens zum Allmächtigen: Allmächtiger Gott, segne den Führer, segne Dein Volk und segne sein Werk!
(Stürmischer Beifall.)
Rudolf Heß hat das Schlußwort.
„Hinter Ihnen steht die Bewegung."
Der Schlußappell Görings an das deutsche Volk, alle seine Maßnahmen zu befolgen und ihm die Mitwirkung der Gesamtheit bei feinem Werk zu gewähren, drang tief in die Herzen der Versammelten. Was die Taufende in der Halle empfanden, kam dann noch einmal zum Ausdruck, als der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, begeistert begrüßt, das Rednerpult betrat und erklärte: Ich wende mich an meine Parteigenossen hier in diesem alten historischen Saale, an die Parteigenossen draußen am Rundfunk und an all die Millionen der Bewegung. Ich weiß, daß ihr,- meine Parteigenossen, es mit unendlicher Freude begrüßt habt, wie ihr vernahmt,
daß der Führer den Parteigenossen Göring mit der Durchführung des neuen Planes beauftragt hat. (Beifall.) Ihr habt es mit unendlicher Freude begrüßt, weil ihr wußtet, bei diesem alten Kämpfer, diesem alten Haudegen (starker Beifall) liegt diese große, schwere und verantwortliche Aufgabe i n guten Händen. Und Sie, Parteigenosse Göring, wissen, hinter Ihnen steht die Bewegung mit ihrem ganzen Millionengewicht. Sie wissen, daß Sie sich auf diese Bewegung verlassen können bis zum Letzten. Und die Parteigenossen wissen, daß zu Ihnen stehen all die anderen Führer der Bewegung und daß gerade auch wir als zwei der ältesten Kämpfer Seite an Seite stehen, wie wir einst Seite an Seite standen im Jahre 1923 und später in all den guten und bösen Tagen der langen Zeit des schweren Kampfes. Die Parteigenossen wissen, daß zwischen Ihnen, dem Beauftragten, und zwischen der Partei die Geistesver- bundenheit und die organisatorische Verbundenheit gegeben ist.
Und gerade diese wichtige organisatorische Verbundenheit ist gesichert wiederum durch einen alten Kämpfer, durch den heutigen Hauptamtsleiter in der Bewegung, den Pg. Keppler, der zugleich Generalsachoerständiger ist im Stabe des Parteigenossen Göring. Er sichert die Verbindung zwischen dem Beauftragten und mir und damit der Partei und ihren angeschlossenen Verbänden bis zur Arbeitsfront. Diese Verbindung liegt somit in einer Hand.
Zu Ihnen stehen alle die Millionen Kampfgenossen in alter kameradschaftlicher Treue, bereit zu vollem Einsatz, bereit zu leidenschaftlicher Hingabe an die neue Aufgabe, die der Führer uns und vor allem Ihnen stellte. Der Nationalsozialismus hat mit der Inangriffnahme des neuen Vierjahres-Planes d i e große Offensive eröffnet zur Erringung der wirtschaft s p o l i t i s ch e n Freiheit unseres V o lk e s. Er tritt an zu dieser Offensive unter dem General, den der Führer bestimmte für ihre Durchführung. Er tritt an zu diesem Kampf mit neuen Mitteln, aber im alten Geiste!, wir wissen, daß jede Offensive, die der Nationalsozialismus bisher ergriff, zum Siege führte, und wir wissen: Auch in dieser Offensive wird der Sieg unser fein (Stürmischer langanhaltender Beifall.)
Oer Reichsbauernführer an das deutsche Landvolk.
Berlin, 29. Okt. (DNB.) Der Reichsbauernführer R. Walter Darre hat am 28. Oktober dem Landvolk folgenden Befehl gegeben:
„Der vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eingesetzte Generalbevollmächtigte für den Vier- jahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Pg. Hermann Göring, hat den zweiten Vierjahresplan heute im Sportpalast verkündet. Ich gebe daraufhin dem Landvolk folgenden Befehl für die nächsten vier Jahre: Das deutsche Volk vertraut seinem Landvolk und erwartet von ihm die Sicherung seinerErnährung, damit das deutsche Volk den Vierjahresplan des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler erfüllen kann."
Das Weil im berliner Vauuugliicksprozeß.
2 Freisprüche, 3 Verurteilungen.
Berlin, 29. Off. (DRB. Funkspruch. 3n dem Strafverfahren wegen des Einsturzunglückes beim Bau der Berliner R o r d - S ü d - 8 - B a h n in der Hermann-Göring-Straße, durch das am 20. August 1935 19 Arbeiter den Tod fanden, verkündete die XI. Große Strafkammer des Berliner Landgerichtes am Donnerstag folgendes Urteil: Der 50jährige Streckendezernent Reichsbahnoberrat Curt k e l t b e r g und der 42 Jahre alte Reichsbahnbauwart Wilhelm Schmitt wurden freigefprochen. Wegen fahrlässiger Tötung in erschwerendem Sinne wurden verurteilt: der 35jährige Reichsbahnrat Wilhelm Weyher zu 3 Jahren Gefängnis, der 54- jährige Dipl.-Jng. Hugo Hoffmann, Geschäftsführer der Berlinischen Baugesellschast, zu 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis und der 42jährige Dipl.-Jng. Friß Roth, örtlicher Bauleiter der Berlinischen Baugesellschast zu 1 Jahr und 7 Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde den Verurteilten voll angerechnet. Die Haftbefehle gegen Weyher, Hofsmann und Roth wurden aufrechterhalten.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die vom Atlantik her ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich fort, doch schlagen die jetzt südlich Island ankommenden Wirbel eine nördliche Zugstraße ein. Wir verbleiben daher nur im äußersten Einflußbereich ihrer Ausläufer, so daß gegen seither Besserung, aber noch keineswegs beständiges Wetter erwartet werden kann.
Aussichten für Freitag: Morgen stellenweise neblig, sonst zunächst wieder Versihlechte- rung und vielerorts auch Regen, dann wieder zeitweise aufheiternd, nachts frisch, tagsüber bei auffrischenden südwestlichen Winden wieder milder.
Aussichten für Samstag: Noch immer unbeständiges, aber kein durchweg unfreundliches Wetter.
Lufttemperaturen am 28. Oktober: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 5,3 Grad; am 29. Oktober: morgens 6,2 Grad. Maximum 7,5 Grad, Minimum heute nacht 4,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Oktober: abends 6,7 Grad; am 29. Oktober: morgens 6,2 Grad. — Niederschläge 3,2 mm. — Sonnenscheindauer 1,6 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder? Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Herr Heinrich Deibel
im Alter von 75 Jahren.
Gießen, Berlin, den 28. Oktober 1936.
Die Trauerfeier fand in aller Stille statt.
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Louise Deibel, geb. Freund.
Am Montag, dem 26. Okt, verstarb unser Arbeitskamerad
Ludwig Deibel, Lollar.
Seine treue Pflb hterfüllungund sein kameradschaftliches Verhütten sichern ihm bei uns ein dauerndes, dankbares Gedenken. Für die gesamte Belegschaft der Stadl. Betriebe, Gießen
(Gesichtshaare)
ßamenharl u.ai.täst.Haarew nurd.dievonmir angew.,etnz.üch. Meth. unt. Gar lmm.mitd.Wur^. ichmerzl.entfernt Frau B. Gulden. Inh.s.1935 Fr.W.Henkel Svrechsrd. leben Freitag,Gießen, Alicenstratze40p. 9-7 Uhr durchg.
Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden unseres lieben Bruders
Adolf Hexamer
danken auf diesem Wege herzlichst die trauernden Hinterbliebenen.
I. d. N.: Karl Hexamer.
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