ltr.74 vierter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Zreitag, 27. 1936
Deine Stimme dem Mhrer!
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Oer erste Pflichtjahrgang kam zur Entlastung.
Die Gießener Arbeitsdienst-Reservisten am Bahnhof. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
OieBeitragspflicht zu den Dirticbastsgruypen. Kreisgruppe Gießen der Wirtschaftsgruppe
Zu unseren Bildern:
Bild linksneben- st e h e n d : Links oben: Die Straßenbahn im Dienste des Wahlkampfes. — Darunter: Das schön geschmückteHaus derDeut- schen Arbeitsfront in der Schanzenstraße. —Rechts oben: Die Großbaustelle an der Lessingstraße. (Sämtliche Aufnahmen: Neuner, Gieß. Anzeiger.) — Rechtsrucken: DieNS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" gibt einen Rückblick auf ihre Arbeit und wirbt für den Wahlkampf. Der eindrucksvolle Aufbau steht auf dem Bahnhofsplatz. — (Aufnahme: Photo - Pfaff.)
Bild unten links: Links: Das Eingangstor zum Windhof schmückt ein Schild: „Die Schaffenden dieses Betriebes wollen unter Adolf Hitler dem Weltfrieden dienen!" — Rechts oben: Das Spruchband vor dem Eingangs-' weg zum Gießener Elektrizitätswerk. — Darunter: eine große Baustelle für Wohnhausneubauten am Wartweg. Auch an diesem Arbeitsplatz findet man das Schild: „Daß wir hier bauen, verdanken wir dem Führer!" — Ferner: Einige Spruchbänder im Zentrum der Stadt.
„Parole Heimat" beim Arbeitsdienst
Einzelhandel gibt von folgender Mitteilung des „Pressedienstes des Einzelhandels" Kenntnis:
Ein Geschäftsinhaber, der von seiner zuständigen Wirtschaftsgruppe zu Beiträgen veranlagt wurde, verweigerte deren Zahlung mitd er Begründung, daß er jener Wirtschaftsgruppe gar nicht angehöre und außerdem mit seinem Betriebe auch anderen Organisationen angeschlossen sei. Er sei nicht in der Lage, mehrfach Beiträge zu zahlen. Im übrigen sei die Wirtschaftsgruppe nicht klageberechtigt, da sie nicht in das Dereinsregister eingetragen sei
Das Amtsgericht Breslau, das hier zu entscheiden hatte, wies die Einwände des Geschäftsinhabers zurück und verurteilte ihn zur Beitragszahlung. In den Gründen für diese Entscheidung weist das Gericht darauf hin, daß die Wirtschaftsgruppe auf Grund des Gesetzes über den organischen Aufbau der deutschen Wirtschaft vom 27. Febr. 1934, sowie auf Grund einer Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 29. November 1934 errichtet sei und als öffentlich-rechtliche Körperschaft dadurch Rechtsfähigkeit erlangt habe, ohne daß es einer Eintragung in das Vereinsregister bedürfe. Da die Wirtschaftsgruppe öffentlich - rechtliche Zwangsorganisation ihres Gewerbezweiges sei und der beklagte Geschäftsinhaber ein solches Gewerbe betreibt, sei er Zwangsmitglied der Wirtschaftsgruppe und daher, ohne Rücksicht auf seine Zugehörigkeit zu anderen Organisationen, zur Beitragszahlung verpflichtet.
Der Geschäftsinhaber habe auch die Höhe der Beiträge nicht beanstanden können: die Wirtschaftsgruppe habe nach Maßgabe der ihr gegebenen Richtlinien das Recht, die Beiträge selbst festzusetzen. Bei der Satzungsvorschrift, daß die Leistungskraft der Mitglieder pfleglich zu behandeln sei, handele es sich um eine für die generelle Festsetzung der Beiträge gegebene Richtlinie, aus der das einzelne Mitglied jedoch Rechte nicht herleiten kann.
Plakette die Inschrift „Reichsarbeitsdienst 1936. — Arbeit adelt." Mit der Arbeitsdank-Nadel am Rock- aufschlag, dem Stimmschein für die kommende Wahl in der Tasche und einem frohen Lied auf den Lippen zogen die Arbeitsdienstmänner geschlossen zum Bahnhof. Sie denken wohl alle gerne an das halbe Jahr Pflichtarbeitsdienst zurück, und der Re- servespaten wird von nun an zu Hause einen Ehrenplatz einnehmen.
Diese Parole gilt am kommenden Sonntag, dem 29. März, für alle wahlberechtigten Männer und Frauen! Es kann und muß für die Stimmberechtigten nur diese eine Entscheidung mit dem Stimmzettel geben, wenn sie sich vergegenwärtigen, wie sehr sich unter der Führung AdolfHitlers die deutschen Dinge zum Besseren gewandelt haben. Bei dieser Stimmabgabe geht es — wie der Führer selbst mehrfach betont hat — nicht um ihn persönlich, sondern es geht um Deutschland, um eine glückliche Zukunft der deutschen Nation, um das Wohl unserer Kinder und Kindeskinder!
Diesen tiefen Sinn der Stimmabgabe allen Volksgenossen und Volksgenossinnen immer und immer wieder und bei allen Gelegenheiten fest einzuprä- gen, zugleich auch die unverbrüchliche Gefolgschafts- ttreue zum Führer der deutschen Nation Adolf Hit- Iler sichtbar zum Ausdruck zu bringen und rück- ßchauend die bisherigen großen Erfolge des Aufbauwerks des Führers klar und übersichtlich für jedermann erkennbar zu machen, ist die gern übernommene Aufgabe vieler Helfer am Werk des Führers. Unermüdlich sind die Redner der Bewegung seit Tagen in Stadt und Land unterwegs, um durch ihre Vorträge die Volksgenossen und Volksgenos- Pinnen aufzuklären und sie aufzurufen für den auf Jahrhunderte hinaus geschichtlich bedeutungsvollen 2 9 März 1 936. Zahlreichen Berichten aus vie- Len Orten unserer engeren Heimat konnten wir die erfreuliche Feststellung entnehmen, daß der Ruf 5er Mitkämpfer und Gefolgschaftsleute des Führers freudigen Widerhall findet und allenthalben der starke Wille vorhanden ist, durch die Stimmabgabe für den Führer mitzuhelfen an seinem großen Aufbauwerk zum Segen öes deutschen Volkes, aber auch zur Sicherung des Friedens in der Welt. Was unsere engere Heimat der Arbeit des Führers in Öen verflossenen drei Jahren zu verdanken hat, ist n unseren Spalten in zahlreichen Artikeln eingehend dargelegt worden; auch daraus konnte sich leder Leser' ein eindrucksvolles Bild machen, wie Ptark unmittelbar oder mittelbar die Gestaltung eines eigenen Geschickes und feiner persönlichen Interessen durch den nationalsozialistischen Ncu- vufbau unter der Führung Adolf Hitlers wieder einen neuen Auftrieb erhalten hat. Neben den
Der gestrige Donnerstag war ein historischer Tag für den Deutschen Arbeitsdienst, denn der erste Jahrgang des Pflichtarbeitsdienstes kam zur Entlassung. Nach den offiziellen Abschiedsfeiern hieß es gestern bei allen 47 Abteilungen des Gaues „R e - ferne hat Ru h". Zur Erinnerung an den Arbeitsdienst hatte jeder Arbeitsmann beim Abmarsch einen Reserve-Spaten, mit Blumen und Bändern geschmückt, geschultert. Er trägt auf einer
Demonstrationen, wie z. B. der „Kra ft-d urch- Freude "-Dampfer auf dem Platze vor dem Gießener Bahnhof, der Musentempel vor dem Stadttheater, die Spruchbänder an der Gießener Straßenbahn und dergleichen. Auch in allen diesen Aufklärungsmitteln wird jedem deutschen Mann und jeder deutschen Frau überzeugend die Erkenntnis vermittelt von der Größe des Werkes, das unter Adolf Hitler im Verlaufe der letzten drei Jahre auf allen Gebieten des deutschen Lebens vollbracht wurde. Zugleich kommt dabei weiterhin zum Ausdruck, daß das deutsche Volk sich eins weiß mit seinem Führer, daß es in treuer Hingabe und in Geschlossenheit unter feiner Führung in die Zukunft marschiert, mit ihm unverbrüchlich willens ist, nicht länger mehr unser Volk und Vaterland als minderen Ranges in der Welt ansehen zu lassen, sondern auch für uns die volle Gleichberechtigung in Anspruch zu nehmen, die andere Nationen für sich als selbstverständlich ansehen, dabei in aufrichtiger Gesinnung schaffensfroh mitzuwirken am Werke des Friedens, dem der Führer in Gemeinschaft mit seinem deutschen Volke alle seine Kraft widmet.
Die Entscheidung aller Volksgenossen und Volksgenossinnen in unserer engeren Heimat wird daher am kommenden Sonntag ein erneutes eindrucksvolles Treuegelöbnis zu Adolf Hitler und seinem Werk sein durch die mit dem Stimmzettel bekundete Willensentschließung: Meine Stimme dem Führer!
Wie gewählt wird!
Die Stimmabgabe für den Führer erfolgt dergestalt, daß auf dem Stimmzettel innerhalb des Kreises ein Kreuz gemacht wird. Selbstverständlich wird dieses Kreuz und damit die Stimmabgabe für den Führer von jedem wahlberechtigten Wann und jeder wahlberechtigten Frau gemacht!
Keine evangelischen Abendgottesdiensts am nächsten Sonntag.
Rednern und der Presse stehen als tatfreudige wei- > erc Zeugen für den Aufstieg unseres Volkes im Verlaufe der bisherigen Führung Adolf Hitlers die liolfültigen Plakatanschläae, die Transparent-Auf- lchriften an Geschäftshäusern, Jndustriewerken, öffentlichen Gebäuden usw., überzeugende Modell-
Mit Rücksicht auf die Reichstagswahl fallen die Abendgottesdienste in der Stadt- und der Johannes- kirche am nächsten Sonntag aus. Im Vormittagsgottesdienst in der Johanneskirche wird Landes- bijchof Lic. Dr. Dietrich predigen.
Der Weg zur Einheit im M.
Don Herbert Leih.
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eine Erinnerung an das Gaufest 1935: Partei, Wehrmacht, Turner, Sportler und Bevölkeruna dokumentieren eindrucksvoll die Volksgemeinschaft. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Nur wenige Manner wuchsen um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts, in den Schicksalsjahren des deutschen Volkes, über die Enge des zcitqebun- denen Denkens hinaus und erkannten die Ewigkeit des Volkstums in ihren tiefen Ursachen. Diese Manner juchten und wiesen dann aus diesem Wissen
heraus die Wege für die künftige Entwicklung zur Volkheit, z. B. Arndt, Stein, Fichte, Gneisenau. Blücher u. a.
vor allem aber war es F r i c d r i ch Ludwig 3 a l) n, dessen politischer Wille es war. die


