Wirtschaft
Abendbürse nachgebend.
T^hein-mainischer Getreidemarkt.
sehr
Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
120,25
120,4
Banknoten.
Berlin, 27-Auaust
95
109.65 I 109,65
Die hinter den
100
98,75
2,44 41,88 55,68 12,48
16,325 168,48
62,68
101,3
97,9 । 102,13
112,9 j
100,1 !
98,75
97
101
93,5
125,25
120
97
101
100,75
97,5
100,9
97,5
95
109,65
100,9
97,5
95
109,65
29,3 2,95 8,95
8,35
13,65
64,57
81,21
30,66
101,25
97,75
102,4
113
100
98,75
97
101
93,5
125,25
120,13
97
100,75
100,9
97,5
95
64,31
80,89
30,54
100
98,75 .
29 3,075
8,9 8,13
8,3 13,65
bedarf ohne Stockung gedeckt werden kann, jedoch sind die Vorräte beim Bäcker noch klein.
Don Futtermitteln bleiben Kleie und Futtermehl sehr begehrt, stehen aber nur in kleinen Mengen zur Verfügung. Biertreter werden gerne gekauft. Malzkeime haben weitechin ruhiges Geschäft. Olkuchen-Mischfutter wird langsam gekauft, während Oelkuchen nicht zur Verfügung stehen. Fischmehle werden aus Zuteilungen abgegeben. Heu und Stroh haben weiter sehr ruhigen Markt.
Rhein-mainische Diehmärkte
An den Großviehrnärkten standen insgesamt 543 (525) Stück zum Verkauf. Bei mittleren Qualitäten war in Frankfurt ein geringes Ansteigen (411 gegen 377) des Auftriebs zu verzeichnen, während er in Mainz auf 82 (98) zurückgegangen ist und die Qualität der Tiere als gering bezeichnet werden mußte. Zn Wiesbaden war der Auftrieb mit 50 Stück gleich hoch wie in der Vorwoche bei guten Qualitäten. Auf allen Märkten erfolgte Zuteilung. Es wurde versucht, durch Lieferung zusätzlicher Mengen Frisch- und Gefrierfleisches der Verknappung zu steuern.
An Schweinen wurden zusammen 2569 (2738) aufgetrieben. In Frankfurt ist der Auftrieb auf 1285 (1543) und in Darmstadt auf 329 (342) zurückgegangen. In Wiesbaden und Mainz lagen die Zahlen um ein Geringes höher. Auf sämtlichen Märkten entsprachen die Auftriebe nicht dem Bedarf. Auch hier wurden von Berlin zusätzlich ge- schlachtete Schweine geliefert, um dem Mangel abzuhelfen. Die Qualität der Tiere war durchweg
Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
4% Ce(tfolötente...
4,20% Lesterreichifche Silberrente 4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yi% veügl. von 1913..........
5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkise Bagdadbahn-Anleihe Serie I............
5 y2% ehern. 4'/2% Rheinisch, Hyp.-Banl-Ltau.-Goldpfe.
4*/.% ehern. 8% Pr. Landespfand.
oriefanftalt, Pfandbriefe R 19
4¥2% ehern. 7% Pr. Landespfand briefanst., Gold Komm. £bL20 tzteuergutsch B-rrechnungSk. 34-38
3
9
8,4
8,5
13,65
29
3 8,85
8,4 13,4
die Höhe der
6% Teuliche Reichsaniethe v. 1937 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleche von 1930 ..
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii Auslos.-Rechten ............
4%% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1931, l
4y2% ehern. 8% Hessischer Volts ftaat 1929 (rQdjahlb. 102%) ..
4%% ehem.8°/„ Hessische Landes baut Darmstadt Gold R. 12...
5y2% ehern. sy2% Hess. Lande« Hypothekenbank DarmstadtLiau
4'/2% ehern. 8% Tarmst. Komm Landesb.Goldichuldverfchr. R.i
Cbetheljeu Provinz-Anleihe ml Auslos.-Rechten ............
Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mu AuSlos.-Rechten
4>/2% ehern.8% Franks. Hyp.-BaM Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
5y,% ehern. 4>/2% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Pfandbriese......
An den Kälbermärkten machte sich das Monatsende bemerkbar, so daß die Preise in Frankfurt Wiesbaden und Darmstadt etwas nachgaben, während in Mainz noch eine leichte Erhöhung em- trat. Die Gesamtzufuhr von 1W3 (1926) Stuck ver- teilte sich wie folgt: Frankfurt 1281 (H86), Mainz 232 (320), Wiesbaden 340 (319), Darmstadt 140 (101). Die Qualitäten waren mittel bis gut.
Der Schafmarkt in Frankfurt wies gegenüber der Vorwoche einen Mehraustneb von 57 Tieren mit 338 Stück auf. Der Geschäftsgang war nicht mehr so flott, so daß die Preise z. T. etwas nachgaben. Auf den übrigen Markten fanden kerne Notierungen wegen zu geringen Austriebs statt.
Rbein Mainische Börse.
Mittagsbörse schwächer.
ümeatannche Dloten Belgische Noten..................
Dänische Nüten .... ..........
LHiglische Noten .................
Französische Noten Holländische Noten italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Lesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten.........
Schwedische Noten Schweizer Noten.................
Spanische Noten ........
Ungarische Note» ........
Frankfurt a. M., 27. Aug Die Börse lag am 21 Etienmar tt schwächer. Neben kleinen Angaben der Kundschaft erfolgten hauptsächlich von der Kulisse Glattstellungen, während Aufnahmeneigung kaum vorhanden war. Bei stark geschrumpften Umsätzen erfuhren die ersten fturfe durchschnittliche Rückgänge von 1—2 v.H. Am Montanmarkt waren die Einbußen z. T. e was starker, besonders Hoesch mit 107,50—107,25 (111,25) ren gedrückt, Rheinstahl verloren 2,50 v.H., Klöckner 2 v. H., Buderus 2,50 v. H. Mannesmann 1,50 v. H., Harpener 1,25 o. H. und Verein. Stahl 1,75 v. H. Weiteres Angebot zeigte sich auch in Der Farben-Aktie, die auf 162—161,50 (163,25) nachließ, Scheideanstalt 273 (273,50). Von Eie rower. ten ermäßigten sich Siemens auf 183,50 (186,25), Felten auf 131 (133) und Schuckert auf 151,75 (153). AEG. blieben mit 38 behauptet. Starker ermäßigt waren noch Daimler Motoren mit 122,50 (125,25). Im einzelnen kamen Reichsbank 2,25 v. Sy, Jul. Berger 2,25 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 2 v.H., Cement Heidelberg 1,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 1 v. H. und Rheinmetall 0,65 v. H. niedriger zur Notiz. Maschinenaktien setzten behauptet ein, nur Muag 1 v. H. schwächer. Nach den ersten Notierungen hielt die Geschäftsstille an und Die Kurse zeigten eher weiter weichende Tendenz.
In der zweiten Börsenstunde blieb die Unternehmungslust sehr gering, es herrschte fast völlige Ge- schäftsstille. Ueberwiegend bröckelten die Aktien- k u r s e noch etwas ab. Auch die erst später notierten Werte erfuhren Abschwächungen von 1—2 v. H., Zellstoff Waldhof verloren 4 v. H. auf 146 und Gesfürel 3,50 v. H. auf 134. Kaliwerte lagen behauptet, ebenso Deutsche Linoleum mit 170.
Der Rentenmarkt lag weiter still. Altbesitz wurden mit 113 notiert und waren so gefragt, Korn- : munal-Umschuldung 88,05 nach 88, dagegen spate ; Schuldbuchforderungen 97,90 nach 98. Goldpfand- ; briefe blieben unverändert, Liquidationspfandbrlefe etwas uneinheitlich, Stadtanleihen zumeist behaup- i tet, etwas höher Heidelberger mit 92 (91,75). Aus- ■ lanbsrenten lagen geschäftslos.
> Freiverkehr nannte man Adlerwerke
> mit 113, Ufa mit 62, Growag mit 83, VDM. mit - 134, NSU mit 148, Wayß & Freytag mit 120 und
Dyckerhokf Zement mit 134,50. Tagesgeld etwas steifer mit 2,75 (2,50) v. H..
Reif dazu sagen. ...
Da ist es schon besser, wenn man sich auf feiner Burg behäbig zur Ruhe setzt, die andern draußen i tun läßt, wessen sie lustig sind, sich lang wacht : oder rund und wartet, bis der stramm sitzende Balg die erste Querfalte zieht. Im Uebrigen ist ja ge - nüqenb da, man kanns aushalten; da ist eine Kammer mit Frucht, viel Hafer und Weizen, aber auch etwas Gerste und Roggen sind Darm, dann eine mit Erbsen und Bohnen, Gelben Ruben und Runkelrübenschrot, roenns nicht gar Zuckerrüben sind, dann ist noch ein Raum da mit Vorrat an Kleesamen und allerhand Wurzeln, Die man braucht, damit einem während des langen Winters die Zähne nicht aus der Schnauze wachsen. Und so wird abwechselnd geschlafen und ge- frefen und gefressen und geschlafen, man laßt Gott einen guten Mann sein und kümmert sich weder um den Tod, der oben in Der weißen Zeit auf alles mögliche lauert, was Hunger und Beine hat, noch um den Teufel, an den man nicht glaubt, weil er nicht schlechter sein kann, als man selbst, Denn oben kräht kein Hahn mehr nach dem Hamster, weil alle Zugänge zu seinem Reiche gewissenhaft verstopft sind und von unten her mit Erde vermauert und gesperrt. Er hat für die Oberwelt alle Brücken hinter sich abgebrochen, und es muß während des kalten Jahres schon einmal ausnehmend schöne und warme Tage geben, wenn er sich bequemen sollte, sich einmal oben zu zeigen und ein wenig zu lüften. Aber das ist halb so wichtig, wenngleich da unten wie es Herrenbrauch auf jedem waschechten Adelssitze ist, auf Form, Sauberkeit und Reinlichkeit sonst allergrößter Wert gelegt wird, Denn Das Teppichpolster Des Jagb- zimmers hat nichts von gewöhnlichem Mäusemuff an sich unD von Dem sonst so anstößigen Armeleutegeruch.
Kein WunDer, Daß man es hier schon aushalten kann, so lange man lustig ist, Denn Der Vorrat reicht noch weit in das EommenDe Jahr, unD es . beDarf schon ganzer Wochen voller Sonne und , Lerchenlieder, bis ihn Das nächste Frühjahr wie- Der oben bei sich zu Gaste sieht.
101,3 101,25
97,9 । 97,75
102,5 1 —
113,25 113,13
baut, ist auch seine Lieblingsnahrung. Schon im { Frühjahr, wenn er Eaum aus Dem Bau ist, in Dem er Den Winter verschlief, Da geht's schon los. Kaum I sind die jungen Pflänzchen über dem Oberboden | erschienen, macht er sich über sie her. (Bbenfo er- i geht's der jungen Saat, wenn er nicht noch oben» . drein ein Weiteres tut und bei der Aussaat be» • reite die Körner und das Saatgut stiehlt.
Aber auch Fleischkost, Die bas Feld ihm liefert, verschmäht er nicht. Dabei bleibt er nicht bei der Maus, Die sich vor Dem BussarD in einen seiner Gänge geflüchtet oDer hinein verirrt haben mag unD die er nun mit überlegener Gewandtheit hascht, genickt und verspeist, oder bei der Eidechse, Die em DurchweichenDer LanDregen in seine sicheren Bau- tiefe trieb, von Engerlingen, aufbohrenDen Laufkäfern unD sonstigem Gewürm ganz zu schweigen, Das seine Wiege im ErDreich hat unD im Frühjahr nach oben will, auch Die FelDlerche kann ein LieD von ihm singen, wenn sie Das Pech gehabt haben sollte, ihr Nest mit Den fünf Jungen ausgerechnet in eine Eckerfurche zu bauen, Die in feiner engeren Nachbarschaft liegt. Im Hochsommer freilich und zur herbstlichen Reifezeit ist er Vegetarier dann schmecken süße Früchte, reifes Gemüse und fett- speicherndes, mästendes Getreide besser als Maushirn, Eidechsenherz oder Käferfrikassee. Dann ist er auch nicht wählerisch, nimmt mit Vorliebe Erbsen zu Häuf von den Aeckern, daß der Erbsendrusch recht mager werden kann, und die Bohne gehört nicht minder zu dem stetigen Kostverzeichnis seines Speisezettels. Am liebsten aber, wie gesagt, holt er sich den süßen Hafer und den mastigen Weiten vom Halm, frißt sich voll bis ANNi Bersten, satt bis zum Platzen und trägt als waschechter Unflat noch ganze Berge dieser leicht wmterlägenschen Frucht für die mageren Zeiten zum Bau.
Ich habe Hamsterbauten gesehen, Die brechend voll getragen waren mit Frucht, und Mengen von 50, 60 Pfund Wintervorrat und darüber sinb Durchaus keine Seltenheit. Da bedarf es keiner weiteren Ueberzeugungskünstelei, daß er dort, wo er in Massen auftritt, ungemein schädlich werden kann und empfindliche Verluste beizubringen vermag. Und wenn wir uns einiger Zahlen bedienen wollen, wie zum Beispiel ein vermehrungsstarker Jahrgang in ausgesprochenen Hamstergebieten einen wahren Vertilgungsfeldzug, einen regelrechten Notwehrkampf entfesseln kann, bann sei erwähnt, daß in l Hechtsheim bei Mainz einmal nach einwöchigem Ausrottungsfeldzug 1480 alte und 4100 junge \ Hamster gegen die ausgesetzten Schablmgspramien abgeliefert wurden, und vom Gemarkungsgebiet Quedlinburg-Stadt wissen wir aus dem Jahr loyo, daß das Fangergebnis 24 910 Tiere betrug. Allerdings waren, wie auch für die Mäuseplagen und eine Reihe anderer Schädlingskatastrophen Damals besondere Verhältnisse vorhanden, die eine Massen- vermehrunq gestatteten. Speziell für den Hamster sind diese Verhältnisse aber bei uns zur Zeit nicht mehr gegeben, von kleineren Aufflackerungen in feiner Siedlungsdichte abgesehen. Aber solche Schwankungen macht eben jede Tierart in ihrem Häufigkeitegrad durch.
Kein Wunder, daß man ihm Daher allenthalben UrfehDe geschworen hat, und mancher Bau ist vom Bauern wieder geleert worden und fein Inhalt auf dem Hühnerhof ober im Schweinefutter gelandet, mit bem fein ehemaliger Besitzer ben Winter zu überbauern gebuchte. So ein Hamsterbau, Das muh ja Der NeiD Dem Burschen lassen, ist eine großartige Angelegenheit. Eine richtige untenrDische Burg mit allen Raffinessen und Schikanen, und eine Welt für sich. Zunächst einmal so tief, daß weder Die DrüberziehenDe Pflugschar, noch Der Durchweichende Landregen ihm etwas anhaben können, also bis zu einem Meter tief, geräumig und wohnlich zumal, eine ovale Wohnkammer ist Drin mit glatten WänDen und wärmendem Polfterzeug, Speicher und Silo dazu, mit Dem Herrensitz Durch Not- und Gangröhren verbunden, gut Durchlüftet Durch schräge Schächte nach oben, ein anfänglich senkrechtes, Dann schief oerlaufenDes Eingangsrohr von oben, ganze Gängeviertel und Galerien m Der Mitte, kurz, so ein Hamsterbau hat System und Plan der Bruder versteht etwas vom Burgenbauen. Das hat er aus den ostländischen Steppengebieten mitgebracht, wo er einst zuhause war, bis er dem Menschen in die Kulturfelder folgte, wo Der Fraß reichlicher unD Die Verfolgung Durch natürliche FeinDe geringer ist, unD wo er nun bis hinüber zu Den Vogesen angefieDelt ist. Felsengrundiger UnterboDen ober Rutschsand aber ziehen ihm hier natürliche Grenzen, bie für ihn unüberwindlich sind, dafür tritt er aber in Orten, wo diese Schranken der Natur fallen und guter Grabboden vorherrscht um so häustger und spürbarer auf. So kam er auch in die Wetterau.
Hier herrscht er in seiner Burg wie em Souverän, ein Hagestolz und Einsiedler, wie er im Buche steht, unverträglich, griesgrämig, sich selbst und seinen Artgenossen nicht gut. Nicht alles, daß er wenigstens während der Liebesperiode eine gute Seite zeigt; doch nur für kurze Zeit. Dann muß feine eigene Frau vor ihm flüchtig gehen. Aber Die ist ja nicht besser. Ihre Jungenaufzucht sieht
An Der AbenDbörse setzten sich Die Abschwachun- gen infolge weiterer Abgaben Des berufsmäßigen BörfenhanDels fort, Doch fanD Das herauskommenDe Material bei 0,25 bis 0,50 v. H. nachgebenDen Kursen Aufnahme. Mannesmann verloren 1 o. H. auf 106, Deutsche ErDöl 0,75 v. H. auf 124,75. Das Geschäft hatte Durchweg nur sehr kleinen Umfang. Am Kassamarkt ließen ADca 1 v. H. aus 84 nach. Die Rentenmärkte lagen bei behaupteten Kursen
ganz Danach aus. Kaum Daß sie ihnen Das erste SattwerDen gönnt, fliegen sie schon zum Hause s hinaus unD bekommen noch nicht einmal zui er- i fahren, wer ihr Vater war. DementsprechenD blüht auch bie Keilerei unter ber Sippschaft wie unter Zigeunern, unb blutige Sträuße sind an Der Da- , gesorbnung. Blutlecken ist allemal ein Geschäft, unb . so werben besiegte Gegner gewöhnlich ausgesrepen. Frieblosigkeit unb Uneinträchtigkeit, Zank, Hader und Haß gegen alles und jeden, Unausstehlichkeit ist ber hervorstechenbste Charakter - zuq biefes Raubritteroolkes ber unterirbischen Region, unb wären bie Jungen nicht so schnellwüchsig und selbständig, wer weiß, was ihnen da zu Hause alles noch passieren könnte. Denn ber ewig bärbeißige Alte ist mindestens genau so gefährlich wie das Wiesel unb ber blutlüfterne 3Uis, Die bis in bie eigene Wohnung einbringen und sich Den Teufel um den Hausfriedensbruch scheren, und der Bussard, der oben vor dem Loche hockt und einen Grenzpflock vortäuscht, ist auch gleich bei der Hand, wie ein Polizeidiener, der das Genickfassen gelernt hat. So geht halt jedes seinen Weg, und bie selbst- gezogenen Jungen sinb über kurz oder lang genau so wie die Alten, und ihr Lebenswandel auch. Kem Wunder, daß alle Tiere wissen, daß mit dem Hamster nicht gut Kirschen essen ist, denn wem das eigene Blut nicht heilig ist, hat auch keinen Respekt vor fremdem, und mancher doofe Dorfkoter, der bie Sache in seiner Einfalt zu leicht nahm, hat nicht geglaubt, baß biefes Spielzeug von Tier einem bie Lefzen herabreihen könnte wie em ganz großer erwachsener Hunb.
Ja, so ein richtiger alter Hamster hat s auf sich, unb nicht nur ber Bauer weiß Davon zu erzählen! Der halbwüchsige Walbkauz, ber sich an ihm in recht jugenblidjem Uebermut vergriff, er hat em ganzes langes Kauzenleben lang Zeit, sich zu überlegen, ob er bei ber Attacke auf ben nächsten f)am- fter auch feine beiden anderen Krallen noch riskieren will, die ihm beim Biß abhanden kamen. Und auch ein ausgewachsener Wiefel täte gut ferne i Kräfte erst einmal an einem feldgerechten Ratten- mann zu probieren, bevor es gleich der Hamster zu sein braucht. Freilich, wenn man nachts dem Marder, dem Fuchs, ober so einem von ben Großkönigen bes Nachtraubes in bie Quere kommt, bann hilft nur Fersengeld, wenn es nod) Seit ist denn bei diesen abgefeimten Marodebrudem gilt Bangemachen schon lange nicht mehr, und Ausrichten und Fauchen, Verohrfeigen und Schnappbeihe- reien ziehen bei denen nicht. Man tut eben gut, sich bei Zeiten zu verduften ober sich seitwärts m die Büsche zu schlagen. Und auch Die Dorstoter finD mitunter nicht ohne, aber bei Denen kennt man sich aus und weih um feine Leute. Auch die Katzen sind halb so schlimm, besonders nachts, denn was so eine verweichlichte Dorfstronzerm ist, die mag sich ja noch nicht mal ihre Pfoten tau - feucht machen, geschweige denn rni hohen Gehalm jagen gehen. Alles in allem: wenn man die Ohren steif halt, bei Tag mit den Augen und des Nachts mit den Ohren scharf und stetig zu Gange bleibt, wie mans gelernt hat, kann man schon alt wer- den dabei, und es ist man alles halbewege, was sie da sagen von Tod und Gefahr.
ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 27. Aug. Austrieb: Rinder 38 (gegen 28 am letzten SonnerstagsmarEt), Darunter 2 (4) Ochsen, 6 (4) Bullen, 25 (16) Kühe 5 (4) Färsen. Kälber 708 (709), Hämmel und Schafe 218 (161), Schweine 277 (333). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in ME.: Kälber a) 85 bis 91 (am 20. August 89 bis 94), b)78 bis 84 (83 bis 88), c) 68 bis 77 (75 bis 82), d) 58 bis 67 (65 bis 74). Hämmel b2) 55 bis 57 (56), c) 50 bis 54 (53 bis 55), d) 46 bis 49 40 bis 50). Schafe e) 50 bis 54 (51 bis 55), f) 42 bis 48 (40 bis 50), g) 38 bis 40 (28 bis 36). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). MarEtverlauf: Kälber, Ham- mel und Schafe mittelmäßig, ausoerEauft. Rinder und Schweine wurden zugeteilt.
Schweinemarkt in Butzbach.
* Butzbach, 27. Aug. Der heutige Schweins- mar Et war mit 576 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel bis 16 RM., sechs bis acht Wochen alte Tiere 16 bis 22 RM., über acht Wochen alte Tiere Ferkel 22 RM. und mehr. Der MarEtverlauf war schleppend, es verblieb großer Ueberstand.
Und bevor man sichs überhaupt versieht, ist es schon wieder Herbst, und so ein Stuck totes Jahr, wie es der Winter ist, schön roarm unter Der fdjirmenDen ErDe, ist so gut wie Schonzeit im Schlaraffenland Für was hat man Denn auch Das ganze Jahr über geschuftet unD gespart Wie ein Aegypterkönig, Dem es vor Den sieben Magerjahren bangt. Das heißt, abgezogen hat man sich ia nun geraDe nichts, unD man hat mitgenommen, was Die Schöpfung für alle wachsen ließ unD ist Dia unD runD Dabei geworben. Aber nwn hat doch wochenlang eingetragen unD gesammelt, Dat Rächt um Nacht gehulzt unD geschroten, gepflückt unD gegraben, geDroschen unb gelernt, so Daß man sich jetzt wirElich auch einmal Ruhe gönnen kann. Da Draußen ist jetzt ohnehin nichts los, feuchtEalte WinDe peitschen über Die Eahlen Stoppeln, unb führen, wenn sie nieDerträchtig finD, mitunter sogar noch Klatschregen mit. Nein, Dieses Wetter taugt nichts für Genießer, unD wenn es so weiter geht, Dann roirD es nicht lange Dauern, daß Der Tau morgens schon grauweiß roirD, unD Die Leute
2,46 42,04 55,90 12,52 16,385 169J6
62,94
Fr anksurt a. M., 27. Aug. Die Zufuhren von BrotgetreiDe haben — zumal Der AusDrusch Fortschritte macht — in Den letzten Tagen einen normalen Umfang angenommen unD finDen bei Der seitherigen ungenügenDen Versorgung Der Mühlen rasche Aufnahme. Die Mühlen zeigen weiterhin Kaufneigung für spätere Lieferung, zumal aus NorD- unb Mittelbeutschlanb bas Angebot noch klein bleibt, ba bie hiesigen Mühlen eine Erhöhung ber Hanbelsspanne nicht bewilligen. Teilweise werben Die Lieferungen von Mahlgetreide wegen hohen FeuchtigEeitsgehaltes und geringen HeEto- litergewichtes beanstandet.
In Braugerste find erst wenige Abschlüsse zustandegekommen, wobei für gute Qualitäten 20 bis 22 RM. je 100 Kilogramm ab Erzeugerstation bezahlt werden Im allgemeinen ist das Gerstegeschäft noch wenig entwickelt. Nach Dem bisherigen Ausfall Der Muster ist Der Anteil befrieDigenDer Qualitäten nicht sehr umfangreich. JnfolgeDessen ist auch Das Angebot von Jnbustriegerste etwas ftärEer geworben, boch ist bie Jnbustrie nur in beschränktem Umfange aufnahmebereit. Futter» g e r ft e kommt jetzt stellenweise an ben Markt unb finbet auch guten Absatz.
Hafer neuer Ernte fehlt noch, boch kann ber laufenbe Bebarf burch Zuweisungen auslänbischen Hafers burch bie RfG. befriebigt werben.
Am Mehlmarkt besteht weiter Bebarf für Weizenmehl, so baß viele Großmühlen für bie nächsten Monate ihre Kontingente bereite verkauft haben. Roggenmehl ist jetzt in starkem Umfange v , aus bem Osten herangekommen, so baß ber Haupt- mittel bis gut.
Frankfurt
ti.Ul.
Merlin
Frantiuri a. m.
Berlin
Schlußkurs
Schluß«. Abend- börlr
Schlußkurs
ü?chlußk. mittag- 66rfe
Schlußkurs
96.8. |
Schluß!. Abendbörse
27.8
Schluß- lurs
26-8-
Schluß!. Mittag» börse
27-8
Datum
4% oeegi. Serie h.........
5% fllumän. vercmi). Rente v. 1903
26 8-
— 1 6,75 1
27 8-
6,75
26.8 | 9 6,9
27-8 ■
ManSselber Bergbau.......
Kokswerke .................
6¥t . 6
150,75
150,25
151
132
150
130,25
4yi%Rumän.vereinh.Rentev.l913
9,8 ;
10
9,75
Rheinische Braunkohlen .....
12
—
225,5
225,5
225
4% Numänijche vereinh. Rente . 2%% Anawlter ....
5,4
5,4
5,45
5,45
Rheinstahl ................
138,5
134
139,25
134,25
43,25 1
43,25
43,5
—
Bereinigte Stahlwerke......
Otavt Minen .............
»'/, . 0
108,5
33,13
106
108,75
32,9
106,25
31,25
Kaliwerke Aschersleben......
. d
120,5
121
122
121
Hamburg-Amenla-Paler .....0
14,13 !
14,13
14 1
14,13
Kaliwerke Westeregeln......
. 6
120
120
122
120,25
Hamburg-Südam. Dampfschifs . O
—
—
41 ;
41,5
Kaliwerke Salzdetfurth.....
173
173
175
172
Nordveutjcher Lloyo .........O
14,5
14,5
14,4
14,65
NG. für Verlehrsweten Alt. .. O
Berliner Hanbelrgelellichast ... 6
116,5
114,5
116,75
125
114,4
124,5
I. G. Farben-Jnduftrte.....
.. 7
163,25
160
164,25
160,5
Commerz, unb Privat-Banl ... 4
101
100,5
101
100,5
ScheideanstaU.............
.. y
273,5
272,5
Deutlctie Banl unb Diskonto.
Goldschmidt ..............
116
116
116,25
116
Äeiellfchaft................ 4
100,5
100
100,5
100
Rutgerswerke .............
.. 6
130
129
130,5
128,5
Dresdner Bank.............. 4
100,5
100,25
100,5
100,25
Metallgelellschast...........
.. 6
133,5
—
134,5
132,75
Reichsbanl ................ 1t
187
184
186
183,5
Philipp Holz mann .........
.. 4
127,5
124,25
124,25
21.6.®...................... O
'-Betula..................... 8
38
152,5
37,75
152
38,13
153,13
37,5 152,25
Zementwerk Heidelberg ....
Cementwerk Karlstadt.......
.. 7 .. 6
144,5
i 156
143
156
1127,25
=
Clektt. Lieserungsgesellichast... 6
127,5
126
127,25
125,5
Licht unb Kraft ............. 7
149,5
146,75
148,5
146,75
Schultheis Payenhoser .....
—
—
107,25
105,25
,reiten & Guilleaume......... 4
GeseUsch.s.Elektr.Unternehmung. 6
133
131
133,25
130,25
Qlhi (Allgemeine Kunstseide)
Bemberg.................
.. O
61,5
60,65
61,4
60
137,5
133,5
137,65
133,25
.. 5
84,25
84,25
84
83,75
Rheinische Elektrizität ........ 6
—
—
—
126
Zellstoss Waldhos ..........
.. 6
150
146
149,5
146
Rhein. Wests. Elektr.......... 6
133
130,25
133,25
131
Zellstoss Aschaffenburg .....
.. O
121,5
119,25
121,75
118
Schuckert L Co............... 6
153
150
153,5
| 150,5
Dessauer Gas .............
.. 7
——
——
109
108,25
Siemens L Halske....... 8
186,25
183,5
186,5
182,5
Daimler Motoren.........
.. C
125,13
121,75
125,65
121,5
Oahmet>er LCo......... .... 7
145,5
143
146,4
145
Deutsche Linoleum........
.. 8
170
169,5
170,5
170
Lrenstein & Koppel .......
.. C
—
85,9
83,13
Buderus ...................
Deutsche Erdöl ..............
Haroener................. 2%
110 , 124,75 | 127,65
114
129
110,5
125,5
127,5
Westdeutsche Kaufhof......
.. c
54,25
52,25
55
52,4
129
Chade...................
Accumulaioren-Fabrik.....
Conti-Gummi............
..
. 1
. 11
393
201
177,5
389
176,5
393
201
176,4
i 390
I 176
Hoesch Eisen—Söln.Neuessen ..
111,25
106
110,75
106,5
Ilse Bergbau ...............
Mse Bergbau Genüsse........1
Klöcknerwrrke ............... :
Mannesmann-Röhrea........
135,25
114,5
109,5
134,75
111,5
1 106
164 135,75 114,25 110,4
163 1 134,9 1. 110 1 107
Gritzner.................
Mainlraftwerke Höchst a.M.
Süddeutscher Zucker ......
1 34,9 95
>1 211,5
I 34,13
95
I 208
1 34,9
! 212,5
j 34 '1
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlußkurs
Schluß! Abend- börie
Schluß- kurs
Schluß!. Mittag- börse
Datum
26-8
27.8.
26-8
27-8.
26-August
27.August
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld |
Brief
Geld |
Brie- __
dueno» tiiti
0,695
0,699
0,695
0,6§9
Brüssel ...
42,02
42,10
42,02
42,10
Rio be Jan.
0,146
0,148
0,146
0,148
Sosta.....
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen
55,88
56,00
55,88
56,00
Danzig ....
46.80
46,90
46,80
46,90
London....
12,515
12,545
12,515
12,545
Helsingsor».
Paris .....
5,519
5,531
5,519
5,531
16,375
16,415
16,375
16,415
Holland ...
168,90
169,24
168,90
169,24
Italien....
19,57
19,61
19,57
19,61
Japan .....
0,732
0,734
0,732
0,734
Jugoslawien
5,654
5,666
5,654
5,666
63,02
Oslo..... •
62,90
63,02
62,90
Wien......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon...
11,37
11,39
11,37
11,39
Stockholm..
64,53
64,65
64,53
64,65
Schweiz ...
81,07
81,23
81,07
81,23
Spanien...
30,87
30,93
30,87
30,93
Prag......
Budapest ..
10,27
10,29
10,27
10,29
Reuyork ..
2,488
2.492
2,488
2,492


