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Das Limburger Gautreffen nahm am Samstagnachmittag mit der Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof seinen Anfang. Anschließend fand die Eröffnung der bis 5. Juli zugänglichen Ausstellung „K u n st aus t s" in der Turnhalle statt. Bundes
geschäftsführer Dr. Givens (Berlin) führte dabei aus, wie in allen Ländern und Erdteilen, wohin das Schicksal deutsche Kriegsgefangene verschlug, der gleiche Geist herrschte, zu ' , * V, ' ~ innerem Drang und so überall gleichermaßen Kunde von deutschem Wesen und deutscher Kultur auch in der Fremde zu geben, vor allem aber darzutun, daß man sich nicht unterkriegen lassen wollte. Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein Lagerzelt mit primitivem Ofen, Kochgeräten, Strohdecken und vielem behelfsmäßigem Kleinkram. Ein Schild „So lebten und wohnten wir hinter Stacheldraht — Gefangenschaft räumt auf mit alter Gewohnheit" besagt mehr als alle Beschreibungen.
Jordan eröffnet. Er sprach von der neuen schen Weltanschauung, die das Bekenntnis zur Zukunft mit dem Bekenntnis zu unserer Vergangenheit verbindet und in der Parole vom ewigen Deutschland zusammenklingen läßt. Er erinnerte an die Männer, die in Entscheidungsstunden
Oie Heinrichsfeier in Memleben
Nächtliche Totenfeier in der Krypta.
deutscher Schicksalswende die Geschicke des Abendlandes bestimmten. Fremder Maßstab und falscher Blickpunkt haben im Geschichtsbild der Vergangenheit manchen dieser Männer nicht die ihm gebührende Würdigung zuteil werden lassen.^Einer der ganz Großen unter ihnen ist d - r Sachsen- Heinrich gewesen, der vor tausend Jahren an dieser Stätte gestorben ist. Nicht in seinen Handlungen allein und in seinen Erfolgen, fuhr der Gauleiter fort, sieht der Nationalsozialismus die überragende Bedeutung dieser Führerpersönlichkeit, sondern mehr noch in dem politischen Königtum, das in ihm zum ersten Male seine Verwirklichung fand.
In schöner, alter Instrumentalmusik, Liedern und Versen ließ dann die Jungmannschaft der national- politischen Erziehungsanstalten Naumburg und Schulpforta die Zeiten lebendig werden, in denen das erste Deutsche Reich erstand. Das chorische Spiel folgt der geschichtlichen Entwickelung weiter durch Verfall und neue Machtentfaltung, durch Weltkrieg, Zusammenbruch und endlicher Neugeburt des deutschen Volkes in Ide« und Gestalt. Es verband sich so mit den Schlußworten des Gauleiters: „Das Tor ist wieder aufgetan in eine neue deutsche Zukunft! An ihr mitzuarbeiten ijt die Verpflichtung, die wir aus der Verqangenyeit empfangen." — Im Sieg-Heil auf den Führer und im Sturmlied der SA. vereinigte sich zum Gelöbnis dessen die Gemeinde dieser nächtlichen Totenfeier.
widmen. ...
Gauamtsleiter Ziegler brachte d'- Gruße des Gauleiters. Zu den englischen Kame raden gewandt, betonte er: Wenn wir uns -ms. im Graben gegenüberlagen, so wünschen wir gerade darum, weil wir den Krieg k-nneng°I°rnt haben, nichts Sehnlicheres als Frieden für unsere Volker, aber einen Frieden der Ehre und Gerechtigkeit.
Bundesführer Freiherr v. Lersner wies auf den Kampf um die Selbstbehauptung des einzelnen Gefangenen, um seine Ehre als deutscher Soldat hin und schilderte das große Gefühl der Gemeinschaft aller in der Baracke, einerlei, welchen Standes der einzelne war. Auch die Verzweiflung, als der Waffenstillstand kam und damit die Aus- icht, bald heim zu kommen, in die Ferne ruckte, teilte er dar und die Empfindung der Leere, als chließlich nach langer Zeit die Stunde der Heimkehr in eine fremd gewordene Heimat chlug. irr dankte dem Führer, daß er 1933 bald dafür sorgte, den ehemaligen Kriegsgefangenen ihren Platz zur Mitarbeit am Aufbau des Vaterlandes ^wzu- räumen. Nachmittags erhielten auf dem Adolf- Hitler-Platz fünf neue RE K. -Fahnen ihre Weihe. An dem anschließenden Festzug und Vorbeimarsch beteiligten sich auch die englischen Gäste mit ihrer Legionsfahne. In Barackenstunden trafen sich anschließend die REK.-Männer, getrennt nach allen Ländern, in denen sie in Gefangenschaft weilten. In kameradschaftlichem Gedankenaustausch klang das Gautreffen aus.
Gautreffen ehemaliger Kriegsgefangener in Limburg Englische Zronikämpser als Gäste. - Oer Inedhss »es Gefangenenlagers Oielkirchen.
Drei Jahre nattonal- sozialistische Agrarpolitik.
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NSZAP, R. Walth-r Darre der emen Monat vorher durch di- u-bernahme der Führung der öffentlich-rechtlichen Bcrussveremigung m der Land- wirtschaft Reichsbauernführer geworden war, vom Kührer die Leitung des R-ichsnumfter.ums für Er- näbrung und Landwirtschaft ubertagen erh.e t. Damit war zum ersten Mal die Führung der st ° a t. I i ch e n Landwirtschaftspolitik und der landwirt- rbaitlicken Berufsvertretungen IN emer finnb vereinigt Auf diese Weise war die Voraus- ktanq geschahen, nun alle Maßnahmen einheitlich und ohne Rücksicht auf Sonderzustand,gk-iten durch- “„führen Das gilt um so mehr, als Darrä gleich- Ätia auch Preußischer LandwirtschaftsmlNister geworden war. Die Bedeutung dieser^ einheitlichen ^uiammenfassunq aller ur ine Durchführung einer N-wuM" Agrarpolitik wichtigen Stellen kann nur ber ermeflen, der früher das Nebeneinander der zahlreichen Zuständigkeiten in Amtsstellen des Reiches der Länder und der einzelnen Organisationen gekannt hat. Schon diese Vielheit am selbstan- diaen Stellen genügte, um auch bei gut gemeinten und an und für sich nicht schlechten Maßnahmen einen Erfolg zu verhindern. Selbstverständlich konnten die Fehler dieser Entwicklung nicht von heute aus morgen beseitigt werden. Jetzt nach drei Jahren kann' man aber feststellen daß IN dieser kurzen Uxjt mehr geschehen ist, als man hatte erwarten können. Die Erfolge hätten niemals so schnell em- treten können, wenn Nicht innerhalb des Amtes für Agrarpolitik in München schon in den Jähren oor der Machtergreifung von Darre und feinen Mitarbeitern in planmäßiger Generalstabsarbeit die wichtigsten Maßnahmen in den Grundzügen oor- bereitet worden wären.
Infolge der bedrohlichen Notlage, m die Die Landwirtschaft in der Systemzeit gekommen war, stand die nationalsozialistische Führung, als sie die Leitung der staatlichen und der berufsftandischen Agrarpolitik in ihrer Hand vereinigt hatte, zwei großen Aufgaben gegenüber. Es galt, das durch Üebeeschuldung und drohende Zwangsversteigerungen in seinen Grundfesten erschütterte Bauerntum zu sichern, und nach Möglichkeit rein zah. lenmäßig wieder ein günstigeres Verhältnis zwi- schen landwirtschaftlicher und nicht landwirtschaft- licher Bevölkerung bea7beizuführen. Die andere Auf. gäbe bestand in der'S i ch e r u n g unserer 61- nährungsgrundlagen und der Beseitigung der immer stärker gewordenen Abhängigkeit vom Auslande, die eine empfindliche Bedrohung unserer politischen Freiheit darstellte. Beide großen Aufgabengebiete wurden unverzüglich in Angriff genommen. -
Das Reichserbhofgesetz stellte die Schollenfestigkeit unseres Bauerntums wieder her und verhinderte für alle Zeiten, daß Bauern aus rein geldwirtschaftlichen Gründen von Haus und Hof vertrieben werden können. Es knüpft bewußt an an die in zahlreichen Gebieten Deutschlands, aber auch in den von deutschen Bauern besiedelten Gebieten außerhalb der Reichsgrenzen bestehende Anerbensitte, nach der der Hof geschlossen in der Familie vererbt wird. Es befreit aber auch diese Anerbensitte von dem im kapitalistischen Zeitalter hinzugekommenen Beiwerk, das eine Verfälschung der ursprünglichen Regelung darstellte. In den Jahren, die seit der Einführung des Reichserbhofgesetzes verstrichen find, ist — oor allem im Anfang — in zahlreichen Kreisen gegen das Reichserbhofgesetz Stimmung gemacht worden, weil es angeblich Familienglieder zugunsten eines einzigen benachteiligt. Inzwischen ist diese Kritik verstummt. Man hat erkannt, daß das Bauerntum seine bluts- mäßigen Aufgaben nur dann erfüllen kann, wenn es schollen-verwurzelt ist und die Bauernscholle nicht mehr als bewegliche Ware angesehen wird. Man kann heute vielleicht sagen, daß ein Teil der seinerzeit gegen das Erbhofgesetz erhobenen Kritik wahrscheinlich von vornherein unterblieben wäre, wenn es nicht das erste Gesetz ge*
hat die stürmische Nordsee einen reichen Schatz auch an Sagen und Märchen erzeugt. Der „blanke Hans" kennt seine „schwarze Gret", die Fischerfei, die Segen und Unsegen zu spenden ver- mag und über den vielberedeten Fischen mit den Goldschuppen wacht. Der fromme, redliche Fischer zwar wirft solche königlichen Tiere wieder über Bord und empfängt den verdienten Lohn für solche Schonung; aber geizig-gierige Fahrensleute wollen oft das Fabeltier mit den kostbaren Schuppen, mit der Perlenkrone und den Demantaugen nicht freigeben, unerachtet der Bitten des Gefangenen. Dann verwandelt wohl die schwarze Gret auch den übrigen Fang des Fischers in Goldschuppentiere, die nun mit ihrer Last das Boot in die Tiefe ziehen. Der „Mürchenfisch" ist auch den Landbewohnern bekannt; nicht nur durch den „Buttje" aus dem Märchen „Dom Fischer und s i n e r F r u", sondern auch durch viele andere Sagen.
Bis zu den Tiroler Bergseen hinauf finden wir den Volksglauben an Fische als „Seelentier e", in die sich nämlich „arme Seelen" zum Besuche der längst verlassenen Welt hineinverstecken. Gekrönt aber wird das Sinnen und Sagen vom Fische durch den niederdeutschen Mythos, daß auf dem riesigen „Zitterfisch" die gesamte Erdenwelt erbaut sei und auf ihm ruhe, bis dem Fische einmal ein Umwälzen beliebe.
Don Fischen zu träumen, bedeutet mancherorts die Voraussage von Sturm, Krieg, Tod. Träumt man von kleinen Fischen, so stirbt ein Kind der Familie ober Freundschaft; ein großer Fisch verkündet das gleiche Ereignis für einen Erwachsenen. Anderwärts entnimmt man dem „Fischtraume" nur Günstiges und sagt, er verspreche gute Nachricht, Geld ober allerlei was bas Menschenherz sonst als Glück sich ersehnt. Stets aber galt es als schlechtes Vorzeichen, wenn ganze Fischzüge einen See, einen Fluß ober Meeresteil außerhalb ber Laichzeit verlassen. Zweifellos war hier oft eine Seuche ober sonstige Naturstörung eingetreten, bie sich irgenbroie weiter auswirkte und nun zumindest ber fischenden Bevölkerung Nachteil brachte Denn wirklich meidet der Fisch diejenigen Plätze seines reinlichen Elementes, bie verdorben werben, peinlich. Daß ber Fisch auch ein Wetterkünber ist, hat Schiller in seinen bekannten Versen, bie auf seiner Kenntnis echter Volksweisheit beruhen, zum Ausdruck gebracht:
„Die Fische springen, unb das Wasserhuhn taucht unter, ein Gewitter ist hn Anzug".
Uebrigens soll der Blitz dort, wo der Hecht steht, nicht einschlagen. Das mag damit Zusammenhängen' daß auch ber Teufel nicht in biefen Fisch fahren tonn; trägt der Hecht doch m feinen Kopfknochen
von Wales gern nachgekommen sich mit Wen deu schen Frontkameraden zu verstanblgen Es sei ihr ernster Wunsch, baß unsere beiden Lander immer in Frieden Zusammenleben. Darum sollten sie sch mit aller Kraft dem Aufbau des Friedens m Europa
LPD. Limburg, 28. Juni. Am spätesten von allen Verbünden, die dem Zusammenschluß ehemaliger Frontkämpfer dienen, haben die in Gefangenschaft gewesenen Soldaten ihre Anerkennung in ber Öffentlichkeit burchsetzen können. Es blieb unferm Führer Adolf Hitler vorbehalten, auch den in der Gefangenschaft gewesenen Soldaten des großen Krieges in der Öffentlichkeit die ihnen gebührende Stellung zuzuweisen. Patrouillengänger und die Männer der vordersten Gräben waren es ja, die das Schicksal traf, von den kämpfenden Kameraden getrennt zu werden unb einen langen Leibensweg durch Haß und Schmach ins Ungewisse anzutreten.
Memleben (Unstrut), 27. Juni. (DNB.) In der dämmerigen Krypta des Domes zu Quedlinburg ruht König Heinrichs I. Gebein. Sein tapferes Herz ist in Memleben beigesetzt, wo Heinrich und sein Sohn Otto ber Große starben. Das Unstrut-Tal, in bem Memleben liegt, sah einen großen Teil ber beutschen Geschichte: Die Schlacht von Burgscheibungen zerbrach 531 bas alte Thüringer Reich. Zwischen Sachsen unb Franken bilbete bann bie Unstrut bie Grenze. Früh würbe ihr Tal Missionsgebiet. Hersselber Annalen erwähnen schon von 786 bas Dorf Memleben. In ber Zeit bes ersten deutschen Reiches gehörte es zum Kernland. Hier weilten Heinrich I., bie Dttonen, Heinrich IV., hier liegen ihre Pfalzen und Königs- Höfe. Von hier aus wurde die deutsche Reichspolitik geführt. Die Verteidigungslinien gegen den Osten, an denen 933 ber Ansturm der Ungarn zerschellt, wurden die Angriffsbasis für die Rückgewinnung und Eindeutschung ber einst an slawische Völkerschaften verlorenen Gebiete rechts ber Elbe und Saale. Wenig Baudenkmäler erinnern an jene Zeit. Zu Memleben aber steht monumental ein gewaltiger Mauerklotz, das „K a i f e r t o r" mit einigen Mauerreste aus Heinrichs Zeit. Alles andere ist verschwunden. Aus ber Pfalz würbe ein Kloster unb von ber großen breischiffigen spätromanischen Klosterkirche, die etwa gleichzeitig mit ben Dombauten zu Naumburg und Magdeburg begonnen wurde, sind nur Krypta und bie ragenben Seitenwänbe erhalten geblieben. Ihr Zustand hat den Gauleiter Jordan veranlaßt, (Erneuerung^ und das Freilegungsarbeiten anzuvrdnen, die jetzt die Schönheit und die Größe der Kirchenanlage erkennen lassen.
Die Heinrich-Feier in der Kirchenruine von Memleben wurde durch eine Ansprache des Gauleiters
das „ganze Leiden Christi" mit sich herum, Kreuz, Hammer, Nägel, Spieß usw. Ehlern setzte man in deutschen Gauen aus ben Schädelmocyen des Karpfens eine Taube, ben Vogel des Heiligen Geistes, zusammen und hängte bies Gebilde in der Stube als „Herenfchutz" auf. Viele Fische sollen Steine oder Kristalle im Kopfskelett tragen, die man in der Volksheilkunde mannigfach verwendete. Die Bedeutung des Fisches für die Volksmedizin ist auch sonst erstaunlich groß. Lachsfett nahm man gegen Lähmungen und Ohrenleiben, Kaulbarschkopfsteine stillen ben Krampf, mit Fischgalle stellte man Liebestränke her. Wer Zahnweh hat, soll einen Fisch elfen unb den Schwanz an die Zimmerdecke mit Speichel ankleben. Solange er dort sitzt, ist das Zahnweh fort. Wenn ein Kranker an einen lebenden Fisch ein ausgerissenes Haar hängt ober ihm ein Spänchen bes Fuß- ober Fingernagels zu fressen gibt, dann aber den Fisch aussetzt und wegschwimmen läßt, so nimmt ber Flossenträger bie Krankheit bes Patienten mit sich fort. Hat man einen Hecht gefangen, in dessen Magen — wie so häufig — kleine Fischlein sich befinden, so kann man einen Fieberkranken genesen lassen, indem man ihm diese geraubten Fische brät unb zu essen gibt.
Ein besonderes Kapitel bilden die F i s ch e r f e ft e — zu Stralau, Ulm, Nürnberg, Memmingen, Leipzig unb anbersroo. Erwähnt werben soll nur noch em besonders schöner Gedanke, ber ben „Kompanien" unb „Kommunen" ber Fischer Rügens zu- grunbe liegt. Sie schließen sich zu Gilden zusammen, well sie wissen, wie sehr sie bei der Ausübung ihres gefährlichen Gewerbes aufeinander angewiesen sind. Diese pommerschen Seeftscher also vertreten bewußt seit Urzeiten den guten Gedanken der Zusammenarbeit und ber Gemeinschaftshilfe
D'e Z°hl ber Sprichwort e, bie sich auf den t eff beziehen, ist sehr groß, mag man nun von „faulen Fischen sprechen, und damit Flunkereien Betrügereien meinen, oder schlicht und zutreffend
Ute Fische", damit zu tätigem 6"Mus e mahnend. Don „Ueberklugen" sagt man wohl spöttisch: „Gr W die Fische im Wfser singen! Und die Genießer — bas sind fast alle Fischverehrer -Jagen: „Der Fisch will dreimal schwimmen: im Wasser, in Butter, im Wein"!
Hochschulnachfichten.
Ser Führer und Reichskanzler hat Dr. Walter Schumacher unter Berufung in das preußische
Der Degrüßungsadend.
Während sich in einer internen Gauarbeitstagung die leitenden Männer trafen, strömte die Bevölkerung von nah und fern zu Tausenden zum Bahnhof, um die Abordnung der Wehrmacht zu empfangen. Die Abordnung marschierte in Begleitung eines Ehren st urmsdes REK. zur Limburger Jugendherberge, wo sie Quartier nahm. Zu gleicher Zeit trafen in einem großen Reisewagen englische Frontkämpfer, 34 Mitglie - ber ber British Legion, in Limburg ein. Durch die Anwesenheit ber Wehrmachtsabordnung und der Engländer gestaltete sich ber Kamerab- schafts - unb Begrüßungsabenb am Samstag im Georgshof zu einer Feier besonderer Prägung. Dr. Givens begrüßte besonders die englischen Kameraden und betonte, daß es nicht nur gelte, frohe Stunden zu feiern, sondern auch eine hohe Aufgabe zu erfüUen und eine Brücke der Freundschaft und des Verständnisses hinüber und herüber zu schlagen. Wie er selbst aus England ausgezeichnete Eindrücke mitgebracht habe, so hoffe er, daß die Reise ber britischen Kameraden durch die deutschen Gaue dazu beitrage, immer mehr Verständnis für das neue Deutschland in Enaland zu wecken. Sein Sieg-Heil galt dem Führer Adolf Hitler und dem König Eduard VIII. von England.
Major Tritton, ber unter den Klängen der englischen Nationalhymne mit der Fahne der British Legion einmarschiert war, dankte für den herzlichen Empfang und gab der Überzeugung Ausdruck, daß ber Besuch bazu beitragen werde, die herzlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu stärken und persönliche Freundschaften zu knüpfen, die von besonderem Wert für die Festigung des europäischen Friedens sind, ben alle Völker ohne Unterschied wünschten.
Bundssführer Freiherr v. Lersner sprach über das Erlebnis der Kriegsgefangenen in der Baracke, sowie über bas ewige Soldatentum, bas immer wieder neue Ausrichtung verlange. Oberstudienbirektor S p a n u t h gab Erlebnisse in ber sibirischen Gefangenschaft bekannt; nur ber Glaube an Deutschlanb war es gewesen, ber bie (Befangenen tn ber Fremde überhaupt so lange aufrechterhielt.
»Oie Hammeikomödie" in Marburg.
Als zweite diesjährige Festspielaufführung ging im Schloßparktheater „Die H a mm e l k o m ö b i e" mit vollem Erfolg in Szene. Hans Wolfgang H i l- lers hat bas aus bem 15. Jahrhundert stammende Possenspiel vom Maitre Pathelin im vergangenen Jahre neu bearbeitet und uns damit ein Volksstück in des Wortes bester Bedeutung beschert. Peter Pille, ein in Geldnöten befindlicher Winkeladvokat, versteht es, dem habgierigen Tuchhändler Schummel ein Stück Kleiderstoff abzulotfen, um ihn dann — als dieser auf Bezahlung drängt — an ber Nase herumzuführen. Pille spielt bei einem späteren Besuch bes nach seinem Gelbe schreienben Tuchhänblers ben Sterbenden unb kann auch bei ihm ben Eindruck eines verlorenen Mannes erwecken. Dazu kommt, daß Schummel — nebenbei Besitzer einer Schafherde — von feinem Hirten Lämmlein um mehrere Schafe geprellt wird. Es folgt eine Gerichtsverhandlung, in welcher der wegen Diebstahls angeklagte Hirte von bem Winkeladvokaten Pille vertreten wird. Der Hirte verspricht gute Bezahlung und muß auf Anraten feines Verteidigers während ber Verhandlung ben Blödmann markieren. In ber Gerichtsverhandlung ift ber Kläger Schummel durch das unverhoffte Auftreten des totgeglaubten Winkeladvokaten so verwirrt, daß er bei seiner Vernehmung die Geschichte mit bem unbezahlten Kleiderstoff und ben gestohlenen Hümmeln völlig durcheinander wirft. Die Verwirrung des Klägers und die scheinbare Blödheit des Angeklagten veranlassen den Richter zur Freisprechung des Hirten, der schließlich bie ihm angeratene Blöbheit dazu ausnutzt, dem Winkeladvokaten eine Honorierung der Verteidigung zu versagen. Die Schlauheit des diebischen Schäfers tragt ben Sieg davon. — Dr. Fritz Buddes Regiekunst verstand es aufs neue, das Stück den Verhältnissen der Schloßparkbühne wirkungsvoll an- zupassen und es von Akt zu Akt zu steigern. Der derbe Humor des Spieles, welcher die Lachmuskeln der zahlreichen Zuschauer andauernd in Tätigkeit Wit, fand in ber Gerichtsszene seinen Höhepunkt. — Von den Darstellern vermochte Seppi Litsch die schwierige Rolle bes habgierigen Tuchhändlers ausgezeichnet zu meistern. Robert B ü r f n e r war ibm als Winkeladvokat ein gewiefter Gegenspieler, oon seiner Frau (Renäe S t o d r a w a) aufs Beste unterstützt. Die Rolle bes einfältigen Schäfers ist m'^rum wie geschaffen für Lubwi'g LinkmanN. 2lud) Karl Zi st i g als Richter, Hanne Mer- tens als besten Frau, Hansi Nasses als m re& S ch.r öer als Männe unb Erwin aIs Gerichtsdiener standen auf dem rechten Platze.
Festgottesdienst in Dielkirchen.
Nach bem Wecken burch bie HI. unb bas Jungvolk zog Sonntag ber REK. mit den Gästen, die Partei mit ihren Gliederungen sowie die Bevölkerung hinaus oor die Tore ber Stabt nach bem Lohnbörfchen Dietkirchen, wo sich während des Krieges ein Gefangenenlager für 20 000 Insassen befand. Ein besonderer Friedhof auf ber Lohnhöhe in herrlicher lanbschaftlicher Umgebung, ber nach vielen Ausgrabungen unb Ueber- führungen jetzt noch bie Gräber von etwa ehemals 300 feinblichen Soldaten enthält, ist nun letzter Zeuge des längst gänzlich verschwundenen Lagers. Die Anlage, auf der sich auch ein irisches unb ein französisches Denkmal in künstlerischer Ausführung befinden, ist in bestem gärtnerischem Zustand. Nach bem Choral „Wir treten zum Beten" hielt Stubien- rat Dr. Lic. von der Au (Darmstadt) die Gedenkrede, bie er unter den Leitgedanken stellte: Wenn es auch nach dem Kriege schien, als stünde über allen Gräbern bas trostlose Wort „Umsonst", so fühlen wir boch heute roieber klar, nachbem uns ber Führer Ehr unb Wehr erkämpft hat, baß uns die Toten an bas ewige Staatsgrunbgesetz bes hingebenden Opfers mahnen.
Die Hauplsitzung.
Gegen Mittag vereinte die Hauptfestsitzung im Georgshof die Teilnehmer und viele Hunderte von Gästen. Kreisleiter Bürgermeister Hollenders (Limburg) begrüßte die Vertreter ber Wehrmacht unb fanb herzliche Worte für bie englischen Gäste. Major Tritton versicherte, die British Legion sei vqr Jahresfrist ber Aufforderung bes Prinzen
Der Fisch im deutschen Volkstum.
Don Werner Lenz.
Reben Jagd unb Wilbfruchtsuche ist bie Fischerei die ä11este N a h r u n g s g e 11 e für den Men- schen gewesen. Und als ber Mensch seßhaft wurde, hat ihm gewiß manche geschützte Meeresbucht, manch fischreicher Fluß ober Binnensee bie Wahl des festzugründenben Wohnplatzes empfohlen. Zumal der Pfahlbauer hat seine Wohnstätte nicht nur des besseren Schutzes, sondern auch der Fischbeute halber unmittelbar über die Wasserfläche gelegt. Finden wir doch in den Pfahlbauten Angelhaken, Harpunen, Fischspeere unb auch noch Samen bes Melbekrautes, der „Fischmelde", die man den Fachen als Lockspeise aufs Wasser streute.
Der Fisch spielt somit im ßebensbebarf wie auch im kulturellen Brauchtum eine große Rolle bei den die Fischweib hochschätzenden Germanen. Einer ber ältesten Hanbelsgegenstände war ber getrocknete Meerf ijch, ber Klippfisch, längst bevor man bas Pökelverfahren kannte. Die salzhaltige Luft ber Seeküste börrte das Fischfleisch genügend. Ja, diese Tauschware nahm sogar die Stellvertre- tung für das später auffommenbe Münzgeld ein. Wir haben noch aus bem nordischen Mittelalter Finanzerlasse gefunden, worin ein Zahlungswert — etwa für Steuer ober Pachtzins — nach Fischen berechnet wurde. Später hieß in Island sogar eine Münze im Groschenwert „fisk".
Eigenartig ist die bei vielen Völkern feststellbare Verknüpfung des Fischbildes mit religiösen Begriffen. So war es nicht nur bei ben ersten Christen, auch in viel älterer Zeit müssen unsere Altoorberen ben Fisich religionssymbolisch bewertet haben; denn feiner kunstgewerblichen Verwen- düng an Geräten und Waffen — zumal Speer- blättern — wie auch als Grundform von Fibeln der Völkerwanderungszeit wohnt boch wohl nicht nur eine omamentalische Absicht inne. Auch in ber Heroldskunst, einem wahren Treuhänder urtümlicher Symbolik, wird der Fisch ftar: gewürdigt. Ein alter Heraldiker schreibt (1736): „Fische bedeuten in der Wappen Kunst Unschuld, Liebe gegen das Vaterland, Gesundheit, Wachsamkeit, Verschwiegenheit. Werden sie schwimmende wider ben Strom gemcchlet, so zielen sie auf einen, ber im Unglück lebet".
Es kann uns also nicht wundernehmen, wenn volkstümlicher Brauch unb Aberglaube sowie bas Sprichwort sich eingehend mit bem Fische beschäftigen. Der Nordseefischer befestigte früher einen Haifischschwanz am Bugspriet seines Seglers; bamit wollte er gute Fahrt, frischen Wind unb Abwehr von Haifischgefahr erlangen. Überhaupt


