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Nr. 23 Dritter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Dienstag, 28. Zanuar (936

Einweihung des Instituts für Erb- und Rassenpflege in Gießen.

Am gestrigen Montagnachmittag fand mit einer schlichten Feier im vollbesetzten großen Hörsaal des Physiologischen Instituts die Einweihung des von Dr. med. Kranz- Gießen geschaffenen und gelei­teten Instituts für Erb- und Rassen­pflege in Gießen statt. Zu der Veranstaltung hatten sich mit dem Gauinspekteur H e y s e als Ver­treter des Gauleiters zahlreiche weitere führende Männer der Partei eingefunden, ferner nahmen ein Vertreter der Regierung, zahlreiche Professoren der Universität, Aerzte aus Gießen und Oberhessen, so­wie Vertreter der Wehrmacht an der Feierstunde teil.

Dr. med. Kranz, Gießen

als Leiter des neuen Instituts gab zunächst in einer großangelegten Rede einen Ueberblick über die grundsätzliche Haltung und die Aufgaben des deut­schen Rassehygienikers. Er erinnerte dabei an das schwere Völkerringen vor 20 Jahren und die dar­

wertvollen Förderung durch den Obermedizinalrat Dr. Schmidt im hessischen Ministerium. Beson­ders herzliche Worte des Dankes und der Anerken­nung widmete er dem Vorkämpfer auf dem Ge­biete der Rassenhygiene, Professor Dr. Kuhn, dem früheren Leiter des Hygiene-Instituts an der Universität Gießen, den er als seinen väterlichen Freund bezeichnete, und den er bei dieser Feier­stunde am Ehrentag des neuen Instituts mit ganz besonderer Freude und herzlichem Dank im Kreise der Besucher begrüße. Durch Professor Kuhn habe seine damals noch auf sehr enger Grundlage auf­gebaute Arbeit außerordentlich bedeutsame Unter­stützung und Förderung erfahren. Der Grundstock zu der heutigen S i p p e n - K a r t e i sei in dem von Professor Kuhn im Hygiene-Institut trotz eigener großer Raumnot bereitwillig zur Verfügung gestellten Zimmer gelegt worden. Den Dank des Redners an Professor Kuhn begleitete die große Versammlung mit starken Beifallskundgebungen zu

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Blick auf die Festversammlung im Großen Hörsaal des Physiologischen Instituts. (Aufn.: Photo-Pfaff.)

aus auch für unser Volk sich ergebenden überaus schmerzlichen Verluste an kostbaren Menschenleben. Dann wies er auf die schwere Zeit in den Jahren des deutschen Niederganges und der Schmach nach dem Zusammenbruch von 1918 hin, aus dem ein glücklicher Ausweg nur durch den Erfolg des gro­ßen Ringens um die Seele des deutschen Menschen möglich war. Schon damals war es jedem Natio­nalsozialisten klar, daß kein Gebiet des deutschen Lebens von ter sieghaften Idee des Führers un­berührt bleiben konnte und daß mit vielem ge­brochen werden mußte, was bis dahin schön er­schienen war. Sodann betonte und begründete der Redner eingehend

den Ganzheitsgedanken der Rassehygiene, die mit dem Rationalsozialismus stehe und falle.

In diesem Zusammenhang erklärte er, daß auch heute noch kein einziger nationalsozialistischer Rassenhygieniker einen Lehrstuhl haben würde, wenn nicht der Nationalsozialismus die Macht übernommen hätte. Das Primäre der Rassen­hygiene sei immer die nationalsozialisti­sche Weltanschauung, die praktische Rassen­hygiene sei das Sekundäre. Es müsse verlangt werden, daß der Rassenhygieniker ein zuverlässiger und kritischer Wissenschaftler, ein guter Praktiker und ein gläubiger, unbeirrbarer nationalsozialisti­scher Propagandist sei. Für die Rassenhygiene werde die Fragestellung ausschließlich national und sozial sein, d. h. nationalsozialistisch sein und bleiben. Die Rassenhygiene könne keine einseitige theoretische Wissenschaft sein. Es dürfe nicht wieder vorkommen, daß der deutsche Gelehrte sich in seiner Studierstube einkapsele und nicht merke, wenn in­zwischen draußen eine Welt aus den Fugen gehe. Es sei selbstverständlich, daß der Rassenhygieniker auch immer den Kontakt mit der akademischen Jugend haben müsse.

Die Aufgabe des Wissenschaftlers und Hoch­schullehrers könne sich im nationalsozialistischen Staat nicht in der Forschung an sich erschöp­fen, sondern die Grundstellung müsse ausgehen von einer die Ganzheit ins Auge fassenden Weltanschauung. Es solle nicht das Recht auf Forschung beschränkt werden, aber als national- fozialistischer Rassenhygieniker müsse man auch das Recht der Wertung in Anspruch nehmen. Von grundsätzlicher Bedeutung sei es auch, daß der wissenschaftliche und praktische Verkünder der Rassenhygiene immer mitten im Volke stehe und wirke und niemals die Sprache des Volkes verliere, der auch auf dem Boden einer Volksversammlung oder in den Schulungs­abenden mit dem Herzen zum Volke zu gehören versiehe. 3n erster Linie müsse er aber immer Kämpfer und Propagandist der Tat sein und bleiben, denn die Wissenschaft sei nicht um der Wissenschaft willen da.

In diesem Sinne und Geiste hätten er und seine Mitarbeiter in Hessen ihre rassenhygiemsche Aufgabe verstanden und aufgefaßt im Kampfe mit den polr= tischen Gegnern. Aus diesem Geist heraus sei auch dieses neue Institut entstanden. Der Redner gab dann einen Ueberblick über den Werdegang der bisherigen grundlegenden organisatorischen und praktischen Arbeiten und betonte dabei, daß er in den Jahren 1930 und 1931 mit nur ganz wenigen Helfern im ganzen nur 6 Männer die Arbeit begonnen habe. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, daß er bereits etwa 2 Jahre vor der Machtübernahme der Rassereferent der oberhes- sischen SA. - Standarte 116 war, die woh als erste SA.-Standarte in Deutschland überhaupt einen eigenen Rassereferenten hatte und ihm die Möglichkeit des Wirkens bot Weiter gedachte er dankbar der Förderung durch den damaligen Ob­mann des NS.-Aerztebundes Dr. Ende und der Hessischen Aerztekammer, ferner der

Ehren des jetzt im Ruhestand lebenden Gelehrten.

Der Redner sprach dann grundsätzlich über die drei Hauptaufgaben des Instituts, nämlich die rassenpolitische Schulung und Propa­ganda, die rassenhygienische Beratung und Betreu­ung der Bevölkerung und die erbbiologische Sip­penforschung. In diesem Zusammenhänge teilte er mit, daß

die Sippen-Karkei des Instituts heute bereits 6500 hessische Sippen umfaßt, ferner eine 120 000 Karten enthaltende Perfonen-Kartei vorhanden ist.

Anschließend gab der Vortragende an Hand von guten Lichtbildern einen Einblick in die Einrichtun­gen des Instituts, um hierauf unter überzeugender Beweisführung die Notwendigkeit dieses Instituts und dessen weitgesteckte Aufgaben darzulegen. Die Arbeit dieses Instituts unterstehe der nationalso­zialistischen Idee und diene dem deutschen Volke. Weiter betonte der Redner, daß alle Arbeit, die bisher in so reichem Maße geleistet wurde, völ­lig ehrenamtlich erfolgte.

Es sei ihm heute ein besonderes Bedürfnis, dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, der ein alter und stets hilfsbereiter Förderer dieser Ar­beiten im Gau Hessen-Nassau war und es auch weiterhin bleiben werde, für diese überaus wert­volle Hilfe herlichen Dank zu sagen.

Das neue Institut solle ein brauchbares Werk­zeug im Dienst der völkischen Arbeit unserer Ration unter bet: Führung Adolf Hitlers sein, die Arbeit solle immer in Treue zum Führer und seiner Bewegung geleistet werden.

In diesem Sinne übergebe er das neue Institut dem Gauinspekteur H e y s e als Vertreter des Gau­leiters.

Oie weiteren Ansprachen.

Gauinspekteur H e y s e als Vertreter des Gau­leiters übernahm das Institut in die Obhut der Partei und teilte mit, daß der Gauleiter, der sich auf einer Dienstreise befinde, zu seinem Bedauern nicht persönlich anwesend sein könne. Der Redner sagte dem Institut mit den herzlichen Wünschen des Gauleiters auch die weitere Förderung durch die Gauleitung und die Bewegung zu, die alles tun werde, um etwaige Schwierigkeiten für die wei­tere Aufwärtsentwicklung des Instituts aus dem Wege zu räumen.

Als Vertreter des Reichsärzteführers überbrachte Dr. Grote herzliche Wünsche und Grüße und ver­las dabei ein Geleitwort des Reichsärzteführers, in dem die Ueberzeugung ausgedrückt wird, daß das neue Institut wertvolle Arbeit leisten werde. Ferner wird dem Gründer und Leiter Dr. Kranz beson­derer Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der Reichsleitung Dr. Groß-Berlin würdigte in ein­dringlichen Worten denMut und Uebermut" des Schöpfers dieser jungen nationalsozialistischen Ein­richtung, durch die wertvollste Aufbauarbeit geleistet und ein vortreffliches Stück Neuland erschlossen werde. Dieser Arbeit werde auch weiterhin alle Förderung zuteil werden.

Obermedizinalrat Dr. Schmidt sprach als Ver­treter der Gesundheitsabteilung der Landesregie­rung und der hessischen Amtsärzte und würdigte dabei die Arbeit des Instituts mit herzlichen Wor­ten der Anerkennung.

Im Namen der Landesuniversität und als Ver­treter des dienstlich auswärts weilenden Rektors sprach der Kanzler Professor Dr. H u m m e l. Er gab der Freude und der Anerkennung der Universität über diese Schöpfung Ausdruck und wünschte dabei, daß dieses Institut in möglichst naher Zeit ein Teil der Universität selbst und Dr. Kranz Inhaber eines Lehrstuhls der Universität sein mochte.

Die herzlichen Wünsche und Grüße der Medizi­nischen Fakultät brachte Professor Dr. Fischer

zum Ausdruck, der gleichzeitig die bisherige Opfer­bereitschaft und Selbstlosigkeit des Institutsleiters Dr. Kranz und seiner Mitarbeiter rühmte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß dieses Institut bald in innige Gemeinschaft mit der Universität komme und ein neuer blühender Zweig im Kreise unserer Hochschule werde.

Professor Dr. Hoffmann übermittelte die Grüße und Wünsche des Reichsleiters der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene und des Vorsitzenden der Medizinischen Gesellschaft.

Dr. med. Kranz sprach sodann ein kurzes Schlußwort, in dem er allen Rednern für die freundlichen Wünsche und seinen Mitarbeitern für die bisherige treue Hilfe Dank sagte. Wenn auch das Institut heute noch in den Anfängen stecke, so werde dock mit dem alten Eifer weiter an der Er­reichung der Ziele gearbeitet werden. Dr. Kranz

schloß sodann die Feierstunde mit dem freudig auf« genommenen Sieg-Heil-Gruß an den Führer.

Besichtigungsrundgang und Kameradschastsabend.

Nach der Feier unternahmen die Teilnehmer einen Rundgang durch das Institut, auf dem sich der Ein­druck vertiefte, daß durch dieses Institut die Verwirk­lichung des nationalsozialistischen Wollens zur Er­neuerung des deutschen Menschen einen weiteren be­deutsamen Schritt vorwärts gekommen ist.

Sodann vereinigte man sich im Studentenhaus zu einem gemeinsamen Abendessen und kameradschaft­lichen Beisammensein, in dessen Verlauf Oberbürger­meister Ritter die herzlichen Grüße und Wünsche der Stadt überbrachte. Gute Darbietungen von Mu­sikern des Musikzuges der Standarte 116 verschönten den Abend.

Kreisversammlung des RS.-Lehrerbundes.

Vortrag: Volksdeutscher Kampf im Südosten."

Unter zahlreicher Beteiligung der Lehrerschaft des Kreises Gießen fand am gestrigen Montagnachmit­tag in der Turnhalle der neuen Pestalozzischule die Kreisversammlung des NS.-Lehrerbundes im Kreise Gießen statt. Die Versammlung wurde mit einer ausgezeichneten musikalischen Darbietung des Or­chesters des Lehrerbundes, ferner mit einem Ge­dichtvortrag und dem gemeinsam gesungenen Liede Unter der Fahne schreiten wir" eingeleitet.

Schulrat Nebeling

gab kurz einige geschäftliche Bekanntmachungen zur Kenntnis und hielt dann eine Ansprache über den Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution. Nur noch wenige Tage trennten uns, so führte er u. a. aus, von jenem denkwürdigen Tage, da vor drei Jahren Generalfeldmarschall von Hindenburg dem Führer Adolf Hitler die Führung des Rei­ches übergeben habe. Der 30. Januar sei nicht le­diglich der Tag des Antritts einer neuen Regie­rung gewesen, wie wir vorher 24mal einen Re­gierungswechsel erlebt hatten, sondern es war der Tag des Antritts der richtigen Regierung. Nach drei Jahren könnten wir nun feststellen, daß diese Regierung aus dem Chaos Ordnung schuf, aufbaute, dem Volke Glauben an die Staatsführung und neues Vertrauen gab. Adolf Hitler fei der Staats­mann, der nicht nur Deutschlands Geschick, sondern das Schicksal Europas lösen werde. Alle bisher dro­henden Verwicklungen habe er abwehren können. Dankbar müßten wir deshalb dem Schicksal sein, für diesen Staatsmann, den wir nach 1918 bis 1933 so dringend nötig brauchten. Jetzt wohnten wir Deutschen auf einer Insel des Friedens. In der Staatsführung habe Deutschland zurückgefunden auf den rechten Weg. Die Volkseinheit fei hergestellt, nachdem sie in den Jahren vor der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus völlig auseinander­zufallen drohte.

Den Zwiespalt der damaligen Zeit habe der Er­zieher in dem Verhältnis der Schüler untereinander allzu deutlich empfunden und darunter gelitten. Heute gebe der Staat die Richtung für die Schule, heute streiten wir alle unter einer Fahne. Unser Dienen dem Vaterlands und seiner Zukunft zu widmen, fei unsere große und dankbare Aufgabe. Deutschland aber fei überall da, wo deutsche Men­schen wohnten. Was deutsch fei, müsse über fremde Staatsgrenzen hinweg auch deutsch bleiben. Der 30. Januar 1933 habe die Lösung der Frage des Reiches gebracht, es werde auch der Tag kommen, an dem die Volksdeutsche Frage gelöst sein werde.

Sodann sprach

pg hieß

über das ThemaVolksdeutscher Kampf im Süd- often." Der Idealismus und die Liebe zum deut­schen Volke hielten, so führte er u. a. aus, die Ausländsdeutschen ausrecht. Der Idealismus, aus dem die Bewegung des Nationalsozialismus erwach­sen fei, fei es auch, der die Ausländsdeutschen im­mer wieder stark werden lasse. Der Glaube an das heilige Recht und der unerschütterliche Wille deutsch zu bleiben und das Deutsche zu leben, lasse die Deutschen über den Grenzen bestehen. Wohl werde der fremden Fahne die Treue gehalten, unwandel­bar fei aber auch die Treue zum deutschen Blute. Im Reiche könne sich heute jeder Volksgenosse glück­lich preisen, daß er seine Muttersprache sprechen könne, in schönen Sälen beisammensein, überall die Hakenkreuzfahne flattern sehen, Versammlungen ab­halten, Feste feiern könne den Ausländsdeutschen sei das alles nicht möglich. Es seien die Besten deut­schen Volksgenossen gewesen, die vor Jahren oder Jahrhunderten hinauszogen, weil ihnen der Raum im Vaterlande zu eng wurde, viele suchten aus wirtschaftlichen Gründen, andere aus religiösen Gründen in früheren Jahrhunderten eine neue Hei­mat in fremden Ländern. Die 33 Millionen Deut­schen im Ausland müßten heute den Angriffen ge­gen das neue Deutschland standhalten und stünden wie in einem Brandungstoben. Der Kampf der Ausländsdeutschen sei Kamps um Sein oder Nicht­sein des deutschen Volkes. Da müsse aber auch jeder deutsche Volksgenosse sich verpflichtet fühlen, mitzuhelfen. Wohl mancher Reichsdeutsche werde die Arbeit in volksdeutschem Geiste nicht ganz ver­stehen können, wohl wisse aber jeder, daß Wahl­siege um deutsche Einheitslisten in unendlicher Kleinarbeit schwer errungen seien. Deshalb müsse über alle Grenzen hinweg die völkische Verbunden­heit gepflegt werden, die durch den Volksbund für das Deutschtum im Ausland vermittelt werde. Die VDA.-Arbeit fei eine unbedingte Notwendigkeit.

In feinen weiteren Ausführungen gab der Red­ner eindrucksvolle Schilderungen des Volkstums­kampfes in Südtirol, im Memelland, in Ungarn und in Oesterreich. Seine reichen Schilderungen aus persönlichem Erleben heraus verfehlten ihren Ein­druck auf die Zuhörer nicht. Die Ausführungen des Redners wurden mit anhaltendem Beifall ausge­nommen.

Nachdem Schulrat N e b e l i n g noch eindringlich zur Mitarbeit im VDA. aufgefordert hatte, nach einem weiteren Gedichtvortrag und nach einem drei­fachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler fand die Versammlung mit dem gemeinsam gelun­genen Horst-Wessel-Lied ihren Abschluß.

Aus der Provinzialhauptstadt.

3m Zeichen der Treue.

Winterhilfsabzeichen aus Leder.

LPD. Das Winterhilfswerk beschert uns in die­sem Jahr Abzeichen aus den mannigfachsten Werk­stoffen. Nach dem Holz- und Keramik-Schiffchen waren die Edelstein- und Erzplaketten, sowie die bunten Weihnachtsreiterlein sehr begehrt. Am 2 Februar gelangt nun ein Ledera b ze ichen mit der Wolfsangel, der altgermanischen Rune der Treue, zum Verkauf.

Das Abzeichen wurde hergestellt in den Mittel­punkten j)er Buchbinderei und Lederindustrie in Leipzig und Offenbach, Gebiete, die unter dem wirtschaftlichen Niedergang der Nachkriegsjahre schwer gelitten hatten. Auch Hachenburg im Westerwald wurde mit einem Auftrag bedacht. Der Auftrag des Winterhilfswerkes gab hier den ar­beitslosen Volksgenossen auf Monate hinaus Ar­beit und Brot und bahnte darüber hinaus eine Umstellung auf andere Betätigungsmöglichkeiten an, die auch für die Zukunft eine Besserung der Arbeitslage in den betreffenden Gewerbezweigen erhoffen läßt.

So schlicht das Abzeichen sein mag, so viel hand­werkliches Können steckt in ihm. Die kreisrunden Lederausschnitte werden ausgestanzt, woraus die Farbe der Grundfläche aufgedruckt wird, ein Ar­beitsvorgang, der sorgsamste Aufmerksamkeit ver­langt. Höchste fachliche Ansprüche stellt der Druck der in Hochrelief gehaltenen Rune, muß doch der Reliefdruck genau auf die vorgedruckten Farben passen, was bei der Verschiedenartigkeit des Leders in Stärke und Beschaffenheit oft erhebliche Schwie­rigkeiten bereitet.

Den Straßenverkaus der ansprechenden Abzei­chen werden am 2. Februar SA., SS., NSKK. und NSDStB. übernehmen. Ganz Deutschland wird es als seine Pflicht ansehen, die WHW.-Pa­role des Monats Februar zu verwirklichen,ver­schworen in Treue zum Volk".

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Mitte und Nord: 20 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut Licht­bildervortragBäuerliche und städtische Heimkul- tur". DAF., RBG. 8 Druck: 18 Uhr Appell im Saale der Deutschen Arbeitsfront. NSG.Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr fröhliche Gym­nastik, nur für Frauen, im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. Konzert­verein Gießen: 20 bis 22 Uhr: III Symphonie-Kon­zert. Gloria-Palast, Sellersweg:Unsterbliche

Melodien". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Eine Seefahrt, die ist lustig ..."

Stadttheater Gießen.

Heute von 20 bis 22 Uhr III. Symphoniekonzert. Fünftes Abonnement-Konzert des Gießener Kon­zertvereins und 16. Dienstag-Abonnement. Werke von Brahms, Reger, Beethoven, Haydn. Leitung des Städtischen Orchesters: Prof. Stefan Temes- v a r y. Solistin: Lore Fischer, Stuttgart (Alt). Freier Kartenverkauf nur Musikalienhandlung Challier.

Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde.

Die Naturwissenschaftliche Abteilung der Ober­hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hält in Verbindung mit der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenoerbandes am morgigen Mitt­woch, 29. Januar, im Physiologischen Institut einen Vortragsabend ab. Dozent Dr. W. Kuhl (Frank­furt a. M.) spricht über das ThemaDie Unter­suchung der tierischen Entwicklung mit Hilfe des Zeitrafferfilmes". Auf die heutige Anzeige sei hin- gewiesen.

Deutsche Arbeitsfront.

Verwalkungssielle 19 Gießen.

Voraussichtlich ist die Buchumschreibung für den Kreis Gießen Ende Februar 1936 beendet. Die­jenigen Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, welche ihr Mitgliedsbuch noch nicht zur Umschrei­bung abgegeben haben, werden hiermit aufgefor­dert, dasselbe umgehend bei ihrem Ortsgruppen» bzw. Betriebsgemeinschaftswalter abzugeben.

Ausgenommen von der Umschreibung sind die Mitgliedsbücher derjenigen Mitglieder, die von der Deutschen Angestelltenschaft in die Deutsche Arbeits­front überführt worden sind, wie: Deutscher Werk­meister-Verband, Deutscher Techniker-Verband, Deut- scher Büro- und Behördenangestellten-Verband, Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband, Zen- tralverband der Angestellten, Gesamtverband der Angestellten, Verband weibl. Büroangestellten usw. Wegen Umschreibung dieser Mitgliedsbücher ergeht noch besondere Aufforderung.

Sportkurse des Sportamts Gießen

heute folgende Kurse:

Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhk, Lyzeum, Dammstraße 26.

Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Unlversttats-Reit- institut, Brandplah.

Schwimmen, Frauen und Männer. Von 20 bis 21 und von 21 dis 22 Uhr, Volksbad.